antjemue

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Rezensionen und Bewertungen

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    Cover des Buches Die Lüge9783809027058

    Bewertung zu "Die Lüge" von Mattias Edvardsson

    Die Lüge
    antjemuevor einem Jahr
    Spannung von Anfang bis Ende

    In Lund, einer schwedischen Kleinstadt, wird ein junger Mann erstochen auf einem Spielplatz aufgefunden. Tatverdächtig ist die 19-jährige Stella, eine nicht ganz unkomplizierte junge Frau, die eigentlich wohlbehütet bei ihren Eltern aufwuchs. Doch die Bilderbuchidylle der Familie, mit Vater Adam als Pfarrer und Mutter Ulrika als Rechtsanwältin, hat Risse…

    Dieses lediglich als Roman betitelte Buch ist in Wahrheit ein Psychothriller der feinsten Art. Er ist in drei Teile untergliedert, die jeweils die Perspektive des Vaters, der Tochter und der Mutter, in genau dieser Reihenfolge, in der ersten Person beleuchten. Der Schreibstil ist bildhaft und flüssig. Der Autor schafft es mit kurzen Kapiteln, gekonnten Wechseln zwischen Gegenwart und Vergangenheit sowie den perfekt gesetzten Perspektivwechseln einen Spannungsbogen aufzubauen, der bis zum Ende gehalten wird.

    Ich empfand beim Lesen zu keinem Zeitpunkt Längen und konnte das Buch tatsächlich kaum aus der Hand legen. Die Charaktere waren hervorragend gezeichnet und die unterschiedlichen Sichtweisen zu gleichen Situationen, hatten für mich etwas sehr Faszinierendes. Die jeweiligen Lügen waren für mich schon sehr zeitig und offensichtlich erkennbar. Doch statt einen Spannungsabfall zu bewirken, tickten sie mich als Mutter an. Und auch nach dem Ende, der erst auf den letzten Seiten komplett aufgelösten Geschichte, stelle ich mir noch die Frage, wie weit würde ich selbst zum Schutz meiner Familie gehen?

    Für mich persönlich war „Die Lüge“ eine komplett spannende Lektüre von Anfang bis Ende. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob das ein Leser, der selbst keine Kinder hat, genauso empfinden kann.

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    Cover des Buches River of Violence9783423435758

    Bewertung zu "River of Violence" von Tess Sharpe

    River of Violence
    antjemuevor einem Jahr
    Düster, brutal und auf morbide Art faszinierend

    Harley, die Tochter des Drogenbarons Duke McKenna, wird bereits in jungen Jahren zur Halbwaise. Um seine Tochter zu schützen, erlaubt Duke ihr seitdem nicht mehr, das Familienanwesen zu verlassen. Gleichzeitig erteilt er ihr eine harte Ausbildung in Sachen Selbstverteidigung. Als sie erwachsen wird, arbeitet er sie dann nach und nach in seine Geschäfte ein, damit sie das Imperium eines Tages übernehmen kann. Als es dann soweit ist, verfolgt Harley aber einen ganz anderen Plan…

    Diese recht düstere und mit viel Gewalt gespickte Geschichte wird in der ersten Person aus der Perspektive von Harley erzählt. Den Schreibstil würde ich als bildhaft und flüssig bezeichnen. Ich brauchte jedoch ein bisschen zum warm werden. Allerdings hat mich die Story, die eine gekonnte Mischung aus Rückblicken und Gegenwart aus dem moralisch definitiv nicht einwandfreien Leben Harley ist, dann recht schnell gepackt. Mit jeder Seite gewann ich die Hauptfigur, die einerseits brutal und knallhart ist, andererseits das Herz aber auf dem richtigen Fleck hat, lieber.

    Wer eine klassische Geschichte lesen möchte, in der Gut und Böse klar strukturiert sind, für den ist dieses Buch wahrscheinlich komplett ungeeignet. Wer sich aber gern auch in dunkle Gefilde begibt und sich darauf einlässt, dass tatsächlich jeder auch seine dunklen Seiten hat und diese auf einem selbstbestimmten Level auslebt, der kann hier tatsächlich einer morbiden Faszination erliegen. Ich selbst habe die Geschichte jedenfalls verschlungen.

