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WinfriedStanzick

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    Cover des Buches Die Weihnachtsgeschichte9783649627678

    Bewertung zu "Die Weihnachtsgeschichte" von Wasyl Bagdaschwili

    Die Weihnachtsgeschichte
    WinfriedStanzickvor 7 Monaten
    Das großzügig in Ganzleinen gebunden Bilderbuch eignet sich hervorragend als Geschenk für Kinder



    Mit wunderbaren reich mit Gold verzierten Bildern hat Wasyl Bagdaschwili die biblische Weihnachtsgeschichte illustriert für das hier vorliegende Bilderbuch des Coppenrath Verlags, der schon lange unter anderem religiöse Kinderbücher verlegt.


    Der unbekannte Erzähler hat die Überlieferung der Weihnachtsgeschichte nach Lukas und Matthäus sehr kindgerecht nacherzählt.  Die Szene, als der Engel den Hirten auf dem Feld die frohe Botschaft übermittelt, ist durch aufklappbare Seiten zum inhaltlichen und auch zum künstlerischen Mittelpunkt des Buches gemacht worden, was ich für sehr gelungen halte.


    Das großzügig in Ganzleinen gebunden Bilderbuch eignet sich hervorragend als Geschenk für Kinder ab etwa drei Jahren. Die Bedeutung des erzählten Geschehens ist allerdings auf der letzten Seite auf die Worte „dass der Heiland der Welt geboren war“ beschränkt. Hier wären gerade auch angesichts des oft fehlenden biblischen Wissens in vielen Familien weitere kindgerechte theologische Erklärungen sinnvoll gewesen.


    Dennoch ragt das Buch unter den vielen als Bilderbuch publizierten Weihnachtsgeschichte vor allem durch seine beeindruckenden Illustrationen heraus.

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    Cover des Buches Kuckuck, wer bist du?9783845833590

    Bewertung zu "Kuckuck, wer bist du?" von Yayo Kawamura

    Kuckuck, wer bist du?
    WinfriedStanzickvor 7 Monaten
    Eine schöne Interpretation eines alten Kinderspiels



    Alle Kinder lieben es, wenn man mit ihnen das seit Generationen beliebte Versteckspiel „Kuckuck“ spielt, sich kurz wegdreht oder hinter etwas verbirgt, um dann mit einem lauten „Kuckuck“ wieder aufzutauchen.


    Das hier vorliegende kleine und handliche Bilderbuch für kleine Kinder ab etwa 18 Monaten ist eine schöne Variante dieses beliebten Spiels.


    Auf der linken Seite des Buches wird insgesamt acht Mal gefragt. „Kuckuck, wer bist du?“ Ein Guckloch auf der rechten Seite zeigt die Umrisse des zu erratenden Tieres. Wenn die Kinder dann umblättern – geraten oder nicht, finden sie die richtige Lösung der Aufgabe in einem Bild des gefragten Tieres.


    Und so sollen geraten werden der Eisbär, die Giraffe, ein Chamäleon, ein Hase, ein Esel, Marienkäfer, Wale (sehr schwer!) und ein Pfau.


    Nach mehrmaligen Versuchen, werden sich Kinder alle Tiere gemerkt haben, und dann noch lange große Freude daran haben, sie immer wieder zu erraten.


    Eine schöne Interpretation eines alten Kinderspiels.

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    Cover des Buches Fliege fort, fliege fort9783552064034

    Bewertung zu "Fliege fort, fliege fort" von Paulus Hochgatterer

    Fliege fort, fliege fort
    WinfriedStanzickvor 7 Monaten
    Ein großer Roman mit beeindruckenden Figuren



    Schon in seinen beiden hervorragenden Romanen „Die Süße des Lebens“(2006) und  „Das Matratzenhaus“ (2010) hatte der in Wien lebende und dort als Kinderpsychiater arbeitende Schriftsteller Paulus Hochgatterer ein Ermittlerduo vorgestellt, wie es unterschiedlicher nicht sein könnte.


    Da ist zum einen Raffael Horn, ein in einer Klinik arbeitender Kinderpsychiater. In diese Person und ihre Ansichten politischer und psychologischer Natur hat Hochgatterer vermutlich sehr viel Eigenes hineingelegt. Horn schaut ohne Illusionen auf sein Leben und seine Tätigkeit:

    „Das Leben geht immer schlecht aus. Als Psychiater bin ich in Wahrheit mit nichts anderem beschäftigt als damit, den Menschen vorzumachen, dass es nicht so ist. Ich bin ein Gaukler, dachte er. Dass das Leben immer schlecht ausgeht, ist Grund genug, verrückt zu werden oder sich aufzuschneiden oder sich Heroin in die Venen zu hauen, aber das darfst du nicht laut sagen.“ („Die Süße des Lebens“)


    Dabei wird er nie zynisch, sondern er trägt zutiefst menschliche Züge, sowohl in seinen beruflichen, als auch in seinen privaten Beziehungen. Er macht sich keine Illusionen, nicht über die Politik seines Heimatlandes Österreich und der Notablen seiner Stadt Furth , in die er nach seiner Facharztausbildung in Wien zusammen mit seiner Frau gezogen ist, und auch nicht über seine Beziehung zu seinen Kindern.


