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dunkelwelten

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Rezensionen und Bewertungen

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    Cover des Buches Guck mal, die Asis (ISBN: 9783967330960)

    Bewertung zu "Guck mal, die Asis" von Wendy Nikolaizik

    Guck mal, die Asis
    dunkelweltenvor 2 Tagen
    Kurzmeinung: Eine authentische Geschichte über Punks und das Erwachsenwerden, die sich Vorurteilen entgegenstellt!
    Realistisch & besonders

    Wendy Nikolaizik ist mit »Guck mal, die Asis« eine authentische Geschichte über Punks und das Erwachsenwerden gelungen, die sich Vorurteilen entgegenstellt, die Schattenseiten des Lebens beleuchtet und Werte wie Liebe, Familie und Freundschaft neu definiert.



    Inhalt: ,,Du hast ein gutes Herz, Debby. Lass nicht zu, dass die Welt da draußen dich kaputt macht." Zwischen Glasscherben und Zigarettenstummeln lernt Debby den Punk Farin kennen. Mit seinem unkonventionellen Kleidungsstil und seinem Hang zum Drogenkonsum wird er in der Schule und von der Gesellschaft als gefährlicher Außenseiter abgestempelt. Dieser Meinung ist auch Debbys Freund Thomas. Obwohl er seiner Freundin den Kontakt mit Farin verbietet, lässt Debby sich auf den Punk ein und erkennt schnell, dass in diesem so viel mehr steckt als nur ein kiffender Verlierer.



    Lob:

    »Guck mal, die Asis« baut Vorurteile gegenüber der Punkkultur ab. Aufgrund ihres äußeren Erscheinungsbildes und ihrer sofortigen Assoziation mit Drogen und Gewalt werden Punks weitgehend als kriminell, gefährlich und verdorben angesehen. Kurz gesagt stellen sie der allgemeinen gesellschaftlichen Ansicht nach nicht den richtigen Umgang für ein junges Mädchen wie Debby dar. Dieser Meinung sind auch ihr Freund Thomas, ihre beiden besten Freundinnen Bella und Clari sowie ihre Eltern. Im Grunde ist nur Debbys Oma auf ihrer Seite – übrigens ist diese eine meiner Lieblingsfiguren aus dem Buch –, ansonsten steht sie in diesem Punkt ganz alleine da. Doch wer gibt einem Menschen des Recht, einen anderen Menschen einfach so zu verurteilen? Vor allem, wenn man diesen gar nicht wirklich kennt? Ist es richtig, sich nur von Vorurteilen und der Masse leiten zu lassen? Hat nicht jeder Mensch eine Chance verdient? Der Leser lernt schnell, dass die befreundeten Punks Farin, Hadrian und Lasko alles andere als schlechte Menschen sind. Thomas dagegen fällt in »Guck mal, die Asis« von Anfang an negativ auf. An dieser Stelle möchte ich ein großes Kompliment an die Autoren für die Charakterkonzeption von Thomas aussprechen. Selten habe ich einen so glaubwürdig und realistisch geschriebenen Menschentyp wie diesen in einem Buch verfolgen können. Natürlich bleibt die Sympathie ihm gegenüber aus – ehrlich gesagt fand ich ihn ziemlich unerträglich, an manchen Stellen sogar einfach nur erbärmlich. Dabei war er in seinen Wesenszügen und in seinen Beziehungen zu den anderen Figuren aber so gut geschrieben, dass ich Szenen mit ihm trotz allem entgegengefiebert habe. Seiner Freundin gegenüber verhält Thomas sich bevormundend und übergriffig, er möchte ihr ein Kontaktverbot in Bezug auf Farin aufdrängen und sie im späteren Verlauf des Buches auch zu sexuellen Handlungen drängen. Im Grunde verhält er sich aber nicht anders als ein schwaches, bockiges Kleinkind. Zum Beispiel fängt er aus Frust mit dem Rauchen an, weil ,,Debby jetzt ja auf die bösen Jungs steht" und lässt keine Möglichkeit aus, Farin verbal oder körperlich zu attackieren. ,,Mit einem Mal fühlte es sich an, als sei er weit entfernt", denkt Debby schon relativ zu Beginn des Buches. Es hat mir sehr gut gefallen, wie die Entwicklung der Beziehung von Thomas und Debby im Buch dargestellt wurde. Durchweg blieben die Figuren authentisch. Auch dieses quälend langsame Zerbrechen der Partnerschaft, obwohl die Gefühle schon längst abgekühlt sind, hatte eine sehr realistische Wirkung auf mich. Debby versucht eine Weile sogar, Farin wegen ihrem Freund zu ignorieren, weil sie Angst davor hat, dass mit dem Beziehungsende mit Thomas ihre heile Welt endgültig aus den Fugen gerissen wird. Es dauert eine Weile, bis sie erkennt, dass sie das Chaos, das Farin in ihr Leben gebracht hat, lieben gelernt hat. Die Punks sind für Debby da und zwischen den vieren entwickelt sich eine richtige Freundschaft. Ich fand es immer total lustig, wie sie ständig gefragt haben, ob sie Thomas nicht doch verprügeln sollen. Während Debby in Farin, Hadrian und Lasko also neue Freunde gewinnt, entfremdet sie sich immer mehr von ihren beiden besten Freundinnen. Teils, weil auch sie Debbys Kontakt mit den Punks nicht gutheißen, teils, weil Debby erkennt, dass es im Leben um so viel mehr geht als nur Jungs, Partys, Schauspieler und Klamotten. Debby möchte etwas erleben, in der Wirklichkeit ankommen. ,,Du hast mich gefragt, ob ich nie verrückte Dinge in meinem Leben tu. Aber eigentlich habe ich das immer getan. Es ist verdammt verrückt, mein Leben mit Nichtigkeiten zu füllen, die mich nie glücklich gemacht haben und mit Menschen, die kein Verständnis für mich haben." Doch das ändert sich nun, dank Farin. ,,[M]it Farin spürte sie das Leben." Lange vor Debby ahnen die Leser, dass aus der wunderschönen Freundschaft zwischen den beiden Protagonisten mehr werden könnte. Nach Sonnenuntergängen auf dem Dach, Konzerten und anderen Unternehmungen hat Debby endlich das Gefühl, viel reflektierter, viel tiefgehender zu leben und dass sich ihre komplette Weltsicht auf den Kopf gestellt hat. »Guck mal, die Asis« beschreibt demnach zu einem großen Teil, was es bedeutet, erwachsen zu werden, und zeigt auf, was das Leben eigentlich ausmacht. Dass man Spaß haben und seinem Herzen folgen soll, und nicht immer nur der Meinung anderer. Allein für diese Botschaft liebe ich das Buch. Farins leichtlebige, aber dennoch reife Art berührt Debby und sie lernt, was echte Freundschaft wirklich bedeutet und das Familie nicht allein auf Blutsverwandtschaft beruht. Realismus ist in diesem Werk großgeschrieben: Da wären die altbekannten Schulszenen, die jugendlich fehlerhaften Textnachrichten, ein realistischer Umgang mit Drogen und eine gewöhnliche Familienkonstellation. Ein Highlight waren für mich übrigens Farins pinke Socken. Zwar sind diese vollkommen irrelevant für die Geschichte, sorgen aber dennoch für eine lebhaftere Gestaltung meiner Lieblingsfigur und bleiben im Gedächtnis. Für mich war es zudem sehr spannend, einen Einblick in die Punkkultur zu erlangen, mit der ich mich zugegebenermaßen bisher nicht sonderlich auseinandergesetzt hatte. An dieser Stelle möchte ich einen kleinen Ausschnitt aus »Guck mal, die Asis« einfügen, der nicht nur toll geschrieben ist, sondern auch die Aussage des Buches über die Punkkultur treffend beschreibt. ,,(...) Texte über Politik und die Gesellschaft. Über Missstände und Lösungswege. Über Probleme, zu denen es keine Antwort gab, und eine Welt, die das Potential hatte, so anders zu sein. In den rauen Stimmen der Sänger steckte so viel Leidenschaft und Wut, wenn sie von den Ungerechtigkeiten auf der Welt sangen. So viel Energie, die sie dafür einsetzten, etwas zu ändern." Der spannendste Aspekt des Buches war es in meinen Augen, herauszufinden, was in Farins Vergangenheit vorgefallen ist und ihn letztlich auf die schiefe Bahn gebracht hat. ,,Weil er sich selbst zugrunde richtete mit seinem Kettenrauchen, seinem exzessiven Trinken, seinem Drogenkonsum, um nur für einen Moment den düsteren Gedanken zu entkommen. Seine Fröhlichkeit und die verrückten Dinge, die er tat, schienen nur eine Fassade zu sein, eine Flucht vor der Realität." Als der Leser schließlich erfährt, was Farin durchmachen musste, war das ein sehr intensiver und schwerer Moment. Am bewegendsten war für mich übrigens die letzte gemeinsame Szene zwischen Noah und Farin, auf die ich aus Spoilergründen jedoch nicht näher eingehen möchte. Aber auch das Ende war sehr rührend geschrieben. Generell hat mir Wendy Nikolaiziks Schreibstil und ihre Erzählweise an sehr gut gefallen, weshalb die Seiten nur so dahingeflogen sind.



