buchstabensammlerin

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Rezensionen und Bewertungen

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    Cover des Buches Eine Geschichte der Wölfe (ISBN: 9783492238557)

    Bewertung zu "Eine Geschichte der Wölfe" von Emily Fridlund

    Eine Geschichte der Wölfe
    buchstabensammlerinvor 6 Tagen
    Kurzmeinung: Viel steckt in dieser Geschichte
    Viel steckt in dieser Geschichte

    Rund ums Buch:
    Titel: Eine Geschichte der Wölfe
    Autorin: Emily Fridlund
    Aus dem Englischen von Stephan Johann Kleiner
    Buch: Gebunden, Schutzumschlag, Lesebändchen
    Verlag: berlin
    Die Originalausgabe erschien 2016 unter dem Titel
    „History of Wolfes“ bei Grove Atlantic, New York
    Erschienen: 2018
    Seiten: 380
    ISBN: 978-3-827- 01367-5
    Preis: 22,00 €


    Rezension:

    Die vierzehnjährige Linda lebt in der Abgeschiedenheit eines Dorfes in Minnesota mit ihren Eltern. Hier war mal eine Kommune, ist aber nunmehr Lebensplatz der Familie mit ihren Hunden und dem kargen Leben. In der Schule wird Linda „freak“ genannt, nicht akzeptiert, sie ist eine Einzelgängerin, ein Teenager, der auf der Suche ist. Als eine junge Familie an den See zieht, ist Linda hin und weg von der so perfekten Idylle und sie wird Babysitterin des kleinen Paul. Ihre freie Zeit verbringt sie nun bei Paul und der Mutter Patra, der Vater ist auf Reise, irgendwo, taucht dann später auf.
    Linda beobachtet, nimmt auf, alles in ihrem Umfeld saugt sie buchstäblich ein und als eines Tages die hübsche Mitschülerin Lilly verschwindet und der Geschichtslehrer der Schule verwiesen wird, ist der Skandal da.
    Und auch Paul verhält sich merkwürdig, kränkelt und während eines Ausflugs mit Pauls Familie wird Linda klar, dass hier irgendetwas nicht stimmt.
    In dieser Geschichte steckt so unglaublich viel und die heftigen Themen werden auf so schöne Weise erzählt, dass man das Buch nicht aus der Hand legen kann. Die Schönheit der Landschaft, der See und die Wälder, lassen für den Moment die Probleme verwischen, man glaubt nicht, dass es sein kann.
    Doch durch die springenden Zeiten der Ich-Erzählerin wird aus dieser ruhigen Geschichte ein packender Roman, der mich an manchen Stellen hat erschaudern lassen, wahrlich gut inszeniert und durch die unterschiedlichen Charaktere unsagbar vielfältig und bildstark.
    So lange hat es auf dem SuB gelegen, ich bin sehr froh, es von dort befreit zu haben und ein starkes Debüt dieser amerikanischen Autorin gelesen zu haben. Übersetzt wurde es von Stephan Johann Kleiner, der sicherlich seinen großen Anteil an dieser starken Sprachgewalt beigetragen hat

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    Cover des Buches Die verschwindende Hälfte (ISBN: 9783498001599)

    Bewertung zu "Die verschwindende Hälfte" von Brit Bennett

    Die verschwindende Hälfte
    buchstabensammlerinvor 9 Tagen
    Kurzmeinung: Auch der zweite Roman von Brit Bennett hat meine Erwartungen erfüllt
    Auch der zweite Roman von Brit Bennett hat meine Erwartungen erfüllt

    Rund ums Buch:
    Titel: Die Verschwindende Hälfte
    Autorin: Brit Bennett
    Aus dem Englischen von Isabel Bogdan und Robin Detje
    Buch: Gebunden, Schutzumschlag, Lesebändchen
    Verlag: Rowohlt
    Die Originalausgabe erschien 2020 unter dem Titel
    „The Vanishing Half“ bei Riverhead Books, New York
    Erschienen: 15.09.2020
    Seiten: 416
    ISBN: 978-3-498-00159-9
    Preis: 22,00 €


