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anna_m

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Rezensionen und Bewertungen

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    Cover des Buches Eine Farbe zwischen Liebe und Hass9783518469965

    Bewertung zu "Eine Farbe zwischen Liebe und Hass" von Alexi Zentner

    Eine Farbe zwischen Liebe und Hass
    anna_mvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Seltene Perspektive, spannend, interessant, über Rassismus in den USA.
    Eine etwas andere Antirassismuserzählung

    Wiedermal ein Roman zum Thema Rassismus, hier aus der Perspektive eines weißen Jungen, dessen Familie und Kirche davon überzeugt sind, dass es für sie und ihresgleichen bald keinen Platz mehr in Amerika geben wird, da sie weder zu den Reichen, noch zu einer geförderten Minderheit gehören. 


    Jessup und seine Familie rechnen sich zu den Leuten, die gemeinhin als White Trash bezeichnet werden. Zumindest denkt Jessup, dass die anderen ihn genau so sehen. Das Leben und Überleben ist für sie nicht einfach, der Wohnwagen will schließlich leidlich beheizt, die Rechnungen bezahlt und die Kühltruhe befüllt werden. Sie sind stolz auf das, was sie mit harter Arbeit erreichen können, auch wenn es nicht viel ist. Die Mutter der Patchworkfamilie schiebt Doppelschichten und auch Jessup jobbt für den Familienunterhalt, vor allem, damit es seiner kleinen Halbschwester gut geht. Sein älterer Halbbruder sitzt für längere Zeit im Gefängnis, sein Stiefvater kommt gerade wieder raus. Wird jetzt alles besser? Wenn nur die Leute nicht so viel gucken, nicht so viel tuscheln würden. Kleinstadt eben.


    Die Geschichte spielt in der fiktiven Stadt Cortaca (wohl eine Mischung aus Cortland und Ithaca), im ländlichen Upstate New York, dort, wo die Bevölkerung Überwiegend weiß und relativ arm ist. Der Stadt sieht man den ehemaligen Wohlstand noch an - geschlossene Fabriken und solche, die kurz davor stehen. Rust-Belt. Einer der besseren Arbeitgeber ist die Universität, mit ihren Professoren und Verwaltungsangestellten. Es gibt jene, die auf großen Anwesen in modernen Häusern leben, oben auf den Hügeln, mit Blick über die Stadt. Und jene, die außerhalb leben, in einem Wohnwagen, so wie Jessup und seine Familie. Hier werden Werte wie Familie, Glaube und Disziplin groß geschrieben, sowie das weiß sein, wenn auch weniger explizit. 


    Dabei kümmert sich Jessup eigentlich nicht sehr um Fragen wie Rassismus und Hautfarbe - und weiß doch ganz genau, wie er auf andere wirkt und wie sein Handeln wahrgenommen wird. Er respektiert seinen afroamerikanischen Coach und verliebt sich in dessen Tochter. Liebt sein multikulturelles Football-Team, mit dem er es endlich zu etwas bringt und darf davon träumen, Dank eines Sportstipendiums bald aus der Stadt herauszukommen. Doch jugendlicher Übermut, ein tragischer Unfall, eine dumme Entscheidung, drohen alles zunichte zu machen, wofür er so lange so hart gearbeitet hat. Und dann stellen sich all die Fragen über Schuld, Zugehörigkeit, Loyalität, Hautfarbe usw. eben doch.


     


     


    Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es gibt einen glaubwürdigen Einblick in Jessups Leben, seine Familie, Schule, Freunde, Gemeinde. Informationen über die sozioökonomischen Verhältnisse werden nur so weit wie nötig eingestreut, während der ersten rund 30 Seiten immer wieder in kurzen Absätzen, während Jessup sich für sein erstes Play-Off-Spiel vorbereitet. 