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    Cover des Buches Fall9783518467657

    Bewertung zu "Fall" von Candice Fox

    Fall
    antjemuevor 2 Jahren
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    Cover des Buches Die Hatz9783492310475

    Bewertung zu "Die Hatz" von J.M. Peace

    Die Hatz
    antjemuevor 3 Jahren
    Ein für mich ungewöhnlicher, aber trotzdem äußerst spannender Thriller

    Und wieder konnte ich dem Angebot eines Rezensionsexemplars aus einem meiner Lieblingsgenres nicht widerstehen und nahm es zu „Die Hatz“ von
    J. M. Peace, da mir die Kurzbeschreibung sehr zusagte, auch gern an.

    Da mir auch der Autorenname vollkommen unbekannt war, recherchierte ich ein bisschen und erfuhr aus den Verlagsinformationen, dass es sich um eine australische Autorin mit recht ungewöhnlichem Lebensweg handelt. Bereits als Kind wollte sie Schriftstellerin werden, entschied sich dann aber nach dem Journalistik-Studium dafür, Polizistin zu werden und übt diesen Beruf nun auch schon seit mehr als 15 Jahren in Queensland (Australien) aus. Doch der Wunsch zu schreiben, hat sie nie losgelassen. „Die Hatz“ ist ihr Romandebüt.

    Die Hatz

    Nach einem Streit mit Ihrem Lebensgefährten Gavin fährt Sammi kurzentschlossen zu Ihrer Freundin Candy in die drei Autostunden entfernte Stadt Brisbane. Sie möchte ein wenig Abstand bekommen und einen unbeschwerten Abend verbringen. Da Sammi am nächsten Tag arbeiten und demnach auch zurück muss, verlässt sie den Pub eher als Candy und deren Begleiter. Statt sich jedoch, wie eigentlich geplant, ein Taxi zu Candys Wohnung zu rufen, nimmt sie das Angebot eines flüchtigen Bekannten an, sie „nach Hause“ zu fahren. Leider stellt sich das kurze Zeit später als folgenschwerer Fehler heraus. Der Mann ist ein Psychopath, der seine Opfer im Busch aussetzt und zu Tode jagt. Doch mit Sammi hat er sich ein Opfer ausgesucht, das ihm einiges entgegen zu setzen hat. Sie selbst ist Polizistin und dem Täter ist diese Tatsache komplett unbekannt…

    Hochspannung, obwohl der Täter fast von Anfang an fest steht

    Als Vielleserin von Krimis und Thrillern ist für mich hier die Tatsache, dass Täter und Opfer von Anfang an feststanden und die Handlung trotzdem so interessant und spannend war, dass ich die in der dritten Person aus verschiedenen Perspektiven erzählte Geschichte innerhalb kürzester Zeit beendet hatte, das Besondere an diesem Debüt.

    Den Schreibstil empfand ich als einfach, flüssig, bildhaft und temporeich. Der Spannungsbogen wurde durch die gut gesetzten Wechsel der immer kurz gehaltenen verschiedenen Handlungsstränge, die jeweils mit Tag und Uhrzeit betitelt sind, von Anfang bis Ende gehalten. Ich erfuhr sehr viel über die mühsame Ermittlungsarbeit und hatte dabei das Gefühl, dass dies in der Realität wirklich genauso sein könnte. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass hier einiges aus dem Arbeitsalltag der Autorin bei der Polizei mit eingeflossen ist.

    Die Charaktere sind keine Superhelden, sondern Menschen mit Stärken und Schwächen, so dass ich mich wirklich gut in sie hineinversetzen konnte und stets und ständig den Wunsch verspürte, dass diesem fürchterlichen Verbrecher das Handwerk gelegt werden kann. So fieberte ich die ganze Zeit nicht nur mit dem Opfer, sondern auch mit den Ermittlern. Mit dem einerseits abgeschlossenen und trotzdem relativ offenen Ausgang der Geschichte bin ich sehr zufrieden, denn dieser scheint mir ebenfalls mehr als realistisch.

    Irgendwo habe ich gelesen, dass „Die Hatz“ auch der Auftakt einer Serie sein soll. Ich weiß nicht mehr wo und konnte diese Information auch gerade nicht wieder finden. Wenn dem jedoch tatsächlich so ist, dann möchte ich den nächsten Teil auf jeden Fall ebenfalls lesen und hoffe auf ein baldiges Erscheinen in deutscher Übersetzung.