    Rezension:

    Ich mochte das erste Buch „Mütter“ von Brit Bennett schon sehr und war gespannt auf ihren zweiten Roman.
    Und was soll ich sagen: das Buch hat all meine Erwartungen erfüllt.
    Eine Geschichte über zwei Frauen aus Mallard, einem kleinen Ort in Louisiana, in dem die Einwohner von Generation zu Generation immer hellhäutiger werden. Stella und Desiree sind zwar Zwillingen, können aber unterschiedlicher nicht sein und in den 50er Jahren geboren, verlassen sie beide mit 16 Jahren ihre Heimat und flüchten nach New Orleans. Hier arbeiten Sie in einer Wäscherei, fangen verschiedene Jobs an und dann gehen sie getrennte Wege. Stella heiratet ihren Chef aus dem Büro, einen wohlsituierten Weißen, lebt ein Leben in der reichen upper class community in Los Angeles und verschweigt ihre Herkunft und ihre farbige Familie. Desiree heiratet den dunkelhäutigsten Mann und kämpft sich durch häusliche Gewalt, bis sie mit ihrer kleinen Tochter wieder zurück nach Mallard zu ihrer Mutter zieht. Und irgendwann, drei Jahrzehnte später, kreuzen sich die Wege der beiden Schwestern wieder.
    Brit Bennet schreibt in ihrer einzigartigen Weise über Mutter und Töchter, über Schwestern, über die Cousinen, die sich noch nicht kennen, über Charaktere, die verbandelt und auch nicht sind. Beide Frauen haben Kinder, zwischenzeitlich mochte ich Stella und ihre Tochter Kennedy sehr, aber es schlug um, mein Herz klopfte für Desiree und Jude und so unterschiedlich die Leben der beiden sind, so klarer werden hier auch wieder die Unterschiede zwischen Schwarz und Weiß herausgearbeitet. Stella geht ihren „weißen“ Weg, sichert sich durch ihren Mann und das soziale Umfeld ab. Belügt aber alle um sich herum und vor allem sich selbst und das über die ganzen Jahre indem sie ihre wahre Identität verheimlicht.
    Das Buch ist in 5 Kapitel unterteilt, die sich über die Jahre 1968 bis 1986 in unterschiedlichen Erzählperspektiven spannen und die hin und her springen, in Rückblenden der Protagonistinnen erzählt.
    Es ist ein Familienroman, es ist ein Buch über Rassismus, über noch so viele andere Themen, wie Geschlechtszugehörigkeit, die Suche nach sich selbst, soziale und gesellschaftliche Strukturen, Misshandlungen in Beziehungen, Heimat und Herkunft.
    Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Und erwähnt sei hier noch die Übersetzung von Isabel Bogdan und Robin Detje. Ich freue mich jetzt schon auf das dritte Buch dieser großen amerikanischen Autorin.

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    Cover des Buches Sam ist weg (ISBN: 9783546100175)

    Bewertung zu "Sam ist weg" von Sonja Finck

    Sam ist weg
    buchstabensammlerinvor 10 Tagen
    Kurzmeinung: Eine nalte Nase ist was wunderbares
    Eine nalte Nase ist was wunderbares

    Rund ums Buch:
    Titel: Sam ist weg
    Autor: Sophie Bienvenu
    Aus dem Französischen (Kanada) von Sonja Finck
    und Frank Weigand
    Buch: Gebunden, Schutzsumchlag, Lesebändchen
    Verlag: claasen
    Die Originalausgabe erschien 2015 unter dem Titel
    „Chercher Sam“ bei Le Cheval d’auot, Montreal
    Erschienen: 28.09.2020
    Seiten: 176
    ISBN: 9783546100175
    Preis: 20,00 €

     

    Rezension:

