_books_lara_

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    Cover des Buches Warrior Cats - Short Adventure - Tigerkralles Zorn (ISBN: 9783407755407)

    Bewertung zu "Warrior Cats - Short Adventure - Tigerkralles Zorn" von Erin Hunter

    Warrior Cats - Short Adventure - Tigerkralles Zorn
    _books_lara_vor 2 Tagen
    Kurzmeinung: Da hätte man so viel mehr draus machen können!
    Potenzial für ein Special Adventure

    Die Gestaltung

    Obwohl ich „Tigerclaw’s Fury“ in der Gesamtausgabe „Tales from the Clans“ habe, werde ich hier mal das Cover des E-Books bewerten. Ich finde tatsächlich, die deutschen Warrior Cats Ausgaben sind schöner als die englischen. Denn mal ganz ehrlich: Wen spricht dieses Cover bitte an? 

    Mir ist das Cover insgesamt einfach zu nichtssagend. Das Grün hat keinen Bezug zur Geschichte, aber wenigstens ist das Gesicht von Tigerkralle abgebildet. Was auch schon das einzige Interessante am ganzen Cover ist.

    Im Inneren ist die Gestaltung in Ordnung. Die Hierarchie ist natürlich wie immer ein Highlight in den Warriors-Büchern für mich. Keine Ahnung, aber irgendwie faszinieren mich die Hierarchien immer. Die Seiten sind leider sehr dünn und reißen schnell und man sieht den Text auf der anderen Seite durchscheinen. 


    Der Erzählstil

    Vielleicht kennt einer von euch ja noch meinen alten Blog, auf dem ich mehrere Warrior Cats Bücher rezensiert habe. Dieser existiert zwar nicht mehr, aber ich versuche mal ungefähr, erneut in Worte zu fassen, was ich an dem Schreibstil von den Erins so großartig finde.

    Zum einen finde ich es sehr altersgerecht geschrieben. Klar, es gibt einige schon sehr brutale Szenen, aber trotzdem würde ich nicht zögern, das Buch ab 10 Jahren zu empfehlen. Es kommt aber natürlich auch immer auf die Person an, wie zartbesaited sie ist. Dennoch bin ich der Meinung, dass die Bücher nicht nur etwas für Kinder und Jugendliche sind, denn es macht einfach Spaß, gemeinsam mit den Clans Abenteuer zu erleben.

    Der Schreibstil ist auch im Englischen sehr einfach zu lesen. Die Geschehnisse und Gefühle der Katzen werden sehr bildlich beschrieben und an das Leben bei den Clans angepasst. So gibt es zum Beispiel ganz andere Redewendungen als bei uns Menschen. 


    Die Handlung

    Ich war sehr gespannt auf das Buch, weil es ja aus der Sicht DES Bösewichts schlechthin geschrieben wird und ganz ehrlich gesagt? Ich will mehr davon! Die Geschichte von Tigerkralle hat so viel Potenzial, und in dieser Novelle wurde noch lange nicht alles ausgeschöpft. Das ganze Leben von Tigerkralle hätte sehr gut zu einem Special Adventure gepasst. 

    Das Buch beginnt direkt bei Tigerkralles Verbannung aus dem DonnerClan. Ab dann erlebt man als Leser mit, wie er es innerhalb eines Mondes geschafft hat, zum Anführer des gefürchteten SchattenClans zu werden. Die kleinen Details, die eingebaut wurden, haben mir gut gefallen, beispielsweise einige Anspielungen und Gedanken von Tigerkralle. Wenn er nur damals schon gewusst hätte, wie richtig er teilweise mit ihnen lag …

    Leider gab es aber auch ein paar Logikfehler, die hätten vermieden werden können. So gab Erin Hunter bekannt, dass die SchattenClan-Katzen Rankenklette, Narbengesicht und Rehfuß im Wald der Finsternis landen, obwohl in dieser Novelle ganz klar deutlich wurde, dass all diese Katzen ihrem Clan treu ergeben waren. Der einzige, der treuer an Tigerkralles Seite war, war Schwarzfuß, aber der landet hinterher im SternenClan. Da stellt sich mir die Frage, weshalb? Denn besonders Rehfuß hatte nie etwas mit Tigerkralle zu tun, zumindest nicht in der Novelle, und er war einer seiner größten Gegner. Diese Kleinigkeiten hätten in einem Special Adventure noch besser erklärt werden können, genauso wie Tigerkralles späteres Verbündnis mit dem FlussClan.


    Die Charaktere

    Ich finde es toll, wie die Erins es geschafft haben, Tigerkralle einerseits wie den größten Bösewicht aller Zeiten aussehen zu lassen, andererseits aber auch wie eine Katze, die dem DonnerClan und dem SternenClan eigentlich treu ergeben war, letztendlich aber den ausschlaggebenden Schritt in die falsche Richtung gemacht hat. 

    Außerdem fand ich es toll, dass man auch mal ein bisschen mehr über die SchattenClan-Katzen aus der ersten Staffel erfahren hat. Rankenklette und Narbengesicht sind für mich jetzt nicht mehr die bösen, die an Braunsterns Seite gekämpft haben, sondern auch nur treue Krieger, die einen Fehler begangen haben, den sie bereuen. 


    Fazit

    „Tigerclaw’s Fury“ oder im Deutschen „Tigerkralles Zorn“ ist ein tolles Short Adventure, das sehr viel Potenzial für ein Special Adventure gehabt hätte. So hat man als Leser nur einen kleinen Eindruck bekommen, wie es hinter den bösen Taten von Tigerkralle aussieht.

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    Cover des Buches Follow Me Back (ISBN: 9783736309975)

    Bewertung zu "Follow Me Back" von A.V. Geiger

    Follow Me Back
    _books_lara_vor 2 Tagen
    Kurzmeinung: Ein schönes Buch für Zwischendurch, aber insgesamt sehr klischeebeladen und vorhersehbar
    Schön für Zwischendurch

    Die Gestaltung

    Wie fast jedes Cover aus dem LYX-Verlag ist auch das von „Follow me back“ ein echter Hingucker. Die Farben harmonieren wunderschön zusammen und sind ein richtiger Blickfang. Als ich mir das Buch bestellt habe, hätte ich anhand der ganzen Bilder im Internet allerdings damit gerechnet, dass es glitzert, wie beispielsweise auch „Bring down the stars“ aus dem LYX-Verlag. Stattdessen ist das Cover glatt mit Folie gestaltet, was zwar auch schon aussieht, aber meiner Meinung nach trotzdem nicht so ganz passt – mit Glitzer hätte es noch besser ausgesehen!

    Im Inneren ist das Buch sehr schlicht gehalten. Die Kapitel sind durchnummeriert, haben aber jeweils noch eine eigene Überschrift, wie beispielsweise „Projektion“ im ersten Kapitel. Zudem sind die Vernehmungsprotokolle, die den ganzen Text immer ein bisschen auflockern, in einer anderen Schriftart geschrieben.


    Der Erzählstil

    Mit ihrem Erzählstil hat mich A. V. Geiger sofort überzeugt. Sie hat nämlich einen locker leichten Schreibstil, den man flüssig weglesen kann, ohne groß über unbekannte Wörter oder Metaphern nachdenken zu müssen. Zwischendurch tauchen allerdings auch die typischen Tippfehler auf, wobei mir da auch nur 3-5 im ganzen Buch aufgefallen sind. 

