bootedkat

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    Cover des Buches Der Palast im Himmel (ISBN: 9783426525395)

    Bewertung zu "Der Palast im Himmel" von Diana Wynne Jones

    Der Palast im Himmel
    bootedkatvor 19 Tagen
    Wenn Träume wahr werden

    Tagsüber ist Abdullah ein Teppichhändler, nachts reist er durch seine Träume. Wobei seine Träume erstaunlich real erscheinen, seitdem ihm ein Fremder einen fliegenden Teppich verkauft hat. In seinen Träumen begegnet er der Prinzessin Blume-in-der-Nacht, in die er sich verliebt und die seine Gefühle erwidert. Bevor die beiden jedoch heiraten können, wird die Prinzessin von einem Dschinn entführt. Da er Blume-in-der-Nacht nicht im Stich lassen kann und will, macht er sich auf seinem fliegenden und etwas eigensinnigen Teppich auf die Suche nach ihr. Allerdings wäre es zu einfach, den geradlinigen Weg zu wählen, und so nimmt Abdullah, zusammen mit ein paar schrägen Bekanntschaften, einige Umwege.

    Wie man es von ihr gewohnt ist, erschafft Diana Wynne Jones in „Der Palast im Himmel“ wieder herrlich verrückte Charaktere, die beim Lesen einfach Spaß machen. Dafür, dass das Buch im Original bereits 1990 erschien, sind die Figuren sehr modern in ihren Ansichten und Denkweisen und damit zu einem gewissen Grad vielleicht auch zeitlos. In Bezug auf verschiedene Rollenstrukturen bleibt die Autorin jedoch in alten Mustern, wodurch wiederum der Märchencharakter der Geschichte betont wird, der durch die Prinzessin, den Dschinn und den fliegenden Teppich bereits in der Geschichte enthalten ist.

    Abdullahs verworrene Reise erinnert mit ihren zahlreichen Wendungen an einen Traum, in dem ebenfalls überraschende Wendungen und Sprünge möglich sind. Und schließlich beginnt „Der Palast im Himmel“ auch mit einem Traum, sodass sich Struktur und Handlung gewissermaßen spiegeln. Genau wie im Traum, ist die Handlung damit kaum vorhersehbar. Das führt dazu, dass man sich zwischenzeitlich fragt, was die Geschichte denn nun mit Zauberer Howl zu tun hat, schließlich finden sich außer dem Palast im Himmel selbst, nur wenige Anspielungen auf ihn. Das Ende hat deshalb einige Überraschungen parat.

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    Cover des Buches Die Diebin des Teufels (ISBN: 9783426523698)

    Bewertung zu "Die Diebin des Teufels" von Lisa Maxwell

    Die Diebin des Teufels
    bootedkatvor 19 Tagen
    Nur eine Frage der Zeit

    „Die Diebin des Teufels geht um“, behauptet eine Gruppierung von Mageus, die gegen das Anti-Magie-Gesetz vorgeht. Nach einem Zwischenfall wird Esta als Diebin des Teufels bezeichnet und ihr Name für die Aktivitäten der Gruppe verwendet, obwohl Esta selbst nichts mit ihnen zu tun hat. Zusammen mit Harte Darrigan, sucht sie in St. Louis nach fünf elementaren Steinen, um die Macht des Buchs des Mysterien zu brechen, die in Harte selber steckt. Währenddessen haben Viola, Jianyu und Cela in New York alle Hände voll zu tun, die Magie geheim zu halten und gleichzeitig ihren Feinden die Stirn zu bieten.

    Magie ist zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Amerika nicht nur nicht gerne gesehen, sondern verbreitet auch Angst und Schrecken. Lisa Maxwell erzählt im zweiten Teil ihrer „Ars Arcana“-Reihe aus mehreren Perspektiven, wie die Mageus mit ihren Fähigkeiten umgehen und dabei mehr oder weniger heimlich gegen die New Yorker Gangs vorgehen. Auch, wenn dabei wechselnde Personen im Vordergrund stehen, wird unmissverständlich deutlich, wie die einzelnen Sichtweisen zusammenhängen. Dadurch ist man den Charakteren manchmal etwas voraus, allerdings ist die Geschichte selbst nicht vorhersehbar.

