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claudi-1963

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Rezensionen und Bewertungen

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    Cover des Buches Tür im Sand (ISBN: 9783959495950)

    Bewertung zu "Tür im Sand" von Nicole Stranzl

    Tür im Sand
    claudi-1963vor 4 Tagen
    Kurzmeinung: Eine Liebes- und Leidensgeschichte, die einem besonders mit den Schicksalsschlägen zu Herzen geht.
    Mein Herz verloren in Afghanistan

    "Vielleicht kann ich dich eines Tages ansehen, ohne dass es wehtut. Vielleicht kann ich eines Tages deinen Namen hören, ohne innerlich zu zerbrechen." (Pinterest)
    Bei seinem Einsatz für Ärzte ohne Grenzen, lernt Luca Salieri den amerikanischen Soldaten Jack kennen und lieben. Als er wenig später im Operationssaal überfallen und entführt wird durch die Taliban, sucht Jack verzweifelt nach ihm. In Italien trösten sich dann Jack und Lucas Zwillingsschwester Sofia gegenseitig bei ihren Sorgen um ihn. Doch kurz darauf ist Sofia schwanger von Jack. Als Luca 6 Monate später von Soldaten befreit wird, bricht eine Welt für ihn zusammen, als er davon erfährt, den Jack ist die Liebe seines Lebens. Wie soll er so weiterleben, wenn er seine verlorene Liebe immer vor Augen hat? Doch das Schicksal schlägt erneut zu und für die Salieris bricht eine Welt zusammen.

    Meine Meinung:
    Die Geschichte um die Liebe dreier Menschen steckt voller Dramatik und Emotionen. Aber auch von einem Einblick in die Besatzungszeiten Afghanistans, wo Soldaten und Helfer versuchen, den Menschen dort zu helfen. Das dieses oft nicht ohne Trauma abläuft, erlebe ich in dieser Geschichte. Nicht nur das Luca von der Entführung und der Folter traumatisiert ist, sondern zusätzlich bei dem Befreiungsakt ein Junge zu Tode kam, der ihm sehr am Herzen lag. Allerdings trifft es ihn noch härter, als er erfährt, das Sofia ein Kind von Jack erwartet. Musste es ausgerechnet Jack die Liebe seines Lebens sein, von dem sie schwanger ist? War seine Liebe es doch, die ihm die ganze Zeit der Gefangenschaft geholfen hat zu überleben. Wie soll er so nun in seiner Heimatstadt wieder Fuß fassen und seiner Familie gegenübertreten, wenn er immer wieder Jack vor Augen hat? In Nicole Stanzls neustem Buch geht es um viele Schicksalsschläge und Traumata. In verschiedenen Handlungssträngen lässt sie uns hauptsächlich die Gefühlswelt von Luca, aber auch von Jack und Sofia spüren. Wir erfahren mehr über die Gefangenschaft bei den Taliban und Lucas Ängsten während dieser Zeit. Sie lässt uns zudem teilhaben über die Zerrissenheit und Verzweiflung zwischen der Liebe zu Jack und seiner Schwester Sofia. Als sich dann ein erneuter Schicksalsschlag anbahnt, versucht Luca alles zu tun und zerbricht fast selbst daran. Besonders beeindruckend sind die Charaktere hier ausgearbeitet, allen voran Luca. Man leidet förmlich mit bei seinen Schicksalsschlägen und dem Wechselbad an Gefühlen. Ich kann mir ihn bildlich gut vorstellen, so gut sind die Beschreibungen von ihm. Selbst Jacks sprunghafte Liebe zwischen Luca und Sofia konnte ich nachvollziehen. Beeindruckt hat mich besonders Lucas Standhaftigkeit, der trotz seiner starken Liebe zu Jack ihn für Sofia loslässt. Genauso gut dargestellt ist die posttraumatische Belastungsstörung, die Luca immer wieder in seine Gefangenschaft zurückwirft. Ebenso spüre ich Jacks Zwiespalt zwischen seiner sexuellen Orientierung und dem Hang zum Alkohol. So versucht er alles im Rausch zu vergessen, was nicht funktioniert. So versucht er alles im Rausch zu vergessen, was nicht funktioniert. Eine glaubwürdige Geschichte, die immer wieder mit Überraschungen aufwartet und trotz Vorhersehbarkeit am Ende für mich interessant blieb. Störend fand ich nur ab und zu die häufigen Wiederholungen von Lucas Gefühlen zu Jack, da ist oft weniger mehr. Deshalb bekommt das Buch von mir 4 1/2 von 5 Sterne.

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    Cover des Buches Brave Mädchen weinen nicht (ISBN: 9783754637685)

    Bewertung zu "Brave Mädchen weinen nicht" von Dania Dicken

    Brave Mädchen weinen nicht
    claudi-1963vor 4 Tagen
    Kurzmeinung: Erschütternde Vorgeschichte über Libbys Herkunft aus der FLDS und tolle Recherchearbeit darüber.
    Wen Mädchen zur Ehe gezwungen werden

    "Wenn die Welt wüsste, was ich tue, würden sie mich am höchsten Baum aufhängen." (Warren Jeffs)
    Dies hier ist die Vorgeschichte von FBI Agent Libby Whitman!
    Grace wächst in der Mormonensekte der Fundamentalistischen Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (FLDS) auf. Sie ist gerade mal 16 Jahre, als sie die dritte Frau von Michael Nichols wird. Schockiert nach ihrer brutalen Hochzeitsnacht flieht sie nach Las Vegas und lernt hier das wahre Leben kennen. Sie verliebt sich, wird schwanger, doch ehe sie dem Vater ihres Kindes dies mitteilen kann, wird sie von Ehemann Michael verschleppt. Sie hofft und bangt, dass ihr Kind ja kein Mädchen wird. Leider werden ihre Befürchtungen wahr, sie bekommt ein Mädchen und nennt sie Liberty (Libby). 13 Jahre später soll Libby dasselbe Schicksal bevorstehen, doch dies will Grace mit allen Mitteln verhindern.