    Kritikpunkte:

    Wie an der Sternebewertung zu erkennen ist, habe ich bei »Guck mal, die Asis« quasi nichts zu bemängeln. Das Einzige, was mir aufgefallen ist, waren die teilweise repetitiven Strukturen im Buch, z.B., dass Farin und Debby sich ein paar Mal nacheinander zufällig getroffen haben oder dass einige Gesprächsthemen häufiger aufgetreten sind. Da sich dies allerdings noch im moderaten Rahmen gehalten hat und keinen störenden Effekt auf mich hatte, möchte ich dafür keinem Punkt abziehen. Insgesamt kann ich noch sagen, dass ich gerne mehr über Farins beste Freunde Hadrian und Lasko gelesen hätte, da mir beide sehr sympathisch waren. Gerade bei diesen beiden Figuren freue ich mich darauf, in der Fortsetzung noch mehr zu erfahren.



    Fazit:

    »Guck mal, die Asis« von Wendy Nikolaizik ist ein authentisches, mitten aus dem Leben gegriffenes Buch, was Vorurteile abbaut und den Blick auf eine gesellschaftlich zumeist geächtete Randgruppe lenkt. Ich vergebe 5 von 5 ☆ und bedanke mich nochmal herzlichst für das Rezensionsexemplar!

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    Cover des Buches Der Passagier neben mir (ISBN: 9783967332117)

    Bewertung zu "Der Passagier neben mir" von Nazligül Cayoglu

    Der Passagier neben mir
    dunkelweltenvor 8 Tagen
    Kurzmeinung: »Der Passagier neben mir« ist eine berührende Kurzgeschichtensammlung über die Vielschichtigkeit des Lebens.
    Feinfühlig & Reflektiert

    Nazligül Cayoglu ist mit »Der Passagier neben mir« eine berührende Kurzgeschichtensammlung über die Vielschichtigkeit des Lebens gelungen, die sich wichtige Tabuthemen vornimmt, zum Nachdenken anregt und den Leser emotional ergreift.


    »Der Passagier neben mir« enthält 12 Kurzgeschichten aus unterschiedlichen Perspektiven, die zum Teil ineinander verwoben sind. Einzelne Szenen tauchen daher mehrfach und aus einem anderen Blickwinkel im Buch auf, was für den Leser sehr spannend ist und neue emotionale Ebenen schafft. Die Kurzgeschichten selbst haben eine angenehme Länge, sodass man immer eine am Stück lesen kann, und sind symmetrisch zueinander aufgebaut. Nazligül Cayoglu hat einen schönen Schreibstil, der zu einem angenehmen Lesefluss führt. Mit ihrem Buch weist sie daraufhin, dass wir nicht der einzige Mensch auf diesem Planeten sind und die Welt sich nicht nur um einen selbst dreht, sondern dass jeder einzelne Mensch, dem wir vielleicht auch nur flüchtig begegnen, ein Individuum mit einem eigenen Leben hat. Mit Glück und Pech, Liebe und Schmerz. Die Themen, die die Autorin in »Der Passagier neben mir« anspricht, sind emotional und regen zum Nachdenken an. Sehr feinfühlig und reflektiert wird über Tabuthemen gesprochen, die dazu führen, dass man sein eigenes Leben überdenkt, denn auch die ein oder andere Lebensweisheit lässt sich in dem Buch finden. Meine Lieblingsgeschichten waren die von Amir, Jake und Elisa, wobei ich eigentlich alle sehr toll fand und bei jedem mitfühlen musste. Jede Geschichte war einzigartig und berührend und die jeweilige Thematik sehr gut umgesetzt. Den Klappentext beziehe ich normalerweise nicht in meine Bewertung mit ein, in diesem Fall muss ich aber ein großes Lob aussprechen: Er passt wirklich gut zum Buch!


    Kritikpunkte: An »Der Passagier neben mir« habe ich kaum etwas zu meckern, wie an der Sternebewertung zu erkennen ist. Dennoch sind mir ein paar Kleinigkeiten aufgefallen: Zum einen gibt es viele Passagen mit wenig Dialog, wodurch es sich teilweise gezogen hat, und kleine Logikfehler (zum Beispiel, dass Manisha sich mit nur einem Klick bei einer der Kunstuniversität bewirbt, obwohl die Kunstuni-Bewerbung mit Mappe etc. durchaus oft ein Jahr oder sogar länger an Vorbereitung beansprucht). Außerdem sind mir ein paar Orthographiefehler aufgefallen, welche ich aber natürlich nicht der Autorin, sondern eher dem Lektorat anlaste. All diese Aspekte sind aber wirklich nur ein Meckern auf sehr hohem Niveau und insgesamt hat mir das Buch wirklich sehr gut gefallen. Als kleinen Anreiz: Eine Triggerwarnung wäre vielleicht empfehlenswert gewesen, da einige sehr sensible und triggernde Themen beschrieben werden.


    Nun möchte ich ein wenig auf die einzelnen Geschichten eingehen. Ich bitte zu beachten, dass diese Rezension ab hier Spoiler erhält. Da die Geschichten an sich relativ kurz sind, komme ich da leider nicht drum herum.
    ! ACHTUNG SPOILERWARNUNG !