    Das Buch beginnt spannend und bleibt es, mit mehreren Höhepunkten: Warum sitzen Halbbruder und Stiefvater im Knast? Wie und wann kommt es zu dem Unfall? Welche Folgen wird er haben? Und was für Folgen das sind! Dabei arbeitet der Autor mit verschiedenen spannungsaufbauenden Mitteln wie z.B. retardierendes Moment, countdownzählende Überschriften, der Unfall als Vorschau im Prolog (natürlich ohne zu viel zu verraten), eine Erzählung im Präsens (dritte Person) und eine Handlung, die sich mit Ausnahme weniger Rückblenden über gerade mal ein Wochenende erstreckt. Man kann das Buch also fast in „Echtzeit“ lesen, einen Tag heute, einen Tag morgen, und schon ist man durch! Das Buch beginnt mit einem meisterhaft geschilderten Football-Spiel, das immer wieder für Rückblenden oder einführende Informationen unterbrochen wird. Das Spiel drängt dabei zum Weiterlesen, was ich als einen klugen Schachzug empfand. Und obwohl ich keinen blassen Schimmer von American Football habe, ließ mich das beschriebene Spiel quasi außer Atem durch die Seiten fliegen. Als der Höhepunkt der Erzählung, den ich mir gedacht hatte, erreicht wurde, fing die Handlung eigentlich erst an. Oder begann aufs Neue. War das halbe Buch noch zu lesen! Der Roman ließ sich einfach nur schwer aus der Hand legen und ich musste mein Lesetempo erhöhen, um meine Neugierde zu befriedigen. 


    Alexi Zentner schafft es, Empathie für jene zu wecken, die diese in Erzählungen für gewöhnlich nicht verdienen: Rassisten. Die Opfer sind schwarz, aber ohne Sympathiepunkte. Jessup und seine Familie sehen sich einer voreingenommenen Öffentlichkeit gegenüber. Sie stehen auf dem Prüfstand, die Polizei wartet scheinbar nur auf einen Fehltritt. Ich dachte mir oft: die Geschichte kennst du, nur andersherum. Fragte mich, wie es wäre, wenn die Hautfarben vertauscht wären. Wenn es nicht Upstate New York, sondern tiefstes Alabama wäre. Dabei ist dem nicht ganz so. Es ist nicht einfach ein Umdrehen der gängigen Antirassismuserzählung. Es geht um das menschliche Bedürfnis, einer Strafe zu entkommen, um Reue, Wiedergutmachung, Erkenntnis, Freundschaft, Sinneswandel. Wer oder was ist wirklich wichtig im Leben? Auf wen kann man zählen, wem kann man vertrauen? Steht man ein Leben lang zu seinen Überzeugungen, oder kann man die Meinung ändern? Viele Fragen und gesellschaftspolitische Themen werden in diesem Buch verarbeitet und ich fand die Umsetzung sehr gelungen. Das für uns typisch amerikanische Medienspektakel rund um einen polarisierenden Kriminalfall wird gut dargestellt und dezent kritisiert. 


    Dem Roman wird ein Vorwort des Autors vorangestellt, in dem er davon erzählt, wie seine Familie aufgrund ihres Engagements gegen Rassismus Opfer von rechter Gewalt wird. Ich denke, dass das eine gute Idee war, denn sonst entstünde v.a. zu Beginn vielleicht der Eindruck, der Autor wolle rechte Gesinnungen erklären, verklären oder gar verteidigen. Ich war zu Beginn des Buches auch ein wenig irritiert, ob der Sympathie für die Mitglieder der rechten Szene. Dabei darf man nicht vergessen, dass hier ein Jugendlicher von seiner Familie erzählt, die er trotz allem liebt. 

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    Cover des Buches Fehlstart9783446263758

    Bewertung zu "Fehlstart" von Marion Messina

    Fehlstart
    anna_mvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Buch über eine verlorene, von den Umständen zerriebene Generation von Arbeiterkindern. So traurig, so wahr.
    Ein Roman über die Kinder der französischen Arbeiterklasse

    Aurélie träumt von einer tollen Karriere und einem wilden Studentenleben, mit vielen Freunden. Doch schnell muss sie feststellen, dass es gar nicht so einfach ist, an der Universität Anschluss zu finden. Und wie ihre Karriere danach aussehen soll, dass weiß sie auch nicht, aber mit Jura als Studienfach, ist man sicher auf der richtigen Seite, oder?

