Wortbibliothekar

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Rezensionen und Bewertungen

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    Cover des Buches Candhun (ISBN: 9783749422630)

    Bewertung zu "Candhun" von Diana Klewinghaus

    Candhun
    Wortbibliothekarvor 4 Tagen
    Kurzmeinung: Spannender und Phantastischer Roman!
    Spannender und Phantastischer Roman!

    Meinung:
    Ich hatte das Vergnügen, die einzelnen Episoden bereits vorab zu lesen und fand die Handlung – wenn auch im Grunde nicht neu – sehr individuell. Für mich hebt sich Ella mit ihrer Persönlichkeit, ihrer Gabe und den Folgen des Rituals von vielen der Protagonistinnen der aktuellen Literatur ab. Sie ist stark und dennoch sehr verletzlich und zieht die Handlung eher passiv voran. Ihre Person ist interessant und besteht aus mehr als man auf den ersten Blick sieht.

    Auch die anderen Charaktere sind glaubwürdig und nachvollziehbar, mit ihren eigenen Geschichten geschrieben und ich hatte nicht einmal das Gefühl, bei einer Sicht Langeweile zu empfinden. Jeder hat seine eigenen Ambitionen und Gedanken und man wird nicht mit Eigenschaften bombardiert, diese formen sich nach und nach. Da sind Mauern, die langsam bröckeln und in Gegenwart der anderen an Bedeutung verlieren und schicksalhafte und prägende Vergangenheiten.

    Die Welt, die sich einem als Leser präsentiert, wirkt durchdacht, neu und schlicht phantastisch. Alles greift in den Konflikt über und hat eine Geschichte, die man gut und gerne nachvollziehen kann und will. Für mich, die gerne viel über die Geschichte einer Fantasy-Welt wissen will, ist der Informationsfluss innerhalb des ersten Bands sehr befriedigend. Die geschilderten Szenen sind bildlich und inhaltsreich geschildert, sodass man sich die Welt gut vorstellen kann und immer etwas Neues entdeckt.

    Die einzelnen Episoden beginnen recht seicht, langsam und konzentrieren sich sowohl auf Ella und die anderen Figuren und deren kleinere Probleme, entfalten aber nach und nach immer mehr Spannung und größere Herausforderungen, die die Welt betreffen. Die Handlungsstränge spalten sich teils auf, führen sich wieder zu einem und verlaufen auch nicht immer geradlinig.

    Mit dem Kampf Gut gegen Böse wurde das Rad nicht neu erfunden, aber die vielen kleinen Einzelheiten und neuen Ideen machen diesen Auftakt zur Reihe um Ella und ihre Freunde einzigartig.


    Fazit:
    Ich mag die Art der kurzen Episoden sehr gern, ein kurzer Snack für zwischendurch, eine kurze spannende Freitagnachmittagsliteratur. Das Konzept sagt mir sehr zu, da jede Episode etwas Neues bringt, neue Erkenntnisse, Handlungen oder Probleme. Es wird nie langweilig und eine Spannungskurve gibt es ebenso in jedem Abschnitt. Und ich kann mir auch vorstellen, dass dies als Sammlung im Taschenbuch gut funktioniert.

    Die Charaktere sind durchweg interessant und eigenständig und selbst die Nebencharaktere stecken voller Leben und Geschichten, die eine Welt füllen, die ebenso durchdacht und greifbar wirkt wie unsere.

    Der Kampf um Leben und Tod, zwischen Gut und Böse beginnt in Band eins erst, macht aber neugierig auf die nächsten Bände und bietet sehr viel Potential für neue Ideen und Individualität, welche die Autorin bereits jetzt mit viel Liebe zum Detail umsetzt.

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    Cover des Buches Der halbe Russ (ISBN: 9783426227282)

    Bewertung zu "Der halbe Russ" von Isolde Peter

    Der halbe Russ
    Wortbibliothekarvor 14 Tagen
    Kurzmeinung: Ein witziger Einstieg in eine Reihe, die noch deutlich Potential nach oben hat und mit einer Menge eigensinniger Charaktere herhalten kann.
    Ein witziger Einstieg in eine Krimi-Reihe

    Meinung:

    Mir gefiel die Art, wie Daisy denkt, nüchtern und eher distanziert. Generell empfand ich sie als Charakter mit ihrer Familie und ihrem Leben als stark. Daisy macht auf jeden Fall einen sehr großen Teil des Humors des Buches aus. Wie sie langsam eine Bindung zu dem Dackelwelpen Wastl aufbaut, den sie anfangs gar nicht will, ist ziemlich niedlich.

    Ebenso wie Daisy bemerkt man auch bei den anderen Charakteren eine eigene Persönlichkeit und Eigenheiten. Wie Sepps absolute Unfähigkeit, sich einen Namen zu merken, oder der Hang zum „Farbenfrohen“ der Frau Staatsanwältin. Immys gesunder Lebenstil. Das hat die Seiten mit Leben gefüllt.

    Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Auch als Nicht-Bayer kommt man mit den Phrasen und dem Dialekt gut mit. Es zieht einen auf jeden Fall in die Story hinein und man hat sofort das Gefühl, sich mitten in Bayern zu befinden.

    Womit ich ein Problem hatte, war der Spannungsbogen. Ich kann es nicht recht in Worte fassen, aber irgendwie wollte mich die Story nicht mitreißen, obwohl sie eine Menge Potential geboten hat. Es rücken immer wieder andere Sachen in den Vordergrund – Familie, Hochzeit, alte Bekannte -, sodass der eigentliche Fall ab einer gewissen Stelle nebenherschwimmt, ehe er wieder aus dem Hintergrund hervorkommt. Ich war mir nicht sicher, ob nicht vielleicht Daisys nüchterne Denkweise gerade das Ende arg „negativ“ beeinflusst hat und dort die Spannung der Situation nahm.