    ● Lucy hat Angst davor, sich zu outen. Als sie es bei ihrem Vater versucht, versteht dieser es als Witz und beginnt zu lachen. Da habe ich einen richtigen Stich im Herzen gefühlt. Im Kampf mit sich selbst und dem Wunsch, ihr wahres Ich kennenzulernen, zieht Lucy sich vor allen zurück, erfährt im Laufe der Geschichte jedoch noch ein Happyend. Besonders gut hat mir hier die zerbrechliche und nachdenkliche Atmosphäre gefallen.


    ● Alex ist mit Sophie zusammen, dem beliebtesten und hübschesten Mädchen der ganzen Schule. Doch während ihrer Beziehung kommen Seiten an ihr zum Vorschein, die alles andere als schön sind: Sophia ist besitzergreifend und gewalttätig, wenn Alex nicht genau das tut, was sie sagt. Ganz nach dem Motto: ,,Das Gesicht eines Menschen erkennt man bei Licht, seinen Charakter im Dunkeln." So muss er zum Beispiel auch den Kontakt zu seinem besten Freund abbrechen und ist damit emotional von Sophia abhängig, weil er sonst niemanden mehr hat. Am liebsten möchte man zu Alex ins Buch steigen, ihn in den Arm nehmen und ihm sagen, dass er diese toxische Beziehung sofort abbrechen soll. Außerdem verdeutlicht diese Kurzgeschichte auch nochmal, dass jeder Mensch verborgene dunkle Facetten hat.


    ● In Elisas Geschichte geht es um die Thematik des Kinderwunsches gefolgt von der der Fehlgeburt. Darum, wie schnell das höchste Glück in das tiefste Leid stürzen, und wie sich so ein Ereignis auf eine Liebesbeziehung auswirken kann. Diese Kurzgeschichte fand ich persönlich emotional am stärksten, und sie war wirklich, wirklich gut und berührend geschrieben. Lustig fand ich, dass Elisas Mann, der so ein bisschen als Traumman dargestellt wird, James heißt. Denn - so als kleine Anekdote - in meiner Vorstellung heißt mein künftiger Traummann auch James. xD


    ● Nach unzähligen Absagen bekommt Amir endlich die Zusage für einen neuen Job, mit dessen Geld er seine Familie ernähren will. Nach einer Terrorattacke in der Stadt wird ihm jedoch der Job gekündigt, weil er dieselbe Religion hat, wie die Täter, und er wird sogar auf offener Straße attackiert. In dieser Kurzgeschichte dreht sich also alles um Diskriminierung und Vorurteilen aufgrund von einer Hautfarbe, Kulter und Religion, aus der Sicht des Opfers. Durch beklemmende Atmosphäre und das Mitleid aufgrund der Ungerechtigkeit habe ich einen richtigen Stein im Magen bekommen und wurde sogar richtig wütend. Aber wie Amir so schön sagt: ,,Die Welt [ist] einfach so, wie sie [ist]. Geteilt in zwei Hälften, die nicht unterschiedlicher sein könnten."


    ● Manisha ist eine Perfektionistin, was nicht zuletzt daher rührt, dass ihre Eltern sehr hohe Ansprüche an sie haben. Eigentlich soll sie Medizin studieren, hat aber die Liebe für die Kunst für sich entdeckt. Nachdem sie ihre Biologie-Abschlussprüfung nicht wie gewünscht abschließt, zerplatzt der Traum des Medizinstudiums, der in ihrem Inneren jedoch schon längst geplatzt ist. Doch vor ihren Eltern hat sie das nicht zugeben wollen. Ich finde es immer schlimm, wenn Eltern sich in die Berufswahl ihrer Kinder einmischen wollen und ihnen einen solchen Notendruck machen. Da ich ebenfalls Perfektionistin bin, konnte ich mich mit Manisha sehr gut identifizieren. Im Gegensatz zu ihr haben meine Eltern mich aber unterstützt, obwohl das Kunststudium lange Zeit ganz weit oben auf meiner Liste stand.


    ● Suji hat auf einer Party mit einem Jungen, in den sie verliebt ist, Sex. Eigentlich ja nichts schlimmes, nur ist ihre Mutter gegen Geschlechtsverkehr vor der Hochzeit und findet es fast schon abscheulich, wie spielerisch die Mädchen heutzutage mit ihrer Jungfräulichkeit umgehen. Deswegen wird Suji von Schuldgefühlen geplagt. Auch hier greifen die Eltern in einen Teil des Lebens ihres Kindes ein und ich fand es super, dass auch diese Thematik im Buch angesprochen wurde. Da ich selbst damit nicht so viele Berührungspunkte finden konnte, hat mich diese Kurzgeschichte nicht so sehr mitgerissen wie die anderen, obwohl sie auch schön und sensibel geschrieben war.


    ● Mason, einst selbst "der Neue" an seiner Schule, rettet den neuen Schüler Lucas vor Mobbern, woraufhin sich eine Freundschaft zwischen den beiden aufbaut. Neben dem ersten Verliebtsein geht es in dieser Kurzgeschichte aber vor allem um Verlust: Bei dem Terroranschlag, von dem wir bereits in Amirs Geschichte gehört haben, stirbt Lucas. Masons Reaktion auf seinen Tod war so gut geschrieben, dass ich ganz vergessen habe, dass ich lese. Das war wirklich einer meiner Lieblingsmomente im Buch. Hier fand ich auch die Verbindung zu einer der anderen Geschichten am besten umgesetzt. Wo man zuvor einfach nur Unverständnis für den Jungen hat, der Amir auf der Straße attackiert, leidet man hier einfach total mit Mason mit und versteht die Zusammenhänge jetzt viel besser.


    ● Jake hat ein glückliches Leben: Er versteht sich mit allen gut und hat eine liebevolle Familie. Doch im Angesicht seiner Abschlussprüfungen, für die er ziemlich hohe Erwartungen an sich selbst hat, verliert Jake seine Motivation und seinen Sinn, geht nicht mehr raus und sagt zu allem Nein. ,,Es schien einfach alles dunkel und verloren zu sein." Obwohl seine Familie ihm beisteht, fällt er in ein tiefes Loch, bis er sich schließlich bereiterklärt, zu einer Gruppentherapie zu gehen. Diese Kurzgeschichte zu lesen, hat wehgetan. So richtig tief im Herzen. Wahrscheinlich ist es auch von allen 12 meine Lieblingsgeschichte.


    ● Die Geschichte von Nala beschreibt, wie schlimm es für ein Kind ist, wenn die Eltern sich scheiden lassen. Wenn das Bild der perfekten Liebesromanze zerbricht. Nala wird danach von Alkohol und Zigaretten und die Beziehung zu ihren Eltern verändert sich stark. Auch hier konnte ich sehr gut mitfühlen. Nala hat mir einfach leid getan, ihre Eltern aber mindestens genauso sehr.


    ● Marva möchte durch Sport und eine drastische Veränderung ihres Essverhaltens abnehmen, um ihrer Traumfigur, mit der sie in den sozialen Medien immer wieder konfrontiert wird, näherzukommen. Ihre Unzufriedenheit war durch die Zeilen hindurch spürbar und hat einen als Leser richtig mitgenommen.


    ● Carlos ist ein absoluter Mädchenschwarm und hat in der Schule die volle Kontrolle über seine Mitschüler, indem er sich durch Mobbing deren Respekt verschafft. Was jedoch niemand weiß, ist, dass Carlos und seine Mutter Opfer von Häuslicher Gewalt sind. Besonders gut hat mir in dieser Kurzgeschichte die Szene gefallen, in der Carlos sich gewehrt hat, aber auch die mit dem Gespräch mit Elisa, die man aus dieser neuen Perspektive dann nochmal ganz anders gefühlt hat.


