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    Cover des Buches Soul of the Sword (Shadow of the Fox, Band 2) (ISBN: 9781335184993)

    Bewertung zu "Soul of the Sword (Shadow of the Fox, Band 2)" von Julie Kagawa

    Soul of the Sword (Shadow of the Fox, Band 2)
    Weltentraeumerinvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Liebenswerte Charaktere und unterhaltsame, humorvolle Dialoge garantieren Lesespaß!
    Unterhaltsamer Fantasy-Lesespaß

    Was ich an der Reihe bisher einfach am meisten mag, sind die Charaktere. Ich mag die Loyalität und die Freundschaft und die Dialoge, die gerade durch Okames Sarkasmus immer wieder unterhaltsam werden. 

    Auch die anderen Charaktere sind vielschichtig und wuchsen mir ein wenig ans Herz, dadurch, dass sie alle eine eigene Persönlichkeit haben und füreinander einstehen. Die Kapitel aus Hakaimonos Sicht waren ... faszinierend, zumal man so mehr über den Dämon erfährt. 

     

    Auch Yumenko mag ich als Protagonistin sehr gerne. Ich mag es, wie ihr Kitsune-Teil auch fester Bestandteil ihres Charakters ist und sich in ihren Wesenszügen und ihrem Verhalten widerspiegelt. In ihrer Verspieltheit, zum Beispiel, oder der Tatsache, dass sie immer zu Streichen aufgelegt ist. 

    Sie ist, vermutlich gerade aufgrund der Art, wie sie aufgewachsen ist, auch durchaus unschuldig und naiv, allerdings eher auf eine liebenswerte Weise. Zum Einen, weil sie fehlende Kenntnisse schnell durch Intelligenz auszugleichen weiß. Zum Anderen, weil es einfach unterhaltsam ist, wenn zwei Charaktere sehr offensichtlich vor ihren Augen flirten und sie das nicht versteht.

     

    Ich mag es auch irgendwie, dass Yumenko nicht kämpfen lernt, sondern der Punkt gerade ist, dass körperlicher Kampf nicht die einzige Stärke ist. Yumenko ist stark durch Täuschung, durch Loyalität, durch Freundschaft, und das finde ich unheimlich schön.

    Umgekehrt finde ich ihren Einsatz von Fuchsmagie auch immer wieder sehr unterhaltsam, und mag es, diese gemeinsam mit ihr weiterzuentdecken. Genauso wie die Welt und ihre Geschichte.

     

    Ich mochte auch die Liebesgeschichten - also erst mal die Hauptliebesgeschichte, die auch hier nicht überpräsent ist, sondern sich vor allem darin zeigt, wie sie sich umeinander sorgen.

    Und dann entwickelt sich, unerwartet für mich, eine male/male-Love Story zweier Nebencharaktere, die ich super geshippt habe, weil es einfach unheimlich süß ist.

     

    Bei den tollen Charakteren, dem Humor und den schönen Liebesgeschichten hat es mich nicht gestört, dass mir der Plot zwischendurch ein bisschen flach vorkam. Also, nicht, dass es nicht spannend gewesen wäre, im Gegenteil. Aber die Autorin nimmt sich durchaus Zeit, die Geschichte zu erzählen. Ich hatte auch lange das Gefühl, die Handlung würde relativ vorhersehbar verlaufen und wurde dann eines besseren belehrt.

     

    Fazit: Liebenswerte Charaktere, eine tolle, vielschichtige Protagonistin und unterhaltsame, humorvolle Dialoge sorgten dafür, dass ich sehr viel Spaß beim Lesen dieser spannenden Fortsetzung hatte!

     

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    Cover des Buches Die Sommer (ISBN: 9783446267602)

    Bewertung zu "Die Sommer" von Ronya Othmann

    Die Sommer
    Weltentraeumerinvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Schwermütige, über lange Strecken eher ruhige und sehr lehrreiche Geschichte über êzîdisches Leben
    Lehrreich

    Das Buch besteht in erster Linie aus Rückblicken, wer einen actionreichen Spannungsbogen sucht, ist hier also fehl am Platz. Dennoch hat es sich für mich auch an keiner Stelle wirklich gezogen, sondern konnte mich gerade auch mit dem leicht poetischen Schreibstil überzeugen, der Bilder von Syrien in meinem Kopf malte, unterlegt mit leichter Melancholie.

    Im Endeffekt besteht das Buch zu einem großen Teil aus Rückblicken, in denen sich die Protagonistin Leyla an die Sommer erinnert, die sie in dem Heimatdorf ihres Vaters bei ihrer kurdischen Verwandtschaft in Syrien verbracht hat. An die Sommer mit ihrer Familie dort, die sie teils sehr ins Herz geschlossen hat und die ihr viel beibringt.
    Als Leser*in erfährt man dadurch sehr viel über die êzîdische (die im Buch benutzte Schreibweise, weswegen ich sie hier auch wähle) Kultur, Geschichte und politische Situation. Ich muss gestehen, dass ich sehr wenig Wissen über Êzîd*innen habe, wodurch dieses Buch sehr lehrreich für mich war.

    Gleichzeitig dreht es sich aber auch um die Identität der Protagonistin, die zwischen ihrem Leben in Deutschland und ihrer kurdischen Identität hin- und hergerissen ist beziehungsweise versucht herauszufinden, wie sie beides gleichzeitig sein kann.
    Ich muss zugeben, dass Layla bis zum Schluss nicht so ganz greifbar wurde für mich, vielleicht auch, weil man zu wenig über ihren Alltag erfährt. Gegen Ende wird ihre Beziehung mit ihrer Freundin aufgegriffen und ihr Studium, vorher ein wenig ihre Freundschaft, aber sie bleibt eher passiv - was aber durchaus intendiert sein dürfte.