    Das Buch ist außerdem in der dritten Person geschrieben, also aus der personalen Erzählperspektive (meine bisherigen Deutschlehrer wären stolz auf mich). Das hat mich doch eher verwundert, weil ich es bei New Adult immer ganz gerne habe, aus der Ich-Perspektive zu lesen. Durch den personalen Erzähler fiel es mir nicht ganz einfach, mich auf Tessa und Eric als Protagonisten einzulassen und ich habe einige ihrer Gedanken und Handlungen nicht ganz nachvollziehen können.

    Wie bereits erwähnt, wird also aus der Sicht von Tessa und Eric geschrieben, was auch im Klappentext schon angedeutet wird. An sich eine gute Idee, weil der Leser so die Möglichkeit bekommt, alles noch mal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, aber es hat mich auch oft zum Verzweifeln gebracht. Zudem wäre es ganz nett gewesen, wenn die Sichtwechsel irgendwie gekennzeichnet gewesen wären, weil so im einen Absatz noch aus Erics Sicht erzählt wurde, und im nächsten dann schon aus Tessas. 


    Die Handlung

    Leider konnte mich die Handlung und ihr Verlauf nicht so ganz überzeugen. Wer mich kennt, weiß, dass ich wirklich gerne New Adult lese, und deshalb weiß ich auch, dass es ein paar Klischees in diesem Genre gibt, die sich manchmal einfach nicht vermeiden lassen. In „Follow me back“ war es mir dann aber doch ein bisschen zu viel des Guten, zumal ich mich nur für dieses Buch entschieden habe, weil mir gesagt wurde, es sei anders als andere New Adult Bücher. Dem kann ich so leider nicht zustimmen.

    Die Geschichte fängt allerdings sofort spannend mit einem Vernehmungsprotokoll an, in dem die Polizei Eric vernimmt. Man weiß also sofort, dass am Ende irgendwas Schlimmes passieren wird, aber es wird auch in den Vernehmungsprotokollen immer ein bisschen um den heißen Brei herumgeredet. Solche Protokolle tauchen immer wieder zwischen einzelnen Kapiteln auf und steigern die Spannung.

    Der Mittelteil zieht sich jedoch trotzdem sehr in die Länge. Ich hatte irgendwie das Gefühl, dass nichts passiert, denn erst ganz am Ende kommt es zu der Auflösung, auf die ich hingefiebert hatte und von der ich gehofft hatte, sie würde mich noch mal positiv überraschen. Na ja, leider waren meine Hoffnungen diesbezüglich unberechtigt, denn ich habe das Ende in etwa genau so schon vorhergesehen. Die ganzen Klischees, die aufgegriffen werden, haben es mir sehr einfach gemacht, die ganze Geschichte in meinem Kopf zu Ende zu stricken.

    Zwischendurch gab es für mich auch ein paar Unstimmigkeiten. Beispielsweise kann ich immer noch nicht so ganz verstehen, warum Tessa und Eric überhaupt miteinander in Kontakt getreten sind – okay, Erics Perspektive kann ich da schon verstehen, aber warum chattet Tessa als offensichtliches Fangirl mit einer Person, die sich hinter dem Account @EricThornIstScheisse versteckt?

    Für New Adult gibt es auch sehr wenig Romantik in dem Buch. Große Zeitsprünge haben dafür gesorgt, dass ich die Entwicklung von Tessas und Erics Beziehung nicht ganz nachvollziehen konnte. Am Ende gibt es im ganzen Buch nur eine einzige romantische Szene, und die ist ganz am Ende und esteht aus zwei Küssen. Wow. 

    Am Ende besticht das Buch aber dann noch mal mit einem fiesen Cliffhanger, der mich dazu antreibt, auch den zweiten Teil noch lesen zu wollen. In der Hoffnung, dass der mir etwas besser gefällt.


    Die Charaktere

    Mit Tessa und Eric hat A. V. Geiger zwei interessante, aber auch klischeebeladene Charaktere geschaffen. Tessas Agoraphobie wurde gut beschrieben, genau wie ihre Verdrängungstaktiken und ihre Therapiestunden. Manchmal kam es mir aber doch ein bisschen sehr übertrieben vor, wenn sie ihre Zähltechnik angewandt hat. Aber ich will nicht zu viel verraten.

    Leider kratzt man bei Eric und Tessa aber trotz ihrer Ängste und Leidenschaften nur an der Oberfläche. Die beiden sind nicht sehr tiefgründig ausgearbeitet, da man als Leser nichts über ihr früheres Leben erfährt. 


    Fazit

    „Follow me back“ ist ein schönes Buch für Zwischendurch, aber kein besonderer New Adult Roman. Es wird mit ein paar ernsten Themen gespielt, ansonsten ist die Story aber sehr klischeebeladen und vorhersehbar.

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    Cover des Buches Der Insasse (ISBN: 9783426519448)

    Bewertung zu "Der Insasse" von Sebastian Fitzek

    Der Insasse
    _books_lara_vor 11 Tagen
    Kurzmeinung: Das Ende entsprach nicht so ganz meinen Erwartungen, aber der Rest hat mich umgehauen.
    Nicht der beste Fitzek, aber auch nicht der schlechteste

    Die Gestaltung

    Ein großer Pluspunkt geht hier erst einmal an die Aufmachung. Das Buch hat nämlich die Optik einer Gummizelle, was an sich schon irgendwie neugierig macht. Auch die rote und schwarze Schrift, die wie hingekritzelt aussieht, macht etwas her.

    Während in der Hardcover-Ausgabe der Buchschnitt rot gefärbt ist, gibt es in der Paperback-Ausgabe eine weitere Klappe, die sich so falten lässt, dass damit der Buchschnitt sozusagen zugeklappt werden kann. Dort drauf steht in weißen Lettern ebenfalls wie hingekrakelt „Holt mich raus!“. Demnach verspricht schon die Gestaltung ein sehr interessantes und eventuell psychopathisches Leseerlebnis (keine Ahnung, ob es so was gibt. Aber „psychopathisch“ passt so gut zu dem, was ich ausdrücken will).


    Der Erzählstil

    Für Fitzek typisch ist der abwechslungsreiche, flotte Schreibstil. Auch wenn er in „Der Insasse“ zugegebenermaßen öfter mal den ein oder anderen Ausdruck wiederholt hat, was ich ein bisschen störend fand und mich im Lesefluss abgelenkt hat. Aber was meckere ich hier rum, ich selbst hab es in meinem Buch ja auch nicht besser gemacht.

    Besonders gut gefallen haben mir mal wieder die Perspektivwechsel. Fitzeks Thriller haben fast alle sehr kurze Kapitel und die aufeinanderfolgenden werden meist aus der Sicht von unterschiedlichen Charakteren erzählt. Demnach endet das eine Kapitel mit einem Cliffhanger und man will schnell im nächsten weiterlesen, was passiert, aber dieses ist dann wieder aus der Sicht einer anderen Person geschrieben, und am Ende gibt es wieder einen Cliffhanger. Das ist ein Teufelskreis, aus dem man erst herauskommt, wenn man das Buch beendet hat. 

    Na ja, was ich eigentlich sagen wollte, war, dass ich besonders die Perspektive des psychopathischen Kindermörders Guido T. (ich weiß jetzt auch, weshalb im Klappentext der Nachname nicht genannt wird, weshalb ich das auch nicht tun werde, um nicht zu spoilern) mochte. Das heißt, natürlich mochte ich nicht, was der Psychopath für Gedanken hat, aber ich fand es irgendwie faszinierend, wie Fitzek es geschafft hat, auch dessen Empfindungen authentisch einfließen zu lassen. Das muss man erst mal schaffen, sich in den Kopf eines Kindermörders hineinversetzen zu können.