    Das Personal in „Die Diebin des Teufels“ ist bunt wie New York selbst, oder vielmehr: bunt, wie New York eigentlich sein sollte. Denn immer wieder klingt Kritik am heutigen Amerika durch und zwischendurch gewinnt man den Eindruck, dass sich die Gesellschaft bis auf ein paar technische Errungenschaften kaum verändert hat. Lisa Maxwell schafft eine große Bandbreite an sowohl kultureller als auch sexueller Diversität und bindet diese ganz selbstverständlich mit in den erzählerischen und historischen Kontext mit ein.

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    Cover des Buches Pepper-Man (ISBN: 9783426524329)

    Bewertung zu "Pepper-Man" von Camilla Bruce

    Pepper-Man
    bootedkatvor 19 Tagen
    Über den Verstand hinaus

    Schon als Kind wird Cassandra Tipp vom Pepper-Man besucht. Ein Feenwesen aus dem Wald, dass von Cassandra aufgrund seines Pfeffergeruchs so getauft wurde. Jetzt ist Cassandra verschwunden und ihre Nichte und ihr Neffe spüren ihr mithilfe eines Buches hinterher, in dem Cassandra ihre Lebensgeschichte erzählt. Die liefert aber eher Fragen als Antworten. Denn sollte Pepper-Man nur eine Erfindung Cassandras sein, dann lässt sich nur eine Schlussfolgerung ziehen und die ist noch düsterer als die Geschichte von Pepper-Man selbst.

    „Pepper-Man“ ist definitiv nichts für Zartbsaitete. Camilla Bruce schafft es in ihrem düsterem Märchen (oder ist es überhaupt eins?) eine beklemmende Stimmung aufzubauen, die aufgrund ihres Schauercharakters zum Weiterlesen animiert. Dabei geht die Geschichte über das tatsächlich Erzählte hinaus, da vieles der Vorstellungskraft der Leser*innen überlassen wird. Wenn man will, dann kann man die mögliche Realität hinter dem Pepper-Man ausblenden, nichtsdestotrotz bleibt die Möglichkeit, das „Was wäre wenn?“ im Raum oder vielmehr zwischen den Zeilen stehen.

    Die Autorin erzählt nicht nur eine Schauergeschichte, sondern sorgt zusätzlich für eine spannende literarische Struktur. Ihre Hauptfigur Cassandra ist Autorin und wurde bereits des Mordes an ihrem Ehemann angeklagt. Da die Geschichte von der Protagonistin in der Ich-Perspektive erzählt wird, steht es den Leser*innen offen, Cassandra zu glauben, ihre Erzählung als phantastische Geschichte oder Bericht einer Verrückten abzutun oder hinter die erzählten Ereignisse zu blicken. Sowohl von der Handlung als auch von der Erzählstruktur ist „Pepper-Man“ definitiv eine Geschichte, die einen nicht so schnell loslässt.

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    Cover des Buches An Ocean Between Us (ISBN: 9783426526149)

    Bewertung zu "An Ocean Between Us" von Nina Bilinszki

    An Ocean Between Us
    bootedkatvor einem Monat
    Zwischen uns ein ganzes Meer

    Eigentlich hätte Avery gerne Ballett studiert. Auf dem Weg zu einem Vortanzen an der renommierten Juilliards in New York hat sie allerdings einen schweren Autounfall. Avery erleidet eine Rückenverletzung und wird nie wieder tanzen können. Ihr Sportwissenschaftsstudium ist deshalb auch eher eine Notlösung, wirklich dahinter steht sie von Anfang an nicht. Gleich in der ersten Vorlesung lässt ihr Kommilitone und Schwimm-Ass Theo einen herablassenden Spruch ab. Blöderweise ist er der Trainer von Averys Schwimmkurs, sodass sie sich wohl oder übel mit ihm arrangieren muss.

    „An Ocean Between Us“ erinnert ein wenig an „Save the last dance“. Die Ähnlichkeit greift Autorin Nina Bilinszki auch ganz bewusst auf, indem sie den Tanzfilm zu Averys Lieblingsfilm erklärt. Während Avery die Leser*innen von Anfang an auf ihrer Seite hat, schließlich beginnt die Geschichte mit Averys Perspektive, muss man sich an Theo erst gewöhnen. In seinem ersten Auftritt präsentiert er sich als echtes Ekelpaket. Allerdings sorgen die Perspektivenwechsel zwischen Avery und Theo dafür, dass man Einblick in beide Hauptfiguren erhält und sich dadurch nach und nach auch für Theo erwärmen kann. Ebenso sind die Nebenfiguren spannende und eigenständige Charaktere.

