Wedma

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Rezensionen und Bewertungen

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    Cover des Buches QualityLand 2.0 (ISBN: 9783550201028)

    Bewertung zu "QualityLand 2.0" von Marc-Uwe Kling

    QualityLand 2.0
    Wedmavor 6 Tagen
    Kurzmeinung: Großartige Gesellschaftssatire. Und nicht nur. Grandiose Fortsetzung. Bleibe auf weitere Folgen gespannt!
    Großartige Gesellschaftssatire. Hat Spaß gemacht!

    Auf Qualityland 2.0 habe ich mich lange gefreut, sehnsüchtig erwartet und bin sehr zufrieden. Kurz gesagt: Genial. Weiter so.

    Wie es aussieht, der E-Poetin Kalliope 7.3 ist es wohl bekommen, dass sie nun die Dinge schreiben darf, wonach ihr der Sinn steht. Das hat ihr der Wohltäter Peter Arbeitsloser im Band 1 ausdrücklich erlaubt. Den habe ich mir in der Vorfreude auf die Fortsetzung vor Kurzem nochmals angehört.

    2.0 ist stärker als der Auftakt, in vielerlei Hinsicht: mehr Tiefgang, mehr an starker Gesellschaftskritik, gute Portion Ironie dabei, wohl gelungene Weiterentwicklung der Figuren. Die Handlung, in mehreren, abwechselnd erzählten Strängen, die man unterschiedlichen Genres zuordnen kann, steht dem Ganzen kaum nach.

    Im Untertitel heißt Band 2 „Kikis Geheimnis“. Klar erfährt man hier ihre Vorgeschichte. Aber das ist nur ein Nebenstrang. Und bei weitem nicht der wichtigste. Hier geht es um viel mehr, u.a. dass es höchste Zeit ist, zu entscheiden, wie unsere Zukunft, das Leben einfacher Menschen, aussehen soll.

    In der Hörbuchversion liest Marc-Uwe Kling sein Werk selbst. Und ich muss sagen: Es macht echt viel Spaß. Das Hörbuch habe ich bereits 2 Mal gehört. Große Klasse. Beim 2.ten Mal fand ich das Ganze noch besser, falls es überhaupt noch möglich ist.

    Auch die Print-Ausgabe liegt mir vor. Die Buchgestaltung fällt hochwertig aus und passt prima zum Inhalt. Manche Dinge, wie Doppel D Stories, sind nicht schwarz auf weiß, sondern weiß auf Schwarz gedruckt. So sieht nicht nur der Buchschnitt hübsch aus. Dies trägt zum besseren Leseerlebnis bei.

    Mehr verrate ich nicht. Lest oder hört selbst. Es lohnt sich. Auf alle Fälle.

    Fazit: Großartige Gesellschaftssatire. Und nicht nur. Grandiose Fortsetzung von Qualityland. Bleibe auf weitere Folgen gespannt und vergebe zehn von 5 möglichen Sternen.

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    Cover des Buches Der Topophilia-Effekt (ISBN: 9783990014318)

    Bewertung zu "Der Topophilia-Effekt" von Roberta Rio

    Der Topophilia-Effekt
    Wedmavor 6 Tagen
    Kurzmeinung: Das Thema, dem man mehr Aufmerksamkeit schenken sollte, denn oft geht es um die Gesundheit, Leben und Tod. Schön m.Bsp. a.d.Praxis erzählt.
    Die intuitiv-historische Methode. Sehr lesenswert.

    Ein bemerkenswertes Buch, das ich sehr gern gelesen habe und empfehle es ebenso gern weiter.

    Hier geht es um das alte Wissen, das heute z.T. verlorengegangen ist. Wenn man aber bestimmte Dinge im Umgang mit den Orten nicht beachtet, kann dies ernste Konsequenzen haben. Das Wissen, das in diesem Buch so anschaulich vermittelt wird, kann seinen Lesern auch das Leben retten oder zumindest helfen, ernste gesundheitliche Schäden zu vermeiden, und erfolgreicher und glücklicher zu werden.

    Kennt Ihr das evtl? Man kommt in ein Gebäude hinein und nach den ersten Minuten möchte man es ganz schnell wieder verlassen. Man atmet erst dann erleichtert wieder auf, nachdem man diesen Ort weit hinter sich gelassen hat. Oder das Gegenteil: Ihr kennt bestimmt das Wohlgefühl, das einen überflutet, wenn man durch eine schöne Landschaft, z.B. durch den Wald, spazieren geht. Woran mag das liegen? Dieses Buch liefert gute Antworten.

    Die Autorin Roberta Rio, promovierte Historikerin, erzählt, wie sie Menschen hilft, indem sie sich mit der Geschichte der Orte beschäftigt. Sie versucht anhand des gewonnenen Wissens, manchmal lassen sich bestimmte Muster ermitteln, eine passendere Bestimmung für diesen Ort zu identifizieren. Das Ganze nennt sie die „historisch-intuitive Methode“.

    Anhand vieler Beispiele aus ihrer Praxis bringt Roberta Rio nicht nur das verlorene Wissen den Lesern nahe. Sie erklärt auch das Warum. Es gibt z.B. Orte, die für bestimmte Aktivitäten besser geeignet sind: Dort, wo es seit eh und je reges Treiben herrschte, wird man kaum ein Ort der Ruhe erfolgreich etablieren können. Oder dort, wo es um Verwesung und Zerfall ging, z.B. auf dem ehemaligen, alten Friedhof, baut man sinnvollerweise auch heute lieber keine neue Wohnsiedlung.