    „Sam leckte mir die Tränen vom Gesicht und stupste mich an. Ihre Nase war nalt. Nass und kalt.“ (Seite 12)
    Jeder Hundemensch kennt das, die nalte Nase eines vierbeinigen Gefährten und Sam ist für den jungen Mathieu eine ganz besondere, denn sie leben zusammen auf den Straßen irgendwo in Montreal. Und als während eines kurzen Einkaufs Sam vor dem Geschäft verschwindet ist Mathieu verzweifelt, allein und nur halb. Seine starke Begleiterin muss er finden und er macht sich auf die Suche. Er erinnert sich, an all das, was passierte, seine Mutter, die in manipulierte und immer verändern wollte, an seinen Vater, der komplett dagegen aufgab, an seine große Liebe Karine und ihre gemeinsame Tochter, die ihr Leben veränderte und an den furchtbaren Unfall und an all das, was aus ihm den Mann von der Straße gemacht hat.
    Ich habe mal wieder ein paar Tränen verdrückt, denn die Liebe zu seinem Hund ist so groß und jeder Hundemensch kann dieses Gefühl spüren: ein Hund gibt einem so unglaublich viel. Bedingungslose Liebe und wenn dann etwas passiert, nicht auszudenken. Und seine Liebe zu seiner Tochter, so unglaublich besonders intensiv, ein Mensch, der alles versucht und immer wieder am Leben scheitert und das Schicksal es wahrlich nicht gut mit ihm meint.
     Das Buch ist mit seinen knapp 170 Seiten ein Büchlein, aber voller Liebe, Leid, Hoffnung und das Leben von Außenseitern in der Großstadt. Es ist voller Themen, die nicht für jeden alltäglich und doch überall da sind. Und an manchen Passagen tut es weh, man weint beim Verlust mit und auch hat es meinem Hundeherz weh getan, man sucht mit, hofft mit und am Ende legt man das Buch beiseite und atmet einmal tief durch. Denn irgendwo geht doch eine Tür auf....

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    Cover des Buches Wenn du mich heute wieder fragen würdest (ISBN: 9783961610969)

    Bewertung zu "Wenn du mich heute wieder fragen würdest" von Mary Beth Keane

    Wenn du mich heute wieder fragen würdest
    buchstabensammlerinvor 12 Tagen
    Kurzmeinung: Und am Ende wird alles gut....irgendwie
    Und am Ende wird alles gut....irgendwie

    Rund ums Buch:
    Titel: Wenn du mich heute wieder fragen würdest
    Autorin: Mary Beth Keane
    Aus dem Amerikanischen Englisch von Wibke Kuhn
    Buch: Gebunden, Schutzumschlag, Lesebändchen
    Verlag: Eisele
    Die Originalausgabe „Ask Again, Yes“ erschien 2019 bei
    Scribner, New York
    Erschienen: 12.10.2020
    Seiten: 464
    ISBN: 978-3-96161-096-9
    Preis: 24,00 €

     Rezension:

    Ich bin sehr angetan von diesem Buch, was sicherlich einen Platz in meinem Bücherschrank bekommen wird. Ich habe es schon vor einiger Zeit gelesen und danke dem @eiseleverlag für das mir kostenlos zur Verfügung gestellte *Rezensionsexemplar* 