    Bis ich die Hälfte gelesen hatte, kam es immer mal wieder zu ein paar Längen in der Handlung, die es mir dann auch mal gestattet haben, das Buch aus er Hand zu legen. Nicht schlimm, weil ich so wenigstens die Möglichkeit hatte, ruhig schlafen zu gehen, aber ihr wisst, was ich meine. 


    Die Handlung

    Vielleicht habt ihr ja schon gehört, dass „Der Insasse“ nicht der beste von Fitzeks Psychothrillern sein soll. Diesen Aussagen kann ich zustimmen, auch wenn ich ihn wirklich nicht schlecht fand – auf jeden Fall hat er mir besser gefallen als „Das Geschenk“ (hier geht’s zur Rezension). 

    Aber ich bin mir sicher, ihr alle kennt es: Alle sagen immer, der erste Eindruck zählt, auch bei Büchern, und das ist auch so, denn wenn der erste Eindruck nicht stimmt, dann würde man das Buch vermutlich gar nicht erst in die Hand nehmen. Aber meine Erfahrung hat gezeigt, dass das Ende letztlich den bleibenden Eindruck hinterlässt, den man in Erinnerung behält. Wenn einem also das Ende eines Buches nicht gefällt, dann denkt man im Nachhinein meist negativer an die Geschichte zurück, als wenn der Start ein bisschen holpriger war. 

    Aus diesem Grund will ich in der Rezension mit dem Ende anfangen und mich dann zu den Punkten vorarbeiten, die mir besser gefallen haben. So ist der bleibende Eindruck dieser Rezension nicht ganz so negativ 😉

    Also, ja, die Auflösung war überraschend, wie man es von Fitzek gewohnt ist. Allerdings nicht wirklich eine neue Idee, weshalb ich irgendwie mehr erwartet hatte. Letztlich wurde alles sehr raffiniert zusammengefügt (auch wenn es für mich immer noch ein paar Unklarheiten gibt), aber das Ende war eben auch sehr typisch für einen Thriller dieser Art. Wirklich, ich bin mir sicher, jeder dritte Thriller-Autor hat bereits ein Buch mit diesem Ende geschrieben, einfach weil sie denken, es sei eine super-originelle Idee.

    Okay, dann kommen wir jetzt zum Rest der Handlung. Die war nämlich spannend und grauenvoll zugleich. Ich fand einige Szenen wirklich zutiefst verstörend und habe mich beim Lesen regelrecht geekelt – da war nichts mit freudigen Gefühlen oder so. Ich war entsetzt, aufgewühlt und geschockt, und das aus gutem Grund, denn Fitzek ist die ganze Zeit über gnadenlos ehrlich – da läuft nichts mit „schonend beibringen“. Nein, die Handlung geht an die Psyche des Lesers, was nicht zuletzt mit dem Thema Kindermord und Folter zu tun hat. 

    Auch hat das Setting nicht wirklich Wohlfühlcharakter – eine einfache Bettlektüre ist „Der Insasse“ daher nicht. Mittlerweile gibt es viele Krimis und Thriller, die in psychiatrischen Einrichtungen, teilweise eben auch in der Geschlossenen, spielen – nicht nur in Büchern, auch im Fernsehen bekommt man diese Art von Handlung immer wieder mit, denn irgendwie hat dieses Setting schon etwas Faszinierendes an sich. Vermutlich, weil nicht allzu viele Menschen jemals eine Geschlossene von innen zu Gesicht bekommen. 

    Manchmal gibt es Rückblicke in die Kindheit einiger Personen – auch in die von dem Psychopathen Guido T. Damit sollten wahrscheinlich seine Fantasien und seine Entwicklung nachvollziehbarer gemacht werden, und das wurde teilweise auch geschafft. Aber eben nur teilweise, denn Fragen bleiben trotzdem noch, die sicherlich noch hätten beantwortet werden können.

    Natürlich gab es auch wieder unerwartete Wendungen und vor Allem unvorhersehbare Plottwists, die mir manchmal eine Gänsehaut verschafft haben. Dann fing auch mein Herz an, schneller zu klopfen und ich konnte meine Augen gar nicht mehr vom Text lösen.

    Bereits der Anfang ist sehr dramatisch und macht neugierig auf mehr; damit wäre also auch die Sache mit dem ersten Eindruck geklärt. Das größte Highlight am ganzen Buch war für mich allerdings die Danksagung. Wenn ihr euch fragt, weshalb mir gerade eine Danksagung so gut gefallen hat: Lest das Buch selbst. Mehr will ich hier nicht darüber erzählen.


    Die Charaktere

    Das ganze Buch über hat man geglaubt, Till immer besser kennenzulernen und sein Wesen zu verstehen. Bis die Auflösung konnt und man sich vor die Stirn klopft und sich fragt, was man jetzt von dem Protagonisten des Buches halten soll. 

    Ansonsten waren die Charaktere aber nicht sehr tiefgründig, sondern eher oberflächlich gestaltet. Die Rückblicke sollten zwar vermutlich ein paar Erklärungen für das Verhalten einiger Charaktere geben, aber so ganz geklappt hat das meiner Meinung nach nicht. Da ist also auf jeden Fall noch Verbesserungsbedarf.


    Fazit

    „Der Insasse“ ist nicht der beste Fitzek, den ich je gelesen habe, aber auch nicht der schlechteste. Er ist so ein Mittelding, von meinem Gefühl her liegt er so zwischen „Das Geschenk“ und „Das Paket“. Ersteres hat mir von Fitzek bisher am wenigsten gefallen, Letzteres am meisten. 

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    Cover des Buches Splitterherz (ISBN: 9783839001424)

    Bewertung zu "Splitterherz" von Bettina Belitz

    Splitterherz
    _books_lara_vor 11 Tagen
    Kurzmeinung: Ganz anders, als ich erwartet hätte, aber ich bin positiv überrascht!
    Mal etwas ganz Anderes

    Die Gestaltung

    Schon das Cover ist außergewöhnlich und hat mich sofort angesprochen. Ich kann gar nicht richtig beschreiben, we es mit der Geschichte zusammenhängt, ohne zu viel zu verraten, weshalb ich das einfach mal lasse – lest die Geschichte, dann wisst ihr, was ich meine.

    Auch die Innengestaltung hat mich positiv überrascht. Das Buch ist insgesamt in vier Abschnitte gegliedert: Frühling, Frühsommer, Sommer und Altweibersommer. Die Trennseiten sind schön verziert und sorgen außerdem dafür, dass man als Leser immer den Überblick behält, wie viel Zeit vergeht. Auch die Kapitelanfänge sind schön ausgearbeitet – ohne Nummern, sondern mit individuellen Überschriften.


    Der Erzählstil

    Bettina Belitz hat mich mit ihrem Schreibstil sofort überzeugt. Er ist irgendwie … anders. Nicht im negativen Sinne, versteht sich. Das Buch ist aus der Ich-Perspektive von Ellie geschrieben, wodurch viel von ihrer Persönlichkeit in den Schreibstil mit eingeflossen ist. Somit ist die Stimmung im Buch auch ganz genau an Ellies Stimmung orientiert – ist sie pessimistisch, ist die Stimmung auch pessimistisch, ist sie fröhlich, ist die Stimmung fröhlich.

    Die Ortsbeschreibungen waren ebenfalls perfekt. Ich hatte die ganze Zeit ein Bild vor Augen, und die Autorin hat mich so vielen kleinen Details gearbeitet, dass ich beinahe das Gefühl hatte, selbst im Westerwald bei Köln zu sein. Durch die ständigen Wetterumschwünge dort hat das Buch zudem irgendwie eine wechselhafte Atmosphäre, größtenteils jedoch düster und mystisch und irgendwie mysteriös. 