    Fazit:

    Mir gefallen die Charaktere und auch die Handlung, wie sich alles auf einer recht weltlichen Ebene bewegt hat. Es könnte gut ein Fall sein, der wirklich vor der Haustür passiert ist. Das mag ich an solchen Heimatkrimis immer sehr. Es muss nicht immer das Grauen auf der anderen Seite stehen. Allerdings kommt mir die Handlung zu schleppend in Bewegung und der eigentliche Fall neben der lieben Familie etwas zu kurz. Zum Ende hin steigert es sich zwar, aber das typische Krimifeeling wollte einfach nicht aufkommen. Was ich sehr schade finde, denn mitgezogen wird man auf jeden Fall. Denn der Humor und der Schreibstil nehmen einen mit und für mich sind beide Sachen das Highlight des Buches.

    Ein witziger Einstieg in eine Reihe, die noch deutlich Potential nach oben hat und mit einer Menge eigensinniger Charaktere herhalten kann. Ich bin neugierig, wie es weitergeht.


    Für mich 3,5 von 5 Sternen, aber da man keine halben Sterne geben kann und es der Auftakt ist, der sich einfach etwas entspannter entwickelt, mach ich 4/5. 

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    Cover des Buches Der Kreis des Blutes : Die Schatten des Krieges (ISBN: B07D1QFGWR)

    Bewertung zu "Der Kreis des Blutes : Die Schatten des Krieges" von Tobias Damaschke

    Der Kreis des Blutes : Die Schatten des Krieges
    Wortbibliothekarvor 18 Tagen
    Kurzmeinung: Für mich ein klasse Auftakt in eine Buchreihe, die noch viel Potential bietet.
    Für mich ein klasse Auftakt in eine Buchreihe, die noch viel Potential bietet.

    Positiv:

    Die Charaktere und die Welt finde ich sehr gut gelungen. Gerade die Welt hat eine Geschichte, die schon sehr viele Jahre zurückreicht und durchdacht und nachvollziehbar wiedergegeben wird. Es entpuppt sich nach und nach immer mehr, dass ein Konflikt in der Welt eingewoben ist, der sich hartnäckig hält und dessen Knoten nur darauf wartet zu platzen. Jeder Charakter für sich findet seinen Platz in diesem Konstrukt und hat seine eigenen Gedanken und Vorgehensweisen, um damit umzugehen. Insbesondere Tiroh habe ich mit seinen Gedanken und seinen Handlungen ins Herz geschlossen. Kämpferisch sicher keiner der besten, nutzt er lieber seinen Kopf und macht klar, warum er Oberst ist. Auf der anderen Seite steht Taron mit seiner unglaublich naiven Art, der in allem versucht das Positive zu sehen.

    Den Erzählstil empfand ich als sehr erfrischend. Die Vergangenheit der einzelnen Charaktere erfährt man durch viele Rückblenden und Erzählungen. Normalerweise bin ich kein Fan davon, etwas erzählt statt gezeigt zu bekommen, aber der Autor hat hier einen Pfad gefunden, der zwischen Erzählung und Erlebnis liegt. Es wird sich Zeit genommen, sodass die Szenen alle bildlich vor dem Auge des Lesers auftauchen, beinahe wie eine Innerungen vor den Augen der Figuren.  

    So verfolgt man die einzelnen Figuren auf ihrem Weg nach Taranis und zur Arena des Drachenturniers und erfährt Erlebnisse aus ihrer Vergangenheit, Erschreckendes und Lustiges, Prägbares und Verstörendes.


    Negativ:

    Ich muss zugeben, dass ich die Idee mit dem Namen und den Nachnamen sehr witzig finde, sie aber gerade zu Beginn zu Verwirrung geführt hat. Teils gleiche Nachnamen und dann noch ähnlich klingende Vornamen: Tiroh, Taron, Taisha, Tanja. Da waren Namen wie Levon eine Wohltat, um die Charaktere auseinander zu halten.

    Nira als Charakter fand ich persönlich unglaublich nervig. Zwar begrüße ich es, dass mal die kleine Schwester den Beschützer für den großen Bruder mimt, aber ihre Art ist nach 300 Seiten echt zum Augenrollen. Als würde ihre Persönlichkeit aus nichts Anderem bestehen, als daraus, ihren Bruder zu schützen. Man merkt deutlich, dass hier noch mehr ist und ich hoffe auf etwas mehr Vertrauen in das Können ihres Bruders in den Folgebänden.


    Fazit:

    Für mich ein klasse Auftakt in eine Buchreihe, die noch viel Potential hat, ordentlich Spannung mitzuführen und zu explodieren. Zwar baut der Spannungsbogen der Geschichte nur langsam und eher zum Ende hin auf, aber dadurch wird sowohl den Figuren als auch dem Leser die Zeit gegeben, die Welt zu verstehen und einen Platz in diesem Konflikt zu finden. Gerade am Ende fiel es dann doch schwer, das Buch aus den Händen zu legen. Nur muss im nächsten Band der Faden dringend aufgenommen werden, sodass die Spannung nicht wieder komplett abfällt.

    Die Namen haben mich anfangs doch stark verwirrt und es hat ein Weilchen gedauert, sie zuzuordnen, aber, das ausgeklammert, hat es unglaublich viel Spaß gemacht, das Buch zu lesen. Es gibt eine Menge Humor und die Figuren sind durchweg sympathisch. Taron mit seiner naiven Art und Nira mit ihrem verquerten Bruderkomplex nerven beim Lesen genauso wie sie einen zum Schmunzeln bringen. Tiroh ist ein starker Sympathieträger, mit Taisha, die noch etwas nebenher lief, hat man auf jeden Fall etwas Geheimnisvolles.

