daydreamin

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    Cover des Buches Das Haus der Frauen (ISBN: 9783103900033)

    Bewertung zu "Das Haus der Frauen" von Laetitia Colombani

    Das Haus der Frauen
    daydreaminvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Ein wundervoller Roman, der nicht wegschaut und einer wahren Heldin ein Denkmal setzt.
    Ein längst überfälliges Denkmal für Blanche Peyron!

    Die Anwältin Solène funktioniert zwanzig Jahre lang hervorragend in ihrer Kanzlei bis zu einem Nachmittag, an dem ein Mandant sich vor ihren Augen das Leben nimmt, weil er für schuldig befunden und verurteilt wurde. Sòlene rast in ein Burn-Out, eine so tiefe Hoffnungslosigkeit und Leere, dass sie keinen Sinn mehr in ihrem Leben findet.
    Mit psychologischer Hilfe wird ihr ehrenamtliche Arbeit nahe gebracht und so landet sie schließlich im Palast der Frauen in Paris, einem der größten Frauenwohnheime Europas. Einmal die Woche bietet sie dort an, im Namen der Frauen zu schreiben. Dabei ist es ganz egal, ob es sich um offizielle Schreiben oder vertrauliche Briefe handelt. Schnell taucht sie tief in die Geschichten der Frauen ein, hinterfragt ihr eigenes Leben und findet Stück für Stück zurück.

    Die Autorin Laetitia Colombani erzählt abwechselnd aus Sòlenes heutiger Perspektive und aus Paris ab dem Jahre 1925. Wir begleiten nicht zur Sòlene und die heutigen Bewohnerinnen sondern auch Blanche und ihren Ehemann Albin Peyron, die der Heilsarmee angehören und ihr ganzes Leben lang dafür kämpfen, Bedürftigen und vor allem Frauen in Nöten einen Platz und Perspektiven zu geben. Dabei stützt sich Colombani auf historische Fakten, denn Blanche und Albin haben wirklich gelebt und aufopferungsvoll um den Palast der Frauen gekämpft, der seit nun mehr als 100 Jahren in Paris Gutes tut. Die Mischung fand ich sehr gelungen und äußerst spannend. Von Blanche Peyron hatte ich bisher leider noch gar nichts gehört, nun habe ich mir ihren Namen und ihr beeindruckendes Werk tief eingeprägt!

    Auch Sòlene als Protagonistin hat mir extrem gut gefallen. Wie sie langsam immer mehr abtaucht, zuhört, realisiert und nach einigen Rückschlägen ins Handeln kommt, fand ich sehr authentisch und schön zu begleiten. Berührend waren vor allem die vielen verschiedenen Schicksale und Geschichten der Bewohnerinnen, die sehr wahrscheinlich nur einen ganz minimalen Einblick in die Millionen von Frauenleben geben.

    Das Haus der Frauen hat mir auch stilistisch sehr gut gefallen. Colombani kommt direkt auf den Punkt, es gibt wenig Schnörkel und jedes erzählte Detail ist exakt platziert. Sie gibt den Frauen genügend Raum und lässt ihre Erlebnisse einfach wirken. Das hat mich tief berührt, ebenso wie die Gemeinschaft und der Zusammenhalt, die aus so vielen verschiedenen Menschen und Schicksalen entstanden ist.

    Ein wundervoller Roman, der nicht wegschaut und einer wahren Heldin ein Denkmal setzt.

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    Cover des Buches Dankbarkeiten (ISBN: 9783832181123)

    Bewertung zu "Dankbarkeiten" von Delphine de Vigan

    Dankbarkeiten
    daydreaminvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Ein grandioser Roman über das Altern, Selbstbestimmtheit, Zusammenhalt und natürlich Dankbarkeit. Hat mich sehr tief berührt!
    Grandios!

    In Delphine de Vigans neustem Roman "Dankbarkeiten" begleiten wir die alte Dame Michka, die eines Tages in ein Altenheim ziehen muss, da sie alleine in ihrem Alltag nicht mehr klarkommt. Neben den langsam ansteigenden körperlichen Beschwerden leidet sie an Paraphasie, einer Krankheit, bei der sie stetig Wörter "verliert", vertauscht und verwechselt.