    ● Finn haben wir bereits in Jakes Geschichte kennengelernt. Als dessen Bruder erleben die Leser nun Jakes Depressionen aus seiner Sicht und erfahren, welche Auswirkungen diese psychische Krankheit auf die ganze Familie hat. Die Hilflosigkeit der Familie zwischen Anschuldigungen und Selbstvorwürfen sowie der realistische Wandel innerhalb der Beziehungen, hat mir hier besonders gut gefallen. Und natürlich auch die Moral: Dass man jede noch so schwere Zeit durchstehen kann, wenn man zusammenhält und füreinander da ist.


    Fazit:
    »Der Passagier neben mir« von Nazligül Cayoglu umfasst 12 ineinander verwobene Kurzgeschichten, welche zum Nachdenken anregen und wichtige Botschaften vermitteln. Ich vergebe 4,8 von 5 ☆ und bedanke mich nochmal herzlichst für das Rezensionsexemplar!

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    Cover des Buches Time to Love myself (ISBN: 9783753499215)

    Bewertung zu "Time to Love myself" von Lea-Sophie Schwarzat

    Time to Love myself
    dunkelweltenvor einem Monat
    Kurzmeinung: »Time to Love myself« ist eine ausdrucksstarke und authentische Geschichte über psychische Erkrankungen bei Teenagern, die den Leser berührt
    Schmerz & Hoffnung

    Inhalt:
    In »Time to Love myself« geht es um die Achtklässlerin Lia Sammler, die aus Gründen wie Mobbing, Häusliche Gewalt und dem Unfalltod ihrer Familie in eine Essstörung und regelmäßige Selbstverletzung abrutscht. Ihre stillen Hilferufe verbleiben ohne Echo, bis sie in ihrer Lieblingslehrerin Sabine Mayer eine Bezugsperson findet, die sich aufopferungsvoll um sie kümmert. Lia entscheidet, mit Sabines Unterstützung den kräftezehrenden Kampf gegen ihre psychische Krankheit aufzunehmen und ihre Willensstärke zu beweisen. Ein Kampf, der nicht ohne Rückschläge verläuft...


    Lob:
    Lea-Sophie Schwarzat hat sich in ihrem Debutroman mit einigen sensiblen Tabuthemen befasst - allen voran natürlich die Essstörung und die Selbstverletzung ihrer Protagonistin Lia. »Time to Love myself«, der Auftakt einer Trilogie, zeichnet dank umfassender Recherche ein lebensnahes und authentisches Bild dieser psychischen Krankheiten. Ohne den Krankheitsverlauf zu beschönigen, stellt die Autorin in fast schon nüchterner Schreibweise Lias Stationen auf dem Weg zur Genesung vom Jugendamt bis zur Psychotherapie realistisch dar. Die innere Leere und Hilflosigkeit von Lia lässt den Leser Gefühle zu der Hauptfigur aufbauen und man hat es leicht, sich mit ihr zu identifizieren. Als Leser begleitet man Lia auf ihrem langwierigen Leidensweg und erfährt im Laufe der Geschichte immer weitere schreckliche Details aus ihrer Vergangenheit. Am liebsten würde man selbst in das Buch steigen, ihr Trost spenden und sie so gut es geht unterstützen. Ein ganz neuer Aspekt war für mich, dass die Hilfe zum größten Teil von Seiten der Schule kam - sprich, von Lias Lehrerin Sabine Meyer und der Direktorin Johanna Schäfer. Das habe ich so in noch keinem anderen Buch gelesen. Am Anfang der Geschichte klärt Schwarzat mit berührenden Zitaten und im Nachwort mit einem informativen Text über Essstörungen und psychische Krankheiten im Allgemeinen auf. Aber auch durch die gesamte Handlung der Romans schafft sie es, dem Leser zu verstehen zu geben, dass psychische Erkrankungen nichts Verwerfliches sind und keiner der Betroffenen sie sich freiwillig ausgesucht hat. Das empfinde ich persönlich als sehr stark, da psychisch Erkrankte in der heutigen Gesellschaft je leider immer noch häufig gegen falsche Vorurteile und Konfrontationen ankämpfen müssen. Obwohl Lea-Sophie Schwarzat ihren Debütroman ohne Lektorat und Korrektorat publiziert hat, ist das Buch sprachlich auf einem wahnsinnig hohen Level, die Orthographie ist fehlerlos und es sind ebenfalls keine Logikfehler enthalten. In jedem einzelnen Wort kann man das Herzblut förmlich spüren, das in »Time to Love myself« steckt.


    Kritikpunkte:
    In »Time to Love myself« wird ganz klar ein Extremfall bezüglich der Umstände und zahlreichen Schicksalsschlägen in Lias Leben beschrieben. Meiner Ansicht nach wäre die Botschaft des Buches wirkungsvoller gewesen, wenn es keinen Extremfall behandelt hätte. Dadurch hätte man verdeutlichen können, dass Essstörungen auch ohne zahlreiche traumatisierende Erfahrungen auftreten können. So ist es aber natürlich auch gut umgesetzt. Des Weiteren hätte ich mir bei Sabine mehr Einblicke in ihr Privatleben gewünscht. Ich persönlich hatte zudem teilweise mit dem Schreibstil Probleme, was aber natürlich nur Geschmackssache ist.


    Fazit:
    »Time to Love myself« von Lea-Sophie Schwarzat ist ein authentisches und gefühlvolles Buch, welches Kindern und Jugendlichen mit psychischen Erkrankungen Mut verleiht und generell zum Nachdenken anregt. Ich vergebe 4,7 von 5 ☆ und bedanke mich nochmal herzlichst für das Rezensionsexemplar und die gemeinsame Zeit!

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    Cover des Buches Herla (ISBN: 9783982295411)

    Bewertung zu "Herla" von Maria Becker

    Herla
    dunkelweltenvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Mit »Herla« ist Ulrike Maria Becker/Popilarski ein sozialkritischer Roman gelungen, der emotional bewegt und zur Selbstreflexion anregt!
    Sozialkritisch & berührend

    Thema:
    In »Herla« geht es um die Thematik der Obdachlosigkeit. Die Titelfigur organisiert ein Tippel Theater für Obdachlose, an dem auch die Altenpflegerin Josi mitwirkt und somit neue Freunde und einen neuen Blick auf diese gesellschaftlich schlecht positionierte Gruppe bekommt. Gleichzeitig muss sie grausame Ereignisse aus ihrer Vergangenheit aufarbeiten. Ergreifende Schicksale, leuchtende Hoffnungsmomente, Trost in der Nähe zu Gott und tiefgreifende Freundschaft machen diese Geschichte zu etwas ganz Besonderem.