    Das Ende von Band eins verspricht ebenfalls viel für die nächsten Bücher der Reihe.

    Das Gespann im Allgemeinen gefällt mir sehr gut, da sich die Figuren in ihren Stärken und Schwächen ergänzen und in der Persönlichkeit alle trotz ähnlicher Ziele ein erfrischendes Maß an Individualität mitbringen.

    Ich werde mir die nächsten Teile bei Gelegenheit auf jeden Fall noch zu Gemüte ziehen.

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    Cover des Buches Milo und das Geheimnis von Polyrica (ISBN: 9783966987295)

    Bewertung zu "Milo und das Geheimnis von Polyrica" von Nicolas Mueller

    Milo und das Geheimnis von Polyrica
    Wortbibliothekarvor einem Monat
    Kurzmeinung: Der Handlung folgt man auch als jung gebliebener Erwachsener beinahe von allein.
    Der Handlung folgt man auch als jung gebliebener Erwachsener beinahe von allein.

    Als eine der wenigen mit der Ehre das Buch schon vor Release lesen zu dürfen, hier meine Meinung:

    Milo ist für mich ein sehr sympathischer und nachvollziehbarer Charakter. Seine am Anfang eher schüchterne Art, die lieber alles schweigend über sich ergehen lässt, und sich alles mit einem Tränchen im Augenwinkel gefallen lässt, weckt einen gewissen Beschützerinstinkt. Doch aus dem schüchternen Jungen wird nach und nach eine Persönlichkeit, die zu ihrer Meinung steht. Für mich war diese Entwicklung logisch und für ein Kinder-und Jugendbuch auch sehr gut nachvollziehbar geschildert.

    Auch die Nebencharaktere gefallen mir. Gerade mit Tidor wird eine Menge Sympathie aufgebaut und auch Rete und Nevis mag ich in ihren wenigen Auftritten und Charakterhandlungen. Eventuell hätte man diese noch etwas ausbauen können. Das gleiche gilt für Kara. Diese noch etwas mehr auszubauen, hätte es leichter gemacht, Milos Zuneigung ihr gegenüber zu verstehen. So kam diese für mich etwas aus dem Nichts, die Zuneigung scheint einfach da, nachdem Milo Kara einmal gesehen hat.

    Ich mochte die Beschreibungen sehr, die der Autor platziert hat. Nicht zu viel, um darin zu ertrinken, aber fein säuberlich gewählt, um sich die Szene gut vorstellen zu können. Auch Gedanken und Gefühle finde ich super geschildert. Wo jedoch am Anfang noch sehr viel beschrieben wurde und den Figuren sehr viel Zeit gelassen wird, sich zu entwickeln und zusammen zu finden, eskaliert das Ende für meinen Geschmack dann etwas zu schnell. Durchaus ist alles nachvollziehbar und es baut von Anfang an darauf auf, aber meinem Gefühl nach fehlt dem Ende etwas die „Zeit“. Das ist aber ein persönliches Gefühl. 

    Der Schreibstil ist aber generell eher rasch und hält sich nicht zu lange mit einer Sache auf. Dadurch passiert immer etwas und es wird nie langweilig. So wird die Spannung gut und beständig aufgebaut – von der ersten bis zur letzten Seite. Alles liest sich sehr flüssig und leicht, weshalb man sehr schnell und gut vorankommt.

    Auch die Welt, die dem Buch zugrunde liegt, gefällt mir prima. Hier hat man sich viele Gedanken gemacht und auch versucht, die Welt rund und voll wirken zu lassen. Es werden dem Leser viele Informationen mitgegeben, die teilweise geklärt werden, zu denen man sich aber selbst auch noch Gedanken machen muss, oder darf.

    Die Mission von Milo, wenn man sie so bezeichnen will, wurde meiner Meinung nach gut gewählt. Etwas eher Kleines, das eine große Auswirkung hat. Durchaus empfinde ich diese Aufgabe als etwas, das ein Junge in seinem Alter und seinen Fähigkeiten bewerkstelligen kann. Es muss nicht immer die Rettung der Welt sein, um den Leser mitzureißen und einen Spannungsbogen aufzubauen. Manchmal reicht auch ein Feuer.


    Fazit:

    Ich fand das Buch sehr interessant und stellenweise fiel es sehr schwer es aus der Hand zu legen. Der spannenden Handlung folgt man auch als jung gebliebener Erwachsener beinahe von allein. Man wird mitgezogen und entdeckt in der Welt immer wieder etwas Neues, das neugierig macht und von dem man gerne mehr wissen will.

    Die Hauptfigur ist sehr sympathisch und macht eine nachvollziehbare Veränderung durch. Man fühlt mit Milo mit und durch die vielen schönen Beschreibungen und Gedanken zur Welt hat man das Gefühl eine runde Sache gelesen zu haben.

    Die Ideen der Figuren sind zum größten Teil pfiffig und neben der Hauptfigur treiben auch andere Charaktere die Geschichte maßgeblich in eine bestimmte Richtung, was ich immer begrüße. Und am Ende wird man nochmal richtig überrascht und wird fürs Lesen mit einer für mich erwartet-unerwarteten Wendung belohnt.

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    Cover des Buches Die Traumkriegerin: Das Amulett der Zweiheit (ISBN: B08B1R1XHQ)

    Bewertung zu "Die Traumkriegerin: Das Amulett der Zweiheit" von Ava Cooper

    Die Traumkriegerin: Das Amulett der Zweiheit
    Wortbibliothekarvor einem Monat
    Kurzmeinung: Eine Leseempfehlung 2020!
    Trotz kleiner Schwächen ist das Buch für mich eine Leseempfehlung 2020!