    Die Geschichte um die beiden ziemlich ungleichen Kontrahenten, die sich im Laufe der Handlung aneinander annähern, ist nach dem klassischen Schema aufgebaut und insofern ist es auch nicht besonders überraschend, dass Avery und Theo am Ende ein Paar werden. Der dramatische Wendepunkt der Geschichte greift ein wichtiges Thema auf und ich bewundere Avery für ihren Umgang mit der Situation. Ich bin mir allerdings noch nicht ganz sicher, ob mir die Fügung oder der Zufall innerhalb der Handlung nicht etwas zu weit geht. Ganz davon abgesehen ist „An Ocean Between Us“ aber eine mit Gefühl erzählte Geschichte, in die man – passend zum Ozean und zum Schwimmen – eintauchen kann.

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    Cover des Buches Der Herrscher des Waldes (ISBN: 9783426525951)

    Bewertung zu "Der Herrscher des Waldes" von Katharina V. Haderer

    Der Herrscher des Waldes
    bootedkatvor einem Monat
    Das Rückgrat der Helden

    Das Wesen, dass im Wald rund um Svonnheim die Untoten anführt, kann niemand anderes sein als der Myling. Das Kind, das genau wie Mirage von der Totengöttin Nif gezeichnet wurde. Da sind sich Alchemistin Mirage DeBois und Sergent Erik Zejn ganz sicher. Allerdings ist es mit der Jagd auf das Wesen nicht getan. Neben ihren Bemühungen das Schwert – Nifs Rückgrat – zu finden und die Untoten wieder zur Ruhe zu bringen, müssen sich Mirage und Erik zusätzlich mit alten Widersachern herumschlagen und dabei feststellen, dass es Dinge gibt, die fast noch schlimmer sind, als marodierende Untote.

    „Der Herrscher des Waldes“ schließt die Black Alchemy-Trilogie ab. Und tatsächlich werden in der Geschichte alle losen Fäden aufgegriffen. Eine reine Weitererzählung der bisherigen Ereignisse ist der dritte Band allerdings nicht. Wie bereits in den Vorgängerbänden hat Autorin Katharina V. Haderer auch in „Der Herrscher des Waldes“ einen eigenen, Handlungsbogen innerhalb der weitererzählten Geschichte geschaffen. Und genau wie in den Vorgängerbänden ist die Dynamik zwischen den beiden Charakteren und Mirage und Erik eine zentraler Bestandteil der Handlung. Die Perspektivenwechsel zwischen den beiden ermöglichen den Leser*innen einen umfassenden Überblick über die Handlung. Allerdings nicht so umfassend, als das man die Auflösung vorhersehen könnte.

    Auf den ersten Blick könnte man der Geschichte einen märchenhaften Anklang bescheinigen, zumindest erscheinen gut und böse klar abgegrenzt, bei genauerem Hinsehen tun sich aber einige Grauzonen auf. Es gibt zwar die eindeutig Bösen, allerdings nicht die eindeutig Guten. Und dann gibt es noch die eigentlich Bösen, die nicht durchweg niedere Beweggründe haben. Dabei wird nicht an Gewalt und Gewaltdarstellungen gespart und vor allem in Bezug auf die Untoten sind ein paar Szenen eher unappetitlich, innerhalb der Erzählung aber absolut authentisch und passend. So vielschichtig, wie sich die Geschichte über drei Bände präsentiert hat, endet sie auch. Im Grunde finden sich zwei Enden, wovon eines relativ offen gehalten ist, was jedoch zur Handlung passt und vor Kitsch bewahrt.

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    Cover des Buches Die Spiegelreisende - Im Sturm der Echos (ISBN: 9783458178583)

    Bewertung zu "Die Spiegelreisende - Im Sturm der Echos" von Christelle Dabos

    Die Spiegelreisende - Im Sturm der Echos
    bootedkatvor 2 Monaten
    Die Echos hinter den Spiegeln

    Auf Babel geht es definitiv mit rechten Dingen zu. Die Gute Familie scheint etwas zu verheimlichen und Ophelia muss zusammen mit anderen sogenannten Auserwählten ins Beobachtungsinstitut. Zusammen mit Thorn, der sich in die Verwaltung und Leitung des Instituts eingeschlichen hat, kommt sie den Echos auf die Spur und damit auch „dem Anderen“ immer näher. Allerdings ist das Unternehmen der beiden nicht gerade ungefährlich und auch auf Babel ist ihnen nicht jeder wohlgesonnen.