    Nur die Dialoge wirkten auf mich manchmal irgendwie unrealistisch. Ich meine, auch, wenn ich von einem Geschehnis der Vergangenheit erzähle, spreche ich nicht so, als würde ich aus einem Buch vorlesen.


    Die Handlung

    Leider hat sich die Geschichte die ersten 120 Seiten sehr gezogen. Es ging nur schleppend voran und es gab keine Erklärungen für Ellies merkwürdiges Verhalten. Beispielsweise ist sie bis zur Hälfte des Buches ständig an den komischsten Orten einfach eingeschlafen – und das hat sie nicht einmal hinterfragt und einfach auf ihre Übermüdung geschoben. Meistens ist sie auch immer dann eingeschlafen, als es langsam spannend wurden, wodurch meine Erwartungen ein ums andere Mal enttäuscht wurden.

    Trotzdem gibt es immer wieder Andeutungen und kleine Seitenhiebe, die die Spannung erhöhen und die mich trotzdem dazu gebracht haben, immer wieder weiterzulesen. Ich wollte endlich wissen, was es denn nun mit Colin auf sich hat und wie Ellie mit der ganzen Sache zusammenhängt. 

    Denn ich habe wirklich kein einziges Mal eine Vermutung gehabt, worum es geht. Götter, Dämonen, Vampire, vielleicht sogar andere Wesen? Ich kann euch nur sagen, dass die Auflösung mich wirklich kalt erwischt hat und ich nie im Leben mit so etwas gerechnet hätte. Die Wahrheit hat mich verblüfft und erstaunt, aber auch begeistert. 

    Zudem war die Handlung unvorhersehbar. Ich hatte anfangs mit einem typischen Jugendbuch gerechnet, das eben Fantasy-Elemente aufweist, aber nicht mit so etwas. 

    Und am Ende hat auch alles einen Sinn ergeben, von Ellies plötzlichen Schlafschüben bis hin zu Colins geheimnisumwitterten Wesen. Und im Nachhinein bin ich auch unglaublich froh, dass die Geschichte anfangs nur so langsam in Gang kam, denn sonst hätte einfach etwas gefehlt und es hätte das Buch nicht zu dem gemacht, was es ist. Natürlich hätte die Autorin noch ein bisschen etwas werkeln können, um dem Leser durchgängig ein spannendes Leseerlebnis zu liefern, aber im Endeffekt war der schleppende Anfang gar nicht so schlecht.


    Die Charaktere

    Ellie war mir schon nach der ersten Seite unendlich sympathisch, obwohl manch ein Leser sie vermutlich als Zicke, Nervensäge und spätpubertierendes Mädchen bezeichnen würden. Mich hat Ellie mit ihrem Verhalten, ihrer Denkweise und vielen anderen Dingen mehr an mich selbst erinnert. Und ich dachte immer, ich bin die einzige, die so tickt.

    Ellies Zynismus, ihr Sarkasmus und ihr Humor sind genau mein Fall. Ich schmeiße auch gerne mal mit ironischen Bemerkungen um mich, die vielleicht etwas sehr schwarz sind, aber so ist eben jeder anders. Außerdem habe auch ich Angst vor Spinnen – vor den großen, dicken zumindest, vor den anderen ekel ich mich nur.

    Auch alle anderen Charaktere sind sehr facettenreich und tiefgründig ausgearbeitet. Okay, vielleicht füllen Jenny, Nicole und Maikes Clique ein bisschen die Klischees, aber das hat mich nicht gestört, weil ich weiß, dass es solche Mädchen wirklich gibt. Auch Tillmann war ein sehr cooler Charakter, der mich vom Aussehen und Namen her an einen meiner Mitschüler erinnert hat. Nur der Charakter war ein ganz anderer.


    Fazit

    „Splitterherz“ ist ein ganz anderes Buch, als ich erwartet hätte, aber im positiven Sinne. Ich habe zwar die ersten 120 Seiten vergeblich auf ein bisschen Action gewartet, aber von da an konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen. Schade, dass es den Verlag nicht mehr gibt und das Buch nicht mehr neu aufgelegt wird.

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    Cover des Buches Percy Jackson - Diebe im Olymp (ISBN: 9783551557278)

    Bewertung zu "Percy Jackson - Diebe im Olymp" von Rick Riordan

    Percy Jackson - Diebe im Olymp
    _books_lara_vor 20 Tagen
    Kurzmeinung: Vorhersehbar, wenn man sich mit griechischer Mythologie auskennt, aber trotzdem sehr amüsant und spannend!
    Vorhersehbar, aber amüsant

    Die Gestaltung

    Das Cover der Schuber-Ausgabe ist zwar sehr schlicht gehalten, gefällt mir deshalb aber noch besser als die ursprüngliche Auflage. Auch die Farben harmonieren meiner Meinung nach besser miteinander. 

    Die Innengestaltung ist auch nach meinem Geschmack. Nicht zu viel und nicht zu wenig. Besonders gut finde ich die Kapitelüberschriften, die dort statt Zahlen stehen. Am Anfang fragt man sich noch, was es damit auf sich haben könnte, und hinterher erkennt man, dass sie ziemlich genau den Inhalt des jeweiligen Kapitels wiedergeben.


    Der Erzählstil

    Nach diesem Buch weiß ich endlich, weshalb so viele von Rick Riordans Schreibstil schwärmen. Zugegeben, das erste Kapitel wirkte auf mich noch ein bisschen holprig, aber danach war ich voll und ganz begeistert. 

    Denn Rick Rioradns Schreibstil ist sehr humorvoll und vor allem auch flüssig zu lesen. Besonders in Dialogen musste ich oft schmunzeln, weil einige Dialoge zwischen Percy und Annabeth auch Dialoge zwischen mir und meiner jüngeren Schwester hätten sein können. Nichts für ungut, Mila. 

    Schnell wurde es spannend und besonders gut haben mir die detaillierten Action- und Kampfszenen gefallen, die mich haben mitfiebern lassen. Auch die Unterwelt wurde sehr anschaulich beschrieben – sowohl den Asphodeliengrund als auch die Felder der Bestrafung und den Palast des Hades konnte ich mir bildlich vorstellen.


    Die Handlung

    Ich kenne viele Bücher, in denen es um griechische Mythologie geht (bspw. Dämonentochter, Götterleuchten und die Götterfunke-Saga, aber auch der Selfpublisher Mythos – Klinge der Freiheit von Joachim Wältermann), und ich fand es ziemlich interessant zu sehen, wo die Gemeinsamkeiten und Unterschiede liegen. Besonders zur Götterfunke-Saga von Marah Woolf gibt es einige Parallelen, wobei sich Marah Woolf wohl eher an den Percy Jackson Büchern orientiert hat als andersherum. Aber ich weiche vom Thema ab.

    Dadurch, dass ich bereits recht viel über die griechische Mythologie weiß, weil ich schon viel darüber gelesen und auch für ein eigenes Buch recherchiert habe, kenne ich viele der Götter und Sagengestalten und konnte auch schnell vorhersehen, wer sich bspw. hinter Mr D. versteckt und wer die Göttereltern welcher Kinder sind. Auch die Wendungen am Ende kamen für mich daher nicht ganz so überraschend, da ich sehr schnell eins und eins zusammengezählt habe. Sei es nun, wer der Dieb der Göttersymbole von Zeus und Hades ist oder wer überhaupt erst der Auftraggeber von Ares und dem Dieb ist – beide Plottwists habe ich vorhergesehen, wodurch sich die Spannung ein klein wenig abgeflacht hat.