    Positiv:
    Ich mochte die Gestaltung der Welt und den Aufbau der Traum- und Albtraumwelt sehr. Die Wesen wurden durchweg sehr gut erschaffen und mit vielen Details gezeichnet, sodass man ein schönes Bild von ihnen vor Augen hatte. Auch die Auswahl der Wesen hat mir gut gefallen. Hier wurden wohl bekannte Wesen mit Neuerschaffungen vermischt und boten eine große Vielfalt und das, was Fantasy zu weiten Teilen ausmachen sollte: Neuartigkeit.
    Talishas Charakter und ihre Zwiespältigkeit fand ich ebenfalls erfrischend. Zu Anfang nach naiv und eher unerfahren, merkt man ihr an, dass sie im Laufe des Buches immer stärker wird, sich mehr traut und mit der Albtraumwelt wächst und sich auch verändert. Immer wieder stehen sich auf diesem Weg Moral, Erziehung und Bestimmung gegenüber. Ein sehr gut geschriebener Charakter.
    Auch Krian und seine anfangs noch selbstgefällige und heimtückische Art gefallen mir gut. Sein Charakter ist glaubwürdig geschildert und es hat auf eine seltsame Art Spaß gemacht, aus seiner Sicht zu lesen. Ein starker Charakter, der es immer wieder schafft, seine Allianz beisammenzuhalten und bis zum Ende ein prima Anführer ist, dennoch einen weichen Kern besitzt, den er durch Talisha immer mehr entdeckt. Auch er kämpft mit einem Zwiespalt, bietet dabei den genauen Gegenpart zu Talisha.


    Negativ:
    Leider kommen andere Charaktere weniger gut weg. Ich hätte mir gewünscht, dass etwas von der Liebe, die in die Hauptcharaktere geflossen ist, auch die zahlreichen Nebencharaktere erreicht hätte. Diese sind alle durchaus sehr spannend, aber für meinen Geschmack wurde zu wenig aus ihnen gemacht. Sie kommen nur schwer auf eigene Ideen oder handeln wenig geistreich. Manchmal scheinen sie auch zu verschwinden. So hätte ich mir an der einen oder anderen Stelle eine Reaktion der Umgebung auf Geschehnisse oder Handlungen der Hauptcharakter gewünscht. Verwirrte Gesichter über einen Kuss, über sanfte Worte, einen Streit, oder auch nur mal eine Nachfrage. Talisha bewegt sich weite Teile des Buches durch ein Lager, das normalerweise vor Kriegern nur so wimmeln sollte, aber wird nicht einmal entdeckt, beobachtet oder es wird gefragt, wohin sie will. Dadurch wirkten die Figuren teils etwas blind und dümmlich.
    Dadurch wirken ihre Intrigen und Pläne immer etwas zu einfach. Sie geht mit Farac rein und wieder raus und das ohne gesehen zu werden. Ein oder zwei Auseinandersetzungen oder Ausreden hätte es an der Stelle etwas spannender gemacht.  


    Fazit:

    Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht das Buch zu lesen und ich kann es nur weiterempfehlen, für jeden, der gern Bücher mit Liebe und Vorurteilen liest und etwas lesen will, was sich vom Einheitsbrei aus Elben und Zwergen abhebt. Das Buch bietet eine interessante Handlung und viele neue Wesen, deren Wesenszüge zu entdecken viel Spaß bereitet hat. Auch wie sich die Gefühle zwischen Talisha und Krian langsam entwickeln und sie sich beide dagegen wehren, ist spannend. Auch wenn Krian Talisha zu Beginn nur als willkommene Abwechslung sieht und Talisha in ihm den Feind, wachsen sie zusammen.
    Die Welt und ihre Wesen und Völker ist für mich ein riesen Highlight. Man spürt beim Lesen die Arbeit und die Liebe, die von der Autorin auch in scheinbar unwichtige Details gesteckt wurden, die aber die Völker umso realistischer machen.
    Zum Ende des Buches habe ich einen gespaltenen Eindruck. Zum einen ist es genial geschrieben und umgesetzt, zum anderen zweifle ich etwas daran, dass nach allem, was sich aufgestaut hat, die Waffen so aufeinandertreffen würden. Für meinen persönlichen Geschmack geht es etwas zu schnell im Gegensatz dazu, was zuvor alles passiert, geschildert wurde und wie viel Zeit vergangen ist.


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    Cover des Buches Drahtzieher und Dunkelmänner (Band 1): Mit Schwert, Magie und dem Segen der Weberin (ISBN: B089T6ZPCL)

    Bewertung zu "Drahtzieher und Dunkelmänner (Band 1): Mit Schwert, Magie und dem Segen der Weberin" von Jürgen W.W. Modlich

    Drahtzieher und Dunkelmänner (Band 1): Mit Schwert, Magie und dem Segen der Weberin
    Wortbibliothekarvor einem Monat
    Kurzmeinung: Eine originelle Geschichte, die das "dezente" Infodump prima ausgleicht.
    Eine originelle Geschichte, die das "dezente" Infodump prima ausgleicht!

    Meinung:
    Mit Alrik habe ich einen absoluten Liebling in diesem Buch gefunden. Mit seinem Witz, seinen Gedanken und seinen Handlungen wurde er mir in der ersten Hälfte des Buches sehr sympathisch gemacht, weshalb ich nach dem Ende des Buches echt geplättet bin. Gerade dieser Zwiespalt zum Ende hin, gefällt mir super gut. Man fragt sich selbst, ob man noch Sympathie empfinden sollte. Alrik in seiner Person ist ein sehr starker Charakter, man fühlt mit ihm und erlebt sein Leben mit, spürt, wie ihn alle Ereignisse beeinflussen, formen und auch verändern. Aus dem abenteuerlustigen Burschen vom Anfang wird nach und nach ein berechneter Mann.