    Der vierte und letzte Band der „Spiegelreisenden-Saga“ führt nicht einfach nur die bisherigen Erzählfäden zusammen, sondern hat zusätzlich noch einige Hindernisse für Ophelia und Thorn, die unter falschen Namen alles daran setzen, herauszufinden wer „der Andere“ ist. Vor allem Ophelia muss dafür einiges auf sich nehmen. Dabei leidet man mit der sympathischen jungen Frau durchaus mit, denn im Beobachtungsinstitut geht es nicht gerade gerecht zu und mitunter werden Methoden wie bei der spanischen Inquisition angewendet. Eine Besonderheit ist die verdrehte Sprache, die sich bei einigen der Institutsinsassen zeigt und die mit Sicherheit eine Herausforderung bei der Übersetzung war.

    Christelle Dabos macht es in „Im Sturm der Echos“ noch einmal spannend. Der Großteil der Geschichte wird aus Ophelias Sicht erzählt, es gibt aber immer wieder Passagen, die aus der Sicht von Victoria, der kleinen Tochter von Dame Berenilde und Familiengeist Faruk, erzählt werden. Auch sprachlich unterscheiden sich diese Abschnitte, schließlich ist Victoria noch ein Kleinkind. Durch die wechselnde Sichtweise ist man Ophelia und Thorn bei der Suche nach „dem Anderen“ immer ein wenig voraus. Das macht die Geschichte allerdings noch spannender, da man hofft, dass Ophelia und Thorn „den Anderen“ rechtzeitig finden und Victoria ihm nicht in die Hände fällt. Der mit 613 Seiten dickste Band der Reihe ist ein absolut lohnender Abschluss der Geschichte um Ophelia.

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    Cover des Buches Askeria: Hüter des Seelenfeuers (ISBN: 9783966983990)

    Bewertung zu "Askeria: Hüter des Seelenfeuers" von Juliet May

    Askeria: Hüter des Seelenfeuers
    bootedkatvor 2 Monaten
    Das Feuer in uns

    Das Seelenfeuer, das sowohl Menschen als auch Ceri besitzen, gibt den Geschwistern Piara und Souta Hoffnung, ihren Bruder Ineas doch noch aus den Fängen von Lycenar zu befreien. Souta und seine Freundin Lia wollen die Verbindung, die selbst den Tod überdauert knüpfen, auch, wenn sie die Konsequenzen daraus tragen müssen. Allerdings ist auch Lycenar nicht untätig.
    Währenddessen hat Rigoras ganz andere Probleme. Sein Vater Hattou wird beschuldigt, sein Amt als Clanführer missbraucht und Verrat begangen zu haben. Rigoras muss nun beweisen, dass er zum einen nichts damit zu tun hat und zum anderen, dass sein Vater kein Verräter ist.

    „Askeria – Hüter des Seelenfeuers“ wird aus gleich zehn Perspektiven erzählt. Hinzu kommen Rückblenden und Lyrik-Kapitel. Dabei gibt Juliet May jeder Figur eine eigene Stimme und geht innerhalb der Handlung entsprechend der individuellen Charakterzüge vor. Im Vordergrund steht dabei die Suche nach Piaras und Soutas Bruder Ineas. Während der erste Band eher Piara in den Vordergrund gestellt hat, spielt im zweiten Teil vorwiegend Souta die Hauptrolle. Dadurch erfährt man in den Rückblenden noch mehr über die Kindheit der drei Geschwister. Während mit Piara, Souta, Soutas Freundin Lia und Rigoras die junge Generation alles daransetzt, die Welt zu retten, agiert rund um Rigoras Vater Hattou die ältere bzw. Elterngeneration auf einer ganz anderen Baustelle. Überhaupt gibt es neben der Haupthandlung einige Nebenschauplätze, die allerdings zu keinem Zeitpunkt vom Handlungsziel ablenken.

    Das Spannende der Handlung: Es gibt keinen sichtbaren Antagonisten. Zwar ist die Bedrohung durchaus vorhanden, allerdings taucht der gemeinsame Feind primär in Unterhaltungen und Gedanken der Figuren auf und ist nur zu einem Teil greifbar. Das macht ihn jedoch nicht weniger präsent und innerhalb der Geschichte nicht weniger real. Während der Fokus weniger auf einem anwesenden Bösewicht liegt, rücken die Beziehungen zwischen den Charakteren stärker in den Mittelpunkt, wobei Autorin Juliet May ein breites Spektrum abdeckt. Geschwister- und Eltern-Kind-Beziehungen, Freundschaft und Liebe spielen im Voranbringen der Handlung eine nicht unwichtige Rolle und beinhalten einiges an Konfliktpotenzial, was es nicht nur spannend macht, sondern auch für Spannungen sorgt.