    Insgesamt bleibt der Spannungsbogen anfangs eher flach, ist aber durchaus da, gerade da man ahnt, dass die teils idyllisch anmutenden Sommer nicht von Dauer sein werden, was mir ein wenig ins Herz schnitt. Im letzten Drittel stieg der Bogen dann nochmal und spätestens jetzt war ich gefesselt, aber auch schockiert und betroffen von den Dingen, die letztendlich ja tatsächlich geschehen sind. Das macht die Geschichte umso eindrücklicher.

    Die Grundstimmung der Geschichte ist relativ melancholisch, gerade auch, weil man als Leser*in längst weiß, dass der Syrische Bürgerkrieg kommen wird, und die schönen Erinnerungen an das Leben in dem Dorf in Nordsyrien einen umso bitteren Beigeschmack haben - umgekehrt werden aber auch in der Vergangenheit schon Themen wie Unterdrückung und Massenmorde angesprochen. Das macht das Buch zu keiner leichten Lektüre, aber zu einer umso lesenswerteren und sehr aktuellen.


    Fazit: Lesenswerte, poetische, aber auch melancholische und schwermütige Geschichte, die die Möglichkeit eröffnet, viel über Êzîd*innen zu lernen.

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    Cover des Buches Red, White & Royal Blue: A Novel (English Edition) (ISBN: 9781250316783)

    Bewertung zu "Red, White & Royal Blue: A Novel (English Edition)" von Casey McQuiston

    Red, White & Royal Blue: A Novel (English Edition)
    Weltentraeumerinvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Sehr süße und unterhaltsame Liebesgeschichte mit diversen, liebenswürdigen Charakteren!
    Zuckerschock

    Ich war etwas skeptisch von der Vorstellung, die Nachkommen der Staatsoberhäupter zweier Länder mit kolonialer Geschichte, bis heute starkem Machteinfluss und alles andere als unproblematischer Außenpolitik in den Fokus zu stellen. Meine Skepsis wurde insofern zerstreut, als dass zumindest die koloniale Vergangenheit kritisch reflektiert wurde. Man kann natürlich darüber diskutieren, wie realistisch eine linke Einstellung von Teilen der britischen Königsfamilie und der US-amerikanischen Präsidentin ist, andererseits ist das auch einfach Teil des Optimismus dieses Buches.

     

    Was mir dabei als Politikstudentin allerdings ein bisschen zu sehr unter den Tisch fiel, war eine Reflexion der aktuellen Außenpolitik, beispielsweise hinsichtlich der Rolle beider Länder im Nahostkonflikt. Aber obwohl das Buch sich auch um Themen wie Wahlkampf, internationale Beziehungen und Imagebewahrung dreht und Alex selbst Politiker werden will, ist es natürlich hauptsächlich Romance, deswegen das nur als Randbemerkung. 

     

    Irgendwie ist an mir auch etwas vorbeigegangen, dass es sich um New Adult handelt, sodass ich etwas überrascht war über die doch öfter auftauchenden Sexszenen, aber ich hätte ja auch mal mitdenken können. Ansonsten - cuteness overload. Ich fühlte mich nach dem Beenden des Buches, als hätte ich einen kleinen Zuckerschock.

     

    Auch die Charaktere und vor allem auch die Beziehungen zwischen ihnen sind super sympathisch. Alex muss man irgendwie gernhaben. Er ist etwas impulsiv, selbstüberzeugt und direkt, gleichzeitig kämpft er für seine Vorstellungen, denkt an erster Stelle an andere und hat einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Kurz: Er ist ein vielschichtiger Charakter mit Ecken und Kanten, nicht perfekt, aber genau deswegen liebenswert.

    Genauso liebenswert sind die Beziehung zu seiner Schwester June und der gemeinsamen (platonischen) Freundin Nora, beide selbstbewusst auftretende junge Frauen mit eigenen Interessen, die sich rührend um Alex kümmern. Hach, die Liebe und Neckereien zwischen ihnen. 

     

    Außerdem toll ist die Diversität. Alex hat einen mexikanischen Vater, ansonsten gibt es bisexuelle, homosexuelle, trans und BIPoC Charaktere. Es geht zwischendurch um Questioning und Coming Out, aber auch um Mental Health und Zukunftsplanung. Es gibt nerdige Popkulturanspielungen, viel Gefluche, Chats und E-Mail-Austausche. 

     

    Was mich ein bisschen verwirrt hat, war der Spannungsbogen oder vielmehr die Abwesenheit desselben. Es geht anfangs recht schnell und das Ende ist auch sehr aufregend, aber so die zwei Viertel dazwischen passiert nicht viel. Also, es ist süß, und ich bin ja tendenziell auch immer gegen unnötiges Drama, trotzdem ist über den Teil nur die stets präsente latente Spannung vorhanden. Was dem Unterhaltungswert nicht unbedingt Abbruch tat.

     

    Fazit: Unterhaltsame und optimistische Feel-Good-Love Story mit vielschichtigen, diversen Charakteren und liebenswerten Beziehungen, allerdings auch mit relativ niedrigem Spannungsbogen im Mittelteil.