    Mit dem Abitur in der Tasche und zarten 18 Jahren versucht Aurélie, deren Eltern einfache Hilfsarbeiter sind und ihre Abende gerne vor dem Fernseher verbringen,  ihren eigenen Weg zu finden. Sie träumt von der großen Liebe, Bildung und einem eigenen finanziellen Auskommen. Es ist eine Geschichte über das Erwachsenwerden. Aurélies Pläne scheinen jedoch alle zum Scheitern verurteilt zu sein. Greift hier ein Determinismus, ist nur ihre Herkunft Schuld, oder liegt es „am System“? Und ist das nicht letzten Endes egal bzw. das selbe, wenn ein junger Mensch durch seinen Versuch, in der Welt Fuß zu fassen, so desillusioniert und entmutigt wird, dass er seine Träume als naiv bezeichnet?

    Marion Messina führt uns vor Augen, wie das Schicksal einer jungen Frau aus den unterprivilegierten Vororten einer Großstadt aussehen kann. Der Roman ist relativ sachlich geschrieben, beinahe dokumentarisch und benennt das relative Elend einer Generation. Dabei wirkt die Protagonistin teilweise wirklich naiv, andererseits aber auch sehr ab- und über die gesellschaftlichen Zustände aufgeklärt. Mir hat die raue Realität des Romans sehr gut gefallen, der etwas nüchterne Stil hemmte jedoch meine Empathie für Aurélie. Und obwohl ich ahnte, worauf es hinauslaufen würde, konnte ihre Geschichte mich interessieren und an das Buch fesseln. Ich wollte wissen, ob es ein wundersames gutes, ein dramatisches schlechtes oder zumindest irgendwann EIN wie auch immer geratenes Ende nehmen würde. Messina lässt auf ein Wunder hoffen, das eigentlich nicht kommen kann, aus der Perspektive des sozialen Determinismus nicht kommen darf, aber das Leben und vor allem Buch und Film haben uns gelehrt, dass es diese Wunder eben doch gibt. Wie es für Aurélie ausgeht, kann ich natürlich nicht verraten, aber mir hat das Ende gut gefallen, mit einem kleinen Abstrich für die letzte Episode vor der abschließenden Entscheidung. Hier blieb mir das Buch doch etwas zu unterkühlt und die Protagonistin zu fremd. 

    „Fehlstart“ zeichnet ein meiner Meinung nach präzises und wahrheitsgetreues Bild der Erfahrungen eines Teils der französischen Jugend. Aktuelle politische und gesellschaftliche Themen werden verarbeitet, Missstände werden angeprangert: Bildungssystem, kaputte zwischenmenschliche Beziehungen, Immigration, Sexismus, Sozialstaat usw. In diesem Zusammenhang typische Phrasen werden im Text hervorgehoben. Der Roman ist atmosphärisch dicht und deprimierend. Er wirkt so dünn und wiegt doch sehr schwer. Trotzdem glaube ich, dass diese Themen besser bearbeitet werden könnten. Ein paar Seiten mehr, hätten dem Buch vielleicht gut getan, denn etwas mehr Dialog hätte die Protagonisten weniger fremd wirken lassen. Wer in dem Thema nicht drin steckt, mit Sozialwissenschaften wenig am Hut hat und Frankreich nicht gut kennt, hätte sich vielleicht über ein paar Seiten mehr gefreut und dem Roman dann mehr abgewinnen können. 


    Mir hat er sehr gut gefallen und ich würde ihn weiterempfehlen. Ich stelle es im Regal neben "Ein Winter in Paris" von Jean-Philippe Blondel.

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    Cover des Buches Selected Works of Virginia Woolf9781840226935

    Bewertung zu "Selected Works of Virginia Woolf" von Virginia Woolf

    Selected Works of Virginia Woolf
    anna_mvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: So viele tolle Klassiker in einem Band - das *muss* einfach in jedem Bücherregal stehen!
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    Cover des Buches Die Weihnachtsmaus (Pappbilderbuch)9783414825452

    Bewertung zu "Die Weihnachtsmaus (Pappbilderbuch)" von James Krüss

    Die Weihnachtsmaus (Pappbilderbuch)
    anna_mvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Allerliebstes Weihnachtsgedicht, auch für kleine Kinder (2) schon sehr schön. Detailverliebt und humorvoll illustriert.
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    Cover des Buches Der Stechlin9783730607886