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    Cover des Buches Truly (ISBN: 9783736312968)

    Bewertung zu "Truly" von Ava Reed

    Truly
    bootedkatvor 3 Monaten
    Keine Rosen ohne Dornen

    Ein Semester später als geplant folgt Andie ihrer besten Freundin June zum Studium nach Seattle. Allerdings gestaltet sich das Leben in der Großstadt ohne Job, Wohnung und Geld etwas kompliziert. Nachdem Andie nicht mehr bei June im Wohnheim übernachten darf, bietet ihr ihr Arbeitgeber Mason ein Zimmer in seiner WG an, wo auch Andies Kollege Cooper wohnt, der sie ganz schön durcheinander bringt. Und auch Cooper fühlt sich zu Andie hingezogen, allerdings haben beide neben ihren Gefühlen noch genug andere Baustellen in ihrem Leben.

    Ava Reeds „Truly“ braucht ein bisschen, um Fahrt aufzunehmen. Die tatsächlichen Ereignisse entwickeln sich nur langsam und auch mit den Charakteren muss man sich erst einmal ein wenig anfreunden. Dass alle ihre Maken haben, mag sympathisch wirken sollen, allerdings stehen sich die Figuren aufgrund ihrer Eigenheiten alle gewaltig selbst im Weg und verhalten sich, obwohl sie alle im Studierendenalter sind, eher wie bockige Teenager. Hinzu kommt, dass Andies Freundin June dermaßen aufgedreht ist, dass sie das Scheinwerferlicht der Geschichte an vielen Stellen von Andie ablenkt und Andie dadurch eher unmündig und wie eine Statistin in ihrer eigenen Geschichte wirkt.

    An manchen Stellen fügen sich die „Zufälle“ und Klischees etwas stark und machen die Geschichte dadurch vorhersehbar. Was Andie und Cooper anbelangt, kann man den großen Knall, auf den es hinauslaufen wird, bereits ein ganzes Stück vorher erahnen. Einfach, weil weder Andie noch Cooper mal über den Elefanten im Raum reden, sondern ständig drumherum tanzen. Die Auflösung, auf die die Geschichte letztendlich zusteuert, wirkt in dieser Form etwas gewollt und hätte es so nicht gebraucht. In Anbetracht der Tatsache, dass zwischen Cooper und Andie kaum wirkliche Gespräche stattfinden, hätte eine andere Szene eher den Eindruck erwecken können, dass es bei den beiden um Gefühle und nicht bloß um körperliche Anziehung geht.
    An sich sind Aufbau, Setting und Struktur der Geschichte aber gar nicht mal so schlecht. Der Schreibstil passt hervorragend zu der eher seichten Geschichte, da er sich leicht und flüssig weglesen lässt.

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    Cover des Buches Preis der Freundschaft (Geschichten aus der Welt von Drachenkralle 1) (ISBN: B0866C71HK)

    Bewertung zu "Preis der Freundschaft (Geschichten aus der Welt von Drachenkralle 1)" von Janika Hoffmann

    Preis der Freundschaft (Geschichten aus der Welt von Drachenkralle 1)
    bootedkatvor 4 Monaten
    Über Vertrauen und Furcht

    Drachen sind wild und gefährlich und reißen alles, was ihnen vor die Nase kommt. Das ist zumindest, was man sich in Sarmela erzählt. Oder vielmehr, was die Drachenjäger über Drachen erzählen. Dementsprechend vorsichtig und gleichzeitig geschockt ist Sophie als sie in der Nähe ihres Heimatdorfes eine Drachin entdeckt. Jungdrachin Minerva ist allerdings gerade einmal so groß wie ein Pony, hilflos und von einer reißenden Bestie zumindest ein Stück weit entfernt.
    Sophie bringt es nicht über sich, die Drachin sich selbst zu überlassen, allerdings ist man in Sophies Dorf nicht gerade begeistert von Sophies neuer Freundin.