     

     

     

     

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    Cover des Buches One True Queen, Band 2: Aus Schatten geschmiedet (ISBN: 9783473401840)

    Bewertung zu "One True Queen, Band 2: Aus Schatten geschmiedet" von Jennifer Benkau

    One True Queen, Band 2: Aus Schatten geschmiedet
    Weltentraeumerinvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Nicht nachvollziehbare, willkürlich wirkende Handlung und kitschige Liebesgeschichte ...
    Wie ein wirrer Traum

    Es fiel mir schwerfiel, in das Buch reinzukommen. Ein Grund war, dass es nun doch ein wenig her war, dass ich den Vorgänger gelesen hatte. Aber selbst als ich nochmal in das Ende vom Vorgänger hineinlas, wurde es nicht besser. Lange konnte es mich gar nicht fesseln und erst nach etwa einem Drittel musste ich mich nicht mehr dazu zwingen, es zu lesen. Immerhin der Schreibstil ist nämlich ganz flüssig.

    Ich hatte das Gefühl, zwischen den beiden Büchern fehlte Handlung. Am Ende von Teil 1 kam es eine vage Anspielung auf ihren Vater, am Anfang von Teil 2 war der plötzlich super wichtig und Mailin setzt alles daran, ihn zu finden, obwohl er vorher nie wirklich eine Rolle gespielt hat, was mich schlichtweg irritiert hat.
    Auch bei anderen Aspekten hatte ich komplett das Gefühl, Entwicklungen verpasst zu haben, weswegen ich auch nicht verstanden habe, wieso Mailin so handelt, wie sie handelt.

    Hauptgrund dafür war Liam, und das war der nächste Punkt, bei dem mich die Fortsetzung enttäuschte. Ich fand die Liebesgeschichte im ersten Band toll, aber in diesem Teil einfach nur anstrengend. Ich hatte das Gefühl, Mailins Handlungen drehten sich nur noch um ihn, ständig hieß es große Liebe hier, mein ganzes Herz da, und ich hatte das Gefühl, jede Chemie sei verloren gegangen, stattdessen war es einfach nur noch kitschig.

    Das hat natürlich auch nicht dazu geführt, dass ich Mailins Handlungen mehr nachvollzogen hätte. Überhaupt wirkte die Handlung auf mich vollkommen wirr und willkürlich, mal hat Mailin einen Plan, im nächsten Moment hat sie gar keinen und guckt mal spontan, was sie macht, dann verhält sie sich wieder, als hätte sie einen Plan, um dann doch wieder keinen zu haben ...
    Irgendwann wurde es mir dann auch relativ egal, was passiert, und auch das Ende fand ich wirr und die Erklärungen nicht wirklich nachvollziehbar. Nicht, dass das nicht Potenzial gehabt hätte.

    Hinzu kam ein in meinen Augen relativ problematischer Umgang mit Liams Traumata, einige Dinge gingen mir viel zu einfach, bei anderen habe ich nicht verstanden, wo das Problem lag. Manches wirkte an den Haaren herbeigezogen und irgendwie war alles nicht so ganz stimmig. Was schade war. Aber mir irgendwann auch egal.

    Fazit: Wirre, nicht nachvollziehbare und willkürlich wirkende Handlung, die mir irgendwann egal war. Zudem wurde die Liebesgeschichte einfach nur noch anstrengend und kitschig.

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    Cover des Buches Seeker (ISBN: 9780765382566)

    Bewertung zu "Seeker" von Veronica Rossi

    Seeker
    Weltentraeumerinvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Leider wird aus der tollen Idee und den Charakteren mit Ecken und Kanten nichts gemacht
    Verschenktes Potenzial

    ! ACHTUNG – ENTHÄLT SPOILER ZUM VORGÄNGER !

    Die Handlung war letztendlich mein Hauptproblem. Ich fand die Idee unheimlich cool. Aber hatte ich erwartet, in diesem Teil mehr Antworten dazu zu erhalten, warum ausgerechnet diese vier zu den apokalyptischen Reitern geworden sind und zu welchem Zweck, dann lag ich falsch, denn das wird nie geklärt.
    Wo also ist die Epik, die ich mir von der Idee erhofft habe? Man erfährt irgendwie nichts zu den Hintergründen, weder in Bezug auf ihre Kräfte noch auf die Dämonen, und das ist unheimlich schade, weil das Ganze einfach so viel Potenzial gehabt hätte, das jetzt kümmerlich im Sand verkommt.

    Anstelle epischer Kämpfe oder zumindest irgendwelcher weltbewegender Ereignisse dümpelt die Handlung gefühlt nämlich eher herum, es passiert nicht wirklich viel und gegen Ende begann ich endgültig, das Interesse zu verlieren und schneller zu lesen.
    Hinzu kam, dass ich oft die Entscheidungen nicht nachvollziehen konnte und nicht verstanden haben, warum die Charaktere Dinge taten, die sie taten ... manchmal wirkte es einfach vollkommen random, und das hat mich erst gestört und führte dann am Ende dazu, dass mir die Handlung endgültig egal wurde.

    Dabei mag ich die Charaktere und gerade auch die Freundschaft zwischen Gideon, Marcus und Jode. Ich mochte die Dialoge zwischen ihnen. Die Neckereien, aber auch das Vertrauen und das Zusammenstehen. Davon hätte ich gerne mehr gehabt, aber für meinen Geschmack hat ab irgendeinem Punkt die Liebesgeschichte zu viel Raum eingenommen, denn plötzlich ging es nur noch darum, dass die beiden sich näherkommen, die Konflikte zwischen den beiden, bla, bla, bla.
    Nicht, weil ich die Charaktere nicht mochte oder dass die beiden zusammengekommen sind, aber weil es gefühlt nur noch darum geht und sich alle Gedanken darum drehten - Stichwort verschenktes Potenzial.