    Zum anderen ist Teil des Duos der Kriminalkommissar Ludwig Kovacs, der, geschieden, in einer lockeren, von seiner Seite aus hauptsächlich sexuell orientierten Beziehung mit Marlene, der Betreiberin eines Secondhand-Shops lebt, mit der er sich in der Regel einmal in der Woche zu einem Essen und anderen Bedürfnisbefriedigungen trifft. In seinen einsamen Nachtstunden blickt er durch ein Fernrohr in die Weite des Universums, und versucht dabei seine Gedanken und Gefühle zu ordnen.


    Beide sind mittlerweile älter geworden. Horn spricht oft laut aus, was er denkt und schlägt sich mit seinem renitenten Sohn Tobias herum, den Hochgatterer in den vielsträngigen Handlungsverlauf des Buches einbezogen hat, und Kovacs steht kurz vor seinem Ruhestand und lässt sich von nichts und niemand aus der Ruhe bringen


    Obwohl sie sich auch in diesem Buch nicht persönlich begegnen, sind Horn und Kovacs in ihren jeweiligen Tätigkeiten konfrontiert mit den gleichen Phänomenen, bei denen etliche ältere Menschen auf mysteriöse Weise zu erheblichem körperlichem Schaden kommen. Sie haben zunächst nur eines gemeinsam: sie schweigen eisern über den wirklichen Tathergang. 


    Unerklärlich scheinen all diese Vorkommnisse, die der Autor beschreibt. In Furth am See hat sich einiges geändert. In der sogenannten „Burg“, einem ausrangierten und halb verfallenen ehemaligen Kinderheim, hat der Staat ein Quartier für alle unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge des Landes eingerichtet, das nicht nur von der Bevölkerung, sondern auch von der Polizistin Petra Lindström, die zu dem Referat von Kovacs gehört, als „Lager“ bezeichnet wird. Es wird bewacht von einem privaten Sicherheitsdienst, schwarz gekleideten jungen Männern, die sich „Aktion 18“ nennen, ein klarer Hinweis auf die rechtsradikale Gesinnung dieser Truppe.


    Etliche dieser Flüchtlinge besuchen auch das örtliche Jugendzentrum „Come In“, in der aus dem ersten Roman bekannte Benediktinerpater Joseph Bauer in einem Betreuerteam mitarbeitet.


    All diese Menschen werden von Paulus Hochgatterer in eine Handlung eingeführt, in  der der Leser lange keine roten Faden sehen kann, sich aber an der meist in wunderbar formulierter indirekter Rede gehaltenen Sprache des Autors erfreut. Wie er die Personen in Horns und Kovacs jeweiligen Abteilungen beschreibt und ihre Beziehungen untereinander, steht in einem wohltuenden Gegensatz zu der dunklen und bedrohlich erscheinenden Welt, in der sie leben und ihren Dienst tun.


    Immer wieder in ihre privaten Angelegenheit involviert, die Hochgatterer sensibel und warmherzig beschreibt, versuchen sie die spärlichen Anhaltspunkte, die ihnen zur Verfügung stehen, miteinander zu verbinden. 


    Als dann noch ein Mädchen spurlos verschwindet, sind sie gezwungen, in eine ganz alte, offenbar längst vergangene Geschichte einzutauchen, die zu tun hat mit der „Burg“ und dem, was darin einst vor sich gegangen ist.


    Der Roman bietet Unterhaltung und Spannung auf einem sehr hohen sprachlichen und literarischen Niveau. In einer Danksagung nennt er seinen Roman „ein Buch über den Sieg der Imagination des Individuums über die Diktatur der gleichgerichteten Einigkeit.“


    Paulus Hochgatterer hat erneut vieles von dem, was ihn als politischen Zeitgenossen in Österreich bewegt und beschäftigt, sehr gelungen in seine beiden Hauptfiguren gelegt und einen offenen, den Leser teilweise verstörenden Roman geschrieben, in der er Verbrechen an Kindern thematisiert, die am Rande der Gesellschaft leben. Hochgatterer erzählt auch durch seine besondere Technik undramatisch, und erzielt beim Leser dadurch eine Wirkung, die ihn aufs Tiefste berührt.


    Ein großer Roman mit beeindruckenden Figuren.

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    Cover des Buches Der Kinderzug9783426282182

    Bewertung zu "Der Kinderzug" von Michaela Küpper

    Der Kinderzug
    WinfriedStanzickvor 7 Monaten
    Nach „Kaltenbruch“ ein weiterer anspruchsvoller Roman von Michaela Küpper



    Nachdem ihr erster Roman bei Droemer („Kaltenbruch“), ein Kriminalroman, der in der Nachkriegszeit der frühen Bundesrepublik spielte, ein großer Erfolg war, hat Michaela Küpper für ihren neuen Roman die in der Literatur bisher wenig beschriebene Institution der Kinderlandverschickung (KLV) der Nationalsozialisten recherchiert und in einer spannenden fiktiven Handlung beschrieben. 