    Ein Buch, was mich von der ersten Seite in seinen Bann gezogen hat, eine Geschichte, in die ich ganz tief eingetaucht bin. In eine Geschichte über zwei Familien in einem Vorort in den USA, Nachbarn, die Kinder sind von Klein auf befreundet, was die Eltern nicht wirklich gut heißen. Es geht um die Entwicklung dieser über die Jahre, es geht um eine furchtbare Tragödie, die sich über beide Familien legt, über deren ganzes Leben lang. Es geht um die alltäglichen und besonderen Momente in einer Ehe, es geht um Vergebung, Fehler und vor allem geht es um die Liebe. Und was sich durch das gesamte Buch zieht und die Auslöser für all das ist, was passiert, sind Alkoholsucht und psychische Krankheit. Das klingt nach viel, entwickelt sich in dem Buch aber zu einer grandiosen Geschichte und es ist nicht verwunderlich, dass man daraus eine TV-Serie machen wird. Ich sehe sie vor mir!
    Francis Gleeson und Brian Stanhope sind leidenschaftliche Police Officers, arbeiten zusammen für das NYPD und werden irgendwann auch Nachbarn in Gilliam, der gediegenen Vorstadt New Yorks. Ihre Kinder Kate und Peter sind nur 6 Monat auseinander und freunden sich an, obwohl die Mütter nie zueinander finden, denn Anne Stanhope ist distanziert und schnell erfährt man über ihre psychische Labilität. Und dann passiert eines Tages im Hause Stanhope etwas Furchtbares und die Familien müssen die nächsten Jahre damit fertig werden. Nur die Zuneigung der Kinder zueinander bleibt, sie verlieren sich, finden sich wieder....
     Ich liebe solche Bücher, die Familiengeschichten über viele Jahre, Generationen erzählen, die ineinander verwoben sind. Geschichten, die aus unterschiedlichen Perspektiven und über springende Zeiten einen Sog entwickeln, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann. Und aufgrund der so extrem differenziert ausgearbeiteten Charaktere fällt man in die Handlung, da es auch nicht wirklich viele sind, aber dafür umso intensiver geschrieben. Ich habe lange nicht mehr so mitgefühlt, nachgedacht, gewünscht, mit all den verschiedenen Menschen, die dieses sehr mitreissende Buch ausmachen. Es hat mich wirklich berührt. Und am Ende wird alles gut.. irgendwie. 

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    Cover des Buches Der Geist der Mirabelle (ISBN: 9783455009613)

    Bewertung zu "Der Geist der Mirabelle" von Siegfried Lenz

    Der Geist der Mirabelle
    buchstabensammlerinvor 17 Tagen
    Kurzmeinung: Es ist Zeit für mehr Geschichten aus Bollerup
    Es ist Zeit für mehr Geschichten aus Bollerup

    Rund ums Buch:
    Titel: Der Geist der Mirabelle
    Autor: Sigfried Lenz
    Buch: Taschenbuch
    Verlag: Hoffmann & Campe
    Erschienen: 02.09.2020
    Seiten: 96
    ISBN: 978-3-455-00961-3
    Preis: 12,00 €

     

     Rezension:

    „Immer, wenn ich in Bollerup zu Besuch bin, nehme ich mir Zeit, den Wind im Getreide zu beobachten, was er so anstellt und sich einfallen läßt, um, beispielsweise, Schatten zu machen oder das Auge derart zu täuschen, daß man mitunter glaubt, man könnte mit einem Kahn übers Feld fahren.“ (Seite 7)
    In schöner Beobachtung erzählt Siegfried Lenz in 12 kurzen Geschichten über das Leben und vor allem die Menschen in Bollerup, einem Dorf an der Ostsee, in denen fast alle Feddersen heißen und damit man weiß, über wen man spricht behilft man sich Tiernamen und spricht von Krähe, Rammler oder Knurrhahn, die Verhassten werden auch schon mal zur Kröte, Raubaal oder Kreuzotter. Und der Knecht Ingo, der bei Lauritz Feddersen Arbeit gefunden hatte, wurde Ebbe genannt, weil „... aus seinem Kopf alle Gedanken abgeflossen waren, wie das Wasser bei Ebbe....“.
    In seiner so typisch bildhaften Sprache werden Geschichten aus dem Dorf mit einem Augenzwinkern erzählt, immer mit einer Pointe, die mal mehr oder weniger zum Schmunzeln einlädt.
    Ich finde es ist Zeit, wieder mehr solcher liebevollen Geschichten zu lesen, sie machen Freude, und obwohl vor 55 Jahren erstmals veröffentlicht, sind sie kein bisschen aus der Mode, denn die Skurrilität von Menschen, Charaktere und Eigenarten finden sich heute genauso auf dem Land wie auch in der Stadt wieder und sie zu beobachten erfrischt.
    Danke an den Hoffmann & Campe Verlag für dieses kostenlos zur Verfügung gestellte *Rezensionsexemplar*, welches der Beginn einer kleinen Lenz Sammlung dieser neuen Taschenbuchedition bei mir wird, denn vor 70 Jahren unterschrieb der damals 24 jährige Autor einen Vertrag im Verlag über seinen Debütroman und das wird mit dieser Ausgabe gewürdigt. Wunderbar und absolut lesenswert!
     

