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bootedkat

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    Cover des Buches Die Götter müssen sterben (ISBN: 9783426526118)

    Bewertung zu "Die Götter müssen sterben" von Nora Bendzko

    Die Götter müssen sterben
    bootedkatvor 3 Monaten
    Mit den Amazonen in die Schlacht

    Seit vielen Jahren lebt Areto bei den Amazonen. Dabei ist sie weder als Kriegerin geboren, noch ist sie in der Kriegskunst besonders bewandert. Deshalb erstaunt es alle, als Artemis, Göttin der Jagd, Herrin des Mondes und Hüterin der Frauen, ausgerechnet sie zur ihrer Auserwählten macht und sie mit ihren Kräften segnet. Und das, wo sich die Prophezeiung, dass Troja fallen wird, und die Amazonen sich an den Helden rächen werden, die ihresgleichen töteten, schon bald zu erfüllen scheint. Areto ist hin und her gerissen zwischen ihrem Verstand und ihrer Berufung. 

    Die Götter müssen sterben! Aber warum eigentlich? Ist es nicht vielmehr so, dass die Götter verehrt werden? Wer sich ein bisschen mit den griechischen Sagen beschäftigt hat, der weiß, dass die Zeus, Aphrodite, Hades, Poseidon und Co. eigentlich nur das tun, worauf sie gerade Lust haben und sich köstlich amüsieren, wenn sie mit den Sterblichen ein wenig spielen können. Und genau da setzt Nora Bendzkos Adaption der griechischen Sagen an. Die Amazonen sind es leid, der Willkür der Götter ausgesetzt zu sein, zumal diese nur Krieg, Tod und Unglück für sie bringt.

    Nora Bendzko interpretiert die alten griechischen Sagen auf düstere und absolut faszinierende Weise neu. Die Amazonen sind ein kriegerisches und grausames Volk, aber ebenso gütig und keinesfalls männermordende Bestien. Gleichgeschlechtliche Beziehungen sind ebenso selbstverständlich wie queere Geschlechtsidentitäten. Letzteren wird mit dem Pronomen „sier“ Respekt gezollt. Beim Lesen bin ich zuerst über den Begriff gestolpert, da ich diesen noch nirgendwo vorher gelesen hatte, allerdings war aus dem Kontext ziemlich schnell ersichtlich, wen das Pronomen bezeichnet. Im weiteren Verlauf war „sier“ dann ganz selbstverständlich.

    Wenn man erwartet, dass Götter erhabene Wesen sind und Helden mehr oder weniger unfehlbar, dann wird man enttäuscht. Nora Bendzkos Charaktere sind ambivalent, machen Fehler und gerade die Götter und Helden verhalten sich ganz und gar nicht so, wie man es erwarten könnte. Gut, die Götter machen was sie wollen, sind dabei aber kein bisschen erhaben und göttlich.

    „Die Götter müssen sterben“ ist düster, leidenschaftlich, kämpferisch und spannend. Es wird gelebt, geliebt, intrigiert, Krieg geführt und gestorben und die Geschichte lässt einen erst mit der letzten Seite wieder los.

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    Cover des Buches Der Orden des geheimen Baumes - Die Königin (ISBN: 9783764532406)

    Bewertung zu "Der Orden des geheimen Baumes - Die Königin" von Samantha Shannon

    Der Orden des geheimen Baumes - Die Königin
    bootedkatvor 10 Monaten
    Ein Keim von Wahrheit

    Der namenlose Eine wird sich erheben, so viel steht fest. Königin Sabran ist jedoch eine Gefangene in ihrem eigenen Palast und ihrer Zofe Ead wird von der Priorei befohlen, in Sachen Drachen nichts weiter zu unternehmen. Die Königin steht völlig schutzlos dar. Sie und Ead beschließen zu fliehen und das Schwert Ascalon zu suchen – die einzige Waffe, die etwas gegen den namenlosen Drachen ausrichten kann. Und auch Tané, die junge Magierin aus dem Osten ist wild entschlossen dem Drachen die Stirn zu bieten.