    Lob:
    Zunächst einmal möchte ich auf ein paar Randinformationen rund um »Herla« eingehen, da ich sie in diesem Fall für sehr relevant halte: Dieses Buch wurde bereits 2003 verlegt und nun, im Jahre 2021, als überarbeitete Neuauflage und Hörbuch veröffentlicht. Für mich zeigt das, wie wichtig dieses Buch für die Autorin ist, wenn sie sich nach all den Jahren nochmal so intensiv mit dem Roman beschäftigt. Die meisten Ereignisse und Figuren aus »Herla« beruhen im Übrigen auf authentischen Begebenheiten. Mir erscheint es auch noch wichtig zu erwähnen, dass die Autorin Ulrike Maria Becker, vormals Popilarski, selbst jahrelang im Bereich der der allgemeinen Lebenshilfe und praktischer Begleitung in Problemsituationen tätig war und sogar einen „Sozialen Verteilerkreis“ aufbaute. Wenn man diese Dinge weiß, wird die Botschaft des Buches gleich noch intensiver. »Herla« startet mit einer sehr humorvollen alphabetischen Personenliste, die mich amüsiert und außerdem einen guten Überblick über die zahlreichen Figuren des Romans gegeben hat. Besonders schmunzeln musste ich bei Polly, der folgendermaßen vorgestellt wurde: ,,Passionierter Nörgler. Hat kein Problem mit Alkohol – nur ohne!" Herla, die Titelfigur, ist eine große, bizarr gekleidete Frau mit auffälligen langen, roten Locken und eine Ausstrahlung, die von Selbstachtung und Sicherheit zeugt, ,,gebaut auf einem Fundament, das ausschließlich Schwäche, Schmerzen und Demütigung gewesen war." Auf Josis Frage, was sie mache, antwortet sie mit: „Ich lebe.“, und diese kleine Aussage charakterisiert sie meiner Meinung nach perfekt. In Gesprächen mit Gott findet sie Halt und Trost, und sie hat ein übergroßes Bedürdnis nach Freiheit. Herla ist einzigartig - ein Unikum - und engagiert sich für Obdachlose, zu denen sie selbst einmal gehörte. Die eigentliche Protagonistin und Erzählerin der Geschichte aber ist Josi, der Sonnenstrahl. Josi wurde im Alter von 12 Jahren mehrfach körperlich missbraucht. Aufgrund von diesem Trauma glaubt sie nicht, dass sie jemals die Liebe eines Mannes genießen könne. Ihre Entwicklung diesbezüglich ist sehr realistisch und glaubwürdig niedergeschrieben und gestaltet. Josi ist unglaublich engagiert und vergisst manchmal ein bisschen sich selbst in ihrem altruistischen Verhalten - man kann sie einfach nur gern haben. Ich finde es wunderbar, wie Ulrike Maria Becker das Thema der Obdachlosigkeit literarisch aufgearbeitet hat. So habe ich das wirklich noch nie gelesen, obwohl es wichtig ist, auch mal diese Perspektive zu beleuchten. Projekte wie das Tippel Theater oder die Berber WG geben den Obdachlosen Mut, Selbstachtung und den Glauben an die eigenen Fähigkeiten zurück, genauso wie das Gefühl, endlich mal etwas zu erreichen. Sie schenken ihnen Hoffnung, und man darf nicht vergessen, dass Werte wie Freundschaft, Vertrauen und Liebe nahezu alle Wunden heilen können, wenn man sie denn lässt!
    Kein Mensch kann sich sein Schicksal aussuchen, und deshalb darf man auch niemandem einfach so Vorwürfe machen. Denn Fakt ist: Jeder einzelne Mensch auf diesem Planeten ist ein Individuum mit eigenen Empfindungen, Wünschen und einem persönlichen Ehrgefühl. Wenn man alle Äußerlichkeiten wegnimmt, sind wir alle gleich, mit all unseren Hoffnungen und Zweifeln. Genau deshalb sollten wir auch jederzeit füreinander da sein. Natürlich: Jeder hat es zu einem gewissen Grad selbst in der Hand, etwas aus seinem Leben zu machen. Einige schaffen es, ihre Ziele zu erreichen, andere aber sind so tief in ihrem Teufelskreis gefangen, dass sie es nicht hinbekommen. Klarerweise könnte man jetzt auch einwerfen, dass das ein sehr romantisiertes Bild von Obdachlosen ist, allerdings geht es darum, Vorurteile abzubauen, und in dem Buch wird auch erwähnt, dass es auch skrupellose, egositische Schmarotzer unter den Obdachlosen gibt, dass aber niemand das Recht hat, alle von ihnen pauschal in eine Schublade zu stecken. Genauso wird das Verhalten der Menschen kritisiert, die häufig nichtmal dazu bereit sind, über die Ursachen von Obdachlosigkeit nachzudenken und die in jedem nicht berufstätigen Menschen sofort einen faulen Taugenichtskeiner sehen. Es hat mich richtig getroffen, als in »Herla« erwähnt wurde, dass viele Menschen das alte Brot lieber den Vögeln oder Schweinen zum Fraß vorwerfen, als es einem anderen Menschen ohne Bezahlung geben zu wollen. Wenn man bedenkt, wie viele Leute auf solche kleinen Gesten angewiesen sind, ist das wirklich schockierend. »Herla« behandelt darüber hinaus Themen wie HIV, Krebs, Schwangerschaft und Polizeikorruption und lenkt den Fokus auf folgende Botschaft: Wende den Blick der Sonne zu, und du wirst die Schatten des Lebens nicht sehen. Eine Szene, die ich irgendwie total lustig und gleichzeitig super ergreifend fand, war das Schmücken des Weihnachtsbaums mit Zigarettenkippen als Kerzenersatz, einer Kette aufgereihte Kronkorken als Girlanden, verschiedene Papierknüddel, Schrauben, leere Schnapsflaschen und kleine Wurzeln als Baumschmuck. Ulrike Maria Becker schreibt sehr gefühlvoll und klangbetont, wodurch ein angenehmer Lesefluss entsteht. Ihre Erzählung weist ein breites Vokabular auf. Dadurch, dass sie beim Beschreiben auf alle Sinneseindrücke eingeht, ist der Text sehr anschaulich und man kann sich alles gut vorstellen. Besonders haben mir die Settingsbeschreibungen imponiert. Kleine Details und Begriffe lassen das Buch authentischer erscheinen, wie beispielsweise die Abkürzung OFW, die für Personen ohne festen Wohnsitz steht, oder auch Wissen, was erst einleuchtend, wenn man sich damit beschäftigt: Dass Weihnachten die schlimmste Zeit für Obdachlose sind, der Sonntag der schlimmste Tag und Frauen auf der Straße rar. Die Sprechweise ist jeweils an die Figuren angepasst, was der Geschichte ebenfalls einen realistischen Touch verleiht. Alle Charaktere sind umfassend ausgearbeitet und bleiben durchweg glaubwürdig. Das Ende der Geschichte habe ich als sehr berührend und passend empfunden. Und die Moral von »Herla«? Ein Mensch braucht im Leben eigentlich gar nicht viel, nur einen anderen Menschen, der einen beachtet und als Menschen achtet.


    Lieblingsfigur:
    Meine Lieblingsfigur aus »Herla« ist ganz klar Josch. ,,Er hat sich ein Leben außerhalb der Straße vorgestellt, hat sein Ziel gesteckt und nicht eher aufgegeben, bis er es erreicht hatte." Er hat geträumt und ist immer wieder aufgestanden, ganz egal wie schwer die einzelnen Enttäuschungen auch
    gewesen sind. Das finde ich wirklich bewundernswert! Josch ist klug, liebevoll, gutmütig und wird von Josi auch mal als ,,Bär" beschrieben, was ich ganz passend finde.