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    Cover des Buches Das einfache Leben (ISBN: 9783961610051)

    Bewertung zu "Das einfache Leben" von Marie Brunntaler

    Das einfache Leben
    buchstabensammlerinvor 21 Tagen
    Kurzmeinung: Es ist nie zu spät, neu anzufangen und Träume wahr werden zu lassen
    Es ist nie zu spät, neu anzufangen und Träume wahr werden zu lassen

    Rund ums Buch:
    Titel: Das einfache Leben
    Autorin: Marie Brunntaler
    Buch: Taschenbuch
    Verlag: eisele
    Erschienen: 26.07.2019
    Seiten: 272
    ISBN: 978-3-96161-072-3
    Preis: 11,00 €

     

     Rezension:

    Elisabeth Kohlbrenner kehrt nach einer langjährigen und unglücklichen Liebschaft in Bonn in der Mitte ihres Lebens ins Elternhaus in den Südschwarzwald zurück. Hier möchte sie neu beginnen. Und als aus dem Besuch der Schwester, die zwar verheiratet, aber das nur auf dem Papier ist, ein Bleiben wird, fangen Sie an, die Vergangenheit des Kohlbrennerhofes aufzuarbeiten und einen Rosengarten anzulegen. Trotz aller Unkenrufe und Widerstände nehmen die Frauen ihr neues Leben in die Hand und erleben mit neuen Nachbarn, alten Dorfbewohnern und den dornigen Pflanzen so einiges Unvorhergesehenes.
     Ende letzten Jahres habe ich WOLF von Marie Brunntaler gelesen und war sehr angetan, deshalb musste ich nun mal ihr erstes Buch DAS EINFACHE LEBEN von meinem SuB befreien und ich wurde nicht enttäuscht. Eine wirklich schöne Geschichte über Geschwisterliebe, Neuanfang, Heimat, Natur, Frauen und ein wenig Politkolorit. Leicht und sehr unterhaltsam, mit dem gewissen Humor an den richtigen Stellen, ist dieses Buch ein schöner Beweis dafür, dass es nie zu spät ist, neu anzufangen und Träume wahr werden zu lassen. 

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    Cover des Buches Hündin (ISBN: 9783351038236)

    Bewertung zu "Hündin" von Pilar Quintana

    Hündin
    buchstabensammlerinvor 21 Tagen
    Kurzmeinung: intensiv und schmerzhaft
    intensiv und schmerzhaft

    Rund ums Buch:

    Titel: Hündin      
    Autorin: Pilar Quintana
    Aus dem Spanischen von Mayela Gerhardt
    Originalausgabe unter dem Titel La perra
    2017 bei Literatura Randomhouse in Barcelona erschienen
    Buch: Hardcover, Schutzumschlag
    Verlag: Aufbau Verlag
    Erschienen: 09.2020
    Seiten: 151
    ISBN: 978-3-351-03823-6
    Preis: 18,00 €