    Meine Meinung:
    Mit diesem Buch beginnt die Reihe um Ermittlerin Libby Whitman. Es geht dabei um Zwangsehen, Missbrauch, Vergewaltigung und Misshandlung. Hier erfahren wir ihre Entstehungs- und Vorgeschichte, ehe sie von Sadie und Matt Whitman aufgenommen wird. Wie es genau dazu kommt, erfahren wir ebenfalls aus diesem Buch. Wer allerdings erfahren möchte, wie es dann danach weiterging, der sollte unbedingt auch das Buch "Seele des Bösen - Flucht in die Freiheit" aus der Sadie Whitman Reihe lesen. Natürlich ist dieses Buch hier kein Thriller im herkömmlichen Sinne, da es nicht zu Beginn explizit um einen Kriminalfall geht. Trotzdem ist es eine Geschichte, die einem unter die Haut geht. Den hier wird die Seite einer Sekte aufzeigt, die noch immer existiert. Vielleicht nicht mehr ganz so in diesem Stil, als Warren Jeffs der oberste Prophet noch frei war. Inzwischen allerdings ist der 66-jährige Jeffs seit 2006 inhaftiert. Doch selbst im Gefängnis lässt er noch seine Einflüsse auf seine Gemeinde spielen. Er selbst soll rund 87 Frauen, mehr als 50 Kinder gezeugt und viele Kinder missbraucht haben. Wie sie mir sagte, entnahm die Autorin einige Recherchen aus dem Buch von Rachel Jeffs "Nur in meinem Herzen bin ich frei". Inzwischen kennen sicher viele auch die FLDS aus der Netflix Doku "Sei lieb - bete und gehorche". Weshalb natürlich das meiste, was ihr in dieser Geschichte lest nicht erfunden, sondern einen realen Hintergrund hat. Weshalb mich auch so vieles an diesem Buch schockiert, weil es einfach so unfassbar ist, wie Menschen durch eine Kirche manipuliert werden. Leider schaffen nur wenige von ihnen so einen Fluchtversuch, den Grace und später auch Libby unternehmen. Warum, das ahnen wir spätestens, wenn wir diese Buch gelesen haben. Der Schreibstil ist stimmig, informativ und schockierend, sodass ich dieses Buch kaum mehr weglegen kann. Ich spüre recht schnell, wie sich die Autorin total mit dieser Materie beschäftigt hat. Ohne hier etwas zu beschönigen, nimmt sie uns mit auf die Reise in eine ganz eigene und unfassbare Welt der FLDS. Eine Glaubensgemeinschaft, die für uns so unfassbar erscheint, weil man es einfach nicht glauben mag. Doch es gibt und gab sie schon immer Menschen, die von anderen Menschen beeinflusst und manipuliert werden um ihres Glaubenswillen. Am Ende bleibt ein schockiertes, mutiges Mädchen zurück, welches jedoch von dem idealen Ehepaar aufgefangen wird. Sie sind es, die Libby eine bessere Zukunft bieten und sie stärken werden. Trotzdem ich das oben erwähnte Buch aus der Sadie Reihe schon kannte, hat mich diese intensive Lebensgeschichte von Grace noch einmal ganz neu schockiert. Viel intensiver und ausführlicher wird hier Grace Leben und die Problematiken für ihr Kind beschrieben. Wer also die Reihe um Libby Whitman beginnen möchte, für den empfehle ich definitiv erst dieses Buch zu lesen. Deshalb gebe ich eine Leseempfehlung und 5 von 5 Sterne besonders für die hervorragenden Informationen und Recherchen.

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    Cover des Buches Die Schwestern vom See (ISBN: 9783734110849)

    Bewertung zu "Die Schwestern vom See" von Lilli Beck

    Die Schwestern vom See
    claudi-1963vor 17 Tagen
    Kurzmeinung: Schöne Geschichte mit einem Familiengeheimnis, das mehr verspricht. Bin schon gespannt auf den nächsten Band.
    Das Geheimnis aus der Vergangenheit

    "Keine Beziehung kann am Leben erhalten bleiben, wenn nur ein Partner um sie kämpft." (Pinterest)
    Max König ist tot, er hat einstmals den Tortenhimmel in Auerbach am Bodensee eröffnet. Dort findet man die feinsten Torten und Gebäcke, wie man sie von Wien kennt. Dies ist nicht verwunderlich, den Max hat seine Handwerkskunst in Wien verfeinert. Nicht nur seine Kinder Herbert und Annemarie trauern, sondern ebenso seine Enkelkinder Iris, Rose und Viola. Überrascht sind alle, als sie Max Geheimnis entdecken, das er vor allen verborgen hatte. Jedoch das Schicksal beschert der Familie keine guten Zeiten. Erst scheint jemand die Pension in den sozialen Medien schlecht zu machen und dann schlägt das Schicksal erneut bei der Familie selber zu.