    Für Leser von „Drachenkralle“ sind Sophie und Minerva schon alte Bekannte. „Preis der Freundschaft“ erzählt allerdings die Vorgeschichte und lässt sich deshalb sowohl unabhängig als auch in Ergänzung zur Trilogie lesen. Der Titel verrät dabei schon ein wenig über die Entwicklung der Geschichte, was aber nicht weiter stört, da aufgrund der Zugehörigkeit zum „Drachenkralle“-Universum bereits deutlich wird, dass sich Sophie und Minerva den anderen Drachenreitern anschließen werden. Viel spannender ist allerdings die Entwicklung der Ereignisse und damit auch die Entwicklung der Freundschaft zwischen der Drachin und dem Menschenmädchen.

    Innerhalb der Geschichte werden neben der Bedeutung von Freundschaft auch die Bedeutung von Familie und damit zusammenhängend auch Vertrauen und Zusammenhalt thematisiert. Dabei wird deutlich, dass Familie nicht zwangsläufig eine Blutsverwandtschaft bedeuten muss. Auch, wenn die Ereignisse personal aus Sophies Perspektive erzählt werden, zeigt Janika Hoffmann verschiedene Sichtweise, beispielsweise der Dorfbewohner oder anderer Drachen auf, wodurch deren Handlungsmotive nachvollziehbarer und die Geschichte nicht einseitig wird. Der Ton ist jedoch trotz der sich entwickelnden Freundschaft und humorvollem Momenten zwischen Sophie und Minerva eher ernster, was zusätzlich für Spannung sorgt.

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    Cover des Buches Maskenmacht (ISBN: 9783750440340)

    Bewertung zu "Maskenmacht" von Lily Wildfire

    Maskenmacht
    bootedkatvor 5 Monaten
    Es gibt keine unschuldigen Könige

    Vaara wächst in dem Glauben auf, dass die Maskierten die Menschen beschützen. Dann allerdings muss sie erleben, wie ein Maskierter ihr Heimatdorf auslöscht. Sie wird vom Orden des Nebelfeuers aufgenommen und ausgebildet. Als sich Jahre später erneut ein Maskierter gegen die Menschen wendet, ist sich Vaara sicher, dass ein geheimnisvolles Schwert der Grund für die Angriffe ist. Zusammen mit ihrer Freundin Yalani macht sie sich auf, das Geheimnis hinter den Angriffen und dem Schwert zu lüften.

    Lily Wildfire macht definitiv keine Gefangenen. Und das ist auch gut so. „Maskenmacht – Die Verschwörung“ überzeugt mit einem fast durchgehend düsteren Setting, das für die Geschichte aber unglaublich gut funktioniert. Im Rahmen der Handlung begleitet man Protagonistin Vaara von ihrer Kindheit bis zur jungen Erwachsenen. Dabei lernt man die junge Frau als sehr zielstrebig kennen – zumindest was ihre eigenen Ziele betrifft. Getrieben von dem Wunsch Rache zu nehmen, macht sie sich auf die Suche nach dem maskierten Angreifer, der ihre Stadt verwüstet hat. Auf ihrem Weg begegnet ihr nicht nur ein Geheimnis. Passend zum Untertitel stehen die Geheimnisse der erzählten Welt und der Figuren im Vordergrund, was immer wieder für spannende Wendungen sorgt.

    An Vaaras Seite sind ihre Freundin Yalani, eine Meisterin der Tarnung und Täuschung und ihr Freund Carryn, ein wahrer Meisterdieb. Die drei Charaktere sind vielschichtig, mit einigen Ecken und Kanten und werden gerade dadurch zu fesselnden Figuren. Allerdings schont die Autorin keinen der drei. Immer wieder müssen sie Rückschläge hinnehmen, was aber auch dafür sorgt, dass man die Figuren anders wahrnimmt. Selbst, wenn die Handlung aus Vaaras Perspektive erzählt wird, entsteht der Eindruck, dass auch ihr Überleben bis zum Ende der Geschichte nicht unbedingt als gesichert gilt. Die Verletzlichkeit der eigentlichen Helden sorgt für Spannung und ergibt zusammen mit der düsteren Stimmung ein stimmiges Gesamtkonzept.

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    Über mich

    Journalistin, Bloggerin, Übersetzerin, Literaturwissenschaftlerin I Ein bisschen lesesüchtig und um ehrlich zu sein, auch ein bisschen kaffeesüchtig. Wenn ich nicht lese, zeichne oder fotografiere ich, oder schaue gerne auch mal Filme und Serien.

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