    Mich hat diese Geschichte unglaublich berührt, mich hat sie teilweise geschmerzt und ich kann nur sagen, dass diese 150 Seiten sehr lesenswert sind.
    Ein Dorf in Kolumbien, in einem vergessenen Landstrich zwischen Pazifik und Dschungel, ist die Heimat von Damaris und Rogelio, die sich um das verlassene Anwesen einer reichen Familie kümmern, leben selbst ein monotones Leben sonst in einer kleinen Hütte und wünschen sich seit langem ein Kind. Nichts lassen sie unversucht, doch können Heiler und Schamanen ihr nicht helfen und die Ehe bleibt kinderlos. Dann bekommt Damaris einen kleinen Welpen im Dorf geschenkt, der nun all ihre Liebe und Aufmerksamkeit erhält. Sie nennt den Hund Chirli, wie die Tochter, die sie nie bekommen hat. Ganz zum Leidwesen von Rogelio, dessen Hunde draußen leben und auch schon mal einen Tritt und niemals nette Worte bekommen, ist Damaris voller Mutterglück. Als die Hündin größer wird und selbstständig verschwindet sie eines Tages und für Damaris bricht eine Welt zusammen.
     Diese wenigen 150 Seiten entwickeln eine kraftvolle Geschichte, in einer von der Regierung vergessenen und der Natur durch dauernden Regen gebeutelten Gegend, reich an Armut und Gewalt. Es geht um die Beziehung zwischen Damaris und Rogelio, die so hoffnungslos und lieblos ist und mit Erscheinen der Hündin nur noch schlimmer wird. Die Autorin beschreibt auf eine lakonische Art die fast zwanghafte Liebe zu dieser Hündin und die fast wahninnige Verzweiflung, beim Fortbleiben des Hundes eines Tages. Man vermutet immer wieder ein anderes Ende, denn die Veränderung von Damaris, die sich vollzieht ist unvorhersehbar und ich habe wirklich an manchen Stellen sehr gelitten und das nicht wegen Damaris sondern wegen Chirli. Aber das Ende war nicht das, mit dem ich gerechnet und mir gewünscht hatte. Für Tierfreunde sicher kein einfaches Buch, aber ein Buch, welches uns in einen vergessenen Winkel der Welt bringt und auf wenigen Seiten auf Charaktere stoßen lässt, die durch die Kraft der Tiere ihr Leben verändern und das nicht immer zum Guten. Zusammengefasst lassen sich diese 150 Seiten beschreiben mit den Worten: intensiv, traurig, brutal, herzergreifend. 

     

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    Cover des Buches Die Frau, die nicht alterte (ISBN: 9783455009965)

    Bewertung zu "Die Frau, die nicht alterte" von Grégoire Delacourt

    Die Frau, die nicht alterte
    buchstabensammlerinvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Mitten ins Herz
    Mitten ins Herz

    Rund ums Buch: 

    Titel: Die Frau, die nicht alterte
    Autor: Grégoire Delacourt
    Aus dem Französischen von Katrin Segerer
    Verlag: Atlantik
    Buch: Hardcover, Schutzumschlag
    Erschienen: 07.10.2019
    Seiten: 176
    ISBN13: 978-3-455-00651-3
     Preis: 20,00 €

     

    Ich bin ja mittlerweile ein großer Fan von den so intensiven Geschichten von Grégoire Delacourt und deshalb habe ich mich sehr über das *Rezensionsexemplar* aus den Atlantik Verlag  gefreut. Hin gefiebert habe ich auf dieses Buch, das im Klappentext verheißungsvoll aber auch ein wenig mystisch klang. Ich nehme es vorweg: ich wurde mal wieder nicht enttäuscht, ganz im Gegenteil: dieses Buch hat Tiefgang, hat mich inne halten lassen und vor allem habe ich mich immer wieder gefragt: würde ich das wollen?
    Worum geht es in „Die Frau, die nicht alterte“?
    Martine verliert bei einem tragischen Unfall ihre Mutter, als sie erst 13 Jahre alt ist und ihre Mutter 35. Sie versucht erwachsen zu sein, ihr Vater, Kriegsveteran, der sein Bein verlor und für seine Tochter, als „Long John Silver“ mit Prothese und neuer Frau irgendwie versucht, die Mutter zu ersetzen, ist ihr vertraut, aber eben lebt er sein Leben. Wir erleben mit dieser jungen Frau die Klaviatur der Gefühlswelt rauf und runter und vor allem mit und ich wollte sie gerne in den Arm nehmen:
    „Man kann zehn Väter haben, aber nur eine Maman, und wenn sie fort ist, fehlt etwas, für das es keine Prothese gibt.“(Seite 32).
    Martine nennt sich, als sie sich von ihrer Familie trennt und ihr eigenes Leben angeht, Betty, wird Grundschullehrerin und heiratet mit 24 André, einen Zimmerer und späteren Möbeldesigner, der viel unterwegs ist und mit dem sie ein Jahr später einen Sohn bekommt. Und sie wird: „Eine glückliche Maman und eine einsame Frau“ (Seite 47)
    Und als sie in die Dreißiger kommt, hört sie auf zu altern. Menschen um sie herum leben ihr Leben, bekommen Falten, graue Haare und fragen sich erst ziemlich spät, was mit Betty ist.
     Die macht jedes Jahr ein Bild bei einem Fotografen, dem Freund ihrer Freundin Odette, die ihr Leben dem Kampf gegen das Älterwerden verschworen hat und da ist der Hausarzt, der das alles nicht begreifen kann... Es ist schwer, diese 176 Seiten zusammen zu fassen, denn es ist ein Bildnis des 21. Jahrhunderts. Dieses Buch ist ein Bild unserer Gesellschaft, moderne Kosmetik, Schönheits-OP, der Wahn, immer jung zu bleiben.. aber was ist, wenn es wirklich passiert? Wenn man kein gemeinsames „Altwerden“ erleben kann, weil man jung bleibt, zumindest optisch. Was bringt die Jugend, wenn das Herz alt und die Menschen und Lieben um einen herum alt werden? 