    Bewertung zu "Der Stechlin" von Theodor Fontane

    Der Stechlin
    anna_mvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Vom Ende einer Ära. Amüsantes Geplauder bildet eine Gesellschaft ab. Ein Roman in Dialogform, der seines Gleichen sucht. Sehr unterhaltsam!
    Vom Ende einer Ära

    Ein Klassiker, den ich jedem weiterempfehlen möchte, der sich bei gescheitem Geplauder gut amüsiert, sich nicht an einer armen Handlung stört und zu einigen Recherchen bereit ist. Dieser Roman in Dialogform, denn ja, meistes wird geredet, weiß durchgehend zu unterhalten und ist sehr humorvoll. Allerdings kann man die gewitzten Unterhaltungen, Seitenhiebe der Gesprächspartner und großen Schenkelklopfer oft nur verstehen, wenn man in der entsprechenden Zeit, Ende des 19. Jahrhunderts in Preußen, angekommen ist. Ich habe ein bisschen Zeit in Recherchen investiert und mich dann bestens unterhalten gefühlt. So, wie schon lange nicht mehr. Es ist ein Genuss, wie elegant Fontane Dialoge entwerfen kann. Sie wirken sehr lebensecht, hin und wieder mit etwas Dialekt gespickt, und sind doch höchste Kunst. Bei den Recherchen darf man übrigens keine Angst vor Spoilern habe, denn die Handlung dieser rund 500 Seiten passt in wenige Zeilen. 

    Fontane beschreibt seinen Roman, ACHTUNG, SPOILER, folgendermaßen: "Zum Schluß stirbt ein Alter und zwei Junge heiraten sich – das ist ziemlich alles, was auf 500 Seiten geschieht." Dem ist eigentlich kaum etwas hinzuzufügen und ich lasse es mal so stehen.


    Fontane entwirft ein Abbild der damaligen Gesellschaft und legt ein besonderes Augenmerk auf den preußischen (Land-)Adel, den er zwar liebevoll respektiert, jedoch für zu sehr im Alten verankert hält um in einer sich erneuernden Welt und Gesellschaft zu bestehen. Hauptsächlich dreht sich der Roman um die Familie von Stechlin, unterer Landadel, aus der Mark Brandenburg und um die des Grafen von Barby, derzeit in Berlin ansässig und der es finanziell sehr gut geht. Die beiden Familien verbinden sich durch eine Heirat. Während der alte Stechlin in seinem „Schloss“ zurückgezogen, bescheiden und relativ isoliert lebt, tourt Sohn Woldemar in seinen Flitterwochen durch Italien. Das Bild wird durch zahlreiche Nebenfiguren, teilweise mit viel Witz, vervollständigt. 

    Die Stechlins wuchsen mir sehr ans Herz, mit den Barbys konnte ich weniger anfangen. Jedoch genoss ich die vielen Plaudereien, in denen alle erdenklichen Themen über die damalige Gesellschaft, Kunst, Glaube etc. aufgenommen werden. Immer mit einer Prise Humor und teilweise bissigen Bemerkungen, verpackt in höfliche Umgangsformen. Diese zu entwirren und zu entlarven machte Spaß. Insbesondere Woldemar von Stechlins Kameraden Rex und Czako, ihrer Herkunft nach so verschieden, sich in ihrem Handeln und Reden aber doch umso ähnlicher, konnten mich mit ihren scharfzüngigen Bemerkungen und dem neuesten Klatsch und Tratsch gut unterhalten. Es wird überall mit- und übereinander geredet, manchmal geurteilt. Der Erzähler hält sich vornehm zurück. 

    Zwei kurze Zitate:

    Woldemars Tante Adelheid, Vorsteherin eines Klosters, bezüglich der Qualitäten einer möglichen Ehefrau ihres Neffen: "Wenn das Herz gesund ist, ist der Kopf nie ganz schlecht."

    Der alte Dubslav von Stechlin über den örtlichen Superintendenten Koseleger: "Er ist wie 'ne Baisertorte, süß, aber ungesund."