    Eigentlich ist „Der Orden des geheimen Baumes – Die Königin“ kein zweiter Band, sondern vielmehr eine Fortsetzung. Schließlich sind die beiden Bände im englischen Original als ein Buch erschienen. Dementsprechend nimmt auch die Komplexität des ersten Teils nicht ab, sondern eher noch zu. Vor allem die verschiedenen Kulturen und Glaubensrichtungen werden detailliert und ausführlich beschrieben. Beim Lesen muss man da an der einen oder anderen Stelle schon genau hinschauen, damit man nicht durcheinanderkommt. Zumal die Kulturen und Glaubensrichtungen immer wieder großen Einfluss auf die Politik und die politischen Strukturen haben, was wiederum die Handlung maßgeblich bestimmt.

    Wie auch im ersten Teil behält Samantha Shannon die wechselnden Perspektiven auch in der Fortführung bei. Dadurch geht die Handlung in die Tiefe und lässt die LeserInnen in die Strukturen der erzählten Welt eintauchen. Zwischenzeitlich bekommt die Geschichte so aber auch einige Längen, in denen eher Hintergründe als Handlung abgehandelt werden. Nichtsdestotrotz gelingt es der Autorin die Aufmerksamkeit der LeserInnen immer wieder auf das Geschehen zu lenken.
    Ihr Erzählstil erweckt außerdem den Eindruck, dass die Geschichte noch längst nicht auserzählt ist und man die Charaktere lediglich ein Stück weit begleitet hat, wodurch das Ende relativ offen gehalten wird.

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    Cover des Buches Der Orden des geheimen Baumes - Die Magierin (ISBN: 9783764532390)

    Bewertung zu "Der Orden des geheimen Baumes - Die Magierin" von Samantha Shannon

    Der Orden des geheimen Baumes - Die Magierin
    bootedkatvor 10 Monaten
    Gute Drachen, schlechte Drachen

    Königin Sabran und ihre Zofe Ead im Westen, die junge Magierin Tané im Osten. Während im Osten Drachen verehrt werden und Tané sogar danach strebt Drachenreiterin zu werden, gelten Drachen im Westen als abgrundtiefes Übel. Als ein riesiger und boshafter Drache aus der Vergangenheit wieder aufersteht, rücken die unterschiedlichen Sichtweisen in Anbetracht des gemeinsamen Feindes in den Hintergrund. Jetzt gilt es zusammenzuarbeiten. Sabran, Ead und Tané erkennen schnell, dass nicht nur sie drei, sondern alle Bewohner beider Reiche Seite an Seite stehen müssen, um ihre Welt zu retten.

    Die Spaltung zwischen Ost und West, der Konflikt zwischen Weltanschauungen und Glaubenssystemen. Irgendwie kommt einem das bekannt vor. Nur, dass sich „Der Orden des geheimen Baumes – Die Magierin“ von Samantha Shannon nicht an den Nachrichten und historischen Ereignissen abarbeitet.Stattdessen erschafft die Autorin eine komplexe und detaillierte Welt mit ihren ganz eigenen Regeln, Gesetzen und Kulturen. Neben den unterschiedlichen Kulturen müssen sich die Protagonistinnen mit ganz eigenen Problemen auseinandersetzen. Während Tané ihre Ausbildung beendet, sind Sabran und Ead bei Hofe von Attentätern und Intrigen umgeben.

    Erzählt wird aus insgesamt vier Perspektiven. Wie sich das für eine Königin gehört, erzählt Sabran nicht selbst, stattdessen sprechen Ead und Tané sowie der Alchemist Niclays aus dem Osten und der Prinz Loth aus dem Westen. Die wechselnden Perspektiven sorgen für einen umfassenden Blick auf das Geschehen, allerdimgs braucht man dadurch etwas bis man sich beim Lesen soweit sortiert hat, dass man die Personen der richtigen Welt und Glaubenssauffassung zuordnen kann. Die spannende Geschichte fesselt einen durch Erzählstruktur und Handlungsaufbau aber so dermaßen, dass man schnell durch die „Kennenlernschwerigkeiten“ kommt und ganz in die erzählte Welt eintauchen kann.