    Ein Kapitel über die Orte, an denen die Kathedralen gebaut wurden, schildert die Lehre aus einem etwas anderen Blickwinkel. In den Kirchen fühlt man sich oft gut und wiederaufgebaut, nach dem man sie verlassen hat. Dr. Rio liefert mögliche Erklärungen hierfür.

    Wenn man sich nicht so gut an einem Ort fühlt, kann es wissenschaftlich erwiesene, gut nachvollziehbare Gründe geben: der Austritt bestimmter Gase, das Vorhandensein der Magnetfelder oder unterirdischer Wasserläufe uvm.

    Sie erzählt auch die Geschichte ihrer Mutter. Das gibt den persönlichen Touch und erklärt, warum sie sich mit diesem Thema seit Jahrzehnten befasst.

    Ein Fall, der mich sehr beeindruckt hat, heißt „Der Bauernhof“, S. 189. Besonders empfehlenswert für diejenigen, die, ohne gründlich nachgedacht zu haben, alte Bäume fällen.

    Zum Schluss gibt es „Anleitung für den Umgang mit den Orten“, i.e. wie man selbst die Besonderheiten der Orte erkennen kann. Es wird u.a. empfohlen, eine geologische Diagnose erstellen zu lassen oder auch auf das Verhalten der Tiere und Pflanzen zu achten. Im Anhang findet man die Auflistung der „Strahlensucher und Strahlenflüchter“, für Tiere und Pflanzen. Zu guter Letzt wird diese Methode nochmals in erstens, zweitens, drittens kurz zusammengefasst, sodass man sich die Kernpunkte gut merken kann.

    Die Buchgestaltung fällt hochwertig aus und passt wunderbar zum Inhalt: Festeinband in Zitronengelb, Umschlagblatt aus glattem, festem Papier, angenehme Schriftgröße. Die Beispiele, Fälle aus dem Leben, wurden auf hellgrauem Papier gedruckt, so schaut nicht nur der Buchschnitt recht dekorativ aus, man findet die Beispiele auch schneller.

    Fazit: Ein Buch, das man gelesen haben sollte. Dann kann man vieles richtig machen, z.B. an richtigen Orten wohnen, arbeiten, die Geschäfte betreiben usw. Ich kenne mind. drei Menschen, denen ich dieses Buch in die Hand drücken würde: Lese das! Schön auch als Geschenk.

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    Cover des Buches Meinungsunfreiheit (ISBN: 9783864892936)

    Bewertung zu "Meinungsunfreiheit" von Wolfgang Kubicki

    Meinungsunfreiheit
    Wedmavor 6 Tagen
    Cover des Buches Streamland (ISBN: 9783426278314)

    Bewertung zu "Streamland" von Marcus S. Kleiner

    Streamland
    Wedmavor 18 Tagen
    Kurzmeinung: „Streamland“ würde ich jedem in die Hand drücken: Lese das! Unbedingt.
    Unbedingt lesen!

    „Streamland“ würde ich jedem in die Hand drücken: Lese das! Unbedingt.


    Dieses Buch beleuchtet mannigfaltige Facetten und liefert sachliche Einblicke, die bezüglich der zukünftigen Entwicklungen eine große Rolle spielen werden.


    Für viele dürfte das Buch zum Augenöffner werden. Vorausgesetzt, man liest es aufmerksam und denkt über das Gelesene ausführlich nach. Der Inhalt soll u.a. dazu verführen, selbstkritisch auf den eigenen Konsum der Streamingdienste zu schauen und das eigene Verhalten zu hinterfragen.


    Dieses Buch ist überfällig, da es starkes Potenzial hat, endlich die erforderliche, breitflächige Diskussion in der Gesellschaft zu diesem Thema anzustoßen. Weder im politischen noch im medialen Raum ist diese aktuell im zufriedenstellenden Maße vorhanden.


    So viele wertvolle Gedankenanstöße, kritische Analysen, Einblicke in das Streaming-Junkie-Dasein und andere lesenswerte Ausführungen, die das Buch liefert, sollten konstruktiv ausdiskutiert werden, ob im Bekannten-, Freundeskreis oder unter den Kollegen, in der Familie usw.


    Der Autor konsumiert die Inhalte der Streamingdienste selbst. Er weiß, wovon er schreibt. Er ist aber auch sehr wohl imstande, sich kritisch mit diesem Phänomen auseinanderzusetzen und darzulegen, warum diese Dienste da sind, wer davon profitiert und was diese mit den Nutzern machen. So viel sei verraten: Frei nach Neil Postman (Wir amüsieren uns zu Tode), der mal übers Fernsehen gesagt haben soll, sinngemäß: „Das ist nicht für Idioten geschaffen, das macht welche.“


    So manche Ausführung ähnelt einer Provokation. Diese ist aber längst bitter nötig, wenn man sich den hohen Stellenwert der Zugehörigkeit zu dem Kreis der „Eingeweihten“, i.e. der Streamingdienstnutzer, vor Augen führt, den dieser mittlerweile bei bestimmten Zielgruppen genießt. Diese nach allen Regeln der Kunst gebastelte Verblendung der Nutzer, wie sie zustande kommt usw., kann man am besten mithilfe der etwas weniger konventionellen Methoden darstellen.