    Kritikpunkte:
    Kommen wir nun zu den Kritikpunkten. Zunächst einmal muss ich sagen, dass die Charaktere im Buch zwar alle sehr schön ausgearbeitet und interessant gestaltet sind, in ihre Fülle mich jedoch des Öfteren zu Verwechslungen verleitet haben. Mir persönlich waren es insgesamt zu viele Figuren, was hin und wieder auch für Verwirrung beim Lesen gesorgt hat. Abgesehen davon, dass an manchen Stellen noch mehr show don't tell gegangen wäre, häufen sich in »Herla« immer wieder längere zeitraffende Beschreibungspassagen und Zeitsprünge, die die Spannung der Geschichte abschwächen und die Handlung entschleunigen. Aus diesem Grund ging es mir zum Teil leider so, dass die Seiten nicht wirklich dahinflogen und ich mich eher zum Lesen animieren musste, während ich an anderen Stellen ganz schnell weitergeblättert habe, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es wohl weiter geht. Darüber hinaus wirkte »Herla« oftmals ,,gezwungen moralisch" und war hin und wieder ähnlich strukturiert, z.B., dass eine Figur kurz nach ihrem Auftritt monologhaft von ihrer Leidens- bzw. Lebensgeschichte berichtet hat. Da hätte ich mir etwas mehr Varianz gewünscht. Der letzte Aspekt spielt nicht in die Bewertung mit hinein, weil das meiner Meinung nach kein Kriterium sein sollte, aber dennoch möchte ich das Thema ansprechen: Ich persönlich finde das Cover optisch leider nicht ansprechend. Zwar kann ich mir die Motivik nach Beendigung des Buches erschließen, in einer Buchhandlung beispielsweise hätte ich allerdings nicht nach »Herla« gegriffen, was wirklich schade ist, weil mich dieser Roman sehr bereichert hat!


    Fazit:
    »Herla« von Ulrike Maria Becker/Popilarski, publiziert von KlausStudio, ist ein sozialkritischer und berührender Roman, dessen Morallehren sich jeder einzelne von uns vor Augen halten sollte. Ich vergebe 4,2 von 5☆ und bedanke mich herzlichst für das Rezensionsexemplar!

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    Cover des Buches Schattenschimmer: Im Angesicht des Krieges (ISBN: 9783967331707)

    Bewertung zu "Schattenschimmer: Im Angesicht des Krieges" von M. S. Krüger

    Schattenschimmer: Im Angesicht des Krieges
    dunkelweltenvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Mit »Schattenschimmer - Im Angesicht des Krieges« ist M. S. Krüger ein actionreiches und emotionales Ende für ihre Fantasydilogie gelungen!
    Actionreich & emotional

    Mit »Schattenschimmer - Im Angesicht des Krieges« ist M. S. Krüger ein actionreiches und emotionales Ende für ihre Fantasydilogie gelungen!


    Thema:
    Eine rätselhafte Prophezeiung, sieben magische Schwerter und eine sagenhafte Mission, die nicht nur über Sieg und Niederlage entscheidet, sondern über das Schicksal der ganzen Welt! Wenn sich Liebe und Bestimmung gegenüber stehen und du niemandem vertrauen kannst - welchen Preis bist du bereit zu zahlen, um ganze Spezies vor dem Untergang zu bewahren? Hoffnung, Verbündete und der Glaube sind die einzige Chance, die Welt zum Guten zu verändern, doch während die einen auf ihre Familie zählen können, werden die anderen genau von dieser gnadenlos gejagt...


    Lob:
    »Schattenschimmer - Im Angesicht des Krieges« beginnt direkt an der Stelle, an der Band 1 aufgehört hat. Durch den abrupten Einstieg taucht der Leser sofort wieder in die Geschichte rund um Nura und Cyne ein. Obwohl es schon eine Weile her ist, dass ich den ersten Teil gelesen habe, konnte ich mich noch an alles erinnern und von Seite eins an sofort wieder mit den Figuren mit. Interessant fand ich, dass die Leser in diesem Band mehr Einblick in Cynes Vergangenheit und seine Familie gewinnen, die ihm ablehnend, beziehungsweise feindselig, entgegensteht. Ein schöner Kontrast zu Nuras Familienkonstellation, die ihr unterstützend zur Seite steht. Die Familie ist generell ein essentielles Motiv in »Schattenschimmer - Im Angesicht des Krieges«. Auf der einen Seite steht Cynes Familie, der König und der Prinz, und auf der anderen Seite Nuras Liebsten, ihre Schwester Alyria und ganz wichtig natürlich auch ihre Großmutter, die in diesem Roman eine tragende Rolle stellt. Der primäre Handlungsstrang aus Band 1 wird fließend weitergeführt. Nuras Wissen um das Versteck eines der magischen Schwerter macht sie zur wertvollen Schachfigur im Kampf der Spezies. »Schattenschimmer - Im Angesicht des Krieges« spricht sich dafür aus, Hoffnung im Herzen zu tragen, für andere ein Vorbild zu sein und Legenden Glauben zu schenken, auch wenn sie noch so trügerisch erscheinen. Die Prophezeiung im Roman bestimmt die gesamte Handlung des Buches und für mich als Leserin war es sehr spannend, diese zusammen mit den Figuren zu enträtseln. Dabei hat M. S. Krüger eine gute Mischung zwischen Tatsache und Chiffre gewählt. Es sind wunderschöne, anschauliche Zitate in »Schattenschimmer - Im Angesicht des Krieges« zu finden, wie beispielsweise: ,,Wann hatte es die Dunkelheit geschafft, die Herzen der Menschen in Schwärze zu tauchen?'' oder ,,Diese Macht schoss durch meine Venen, tötete mich und erweckte im selben Moment neues Leben.'' Übrigens fand ich die Beschreibungen des Palastes zu Anfang des Buches sehr faszinierend. Auch im zweiten Band von »Schattenschimmer« ist der Weltenbau höchst imposant, ich werde in dieser Rezension aber nicht mehr so stark auf diesen Aspekt eingehen, da ich das bereits bei Band 1 ausführlich besprochen habe. In diesem Buch werden einige neue Figuren eingeführt; das wirkt aber nicht erzwungen, sondern passt auch einfach zur Geschichte. Die Charaktere sind alle individuell und passend zu ihren jeweiligen Hintergründen ausgearbeitet. Positiv aufgefallen ist mir zudem der Realitätsgehalt des Romans, vor allem in Bezug auf Cynes Verletzungen und Nuras Rückbesinnungen auf ihre schreckliche Vergangenheit. Gerade die Schimmer als Wesen finde ich auch in diesem Band sehr spannend, da Cyne durch seine speziesbedingte Impulsivität den Charakter einer tickenden Zeitbombe annimmt. Wie es der Untertitel »Schattenschimmer - Im Angesicht des Krieges« schon andeutet, häufen sich in diesem Buch und der zugehörigen Endzeitatmosphäre auch die Verluste. Gerade die ersten beiden Todesfälle des Romans fand ich sehr gut in Worte gefasst, es war echt berührend und gleichzeitig ein kleiner Schockmoment. Wie fühlt man sich, wenn man zum Mörder wird? Wann ist Mord verwerflich? Ist ein Sieg wirklich ein Sieg, wenn so viele ihr Leben dafür lassen? Diesen Fragen muss sich die Protagonistin im finalen Band der Dilogie stellen. Das Aufeinandertreffen der feindseligen Armeen sowie die Schlacht- und Kampfszenen sind M. S. Krüger wirklich gut gelungen, besonders, wenn man bedenkt, wie schwer es ist, gute Actionszenen zu schreiben. Das Ende von »Schattenschimmer - Im Angesicht des Krieges« passt perfekt zur Geschichte und ist sehr emotional und wirklich, wirklich wunderschön geschrieben. Einen Ausgang dieser Art hatte ich zwar erwartet, dennoch hat die Szene mich in ihrer Wortgewalt und großartigen Inszenierung regelrecht umgehauen. Hätte ich nur die letzten 80 Seiten des Buches bewerten müssen, wären es fünf Sterne geworden. M. S. Krüger hat einen sehr klaren, visuellen Schreibstil, durch den der Leser sich die einzelnen Szenen sehr gut vorstellen und mit den Figuren mitfühlen kann. In den angenehmen Lesefluss des Romans sind immer wieder ansprechende, fast schon poetische Vergleiche eingebaut, wie zum Beispiel: ,,Ich konnte nicht beschreiben, wie erleichtert ich war. Als hätte man einen ganzen Eisblock auf meinem Herz abgeladen, der nun endlich durch die Wärme schmelzen konnte." Zusätzlich möchte ich noch erwähnen, wie schön ich das Cover von »Schattenschimmer - Im Angesicht des Krieges« finde. Im Printbuch ist außerdem eine illustrierte Landkarte von Valencien abgedruckt; sowas liebe ich persönlich immer! Die Kapitellängen sind angenehm gestaltet, sowohl Cliffhanger als auch Foreshadowing werden in einem gelungenen Maße genutzt.