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    Cover des Buches Nachtschreck (ISBN: B08LT1QVRD)

    Bewertung zu "Nachtschreck" von Tanja Karmann

    Nachtschreck
    bootedkatvor 10 Monaten
    Lieber ein Ende mit Schrecken …

    … als ein Schrecken ohne Ende.
    Die Journalistin Nina und ihr Mann Martin sind mit ihrem kleinen Sohn Niklas nach Eisfelden gezogen und tun sich noch ein wenig schwer neue Kontakte zu knüpfen. Als kurz darauf ein kleiner Junge in Niklas Alter auf tragische Weise stirbt, soll Nina über das Unglück berichten. Zuerst glaubt sie noch, dass bei der Geschichte nicht viel zu holen ist, doch je mehr sie recherchiert, umso besser stößt sie auf einige Rätsel und Ungereimtheiten. Als ihr klar wird, dass es keine natürliche Erklärung für die Vorfälle gibt, ist die Bedrohung bereits ganz nah.

    „Nachtschreck“ beginnt mit einem Prolog, der einen bereits erahnen lässt, dass im Laufe der Geschichte übernatürliche Kräfte ihre Finger im Spiel haben werden. Auch die eigentliche Handlung beginnt fast schon richtungsweisend, wird dann aber recht harmonisch und friedlich. Nina und ihr vierjähriger Sohn Niklas sind unterwegs und erkunden die Gegend rund um ihr neues Zuhause. Die Darstellung des alltäglichen Familienlebens, lässt die Szene vom Anfang beinahe in den Hintergrund rücken. Aber eben nur beinahe, denn Tanja Karmann streut immer wieder geschickt kleine Details und Hinweise ein, die auf die Auflösung der Geschichte hindeuten. Seien es Namen oder auftauchende Gegenstände, die Lösung ist die ganze Zeit über eigentlich zum Greifen nah. Dann aber führt sie ihre Leserinnen und Leser wieder auf eine falsche Fährte und der rational denkende Teil des Gehirns ist sich ganz sicher, dass es für alles eine ganz logische Erklärung gibt.

    Die Geschichte hat zwei Handlungsstränge, die aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt werden. Da ist zum einen die Gegenwart, in der Nina und ihre Familie leben und in der ein personaler Erzähler spricht. Zum anderen sind da die Tagebucheinträge, die der Dorfarzt Schultheiss im Sommer 1895 verfasst hat und in denen selbstverständlich die Ich-Perspektive gewählt wurde. Dadurch, dass sich die Handlungsstränge abwechseln, entsteht nach und nach ein Bild von der Auflösung der Geschichte, allerdings hebt sich die Autorin den geneuen Hergang der Ereignisse bis zum Schluss auf.

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    Cover des Buches Klopp (ISBN: 9783453273382)

    Bewertung zu "Klopp" von Anthony Quinn

    Klopp
    bootedkatvor 10 Monaten
    Zwischen der englischen Meisterschaft und den Beatles

    Ein richtiger Fan geht mit seinem Verein durch alle Höhen und Tiefen – Anthony Quinn hat mit dem FC Liverpool schon so einiges erlebt. Als Jürgen Klopp 2015 dort Trainer wurde, befand sich der Verein gerade in einer wenig glorreichen Phase. Vielleicht ist auch deswegen die Begeisterung in England für den deutschen Trainer so groß: Schließlich brachte er den Verein wieder zurück in die Erfolgsspur.

    „Klopp“ ist ein bisschen Biografie, ein bisschen Geschichte, eine Annäherung an den Trainer des FC Liverpool und vor allem ganz viel Herzblut. Seine Leidenschaft für den Verein merkt man Anthony Quinn in jedem Satz an. Bei aller Nähe und eigener Begeisterung schafft er dennoch ein wenig Distanz und schafft es auf diese Weise auch den Blick von außen in seinen Text miteinfließen zu lassen. Dabei versucht Quinn gar nicht erst eine Biographie von Jürgen Klopp zu schreiben. Die gibt es bereits. Stattdessen nähert sich der Autor über den Kontext dem Erfolgstrainer an. Ganz ohne ein paar biographische Daten geht es zwar nicht, aber genau das macht den Blick des Fans aus. Der Autor will das Wesen des Trainers verstehen und nachvollziehen, warum Klopp welche Entscheidungen für seine Mannschaft trifft.

    Auch wenn es vorrangig um Jürgen Klopp geht und um das, was er mit dem Verein erreicht hat, spielen Anthony Quinn eigene Biographie, die Geschichte der Stadt und die Geschichte des Vereins ebenfalls eine Rolle. Es geht nicht nur um den Trainer, es geht um die Strahlkraft des Vereins, die Faszination Fußball und die Liverpooler Identität. Und das verpackt der Autor liebevoll und mit viel Humor in einer ganz eigenen Geschichte. Damit schafft er genau das, was er verspricht: Eine Liebeserklärung an einen Trainer und seinen Verein.