    Den Nutzern sollte endlich klar werden, was regelmäßiger, oft ausufernder Konsum der Streamingdienste mit ihnen macht und warum. Wie die Anbieter dies schaffen, wurde hier sehr klar und für jeden verständlich dargelegt.


    Ein gutes Buch ist gut auf jeder Seite. Hier stimmt es absolut. Es hat stark angefangen und ließ im weiteren Verlauf kaum nach.


    Die Buchgestaltung passt zum hochwertigen Inhalt: Festeinband in Anthrazit, prima passend zum Umschlagblatt. Angenehme Schriftgröße, was nicht nur das Lesen erleichtert, sondern auch von Respekt ggü. den Lesern durchblicken lässt. Die Anmerkungen sind ebenfalls liebevoll gestaltet. Dort findet man noch viele Kommentare des Autors, die die Ausführungen des Haupttextes ergänzen. Literatur führt die verwendeten Quellen und gibt Tipps, was man noch Gutes zu diesem Thema lesen könnte.


    Ich danke Markus S. Kleiner für sein Engagement und wünsche diesem Buch eine möglichst breite Leserschaft.


    P. S. Gute Stellen markiere ich mit Klebezetteln. Auf dem Foto sieht man, dass es in diesem Buch sehr viele gute Stellen gibt, die ich schnell zugriffbereit parat haben möchte. Zudem: Nicht jedes Buch, das ich lese, wird so hochdekoriert, im direkten und übertragenen Sinne, nur diejenigen Werke, die die nötige Substanz dazu liefern. Dieses tut es auf jeden Fall.


     

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    Cover des Buches Beethoven (ISBN: 9783406749414)

    Bewertung zu "Beethoven" von Jan Caeyers

    Beethoven
    Wedmavor 24 Tagen
    Kurzmeinung: Eine bemerkenswerte, umfangreiche, wohl gelungene Biografie. Genüsslich und extra langsam gelesen. Viele schöne Lesestunden damit verbracht.
    Bemerkenswerte, umfangreiche, wohl gelungene Biografie!

    Diese Beethoven Biografie aus der Feder von Jan Caeyers beeindruckt in vielerlei Hinsicht, v.a. aber durch die Fülle an relevanten Informationen, die Beethovens Leben betreffen, und den bildhaften, sehr zugänglichen Erzählstil, denn so eine beachtliche Menge an Stoff und das Wie des Erzählten, die so facettenreich und reif über Beethoven und seine Familie erzählen, sind äußerst selten.

    Es handelt sich um die 2. Auflage der Sonderausgabe 2020.

    Es gibt 5 Teile. In jedem findet man seine Schwerpunkte. Mal fühlt man sich in die Zeiten der Hexenverbrennung entführt, mal in die modernen Zeiten, und immer bildet die Musik den roten Faden der Geschichte. In den ersten beiden bekommt man vermittelt, wie die Kindheit des Musikgenies aussah, wie er das Klavierspielen lernte, wer seine Lehrer und Gönner waren. Auch über seinen Werdegang als Komponist findet man reichhaltige Informationen, sodass man sich davon ein umfangreiches Bild machen kann. Über seine „unsterbliche Geliebte“ liest man zunächst im 3.ten Teil, was sich auch bis kurz vorm Schluss fortsetzt.

    Sehr bereichernd wirken die Ausführungen zu Besonderheiten der damaligen Zeit, i.e. die gesellschaftlichen Verhältnisse, die innenpolitischen Lage Österreichs, vor und nach der Eroberung durch Napoleon, was die Nachfrage nach der Musik, die Beethoven schrieb, erklärte. Der kulturgeschichtliche Aspekt tut dem Ganzen sehr gut, denn so kann man in diese Zeit eintauchen und die wegweisenden Entscheidungen Beethovens besser nachvollziehen. Dass man so viele bekannte Namen trifft, z.B. Clementi, Czerny (von ihm hört man hier oft und bis zum Schluss), Goethe (da gibt es ein extra Kapitel über die Begegnungen von Beethoven und Goethe), Haydn, Mozart, Salieri, der europäischen Könige und Fürsten, mit Bezug auf Beethoven kurz auch ihre Geschichten erzählt bekommt, macht das Gesamtbild runder und bereichert es ungemein.

    Über die Entstehung/ Aufführung seiner bekanntesten Stücke wie Opera Fidelio, Missa Solemnis, Ode an die Freude, 5.te Symphonie gibt es extra Kapitel. So manche ergänzenden Infos liest man in anderen Kapiteln, da diese unter anderen Blickwinkeln nochmals beleuchtet werden.

    Noch ein positiver Aspekt, der hier öfter aufgefallen ist: Dass der Autor die Musikstücke so griffig und verständlich, im Kontext des Zeitgeschehens und dem, wie es Beethoven um diese Zeit erging, zu beschreiben vermochte, i.e. was ihn bewegt, was ihn geärgert hatte. Im Teil 5, Kapitel 2 liest man: „Die Macht der Masse und ihr schlechter Geschmack ärgerten und deprimierten Beethoven: ‚Man sagt vox populi vox dei, - ich habe nie daran geglaubt.‘ In einer Kultur der oberflächlichen Vergnügungen für genusssüchtige Ignoranten… schien für seine Musik kein Platz mehr zu sein.“ Klingt ungemein aktuell, nicht wahr?