    Leider kommen dadurch alle Nebencharaktere etwas kurz. Gern hätte ich mir mehr Persönlichkeit für Pett, Lorenz (und die anderen Stadträte) gewünscht und auch für Trish und Det wäre mehr Charakter nicht schlecht gewesen, um mit Alrik mitfühlen zu können. Sie füllen die Welt und man baut durchaus eine Beziehung zu ihnen auf, da sie eigenständig agieren, Meinungen haben und Ideologien nachgehen, man spürt auch, dass immer wieder versucht wurde, die Beziehung zum Leser aufzubauen, gerade zu Max. Aber so recht greifbar werden sie nicht. Ich vermute, dass es daran liegt, dass die Interaktionen zwischen dem Haupt- und den Nebencharakteren ziemlich dünn ausfallen. Gerade zu Alia. Sie wird immer wieder erwähnt, aber man empfindet als Leser nicht die gleiche Sympathie für sie wie Alrik.

     Ich mag die Weitläufigkeit der Welt und der Geschichte sehr gern. Alrik macht sich um alles und jeden in der Welt Gedanken. Allerdings ist auch das ein Kritikpunkt. Man wird mit Erklärungen und Informationen zu Zaubern, Städten und Völkern/Vereinigungen gerade zu überschwemmt. Das sorgt für eine Menge Infos, die man erstmal aufnehmen, verarbeiten und im späteren Verlauf wiedergeben muss. Dadurch liest sich das Buch stellenweise etwas schwer. Ich persönlich hatte damit nicht die Probleme, da ich sehr gerne viel zu einer Welt wissen will und es auch mag, im Laufe der Handlung Bögen zu früheren Erwähnungen zu ziehen. Aber ich kann mir vorstellen, dass diese Menge an Infos einigen Lesern bitter aufstößt.

    Der Schreibstill mit seinem Witz und seiner Leichtigkeit macht das Lesen unglaublich leicht und man konnte sich dem Fluss gut hingeben.

    Es wird sehr viel Zeit mit dem Aufbau von Alrik und seinem Leben verbracht. Wodurch das Buch erst gegen Mitte wirklich losgeht und die eigentliche Handlung beginnt. Es wirkte etwas, als würde man plötzlich eine andere Geschichte zu lesen beginnen, da von Göttern vorher weniger die Rede war, und in der zweiten Hälfte werden sie plötzlich omnipräsent. Das war etwas verwirrend und ich war lange mit dem Gedanken beschäftigt, ob ich das gut finde. Vielleicht hätten die beiden Gottheiten und Völker zuvor schon einmal Erwähnung finden sollen. Zwar gibt es immer wieder Schläge zum Anfang und den dortigen Erkenntnissen, aber wirklich essentiell wirkt es dann erstmal nicht mehr. Gerade die Geschichte um die Grex Viator interessiert mich noch immer, wurde später aber nur noch mal in einem Nebensatz erwähnt.

    Dennoch hat man das Gefühl, dass alle Informationen immer noch ihren Sinn haben und später wiederkommen, weshalb ich den zweiten Band abwarte. Gerade, wenn man nach dem Ende das erste Kapitel nochmals liest, merkt man, dass alles ineinandergreift und vom Autor durchdacht wurde.


    Fazit:
    Das Buch ist mir sehr viel Witz und unglaublich vielen Anspielungen auf Spiele oder Filme – meine ersten Assoziationen waren WoW und Pen-&-Paper - gespickt und es hat sehr viel Spaß gemacht, Alrik auf seinem verworrenen Weg zu begleiten. Man bekommt eine durchdachte Welt mit einer Geschichte und vielen Details präsentiert. Gerade die Zauber und Städte und deren Vergangenheit wurde säuberlich ausgearbeitet. Allerdings war die Menge der Informationen an manchen Stellen etwas sehr viel – manchmal ist weniger doch mehr und vielleicht hätten einige Informationen gekürzt oder an anderer Stelle besser gepasst. Aber für mich persönlich ist das kein Negativpunkt. Ich mag Informationen und Gedanken zur Welt. Aber ich muss zugeben, dass gerade der Schreibstil es an diesen Stellen erleichtert hat, die Informationen auch aufzunehmen und zu verarbeiten. Er ist locker und mit viel Humor ausgestattet.

    Das Cover war für mich die ganze Zeit ein großer schwarzer Fleck im Augenwinkel. Eigentlich der größte des ganzen Buches. Zwar gibt das Cover sehr gut wieder, was im Buch passiert, aber im Gegensatz zu der ganzen Liebe zum Detail, die im Buch selbst steckt, wird das Cover dem absolut nicht gerecht. Und wäre ich nicht gebeten worden, das Buch zu lesen, ich wäre abgeschreckt gewesen und hätte nie reingeschaut, was wirklich schade gewesen wäre.

    Die Handlung ist für mich mal etwas Neues und ich bin noch immer etwas erschlagen vom Ende. Zu Beginn des Buches und des Abenteuers hätte man das Ende nie erwartet und auch von der Hauptfigur nicht gedacht. Eine Geschichte mal von der anderen Seite zu begleiten und die Sympathie dennoch zu erhalten, ist für mich erstaunlich und auf eine gewisse Art auch einzigartig, weil man es aufgrund der Vielzahl anderer Bücher und der Gewohnheit als ungewöhnlich erachtet.

    Die Nebenfiguren besitzen alle ein eigenes Leben und existieren nicht nur neben der Hauptfigur her, sie beeinflussen und leiten Alrik. Auch die Namen fand ich durchweg gut gewählt und spiegeln ebenfalls nicht den aktuell allgegenwärtigen Amerikanischen Einheitsbrei wieder.