    Meine Meinung:
    In diesem Buch begebe ich mich auf eine Reise an den idyllischen Bodensee nach Auerbach. Die dortige Pension mit einem Café und Konditorei wird nicht nur von Touristen geschätzt, sondern ebenso von Einheimischen. Besonders die beeindruckenden Kreationen an Torten und Gebäck können sich sehen lassen. Ob Apfelstrudel, Annatorte oder die leckeren Schokoberge alle wurden von Max kreiert oder verfeinert. Besonders schwerfällt es den drei Schwestern Iris, Rose und Viola vom Großvater Abschied zu nehmen. Nun wird Viola in seine Fußstapfen treten und die Konditorei weiterführen. Rose dagegen kümmert sich um die Pension und Iris ist vor drei Jahren mit ihrem Mann Christian weggezogen, um im elterlichen Hotel mitzuarbeiten. Allerdings scheint nach drei Jahren ihre Liebe zu bröckeln und die erste Krise sich anzubahnen, vor allem weil sich noch kein Nachwuchs ankündigt. Da kommt die Beerdigung gerade recht, damit beide etwas Abstand bekommen. Lilli Becks Roman nimmt mich mit in eine wundervolle Familie, bei der Zusammenhalt, Liebe und Freundlichkeit sofort zu spüren ist. Kein Wunder, haben sie das doch von ihrem Vorfahren Max König in die Wiege gelegt bekommen. Jetzt hat ausgerechnet er ein Geheimnis, von dem nicht einmal seine Familie etwas wusste. Allerdings ist für alle klar, sie müssen unbedingt mehr über seine Zeit in Wien in Erfahrung bringen. Der belebende, lockere Schreibstil macht mir leicht, an dieser Geschichte dranzubleiben. Was insbesondere an den zwei Zeitebenen liegt, bei denen ich zum einen die Gegenwart und eben Max Vergangenheit in Wien mit verfolgen darf. Gut finde ich das innige Verhältnis der drei Schwestern und den Schwur immer füreinander dazu sein, wenn eine von ihnen in Not gerät. Dass sie dies allerdings schneller umsetzen müssen, als ihnen lieb ist, ahnt zu der Zeit noch keine von ihnen. So fliegen die Seiten einfach dahin, weil ich wissen muss, wie es mit den Schwestern weitergeht. Gut umgesetzt wurde ebenfalls Florence französischer Akzent, allerdings musste ich mich erst daran gewöhnen. Ebenso gut gefällt mir das Setting, das hier immer wieder zu spüren ist. Als totaler Unsympath entpuppt sich Christian. Schade nur, dass man nicht erfährt, warum er diese drastische Entscheidung trifft. Am Ende lässt mich das Buch etwas traurig zurück, doch mir ist klar, mit dieser Familie sind wir noch nicht durch. Den hauptsächlich haben wir bisher nur um einen Teil der Familie durchleuchtet. Von allen anderen erhoffe ich im nächsten Band mehr zu lesen. Für mich jedenfalls war es eine unterhaltsame Geschichte, von der ich liebend gerne mehr lesen möchte, besonders nach der Leseprobe am Ende. Dafür gebe ich natürlich gerne 5 von 5 Sterne.

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    Cover des Buches Töchter der Speicherstadt – Das Versprechen von Glück (ISBN: 9783492317238)

    Bewertung zu "Töchter der Speicherstadt – Das Versprechen von Glück" von Anja Marschall

    Töchter der Speicherstadt – Das Versprechen von Glück
    claudi-1963vor 17 Tagen
    Kurzmeinung: Ein beeindruckender 3 Band beendet die Familiensaga und Kaffeedynastie aus Hamburg und wieder mit viel historischem Zeitgeschehen.
    Auf der Suche nach dem Glück und den eigenen Träumen

    "Kaffee ist eine Gabe für die Menschheit, denn Kaffee verbindet, Kaffee unterhält und Kaffee bildet!" (Hauke Bielefeld)
    Hamburg 1956: Schwer hat nicht nur die Firma Behmer&Söhne unter dem Krieg gelitten, sondern ebenso die Familie und die Villa der Familie. Doch Cläre und Kurt sorgen dafür, dass es mit der Firma langsam wieder aufwärtsgeht. Allerdings werden die beiden nicht jünger und die Sorgen um ihre Nachfolge beschäftigen sie sehr. Den ihre Tochter Anna hat so gar kein Interesse an der Firma und den geeigneten Mann lehnt sie bisher ebenfalls ab. Eines Tages stimmt sie allerdings dann doch zu, den Prokuristen Joost van der Vehlen zu ehelichen. Als ihre Tochter Frieda zur Welt kommt, geht sie ganz in der Rolle als Mutter und Ehefrau auf. Währenddessen hintergeht ihr Mann sie nicht nur mit anderen Frauen, sondern auch mit der Firma. Ob die Familie erneut die Firma retten kann?