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    Cover des Buches Wonderlands (ISBN: 9783806240726)

    Bewertung zu "Wonderlands" von Laura Miller

    Wonderlands
    bootedkatvor einem Jahr
    Die Wel im Kopf

    Das Wunderland ist automatisch mit einer grinsenden Katze und einem Hutmacher verbunden. Dabei gibt es viele Wunderländer in Geschichten. Jede fantastische Geschichte ist auch immer ein Wunderland. Aber was steckt hinter den geschaffenen Welten? Wodurch wurden die Autor*innen zu ihnen inspiriert? Und welche Merkmale einer fantastischen Welt lassen sich in einer anderen wiederfinden? Sogar zwischen Beowulf und dem kleinen Prinzen lassen sich Parallelen finden.

    100 literarische Welten hat Laura Miller in „Wondeerlands“ versammelt und erzählt damit auch drei Jahrhunderte Litarturgeschichte. Denn auch das Gilgamesch Epos, dass etwa 1750 v. Chr. Geschrieben wurde, entführt in eine fremde Welt. Dabei gibt die Autorin immer einen kurzen Überblcik über die Handlung, ordnet die Geschichte, Sage oder Legende in ihren Kontext ein und begründet das Phantastische daran. Auf ein oder zwei Doppelseiten – je nach Komplexität der vorgestellten Geschichte – lässt Laura Miller bekannte und (noch) unbekannte Welten vor dem inneren Auge der Leser entstehen. Auf diese Weise versammelt sie nicht nur verschiedene phantastische Welten, sondern macht gleichzeitig deutlich, wie stark man diese Welten verinnerlicht hat und wie sehr Lesen Reisen im Kopf ist.

    Sortiert sind die Welten nach den fünf verschiedenen Kategorien „Alte Mythen & Legenden“, „Wissenschaft & Romantik“, Das goldene Zeitalter der Fantasy“, „Neue Weltordnung“ und „ Das Computerzeitalter“, die nicht nur eine thematische, sondern auch zeitliche Einordnung bieten. Ergänzt werden die, im Kopf erweckten Bilder durch zahlreiche Illustrationen, die man ebenfalls bereits aus den Geschichten kennt. Wie etwa die berühmte Abbildung der verrückten Teegesellschaft mit Märzhase, Schlafmaus und Hutmacher. So ist „Wonderlands“ nicht nur eine Sammlung phantastischer Welten, sondern auch gleichzeitig eine Art Reiseführer durch diese Wunderländer.

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    Cover des Buches INFINITUM - Die Ewigkeit der Sterne (ISBN: 9783426227367)

    Bewertung zu "INFINITUM - Die Ewigkeit der Sterne" von Christopher Paolini

    INFINITUM - Die Ewigkeit der Sterne
    bootedkatvor einem Jahr
    Der Pfad durch das Sternenmeer

    In den unendlichen Weiten des Weltraums erforscht Xenobiologin Kira Navárez neue Welten und fremde Lebensformen. Bei der Untersuchung eines Planeten, der bald besiedelt werden soll, kommt sie allerdings mit einer Lebensform in Kontakt, die ihr so noch nie zuvor begegnet ist. Während sie versucht herauszufinden, womit sie es zu tun hat, gerät sie gleichzeitig zwischen die Fronten verschiedener Gruppen, die das All bevölkern und sich nicht unbedingt friedlich gesinnt sind. Zwischen offenem Kampf und Diplomatie wird es für Kira immer deutlicher, dass die von ihr entdeckte Lebensform der Schlüssel zu allem sein könnte.

    Ein bisschen „Star Wars“, ein bisschen „Der Marsianer“ und ein bisschen Doctor Who“ und trotzdem ganz anders. Mit „Infinitum – Die Ewigkeit der Sterne“ ist Christopher Paolini ein ziemlich vielschichtiges und komplexes Werk gelungen. Im Mittelpunkt steht Wissenschaftlerin Kira Navárez und obwohl sie einige Mitstreiter hat, ist es gut, dass sich die Ereignisse um sie drehen, denn die Handlung verlangt den Leser*innen einiges ab. Der Autor erschafft nicht nur eine komplett eigene Welt, mit eigenen astronomischen, politischen, biologischen und ethischen Spielregeln, sondern setzt den menschlichen Wesen außerirdische Lebensformen gegenüber, die wiederum nach ihren eigenen gesellschaftlichen Regeln agieren.