    Dennoch werden die Leser sehr gekonnt in die griechische Mythologie eingeführt, sodass selbst LeserInnen, die sich bisher nicht mit Göttersagen beschäftigt haben, kein Problem haben sollten, die Geschichte zu verstehen. An dieser Stelle fällt mir noch ein, dass der Latein-Unterricht ziemlich unrealistisch dargestellt wurde. Na gut, Mr Brunner ist kein normaler Latein-Lehrer, aber an meiner Schule werden Texte übersetzt und manchmal wird vielleicht auch kurz über die ein oder andere Heldensage gesprochen, aber das wars dann auch schon. Was bin ich froh, dass ich jetzt mein Latinum habe und dieses Kapitel abschließen kann.

    Und schon wieder bin ich vom Thema abgewichen. Ich wollte noch sagen, dass viele Kritiker die Geschichte vermutlich albern finden (ich meine, wer denkt sich aus, dass der Olymp im 600. Stockwerk des Empire State Buildings ist?), aber ich finde, genau dieser Humor und diese teilweise schon recht übertrieben dargestellten Details machen das Buch aus.


    Die Charaktere

    Percy ist mir sofort sympathisch gewesen. Ich habe ihn mit seiner Legasthenie und seinem ADHD sofort in mein Herz geschlossen. Und er hat wirklich unglaubliche Charakterstärken, die er selbst noch nicht erkennt. Dennoch wirkt er nicht übertrieben perfekt, da auch er Schwächen hat, bei denen er noch lernen muss, sie sich einzugestehen.

    Na ja, was soll ich noch groß zu Grover sagen? Er ist einfach der Beste! Ich fand es so rührend, wie er sich gemeinsam mit Percy verhalten hat und auch er hat einen Platz in meinem Herzen eingenommen. Auch Annabeth ist eine sehr coole Begleiterin für Percy und erinnert mich mit ihren sarkastischen Kommentaren oft an mich selbst. 

    Manchmal hatte ich zwar das Gefühl, dass Percy und Annabeth sich nicht wirklich wie 12-jährige Teenies verhalten, aber im Großen und Ganzen blieben auch sie ihrem Alter und Charakter gerecht.

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    Cover des Buches Das Mädchen im blauen Mantel (ISBN: 9783570165324)

    Bewertung zu "Das Mädchen im blauen Mantel" von Monica Hesse

    Das Mädchen im blauen Mantel
    _books_lara_vor 21 Tagen
    Kurzmeinung: Ein wertvolles Buch für die Gesellschaft
    Wertvoll und nervenaufreibend

    Die Gestaltung

    Allein das Cover hat mich bereits angesprochen, als ich mein Geburtstagsgeschenk ausgepackt habe. Es vermittelt direkt diesen ernsten, irgendwie wehmütigen Eindruck, der mich auch das ganze Buch über nicht verlassen hat. 

    Die Farben passen außerdem perfekt zum Inhalt – und natürlich zum Titel, der ebenfalls perfekt gewählt ist. Und auch im Inneren kann ich nicht über die Gestaltung klagen.


    Der Erzählstil

    „Das Mädchen im blauen Mantel“ wird von der Protagonistin Hanneke Bakker aus der Ich-Perspektive erzählt. Somit bekommt man sofort einen sehr authentischen Einblick in ihre Gedanken und Gefühle und lernt sie das ganze Buch über immer besser kennen. Ich würde beinahe sagen, der Leser wächst mit ihr ein Stück über sich hinaus. 

    Monica Hesses Schreibstil ist sehr anschaulich und einfühlsam und dadurch relativ leicht zu lesen, was in einem krassen Gegensatz zu der Thematik steht. Es wird hier sehr viel mit Metaphern gearbeitet, wodurch das Buch auch sehr ausdrucksstark rüberkam.

    Immer wieder hat die Autorin auch holländische Wörter mit einfließen lassen. So hieß das Theater beispielsweise durchgängig „Hollandsche Schouwburg“ und die Untergetauchten waren immer die „Onderduiker“. Das hat dem Ganzen zusätzlich noch etwas sehr Authentisches verliehen.


    Die Handlung

    Das Buch ist im Großen und Ganzen chronologisch erzählt, wobei es zwischendurch ein paar Rückblicke in Form von Erinnerungen gibt, wenn Hanneke beispielsweise an ihre Beziehung mit Bas zurückdenkt oder an ihre Freundschaft mit Elsbeth, die endete, als diese Rolf, einen deutschen Nationalsozialisten von der Gestapo, heiratete. 

    Historisches Vorwissen ist auf jeden Fall vorausgesetzt – zumindest die Grundlagen sollten hier bekannt sein wie beispielsweise, wann was passiert eund wie die Schlacht bei Stalingrad ausging. Denn nur mit diesem Vorwissen sind die Anekdoten und Kommentare in dem Buch auch wirklich verständlich. Trotzdem wird aber nicht erwartet, dass der Leser bereits alles weiß, denn auch Hanneke ahnt anfangs nur einen Bruchteil von dem, was tatsächlich hinter den Kulissen abgeht. So lernt der LEser gemeinsam mit Hanneke, was es mit der Hollandsche Schouwburg auf sich hat und wie der Widerstand gegen die Nazis arbeitet. 

    Insgesamt ist die Geschichte von Hanneke sehr nah am historischen Kontext, obwohl die Figuren größtenteils alle frei erfunden sind. Das erklärt die Autorin noch mal in einer Anmerkung am Ende des Buches. Dort werden Personen, Orte und historische Ereignisse genauer erläutert und man erkennt, dass wirklich sehr wenig abgeändert wurde.

    Mirjam, das jüdische Mädchen, das Hanneke im Auftrag von Frau Janssen suchen soll, steht symbolisch für die Grausmakeiten des Holocaust, denn erst durch sie erkennt Hanneke langsam, was Lüge und was Wahrheit ist. Durch Mirjam erst entschließt sich Hanneke dazu, etwas zu unternehmen und auf ihre Art gegen die Nazis zu rebellieren, während sie gleichzeitig glaubt, dass das Finden von Mirjam ein paar ihrer privaten Probleme löst.

    Aber auch andere Dinge werden angesprochen, beispielsweise die Rolle, die den Holländern während des Holocausts zufiel. So wird hier nicht nur beschrieben, dass die Niederlande ein Ofper der Nazis waren, sondern es wird auch angerissen, dass das Volk genauso zerrissen ist wie zum Beispiel Deutschland selbst. Denn auch in den Niederlanden gab es eine Gruppe Jugendlicher, die die Hitlerjugend als Beispiel hatte, und auch dort gab es Menschen, die einfach wegsahen.

    Durch Hannekes Suche nach der fünfzehnjährigen Mirjam Roodveldt kommen auch ein paar Krimi-Elemente mit in die Geschichte, was die Handlung noch spannender macht, als sie ohnehin schon ist. Es ist ein klarer roter Faden erkennbar, der sich durch das ganze Buch zieht und die Liebesgeschichten spielen nur eine geringe Rolle, obwohl sie für die Handlung essentiell sind. Dennoch werden ihnen nicht zu viel Aufmerksamkeit zugesprochen, sodass das Hauptthema immer noch die Suche nach Mirjam und die Auseinandersetzung mit den Gräueltaten der Nazis bleibt.