    Meine Meinung:
    Mit Band drei endet nun die Familiensaga und die Familie Behmer&Söhne und der Kaffeedynastie Hamburgs. Dieses Mal erstreckt sich unsere Zeitreise von 1956 bis zum Mauerfall 1989. Wie schon in den anderen Teilen hat auch hier die Autorin viele historische Begebenheiten miteingefügt. Behandelt wird nicht nur den Umbruch der DDR und der Fall der Mauer, sondern ebenso die Sturmflut in der Nacht vom 16. Februar 1962, die 315 Menschen das Leben gekostet hat. Auch die neuen Musikrichtungen, die von Amerika herüberschwappen, spielen eine wichtige Rolle. Gerade die Sturmnacht ist besonders dramatisch, bei der zwei der Protagonisten in größere Gefahr geraten. Auch die Nachkriegszeit mit seinen ganzen Problemen und Herausforderungen wird hier gut dargestellt. Außerdem gibt es ein Wiedersehen mit Fritz Walterhausen und Herbert Staller. Diesmal sind mir besonders Anna und Erna ans Herz gewachsen, aber auch die anderen Charaktere sind wieder gut ausgearbeitet. Anna, die mit ihrer kindlichen Naivität oftmals die falsche Entscheidung trifft und dazu noch durch ihre Eltern in eine Ehe getrieben wird, bei denen Liebe keine Zukunft hat. Aus Angst um das Sorgerecht und einem Skandal bleibt sie weiter unglücklich bei Joost. Haushälterin und Köchin Erna dagegen ist inzwischen zu einer richtigen Freundin für die Familie geworden. Doch sie ist sehr alleine, was sie besonders mit zusehendem Alter spürt. Als sie den Berliner Icke kennenlernt, wird ihr klar, was sie all die Jahre vermisst hat. Traurig ist außerdem das Schicksal von Irma und ihrer Tochter Michaela, die in der DDR leben. Der Krieg hatte sie damals nach Magdeburg verschlagen, wo falsche Informationen den Hass gegen die Familie schüren, weshalb sie keinen Kontakt sucht. Doch das Thema Kaffee lässt sie auch in der DDR nicht los. Hier in diesem letzten Band geht es natürlich wieder um Kaffee, Kaffeehandel und besonders um die Probleme der einzelnen Familienmitglieder. Zu dem erfährt man ein wenig aus der Vergangenheit, doch der Blick geht wieder eindeutig in die Zukunft. Wie schon zuvor gibt es beim Kaffeehandel wieder so seine Schwierigkeiten, doch das Thema Frauen in der Firmenleitung wird zusehends nicht mehr so abgelehnt wie früher. Man spürt besonders am Ende, da reift eine ganz andere Generation Frauen heran. Erneut hat die Autorin hier hervorragende Recherchearbeit geleistet und nimmt den Leser dabei mit ins Hamburg der Nachkriegszeit. Ich jedenfalls habe gespürt, wie sehr das Herz der Autorin für ihre Stadt Hamburg schlägt. Mir sind die Behmer inzwischen ans Herz gewachsen, die Trennung fällt schwer und von mit gibt es erneut 5 von 5 Sterne für diesen gelungenen Abschluss.

    Kommentare: 3
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    Cover des Buches Die Blutliste (ISBN: 9783404188000)

    Bewertung zu "Die Blutliste" von Rainer Löffler

    Die Blutliste
    claudi-1963vor 18 Tagen
    Kurzmeinung: Wow, was für ein Thriller, extrem brutal, spannend bis zum Ende und informativ. Allerdings nichts für Leser mit schwachen Nerven.
    Ein Folterknecht der nach der Wahrheit sucht

    "Solange man sich nicht gerächt, bleibt immer eine Bitterkeit im Herzen zurück." (Heinrich Heine)
    In einer verregneten Nacht findet der Kölner Friedhofsmitarbeiter Jan Willner in einem Grab ein brutal gefolterter Leichnam. Wenig später, stellen die Ermittler fest, fehlt von der eigentlichen Toten im Sarg jede Spur. Hat der Getötete etwas mit Sonja Maurers gewaltsamen Tod zu tun? Dies ist ein Fall für Fallanalytiker Martin Abel, da ist sich Konrad Greiner sicher. Die Recherchen führen ihn zu einer brutalen Tat in die Vergangenheit. Die Zeit läuft, will Abel weitere Morde verhindern, den der Täter hat seine Blutliste erst begonnen. Er muss ihn finden, den längst ist der Fall für ihn persönlich geworden.

    Meine Meinung:
    Lange mussten wir auf Band vier von Fallanalytiker Martin Abel warten. Wieder in alter Schreibweise fesselt mich der Autor schon von Beginn an. Die Nacht auf dem Friedhof ist schon wieder so bizarr, grausam und großartig geschrieben, sodass ich dieses Buch kaum mehr aus der Hand lege. Der Autor hat wirklich ein Faible für ausgelassen und absonderliche Tatorte und Morde. Auch dieses Mal hat er sich wieder eine ganz heftige Geschichte einfallen lassen, die sogar Martin Abel an die Nieren geht. Unser Täter tötet erbarmungslos mit mittelalterlichen Foltermethoden. Ich frage mich, was haben diese Opfer getan, um einen Täter so wütend zu machen? Dies erfahren ich bei den Rückblenden in die Vergangenheit 4 Jahre zuvor und bei den Tötungsmethoden der einzelnen Opfer. Die hat der Autor wieder mit so Details ausgestattet, sodass selbst ich mich in den Mörder hineinversetzen konnte und seine Wut verstand. Doch dies ist noch lange nicht alles, durch Zufall wird dieser Fall nämlich noch ganz persönlich für Abel. Den er hat etwas mit Abels verunglückter Tochter zu tun, endlich erhofft er sich Antworten zu finden über Sarahs Tod. Nachdem ich das Buch nun beendet habe, ist mir klar, warum es so lange gedauert hat. So ein Buch braucht wirklich viel Zeit und Recherche und ich muss sagen ich bin wieder total begeistert von den detaillierten Beschreibungen, selbst wenn sie mitunter extrem hart sind. Ich bin zwar kein Freund von Selbstjustiz, allerdings in diesem Buch konnte ich es durchaus nachvollziehen. Mit dem Täter hatte ich richtiggehend Mitleid für das, was er mitmachen musste. Bei seinem Charakter war wirklich hin- und hergerissen, ob man ihn hassen oder verstehen kann. Lediglich einen Kritikpunkt habe ich.
     Um Abels Lebenserhaltungstrieb wieder zu stärken, hat der Autor eine Wolfsgeschichte eingebaut, die für mich etwas zu surreal und mystisch daherkommt. Meiner Ansicht nach hätte es diesen Wolf nicht gebraucht, die Szenerie passt einfach nicht zum Plot. Ansonsten bekommt der Autor meine Hochachtung für einen wirklich krassen Thriller. Chapeau für diesen tollen Martin Abel Fall, der allerdings nicht für Menschen mit schwachen Nerven ist. Den die detaillierten Taten sind wirklich brutal beschrieben. Von mir gibt es noch trotz des Wolfs 4 1/2 von 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