    Lieblingsfigur:
    Meine Lieblingsfigur ist glaube ich Sir Theodor Oren, Oberster der Leibgarde Nurias, wobei ich bei diesem Buch sagen muss, dass ich tatsächlich viele der Figuren sehr lieb gewonnen habe. Sir Oren ist einfach super einfühlsam, verlässlich und treu und ,,in all der Kälte der Mauern schien er seinen Lebensmut nicht verloren zu haben", was wirklich bewundernswert ist. Genauso hat mich seine Hingabe zu Nuras Großmutter sehr berührt.


    Kritikpunkte:
    Kommen wir nun zu den Kritikpunkten: Am meisten hat mich gestört, dass es nach der spannenden Anfangsszene ziemlich lange gedauert, bis die Geschichte richtig ins Rollen kam. Das war schade, weil es sich teilweise wirklich etwas gezogen hat. Gerade Alyria - Nuras Schwester - bleibt in diesem Buch sehr blass und fast schon ein flacher Charakter, hier hätte ich mir eine bessere Ausarbeitung gewünscht. Auch mit Nura selbst und ihrer Sturheit und Impulsivität hatte ich in diesem Teil ein paar Probleme, das spielt in der Bewertung aber keine Rolle, da sowas immer subjektiv ist. M. S. Krüger schreibt sehr filmisch, weshalb gerade die Gefühle manchmal etwas drüber und betont dramatisch erscheinen, wie beispielsweise das auf die Knie fallen bei Traurigkeit etc. Was mir darüber hinaus nicht so gut gefallen hat, ist die Chemie zwischen Nura und Cyne, die ich beim ersten Band noch super faszinierend fand. Meiner Meinung nach hätte man in diesem Aspekt mehr rausholen können, denn meiner Ansicht nach war hier an vielen Stellen ein bisschen ,,die Luft raus". Um es auf den Punkt zu bringen: An manchen Stellen hätte ich mir eine Zeitraffung gewünscht, an anderen hätten ein paar Seiten mehr nicht geschadet.


    Assoziationen:
    Schon beim Lesen von Band 1 habe ich immer wieder an Tolkien und seine Werke "Der Herr der Ringe" und "Der Hobbit" denken müssen. Seien es die Ortsnamen wie "Eribon" oder "Nuria", die an die Waldelben erinnernden Yhunix, das Zählen der Opfer in Schlachtszenen, die rätselhafte Prophezeiung und die Tatsache, dass sie nur in Zuge eines bestimmten meteorologischen Ereignis vervollständigt werden kann, oder die magischen Schwerter, die nur von ihren wahren Herrscher geführt werden können und vernichtet werden müssen. Aufgrund dieser Aspekte könnte ich mir vorstellen, dass gerade Tolkien-Fans die Schattenschimmer-Dilogie mögen würden.


    Fazit:
    »Schattenschimmer - Im Angesicht des Krieges« von M. S. Krüger, erschienen im Wreaders Verlag, ist ein würdiger Abschluss der Valencien-Dilogie und überzeugt durch zahlreiche magische und erschütternde Momente. Ich vergebe 4,4 von 5☆ und bedanke mich herzlichst für das Rezensionsexemplar!

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    Cover des Buches SOMMERSOMMER (ISBN: 9783967331745)

    Bewertung zu "SOMMERSOMMER" von Finja Lundqvist

    SOMMERSOMMER
    dunkelweltenvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: »SOMMERSOMMER« ist ein wunderschöner Liebesroman voller Gefühl und Wortmagie!
    Herzensempfehlung

    »SOMMERSOMMER« ist ein wunderschöner Liebesroman voller Gefühl und Wortmagie, der mein bisheriges Lesehighlight 2021 ist!


    Thema:
    »SOMMERSOMMER« ist eine Ode an die Liebe. Die Verliebtheit zwischen Aurie und Linus wird dabei in all seinen Facetten porträtiert: Von der anfänglichen Peinlichkeit, dem schweren Herzen und der Unfähigkeit, seine Gefühle in Worte zu fassen, bis hin zur tiefen Glückseligkeit und der Bewunderung der Schönheit des anderen. Dieses Buch beschreibt die Höhen und Tiefen, das Fliegen und Fallen in der Liebe auf ganz magische Weise, alles unter dem Leitspruch: ,,Sei, was du sein willst!" Auch die Thematik der psychischen Gesundheit wird in »SOMMERSOMMER« sehr feinfühlig und lebensnah behandelt. Dabei wird betont, dass es für psychische Leiden manchmal keinen großen Grund geben muss. Das ist meiner Ansicht nach eine Botschaft, die jeder einzelne Mensch auf dieser Welt verinnerlichen sollte.