    Dabei mochte ich Gideon als Protagonisten, ich mochte es, dass er nicht perfekt ist, sondern Ecken und Kanten hat und sie sich eingesteht - also vor allem seinen Jähzorn. Ich mochte seine Beziehung zu seinem Pferd und zu den anderen Reitern, ich mochte seine Art, die manchmal leicht spöttisch ist und oft für unterhaltsame Dialoge sorgte. Ich mochte sein strategisches Handeln und ihn einfach generell als Charakter.
    Seine Perspektive wechselt in diesem Band mit Daryn ab, und auch wenn ich zugebe, dass ich Gideons Passage lieber mochte, war sie mir durchaus sympathisch, aber ja, wie gesagt, Liebesgeschichte und so.

    Was ich allerdings ganz gut fand, war die Auseinandersetzung mit Gideons fehlender Hand und der Prothese, zumindest soweit ich das beurteilen kann - jedenfalls mochte ich es, dass er zwar sauer ist, dass Samrael ihm seine Hand genommen hat, das Fehlen dieser aber nicht als etwas angesehen wird, das ihn schlechter oder unvollständiger macht.
    Weniger gelungen fand zumindest ich die Darstellung der Depression von Daryns Mutter - die Beschreibung, dass die sich wochenlang in ihrem Schlafzimmer einschließt und weint, hat etwas unnötig stereotypisches und ich fand die Auseinandersetzung insgesamt unzureichend.

    Die Charaktere und die Idee hätten so viel Potenzial zu einer richtig coolen Story gehabt, das allerdings komplett verschenkt wurde, und auch wenn der Schreibstil an sich fesselnd war, habe ich die letzten Seiten fast überflogen. Was schade ist, aber die Handlung konnte mich einfach gar nicht überzeugen.

    Fazit: Tolle Dynamik zwischen vielschichtigen Charakteren und eine coole Idee mit viel Potenzial, das leider komplett verschenkt wird. Die Hintergründe bleiben komplett ungeklärt und statt eines epischen Showdowns passiert nicht wirklich viel und die Handlungen der Charaktere blieben für mich oft unnachvollziehbar und willkürlich. Zudem nahm mir die Liebesgeschichte zu viel Platz ein, sodass beispielsweise die Freundschaft leider in den Hintergrund trat.



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    Cover des Buches Nevernight (ISBN: 9781250073020)

    Bewertung zu "Nevernight" von Jay Kristoff

    Nevernight
    Weltentraeumerinvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Unheimlich gut geschriebene Dark Fantasy!
    Unheimlich gut geschriebene Dark Fantasy

    Vom ersten Satz an konnte ich das Buch begeistern Was vielleicht auch daran lag, dass ich den Schreibstil ziemlich schön fand und überhaupt war dieses Buch unheimlich gut geschrieben. Allerdings - der Stil wird nicht für jede*n was sein, und auch die Sprache ist so alles andere als einfach zu verstehen.

    Die Story ist düster. Mein erster Eindruck von ihr war Tod und Sex, und genaugenommen ändert sich auch nicht viel daran (es gibt unerwartet lange und detaillierte Sexszenen). Sehr viel Blut, Folter und Gewalt, in einem Setting, das einerseits an eine römische Republik, andererseits an Venedig erinnert, mit despotischen Herrschern und einem extrem coolen World Building. In der Welt gibt es nämlich drei Sonnen und nur alle 2,5 Jahre ist wirklich Nacht, angelehnt daran gibt es eine allseits präsente Religion.
    Die Story ist düster und brutal, aber sie verheimlicht das nicht. Sie ist allerdings auch unterhaltsam, und das liegt vor allem an den Fußnoten. Das Buch ist als Erzählung einer außenstehenden Person angelegt, die keine Identität enthält, was sie aber nicht davon abhält, Kommentare einzuweben - seltener in den Fließtext, deutlich häufiger in die Fußnoten.

    Die Fußnoten wirken zum Einen so, als hätte der Autor spontan beschlossen, alles an Info Dumping über die Welt einfach dort hinein zu packen - Infos, die selten wirklich handlungsrelevant sind, aber dann in den Fußnoten sätzelang ausgeführt werden wie in einem Lexikon, dank ironischer Kommentare des Erzählers jedoch deutlich witziger. Und sie unterstreichen, wie unglaublich durchdacht, wie unfassbar gelungen und komplex dieses World Building ist.
    Und ja, ich bin sonst auch kein Fan von Info Dumping, aber eine so direkte Art ist mir noch nicht begegnet, und die Weise, in der die Infos rübergebracht werden, ist so unterhaltsam, dass ich die Fußnoten geliebt habe.

    Zum Anderen gibt es dann nämlich noch Fußnoten, die wirken wie überdrehte Kommentare um drei Uhr nachts bei der hundertsten Überarbeitung. Absurde Kommentare schafften es, mich zum Lachen zu bringen. Manchmal waren sie albern, manchmal selbstironisch, manchmal gesellschaftskritisch, auf jeden Fall aber unterhaltsam.