    Kommentare: 4
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    Cover des Buches Nacht der Wahrheit (ISBN: 9783765536663)

    Bewertung zu "Nacht der Wahrheit" von Lynn H. Blackburn

    Nacht der Wahrheit
    claudi-1963vor einem Monat
    Kurzmeinung: Interessanter erster Band mit viel Spannung, Romantik, gelungene und sympathische Charaktere und christlichen Werten.
    Tödliche Anschläge auf das Secret Service Team

    "Rache ist eine Handlung, die man begehen möchte, weil und wenn man machtlos ist." (George Orwell)
    Die beiden Secret Service Agent Luke Powell und Zane Thacker treffen sich wie jeden Montag zu ihrer Joggingrunde, ehe sie einem Anschlag nur knapp entkommen. Zwei ihrer Kollegen hatten dagegen weniger Glück wie schon einige Tage zuvor ihr Freund Thad, der durch eine Autobombe starb. FBI Agentin Faith Malone soll die Ermittlungen leiten. Da sie schon öfter mit Luke und dem Secret Service zusammengearbeitet hat, macht sie sich natürlich große Sorgen. Trotz seiner Verletzungen versucht Luke so gut es geht, Faith zu unterstützen. Doch wer hat es auf die Agenten abgesehen und warum? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, damit der Täter nicht noch mehr von Lukes Freunden oder gar ihn töten.

    Meine Meinung:
    Band eins der Raleigh-Reihe ist gleichzeitig mein erstes Buch dieser Autorin. Der unterhaltsame, lockere Schreibstil lässt mich nur so über die Seiten fliegen. Allerdings mitunter fand ich einige Szenen etwas schleppend und teilweise kamen sogar Wiederholungen in den Szenen vor. Ebenso schleppend zögerlich ist die Annäherung von Faith und Lukes Liebe zueinander. Beide tragen sie ihre Probleme aus der Vergangenheit mit sich herum, die eine Beziehung zueinander erschwert. Dass sie darüber nicht reden, behindert alles noch viel mehr. Man merkt, dass dies nicht der erste Thriller der Autorin ist, die gerne spannend-romantische Bücher mit wertvollem Glaubensinhalt schreibt. Wobei die Glaubensbotschaften von meiner Seite gerne noch etwas mehr hätten sein dürfen. Trotzdem haben mir die eingeschobenen Gebete oder die Gedanken an Gott recht gut gefallen. Die Kleinstadt Raleigh fand ich ebenfalls recht überzeugend präsentiert. Ich spüre sofort die Verbundenheit der Ermittler, allerdings auch bei den Familien selbst. Sie lassen niemanden in ihrer Trauer alleine und unterstützen sich, wenn es Probleme gibt. Das trifft allerdings ebenso auf Faith Malone zu, die besonders zu ihrer Schwester Hope ein herzliches Verhältnis hat. Was sicher mit an ihrem Glauben liegt, der jedoch zurzeit etwas in Mitleidenschaft geraten ist, dafür ist der von Hope umso größer. Überzeugen konnten mich vor allem die glaubwürdigen Ermittler, die trotz schwerer Bedingungen einen unfassbaren Job leisten. Das Team des Secret Service ist dabei wirklich recht gut eingespielt, sie gehen harmonisch und freundschaftlich miteinander um. Es gibt eigentlich wenig Streitpunkte in diesem Team, welche man kritisieren könnte. Was bestimmt daran liegt, weil viele in diesem Team bekennende Christen sind. Umso unverständlicher ist es, wer es auf dieses Team abgesehen hat. Erste Merkwürdigkeiten  führen Faith zu der Frau in Thads Auto, die ebenfalls bei dem Bombenanschlag ums Leben kam. Wer oder was war diese Frau und hat sie etwas mit dem Tod von Thad und seinen Freunden zu tun? 
    Je länger Luke und Faith ermitteln, desto näher kommen sich die beiden. Doch können sie über ihre eigenen Schatten springen? Trotz der etwas schleppenden Liebe und Ermittlungen konnte mich das Buch überzeugen und gebe deshalb 4 1/2 von 5 Sterne.

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    Cover des Buches Der Märchenkönig (ISBN: 9783839202456)

    Bewertung zu "Der Märchenkönig" von Sabine Vöhringer

    Der Märchenkönig
    claudi-1963vor einem Monat
    Kurzmeinung: Perlingers vierter Fall und einer wunderbaren Hommage an den Märchenkönig von Bayern Ludwig II.
    Hommage an den Märchenkönig Ludwig II.