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    Cover des Buches Tote Helden9783492703420

    Bewertung zu "Tote Helden" von Michael Peinkofer

    Tote Helden
    antjemuevor 3 Jahren
    Wann erscheint Teil 2?

    Obwohl ich ein großer Fan des Fantasy-Genres bin und mir der Name Michael Peinkofer bereits bekannt war – immerhin habe ich vor Jahren meinem jüngerer Sohn die ersten Teile seiner Orks Reihe gekauft und der hat diese Reihe auch mit großer Begeisterung „verschlungen“ – hatte ich selbst bislang noch nichts von ihm gelesen. Irgendwie kamen immer andere Bücher dazwischen. Als mir jedoch mit „Tote Helden“ kürzlich bei Amazon Vine der Auftakt seiner neuen High-Fantasy-Saga „Die Legenden von Astray“ als Rezensionsexemplar angeboten wurde, dachte ich mir, jetzt oder nie!

    Tote Helden

    Vor 37 Jahren gab es eine Katastrophe, die den Kontinent Astray spaltete. Auf beiden Seiten werden die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer. Jegliche Art von Magie wird von den Obrigkeiten verleugnet und sollte sich dennoch jemand damit befassen, egal ob gewollt oder ungewollt, so wird er verfolgt und vernichtet. Das gemeine Volk, das zumeist aus Diebesbanden besteht, lebt von der Hand in den Mund und wird durch Furcht und Hoffnungslosigkeit klein gehalten. Doch eines Tages erscheint ein Sänger auf der Bildfläche, der von der Bande der Krähen aufgenommen wird und einen Funken entfacht. Allerdings bemerken diesen auch Andere, die damit nicht unbedingt glücklich sind…

    Nach mehr als 500 Seiten weiß ich noch nicht wohin die Geschichte führen wird

    Von Anfang an verstand es der Autor, mich an seine erschaffene Welt zu fesseln. Dabei führt er in diesem ersten Band über das Reich Astray in verschiedenen Handlungssträngen, jeweils in der dritten Person und aus den Perspektiven verschiedener handelnder Figuren erzählt, diese eigentlich erst einmal lediglich ein und macht dabei auch nur häppchenweise Andeutungen über das was vor langer Zeit geschehen ist. Trotzdem erreichte er mit dem flüssigen Schreibstil und den exakt gesetzten Szenenwechseln, das ich von Anfang bis Ende keinerlei Längen verspürte und immer wissen wollte, wie es in dem jeweiligen Handlungsstrang weiter geht.

    Bei den Protagonisten schafft er neben reinen Sympathieträgern und offensichtlichen Feinden, auch Charaktere bei denen ich auch Ende des Buches noch nicht weiß, was ich wirklich von ihnen halten soll und nur eine leise Ahnung davon verspüre in welche Richtung es gehen könnte. Begann die Handlung, nach einem etwas mysteriösen Prolog, doch eher gemächlich, steigerte sich das Tempo allmählich und wurde zum Ende hin richtig aufregend. Trotz unzähliger ungeklärter Fragen schafft es der Autor im letzten Kapitel auch erst mal einen mehr oder weniger beruhigenden Schlusspunkt zu setzten. Allerdings nur, um den ebenfalls sehr mysteriösen Epilog mit einem Cliffhanger zu beenden.

    Nun bin ich tatsächlich richtig angefixt und würde am liebsten sofort weiterlesen. Allerdings gibt es noch keinen weiteren Teil, denn laut Information des Autors auf seiner Website, wird dieser gerade erst geschrieben und das bedeutet wahrscheinlich eine längere Wartezeit. Brauchte ich das sich am Anfang des Buches befindliche Personenregister zum Zurechtfinden in diesem ersten Teil nicht, da ich mich wirklich immer gut zurechtfand und mir die handelnden Protagonisten gut merken konnte, wird mir dieses allerdings im zweiten Teil, den ich unbedingt lesen möchte, nach der Wartezeit auf diesen wahrscheinlich noch mal eine Hilfe sein, um wieder in die Geschichte reinzukommen.

    Auf jeden Fall hat mir dieser Serienauftakt richtig gut gefallen und ich bin mir sicher, dass die Astray-Reihe nicht mein einziger Lesekontakt mit Michael Peinkofer bleiben wird. Werke aus seiner Feder gibt es inzwischen ja genug. Vorerst werde ich mich da allerdings an Reihen halten, bei denen ich gleich weiterlesen kann und dazu wahrscheinlich erst mal ins Bücherregal meines Sohnes greifen.