    Für alle, die viele Informationen zu einer Welt haben und Hintergründe verstehen wollen, die Role-Play-Games mögen, eine ungewöhnliche Charakterentwicklung erleben wollen und denen ein langsamer Start in die Geschichte nicht ausmacht, die nicht bereits auf der ersten Seite sehen wollen, wie das Buch ausgeht, denen kann ich das Buch wirklich ans Herz legen.

    Mit hat es trotz seiner Schwächen sehr gut gefallen. Ich fand die Handlung originell und mag die Hauptfigur sehr gerne. Manchmal sind es kleinere Schwächen, die eine große Stärke ausmachen.  

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    Cover des Buches Das Schwert der Totengöttin (ISBN: 9783426524527)

    Bewertung zu "Das Schwert der Totengöttin" von Katharina V. Haderer

    Das Schwert der Totengöttin
    Wortbibliothekarvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ich bin froh, die Reihe entdeckt zu haben.
    Ich bin froh, die Reihe entdeckt zu haben.

    Positiv:
    Das Buch war für mich wirklich spannend. Es beginnt mit einer Art Ermittlung für Zejn, bei welcher der Leser bereits weiß, dass er bezüglich des Täters auf dem Holzweg ist und zu gern würde man ihn darauf hinweisen. Und während Zejn es scheinbar immer nur schlimmer macht, reiben sich andere Parteien die Hände. Es macht Spaß ihn dabei zu begleiten, wie er nach und nach durch die Windungen der Handlung steigt und beginnt Befehle und Anweisungen zu hinterfragen oder sogar zu brechen.

    Die Charaktere spielen dabei eine sehr große Rolle. Mirage mit ihrer Art hat mir von Anfang an gefallen und ihre spitze Zunge und ihre verschlossene aber gleichzeitig auch irgendwie weiche Persönlichkeit machen sie für mich zu einer greifbaren Figur. Und auch Zejn entwickelt sich im Laufe des ersten Bandes interessant und verbirgt mindestens genau so viel aus einer Vergangenheit wie auch Mirage. Mein Liebling ist aber Barthell, der mit seiner naiven, offenherzigen, aber auch seltsam klugen Art und viel Witz Zejn aus seinem Mauseloch zieht und ihm zeigt, dass man sich auch manchmal am System vorbeischmuggeln muss, um etwas zu erreichen.


    Negativ:
    Was mich die ganze Zeit sowohl verwirrt als auch irgendwie seltsam genervt hat, waren die französische Sprache der Figuren, teils ganze Sätze. Zwar hat mir das gezeigt, dass ich aus den drei Jahren Unterricht mehr behalten habe, als gedacht, aber irgendwie haben mich die Französischen Bezeichnungen und Wortfetzen mehr aus dem Lesefluss gerissen, als das sie zur Immersion beigetragen hätten.

    Auch dass die Rangbezeichnungen im Militär und die Anreden teils Französisch, teils Englisch, teils aber auch Deutsch sind und sogar aus den römischen Militärbezeichnungen kommen, empfand ich als verwirrend. Hier wurde eine schöne Fantasy-Welt erdacht und erschaffen, da hätten eigene Bezeichnungen sicher zum Fluss der Geschichte beigetragen. Oder zumindest eine Einheitlichkeit der Sprache wäre wünschenswert gewesen. So hat es mich leider jedes Mal etwas genervt und aus der Geschichte gerissen.


    Fazit:
    Ich muss zugeben, dass mich das Cover des Buches eindeutig zum Kauf angeregt hat. Das künstlerisch realistische Szenenbild mit dem Schwert hat mir von Anfang an super gefallen. Und ich bin froh, die Reihe entdeckt zu haben.

    Die Handlung ist durchaus interessant und bietet auch eine gewisse Spannung. Wenngleich diese mich noch nicht so sehr mitreißen konnte und ich Probleme hatte in Schreibstil und Geschichte hineinzukommen, hat mich das Buch dennoch an die Hand genommen, sodass ich die nächsten Bände definitiv auch noch lesen werde.

    Vor allem die Charaktere haben mir super gefallen und ich bin gespannt, was hier noch passieren wird.

    Einzig die verschiedenen Anreden und Rangbezeichnungen dämpfen für mich das Lesegefühl und waren zu Beginn äußerst verwirrend. Gerade auch, weil der Rest der Welt – zumindest den Teil, den man aktiv betritt – gut gezeichnet ist.  

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    Cover des Buches Die weiße Magierin: Kampf um Prelon (ISBN: 9783492502139)

    Bewertung zu "Die weiße Magierin: Kampf um Prelon" von Tatjana Karg

    Die weiße Magierin: Kampf um Prelon
    Wortbibliothekarvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Band 2 führt eine spannende Geschichte weiter!
    Band 2 führt eine spannende Geschichte mit vielen Intrigen weiter!

    Positiv:
    Vor allem gefallen hat mir die Entwicklung der Geschichte und die dauerhaft aufgebaute Spannung, die sich erst ziemlich zum Ende hin entlädt. Man erwartet alles und wird dennoch am Ende überrascht. Die Intrigen werden weitergespannt, sodass der Leser bis zum Schluss im Dunkelgrau tappt, wer nun welche Fäden in den Händen hält und wer was wie und mit wem plant. Man wird mit allerlei Andeutungen und Halbwahrheiten gefüttert, aber aufgrund der Vielschichtigkeit der Charaktere und deren Ambitionen ist es zu verdanken, dass man sich nie sicher ist, wer nun für wen kämpft, und welche Wahrheit eine Lüge ist. Kein Charakter ist einfach nur grundlos böse oder grundlos gut. Hinter scheinbar bösartigen Handlungen stecken teilweise gute Ideale und umgekehrt. Diese Graustufen, die weder Schwarz noch Weiß, weder Gut noch Böse sind, haben mir beim Lesen sehr gut gefallen.