    "Man nennt mich einen Narren. Wird Gott, wenn er mich einst zu sich ruft, mich ebenso nennen?" (Ludwig II. von Bayern)
    Eigentlich sollte es ein wundervoller Abend werden, die Preisverleihung der Bürgermedaille für Max, die Hauptkommissar Tom Perlinger und seine Verlobte Christl für ihn entgegennehmen sollen. Den nach dem Brand seiner Gaststätte wohnen die nun in Niederbayern. Doch dann wird Tom zu einem Einsatz an den Kögelmühlbach bei der Staatskanzlei gerufen, wo man die Leiche von Psychiater Siegmund Berg und kurz danach vom Märchenkönig Louis von Schönfeld findet. Da bei beiden keine offensichtliche Gewalteinwirkung vorliegt, gehen sie zuerst von Suizid aus. Doch Tom ist sich nicht so sicher, ob da nicht doch jemand nachgeholfen hat.

    Meine Meinung:
    Bei Tom Perlingers viertem Fall erwartet uns wieder der Bezug zu einer bekannten historischen bayrischen Persönlichkeit. Dieses Mal ist es der Märchenkönig Ludwig II. von Bayern, der ebenso auf mysteriöse Weise wie unser Opfer mit seiner Begleitung tot im Starnberger See gefunden wurde. Kann es sein, dass Louis von Schönfeld ebenfalls Suizid begangen hat, weil man ihn wie den König entmündigen wollte? Daraufhin sein Psychiater ihm helfen wollte und dabei ebenfalls ertrunken ist? Was allerdings recht merkwürdig ist, den der Kögelmühlbach ist gerade mal 1 Meter tief und beide hätten dort durchaus stehen können. Hat also doch jemand nachgeholfen, womöglich mit Gift? Tom und Jessica Starke müssen einen Mord beweisen, was im Anbetracht des verkleinerten Teams nicht gerade einfach ist. Kollege Mayrhofer ist immer noch mit Max Wirtshausbrand beschäftigt. Zudem scheint er verliebt, doch ausgerechnet in eine Frau, die in Toms Fall involviert ist. Beim Privatleben der beiden Ermittler bleiben die Sorgen ebenfalls nicht aus. Jessica ist sauer, weil Claas sie für einen Einsatz versetzt hat. Christl hingegen plagt die Sorge, weil sie seit dem Brand ohne Wohnung im Hotel leben müssen und sie außerdem keinen Job mehr hat. Dazu taucht noch ihr Vater unverhofft auf, der ihr immer wieder für Probleme sorgt in ihrem Leben. Ungut ist obendrein, dass sie von Tom vernachlässigt wird, obwohl sie ihn gerade dringend braucht. Schon der Prolog führt uns zu der Nacht des 13. Juni 1886 an den Starnberger See, wo es zu der Tragödie König Ludwig II kommt. Als Highlight liest hier Historiker Hubertus Lindner aus seinem eigenen Krimi über den Märchenkönig vor. Für Tom und Jessica werden die Ermittlungen nicht einfach, besonders wenn man so gar nichts in der Hand hat. Wer hätte also ein Interesse am Tod von Louis und warum musste dazu noch sein Psychiater sterben? Steckt Louis Familie, Mayrhofers Liebschaft Patrizia Hacklöder-Lemming, unser alter Bekannter Denis von Schönfeld dahinter oder gibt es noch weitere, die Interesse an seinem Tod haben? Wer außerdem mehr über Tom Perlinger erfahren möchte, sollte unbedingt alle Bücher der Reihe lesen. Erneut war es für mich ein interessanter, spannender Kriminalfall mit historischem Bezug, privaten Konflikten, bekannten Ermittlern und einem Ende mit Überraschungen, dem ich 5 von 5 Sterne gebe.

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    Cover des Buches Wenn die Wahrheit leise stirbt (Libby Whitman 13) (ISBN: B0B1H24S39)

    Bewertung zu "Wenn die Wahrheit leise stirbt (Libby Whitman 13)" von Dania Dicken

    Wenn die Wahrheit leise stirbt (Libby Whitman 13)
    claudi-1963vor einem Monat
    Kurzmeinung: Wieder einmal ein beeindruckender Fall über Gewalt unter Jugendlichen und den Folgen.
    Jugendliche die keine Konsequenzen spüren

    "An allem Unfug, der passiert, sind nicht etwa nur die schuld, die ihn tun, sondern auch die, die ihn nicht verhindern." (Erich Kästner)
    Libby und Owen verbringen mal wieder Thanksgiving im Kreise der Familie in Kalifornien. Die Region wird gerade besonders durch schwere Waldbrände heimgesucht. Dann gerät eine Mutprobe außer Kontrolle, als Hayley beobachtet, wie ihr Schulfreund Riley den 17-jährigen Harper provoziert und von diesem erschlagen wird. Fatal ist nur, Harper Bowmen ist ausgerechnet der Sohn des Sheriffs und Hayley die einzige Zeugin, die diese Tat gesehen hat. Bowmen setzt natürlich alles daran, seinen Sohn vor dem Gefängnis zu bewahren. Alte Erinnerungen und Ängste kommen bei Sadie und Matt wieder hoch. Für Libby steht fest, sie wird ihre Familie zur Seite stehen.