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    Cover des Buches The Girl Before9783328100997

    Bewertung zu "The Girl Before" von JP Delaney

    The Girl Before
    antjemuevor 3 Jahren
    Interessanter Psychothriller

    Wieder einmal bekam ich von Amazon Vine ein Rezensionsexemplar aus einem meiner Lieblingsgenres (Thriller/Krimis) angeboten. Obwohl es mittlerweile zu Hause durchaus hin und wieder aufgrund von Platzproblemen im Bücherregal – kaum ein bei uns eingezogenes Buch verlässt den Haushalt wieder - Spannungen gibt, konnte ich nicht widerstehen und orderte es mir.

    Als Referenz war in dem Angebot ein Psychothriller angegeben (Girl on the Train) welches ich vor geraumer Zeit regelrecht verschlungen hatte. Allerdings weiß ich nicht, ob dessen Autorin (Paula Hawkins) mit dem/der AutorIn von „The Girl before“ identisch ist. Da ist als Autor JP Delany angegeben, wobei es sich bei dem Namen offensichtlich um ein Pseudonym handelt. Den Verlagsinformationen konnte ich jedoch lediglich entnehmen, dass der/die Autorin bereits vorher Romane erfolgreich unter anderem Namen veröffentlichte, nicht aber welcher Name und welche Romane. Auf jeden Fall klang die Inhaltsangabe für mich so interessant, dass ich das Buch einfach lesen musste. Und gleich vorweg, ich habe es nicht bereut.

    The Girl before

    Jane hat einen schweren Schicksalsschlag erlitten und fühlt sich in ihrer bisherigen Umgebung nun völlig fehl am Platze und ist todunglücklich. Die Suche nach einer neuen bezahlbaren Wohnung in London gestaltet sich jedoch als sehr schwieriges Unterfangen. Nachdem ihr die Maklerin fast alle verfügbaren Wohnungen gezeigt hat und diese aber alle aus den verschiedensten Gründen nicht in Frage kommen, bleibt noch ein regelrechtes Traumhaus. Allerdings hat bei diesem der Architekt das letzte Wort, ob Jane überhaupt einziehen darf. Ihre Bewerbung ist mit der Beantwortung von hunderten von Fragen und der Mietvertrag mit ebenso vielen Regeln verbunden. Doch Jane darf einziehen. Jedoch weiß sie zum Zeitpunkt des Einzugs noch nicht, dass es in diesem Haus in der Vergangenheit bereits zu sehr mysteriösen Unfällen kam…

    Wiederholt sich hier alles?

    Dieser für mich wirklich sehr ansprechende Psychothriller ist in der ersten Person aus den Perspektiven der beiden Hauptfiguren Jane (Gegenwart) und Emma (Vergangenheit) verfasst. Der Schreibstil ist flüssig, die Story beginnt jedoch relativ gemächlich und erst im Laufe der Zeit zieht das Tempo an. Beide Frauen hatten vor ihrem Einzug in das technisch aufs modernste ausgestatte Traumhaus ein traumatisches Erlebnis, allerdings ganz unterschiedlicher Natur. Beide führen irgendwann eine „perfekte“ Beziehung mit ein und demselben Mann. Und obwohl es beim Fortschreiten der Geschichte in den verschiedenen Handlungssträngen immer wieder zu scheinbaren Wiederholungen kommt, empfand ich dabei keine Längen, sondern wurde nur interessierter und ließ mich von dem/der AutorIn auf die geschickt gelegte falsche Fährte locken, um dann im Showdown die totale Überraschung zu erleben.

    Als schade empfinde ich hier jedoch wieder, dass im sowohl im Titel, als auch im sogenannten Klappentext wieder eine Information im Vorfeld preisgegeben wurde, die ich persönlich mir liebend gern selbst erlesen hätte und die im Moment des Bekanntwerdens in der Geschichte mir noch einmal einen zusätzlichen Spannungskick gegeben hätte. Aber mittlerweile ist man das ja leider schon fast gewohnt. Auch wäre es dem Spannungsbogen vielleicht auch noch besser bekommen, wenn die Story um den nur kurz eingebrachten Stalker noch etwas ausgebaut worden wäre.