    Man findet auch, insb. im letzten Teil, einige Seiten über seinen Charakter, sein typisches Verhalten, seine Gewohnheiten. Man bekommt also einen umfangreichen Eindruck, wie Beethoven als Mensch war, wie er mit anderen umging. Dem oft komplizierten Verhältnis zu seinem Neffen Karl und seinem späteren Schicksal ist viel Raum gegeben worden, aus dem man tiefere Einblicke in seinen Charakter gewinnt. Das gilt auch dem Verhältnis zu seiner großen Liebe.

    Die Biografie ist im Großen und Ganzen chronologisch aufgebaut, dennoch gibt es oft Sprünge in der Zeit, sei es, dass man ein bestimmtes Thema abschließen oder ein anderes unter einem bisher unerwähnten Blickwinkel beleuchten wollte. Diese Zeitsprünge wirkten manchmal verwirrend. Aber nicht so, dass man sich insgesamt nicht zurechtfände.

    Die Buchgestaltung fiel hochwertig aus, wie so oft bei C.H. Beck: Festeinband mit dem Farbfoto Beethovens mit passendem Lesebändchen. Für perfekte Orientierung wurde auch gesorgt: Auf jeder Seite sieht man oben, in welchen Teil man gerade liest und die Kapitelüberschrift. Insg. gibt es 47 Abbildungen und 24 Notenbeispiele. Die s/w Fotos der Noten oder auch der Ölgemälde, Zeichnungen, die Beethoven oder andere Personen, Landschaften usw. zeigen, bereichern das Leseerlebnis ebenfalls. Einige Notenabschnitte seiner Werke wurden direkt in den Text hineingearbeitet, was dem Buch auch besonderes Flair verleiht.

    Fazit: Eine bemerkenswerte, umfangreiche, wohl gelungene Biografie. Man liest nicht nur die Lebensgeschichte des Genies. Ein opulentes Gemälde der Zeit und der Geschehnisse um Beethoven sind genauso ein Teil des Ganzen. Man sieht, dass hier ein Musiker durch und durch an den Werken war. Und auch das verleiht der Biografie ihren unverwechselbaren Charakter.

    Dieses Werk kann ich uneingeschränkt weiterempfehlen. Ich habe es genüsslich und extra langsam gelesen. Dies hat mir viele schöne Lesestunden bereitet, was ich Euch auch wünsche.

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    Cover des Buches 'Ich habe dem starken Geschlecht überall den Fehdehandschuh hingeworfen' (ISBN: 9783406755248)

    Bewertung zu "'Ich habe dem starken Geschlecht überall den Fehdehandschuh hingeworfen'" von Marita Krauss

    'Ich habe dem starken Geschlecht überall den Fehdehandschuh hingeworfen'
    Wedmavor einem Monat
    Kurzmeinung: Eine rundum gelungene, beeindruckende, mitreißende Biografie! Bitte mehr davon!
    Eine rundum gelungene Biografie!

    Die Lola Montez Biografie aus der Feder von Marita Krauss habe ich sehr gern gelesen: Damit einige erfüllten Lesestunden verbracht, in die damalige Zeit eingetaucht und darüber die Gegenwart für eine Weile vergessen.

    Man „trifft“ hier nicht nur die charismatische Frau, die ihrer Zeit weit im Voraus war. Man bekommt eine gute Vorstellung, was für ein Mensch Lola Montez war: Ihre Stärke, ihre Fähigkeit, sich immer wieder neu zu erfinden und aus schwierigen, scheinbar aussichtlosen Situationen als Siegerin hervorzugehen. Aber auch die weniger rühmlichen Dinge wurden hier beschrieben. Viele Zeitgenossen, die sie kannten, kamen hier zur Sprache, sowohl die Bewunderer als auch diejenigen, die sie nicht ausstehen konnten/ in ihr eine Gefahr für die Moral, die bestehende Ordnung sahen.

    Die Biografie wurde chronologisch aufgebaut. Man sieht, aus welchen Verhältnissen Lola stammte, wie sie aufgewachsen war: keine besonders sorglos-glückliche Kindheit. Das gestörte Verhältnis zu ihrer Mutter hatte ihr Leben nachhaltig geprägt. Man ist dabei, wie sie früh heiratete und, des Ehebruchs schuldig gesprochen, geschieden wurde, welche trüben Perspektiven ihr danach offenstanden. Und wie sie ihr Leben trotz all dem so gestaltete, dass es ihr besser passte.

    Ihrem Leben in Bayern und dem Verhältnis zu Ludwig I. von Bayern wurden einige Kapitel in der Mitte gewidmet. Bereichernd fand ich hier auch diese knappen und aussagestarken Zusammenfassungen der damaligen gesellschaftlichen Verhältnisse: der innenpolitischen Lage, der Intentionen Ludwigs, das Bild Bayern als Hort des Katholizismus usw., die dem Leser die Besonderheiten der damaligen Zeit vor Augen führten. Der Hergang der Affäre wurde recht detailreich gezeichnet, vom Anfang mit der keuschen Liebe bis zum bitteren Ende. Die Gedichte, die ihr Leopold schrieb, einige Briefe findet man hier ebenfalls. So tauchte man völlig in die damalige Zeit und dieses Liebesverhältnis ein. Man begriff u.a., warum das Leben von Lola Montez, die als Tänzerin viele Zuschauer begeistern konnte, als Freundin von Ludwig I. von der Bevölkerung verhasst war. Bildhafte Beispiele, wie sie verschmäht wurde, erläutern dies.