    Das Buch ist so sehr mit Pointen, Symbolen, historischen Bezügen etc. angereichert, dass es vielseitig interpretiert werden kann und auch wurde. Literaturliebhaber können sich hier nach Herzenslaune austoben. Ich kann das Buch nur empfehlen und würde es auch noch ein zweites Mal lesen.

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    Cover des Buches King Lear (Penguin Classics)9780141396460

    Bewertung zu "King Lear (Penguin Classics)" von William Shakespeare

    King Lear (Penguin Classics)
    anna_mvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Eine gute Geschichte, aber durch das alte Englisch eine echte Herausforderung. Darunter litten Spaß und Verständnis. Trotzdem lesen!
    Nicht ganz einfach... trotzdem lesen! Ein Leckerbissen für den Literaturliebhaber

    Nachdem ich hier einige begeisterte Rezensionen über "Wir, die wir jung sind" von Preti Taneja gelesen hatte, die dieses Buch mit Shakespeares „King Lear“ in Verbindung brachten, musste ich einfach zu diesem Klassiker greifen. Seine Intrigen und sein Aufbau inspirieren bis heute – auch wenn Shakespeare damals kein Novum schuf. 

    Es geht in diesem Drama um das Schicksal des Königs Lear, der über den Undank seiner älteren Töchter den Verstand verliert, sowie um die Intrige eines unehelichen Sohnes gegen seinen Vater und dessen legitimen Sohn. Es geht um Habgier und Liebe, Loyalität und Hass. Viele starke Gefühle, die die Figuren dazu animieren, ihr Schlechtestes zu offenbaren. Das Ende ist fatal.

    Anders als die hier angegebene Ausgabe von Penguin, habe ich den King Lear von Wordsworth Classics gelesen. Diese enthält ein ca. 30-seitiges Vorwort, eine kurze Liste über weiterführende Literatur und zahlreichen Anmerkungen zu Vokabular und Textverständnis. Sie richtet sich an englischsprachige Leser. 


    Ich bin, was das Englische betrifft, relativ fit, aber bei der Sprache aus Shakespeares Zeiten stieß ich an meine Grenzen, sodass mir manchmal nicht ganz klar war, was gerade passierte. Auch muss man sich sehr auf die Namen und Titel konzentrieren, weil es auf eher wenigen Seiten um viele Figuren geht. Wer war nochmal mit wem verheiratet? Und halt – um wessen Briefe mit welchem Inhalt geht es hier gerade? Für meinen Geschmack wurde mein Lesefluss dadurch recht häufig unterbrochen, bis ich dann einfach weiter las. Am Ende war ich froh, es geschafft zu haben. Einerseits, weil es doch sehr anstrengend war und langsam voran ging, andererseits, weil ich doch so einiges mitgenommen und mich auch gut unterhalten gefühlt hatte. Sollte man eine Szene nicht verstehen, kann man sie heute auch sehr einfach im Internet nachlesen – was ich nach Beenden des Buches einmal gemacht habe um zu sehen, ob ich etwas Wichtiges überlesen hatte. 


    Und trotz all dieser Probleme kann ich sagen: Lesen, lesen, lesen! 

    Dieser Klassiker ist einfach Pflichtlektüre, seine Intrigen erinnern sicherlich jeden Leser an ein oder mehr heiß geliebte andere Werke. Ich musste fortlaufend an die höfischen Intrigen und Machtkämpfe aus Game of Thrones denken – was sicher kein Zufall war – und auch sprachlich ist es ein Vergnügen. Ja, auch wenn man manchmal nicht versteht was man liest – es ist und bleibt ein Festessen für den Literaturliebhaber. Wortspiele, Metrum, Reime. Es ist nicht umsonst ein Klassiker. 

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    Cover des Buches Benno Bibers Autobuch9783401713106

    Bewertung zu "Benno Bibers Autobuch" von Christine Kugler

    Benno Bibers Autobuch
    anna_mvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Farbenfrohes, detailreiches, fröhliches Bilderbuch über eine Reise mit dem Auto. Viel zu gucken, viel zu erzählen.
    Eine Urlaubsreise mit dem Auto - viel zu gucken, viel zu erzählen

    In „Benno Bibers Autobuch: Werkstatt, Tanken, Autobahn – wann kommen wir denn endlich an?“ mit Klappen, Fingerspuren und Schiebern geht es auf fünf großen Doppelseiten in kunterbunten Bildern um eine Urlaubsreise mit Hindernissen.