    Moralisch graue Charaktere hat dieses Buch zahlreiche zu bieten. Angefangen mit der Protagonistin, die nach Rache strebt, manchmal etwas impulsiv sein kann, manchmal listig, und die alles andere als ein Unschuldsengel ist. Sie ist schlagfertig, direkt, kalkulierend, spöttisch. Sie flucht, raucht teilweise wie eine Kettenraucherin, bringt gleich zu Beginn einen Menschen um und ist alles in allem ein unheimlich faszinierender, tiefgründiger und vielschichtiger Charakter.

    In kurzen Rückblicken wird zwischendurch ihre Vergangenheit erzählt, sodass absolut nachvollziehbar wird, warum sie so handelt, wie sie handelt. Manchmal ist dieses Handeln moralisch fragwürdig, manchmal überraschend wenig fragwürdig. Ich würde jetzt nicht unbedingt mit ihr befreundet sein, aber ich fand sie als Protagonistin extrem cool.
    Genau wie ihre Fähigkeit, Schatten beeinflussen zu können. Und nicht zuletzt ihr Kater aus Schatten, der sie stets begleitet, ihre Angst trinkt (weswegen sie meist auch keine hat, was ihr Verhalten mit Sicherheit prägt) und mit dem sie ebenfalls sehr unterhaltsame Schlagabtausche führt.

    Und die anderen Charaktere sind genauso gut gezeichnet, ebenfalls oft tiefgründig, oft moralisch grau, und allein die Tatsache, wie sehr Gut und Böse verwischt, fand ich einfach nur noch unheimlich faszinierend. Die Tatsache, dass alle irgendwie grausam sind, lässt einen unheimlich faszinierenden Handlungsraum entstehen, in dem fast alles möglich erscheint, einen, der untypisch für die meisten anderen Fantasystorys ist.

    Und auch die Handlung ist einfach ziemlich cool. Auch hier - der Plot ist komplex, unheimlich gut geschrieben, voller Twists, von denen ich ein paar vielleicht erahnt habe, von einigen aber auch überrascht war. Durchweg hohe Spannung fesselte mich an die Seiten.
    Und ich mochte die mitschwingende Diversität - bisexuelle Charaktere, BIPoC und generell den selbstverständlichen Einbezug anderer sexueller Orientierungen. Was ich allerdings problematisch fand, war die transexkludierende Gleichsetzung von Geschlechtsorganen mit dem männlichen respektive weiblichen Geschlecht.
    Mein zweiter kleiner Kritikpunkt wäre, dass ich zwischendurch schon das Gefühl hatte, dass sich so ein bisschen ein male gaze darin widerspiegelt, wenn Mia natürlich unerträglich ist, wenn sie ihre Regelblutung hat, und ein bisschen zu oft die Kurven hervorgehoben werden.

    Fazit: Unheimlich guter Schreibstil, geniales, komplexes World Building, tiefgründige, moralisch graue Charaktere und ein gelungener, spannender Plot mit unerwarteten Wendungen - eine Dark Fantasy-Geschichte, die unfassbar gut geschrieben ist, die Grenzen der Moral verwischt und brutal und düster ist, aber auch hin und wieder mit feinem Humor unterhält!

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    Cover des Buches Wozu wir fähig sind (ISBN: 9783649670193)

    Bewertung zu "Wozu wir fähig sind" von Laila El Omari

    Wozu wir fähig sind
    Weltentraeumerinvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Unterhaltsamer Jugendthriller mit Potenzial zu mehr, für Zielgruppe aber passend!
    Unterhaltsamer Jugendthriller

    Das Buch konnte mich definitiv unterhalten. Es lässt sich flüssig lesen und auch aufgrund der geringen Seitenzahl flogen die Seiten nur so vorbei. Es erfüllte damit definitiv den Anspruch, den ich an einen Jugendthriller habe.

    Spannung wird anfangs dadurch generiert, dass nicht klar ist, was Alexander und Leonora wollen - nur dass sie nicht zufällig dort sind, ist von Anfang an klar. Als Leser*in verfolgt man die Geschichte abwechselnd vor allem aus der Sicht von Alina und Leonora, zwischendurch kommen noch ein paar andere Perspektiven dazu.
    Dennoch erfährt man auch als Leser*in nicht sofort, was los ist, und nur nach und nach enthüllt sich eine Story, bei der Rache eine wesentliche Rolle spielt. Relativ früh habe ich mir dann auch die wesentlichen Zusammenhänge zusammengereimt, die allerdings auch kurz darauf enthüllt wurden - also fast alle, einige Dinge kommen erst am Ende raus.

    Zugegeben, ich hing nicht unbedingt atemlos an den Seiten, aber ich bin ja jetzt auch schon ein bisschen aus der Zielgruppe raus und wie gesagt, es war definitiv unterhaltsam, die Abfolge der Handlungen zu verfolgen, die sehr oft ins moralisch Graue gehen.
    Das bedeutet im Umkehrschluss auch, dass sich die Frage stellt, inwieweit das Verhalten einiger Charaktere moralisch vertretbar ist. Für meinen Geschmack hätte das allerdings noch weiter ausgebaut werden können, für das Potenzial, das die Geschichte dahingehend hat, waren mir die Charaktere definitiv nicht tiefgründig genug und das Verhalten wurde zu wenig hinterfragt.