    Aber auch als das Leben in Bayern für Lola zu Ende war, gab es spannende und erfolgreiche Wendungen in ihrem Leben: Ihr Aufenthalt in der Schweiz, das Leben in USA, ihr Welttournee nach Australien, die Reise nach Europa als Vortragsrednerin.

    Dass Lola Montez das Fach der Werbung in eigener Sache perfekt beherrschte, wurde schnell klar. All die Skandale und Skandälchen, ihr Lebensstil der unverheirateten, eigenständigen Frau, ihre offenen Briefe in der Presse uvm. dienten dazu, den Namen Lola Montez zu verewigen, weit über den Tod der Erfinderin hinaus.

    Man bekommt also einen umfassenden Eindruck von dieser facettenreichen Persönlichkeit. Es geht dabei sowohl um die hellen als auch um die dunkleren Seiten: Die Hybris, die zum Zusammenbruch der anfangs so unerschütterlich erscheinenden Beziehung zu Ludwig I. führten, uvm.

    Auch die Art, WIE diese Lebensgeschichte erzählt wurde, hat mich sehr beeindruckt: so schlicht und ergreifend wurde das Ganze dargeboten, wie man es nur kann, wenn man sowohl über vielfältiges Wissen zum Thema Lola Montez und ihre Zeit verfügt, als auch über die beachtliche persönliche Reife und das schriftstellerische Können. Das Verhältnis Autor - Leser wurde mMn perfekt gestaltet. Es war bestimmt nicht einfach, über so eine komplexe Persönlichkeit zu schreiben. Marita Krauss ist dies prima gelungen.

    Im Text findet man auch etliche s/w Fotos der Zeichnungen und Gemälde, die Lola Montez in jungen und reiferen Jahren zeigen. Auch vom jungen und älteren Ludwig I. gibt es einige Fotos, ebenso von seiner Frau Königin Therese von Bayern, sehr schön ausgewählt, da sie ihre Haltung deutlich widerspiegeln, sowie ein Foto des Gemäldes der gesamten königlichen Familie. Die Fotos der handgeschriebenen Gedichte Ludwigs für Lola, aber auch die Abbildungen der Karikaturen, die das aufsehenerregendes Verhältnis thematisierten uvm. sind ebenfalls gut präsent und bereichern das Geschriebene ungemein.

    Fazit: Eine rundum gelungene, beeindruckende, mitreißende Biografie der Lola Montez, die sich wie ein Roman lesen lässt (was durchaus als Kompliment gemeint ist). Wenn man in die damalige Zeit eintauchen oder einfach etwas Gutes lesen möchte, wird hier fündig.

     

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    Cover des Buches Von der Freiheit, den richtigen Wein zu machen (ISBN: 9783864892998)

    Bewertung zu "Von der Freiheit, den richtigen Wein zu machen" von Romana Echensperger

    Von der Freiheit, den richtigen Wein zu machen
    Wedmavor einem Monat
    Kurzmeinung: Sehr schönes, aufschlussreiches, informatives Buch, das das biodynamische Winzerhandwerk den Lesern nahebringt. Toll auch als Geschenk.
    Großartiges Buch! Toll auch als Geschenk.

    Ein sehr schönes, aufschlussreiches, informatives Buch, das ich sehr gern weiterempfehle. Es bringt das biodynamische Winzerhandwerk den Lesern nahe. Die wunderbar, schlicht und ergreifend, geschriebenen Texte, ergänzt durch die zahlreichen Farbfotos, erklären nicht nur, sie machen definitiv Lust auf mehr.

    Klappentext beschreibt den Inhalt sehr treffend: „Fasziniert von der biodynamischen Wirtschaftsweise und von leidenschaftlichen Winzern machte sich Romana Echensperger, Sommelière und Master of Wine, auf den Weg zu zwölf Spitzenweingütern. Über einen Zeitraum von zwölf Monaten begleitete Echensperger sie bei ihrer Arbeit und entlockte ihnen die Geheimnisse ihres Handwerks. Gemeinsam mit dem Fotografen Konstantin Volkmar ist ihr ein sinnenfrohes und staunenswert informatives Buch gelungen. Die besuchten Weinkünstler erzählen darin von ihrer Passion, in Freiheit einen Wein zu kreieren, unabhängig von Hilfsmitteln der Agrarindustrie, von Spritzmittel- Apps und Empfehlungen aus dem Labor – einen individuellen, unverwechselbaren Geschmack, der mehr und mehr Liebhaber findet. Was Biodynamie überhaupt bedeutet und warum sie die Weinwelt erobert, zeigt Romana Echensperger anschaulich anhand der Geschichte der Landwirtschaft und des Weinbaus. Nicht nur die Forschungsergebnisse der Wissenschaftler an der Universität Geisenheim bestätigen: Die Bedeutung und Möglichkeiten dieser wiederentdeckten Wirtschaftsweise für Mensch und Umwelt sind immens!“

    Schon im Vorwort gewinnt die Autorin gleich an Sympathie, als sie den Titel „Von der Freiheit, den richtigen Wein zu machen“ erklärt: „Das Buch soll keine Opposition zur konventionellen Wirtschaftsweise darstellen. Mir geht es darum, den Blick zu erweitern…“ Und das ist ihr vorzüglich gelungen.