    Die Hauptfigur des sensibel und atmosphärisch dicht erzählten Romans ist die junge Lehrerin Barbara Salzmann. Sie lebt in Essen, wo sie in einer Schule vor einiger Zeit angefangen hat zu unterrichten. Als im Sommer 1943 die Bombardierungen der Alliierten auch das Ruhrgebiet und Essen erreichen, wird Barbara beauftragt, eine Gruppe von Mädchen auf einer Kinderlandverschickung zu begleiten. Auch der Rektor ihrer Oberschule, Dr. Ritter, wird zusammen mit seiner Familie zu diesem Dienst verpflichtet. Drei Monate lang soll der Aufenthalt in einem Hotel auf der Ostseeinsel Usedom dauern, doch für Barbara und die meisten Mädchen werden lange Jahre bis nach dem Krieg daraus, dauerhaft getrennt von ihren Familien. Barbaras Freund Johann, ein Soldat, der kurz danach auch wieder zur Front muss, verabschiedet sie am Essener Bahnhof unter Tränen. Sie wissen nicht, ob sie sich angesichts der politischen Lage jemals wiedersehen werden.


    Das neue Heim der Mädchen erweist sich als angenehme Überraschung. Es gibt ausreichend und gut zu essen, und Barbara kann die Mädchen täglich unterrichten. In einem benachbarten Lager von Jungen geht es anders zu. Da werden die Jungs militärisch gedrillt und viele freuen sich schon auf ihren späteren Einsatz als Soldaten.


    Michaela Küpper treibt die sich über zwei lange Jahre hinziehende dramatische Handlung voran, in dem sie insgesamt vier Personen immer wieder von sich erzählen lässt, bzw. den Erzähler von ihnen. Da ist zunächst Barbara Salzmann selbst, deren Schicksal als junge Frau im Nationalsozialismus sozusagen das Zentrum des Romas bildet. Dann gibt es die kleine Edith, die mitverschickt wurde, obwohl sie eigentlich zu jung ist für die Gruppe. An ihrem Beispiel macht die Autorin deutlich, was es für kleinere Kinder bedeutete, so lange von zu Hause und den Eltern getrennt zu sein. Ihre ältere Schwester Gisela vertraut ihrem Tagebuch alles an, was sie erlebt. Und da ist Karl, dessen Schicksal die Autorin weiterverfolgt, auch nachdem beide Gruppen längst Usedom wieder verlassen haben und in unterschiedlichen Häusern quer durch das Deutsche Reich immer wieder nur für kurze Zeit unterkommen. Karl ist bei der HJ und ein glühender Anhänger Hitlers. 


    Die Geschichte, die erzählt wird, ist eine wahre Odyssee. Sie führt nicht nur die Lehrerin Barbara an ihre Grenzen, sondern auch die Kinder. Einzelne von ihnen muss Barbara im Lauf der langen Zeit Briefe mit Todesnachrichten naher Verwandter vorlesen und sie in ihrer unendlichen Trauer stützen, was sie jedes Mal an den Rand ihrer seelischen Kraft bringt.  Sie, die sich lange aus der Politik herauszuhalten versuchte, wird immer kritischer, als sie zunehmend mit den Methoden und Plänen der Nationalsozialisten konfrontiert wird. Als dann während des Aufenthaltes in einem der vielen wechselnden Unterkünfte, die ihr und ihren Mädchen Schutz bieten sollen, ein Mädchen verschwindet und ein polnischer Fremdarbeiter, der sich rührend um die Gruppe gekümmert hatte, nicht nur verdächtigt, sondern auf dem Marktplatz aufgehängt wird, da platzt ihr der Kragen und sie bietet den örtlichen NS-Funktionären die Stirn.


    Ein dramatisches Ende wird schon ganz zu Anfang des Buches beschrieben, nur kennt man da die Handlung noch nicht. Der Roman ist ein bewegendes Stück literarischer Zeitgeschichte. Er beschreibt sehr gut recherchiert auf dem historischen Hintergrund der wenig bekannt gewordenen Kinderlandverschickungen der Nazis das Schicksal einer immer stärker und mutiger werdenden Frau und am Beispiel einiger ausgewählter Kinderfiguren, wie der Krieg deren Kindheit geprägt und verformt hat.


    In einem Nachwort gibt die Autorin Aufschluss über ihre Recherchen und zitiert sie in diesem Zusammenhang auch Loki Schmidt, die selbst als Junglehrerin im Rahmen der KLV tätig gewesen ist.


    Durch die immer nach maximal zehn Seiten wechselnden Erzählperspektiven wird der Roman schnell zu einer spannenden, aber sehr bewegenden Lektüre, die dem Leser eine Geschichte der letzten Jahre des NS-Systems bis in die Zeit im September 1945 bietet, die er bisher wahrscheinlich nicht kannte.