    Alles in allem war „The Girl before“ für mich jedoch ein guter Psychothriller mit sehr interessanten Haupt- und Nebencharakteren, für den ich sehr gern eine Leseempfehlung abgebe.

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    Cover des Buches Die Liebe in diesen Zeiten9783423261401

    Bewertung zu "Die Liebe in diesen Zeiten" von Chris Cleave

    Die Liebe in diesen Zeiten
    antjemuevor 3 Jahren
    Der Zweite Weltkrieg aus anderer Perspektive

    Als ich dieses Buch als Rezensionsexemplar von Amazon Vine angeboten bekam, faszinierte mich sofort das Cover. Die Inhaltsangabe fand ich interessant, besonders wegen der Zeit (2. Weltkrieg) und der Örtlichkeit (London/England). Als ich dann auch noch den Namen des Autors - Chris Cleave – las, wusste ich, dass ich es wirklich haben möchte. Von dem in London als Journalist lebendem Schriftsteller hatte ich doch bereits zwei Bücher gelesen (Gold, Lieber Osama) und beide haben mir auf verschiedene Art und Weise sehr gut gefallen.

    Die Liebe in diesen Zeiten

    Mary ist eine verwöhnte junge Dame, die bislang eigentlich immer nur Tochter war. Nun ist der Krieg ausgebrochen und in London werden überall Helfer gesucht. Aus einer Laune heraus, die gleichzeitig auch eine kleine Rebellion gegen ihre Eltern ist, meldet sie sich, wird als Lehrerin eingesetzt und eigentlich auch gleich wieder gefeuert. Das empfindet sie als himmelschreiende Ungerechtigkeit und sucht die Schulbehörde auf, um ihre Stelle zurück zu fordern. Dort lernt sie den Leiter Tom kennen und verliebt sich in ihn, obwohl er eigentlich nicht standesgemäß ist. Später unterrichtet Mary in London einige der wenigen Kinder, die nicht aufs Land evakuiert wurden oder von dort bereits zurückgekehrt sind. Es handelt sich dabei fast ausschließlich um Kinder mit Behinderungen oder anderen Eigenschaften, die sie aus der „normalen“ Gesellschaft ausgrenzen. Erstaunlicherweise merkt Mary bald, dass ihr das Unterrichten wirklich liegt und sie „ihren“ Kindern außer lesen, schreiben und rechnen noch viel mehr beibringen und auch von ihnen lernen kann. Doch einer der vielen Bombenangriffe auf London, macht alles zunichte…

    Eine ziemlich authentisch erzählte Kriegsgeschichte

    Hätte ich den Klappentext zu diesem Buch schreiben müssen, wäre dieser so oder zumindest so ähnlich ausgefallen. Denn da wird, im Gegensatz zu der vom Verlag veröffentlichten Inhaltsangabe, meiner Meinung nach nicht zu viel im Vorfeld verraten und es werden auch keine falschen Vorstellungen geweckt. Ich hatte aufgrund der Inhaltsangabe doch tatsächlich eine Ménage à trois erwartet, die so nie stattfand und mir wurden auch wieder Details im Vorfeld verraten, die ich mir aus so einer Geschichte wirklich gern selbst erlesen möchte. Ich finde das immer sehr ärgerlich!

    Leicht und flüssig ließ sich jedoch auch dieser in der dritten Person aus der Perspektive von verschiedenen Charakteren erzählte Roman wieder lesen. Etwas ungewöhnlich empfand ich den recht lockeren Anfang, der jedoch im Nachgang wirklich passend wirkt. Zu Beginn der Geschichte sind die Schrecken des Krieges natürlich noch ganz weit weg von London und irgendwie kann sich kein Mensch vorstellen, dass die irgendwann überhaupt so nahe kommen und wie unermesslich menschliches Leid innerhalb kürzester Zeit werden kann. Nehmen die handelnden Personen anfangs die Geschehnisse noch auf die leichte Schulter, werden die Motivationen nach und nach ernsthafter. Dementsprechend ist auch die Entwicklung der Charaktere, die ich als durchaus authentisch empfand.