    Die Inhalte sind wunderbar, logisch und klar, aufgebaut. Die Kapitel am Anfang „Eine kurze Geschichte der Landwirtschaft“, „Die Grundlagen der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise“, „Richtlinien und Zertifizierung“ plus paar Interviews bilden eine solide Basis für die nachfolgenden 12 Winzerportraits aus Burgenland, Südtirol, Pfalz, Rheingau, Elsass, Mosel usw. Hier liest man faszinierende Geschichten. Die Winzer erzählen, wie sie zur Biodynamie gekommen sind, was sie für ihre Böden und Reben tun, wie wichtig sie für den Weingeschmack sind, wie sie ihre Probleme lösen, was sie dafür begreifen mussten, was sie an altem Wissen verwenden, warum sie dies für notwendig erachten uvm.  Dazwischen, fast auf jeder Seite, sind die Zitate der Winzer hervorgehoben, die in 2-3 Sätzen bestimmte Dinge, mitunter auch kleine Geheimnisse, in Bezug auf ihren biodynamischen Weinbau auf den Punkt bringen. Anschließend wurden auch ihre Weine vorgestellt: wie sie aussehen, riechen, sich am Gaumen anfühlen.

    Die Ausführungen wurden mit tollen Farbfotos begleitet, die mal die malerischen Weinfelder, mal die Weinkeller, mal die Reben und Böden in Nahaufnahme, die Kühe im Weinberg, die Winzer und ihre Familien zeigen.

    Fazit: Ein großartiges Buch, das biodynamisches Winzerhandwerk dem breiten Publikum prima erklärt und definitiv Lust auf mehr weckt. Toll auch als Geschenk. Hier passen die Form und der Inhalt auf eine hervorragende Weise. Eine sehr schöne Buchgestaltung plus wunderbare Texte, die sich wie Gespräche unter Freunden und Bekannten anfühlen. Da möchte man glatt fortan nur die Weine aus biodynamischem Weinbau genießen. Man schmeckt den Unterschied. Davon bin ich überzeugt.

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    Cover des Buches Die Tsantsa-Memoiren (ISBN: 9783869711775)

    Bewertung zu "Die Tsantsa-Memoiren" von Jan Koneffke

    Die Tsantsa-Memoiren
    Wedmavor einem Monat
    Kurzmeinung: Anfangs unterhaltsam, aber dann...
    Anfangs unterhaltsam, aber dann...

    Anfangs war ich von diesen Geschichten um den Schrumpfkopf begeistert, obwohl recht lange nicht klar war, was genau der Schrumpfkopf sein sollte, und weshalb er all diese Geschichten überhaupt erzählen konnte. Aber gut, erstmal das alles auf sich wirken lassen. Die Atmosphäre war da, eine gute Portion Exotik, die fantastischen Elemente, gepaart mit recht realistisch anmutenden Lebensumständen in Caracas und später in Europa. All die Geschichten, die einen unbedingt beeindrucken wollten: Man wohnt u.a. einer Exekution der drei Menschen bei, die recht detailliert dargeboten wurde. Man „trifft“ die Menschen aus diesen Zeiten, erfährt, wie sie ihre Welt sahen, wie sie lebten, was ihnen wichtig war usw. man lernt auch den ungewöhnlichen Protagonisten besser kennen, all seine ungewöhnlichen Fähigkeiten, die er im Normallfall hätte gar nicht haben können. Insg. gab es im ersten Drittel viel Aktion und bestimmte Elemente, die als Reiz des Neuen für einen gewissen Grad an Amüsement sorgten.

    Aber zur Hälfte hin wurde es langweilig. Der Schrumpfkopf entwickelte sich zwar, aber in eine noch skurrilere Richtung, als ich es für denkbar gehalten hätte. Weshalb man da unbedingt in die Schublade sex sells greifen musste? Weil man die Zielgruppe so einschätzt? Oder war da weiter nichts eingefallen?

    Etwas Neues, Reizvolles war auch nicht mehr dabei. Also langweilte ich mich. Da half auch der recht bildhafte Erzählstil wohl kaum. Die Figuren wurden immer flacher und primitiver. Die Ansichten des Schrumpfkopfes kannte man schon, und da kam nichts, weshalb es sich lohnen würde, weiter zu lesen.

    Man hätte das Ganze etwas geordneter zusammenstellen können, spannendere Figuren einbauen, sonst hatte ich den Eindruck, dass der Elan, der den guten Anfang ermöglicht hatte, zur Hälfte hin größtenteils erlosch, und man sah bloß nur zu, dass man halbwegs passabel durch die Geschichte voranschritt.

    All dies bescherte mir einen tiefen Durchhänger in der Mitte, über den ich bis heute nicht hinwegkam. Nach einigen Versuchen, dort weiter zu kommen, beließ ich das Ganze bei 65%. ES ist selten, dass ich in der zweiten Hälfte abbreche. Spricht aber Bänder darüber, was in Sachen Spannung und den Leser bei der Stange halten können hier los ist.