    Und dennoch schafft es die Autorin am Ende Fragen zu lösen und zu einem logischen Konstrukt aufzubauen.


    Auch, dass Charaktere aus dem ersten Band wieder auftauchen und ebenfalls mitmischen, fand ich sehr gut. Gleichzeitig lernen wir jedoch auch neue Charaktere kennen, die man mehr oder weniger bereit ist in sein Herz zu schließen. . Die Welt wird mit jeder Seite bunter und verworrener und Freundschaften und Feindschaften gehen weit über die Grenzen von Prelon hinaus, was vermuten lässt, wohin ein zukünftiger Band noch reichen könnte.



    Negativ:
    Da man den namensgebenen Kampf um Prelon hauptsächlich durch Raels Augen erfährt, deren Geschichte sich aber zum größten Teil neben dem Kampfgeschehen abspielt, wirkt der Kampf weniger bedrohlich, bis gar nicht greifbar. Als Leser habe ich das Geschehen weniger als Gefahr wahrgenommen. Lediglich Schilderungen von Verletzten und kurze Abschnitte von Charakteren, die sich mittendrin befanden, machten deutlich, dass irgendwas passiert. Durch das eher Hintergründige hat mir der eine oder andere Schockmoment oder Erleichterungseffekt gefehlt, wenn etwas Übles passiert oder abgewendet wird. Dadurch wirken die Preloner etwas wie Pappfiguren, die von den Gegnern einfach nur weggeschnippt werden.


    Ohne dem Fokus auf dem Kampf hätte hier meiner Meinung nach mehr Emotionalität, mehr Gefühl bezüglich der Opfer aufkommen müssen.



    Fazit: 
    Band 2 schließt nahtlos an Band 1 an und führt meiner Meinung nach die spannende Geschichte um Rael sehr schön weiter. Man fiebert mit den Figuren mit und stellt Entscheidungen in Frage. Gleichzeitig hat man das Gefühl, als Leser mehr zu wissen als die Figuren, nur um zu merken, dass dies zwar stimmt, aber man im Grunde dennoch gar nichts weiß. Die Autorin versteht es hier prima, mit Feindbildern und den Überlegungen des Lesers zu spielen, nur um diese am Ende zu begraben und neu zu verteilen.


    Verrat, Intrige und die Vielschichtigkeit der Charaktere bilden weiterhin die große Stärke der Reihe. Man darf sich nie sicher fühlen.


    Einzig der fehlende Fokus auf dem eigentlichen Kampf und die damit verbundene Gleichgültigkeit, die man dem Ganzen entgegenbringt, haben für mich das ansonsten runde Bild etwas getrübt.


    Das Buch endet mit einem fiesen Cliffhanger, der mich auf einen Band 3 hoffen lässt, um ungeklärte Fragen zu klären.

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    Cover des Buches Wiederkehr der Götter - Der Schatten des Todes (ISBN: 9783492503471)

    Bewertung zu "Wiederkehr der Götter - Der Schatten des Todes" von P.J. Lehmann

    Wiederkehr der Götter - Der Schatten des Todes
    Wortbibliothekarvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ein sehr interessanter Einstieg in eine neue Buchreihe!
    Ein sehr interessanter Einstieg in eine neue Buchreihe!

    Positiv:
    Ich mag die Landschaftsbeschreibungen und die erschaffene Welt sehr. Man hat das Gefühl, in ein durchdachtes Konstrukt einzutauchen, dass mit Fantasyelementen gefüllt ist, sich aber stark an der früheren Rolle der Frau orientiert. Gerade der Aspekt der Frau als Machtinstrument zieht die ganze Geschichte und fügt sich nicht in den üblichen Zauber anderer Fantasy-Romane, was das Mittelalter betrifft. Dadurch entsteht eine gewisse Tragik, deren Sein man auch in der heutigen Zeit noch immer hinterfragen kann.

    Man spürt beim Lesen deutlich die Liebe zum Detail. Nicht nur die Reiche und Fürstenhäuser wurden kleinlichst ausgebaut. So wird nach und nach das Konstrukt der Welt und die Rolle der Fürsten, Könige und auch des Ritterordens als eine übergeordnete Judikative näher geschildert. Die Götter, welche einen sehr großen Teil des Glaubens der Figuren ausmachen und damit treibend zur Handlung beitragen, wurden in ihren Facetten gut ausgearbeitet; mit Ritualen, Tempeln und sogar Schriften und Zitaten. Das macht die ganze Welt greifbar und rund und man hat immer das Gefühl auf den knapp 560 Seiten etwas Neues zu entdecken.

    Die Charaktere sind tiefgründig und den Hauptfiguren Halvar und Iouna wird eine Menge Zeit eingeräumt, sich zu entfalten und ihrer Vergangenheit und damit ihrer gegenwärtigen Motivation einen Namen zu geben. Keiner von beiden scheint perfekt, hat seine Fehler und Selbstzweifel, was sie für mich unglaublich realistisch macht. Selbst die Nebencharaktere wirken lebendig und tragen auf ihre Weise zum Verlauf des Buches bei. Alles in allem erhält man so eine Geschichte, die nicht nur auf den Schultern der Protagonisten liegt, sondern auch von anderen Figuren maßgeblich mitgestaltet und getragen wird.

    Die Romantik zwischen den beiden Protagonisten entwickelt sich langsam und beginnt lediglich mit einer Freundschaft, aus welcher nur nach und nach mehr wird. Beide Zweifeln dabei an sich und an den Gefühlen des anderen. Es ist erfrischend mal nicht auf der ersten Seite schon mit der Beziehung konfrontiert zu werden und nach und nach in die Gefühlswelt der beiden einzutauchen und sie dann gedanklich aufeinander zuzuschieben, weil sie nicht merken, was der andere fühlt.