    Obwohl natürlich die Liebe und entsprechende Irrungen und Wirrungen die damit zu tun haben, auch eine Rolle in der Gesamthandlung spielen, würde ich dieses Buch jedoch keinesfalls als Liebesroman abtun. Für mich war es eher ein interessanter Einblick darüber, wie normale Menschen einer anderen Nation die Schrecken des 2. Weltkrieges wahrnahmen und wie verschieden Menschen überhaupt mit furchtbaren Dingen umgehen. Schlimm finde ich immer, dass die Menschheit aus diesem Wahnsinn nicht lernt und dass es nach wie vor in vielen Teilen der Erde Kriege gibt. Ein bisschen hoffnungsfroh stimmt dagegen das relativ offene Ende der Geschichte – das Leben und die Liebe könnten eines Tages ja vielleicht doch Oberhand gewinnen.

    Ich persönlich habe diese interessante Geschichte gern gelesen und gebe eine Leseempfehlung ab. Hätte der Verlag nicht so eine komische Inhaltsangabe verzapft, hätte ich jedoch Teile der Geschichte bestimmt noch wesentlich gespannter verfolgt.

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    Cover des Buches Und jetzt lass uns tanzen9783453291911

    Bewertung zu "Und jetzt lass uns tanzen" von Karine Lambert

    Und jetzt lass uns tanzen
    antjemuevor 3 Jahren
    Grandiose Geschichte um eine späte aber dennoch wunderschöne Liebe

    „Mein Herz hat keine Falten“ ist ein Zitat aus dem wunderschönen, aber auch sehr nachdenklich stimmenden Roman, den ich soeben beendet habe. Es ist die Geschichte über eine unerwartete große Liebe im Alter, die mich sehr tief berührt hat.

    „Und jetzt lass uns tanzen“ (Originaltitel "Eh bien, dansons maintenant!")

    Marguerite (78) und Marcel (72) haben beide ihre langjährigen Ehepartner verloren. Obwohl sie gar nicht weit voneinander entfernt wohnen, treffen sie erstmals, Monate nachdem sie Witwe und Witwer geworden sind, bei einer Kur in den Bergen, mehrere hundert Kilometer von ihrem Wohnort entfernt, aufeinander. Eigentlich sind beide charakterlich komplett gegensätzlich und auch ihre Lebenswege verliefen ganz unterschiedlich. Und trotzdem berühren sich ihre Herzen und Gedanken…

    Sehr einfühlsam und in schöner Sprache erzählt die Autorin in der dritten Person anfangs noch in unterschiedlichen Handlungssträngen die Geschichten der beiden Hauptfiguren aus den jeweiligen Perspektiven. Begrabene und gelebte Träume, ein Unterschied wie Tag und Nacht und trotzdem konnte ich als Leserin beiden Hauptfiguren große Sympathien und viel Verständnis entgegenbringen. Persönlich hätte ich zwar Marguerites Leben auch zu Lebzeiten ihres Mannes nicht ertragen. Aber es wurde von der Autorin so realistisch dargestellt, dass ich durchaus ihre Motivation verstehen konnte, noch besser dann aber auch ihren Wunsch jetzt endlich aus diesem Einerlei auszubrechen.

    Die Schwierigkeiten, die ihr dabei von der eigenen Familie entgegengebracht wurden, erinnern mich an Reaktionen, die ich im realen Leben bei Menschen die ich kenne erlebt habe. Statt glücklich darüber zu sein, dass der jeweilige ältere Mensch noch sein eigenes Leben gestalten möchte, führen unbegründete Eifersucht oder auch Ängste um das evtl. Erbe dazu, das zu verurteilen. Dahingehend war mir die Tochter von Marcel wesentlich sympathischer und lag auch viel mehr auf meiner Wellenlänge. Irgendwann fügt sich dann alles natürlich zu einem Großen und Ganzen zusammen.

    Mir hat die Geschichte mit der Message, dass die Liebe und das Leben in jedem Alter wunderschön sein können, wenn man es denn nur zulässt und auch selbst ein bisschen dafür kämpft, richtig gut gefallen und ich spreche sehr gern eine 100%ige Leseempfehlung aus.

    Dieses Buch ist, wie ich aus den Verlagsinformationen erfuhr, bereits der zweite Roman der belgischen Autorin und Fotografin

    Karine Lambert.

    Ihr erster Roman „L’immeuble des femmes qui ont renoncé aux hommes“ wurde bislang nicht ins Deutsche übersetzt, war jedoch in Frankreich ein Bestseller und wurde 2014 mit dem Prix Saga Café für das beste belgische Debüt ausgezeichnet. Der zweite Roman wird nun in neun Sprachen und 21 Ländern veröffentlicht.