    Das Leben ist zu kurz, um sich bei den Büchern, die einen nicht mitreißen können, zu langweilen.

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    Cover des Buches Die Anbetung (ISBN: 9783864893049)

    Bewertung zu "Die Anbetung" von Marie-Luise Wolff

    Die Anbetung
    Wedmavor einem Monat
    Kurzmeinung: Sehr lesenswert! Bitte mehr davon!
    Sehr lesenswert! Bitte mehr davon!

    Dieses digitalisierungskritische Buch habe ich sehr gern gelesen und empfehle es wärmstens weiter. Es liefert nicht nur so manche Information, die man den sog. Leitmedien kaum entnehmen kann. Es gibt so viele Ideen, Gedankenanstöße, spannende Fragestellungen, über die man dringend nachdenken und die man im Freundes-/Familienkreis ausdiskutieren sollte. So viele bemerkenswerte Stellen, s. Foto. Fast auf jeder Seite steckt ein Klebezettel. Es ist auch ein Buch, das man vllt schnell durchlesen kann, ein schlichter, aber ergreifender Schreibstil, aber das Nachdenken über die Inhalte kann mitunter das Vielfache der Lesezeit betragen, was sich ein unbedingter Attribut der sehr lesenswerten Bücher ausmachen lässt.


    Zur Autorin: „Dr. Marieluise Wolff (1958) leitet als Vorstandsvorsitzende die ENTEGA AG, einen der großen deutschen Energieversorger in öffentlicher Hand, und ist Präsidentin des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW). Die studierte Anglistin und Musikwissenschaftlerin hat über 30 Jahre Erfahrung in den verschiedensten Positionen der deutschen Industrie gesammelt. Darüber hinaus sitzt sie in zahlreichen Gremien und Aufsichtsräten, unter anderem im Kuratorium der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Sie lebt in Köln und Darmstadt.“


    Klappentext beschreibt den Inhalt sehr treffend: „Das Ausmaß der digitalen Risiken ist noch nicht einmal annähernd klar geworden. Die modernen Monopolisten Apple, Amazon, Facebook oder Google verdienen Milliarden mit dem Verkauf unserer persönlichsten Daten. Ohne entsprechende Aufklärung oder gar Gegenleistung verkaufen sie private Informationen, die auch zur Überwachung und Manipulation missbraucht werden. Mit der Worthülse Digitalisierung haben die Datenmonopolisten eine neue Superideologie erfunden, die alles rechtfertigt, was sie tun. Der digitale Konsument wird zunehmend selbst zum Produkt und Instrument der Algorithmen. Die erfolgreiche Managerin Marie-Luise Wolff weiß um die immensen Chancen der aktuellen Dynamik – umso mehr kritisiert sie die Entwicklung zu einer sinnlos durch-digitalisierten Wirtschaft und ent-analogisierten Gesellschaft. Sie fordert ein radikales Umdenken und ein Ende der Anbetung digitaler Trugbilder, die weder Fortschritt noch Werte schaffen. Es ist Zeit für eine sinngebende Ökonomie, die sich von digitalem Spielzeug mit echten Problemlösungen absetzt.“


    Das Buch hat 7 Kapitel, die man in beliebiger Reihenfolge lesen kann. Sie sind wie Essays zum jeweiligen Thema. Schon im Vorwort geht es gut los mit der These, dass „…die Bildung digitaler Plattformkonzerne den Ausfall staatlicher Regulierung bewirkt haben.“ S. 10. „Unsere ‚Opferbranchen‘ lassen wir bisher ungeschützt. Alle Türen stehen den digitalen durch das Versagen des Staats weit offen.“ „Digitalmonopole sind Monopole, auch wenn sie modern daherkommen. Mit ihrem Geschäftsmodell beamen sie uns in die Wirtschaftsordnung feudaler, vordemokratischer Zeiten zurück.“ S. 11. In weiteren Kapiteln wird dies, und noch vieles mehr, plausibel, bildhaft, für jeden zugänglich erläutert. 


    Jedes Kapitel hat seine Highlights. Kap. 4 „Geldverbrennung im Silicon Valley“ hat mehrere davon. Hier geht es u.a. um Elon Musk und seine Geschäfte, um seinen feudalen Führungsstil, um seine als umweltfreundlichen angepriesenen Autos, die Marsbesiedelungspläne usw. Im Unterkapitel „Orwell und das 21. Jahrhundert“ geht es u.a. um die private Big Data Firma Plantir, die den Horror der Orwellschen Totalüberwachung längst möglich gemacht hat. Da stehen einem die Haare zu berge.


    Im Kap. 6 „Der digitale Konsument: Wie man zum Instrument von Algorithmen wird“ fand ich nicht nur griffige Zusammenfassungen zu Kahnemanns Werk „Schnelles Denken, langsames Denken“. Hier geht es um Nudging und Super Nudging online, dass man vor lauter clever gestalteter Reize dazu tendiert, das kritische, langsame Denken auszuschalten und sich dem Digitalen wehrlos zu ergeben. Das Verhalten solcher Nutzer wird vorausseh- und steuerbar, was etliche Interessengruppen aus der Wirtschaft und Politik für sich zu nutzen wissen. 