    Am faszinierendsten ist da vielleicht Alexander mit seinem selbstbewussten Auftreten, das allen anderen, auch Leonora, immer drei Schritte voraus ist, der mit seinem Charme andere in seinen Bann zieht und der die Stränge in der Hand zu halten scheint. Aber auch hier hatte ich am Ende das Gefühl, dass Potenzial für mehr gewesen wäre, trotzdem hat sich das beim Lesen nicht wirklich störend ausgewirkt und das Ende ist abgeschlossen.

    Ungewöhnlich ist (leider) auch, dass das Buch in Deutschland spielt - Bonn, vermute ich - und die Protagonist*innen nicht mehr zur Schule gehen, sondern schon studieren. Andererseits wird vor allem das Milieu der Oberschicht mit den ganzen eigenen Vorurteilen, Überheblichkeiten und Intrigen gezeichnet, was ein faszinierendes Setting ist.

    Fazit: Unterhaltsamer Jugendthriller über Abgründe, die sich auftun, allerdings auch mit einer Geschichte und Charakteren, aus denen mehr hätte gemacht werden können - für die Zielgruppe aber sehr passend!



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    Cover des Buches Shadow of the Fox (ISBN: 9781335145161)

    Bewertung zu "Shadow of the Fox" von Julie Kagawa

    Shadow of the Fox
    Weltentraeumerinvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Spannendes Fantasyabenteuer mit einem interessanten World Building, einem coolen Plot und einer super ausgearbeiteten Protagonistin!
    Eine toll ausgearbeitete Protagonistin in einem spannenden Fantasyabenteuer


    Obwohl die Handlung in einer fiktiven Welt spielt, ist das Setting japanisch angelehnt. Ich gebe zu, ich kenne mich zu wenig mit japanischer Kultur aus, um zu bewerten, wie nah diese umgesetzt wurde, aber die Welt ist auf jeden Fall an sie und vor allem auch an japanische Mythologie angelehnt. Ich fand das World Building sehr cool, und bin sehr gespannt darauf, in den Folgebänden mehr über die Götter, Dämonen und yokai zu erfahren.

    Am Anfang hatte ich Probleme, in die Geschichte reinzukommen, was daran lag, dass das erste Kapitel in der dritten Person aus einer ganz anderen Perspektive erzählt wird, dann fand ich mich plötzlich bei Yumenko wieder, und dann wechseln sie und Tatsumi ab, allerdings erzählen beide aus der Ich-Perspektive und der Wechsel wird nicht kenntlich gemacht. Somit war ich erst mal verwirrt, bis ich herausgefunden habe, dass in der Regel ein Kapitelwechsel auch einen Sichtwechsel bedeutet.

    Ich mochte Yumenko als Protagonistin sehr gerne und fand auch ihre Charakterisierung sehr gelungen. Kistunen können sich in Füchse verwandeln und sind bekannt für ihre Streiche. Yumenko ist als Waise bei den Mönchen aufgewachsen, die stets versucht haben, sie so menschlich wie möglich zu erziehen. Sie ist einerseits ein sechzehnjähriges Mädchen, ein wenig naiv - ohne dass ich das jemals als anstrengend empfunden hätte, da sie schnell lernt und sich meist gut zurechtfindet - und ohne viel Wissen von der Welt. Sie hat jedoch die Lehren der Mönche internalisiert, was sie auch zu einem sehr mitfühlenden, empathischen Charakter macht und ihr zwischendurch fast weise Züge verleiht.

    Auf der anderen Seite zeigt sich aber auch als fester Teil ihres Charakters, dass sie eben eine Kitsune ist. Sie spielt anderen Menschen - bis dato vor allem den Mönchen - unheimlich gerne Streiche, ohne dass sie es jemals böse meint. Und das wirkt nicht erzwungen oder konstruiert, sondern ganz selbstverständlich wie ein Teil ihres Charakters, was ich toll umgesetzt fand - und was außerdem unterhaltsam ist. Auch in der manchmal leicht spielerischen Weise, in der sie redet, in ihrer stetigen Neugier und schnellen Begeisterungsfähigkeit spiegelt sich das wider.

    Aber auch Tatsumi ist ein interessanter Charakter, der dazu erzogen wurde, keine Emotionen zuzulassen, weil das dem Dämon die Macht geben würde, Besitz von ihm zu ergreifen, und der sich nur als Waffe sieht, die Befehle ausführt. Ich mochte die Dynamik zwischen den beiden.
    Am Anfang dachte ich noch, okay, ein weiterer düsterer Typ in einem Young Adult-Fantasy-Roman, der keine Gefühle zulässt, aber letztendlich fand ich das auch richtig gut umgesetzt. Denn Yumenko wird ihm nicht als unterlegen dargestellt, weil sie Gefühle zeigt, stattdessen wird das wertgeschätzt und als erstrebenswert und positiv dargestellt. So tut er ihr leid, weil er keine Emotionen zeigt und sie hinterfragt das, zeigt ihm, wie schön Sanftheit und Freundlichkeit sein können, und das war einfach auch mal eine sehr gesunde und schöne Annäherung an dieses Thema.

    Und ansonsten mochte ich auch die Liebesgeschichte sehr gerne, weil sie sich sehr langsam entwickelt - genaugenommen passiert in diesem ersten Teil noch nicht wirklich was, und ich liebe es, wenn sich sowas langsam entwickelt.
    Nachdem ich meine Einstiegsschwierigkeiten überwunden hatte, erwies sich das Buch als sehr fesselnd und durchgehend spannend. Nicht alle war unvorhersehbar, dennoch hatte ich viel Spaß beim Lesen, woran auch die häufige Action ihren Anteil hatte. Und der Plot ist auf jeden Fall sehr faszinierend, sodass ich schon sehr gespannt bin, wie sich das in den Fortsetzungen weiter entwickeln wird. Dabei steht auch immer die Frage, wem man wie weit trauen kann, im Raum. Wenn ihr Lust auf ein spannendes, unterhaltsames Fantasyabenteuer mit einem interessanten World Building und einem coolen Plot habt, seid ihr hier auf jeden Fall richtig.