    Trotz seiner Ernsthaftigkeit enthält das Buch eine Menge Witz und gerade der Sarkasmus kommt nicht zu kurz. Was mir persönlich sehr gut gefällt und immer wieder zum Schmunzeln animiert hat. 


    Negativ:
    Ich mag viel Drumherum und freue mich, wenn Autoren ihren Figuren viel Raum für Selbstentwicklung lassen, die Welten beschrieben werden und man das Gefühl hat in ein durchdachtes Konstrukt einzutauchen. Allerdings zieht es dich dadurch Stellenweise doch etwas und man hat das Gefühl, handlungstechnisch nicht so recht voran zu kommen. So scheinen sich manche Gedanken mehrmals im Kreis zu drehen, was einerseits verständlich andererseits auf Dauer anstrengend zu lesen ist.

    Fazit: 
    Für mich ist das Buch eine absolute Leseempfehlung für alle, die gerne etwas mehr über eine Welt wissen wollen, die wollen, dass den Figuren viel Leben eingehaucht wird und die auch mal Romantasy zu lesen bereit sind, bei der auf der letzten Seite das letzte Wort noch nicht gesprochen wurde.

    Das Buch besticht, durch viel Gefühl und Zeit für seine Figuren, aber auch Spannung und durchaus mit der einen oder anderen unangenehmen Szene, gerade zum Ende hin. Auch, wenn ich bis heute nicht verstehe, warum Iouna am Ende nicht einfach mit zum Tempel ging und in dessen Nähe wartet, oder in dessen Nähe das Lager aufgeschlagen wird. Vielleicht werden wir es in Band 2 erfahren. 

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    Cover des Buches »Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten« und »Einladung zum Klassentreffen« (ISBN: 9783960084082)

    Bewertung zu "»Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten« und »Einladung zum Klassentreffen«" von Martin Schörle

    »Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten« und »Einladung zum Klassentreffen«
    Wortbibliothekarvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Warum nicht mal etwas anderes versuchen?
    Warum nicht mal etwas anderes versuchen?

    Meinung:
     Es war sehr erfrischend mal etwas Anderes zu lesen und da ich durchaus gerne im Theater bin und mich dort „berieseln“ lasse, ist der Griff zu einem Theaterstück vielleicht nicht der geläufigste, aber durchaus eine interessante Richtung.

    »Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten« fiel mir anfangs etwas schwer. An der einen oder anderen Stelle machten Schachtelsätze das Lesen nicht gerade einfach. Das führte dazu, dass ich manche Sätze mehrmals lesen musste, um den vollen Sinn zu verstehen. Dadurch zieht sich gerade der Anfang ziemlich in die Länge. Allerdings repräsentiert es auch Fredenbek als Charakter, der sich um alles Unnötige viel zu viele Gedanken macht und auch vom 100ersten ins 1000ste kommt.

    Wenn man sich die Zeit jedoch nimmt und sich in den Text eingelesen hat, macht es durchaus Spaß Fredenbeks Gedankensprüngen und seinen Vorstellungen zu folgen. Es ist ebenso verstörend, wie und worüber er sich Gedanken macht, wie auch witzig und interessant. Das Stück ließ mich auf jeden Fall das eine oder andere Mal schmunzeln.

    »Einladung zum Klassentreffen« ist in Dialogform gehalten und bietet einen erfrischenden Kontrast zum ersten Stück und den Monologen von Fredenbek. Nach und nach erfahren wir mehr über die Vergangenheit und das Erlebte der beiden Figuren und das Stück ist sowohl traurig als auch witzig. Wirklich mitreißen, konnte es mich nicht, aber zum Nachdenken hat es mich auf jeden Fall gebracht.

    Gut geschrieben sind beide Texte, mit viel Wortgewandtheit und charaktergetreu. Man merkt, dass sich der Autor hier viele Gedanken gemacht hat, gerade bei Wortwahl und Themen, die angesprochen werden.

    Die Zusammensetzung zwischen einem Monolog über Bürotätigkeiten auf der einen Seite und einer witzigen Liebestragik auf der anderen Seite finde ich ebenso gut gewählt. Es ergänzt sich gut.

    Fazit:  
    Ein Theaterstück zu lesen, ist auf jeden Fall nochmal etwas völlig anderes, anstatt es auf der Bühne zu präsentieren, oder es aus dem Publikum heraus mitzuverfolgen.
    Leider liest es sich anfangs etwas zäh und durch die vielen schachteligen Sätze war es schwer, dem zu folgen. Ich mag aber den Schreibstil sehr und auch die Idee dahinter und den Mut, sich an ein Theaterstück zu setzen. In nur wenig Text eine Botschaft zu übertragen, ist nicht leicht, aber vor allem mit dem zweiten Stück sehr gut gelungen und auch das Ende des ersten Stücks fand ich witzig und rückt den restlichen Monolog nochmal in ein anderes Licht.
    Der Text bietet für mich auf jeden Fall eine gute Grundlage für ein witziges Stück Bühnenkunst und was ein Theaterstück meiner Meinung nach machen sollte, wurde erreicht: nach dem Schluss über Bedeutung und Handlung nachdenken.
    Richtig umgehauen hat es mich nicht, aber ich finde, es lohnt sich mal etwas anderes zu versuchen und hier reinzulesen!

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    Junges Rezensionsteam auf der Suche nach gutem Lesestoff. Wir sind vor allem daran interessiert, Werke von neuen deutschen Autoren in die Hände zu bekommen. Unser Schwerpunkt liegt auf Fantasy, generell lesen wir jedoch alles.

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