    Kapitel 7 liefert den „Wegweiser“ namens „Das Ende der Anbetung“. Die Warnung, dass außer paar digitalen Monopolisten das Groß der Nutzer auf der Verliererseite stehen werden, geht dem voran. „Das soziale, das kulturelle und auch das wirtschaftliche Leben werden mit und nach den Eingriffen der digitalen Konzerne ärmer sein. Wir können und sollten uns dieser Eingriffe deutlich erwehren.“ S. 246. Weiterhin gibt es 14 Punkte für die Nutzer, die ihren Umgang mit dem Digitalen dadurch optimieren können. Auch die drauf folgenden 16 Vorschläge zur strukturellen Verbesserung im Umgang mit dem Digitalen sollten sich die Politiker wie ihre Wähler durch den Kopf gehen lassen. Wenn so manches daraus realisiert wäre, sei es die digitalen Konzerne zur Erfüllung ihrer Steuerpflicht bringen, die Speicherung und Verkauf privater Nutzerdaten durch digitale Dienstleister gesetzlich zu verbieten oder auch Grundrechtecharta für die Anwendung starker künstlicher Intelligenzen zu erarbeiten, wäre man weiter in Sachen, ach aus dem Digitalisierungsjoch einen Stück zu befreien.


    Fazit: Ein sehr lesenswertes Buch, das einen wertvollen Beitrag in der öffentlichen Debatte zum Thema Digitalisierung leistet. Sehr gern gelesen. Bitte mehr davon.

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    Cover des Buches Der Mann, der nicht verlieren kann (ISBN: 9783869744704)

    Bewertung zu "Der Mann, der nicht verlieren kann" von Rick Reilly

    Der Mann, der nicht verlieren kann
    Wedmavor einem Monat
    Kurzmeinung: Köstlich! Kurz reingehört, und schon konnte mich nicht mehr davon losreißen, bis die letzte Minute abgeklungen war. Tolle Unterhaltung.
    Wie Trump Golf spielt, spricht Bände über ihn.

    Eigentlich wollte ich kein Buch mehr über Trump, weder lesen noch hören. Hier habe ich eine Ausnahme gemacht, denn: Kurz reingehört, und schon konnte mich nicht mehr davon losreißen, bis die letzte Minute abgeklungen war.


    Großartige Unterhaltung, mit Tiefgang, Sinn und Verstand. Paarmal musste ich auflachen, hier und da schmunzeln, und auch sonst behielt ich gute Laune bis zum Schluss. Eigentlich ernste Themen, die hier zur Sprache kommen. Sie sind aber so gekonnt präsentiert, dass man nicht nur einen sehr guten Einblick in Trumps Denken und Handeln bekommt. Man fühlt sich vor allem prima unterhalten.


    Klappentext beschreibt den Inhalt recht gut: „Wie man Golf spielt entblößt, wer man ist. Der bekannte Sport-Journalist und Golf-Enthusiast Rick Reilly hat Donald Trump viele Jahre auf dem Golfplatz erlebt, und schildert in seinem Buch urkomisch die Raffinesse und Kaltschnäuzigkeit, mit der sich Trump beim Gentleman-Sport auf alle nur erdenklichen Weisen einen Vorteil zu verschaffen weiß. Wenn es etwas gibt, was in Trumps Welt auf keinen Fall passieren darf, dann eine Niederlage – und sei es beim Spiel mit Tiger Woods. Reilly weiß zudem, was hinter dem Einreiseverbot für Araber steckte (Golf!), warum Trump und Merkel sich nicht verstehen (Golf!) und warum Trump acht Ziegen besitzt (Golf!). Ein unverzichtbares Buch, das mehr sagt als jede politische Analyse.“


    Der Autor Rick Reilly spielt Golf seit über 45 Jahren. Aus der Art, wie Trump Golf spielt, leitet er vieles in seinem Verhalten ab.


    Es ist hochamüsant, wie er all seine Erkenntnisse bringt. Und ja, wie Trump Golf spielt sagt viel mehr als jede polit. Analyse aus. Ich habe genug davon gelesen/gehört. Dieses Buch gefiel mir dabei am besten.  


    Es ist wie ein Gespräch mit einem alten Freund. Er hat nicht nur mit etlichen Leuten gesprochen, die mit Trump Golf gespielt haben, hier steckt viel mehr. Auch wenn man mit Golf nichts zu tun hat und wenig bis nichts davon versteht, sind die Ausführungen verständlich und einfach nur köstlich.


    Rick Reilly erfindet nichts, er erzählt bloß die Geschichten, die ihm die Menschen erzählt haben, die mit Trump mal zu tun gehabt haben. Da weiß man oft nicht, ob man lachen oder weinen soll. Aber man bekommt auf jeden Fall einen umfassenden Eindruck, was für ein Mensch Trump ist, wie er versucht, dieses Land zwischen all dem Golfen, zu regieren, wie viele Millionen USD das Trumpsche Golfspielen während der Arbeitszeit dem Steuerzahler kostet uvm.


    Michael Schwarzmaier hat wie immer großartig gelesen. Sein Name ist für mich stets ein Zeichen dafür, dass es ein tolles Hörerlebnis wird. Und auch hier hat sich die Erwartung vollauf erfüllt. Ich war wieder mal schwer begeistert.


    Gern vergebe ich 5 Sterne und eine Hörempfehlung.



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    • 03.04.2014

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