    Wir folgen insgesamt drei Perspektiven. Zum einen der jungen Frau Marie, die Michka in ihrer Kindheit häufig bei sich aufgenommen hat, da sich Maries Mutter nicht immer ausreichend um sie kümmern konnte. Für Marie ist Michka so etwas wie eine Ersatzmutter. Zum anderen spielt der Logopäde Jeróme, der Michka jeden Dienstag und Donnerstag besucht, eine große Rolle. In ihren gemeinsamen Stunden hilft er nicht nur Michka mit der Krankheit und ihrem neuen Leben im Altenheim umzugehen, auch sie verändert sein Leben. Die dritte Perspektive bezieht sich auf Michkas Albträume, in denen sie zwar ihre Sprache wiederfindet, aber auch ganz klar ihre Ängste vor dem weiteren körperlichen Zerfall und dem Sterben zum Ausdruck bringt. 

    Ich liebe Delphine de Vigan und auch dieser Roman konnte mich wieder nachhaltig begeistern. Ihr Sprachstil in "Dankbarkeiten" ist wieder einmal so klar und intensiv, dass er mich unglaublich tief berühren und mitreißen konnte. Die Autorin schafft es bei mir stets mit wenigen gezielten Worten und Andeutungen ganze Welten und dazugehörige Emotionen in meinem Kopf entstehen zu lassen. Das Buch hat mich völlig für sich eingenommen und ich habe es quasi ohne Unterbrechung gelesen, während ich für die Außenwelt gar nicht mehr erreichbar war. 

    Gleichzeitig finde ich auch die gewählten Perspektiven und Figuren sehr passend und gut platziert. Die Themen Altern, Sterben, Selbstbestimmtheit, Familie, Zusammenhalt, Hilfsbereitschaft und natürlich Dankbarkeit werden wie für de Vigan typisch sehr authentisch, dadurch zugleich schmerzhaft und wunderschön dargestellt. Neben der erwarteten Botschaft "Sprich die Dinge aus, bevor es zu spät ist" ist in diesem Roman noch so viel mehr zu finden, wofür ich Delphine de Vigan ebenfalls unglaublich dankbar bin. In meinen Augen erneut ein Meisterwerk einer meiner Lieblingsautorinnen. 

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    Cover des Buches Qube (ISBN: 9783462054408)

    Bewertung zu "Qube" von Tom Hillenbrand

    Qube
    daydreaminvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Schwächere Handlung und flachere Charaktere im Vergleich zum Vorgänger "Hologrammatica". Hillenbrands Welt macht jedoch auch weiterhin Spaß!
    Ein bisschen zu abgedreht

    Mit "Hologrammatica" hat uns Tom Hillenbrand 2018 in eine Zukunft entführt, die von Holografien und digitalen Gehirn-Back-Ups bestimmt wird. Nachdem mir der Auftakt der Science-Fiction-Reihe sehr gut gefallen hat, erscheint mit "Qube" zwei Jahre später der Nachfolgeband. Im Fokus steht wieder einmal der Kampf gegen künstliche Intelligenzen, dieses Mal reisen wir mit den Protagonisten jedoch auch des Öfteren ins All.

    Hillenbrands Schreibstil hat mir wie zuvor sehr gut gefallen. Er schreibt präzise und kurzweilig, sodass die kurz gehaltenen Kapitel sich ruckzuck lesen lassen. Das World Building macht einfach Spaß und ich habe mich durch die vielen Erfindungen und neuartigen Gefälligkeiten und Herausforderungen des Alltags im Jahre 2091 sehr gut unterhalten gefühlt. Allerdings habe ich auch gemerkt, dass der Roman von einem heterosexuellen Mann geschrieben wurde, so häufig wie Frauen auf ihre Äußerlichkeiten reduziert wurden bzw. wie detailliert diese beschrieben wurden.

    Im Gegensatz zu "Hologrammatica" folgen wir in "Qube" doppelt so vielen Perspektiven, nämlich vier Stück. Das war für mich anfangs sehr verwirrend und hat es mir nicht einfach gemacht, den Überblick zu behalten. Während ich die Protagonisten im ersten Band mochte, waren mir diese in "Qube" zu flach. Hier hätte der Autor gerne noch etwas mehr Schärfe hereinbringen können. So blieben sie leider austauschbar.