    Die Charaktere

    Hannekes Leben und ihre inneren Konflikte wurden sehr feinfühlig zum Leben erweckt. Es wird sehr gut dargestellt, dass sie sich im Laufe der Geschichte persönlich weiterentwickelt, da sie sich in Gedanken keine Lügengeschichten mehr zurechtlegt, was an dem Tag passiert ist, an dem sie Bas das letzte Mal gesehen hat oder wann und wo die beiden sich kennengelernt haben. Das unterstreicht noch mal, dass Verdrängung eine der größten unbewussten Stärken der Menschheit ist.


    Fazit

    „Das Mädchen im blauen Mantel“ ist ein sehr aufwühlendes, spannendes Buch, das mich nachdenklich und geschockt zurückgelassen hat und das mir noch lange Zeit im Kopf herumspuken wird. 

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    Cover des Buches Die rogodanischen Schriften: Die Gesamtausgabe des Fantasy-Epos auf 1500 Seiten (ISBN: B089G921C9)

    Bewertung zu "Die rogodanischen Schriften: Die Gesamtausgabe des Fantasy-Epos auf 1500 Seiten" von Tim J. Radde

    Die rogodanischen Schriften: Die Gesamtausgabe des Fantasy-Epos auf 1500 Seiten
    _books_lara_vor 23 Tagen
    Kurzmeinung: Eine ganz tolle Gesamtausgabe mit vielen Extras, die einem das Lesen versüßen!
    Ganz viele Extras enthalten

    Ich habe die ersten drei Bände von „Die rogodanischen Schriften“ im Mai gelesen und ich fand sie wirklich gut. Die Reihe ist mal etwas ganz Anderes, denn weder Tims Schreibstil noch die Welt und die Handlung konnte ich mit etwas Ähnlichem vergleichen.

    Ein Pluspunkt für die Gesamtausgabe ist natürlich, dass es darin einige Extras gibt, die so nicht in den einzelnen Büchern vorhanden sind. Beispielsweise ist die Innengestaltung viel ansprechender – nicht nur von der Formatierung her, denn zusätzlich gibt es am Anfang noch eine Karte von der bekannten Welt. Das größte Highlight der Gesamtausgabe ist vermutlich aber der exklusive vierte Teil der Reihe, „Letztes Erbe“, den ich geradezu verschlungen habe. 

    Aber lohnt es sich deshalb, sich die Gesamtausgabe zu kaufen? Meiner Meinung nach schon. Es gibt so viele kleine Details, die das Lesen einfach schöner machen und in den Einzelbänden so nicht vorhanden waren. Dennoch würde ich raten, zuvor eine Leseprobe vom ersten Teil zu lesen, weil der Schreibstil wie bereits gesagt etwas ganz Anderes ist und sicherlich nicht jedem unbedingt zusagt. Wenn euch die Leseprobe gefällt und ihr unbedingt weiterlesen wollt, würde ich tatsächlich empfehlen, die Gesamtausgabe zu kaufen. Wenn ihr immer noch unsicher seid, holt euch erst den ersten Teil der Reihe, um dann zu entscheiden, wie ihr weiter damit verfahren wollt. 

    Viel mehr möchte ich hier gar nicht verraten. Natürlich könnte ich euch jetzt noch auflisten, was für Besonderheiten die Welt hat, die Tim erstellt hat, aber ich glaube, es ist besser, wenn ihr das selbst herausfindet. 

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    Cover des Buches Letztendlich sind wir dem Universum egal (ISBN: 9783596811564)

    Bewertung zu "Letztendlich sind wir dem Universum egal" von David Levithan

    Letztendlich sind wir dem Universum egal
    _books_lara_vor einem Monat
    Kurzmeinung: Der Schreibstil ist nicht so unbedingt mein Fall, aber das Buch hat auf jeden Fall eine wichtige Message!
    Eine Message, die man sich zu Herzen nehmen sollte

    Die Gestaltung

    Anfangs war ich mir nicht so ganz sicher, was ich von dem Cover halten soll – klar, es sticht hervor mit den Neonfarben und den vielen Gesichtern drauf, aber so richtig konnte ich vor dem Lesen noch nicht den Sinn dahinter erkennen. 

    Wie ihr schon richtig vermutet, sieht das nach dem Lesen aber ganz anders aus, denn „Letztendlich sind wir dem Universum egal“ beschäftigt sich allen voran mit der Frage nach dem Sein. Und nein, ich rede hier nicht von Shakespeare, sondern vom Protagonisten des Buches, der besser als jeder andere weiß, dass jeder Mensch auf seine Art und Weise individuell ist und dennoch nur einer von vielen. Ich hoffe, ich habe das weitestgehend verständlich erklärt, anders kann ich es nicht in Worte fassen.

    Im Inneren war ich auch überrascht, keine typischen Kapitel vorzufinden, die der Reihe nach „1. Kapitel“, „2. Kapitel“, etc. heißen. Stattdessen erfahren wir, dass das Buch am 5994. Tag von As Leben beginnt. Von da an wird weitergezählt, Tag für Tag, sodass am Ende so etwas wie eine Art Tagebuch entsteht. So ungefähr stelle ich mir As Notizen vor, die er sich selbst per E-Mail zuschickt, damit er die bisherigen Tage seines Lebens nicht einfach so vergisst – die guten wie die schlechten Dinge.

    Das einzige, was mich gestört hat, war die Formatierung. Manchem mag daran nichts Irritierendes auffallen, aber ich bin es mittlerweile so sehr gewohnt, dass neue Zeilen innerhalb eines Absatzes etwas eingerückt sind, um dem Leser so ein besseres Bild vom Text zu geben, dass mir das hier schon gefehlt hat. Ich bin auch erstaunlich oft deswegen in den Zeilen verrutscht, aber ich denke mal, das ist einfach eine Gewöhnungssache.


    Der Erzählstil

    Mit dem Schreibstil von David Levithan kam ich nicht unbedingt gut klar. Er war sehr gewöhnungsbedürftig für meine Verhältnisse und nicht so ganz das, was ich erwartet hatte. Es kam mir vor, als wäre er nichts Halbes und nichts Ganzes gewesen, wenn ihr versteht, was ich meine. 

    Ansonsten ist das Buch aber sehr anschaulich erzählt, wenn auch kein Fokus auf die Beschreibungen der Umgebung gelegt wird, sondern eher auf die Entwicklung und Persönlichkeit der Charaktere. Die nüchterne und zugleich etwas melancholische Art passte irgendwie zu A als Protagonist, wobei ich da nicht allzu viel zu sagen kann – dazu aber mehr in dem Punkt „Charaktere“. 

    Am meisten gestört hat mich, dass A sogar schon im Klappentext als männlich bezeichnet wird, obwohl es doch gerade das ist, was in dem Buch vermieden werden sollte – zumindest habe ich das so verstanden. Das hat sich meiner Meinung nach etwas mit der Botschaft, die das Buch übermitteln soll, verkantet.

    Obwohl der Start etwas holprig war, habe ich das Buch dann doch recht schnell in einem Rutsch durchlesen können. Ab Seite 100 ging es ziemlich flott voran und ich hatte nie das Gefühl, dass es übertriebene Längen gab.


    Die Handlung

    Zugegeben, die Idee des Buches ist mal etwas ganz Anderes, das ich so noch nicht gekannt habe. Allein für diese Idee gibt es schon mal ganz eindeutig Pluspunkte – leider nicht für die Umsetzung, denn die hatte trotz vieler sozialkritischer Aspekte noch Luft nach oben.