     


    Grégoire Delacourt hat mich wieder sehr berührt, mit seiner Geschichte um eine Frau, der die ewige Schönheit zum Verhängnis wird, mit seiner Geschichte über die Liebe, wie er es immer so wunderbar auf den Punkt bringt und die sehr trifft, mitten ins Herz: „ Ich weiß, dass du immer noch DU bist, Betty, dass du immer noch die Seele und das Herz hast, die ich liebe, aber ich glaube, dass ich mich tief im Inneren fürchte, dich dieselbe bleiben zu sehen. Du bist wie ein Ufer, von dem ich forttreibe und das mich unablässig daran erinnert, dass ich sterben werde.“ (Seite 108)
     

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    Cover des Buches Die Zeit des Lichts (ISBN: 9783608963403)

    Bewertung zu "Die Zeit des Lichts" von Whitney Scharer

    Die Zeit des Lichts
    buchstabensammlerinvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Sehr lesenswert
    Sehr lesenswert

    Rund ums Buch: 

    Titel: Die Zeit des Lichts
    Autorin: Whitney Scharer
    Aus dem Englischen von Nicolai von Schweder-Schreiner
    Verlag: Klett -Cotta
    Buch: Hardcover, Schutzumschlag
    Erschienen: 26.10.2019
    Seiten: 392
    ISBN13: 978-3-608-96340-3
     Preis: 22,00 €

     

    Mir sagte Man Ray und seine surrealistische Kunst etwas, mir sagte Lee Miller nichts, bis ich den Klappentext las und unbedingt dieses Buch über die wilde, freie und so verletzliche Frau lesen wollte.
    Die junge Lee Miller macht sich mit 22 Jahren aus New York auf, wo sie erfolgreich als Model arbeitet, um im Paris Ende der 30er Jahre ein neues Leben zu beginnen. Sie fängt an zu fotografieren, den Puls dieser lebendigen Stadt aufzufangen und lernt Man Ray kennen, bei dem sie als Assistentin anfängt, alles über Fotografie erfährt und sich in ihn verliebt. Sie leben in der Welt der Künstler, feiern und genießen, doch Lee versucht immer wieder als Frau in der männerdominierenden Kunstszene akzeptiert und anerkannt zu werden.
    Das Buch ist Geschichte der beiden, Lee und Man Ray, es ist ihre Liebesgeschichte und beschreibt sehr ausdrucksstark das emotional und abhängige Leben der beiden Künstler voneinander. Man Ray, eifersüchtig und karrierebewusst, macht Lee immer wieder deutlich, dass sie „nur“ seine Assistenti ist. Und als ob das nicht genug wäre, betrügt er sie auch noch mit ihren Werken, aber da hat Lee auch schon bemerkt, dass die beiden nicht wirklich zusammen arbeiten und leben bzw. lieben können.
    Diese historische Fiktion ist so glanzvoll umgesetzt, spielt mit den Figuren der Kunstszene und baut darum eine hoch emotionale Liebesgeschichte, was mich sehr beeindruckt hat. Nicht nur, dass ich über viele wahre Bilder, Künstler, Personen nachgelesen habe und mir Kunstwerke angeschaut habe, es führt den Leser in das glanzvolle Paris, bevor ein Krieg Europa zerstört. Immer wieder werden kurze Kapitel eingespielt, die einen Rückblick auf die Kriegsberichterstatterin Lee Miller werfen, die erst durch diese Arbeiten berühmt und unvergesslich wurde. Es gibt ganz wahnsinnige Bilder von ihr, die man Dank Internet auch während des Lesens mit ansehen kann... Gänsehautmomente, wenn man die Geschichten hinter den Bildern liest. Und genau darum geht es: um das Dahinter, der Kunst von Lee Miller und auch ihrem Freund und Lehrmeister Man Ray. Und eingerahmt wird es von den Letzten Tagen der an Alkohol und später Krebs schwer kranken Lee, die die Erlebnisse des Krieges nicht mehr aus ihrem Kopf und Körper bekommen konnte und daran zerbrach.
     Dieses Buch hat mich unglaublich gefesselt und ich werde ein Auge offenhalten, ihre Kunst zu bestaunen und an die doch immer freie und selbstbewusste Lee Miller denken. 