    Meine Meinung:
    Band 13 befasst sich dieses Mal mit Jugendlichen, die außer Kontrolle geraten. Schon der Prolog zeigt, wozu diese fähig sind. Die 12-jährige Hayley, gerade mitten in der Pubertät, ist launisch, bockig und teils unausstehlich. Vor allem kann sie nicht nachvollziehen, wieso ihr Vater ihr den Umgang mit älteren Freunden verbietet. Als sie dann jedoch beobachtet, wie ein 17-Jähriger ihren Schulfreund erschlägt, bekommt sie es doch mit der Angst zu tun. Zum Glück kann sie Libby um Hilfe rufen. Als alleinige Zeugin wird ihr nicht nur vom Vater des Jungen nicht geglaubt, sondern selbst ihre Freunde zweifeln an, ob sie wirklich etwas gesehen hat. Matt und Sadie dagegen sehen sofort die Parallelen zu einem ihrer früheren Fälle. Dieser zog damals alle Register, um seinen Sohn vor der Haft zu retten. Doch diesmal hat sie Bowmen mit den Falschen angelegt, den jetzt ist Libby da, die alles versucht, um Schlimmeres zu verhindern. Mit dem Mord unter Jugendlichen zeigt die Autorin, wie schnell oft solche Mutproben außer Kontrolle geraten oder generell Jugendliche straffällig werden, wenn ihnen keine Grenzen gesetzt werden. Dass ein Vater zu seinem Kind steht, keine Frage, doch es sollte immer nur so weit gehen, wie es der Wahrheit entspricht. Ich hatte beim Lesen ebenfalls wieder Sadies damaligen Fall vor Augen und konnte ihre Ängste durchaus verstehen. Zu erleben, welche Macht einige Eltern benutzen, damit ihre Kinder keine Konsequenzen spüren, ist wirklich heftig. Gut war außerdem die Information über Lügendetektor und Stimmanalyse, die ich bisher nicht näher kannte. Das jedoch beides nicht gerade aussagekräftig und sogar manipuliert werden kann, damit hatte ich fast gerechnet. Diesmal muss sogar Nesthäkchen Hayley etwas einstecken, doch vergleichsweise zu dem, was die Familie bisher erleben musste, war es für mich noch in Ordnung. Im Gegenteil, ich habe sogar den Eindruck, sie wächst über sich hinaus. Überrascht haben mich dagegen eher Hayleys Freunde, die nicht zu ihr stehen und ein Sheriff, der total außer Kontrolle gerät. Ich erlebe Matt, der mich einmal mehr in seiner Vaterrolle beeindruckt und eine mutige Hayley, die nicht vor Verantwortung zurückschreckt. Von mir gibt es dafür eine Leseempfehlung und 5 von 5 Sterne.

    Kommentare: 2
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    Cover des Buches Scherbensommernacht (ISBN: 9783765091544)

    Bewertung zu "Scherbensommernacht" von Janne Loy

    Scherbensommernacht
    claudi-1963vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Eine spannende Geschichte mit ein wenig Übersinnlichem und dem nötigen psychologischen Gespür fürs Detail.
    Hoffnung hält einem am Leben

    "Die kleinste Hoffnung ist besser als die schlimmste Befürchtung." (Mark Twain) 
    Nach einer Schulparty kehrt die 15-jährige Imen nicht wieder nach Hause. Keiner hat etwas gesehen, es gibt keine Spuren von ihr und auch ihre Leiche wird nie gefunden. Ihre ältere Schwester Ella ist sich ziemlich sicher, dass sie Imen noch vor Mitternacht gesehen hat. Für die Eltern bricht eine Welt zusammen, die ihre Ehe belastet und auseinanderbrechen lässt. Doch Ella muss ihr Leben weiterleben, auch wenn sie der Verlust ihrer Schwester noch nach Jahren belastet. Sie beginnt eine Ausbildung, lernt neue Freunde kennen, doch der Verlust ihrer Schwester lässt sie nie mehr los. Trotzdem verliert sie nicht den Mut und den Glauben an die Liebe und das Leben. Ein gelber Luftballon begegnet ihr immer wieder, von dem sie nicht weiß, wie sie ihn zuordnen soll.

    Meine Meinung:
    Das Cover mit dem Mädchengesicht hinter einer zerbrochenen Scheibe passt recht gut zum Inhalt. Vielleicht steht es für das zerbrochene Leben von Imen oder für das von Ella? Der Schreibstil ist flüssig, unterhaltsam und in mehrere Teile und Kapitel, die mit den Namen dem jeweiligen Satzanfang betitelt werden. Zudem gefällt mir die liebevolle Gestaltung der einzelnen Buchseiten mit Libellen, Schmetterlingen und Blumen recht gut. Ich erlebe zu Beginn noch die quirlige junge Imen, die sich sehr auf ihre Party am Abend freut. Es ist eine Nacht in den 90er-Jahren, als die 15-Jährige verschwindet. Der Verlust ist für die Familie schrecklich, was man sich vorstellen kann. Besonders, wenn man nicht weiß, was mit seinem Kind passiert ist. Zu Beginn ist sicher noch die Hoffnung da, sie könnte wiederkommen oder sie würden Näheres erfahren. Doch je länger die Zeit vergeht, desto unwahrscheinlicher wird es, dass Imen noch am Leben ist. 
    Selbst der Leser bleibt bis zum Buchende im Ungewissen, was wirklich geschehen ist. Ich begleite dagegen weiter Ellas Lebensweg und lernen gerade am Anfang sehr viele Charaktere kennen. Da ist zum Beispiel Karim, der aus dem Libanon geflohen ist. Moritz und seine Partnerin Patrizia, die ein Alkoholproblem hat. Marie-Jo, Irma und viele Weitere fließen in die Handlung mit ein. Mitunter bin ich fast etwas überfordert, besonders da ich nicht weiß, was sie mit dem Ganzen zu tun haben. Die Autorin lässt einen da ziemlich im Ungewissen, weshalb die Geschichte einen noch neugieriger macht. Freundschaften entwickeln sich, wir lernen die Sorgen und Nöte der Einzelnen kennen, die nicht immer einfach sind. Immer wieder taucht dann in der Geschichte ein gelber Luftballon am Horizont auf. Mitunter habe ich den Eindruck, als wäre es der Geist von Imen, der Ellas Zukunft verfolgt. Was natürlich schon etwas unheimlich und mystisch ist das Ganze. Erst die Auflösung am Ende überrascht mich, weil ich dann merke, wie alles miteinander zusammenhängt und es Sinn macht. Man kann bei diesem Buch nicht von einem Krimi, Liebesgeschichte, Drama oder Mystik sprechen, den im Grunde beinhaltet es von allem ein wenig. Chapeau, eine faszinierende und unvorhersehbare Geschichte mit einem kreativen Schreibstil, bei dem ich total neugierig blieb und die von mir 5 von 5 Sterne bekommt.