    Nach „Kaltenbruch“ ein weiterer anspruchsvoller Roman von Michaela Küpper, der mich sehr gespannt auf ihr nächstes Buch warten lässt.





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    Cover des Buches Der Weg des Bogens9783257070910

    Bewertung zu "Der Weg des Bogens" von Paulo Coelho

    Der Weg des Bogens
    WinfriedStanzickvor 7 Monaten
    Ich halte dieses mir bis heute unbekannte Buch für das beste von Paulo Coelho



    Schon 2003 und dann wieder 2011 ist dieses kleine spirituelle Kleinod von Paulo Coelho auf Spanisch erschienen. 2017 hat, parallel zu einem Hörbuch, der Diogenes Verlag in Zürich die erste deutsche Buchausgabe seines vielleicht besten und tiefsten spirituellen Buches vorgelegt, das nun zwei Jahre später in einer speziellen Geschenkausgabe noch einmal verlegt wird.

    Es ist, eingebettet in eine kleine Geschichte, eine wunderbare und inspirierende Anleitung Coelhos über Ziele, wie man sich ihnen nähert, wie man sie verfolgt und erreicht und wie man sie wieder loslässt um sich dem nächsten zu widmen.  Dabei ist „Der Weg des Bogens“ und das Bogenschießen und seine Elemente ein Sinnbild für das ganze Leben, wie wir es leben und mit Sinn erfüllen. Es geht viel um Haltung, um die Überwindung von Schwierigkeiten, um Standfestigkeit, und den Mut, riskante Entscheidungen zu treffen.


    Es ist die Geschichte von Tsetsuya, der sich als bester Bogenschütze des Landes in ein abgelegenes Tal zurückgezogen hat und dort eine kleine Tischlerwerkstatt betreibt. Eines Tages bekommt er Besuch von einem anderen erfolgreichen Bogenschützen, der lange gesucht hat, bis er mit Hilfe eines Jungen Tsetsuya gefunden hat. Er will, sich mit ihm messen. Der nimmt die Herausforderung an und düpiert den ehrgeizigen Konkurrenten, der daraufhin abzieht, ohne dass er in die Kunst Tsetsuyas eingeführt worden wäre, wie er sich gewünscht hatte.


    Stattdessen erklärt der Tischler dem Jungen auf dessen Frage hin auf dem Heimweg den „Weg des Bogens“ Er spricht über die sogenannten Verbündeten, die jeder erfolgreichen Schütze haben müsse, über den Bigen, den Pfeil, das Ziel, die Haltung, wie man den Pfeil hält, wie man den Bogen hält, wie man die Sehen spannt, wie man auf das Ziel blickt. Er spricht über den Augenblick des Abschusses, über die Wiederholung, über den Flug des Pfeils und schließlich über den Schützen selbst.


    All diese Elemente stehen sinnbildlich für das gesamte Leben und jede einzelne Handlung in jedem einzelnen Leben. Coelho selbst hat dazu gesagt: „Ich habe diesen Text geschrieben, in dem Bogen, Pfeil und Ziel und Schütze Teil des gleichen Systems von Entwicklung und Herausforderung sind.“  

    Ich halte dieses mir bis heute unbekannte Buch für das beste von Paulo Coelho. Es kann und will immer wieder gelesen werden.

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    Cover des Buches Der Wanderer9783844531992

    Bewertung zu "Der Wanderer" von Luca D'Andrea

    Der Wanderer
    WinfriedStanzickvor 7 Monaten
    Was seine Stimme allerdings bewirkt: sie steigert die Spannung



    Mit dem neuen Thriller des Südtiroler Erfolgsautors Luca D`Andrea habe ich mich schwer getan. Zu verworren scheint zunächst die Handlung, zu unklar die ab der Mitte des Buches eingeführte geheimnisvolle Figur des „Wanderers“, die dem Buch seinen Titel gab.


    Das Buch spielt in Kreuzwirt, einem auf den ersten Blick beschaulichen kleinen Örtchen in Südtirol, an dem der Tourismus vor langer Zeit schon vorbeigegangen ist. Kreuzwirt entpuppt sich als ein Ort voller Geheimnisse und vielfältiger Seilschaften, in die der zunächst von der Handlung etwas verwirrte Leser im Laufe des Buches einen düsteren Einblick erhält.


    Als die junge, motorradbegeisterte Sybille eines Tages einen Brief ohne Absender erhält, befindet sich in ihm ein Bild ihrer toten Mutter. Vor über zwanzig Jahren war sie bei einem mysteriösen Unfall am See ums Leben gekommen, ein Unfall, der damals schnell als Selbstmord zu den Akten gelegt wurde.