    Ich bin mir nicht so ganz sicher, wie ich anfangen soll, weshalb ich einfach beim ersten Aspekt beginne, der mir einfällt, und zwar, dass sich bei mir während des Lesens einfach keine Spannung einstellen wollte. Ich weiß nicht, woran es lag – vielleicht war es nicht der richtige Zeitpunkt, in dem ich das Buch gelesen habe. Auf jeden Fall hatte ich während des Lesens weder Herzrasen, noch Neugierde. Ich habe einfach nur weitergelesen … damit ich das Buch beende. Irgendwie war es mir gleichgültig, ob ich jetzt einfach weiterlese oder abbreche und stattdessen ein anderes Buch anfange.

    Tatsächlich soll das Buch ja unter anderem die Botschaft vermitteln, dass Klischees in den wenigsten Fällen der Wahrheit entsprechen und es immer noch etwas Anderes gibt, das dahintersteckt. Na ja, zumindest bei der Namenswahl einiger Charaktere hat der Autor hier jedoch wieder in der Stereotypen-Box rumgekramt, denn wenn die fiesen Schulschönheiten Cynthia und Vanessa heißen, klingt das schon ziemlich einfallslos. Versteht mich nicht falsch, ich habe nichts gegen die Namen Cynthia und Vanessa, um Gottes Willen! Aber wenn in einem meiner Bücher beispielsweise eine Chantal vorkommt, dann mache ich sie doch nicht direkt zu dem dummen Mädchen, sondern versuche, mit diesen Vorurteilen und Klischees abzuräumen. 

    Ansonsten muss ich zugeben, dass die Geschichte trotz dieses offensichtlichen Fantasy-Aspekts, dass A jeden Tag quasi zu Besuch in einem anderen Körper ist, sehr realitätsbezogen dargestellt wurde. Die angesprochenen Themen wie bspw. Sexualität wurden feinfühlig und verständlich eingebaut, sodass das Buch zwar einen Einblick gibt, es aber letztlich am Leser selbst ist, sich ein Urteil oder eben kein Urteil darüber zu bilden und sich mit diesen Thematiken auseinanderzusetzen. 

    Das Ende kam für mich überraschend, da es offen war. Das wiederum hat mich aber auch ein bisschen enttäuscht, weil ich generell nicht so auf offene Enden stehe. Na ja, da driften die Meinungen aber bekanntlich auch auseinander.


    Die Charaktere

    Leider konnte ich mich das ganze Buch über nie so richtig mit A identifizieren oder ihn richtig kennenlernen. Da er immer einen anderen Körper hatte, konnte ich mir schlecht ein Bild von ihm machen, aber für mich wirkte er einfach immer männlich – schließlich wird er mehrmals im Buch deutlich als „er“ bezeichnet. Aber das ist nicht der einzige Grund, weshalb ich ihn nicht so richtig mochte, denn auch seine Vergangenheit wirkte für mich irgendwie nicht vereinbar mit seiner Charakterentwicklung. Da gab es zu viele Lücken und zu viele Fragen, die nicht beantwortet wurden.

    Dafür konnte ich Rhiannon aber von Anfang an wirklich nachvollziehen und mich mit ihr anfreunden. Sie wirkte auf mich sehr sympathisch und hat mich stellenweise sehr an mich selbst erinnert, und ich glaube, dass die Probleme, mit denen sie und A sich gemeinsam auseinandersetzen, sehr realistisch waren und sie vor Allem auch sehr authentisch gehandelt hat. 

    Da A jedoch jeden Tag in einem anderen Körper verbracht hat, habe ich relativ schnell den Überblick über all die anderen Charaktere, die zeitweise zu seinem Leben gehörten, verloren. Sie wurden einfach nebensächlich und es hat mich gestört, dass A immer wieder in das Muster zurückgefallen ist, dass es nur um ihn und Rhiannon ginge anstatt um die Menschen um sie herum. Klar, ein bisschen Egoismus ist nicht schlecht und sollte auf jeden Fall vorhanden sein, aber das war mir dann doch ein bisschen too much.


    Fazit

    Alles in allem ist „Letztendlich sind wir dem Universum egal“ ein sehr realitätsbezogenes Buch, das zum Nachdenken anregt und dafür sorgt, dass man sich mit einigen Themen stärker auseinandersetzt. Außerdem hat es eine wichtige Message, die man sich zu Herzen nehmen sollte: Letztendlich geht es weder um Äußerlichkeiten, noch um Sexualität oder Religion, denn in der Liebe zählen die inneren Werte.

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    Cover des Buches Dark Heroine (ISBN: 9783492280754)

    Bewertung zu "Dark Heroine" von Abigail Gibbs

    Dark Heroine
    _books_lara_vor einem Monat
    Kurzmeinung: Einfach großartig! Vom Schreibstil bis hin zu dieser außergewöhnlichen Story ist alles perfekt!!!
    Highlight

    Die Gestaltung

    Das Cover ist der Hauptgrund, weshalb ich mir das Buch damals gekauft habe. Denn mal ganz ehrlich, wer von uns ist denn kein Coverkäufer? Und ich finde, das Cover von „Dark Heroine“ macht auf jeden Fall etwas aus. Da habe ich also nichts dran auszusetzen. 

    Auch im Inneren finde ich die Aufmachung sehr ansprechend. Die Kapitel sind einfach bezeichnet mit Kapitel 1,2,3,usw., und daneben steht in großer, verschnörkelter Schrift, aus wessen Sicht das Kapitel erzählt wird. 


    Der Erzählstil

    Obwohl „Dark Heroine“ ursprünglich eine Wattpad-Story war, merkt man davon überhaupt nichts. Abigail Gibbs‘ Schreibstil ist sehr flüssig zu lesen, nicht zu ausschweifend und nicht zu nüchtern, also genau perfekt. Dadurch habe ich das Buch trotz seiner 606 Seiten an nur einem einzigen Tag durchgelesen!

    Dadurch, dass das Buch nicht nur aus Violets Sicht, sondern auch aus der von Kaspar geschrieben wurde, hat man direkt ein Bild davon bekommen, wie es in ihrem Innersten aussieht. Auch waren die Dialoge zwischen den Charakteren sehr authentisch und die ganze Geschichte sehr gefühlvoll.


    Die Handlung

    Die Handlung ist genauso authentisch und nachvollziehbar wie die Dialoge. Das ganze Buch über ist dieser rote Faden erkennbar, und die kurzen Kapitel machen die Geschichte zu einem wahren Pageturner, den ich nicht mehr aus der Hand legen konnte. 

    Auch das Setting finde ich unglaublich passend gewählt – zu gern würde ich Varnley mal einen Besuch abstatten! Anfangs habe ich ja noch mit einer Twilight-ähnlichen Geschichte gerechnet, aber im Nachhinein kann ich auf jeden Fall sagen, dass „Dark Heroine“ etwas vollkommen Anderes ist. Und zwar auf gute Art und Weise anders. Allein schon die Idee der unterschiedlichen Dimensionen hat mich fasziniert und in ihren Bann gerissen, sodass ich es kaum erwarten kann, auch Teil 2 zu lesen, der aus der Sicht einer Person aus der ersten Dimension geschrieben ist. 

    Die Actionszenen waren unglaublich mitreißend beschrieben, und die Erotischen Teile genau richtig und ohne diese vulgäre Sprache, die ich sonst überhaupt nicht leiden kann. Dadurch sind Herzrasen und Schockmomente beim Lesen auf jeden Fall vorprogrammiert.


    Die Charaktere

    Violet ist eine sehr toughe Protagonistin, die mir sofort sympathisch war. Sie hat Stärken und Schwächen und obwohl sie manchmal ein bisschen wankelmütig ist und viele genau das als Kritikpunkt auffassen, finde ich gerade das an ihr so realistisch, denn ich hätte in vielen Situationen genauso gehandelt wie sie. 