    Fazit: Ein super faszinierendes World Building, das an die japanische Mythologie und Kultur angelehnt ist, bietet den Schauplatz für einen spannenden Plot mit einer sehr gut charakterisierten, sehr sympathischen Protagonistin und einem ebenfalls sehr tiefgründigen Protagonisten, dessen fehlende Empathie auf sehr schöne Weise hinterfragt wird. Eine sich langsam entwickelnde Liebesgeschichte, coole Actionszenen und eine Prise Sarkasmus trugen außerdem bei, dass ich Spaß am Lesen hatte und gespannt auf die Fortsetzungen bin!



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    Cover des Buches La Passe-miroir (Tome 1-Les Fiancés de l'hiver) (ISBN: 9782070653768)

    Bewertung zu "La Passe-miroir (Tome 1-Les Fiancés de l'hiver)" von Christelle Dabos

    La Passe-miroir (Tome 1-Les Fiancés de l'hiver)
    Weltentraeumerinvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ungewöhnliche und erfrischend andere Erzählweise mit einem faszinierenden World Building und unüblichen, vielschichtigen Charakteren!
    Ungewöhnliche und erfrischend andere Erzählweise

    Ich fand die Wortwahl sehr schön und der feine Humor konnte ich mich zudem immer mal wieder zum Grinsen bringen. Das World Building mutet manchmal ein wenig märchenhaft an. Lebendige Objekte, wie zum Beispiel Ophélies Schal, aber auch die Welt des Pols, die ihr gerne gemeinsam mit Ophélie entdecken dürft, haben etwas Magisches. Auf jeden Fall ist es eine extrem faszinierende und definitiv ungewöhnliche Welt, die ich gerne entdeckt habe, und ich bin gespannt darauf, in den Folgebänden mehr darüber zu erfahren.

    Ich hatte das Gefühl, dass die Geschichte sich viel Zeit nimmt, um die Handlung ins Rollen zu kriegen. Als Leser*innen lernen wir Ophélie kennen, erleben ihre Abneigung gegen die geplante Heirat und überhaupt entwickelt sich alles erst nach und nach.
    Aber während ich das Buch anfangs noch problemlos beiseitelegen konnte, merkte ich nach etwa einem Drittel, wie es mich plötzlich zu fesseln begann, und ab der Hälfte fiel es mir schwer, das Buch beiseite zu legen. Die Handlung nahm an Fahrt auf und damit auch an Spannung - das Durchhalten am Anfang lohnt sich, denn am Ende hing ich gefesselt an den Seiten.

    Was ich an dem Buch auch mochte, war die eher ungewöhnliche Erzählweise. Weder die Protagonistin noch Thorn sind klassisch schön, was ich als unüblich empfunden habe, und ich mochte Ophélie sehr gerne. Sie ist unscheinbar, spricht meist nur leise und undeutlich und versteckt sich hinter ihrem Schal und ihren Brillengläsern, die die Farbe ihrer Stimmung annehmen. Das mochte ich übrigens auch, die Einbindung dieser Brille - inklusive beschlagener Gläser und verschwommener Sicht, wenn Ophélie gezwungen wird, sie abzunehmen, was ich als sehr authentisch empfunden habe.

    Ich mochte es, wie Ophélie von Anfang an ihre innere Stärke entdeckt und beschließt, sich nicht unterkriegen zu lassen. Sie ist entschlossen, eigenständige Entscheidungen zu treffen und eine gewisse Selbstständigkeit und Handlungsmacht zu suchen, statt sich einfach in die Rolle der fügsamen Ehefrau zu drängen, und ich mochte die Entwicklung, die sie dahingehend im Verlaufe der Handlung durchläuft.
    Und ich mochte das gerade deshalb, weil es eben keine physische Stärke ist, sondern schlicht und ergreifend der Wille, zu sich selbst zu stehen und sich nicht unterkriegen zu lassen, was sie zu einem beeindruckenden Charakter macht.

    Darüber hinaus habe ich sie übrigens irgendwo auf dem asexuellen bzw. aromantischen Spektrum gelesen. Obwohl in diesem Buch sehr wenig in die Richtung einer Liebesgeschichte geschieht, ahne ich zwar, dass sich das ändern wird, würde aber trotzdem davon ausgehen, dass Ophélie mindestens demi ist, und bin ein bisschen gespannt, ob und wie sich das weiter äußert.

    Hinzu kommt die generell ungewöhnliche Erzählweise, denn wer jetzt mit Thorn einen heißen Adeligen erwartet, dessen harte Schale die Protagonistin knackt, um dann glücklich verliebt die Heirat zu vollziehen, ist fehl am Platz. Es ist eine Zweckheirat, Thorn ist nicht klassisch schön und die Handlung fokussiert sich auf andere Dinge, was ich super erfrischend fand. Überhaupt konnte sie mich immer wieder überraschen, da ich sie auch als relativ unvorhersehbar empfunden habe - gerade weil sie von bekannten Erzählmustern abweicht.