    Auch inhaltlich kommt "Qube" nicht so richtig an "Hologrammatica" heran. Relativ große Teile des Buches drehten sich um Hologames, die mich nicht fesseln konnten, obwohl ich selbst gerne Videospiele spiele. Bei den Möglichkeiten, die sich mit dem Holonet ergeben, hätte ich mir eine fantasievollere Ausgestaltung der Spiele des späten 21. Jahrhunderts gewünscht.

    Der Showdown war mir zu schnell und zu abgedreht. Ich bin gar nicht so schnell mitgekommen, wie Hillenbrands Figuren ihre Hypothesen ausgesprochen und wieder geändert haben. Teilweise fehlten mir Informationen, um diese Schlussfolgerungen nachvollziehen zu können. Teilweise widersprachen sie in meinen Augen auch den Prinzipien, die der Autor zuvor aufgebaut hatte.

    Insgesamt muss ich leider sagen, dass mir "Qube" als Nachfolger von "Hologrammatica" nur eingeschränkt gefallen hat und nicht an den Reihenauftakt heranreichen kann. Dafür gab es für mich zu viele Schwächen in der Handlung und zu flache Charaktere. Nichtsdestotrotz bin ich weiterhin begeistert von Hillenbrands gestaltetem Zukunftsszenario, den vielen kleinen Ideen und bin gespannt wie es in der Welt der Hologrammatica weitergehen wird.

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    Cover des Buches Das neunte Haus (ISBN: 9783426227176)

    Bewertung zu "Das neunte Haus" von Leigh Bardugo

    Das neunte Haus
    daydreaminvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Ein sehr düsterer Roman über die dunkle Magie der Studentenverbindungen in Yale. Trotz anfänglicher Schwächen ein solider Reihenauftakt!
    Solider Reihenauftakt mit anfänglichen Schwächen

    In Leigh Bardugos neustem Werk "Das neunte Haus" begeben wir uns nach Yale, welches insgeheim von acht Studentenverbindungen und deren Magie kontrolliert und gelenkt wird. Das neunte Haus, Lethe, stellt quasi eine Art Magie-Polizei dar, die die Einhaltung der Regeln bei den anderen Verbindungen kontrolliert. Das ist auch bitter nötig, denn es werden hier durchaus sehr dunkle Magie und blutige Rituale beschrieben. Unsere Protagonistin Alex Stern wurde erst kürzlich von Lethe rekrutiert und findet sich schneller als ihr lieb ist in einer wirklich bizarren Mordermittlung wieder.

    Von Leigh Bardugo habe ich bisher nur begeisterte Stimmen gehört. "Das neunte Haus" war für mich ihr erster Roman, der scheinbar um einiges dunkler und gewalttätiger ist, als ihre restlichen Werke. Tatsächlich hätte dem Buch eine Triggerwarnung gut getan, denn ungefähr in der Mitte des Buches stehen Vergewaltigungen, übergriffige Männer und derbes Vokabular an der Tagesordnung und das in einer solch hohen Dosierung, dass es mir teilweise schwer fiel, das Buch weiterzulesen.

    Auch der Aufbau des Buches konnte mich zu Beginn nicht begeistern. Die Autorin springt immer wieder zwischen den aktuellen Mordermittlungen, Alex Anfangszeiten bei Lethe und ihrer schwierigen Vergangenheit hin und her. Der im Klappentext angeteaserte Mord geriet dadurch leider etwas in den Hintergrund und der Spannungsbogen konnte in meinen Augen erst in der Mitte des Buches richtig aufgebaut werden, als die Zeitstränge endlich zusammengeführt wurden und es so richtig losgehen konnte. Erst zu diesem Zeitpunkt hatte ich auch wirklich das Verlangen, weiterzulesen und zu erfahren, wie der Fall letzlich ausgeht.

    Hinzu kommen initial auch noch zahlreiche Informationen über die acht Studentenverbindungen, deren Mitglieder und Regeln, die mir den Einstieg nicht gerade leicht gemacht haben. Die Welt, die Leigh Bardugo erschaffen hat, finde ich absolut genial, jedoch emfpand ich die ganzen Informationen anfangs zu zahlreich, zu unstrukturiert und ingesamt zu überwältigend.