    Irgendwer will Sybille mit diesem Hinweis zeigen, dass sich ihre Mutter damals eben nicht umgebracht hat, sondern dass sie ermordet wurde. Zusammen mit dem Schriftsteller Tony, der damals als junger Lokaljournalist über das Geschehen berichtete und der mit seinem riesigen Bernhardiner allein lebt, begibt sie sich auf eine spannende Reise in die Vergangenheit. Was ist da vor zwanzig Jahren wirklich geschehen, als man „die narrische Erika“, die anderen Menschen aus Tarotkarten die Zukunft gelesen hat und in Kreuzwirt keineswegs beliebt war, tot an dem abgelegenen Bergsee gefunden hat? Was hat es mit dem seltsamen Tarotzeichen  auf sich, das vom Bösen kündet?


    Die beiden, die im Laufe der Handlung durchaus Gefühle füreinander entwickeln, stoßen sehr schnell auf ein Geflecht aus Lügen, Eifersucht und Verrat. Da spielen Drogen eine Rolle, Okkultismus und immer wieder auch ein große Portion Wahnsinn, die der Leser erst einmal mehr oder weniger erfolgreich entwirren muss.


    Es stellt sich bald heraus, dass das Sonderbare und abgrundtief Geheimnisvolle an der ganzen Geschichte, die der Autor da entwickelt, auf eine schwer zu entschlüsselnde Weise mit der Geschichte der ganzen Dorfgemeinschaft selbst zusammenhängt. Die blockt alle Aufklärungsversuche rigoros ab und beginnt die beiden „Ermittler“ sogar zu bekämpfen.


    Der Autor lässt den Leser auf weiten Strecken im Unklaren, wer da auf welcher Seite steht. Teils verworrene Handlungsstränge und Gedanken hängen miteinander zusammen, oder etwa doch nicht?


    Mir ist es so gegangen, dass ich besonders nach langen Leseabschnitten stellenweise dachte, einen Faden der Lösung gefunden zu haben, nur um ihn bald nach einer längeren Lesepause wieder zu verlieren.


    Dennoch gelingt es dem Autor, seinen Leser bei der Stange zu halten, der unbedingt wissen will, was sich nun genau hinter all den Geheimnissen des Ortes verbirgt und vor allem, wie die bald eingeführte Figur des „Wanderers“ zu interpretieren ist.


    Die Lösung soll hier natürlich offen bleiben. Doch wenn man trotz der erwähnte Wirrungen tapfer am Buch bleibt, stellt sich ein ungewöhnlicher Leseeffekt ein, der den Leser nicht mehr loslassen will und der sehr viel mit der Sprache und dem Gesamtarrangement des Autors zu tun hat.


    Dennoch: seine  beiden ersten Bücher haben mir besser gefallen. Den für die Lektüre des neuen Buches nötigen Sinn für Esoterik besitze ich nicht.


    Daran konnte auch die hervorragende Einspielung des Romans in einer eicht gekürzten Fassung durch Matthias Koeberlin, die hier im Hörverlag als mp 3 erschienen ist, nichts ändern. Auch beim reinen Hören wurde mir die teilweise schwer verständliche Handlung nicht klarer und auch die dunkle Gestalt des „Wanderers“ hat sich mir nicht weiter entschlüsselt.


    Was seine Stimme allerdings bewirkt: sie steigert die Spannung, die das Buch und die Geschichte, die es erzählt, auszeichnet.





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    Cover des Buches Der Wanderer9783328600251

    Bewertung zu "Der Wanderer" von Luca D'Andrea

    Der Wanderer
    WinfriedStanzickvor 7 Monaten
    Seine beiden ersten Bücher haben mir besser gefallen



    Mit dem neuen Thriller des Südtiroler Erfolgsautors Luca D`Andrea habe ich mich schwer getan. Zu verworren scheint zunächst die Handlung, zu unklar die ab der Mitte des Buches eingeführte geheimnisvolle Figur des „Wanderers“, die dem Buch seinen Titel gab.


    Das Buch spielt in Kreuzwirt, einem auf den ersten Blick beschaulichen kleinen Örtchen in Südtirol, an dem der Tourismus vor langer Zeit schon vorbeigegangen ist. Kreuzwirt entpuppt sich als ein Ort voller Geheimnisse und vielfältiger Seilschaften, in die der zunächst von der Handlung etwas verwirrte Leser im Laufe des Buches einen düsteren Einblick erhält.


    Als die junge, motorradbegeisterte Sybille eines Tages einen Brief ohne Absender erhält, befindet sich in ihm ein Bild ihrer toten Mutter. Vor über zwanzig Jahren war sie bei einem mysteriösen Unfall am See ums Leben gekommen, ein Unfall, der damals schnell als Selbstmord zu den Akten gelegt wurde.


    Irgendwer will Sybille mit diesem Hinweis zeigen, dass sich ihre Mutter damals eben nicht umgebracht hat, sondern dass sie ermordet wurde. Zusammen mit dem Schriftsteller Tony, der damals als junger Lokaljournalist über das Geschehen berichtete und der mit seinem riesigen Bernhardiner allein lebt, begibt sie sich auf eine spannende Reise in die Vergangenheit. Was ist da vor zwanzig Jahren wirklich geschehen, als man „die narrische Erika“, die anderen Menschen aus Tarotkarten die Zukunft gelesen hat und in Kreuzwirt keineswegs beliebt war, tot an dem abgelegenen Bergsee gefunden hat? Was hat es mit dem seltsamen Tarotzeichen  auf sich, das vom Bösen kündet?