    Das Buch strotzt vor herrlich farbenfrohen, knalligen Bildern auf dicken Pappseiten. Die Hochglanzbilder sind stimmungsvoll und wirken meistens fröhlich, es sei denn der Autobus steht, oh weh!, im Stau… oder gar in der Werkstatt. Aber nur keine Panik, Benno Biber und seine Freunde wissen sich zu helfen und gelangen am Ende natürlich ans Ziel. Das Buch zählt in kurzen reimen verschiedene Etappen der Reise mit dem Auto auf, in denen Kinder Erlebtes wiedererkennen und eigene Erinnerungen beisteuern können. In dieser Tierwelt gibt es hinter ein paar Pappklappen mehr oder weniger überraschende Einblicke in Kofferräume oder eine Autowerkstatt. Im Buch dreht sich alles um das Auto, wie der Titel vermuten lässt. Waschanlage, Autopanne, Werkstatt, Tankstelle, Stau auf der Autobahn etc. Die Polizei, ein Krankenwagen und die Feuerwehr gucken natürlich auch vorbei. Auch im Hintergrund spielt sich so einiges ab: Flugzeuge, Trecker, LKWs, Heißluftbalons usw. kreuzen Benno Bibers Weg. Dazu kann wunderbar erzählt werden und am Ende wünscht man sich, dass die eigene Autofahrt ebenfalls im entspannten Campingurlaub am Meer endet, mit Würstchen am Lagerfeuer, Gitarrenmusik und Sonnenuntergang.


    Ich fand das Buch auch deshalb sehr schön, weil wirklich alles dabei ist, was man auf solch einer Reise erlebt oder erleben kann und sicher auch schon mal erlebt hat.

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    Cover des Buches 10 kleine Burggespenster spielen Verstecken9783280080054

    Bewertung zu "10 kleine Burggespenster spielen Verstecken" von Susanne Göhlich

    10 kleine Burggespenster spielen Verstecken
    anna_mvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Ein hübsches, detailverliebtes Bilderbuch mit Reimen. Die Gespenster suchen ihren Hund und laden dabei zur Schlossbesichtigung ein.
    Ein Rundgang durch die Gespensterburg, auf den Spuren von Chilli

    Ich habe das Buch „10 kleine Burggespenster spielen Verstecken“ bei den Lovelybooks-Kinderbuchwochen gewonnen und das Buch gefällt mir. Ich kannte die Reihe um die Gespenster noch nicht, aber die Buchbeschreibung klang vielversprechend. Es geht in dem Buch darum, dass die Gespenster mit ihrem Hund Verstecken spielen. Das Kind sucht mit ihnen verschiedene Räume des Schlosses ab und darf dabei vieleKlappen im Pappbuch öffnen.


    Die kleinen Gespenster sehen niedlich aus und die Räumlichkeiten, in denen sie sich bewegen, wurden mit Liebe zum Detail gestaltet. Das lädt zu viel mehr Gesprächen ein, als allein der Text, der in Reimen von der Suche nach dem Hund erzählt. Es geht vom Hühnerstall über die Backstube (Feuerstelle, Backöfen, ein Tisch wo alles zum Keksebacken bereit liegt, Brezeln, Torte, Obstkörbe…) ins Bad usw. Das alles hat mir gut gefallen. Ich finde die Zeichnungen schön und die Texte ermöglichen eine kleine Einleitung zu jeder neuen Doppelseite. Nur die Vornamen der Gespenster, bei denen ich dann auch nicht immer sicher war, welches denn gemeint ist, haben mich ein bisschen irritiert. Andererseits ist das auch nicht so wichtig, man muss sich nur merken, welches der abgebildeten Gespenster im Text genannt werden soll, um es dem Kind nicht jedes Mal anders zu erzählen.


    Das Buch ist ab 3 Jahren empfohlen, kann meiner Meinung/Erfahrung nach aber auch schon früher angeschaut werden. 


    Am Ende werden fast alle Fragen geklärt, der Hund wird gefunden – nur was genau ist denn eigentlich ein Gespenst? 