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    Cover des Buches Drei Frauen am See (ISBN: 9783423262064)

    Bewertung zu "Drei Frauen am See" von Dora Heldt

    Drei Frauen am See
    buchstabensammlerinvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Frauenfreundschaft über Grenzen hinaus
    Frauen Freundschaft über Grenzen hinaus

    Rund ums Buch: 

    Titel: Drei Frauen am See
     Autorin: Dora Heldt

    Verlag: dtv
    Buch: Premium Taschenbuch
    Erschienen: 31.08.2018
    Seiten: 576
    ISBN : 978-3-423-26206-4
    Preis: 16,90 €

     

     

    Back-list-reading kann sehr entspannend schön sein. DREI FRAUEN AM SEE war so eine schöne Zeit. Dieses Buch habe ich bereits letzten Monat gelesen und bin wieder mal sehr angetan von Dora Heldt und ihren Geschichten.
    Vier Freundinnen, die ihre Jugend miteinander verbringen, die sich im Haus am See in den Sommermonaten treffen und sich mindestens zum Pfingstwochenende jedes Jahr dort getroffen haben. Sie haben die Liebe und das Leid kennen gelernt und ihre Erfahrungen und Gefühle geteilt. Sie haben die Freundinnen weggehen und ihre Leben leben sehen, bis es zu einem Bruch kommt, der die vier auseinander und voneinander weg treibt und sie nicht mehr miteinander reden.
    Und dann kommt die Einladung zur Testamentseröffnung von Marie, auf der die anderen drei Frauen nach der Zeit des Schweigens wieder aufeinander treffen, um den letzten Wunsch der verstorbenen Freundin zu erfüllen.
    Ich mochte die Art, wie Dora Heldt uns die vier Frauen vorstellt, ihr Leben und ihr eigenes Denken. Sie springt zwischen den vier Protagonistinnen hin und her und auch in den Zeiten, denn alle vier erzählen aus ihrer Vergangenheit und ihrem Leben mit den Freundinnen und dann auch im Jetzt, was hat sich verändert, wo und wie leben und arbeiten sie, was ist ihr Umfeld und was denken sie.
    Ich mag dieses Konstrukt der Zeitsprünge und Erzählerinnenwechsel und vor allem mag ich die ganze Geschichte, denn es geht um Freundschaft, zwischen vier Frauen, die so ganz unterschiedlich sind, aber deren Freundschaft ein ganz besonderes Gut ist, was es zu schützen und zu ehren gilt und das auseinander bricht, wegen... Aber das verrate ich nicht und ich sage auch nicht, dass das Ende vielleicht ein wenig vorhersehbar war, was aber für meine Begriffe nichts macht, denn man lebt mit den Frauen am See mit und man denkt so: habe ich alles richtig gemacht, muss oder sollte ich meiner Freundin verzeihen?
    „Man kann versuchen, Fehler, die man mal gemacht hat, nicht zu wiederholen, aber man kann sie nicht aus der Geschichte löschen.“ (Seite 439)
     

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