    Die Figuren sind allesamt etwas eigenwillig, haben mir dadurch jedoch ganz gut gefallen. Mit den meisten bin ich zwar auf Distanz geblieben und auch Protagonistin Alex hat sich mir erst zum Schluss etwas geöffnet und Gefühle gezeigt. Das fand ich jedoch sehr zu ihrem Charakter passend und ich habe sie tatsächlich lieb gewonnen, auch wenn ich das Anfangs gar nicht unbedingt gedacht hätte. Ihr Leben ist bisher ziemlich düster und krass verlaufen, aber gerade deswegen hat sie mir so gut gefallen.

    Toll fand ich auch den Schreibstil und wie Leigh Bardugo es schafft, Atmosphäre zu vermitteln. Kombiniert mit wirklich skurillen magischen Elementen ist eine geniale Urban Fantasy Welt entstanden, die ich gerne weiter verfolgen werde. Auch wenn der Auftakt der Reihe um Alex Stern einige Schwächen zeigt, bin ich mir ziemlich sicher, dass vor allem Fans der etwas dunkleren Literatur in den Folgebänden noch stärker auf ihre Kosten kommen werden. Ich würde mir nur wünschen, dass die Autorin es mit bildhaften Beschreibungen von Gewalttaten und Kraftausdrücken nicht zu sehr übertreibt und damit auf ein Niveau abrutscht, dass sie bei ihrem Worldbuilding definitiv nicht nötig hat.

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    Cover des Buches Laufen (ISBN: 9783462053494)

    Bewertung zu "Laufen" von Isabel Bogdan

    Laufen
    daydreaminvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Ein grandioser Roman über Trauerbewältigung und das Leben als Angehörige eines depressiven Partners. Inhaltlich und stilistisch großartig!
    Ein grandioser Roman über Trauerbewältigung

    In Isabel Bogdans Roman „Laufen“ begleiten wir eine unbenannte Protagonistin aus Hamburg, die nach dem Suizid ihres langjährigen Lebenspartners zurückbleibt und mit dem Verlust umgehen muss. Ermutigt von ihrer besten Freundin und ihrer Therapeutin beginnt sie nach jahrelanger Trainingspause wieder mit dem Laufen und vertraut uns ihre Gedankengänge an.

    Die knapp 200 Seiten des Romans sind in einer sehr speziellen Form geschrieben, denn die Kapitel bestehen ausschließlich aus Gedankenströmen der Protagonistin, die bis zum Schluss namenlos bleibt und aus der Ich-Perspektive erzählt. Viele Sätze sind scheinbar wahllos per Komma verbunden und enthalten etliche Gedankensprünge. Dieser Stil hat mir persönlich sehr gut gefallen, denn ich habe ihn als sehr intim und authentisch wahrgenommen.

    Ebenfalls grandios fand ich die Entwicklung des Schreibstils über den Roman hinweg. Während die Protagonistin in den ersten Kapiteln eher in kurzen abgehakten Sätzen denkt, die sich so lesen wie die hektischen und unkoordinierten Schritte und Atemzüge zu Beginn des Lauftrainings, entwickelt sich im Verlauf des Buches und ihres Trainings eine gewisse Ruhe und Ordnung.

    Keine Überraschung waren die behandelten Themen Trauer und Verlust. Die Protagonistin vermisst die kleinen Dinge, wie z.B. die volle statt halbvolle Waschmaschine, und ihre Gedanken kreisen ständig um ihren Partner, seine Eltern, seinen Job, seine Gegenstände. Ich habe sie sehr gerne dabei begleitet, wie sie Stück für Stück ins Leben zurückgefunden hat und allmählich auch wieder ihre eigenen Bedürfnisse und Interessen wahrnimmt und als wichtig anerkennt. Ebenfalls spannend fand ich die Beleuchtung von Depressionen aus der Perspektive einer Angehörigen. Depressionen werden im Roman nicht verharmlost, sondern als die schwere Erkrankung beschrieben, die sie auch wirklich sind. Zusätzlich dazu thematisiert Isabel Bogdan auch die Schuldgefühle der Protagonistin und die Anstrengungen im Zusammenleben mit einer depressiven Person.