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    Cover des Buches BECOMING9783442314874

    Bewertung zu "BECOMING" von Michelle Obama

    BECOMING
    anna_mvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Hat mir sehr gut gefallen, vor allem das "vor 2008"
    Eine lesenswerte Autobiographie und ein guter Einstieg in das Genre

    Da ich mich für Politik interessiere und dem Hype um die Familie Obama nicht entgehen konnte, war ich sehr auf dieses Buch gespannt. Es war das erste Mal, dass ich mich für eine Autobiographie interessierte, vielleicht, weil mich Michelle Obama faszinierte, vielleicht, weil ich älter geworden bin. Vielleicht, weil die Präsidentschaft Obama so „besonders“ war – der erste afroamerikanische Präsident, die vielen damit verknüpften Hoffnungen zu Beginn und die ernüchternde Bilanz am Ende? Vielleicht lag es auch am Marketing? Ich weiß es nicht genau. Ich versprach mir von dieser Lektüre, einen Einblick in das politische Leben in Washington zu erhalten und Michelle Obama kennenzulernen. Ich erhoffte mir einige amüsante, interessante aber alles in allem nicht sehr erhellende Anekdoten und erwartete ein unterhaltsames, aber wenig kontroverses Buch, das von irgendeiner PR-Abteilung abgesegnet worden war. Meine Erwartungen wurden erfüllt.

    Michelle Obama schreibt wunderbar, sie wirkt sehr offen und ehrlich – sehr amerikanisch. Am interessantesten fand ich ihre Kindheitserinnerungen, die einen sehr guten Einblick in das soziale Milieu erlauben, in dem sie aufwuchs. Wer sich für Amerika und Soziologie interessiert, dem wird dies gefallen, auch wenn es natürlich nur eine einzelne Person ist, die hier erzählt und schildert, was sie uns eben zeigen möchte. Es wird geschmunzelt, denn es gibt lustige oder niedliche Erinnerungen aus Michelles Kindheit. Und es wird auch emotional, es wird geweint, denn im Leben muss jeder lernen, mit Verlusten umzugehen. Dieser erste Teil charakterisiert die Autorin. Sie kommt später auf das ein oder andere Erlebnis dieser Zeit zurück.

    Gut gefallen hat mir auch, wie sie vom Kennenlernen mit Barack erzählte. Insgesamt hatte ich aber das Gefühl, dass über ihre Studienzeit und die ersten Jahre im Berufsleben sowie das Kennenlernen nicht ganz so viel berichtet wird. Später geht es natürlich viel um den Wahlkampf und auch die Zeit im Weißen Haus, was ich besonders spannend fand. Michelle geht dabei auf ihre eigene Rolle ein und berichtet vom Spagat zwischen Politik und Familienleben, den damit einhergehenden Bedenken als Mutter und den Unannehmlichkeiten für das Privatleben. Sie macht sich viele Gedanken über die Auswirkungen dieser Erlebnisse für ihre Kinder, was ich als sehr lesenswert empfand. Spannend war auch zu sehen, wie sie als First Lady versucht, sich ein eigenes Projekt zu erarbeiten und umzusetzen. 

    Ich würde dieses Buch jedem empfehlen, der sich ein bisschen für amerikanische Politik und starke Frauen interessiert. 


    Eine kleine Anekdote am Schluss: Ich hatte mir die Autobiographie von Michelle Obama gewünscht und dabei ganz vergessen zu erwähnen, dass ich dabei natürlich das Original auf Englisch meinte. Nun hab ich es auf Deutsch gelesen und muss sagen, dass mir die Übersetzung gut gefallen hat. Man erkennt nur selten, dass ein englischer Text zu Grunde liegt, vielleicht weil man es weiß, und das ist auch ok.

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    Cover des Buches Das Weihnachtsmarktwunder9783463406572

    Bewertung zu "Das Weihnachtsmarktwunder" von Ralf Günther

    Das Weihnachtsmarktwunder
    anna_mvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Ein herzerwärmendes, Dresdener Weihnachtsmärchen. Ein toller Autor. Eine tolle Weihnachtsbuchreihe von Kindler-Rowohlt.
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