    Die beiden, die im Laufe der Handlung durchaus Gefühle füreinander entwickeln, stoßen sehr schnell auf ein Geflecht aus Lügen, Eifersucht und Verrat. Da spielen Drogen eine Rolle, Okkultismus und immer wieder auch ein große Portion Wahnsinn, die der Leser erst einmal mehr oder weniger erfolgreich entwirren muss.


    Es stellt sich bald heraus, dass das Sonderbare und abgrundtief Geheimnisvolle an der ganzen Geschichte, die der Autor da entwickelt, auf eine schwer zu entschlüsselnde Weise mit der Geschichte der ganzen Dorfgemeinschaft selbst zusammenhängt. Die blockt alle Aufklärungsversuche rigoros ab und beginnt die beiden „Ermittler“ sogar zu bekämpfen.


    Der Autor lässt den Leser auf weiten Strecken im Unklaren, wer da auf welcher Seite steht. Teils verworrene Handlungsstränge und Gedanken hängen miteinander zusammen, oder etwa doch nicht?


    Mir ist es so gegangen, dass ich besonders nach langen Leseabschnitten stellenweise dachte, einen Faden der Lösung gefunden zu haben, nur um ihn bald nach einer längeren Lesepause wieder zu verlieren.


    Dennoch gelingt es dem Autor, seinen Leser bei der Stange zu halten, der unbedingt wissen will, was sich nun genau hinter all den Geheimnissen des Ortes verbirgt und vor allem, wie die bald eingeführte Figur des „Wanderers“ zu interpretieren ist.


    Die Lösung soll hier natürlich offen bleiben. Doch wenn man trotz der erwähnte Wirrungen tapfer am Buch bleibt, stellt sich ein ungewöhnlicher Leseeffekt ein, der den Leser nicht mehr loslassen will und der sehr viel mit der Sprache und dem Gesamtarrangement des Autors zu tun hat.


    Dennoch: seine  beiden ersten Bücher haben mir besser gefallen. Den für die Lektüre des neuen Buches nötigen Sinn für Esoterik besitze ich nicht.




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    Cover des Buches Ole Winterwicht9783825152055

    Bewertung zu "Ole Winterwicht" von Daniela Drescher

    Ole Winterwicht
    WinfriedStanzickvor 7 Monaten
    Daniela Drescher liebt die Welt der Feen, Nixen und Wichtel

    Daniela Drescher, Ole Winterwicht, Urachhaus 2019, ISBN 978-3-8251-5205-5


    In kurzen zweizeiligen Reimen und mit zauberhaften Illustrationen erzählt die bekannte Bilderbuchautorin und Illustratorin Daniela Drescher (zuletzt hat sie das „Nebelmännle vom Bodensee“ illustriert) von dem kleinen Winterwichtel Ole.

    Tagsüber stapft er durch den tiefen Schnee und bringt den hungernden Tieren etwas zu fressen. Moos und Beeren für das Reh, Nüsse für die Maus und feines Gras für den Hasen.


    Wenn er fertig ist mit seiner segensreichen Arbeit geht Ole Winterwicht nach Hause in sein Wichtelhaus, kocht sich Brei und legt sich schlafen. Eine wunderbar bunte Patchworkdecke wärmt ihn dabei.


    Daniela Drescher liebt die Welt der Feen, Nixen und Wichtel. In schon vielen kleinen Bilderbüchern aus dem Urachhaus Verlag hat sie sie Kindern nahe gebracht. Und noch viele andere Bücher hat sie auf ihre unvergleichliche Art bebildert und ihnen ihren besonderen Charakter gegeben

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    Cover des Buches Mio war da!9783954702206

    Bewertung zu "Mio war da!" von Tanja Székessy

    Mio war da!
    WinfriedStanzickvor 7 Monaten
    Das empfehlenswerte Buch zeigt die Vielfalt der Lebensweisen um uns herum in eindrucksvollen Bildern



    In ihrem neuen Kinderbuch für Kinder, die gerade in die Schule gekommen sind, lässt Tanja Szekessy ein kleines Kuscheltier namens Mio erzählen.


    Mio ist ein kleiner Kuschelpinguin und gehört zur Klasse 1 d. Zur Klasse 1 d gehören 14 Kinder (eine wirklich kleine Klasse!), Frau Kippel, die Lehrerin, bei der die Kinder lesen, rechnen und schreiben lernen und Herr Macke, der die Lehrerin bei ihrer Arbeit unterstützt. Wären doch nur alle ersten Klassen so klein und so gut mit Personal ausgestattet!

    Und natürlich gehört auch das Klassenkuscheltier Mio dazu. Seine Aufgabe ist es zuzuhören, zu kuscheln und einfach da zu sein, wenn man ihn braucht.