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    Cover des Buches Sie werden dich finden9783608503784

    Bewertung zu "Sie werden dich finden" von James Rayburn

    Sie werden dich finden
    antjemuevor 3 Jahren
    Temporeicher Actionthriller ohne Tiefgang

    Obwohl ich eigentlich in Sachen Bücher etwas kürzer treten wollte - wir haben zwar eine große Wohnung haben, ich bekomme jedoch aufgrund der Tatsache, dass kaum ein Buch diese wieder verlässt, langsam wirklich ein Platzproblem – konnte ich dem Angebot eines Rezensionsexemplars von Amazon Vine zu diesem Buch aus meinem Lieblingsgenre (Thriller) wieder einmal nicht widerstehen.

    Sie werden Dich finden

    Kate Swift lebt mit ihrer kleinen Tochter Suzie als alleinerziehende Mutter in einem kleinen verschlafenen amerikanischen Nest seit zwei Jahren unter dem Namen Holly Brenner. Als sie eines Tages ihre Tochter zur Schule bringt, verhindert sie zwar einen Amoklauf und tötet die beiden Täter, lenkt damit jedoch die Aufmerksamkeit der Behörden und somit auch der Feinde, die sie sich nach dem gewaltsamen Tod ihres Ehemannes durch Enthüllungen über korrupte Machenschaften machte, wieder auf sich.

    Ihre erneute Flucht führt sie über einen früheren Mentor in Berlin nach Thailand, wo sie sich Hilfe von einem ehemaligen Superagenten erhofft. Dieser ist jedoch inzwischen ein versoffenes Wrack und Kates Gegenspieler sind ihr dicht auf den Fersen…

    Tatsächlich habe ich diesen Thriller innerhalb kürzester Zeit ausgelesen. In relativ kurzen Kapiteln und mit einer durchaus überschaubaren Anzahl an Protagonisten, geht es von Anfang an sehr temporeich, blutig und brutal zur Sache. Regelmäßige Perspektivwechsel (jeweils in der dritten Person aus Sicht der gerade agierenden Figuren erzählt) lassen keinerlei Längen aufkommen und die Handlung wirkt durchaus stimmig, wenn man sich als Leser vom Tempo mitnehmen lässt und nicht weiter darüber nachdenkt. Tut man das jedoch – ich machte das gerade glücklicherweise erst im Nachhinein um diese Rezension zu schreiben– findet man natürlich viele Punkte, die nicht wirklich toll sind. Da ist zum einen die Sprache, die ich teilweise sogar als Gossenjargon bezeichnen würde. Als Mutter sträuben sich mir natürlich auch alle Haare, wenn ich darüber nachdenke, was dem kleinen Mädchen da so alles zugemutet wurde. Naja und zur Thematik um die Whistleblower gibt es letztendlich auch keine neuen Erkenntnisse. Das Ende ist durchaus ein Ausgang, mit dem ich leben kann.

    Der Name des Autors - James Rayburn –

    war mir bis dato unbekannt. Den Verlagsinformationen entnahm ich, dass es sich bei dem Namen um ein Pseudonym handelt und er ein renommierter Drehbuchautor, Regisseur und Produzent ist, der in Thailand lebt und arbeitet. Sein Alias wäre Roger Smith. Da klingelte es bei mir. Von diesem Autor steht mit „Kap der Finsternis“ tatsächlich bereits ein Thriller im Regal. Allerdings ist, neben dem identischen Geburtsjahr (1960) und den Berufsangaben, zu Smith bei den Verlagsinformationen zu diesem Buch Südafrika als Lebens- und Schaffenszentrum angegeben. Laut veröffentlichten Fotos scheint es sich jedoch tatsächlich um denselben Mann zu handeln. An die Handlung aus „Kap der Finsternis“ erinnere ich mich eigentlich nicht mehr. Hängen geblieben ist bei mir jedoch, dass ich persönlich die Sprache damals recht derb fand und ich nicht unbedingt den zwingenden Wunsch hatte, mehr von diesem Autor zu lesen.