    Man kann einiges in die Handlung der Geschichte hineininterpretieren. Vor allem aber wird der Wunsch der Protagonistin nach einem friedlichen Zusammenleben aller Lebensformen deutlich. Aufgrund der aufgrund der verschiedenen Ideologien und sozialen Unterschiede stehen dabei aber einige Hürden im Raum. Und je mehr Kira und damit auch die Leser*innen über diese lernen, desto deutlich werden ihre Motivation und das verständnis für ihre Handlungen. Der Erzählton selbst ist dabei eher ruhig und detailliert, was einiges an Erzählzeit einnimmt, aber dafür sorgt, dass man bei der hohen Komplexität nicht den Faden verliert.

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    Cover des Buches Living Legends (ISBN: 9783959914536)

    Bewertung zu "Living Legends" von Maja Köllinger

    Living Legends
    bootedkatvor einem Jahr
    Zwischen Licht und Dunkelheit

    Nic ist tot. Im Kampf von Fra Mauros marmornem Löwen getötet. Sein Schutzgeist und seine große Liebe Lynn ist jedoch nicht bereit, dies zu akzeptieren. Nicht, nachdem sie ihn bereits einmal vor dem sicheren Tod bewahrt hat. Also geht sie einen Handel mit dem Tod ein und schafft es so Zeit zu schinden, um Nic ins Leben zurückholen zu können.
    Wer sich mit dem Tod einlässt, muss allerdings auch bereit sein, einen Preis für diesen Handel zu zahlen.

    Die „Living Legends“-Trilogie hat Nic und Lynn schon so einige Abenteuer beschert. Vor allem im Kampf gegen das Böse, verkörpert durch Fra Mauro, mussten sich die beiden immer wieder beweisen. Jetzt ist es Fra Mauro gelungen, Nic zu töten und das unschlagbare Duo auseinanderzureißen. Um Nic das Leben zu schenken, das er in Lynns Augen verdient hat beruft sie sich auf alte Legenden, die sie zu einer Meerjungfrau und einem untoten Soldaten führen. Durch die Meerjungfrau bekommt die Geschichte eine unberechenbare Komponente, was es spannend macht, denn so steht auf der Kippe, ob Lynn ihr Vorhaben auch tatsächlich gelingt.

    Mit dem Soldaten Zolli bekommt Lynn einen Geist an ihre Seite, der einerseits all das verkörpert, was auch Lynn als Schutzgeist ausmacht, andererseits aber auch einen völligen Gegenpart darstellt. Das Spannungsfeld zwischen den Figuren gibt der Handlung eine ganz eigene Dynamik. Vor allem, weil Lynn sich selbst immer wider vor Augen führt, dass sie ebenso wie Zolli den Bezug zur Realität verlieren könnte, wenn sie ohne menschlichen Kontakt leben würde.
    „Des Todes Sünden“ bewegt sich zwischen Romantasy, Action und ernsten Tönen, wodurch die Geschichte auch ihren Reiz entwickelt.

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    Cover des Buches Der Palast im Himmel (ISBN: 9783426525395)

    Bewertung zu "Der Palast im Himmel" von Diana Wynne Jones

    Der Palast im Himmel
    bootedkatvor einem Jahr
    Wenn Träume wahr werden

    Tagsüber ist Abdullah ein Teppichhändler, nachts reist er durch seine Träume. Wobei seine Träume erstaunlich real erscheinen, seitdem ihm ein Fremder einen fliegenden Teppich verkauft hat. In seinen Träumen begegnet er der Prinzessin Blume-in-der-Nacht, in die er sich verliebt und die seine Gefühle erwidert. Bevor die beiden jedoch heiraten können, wird die Prinzessin von einem Dschinn entführt. Da er Blume-in-der-Nacht nicht im Stich lassen kann und will, macht er sich auf seinem fliegenden und etwas eigensinnigen Teppich auf die Suche nach ihr. Allerdings wäre es zu einfach, den geradlinigen Weg zu wählen, und so nimmt Abdullah, zusammen mit ein paar schrägen Bekanntschaften, einige Umwege.