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    Cover des Buches Das Haus der Hebammen - Susannes Sehnsucht (ISBN: 9783734110375)

    Bewertung zu "Das Haus der Hebammen - Susannes Sehnsucht" von Marie Adams

    Das Haus der Hebammen - Susannes Sehnsucht
    claudi-1963vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Schöne Darstellung eines Geburtshauses und dem Beruf der Hebamme.
    Neues Leben entsteht

    "Die Geburt sollte für eine Frau die Stunde ihrer größten Würde sein." (Pierre Vellay)
    Für die Hebammen aus dem "Haus der guten Hoffnung", wie das neue Geburtshaus heißt, etwas ganz Natürliches. Die drei Freundinnen Susanne, Carola und Ella lernen sich im Krankenhaus kennen. Ein leer stehendes Haus in der Cranachstraße bringt die 3 auf die Idee, ihr eigenes Geburtshaus zu gründen. Dort wollen sie Mütter von Beginn an bis zur Geburt begleiten, ihnen viel Geborgenheit, Verständnis, Wärme schenken und gesunde Babys zur Welt bringen. Der Wunsch nach einer Familie lässt bei Susanne ihre Vergangenheit wieder aufleben. Dieses Geheimnis hat sie nicht mal ihren Freundinnen anvertraut.


    Meine Meinung:
    Diese Trilogie ist eine Hommage an die Verdienste der vielen Hebammen in unserem Land. Marie Adams hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Bild der Hebamme und dem ersten Geburtshaus in Köln eine Buchreihe zu widmen. 1989 wurde es wirklich von den beiden Hebammen Monika Plonka, Vera Minnik und dem Gynäkologen Michael Müller gegründet. In Band eins geht es um Susannes Geheimnis und Sehnsüchte. In jungen Jahren hat sie der Eltern wegen ihr Kind zur Adoption weggeben müssen. Nun, 18 Jahre später, würde sie gerne erfahren, was aus Julia geworden ist. Wird sie ihre Tochter wohl wiedersehen? Außerdem erleben wir, dass Schwangerschaft und Geburt bei den meisten Frauen etwas völlig Normales ist, bei dem es keinen Kaiserschnitt oder gar einen Arzt braucht. Selbst wenn manch einer zu Beginn skeptisch ist, ob dieses Geburtshaus wirklich eine so gute Idee ist. Allerdings geben ihnen die Mütter recht, die nach und nach ihre Kinder bei ihnen entbinden. Eigentlich dachte ich, Susanne spielt hier eine größere Rolle, doch wir lernen in Band 1 alle drei Hebammen etwas näher kennen. Wie schon angedeutet ist da Susanne, deren größte Sehnsucht ihr Wiedersehen mit ihrer Tochter ist. Sie lernt obendrein in diesem Teil Antonius einen überaus netten Mann kennen. Carola ist verheiratet, Mutter von 3 Kindern und die Hauptverdienerin der Familie, während ihr Mann auf den Durchbruch als Autor wartet und nebenher die Kinder versorgt. Mitunter fühlt sie sich jedoch als Rabenmutter, weil sie zu wenig Zeit für ihre Familie hat. Ella ist die Jüngste im Bunde, sie lebt noch zu Hause und ist hin- und hergerissen, was sie mit ihrer Zukunft anfangen soll. Da ist Kinderarzt Christoph Hofert, der ein Auge auf sie geworfen hat und zu dem sie sich ebenfalls etwas hingezogen fühlt. Doch dessen altmodische Ansichten gefallen Ella weniger, weshalb sie skeptisch ist, was diese Beziehung anbelangt. Außerdem wäre da noch ihr Traum, als Hebamme nach Afrika zu gehen. Die liebevolle Art der drei Hebammen lassen sie sofort sympathisch erscheinen. Jede von ihnen hat ihren ganz eigenen Charakter und Sorgen, die sie mit sich schleppt, was den gesamten Plot etwas auffrischt. Natürlich hatte ich erwartet, noch viel mehr über Susanne zu erfahren. Allerdings fand ich es auch schön, alle drei näher kennenzulernen. Besonders gut hat mir die Darstellung der natürlichen Geburt gefallen, die zu dieser damaligen Zeit noch recht ungewöhnlich war. Ich freue mich, noch mehr von den drei Hebammen zu erfahren und gebe 5 von 5 Sterne.

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    Es stimmt mich traurig zu sehen, das in letzter Zeit wieder vermehrt bei Bücher.de, Weltbild und Jokers meine Rezensionen bewusst negativ bewertet werden. Ich bewerte niemanden negativ und möchte auch das diejenigen die das tun es bitte unterlassen. Ich finde es einfach nur erbärmlich wenn man deshalb gute Rezensionen schlecht macht. Und das erleben leider auch noch andere so.

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