    Auch die Lektüre seines Buches unter dem Pseudonym veranlasst mich jetzt nicht unbedingt dazu, in Zukunft auf Neuerscheinungen von ihm zu warten. Ich empfand „Sie werden Dich finden“ zwar als temporeiche und kurzweilige Actionlektüre, werde mich aber in Kürze kaum noch an diese letztendlich doch flache Handlung und die blass gebliebenen Charaktere erinnern. So komme ich zu dem Schluss, dass man dieses Buch zum Abschalten vom Alltag durchaus lesen kann, ein Muss ist es jedoch keinesfalls.

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    Cover des Buches Das Buch der Spiegel9783442314492

    Bewertung zu "Das Buch der Spiegel" von E.O. Chirovici

    Das Buch der Spiegel
    antjemuevor 3 Jahren
    Was geschah vor 28 Jahren?

    Literaturagent Peter Katz erhält per Mail mehrere Seiten eines Manuskripts des ihm bislang unbekannten Autors Richard Flynn. Katz druckt es zwar sofort aus, trotzdem bleibt es mehrere Wochen liegen. Als er es dann endlich liest, ist er sofort gefesselt. Es handelt von dem noch immer ungeklärten Mord an dem damals berühmten PsychologenProfessor Joseph Wieder im Dezember 1987. Nach dem abrupten Ende versucht er sofort sich mit dem Autor Richard Flynn in Verbindung zu setzen. Doch dieser ist inzwischen verstorben und der Rest des Manuskripts scheint verschollen. Daher beauftragt Katz einen befreundeten Journalisten Recherchen zu dem ungeklärten Mord aufzunehmen. Dieser fördert nach dieser langen Zeit erstaunlich viele neue Erkenntnisse zu Tage, die jedoch auch immer wieder neue Fragen aufwerfen…

    Der Autor E. O. Chirovici war mir bis dato gänzlich unbekannt. Der aus Transsilvanien stammende Schriftsteller mit rumänisch-ungarisch-deutschen Wurzeln leitete in der Vergangenheit in seiner Heimat eine Zeitung, einen Fernsehsender und veröffentlichte schon da erfolgreich Romane. Seit 2013 betreibt die Schreiberei hauptberuflich. „Das Buch der Spiegel“ ist sein erster in englischer Sprache veröffentlichter Roman und sorgte international für Aufsehen. Die Übersetzungsrechte wurden in 38 Länder verkauft.

    Das Buch besteht aus 3 Teilen und wird in jedem Teil aus der Perspektive einer anderen Person in der ersten Person erzählt, wobei der erste Teil aus der Sicht von Katz eben auch das besagte Manuskript enthält. Der Schreibstil ist flüssig und die Sprache sehr angenehm. Doch richtig gefesselt hat mich persönlich diese Geschichte tatsächlich nur im ersten Teil, bis kurz nach dem abrupten Ende des Manuskripts. Bis dahin fiel es mir tatsächlich schwer, das Buch aus der Hand zu legen.

    Als dann der Journalist John Keller das Ruder übernahm, hatte ich oft das Gefühl die Geschichte plätschert vor sich hin. Keller fördert zwar etliche neue Erkenntnisse zu Tage und gibt damit den möglichen Geschehnissen aus der Vergangenheit immer neue Richtungen, aber irgendwie empfand ich besonders dort sehr viele Längen. Mir persönlich fehlten da wohl die Sympathiefiguren, mit denen ich fiebern konnte. Keller selbst blieb mir zu unnahbar, daran änderten auch die kurz angerissenen Begebenheiten seines Privatlebens nichts.

    Auch als der ehemalige und an den damaligen Ermittlungen beteiligte Polizist Roy Freeman dann den Fall übernimmt und ihn letztendlich sogar aufklärt, hielt mich lediglich noch die Neugier, wer denn nun wirklich der Mörder war, bei der Stange. Obwohl Freeman selbst mir auch durchaus sympathisch war und mir sein persönliches Schicksal nahe ging, war irgendwie die Luft raus.

    Im Nachgang muss ich ganz ehrlich sagen, dass mir persönlich die vielen und immer neuen Theorien der verschiedenen Protagonisten dann doch zu wirr konstruiert waren und irgendwann auch anfingen mich zu nerven. Das Ende war mir dann auch irgendwie zu verkopft. Für mich persönlich war ab ca. der Hälfte der Geschichte das Potential erschöpft und meine anfängliche Begeisterung konnte nicht wieder aufflackern. Eine aufrichtige Leseempfehlung kann ich daher leider nicht geben.

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