    Alle Kinder sind seine Freunde. Und jedes von ihnen hat ihn schon einmal für eine Nacht mit nach Hause nehmen dürfen. Und von diesem vierzehn „Hausbesuchen“ erzählt Mio nun nacheinander. Zuerst ist er bei Helene. Sie hat zusammen mit ihrer kleineren Schwester den ganzen Nachmittag bis zum Abend mit ihm Musik gemacht und gesungen.


    Der Besuch bei Hugo konfrontiert ihn mit lauten, streitenden Eltern und laufenden Fernsehgeräten in allen Zimmern.


    Juli ist sehr schweigsam in der Schule und auch zu Hause, während ihre Mutter dauernd redet und Juli Hausaufgaben machen lässt, auch wenn sie gar keine aufhat.


    Marlon kann sich schon allein Essen machen und bei der lustigen Maya geht es in der Wohnung sehr trubelig zu


    Insgesamt 14 Kinder besucht Mio nacheinander zu Hause. Auf diese Weise lernt er und die das Buch betrachtenden Kinder ganz unterschiedliche Lebenswelten und Lebensschicksale von Kindern kennen. Mio erlebt fröhliche Abende, hat aber auch ganz andere, weniger schöne und angenehme Einblicke. Tanja Szekessy wertet und  urteilt nicht bei ihrer Beschreibung der vielen Lebenswelten. Doch ihre Texte und Illustrationen lassen staunen und laden zum darüber reden ein.


    Das empfehlenswerte Buch zeigt die Vielfalt der Lebensweisen um uns herum in eindrucksvollen Bildern voller Intimität verschiedener Famil

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    Cover des Buches Allmen und der Koi9783257070750

    Bewertung zu "Allmen und der Koi" von Martin Suter

    Allmen und der Koi
    WinfriedStanzickvor 7 Monaten
    Allmen schwächelt etwas



    Das hier vorliegende  Buch „Allmen und der Koi“  ist der mittlerweile sechste Band einer Serie von Martin Suter, einem extrem vielseitigen Schriftsteller. Johann Friedrich von Allmen ist eigentlich kein richtiger Adliger. Im letzten Buch erzählte er an einigen Stellen von seiner Kindheit auf einem Bauernhof. Doch irgendwie hat er es zu großem Reichtum gebracht, der ihm aber durch seinen aufwendigen und verschwenderischen Lebensstil immer wieder unter den Fingern zerrinnt. So musste er vor längerer Zeit schon seine große Villa verkaufen und sich ein lebenslanges Wohnrecht in dem zur Villa gehörenden Gartenhaus sichern.


    Dort lebt er auf relativ engem Raum zusammen mit seinem Diener Carlos, einem illegal in der Schweiz lebenden Guatemalteken und dessen Partnerin Maria. Carlos ist für Allmen unersetzbar und mittlerweile zum Teilhaber der Firma Allmen International Inquiries aufgestiegen, einer Agentur, deren Spezialität es ist, wertvolle Kunstgegenstände wieder zu beschaffen. Dass sie diese nicht selten vorher selbst auf unterschiedlich phantasievolle Weise entwendet und in ihren Besitz gebracht haben, ist unverzichtbarer Bestandteil des Geschäftsmodells der Firma.


    Im neuen Buch bekommt Allmens Firma einen ungewöhnlichen Auftrag. Dieses Mal ist es nicht ein Kunstgegenstand, der wieder zu beschaffen ist, sondern ein wertvoller Fisch. Allmen wird von einem ihm zunächst unbekannten Auftraggeber nach Ibiza auf dessen exklusives Anwesen gerufen. 


    Garrett, so heißt der reiche Auftraggeber, hat in seinem früheren Leben viele Aufnahmen bekannter Pop-Musiker produziert und sich nun in Ibiza zur Ruhe gesetzt. Kaum dort angekommen, wird Allmen an einen riesigen Teich geführt, wo ihn Garret erwartet. Er zeigt Allmen seine Sammlung wertvoller Kois. Der teuerste, so Garrett, sei vor kurzem aus dem Teich gestohlen worden. Und nun soll Allmen den über eine Million teuren Fisch wieder finden.


    Allmen und der schnell nachgereiste Carlos machen sich über Nacht kundig über alles, was man über Kois wissen kann und machen sich dann auf die Suche.


    Während ihrer Ermittlungen finden sie schnell Zutritt zu einer extrem abgeschirmten Welt einer superreichen High Society Ibizas und bekommen immer mehr Einblicke in eine sehr skurrile und extrem teure Sammelleidenschaft.


    Als Carlos während der Ermittlungen niedergeschlagen wird, dauert es nicht lange bis auch Maria auf der Insel erscheint. Zu dritt gelingt es ihnen, den Fisch wieder zu finden. Doch was sein Eigentümer Garrett dann am Ende mit diesem Fisch anstellt, ist nicht nur für Allmens Crew, sondern auch für den Leser, der bis dahin von Suters lockerem Sprachstil gut unterhalten wurde, absolut überraschend.