    Insgesamt hat mir „Laufen“ extrem gut gefallen. Ich gehe selbst sehr gerne laufen und habe das Gefühl während des Trainings zur Ruhe zu kommen in diesem Roman definitiv wiederfinden können. Auch die Entwicklung der Protagonistin und die Widerspieglung durch den Stil haben mich überzeugen können.

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    Cover des Buches Der Sprung (ISBN: 9783257070743)

    Bewertung zu "Der Sprung" von Simone Lappert

    Der Sprung
    daydreaminvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Sehr einfühlsamer und schöner Schreibstil, vielfältige Figuren und Einblicke. Leider bleiben zu viele Fragen offen.
    Der Sprung

    Manu steht an der Dachkante eines Mehrfamilienhauses und weigert sich, herunterzukommen. Etliche Stunden hält sie die Polizei und die Menschenmenge, die sich ganz typisch für unsere Zeit mit gezückten Handys auf dem Platz vor dem Haus aufhält, auf Trab. Simone Lappert nimmt uns in ihrem Roman „Der Sprung“ nicht nur mit auf das Dach, sondern gewährt uns Einblick in das Leben von insgesamt elf verschiedenen Personen, die allesamt eine mehr oder weniger enge Verbindung zu Manu aufweisen und dementsprechend von ihrem drohenden Sprung nachhaltig beeinflusst werden.

    Sehr gut gefallen hat mir der ruhige, aber doch emotionale Schreibstil der Autorin. Sie beobachtet sehr genau und beschreibt ganz sanft und voller Verständnis die ganz unterschiedlichen Gefühle und Erlebnisse ihrer Charaktere, denen ich mich beim Lesen sehr nah gefühlt habe.

    Die Einblicke in die Leben der Figuren waren sehr vielfältig und wie aus dem Leben gegriffen. Das Spektrum reicht von einem unsicheren pubertierenden Mädchen bis hin zu einer griesgrämigen alten Frau. Auch wenn ich mich nicht in allen Figuren wiedergefunden habe, so hatte ich doch für alle ein gewisses Mitgefühl und habe ihre Wege gerne verfolgt. Sie alle befinden sich an Punkten in ihren Leben, in denen sie Entscheidungen treffen, für sich einstehen und in gewisser Weise einen „Sprung“ wagen müssen. Ich fand es sehr gelungen, wie sich der Titel im Roman widergespiegelt hat.

    Auch die Verknüpfung der verschiedenen Figuren hat mir gut gefallen. Simone Lappert zeigt, wie sehr unsere Lebenswege von zufälligen Begegnungen, spontanen Entscheidungen und scheinbar bedeutungslosen Taten von Fremden beeinflusst werden können. Außerdem erinnert die Autorin daran, dass jeder Mensch seine eigene Geschichte und eigene Prägungen erfahren hat und wie sich dieses auf das Verhalten auswirken können.

    Leider muss ich sagen, dass mir das Ende etwas zu dünn und zu wenig war, weswegen ich dem Buch insgesamt nur gute drei Sterne gebe. Für einige Figuren war der kleine Ausschnitt, den ich begleiten durfte, rein gar nicht abgeschlossen und es blieben zu viele offene Fragen. Gerade Manu, ihr Charakter und ihre Beweggründe wurden mir nicht deutlich genug behandelt. Sie kam mir leider bloß wie ein Mittel zum Zweck vor, was ich sehr schade fand.

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    Cover des Buches Harry Potter and the Order of the Phoenix (ISBN: 9780747591269)

    Bewertung zu "Harry Potter and the Order of the Phoenix" von Joanne K. Rowling

    Harry Potter and the Order of the Phoenix
    daydreaminvor einem Jahr
    Cover des Buches Das Kind in dir muss Heimat finden (ISBN: 9783424631074)

    Bewertung zu "Das Kind in dir muss Heimat finden" von Stefanie Stahl

    Das Kind in dir muss Heimat finden
    daydreaminvor einem Jahr
    Cover des Buches Emma (ISBN: 9783959671156)

    Bewertung zu "Emma" von Jane Austen

    Emma
    daydreaminvor einem Jahr
    Cover des Buches Verliere mich. Nicht. (ISBN: 9783736305496)

    Bewertung zu "Verliere mich. Nicht." von Laura Kneidl

    Verliere mich. Nicht.
    daydreaminvor einem Jahr

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