    Und Kaspar ist ein Bookboyfriend, den man erst lieben lernen muss – so wie Violet es musste. Anfangs war überhaupt nicht sicher, ob das zwischen den beiden überhaupt was werden kann, und ich werde auch nicht verraten, wie sie sich letztendlich entscheidet. Nur so viel: Ich war wirklich überrumpelt. 


    Fazit

    „Dark Heroine“ ist ein Buch, das Action, Spannung und Emotionen perfekt widergegeben hat, wodurch der Nervenkitzel unumgänglich war. Die ganze Story war unglaublich nervenaufreibend, weshalb ich sie jedem Vampirfan empfehlen kann!

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    Cover des Buches Das Magische Messer (ISBN: 9783551583413)

    Bewertung zu "Das Magische Messer" von Philip Pullman

    Das Magische Messer
    _books_lara_vor einem Monat
    Kurzmeinung: Der Schreibstil von Pullman ist nicht meins, aber ansonsten ganz gut
    Nicht meins

    Die Gestaltung

    Na ja, vielleicht könnt ihr euch schon denken, dass das Cover nicht mein All Time Favourite ist. Ich finde einfach, es sieht viel zu sehr nach einem Kinderbuch aus (ich habe die alte Ausgabe) – besonders in Anbetracht der Tatsache, dass das Buch an sich schon recht brutal ist und nicht unbedingt angebracht für 10-jährige Kinder. 


    Der Erzählstil

    Ich hatte schon in „Der Goldene Kompass“ Schwierigkeiten mit Philip Pullmans Schreibstil. Er ist mir einfach zu ausführlich, wodurch das Buch oft sehr langwierig erscheint. Es hat ein bisschen was von den Büchern von Michael Ende, finde ich, was nicht so gut mit der Story in Einklang ist. 

    Gut hat mir allerdings gefallen, dass Pullmans Schreibstil auf jeden Fall einzigartig ist und dadurch großen Wiedererkennungswert hat. Ich denke, ich könnte ein Buch von ihm jederzeit von anderen Büchern unterscheiden, obwohl ich erst zwei Bücher von ihm gelesen habe. 

    Außerdem fand ich es gut, dass durch unterschiedliche Sichtweisen ein bisschen mehr Abwechslung in die Geschichte kam. Es wurde nicht nur aus Wills und Lyras Sicht geschrieben, sondern auch aus der Sicht von unterschiedlichen Hexen und weiteren Personen, die in der Geschichte eine große Rolle spielen. Ein bisschen gestört hat mich zwar hier, dass manchmal ohne einen Hinweis plötzlich die Sichtweise gewechselt wurde, sodass ich mich erst wieder ein bisschen sammeln musste, bevor ich das gecheckt habe. Da hätte man sicherlich einen kleinen Hinweis geben können.

    Allerdings war der Schreibstil von Pullman teilweise schon arg wissenschaftlich. Da wurde von physikalischen Erscheinungen gesprochen, die zwar größtenteils verständlich waren, weil ich ja bis zur neunten Klasse Physikunterricht hatte, aber einige Dinge haben mir einfach überhaupt nichts gesagt, weshalb ich bezweifle, dass auch Lyra, die in der Story erst 12 ist, alles verstanden haben kann. 


    Die Handlung

    Der Start in die Geschichte fiel mir etwas schwer, weil die Kapitel schon sehr lang waren und meinen Lesefluss ein bisschen gestört haben. So habe ich immer nur darauf hingefiebert, dass das Kapitel endlich zu Ende geht, anstatt dass ich mich komplett auf die Geschichte einlassen konnte. Aber daran habe ich mich im Laufe des Lesens auch gewöhnt, weshalb das jetzt nicht allzu dramatisch ist. 

    Im Großen und Ganzen war die Geschichte recht vorhersehbar, da man einfach schon zu Beginn wusste, in welche Richtung sich die Story entwickeln wird. Zudem war – wie bereits erwähnt – die Geschichte manchmal schon sehr brutal und nicht mehr angemessen für ein Buch ab 10 Jahren. Es wurde misshandelt, Finger wurden „aus Versehen“ abgehackt, und Blut ist geflossen – mal ganz davon abgesehen, dass Kinder zu gewalttätigen Mördern wurden. Mich hätte das als zehnjähriges Mädchen doch ziemlich verstört, weshalb ich irgendwie finde, dass das ein bisschen widersprüchlich mit dem Alter der Charaktere und dem Schreibstil ist. 

    Zudem glaube ich nicht, dass zehnjährige Kinder schon die ganzen gesellschaftskritischen Aspekte verstehen, auf die in dem Buch angespielt werden. Beispielsweise die Kirche, die in Lyras Welt und auch in jeder anderen Welt, die sie besucht, noch immer viel zu große Macht hat. 

    Trotzdem hat mich die Geschichte manchmal sehr zum Schmunzeln gebracht, vor allem wenn Lyra und Will aneinandergeraten sind. Die Unterschiede zwischen ihren Welten zu erfassen fand ich ziemlich interessant, und ich finde, da hat Pullman wirklich ganze Arbeit geleistet. 

    Außerdem hat Pullman für eine geschickte Verknüpfung von Ereignissen gesorgt, die augenscheinlich keine Gemeinsamkeiten haben. Dadurch gab es einige Plottwists, die die Spannung beim Lesen vergrößert haben. Trotzdem fand ich einige dieser Verknüpfungen doch sehr verwirrend und irgendwie aus den Haaren gezogen. Da hätte ich mir noch ein bisschen mehr Feinfühligkeit gewünscht. 

    Ein weiterer Punkt, der mir jedoch sehr gut gefallen hat, ist, dass es in dem Buch nicht das personifizierte Böse gibt wie in vielen anderen Jugendbüchern der Fall. Zwar ist uns allen nach „Der Goldene Kompass“ klar, dass Mrs Coulter nicht das Richtige tut, aber man versteht mit der Zeit auch ihre Beweggründe. Genauso weiß man nicht so ganz, ob es wirklich richtig ist, Lord Asriel bei seinen Machenschaften zu unterstützen und ob die Engel nicht doch auf der falschen Seite stehen. Das alles wird man wohl erst im dritten Teil herausfinden.

    Zum Ende hin nahm die Geschichte außerdem immer mehr Fahrt auf und ich konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen. Und dann erst dieser fiese Cliffhanger! Ich werde auf jeden Fall bald mit dem dritten Band der „His Dark Materials“-Reihe weitermachen!


    Die Charaktere

    An sich gibt es hier nicht allzu viel zu sagen. Lyra und Will sind beide erst zwölf Jahre alt, haben dafür aber schon ein ziemlich ausgeprägtes Denkvermögen und eine Weitsicht, die man Kindern oft nicht zutraut. Trotzdem handeln sie meiner Meinung nach oft nicht altersgemäß. Auch waren manche Gedankengänge für mich nicht ganz verständlich. Als Lyra beispielsweise ihr Alethiometer fragt, was es mit Will auf sich hat und die Antwort lautet, dass er ein Mörder ist, denkt sie sich nur: Ach gut, dem kann ich vertrauen. Ich meine, hallo?! 

    Dadurch konnte ich einfach nicht ganz erkennen, was für eine Persönlichkeit Will und Lyra haben, und das hat es mir schwergemacht, mich mit ihnen zu identifizieren und die Geschichte aus ihrem Blickwinkel zu betrachten.


    Fazit

    „Das Magische Messer“ ist eine würdige Fortsetzung der „His Dark Materials“-Reihe, wobei immer noch viel Luft nach oben ist. Ich hoffe, alle meine Fragen werden im dritten Teil der Reihe beantwortet. 

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