    Zum ersten Mal seit Suters Allmen die literarische Szene betreten hat, macht er sich in diesem sechsten Band zum ersten Mal mehrfach ernsthafte Gedanken über sein Alter. Er fragt sich, wie es in den kommenden Jahren mit seiner Wirkung auf das andere Geschlecht bestellt sein wird (auch in „Allmen und der Koi“ klappt das noch hervorragend!) und wie es mit seiner Gesundheit und körperlich en Fitness weiter geht. Wir werden erfahren, ob Suter seinen Allmen in den nächsten Bänden tatsächlich älter werden lässt.


    Suter gelingt es in jedem seiner bisherigen Allmen Bände, die Gesellschaft der Superreichen zu karikieren und immer mit einem Schluss aufzuwarten, der seine Leser gespannt auf den nächsten Band warten lässt.















    Martin Suter, Allmen und der Koi, Diogenes 2019, ISBN 978-3-257-07075-0


    Das hier vorliegende  Buch „Allmen und der Koi“  ist der mittlerweile sechste Band einer Serie von Martin Suter, einem extrem vielseitigen Schriftsteller. Johann Friedrich von Allmen ist eigentlich kein richtiger Adliger. Im letzten Buch erzählte er an einigen Stellen von seiner Kindheit auf einem Bauernhof. Doch irgendwie hat er es zu großem Reichtum gebracht, der ihm aber durch seinen aufwendigen und verschwenderischen Lebensstil immer wieder unter den Fingern zerrinnt. So musste er vor längerer Zeit schon seine große Villa verkaufen und sich ein lebenslanges Wohnrecht in dem zur Villa gehörenden Gartenhaus sichern.


    Dort lebt er auf relativ engem Raum zusammen mit seinem Diener Carlos, einem illegal in der Schweiz lebenden Guatemalteken und dessen Partnerin Maria. Carlos ist für Allmen unersetzbar und mittlerweile zum Teilhaber der Firma Allmen International Inquiries aufgestiegen, einer Agentur, deren Spezialität es ist, wertvolle Kunstgegenstände wieder zu beschaffen. Dass sie diese nicht selten vorher selbst auf unterschiedlich phantasievolle Weise entwendet und in ihren Besitz gebracht haben, ist unverzichtbarer Bestandteil des Geschäftsmodells der Firma.


    Im neuen Buch bekommt Allmens Firma einen ungewöhnlichen Auftrag. Dieses Mal ist es nicht ein Kunstgegenstand, der wieder zu beschaffen ist, sondern ein wertvoller Fisch. Allmen wird von einem ihm zunächst unbekannten Auftraggeber nach Ibiza auf dessen exklusives Anwesen gerufen. 


    Garrett, so heißt der reiche Auftraggeber, hat in seinem früheren Leben viele Aufnahmen bekannter Pop-Musiker produziert und sich nun in Ibiza zur Ruhe gesetzt. Kaum dort angekommen, wird Allmen an einen riesigen Teich geführt, wo ihn Garret erwartet. Er zeigt Allmen seine Sammlung wertvoller Kois. Der teuerste, so Garrett, sei vor kurzem aus dem Teich gestohlen worden. Und nun soll Allmen den über eine Million teuren Fisch wieder finden.


    Allmen und der schnell nachgereiste Carlos machen sich über Nacht kundig über alles, was man über Kois wissen kann und machen sich dann auf die Suche.


    Während ihrer Ermittlungen finden sie schnell Zutritt zu einer extrem abgeschirmten Welt einer superreichen High Society Ibizas und bekommen immer mehr Einblicke in eine sehr skurrile und extrem teure Sammelleidenschaft.


    Als Carlos während der Ermittlungen niedergeschlagen wird, dauert es nicht lange bis auch Maria auf der Insel erscheint. Zu dritt gelingt es ihnen, den Fisch wieder zu finden. Doch was sein Eigentümer Garrett dann am Ende mit diesem Fisch anstellt, ist nicht nur für Allmens Crew, sondern auch für den Leser, der bis dahin von Suters lockerem Sprachstil gut unterhalten wurde, absolut überraschend.


    Zum ersten Mal seit Suters Allmen die literarische Szene betreten hat, macht er sich in diesem sechsten Band zum ersten Mal mehrfach ernsthafte Gedanken über sein Alter. Er fragt sich, wie es in den kommenden Jahren mit seiner Wirkung auf das andere Geschlecht bestellt sein wird (auch in „Allmen und der Koi“ klappt das noch hervorragend!) und wie es mit seiner Gesundheit und körperlich en Fitness weiter geht. Wir werden erfahren, ob Suter seinen Allmen in den nächsten Bänden tatsächlich älter werden lässt.


    Suter gelingt es in jedem seiner bisherigen Allmen Bände, die Gesellschaft der Superreichen zu karikieren und immer mit einem Schluss aufzuwarten, der seine Leser gespannt auf den nächsten Band warten lässt.
















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