    Dabei sind auch die Charaktere sehr faszinierend, gerade weil bei vielen die Grenze zwischen Gut und Böse verschwimmt und man sich auch als Leser*in nie so ganz im Klaren darüber ist, wem man trauen kann. Ich hoffe darauf, viele davon in den Fortsetzungen weiter kennenzulernen, gerade die, über die man bisher weniger erfahren hat - Potenzial ist auf jeden Fall eine Menge da!

    Fazit: Ungewöhnliche und erfrischend andere Erzählweise mit einem faszinierenden, ebenso außergewöhnlichen World Building und unüblichen, vielschichtigen Charakteren. Die Handlung braucht ein wenig, um ins Rollen zu kommen, weiß dann aber definitiv zu fesseln und zu überraschen. Die unscheinbar wirkende Protagonistin überzeugt mit innerer Stärke, in dem sie sich nicht unterkriegen lässt und zu sich selbst steht. Insgesamt ein vielversprechender Auftakt mit viel Potenzial für die Fortsetzungen!



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    Cover des Buches Sorcery of Thorns (ISBN: 9781481497619)

    Bewertung zu "Sorcery of Thorns" von Margaret Rogerson

    Sorcery of Thorns
    Weltentraeumerinvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Magie, lebende Bücher, tolle Charaktere, wundervolle Dialoge und eine geniale Liebesgeschichte - definitiv ein Jahreshighlight!
    Magie, lebendige Bücher und einfach eine tolle Geschichte!

    Ich brauchte ein paar Seiten, um in die Geschichte reinzukommen und hatte schon Angst, nicht mit diesem Buch zurechtzukommen, aber nach ein paar Seiten war ich nur noch verliebt.
    So verliebt, dass ich am Ende fast traurig war, dass es sich nur um einen Einzelband handelt, obwohl die Geschichte absolut gelungen zum Abschluss geführt wird, nicht zu kurz wirkt und absolut stimmig ist. Einfach, weil ich traurig war, die Charaktere nicht wiederzusehen. Aber eins nach dem anderen.

    Fangen wir doch erst mal an mit dem World Building. Die Autorin verrennt sich nicht in einem ausufernden Weltenkonzept und bei einem Einzelband kann dieses natürlich nicht herausragend kompliziert werden, von daher fand ich die gewählte Tiefe perfekt. Sie erschafft eine faszinierende High Fantasy-Welt, die nicht mittelalterlich ist, sondern schon ein paar technische Errungenschaften aufweist, mit einem ziemlich coolen Magiesystem. (Und mit lebendigen Büchern!)

    Die Atmosphäre ist dabei durchweg eher düster, gleichzeitig konnte ich mich nur schwerlich von dem Buch losreißen, tauchte ganz ein in die fremde Welt und vermisste sie schmerzlich, als ich das Buch irgendwann beendete.
    Action und Spannung sind stets präsent, sodass es nie wirklich langweilig wird, im Gegenteil. Dass der Aufbau des Spannungsbogens dabei nicht neu ist, störte mich nicht im Geringsten, zumal ich die Wege, die die Handlung dann einschlug, selten erahnen konnte.

    Daneben bin ich einfach nur super verliebt in die Charaktere. Elisabeth ist eine tolle Protagonistin. Sie ist in der Bibliothek aufgewachsen, liebt Bücher über alles und kann mit dem Schwert kämpfen. Sie ist manchmal etwas neugierig und handelt etwas impulsiv, ist aber gleichzeitig entschlossen und mutig und war mir insgesamt absolut sympathisch.

    Ansonsten konzentriert sich die Handlung auf einige wenige Charaktere, aber wow, ich liebe Nathaniel. Wegen der Tiefe und vor allem wegen des Sarkasmus. Auch faszinierend fand ich eine andere relevante Figur. Und Elisabeths beste Freundin war mir auch sehr sympathisch. Und was ich sehr cool fand, war, dass ganz selbstverständlich eingeflochten wurde, dass ein Charakter bisexuell und einer aromantisch ist.
    Ich gebe zu, die Motivation der*des Antagonist*in fand ich eher weniger nachvollziehbar und ein bisschen platt, aber hey, bei dem Rest kann ich da problemlos drüber hinwegsehen.

    Vor allem habe ich diese unglaublich coolen Dialoge geliebt, die allein schon unheimlich viel dazu beigetragen haben, dass ich so viel Spaß am Lesen hatte. Die Dialoge sind wundervoll.
    Oh, und ich habe die Liebesgeschichte geliebt. Was ich dabei vor allem toll fand, war, dass sich die beiden absolut auf Augenhöhe begegnet sind. Ich habe niemanden als stärker oder schwächer wahrgenommen, stattdessen sind sie respektvoll miteinander umgegangen und ... ich kann gar nicht ausdrücken, wie sehr ich diese Beziehung geliebt habe.

    Schon während des Lesens wollte ich eigentlich gar nicht, dass diese Geschichte jemals endet, aber sie hat es getan, und am liebsten würde ich dieses Buch wieder und wieder lesen. Magie, lebende Bücher, tolle Charaktere, wundervolle Dialoge und eine geniale Liebesgeschichte - was will man mehr?

    Fazit: Eine coole Welt mit Magie und lebendigen Büchern, eine mutige und entschlossen handelnde, sehr sympathische Protagonistin, eine spannende Handlung, wundervolle Dialoge und eine unglaublich tolle Liebesgeschichte auf Augenhöhe - definitiv ein Jahreshighlight!

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