    Wie man es von ihr gewohnt ist, erschafft Diana Wynne Jones in „Der Palast im Himmel“ wieder herrlich verrückte Charaktere, die beim Lesen einfach Spaß machen. Dafür, dass das Buch im Original bereits 1990 erschien, sind die Figuren sehr modern in ihren Ansichten und Denkweisen und damit zu einem gewissen Grad vielleicht auch zeitlos. In Bezug auf verschiedene Rollenstrukturen bleibt die Autorin jedoch in alten Mustern, wodurch wiederum der Märchencharakter der Geschichte betont wird, der durch die Prinzessin, den Dschinn und den fliegenden Teppich bereits in der Geschichte enthalten ist.

    Abdullahs verworrene Reise erinnert mit ihren zahlreichen Wendungen an einen Traum, in dem ebenfalls überraschende Wendungen und Sprünge möglich sind. Und schließlich beginnt „Der Palast im Himmel“ auch mit einem Traum, sodass sich Struktur und Handlung gewissermaßen spiegeln. Genau wie im Traum, ist die Handlung damit kaum vorhersehbar. Das führt dazu, dass man sich zwischenzeitlich fragt, was die Geschichte denn nun mit Zauberer Howl zu tun hat, schließlich finden sich außer dem Palast im Himmel selbst, nur wenige Anspielungen auf ihn. Das Ende hat deshalb einige Überraschungen parat.

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    Cover des Buches Die Diebin des Teufels (ISBN: 9783426523698)

    Bewertung zu "Die Diebin des Teufels" von Lisa Maxwell

    Die Diebin des Teufels
    bootedkatvor einem Jahr
    Nur eine Frage der Zeit

    „Die Diebin des Teufels geht um“, behauptet eine Gruppierung von Mageus, die gegen das Anti-Magie-Gesetz vorgeht. Nach einem Zwischenfall wird Esta als Diebin des Teufels bezeichnet und ihr Name für die Aktivitäten der Gruppe verwendet, obwohl Esta selbst nichts mit ihnen zu tun hat. Zusammen mit Harte Darrigan, sucht sie in St. Louis nach fünf elementaren Steinen, um die Macht des Buchs des Mysterien zu brechen, die in Harte selber steckt. Währenddessen haben Viola, Jianyu und Cela in New York alle Hände voll zu tun, die Magie geheim zu halten und gleichzeitig ihren Feinden die Stirn zu bieten.

    Magie ist zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Amerika nicht nur nicht gerne gesehen, sondern verbreitet auch Angst und Schrecken. Lisa Maxwell erzählt im zweiten Teil ihrer „Ars Arcana“-Reihe aus mehreren Perspektiven, wie die Mageus mit ihren Fähigkeiten umgehen und dabei mehr oder weniger heimlich gegen die New Yorker Gangs vorgehen. Auch, wenn dabei wechselnde Personen im Vordergrund stehen, wird unmissverständlich deutlich, wie die einzelnen Sichtweisen zusammenhängen. Dadurch ist man den Charakteren manchmal etwas voraus, allerdings ist die Geschichte selbst nicht vorhersehbar.

    Das Personal in „Die Diebin des Teufels“ ist bunt wie New York selbst, oder vielmehr: bunt, wie New York eigentlich sein sollte. Denn immer wieder klingt Kritik am heutigen Amerika durch und zwischendurch gewinnt man den Eindruck, dass sich die Gesellschaft bis auf ein paar technische Errungenschaften kaum verändert hat. Lisa Maxwell schafft eine große Bandbreite an sowohl kultureller als auch sexueller Diversität und bindet diese ganz selbstverständlich mit in den erzählerischen und historischen Kontext mit ein.

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    Über mich

    Journalistin, Bloggerin, Übersetzerin, Literaturwissenschaftlerin I Ein bisschen lesesüchtig und um ehrlich zu sein, auch ein bisschen kaffeesüchtig. Wenn ich nicht lese, zeichne oder fotografiere ich, oder schaue gerne auch mal Filme und Serien.

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    Jugendbücher, Romane, Klassiker, Fantasy, Gedichte und Dramen, Kinderbücher, Krimis und Thriller, Historische Romane

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