    Lob:
    Die Geschichte von »SOMMERSOMMER« wird abwechselnd aus der Sicht der beiden Hauptfiguren Linus und Aurie erzählt. Die beiden sind wirklich unglaublich süß zusammen, beim Lesen hatte ich immer wieder ein riesiges Lächeln im Gesicht, auch wenn die Chemie zwischen den beiden manchmal eine glitzrige Mischung aus Zucker, Kitsch und Punchlines war. Letztere sind aber voll mein Humor, deswegen musste ich das einfach lieben. Bei Linus' (Liebes-)Brief an Aurie bin ich übrigens fast geschmolzen, so süß war der. Positiv überrascht war ich davon, dass Linus und Aurie sich bereits auf Seite 43 (E-Book-Ausgabe) ihre Liebe gestehen. Wenn ich ehrlich bin, hatte ich eher ein hunderte Seiten langes Hin und Her des unglücklichen Verliebtseins in den besten Freund erwartet, aber so war es natürlich viel spannender. Alles in »SOMMERSOMMER« schreit nach Sommer, Hitze, Liebe und Melancholie. Die überbrachte Stimmung beim Lesen war wirklich angenehm und man hat sofort Sommergefühle bekommen, zumal diese Jahreszeit auch einfach perfekt zu Aurie und Linus passt. Die Tage am See, im Freibad, beim Kanufahren oder die Nächte am Lagerfeuer - das perfekte Setting für eine junge Liebe. Den Titel als solchen finde ich auch sehr passend. Ich persönlich mag es sowieso sehr gerne, wenn der Titel selbst im Buch vorkommt, denn dann ist da nochmal eine ganz andere Bedeutungsebene dabei. Übrigens sind sowohl die Kuss- als auch die Sexszenen im Roman wirklich gut und vor allem ästhetisch geschrieben. »SOMMERSOMMER« geht intensiv auf das Thema Outing ein. Während Aurie relativ schnell offen zu sich steht, will Linus auf keinen Fall, dass irgendwer von seiner Sexualität und seiner Beziehung mit Aurie erfährt. Das Konfliktpotenzial, was hierdurch entsteht, ist stets spürbar und wird im Laufe des Buches auch einige Male zum Beziehungsproblem. Während Aurie ein sehr schwieriges Verhältnis zu seinem Vater hat, scheint Linus dagegen das perfekte Leben und die perfekte Familie zu haben - umso schockierter ist Aurie, als er von der Selbszverletzung und Depression seines Freundes erfährt. Angst, Aggressionsprobleme, Wut: All das staut sich in Linus auf und mündet in immer wiederkehrende Panikattacken. Es ist mir fast schon peinlich, wieder wörtlich aus einer meiner Notizen zu zitieren, aber ja, ich habe mir zur Beschreibung von Linus' erster Panikattacke folgendes aufgeschrieben: ,,Heilige Svheiße ist Kapitel 21 gut." Beim Lesen habe ich mich erdrückt gefühlt, es war beklemmend und gleichzeitig auf paradoxe Weise irgendwie schwerelos.
    Die Schwere, die Panik und die Angst in Linus... Im Ernst, ich habe noch nie so eine gut geschriebene Panikattacke gelesen. Es ist wirklich der reine Wahnsinn, was diese Szene in mir ausgelöst hat. Ehrlich gesagt ist es fast unbeschreiblich. Lobend zu erwähnen sei außerdem, dass die Sprachprofile der jungen Charaktere sehr glaubwürdig umgesetzt wurden. Selbst die Handynachrichten sind teilweise mit Rechtschreibfehlern gespickt und im Stil eines Jugendlichen verfasst. Auch das Ende des Buches habe ich als sehr stimmig empfunden. Ich bin ehrlich: Schon beim Lesen des Prologs ist mir irgendwie klar geworden, dass »SOMMERSOMMER« etwas ganz Besonderes ist und es sich Wort für Wort immer tiefer in mein Herz schleichen wird. Finja Lundqvists Schreibstil ist unglaublich leicht und schwebend und hat mich schon von der ersten Seite an in den Bann gezogen. Sie schreibt sehr visuell und klangbetont, nutzt besonders in Bezug auf die Sinneseindrücke zahlreiche bildgewaltige Metaphern, Vergleiche und sprachliche Bilder, was nicht nur die Vorstellungskraft des Lesers anregt, sondern dem Buch auch eine poetische Ader verleiht. Als ich mir während des Lesens Notizen für den Rezensionstext gemacht habe, notierte ich mir ein weiteres Wort zur Beschreibung des Schreibstils in »SOMMERSOMMER«: atemberaubend. Das mag auf den ersten Blick vielleicht übertrieben klingen, ist es aber nicht. Wenn Finja Lundqvist mit den Worten jongliert, entsteht Magie, Atmosphäre, tiefe Gefühle. Besonders hervorheben möchte ich an dieser Stelle die wunderschönen Landschafts- bzw. Settingsbeschreibungen. Allein schon von der sprachlichen Ebene her habe ich jede einzelne Sekunde beim Lesen dieses Buches genossen. Es ist keine Übertreibung, zu sagen, dass ich mich in Finja Lundqvists Schreibstil (schock-)verliebt habe. Ich werde mir »SOMMERSOMMER« bestimmt auch noch als Printexemplar kaufen, genauso wie alle weiteren kommenden Werke der Autorin, denn dieses Buch hat mich stark beeindruckt und auch nachhaltig noch geprägt. Bisher ist es definitiv mein Lesehighlight 2021, und wer weiß, ob das überhaupt noch jemand toppen kann.


    Kritikpunkte:
    Was soll ich sagen? Tatsächlich muss ich zugeben, dass ich keine wirklichen Kritikpunkte gefunden habe, und das ist nun wirklich mehr als untypisch für mich. In meinen Augen ist »SOMMERSOMMER« sowohl inhaltlich als auch in seiner sprachlichen und gestalterischen Umsetzung nahezu perfekt. Ich kann hier also lediglich auf sehr hohem Niveau meckern und ein paar Mini-Anregungen geben, die für mich das Tüpfelchen auf dem bereits getüpfelten I ausgemacht hätten. Die einzigen drei Dinge, die mir beim Lesen zwar aufgefallen sind, insgesamt aber nicht wirklich ins Gewicht fallen, sind die folgenden: Hin und wieder wäre noch etwas mehr show don't tell gegangen, teilweise war es etwas sehr viel Kitsch und so sehr ich es liebe, dass verschiedene Facetten von Diversität aufgezeigt werden (wie in diesen Falle Homosexualität, Asexualität und Transgender), muss man immer aufpassen, dass es insgesamt nicht zu viel wird, denn dann wirkt es schnell erzwungen. Dieses Gefühl hatte ich bei »SOMMERSOMMER« zwar noch nicht, war aber schon nahe dran. Es ist immer sehr schwierig, in diesem Aspekt die richtige Mischung zu finden, aber ich denke, dass es hier noch im gelungenen Maße umgesetzt wurde.


    Lieblingsfigur:
    Meine Lieblingsfigur ist ganz klar Linus. Am Anfang hatte ich noch zwischen ihm und Aurie geschwankt, doch desto mehr ich gelesen habe, desto stärker habe ich mich zu Linus hingezogen gefühlt. Linus ist... intensiv und so real, das es fast Angst macht. Ich konnte mich sehr gut mit ihm identifizieren, in seinen guten, wie auch seinen schlechten Momenten, und musste stets mit ihm mitfühlen.


    Fazit: »SOMMERSOMMER« von Finja Lundqvist, erschienen im Wreaders Verlag, ist ein Roman, der sich mit jedem einzelnen Wort immer tiefer in mein Herz geschlichen hat. Ich vergebe 5 von 5☆ und bedanke mich herzlichst für das Rezensionsexemplar!

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    Cover des Buches Versager mit Stil (ISBN: 9783967331325)

    Bewertung zu "Versager mit Stil" von Lee-Ann Bell

    Versager mit Stil
    dunkelweltenvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: »Versager mit Stil« ist ein tiefgründiger und gesellschaftskritischer Roman, der mich in vielerlei Hinsicht fasziniert hat!
    Tiefgründig & Faszinierend

    »Versager mit Stil« ist gefüllt mit Gesellschaftskritik und der Ablehnung fremder Ideale: Mit einer kritischen Sichtweise rund um Badboys, Geschlechterrollen, Lebensführung und Realitätsflucht. Wie ergeht es jungen Menschen, die sich in der Schwebe zwischen der Einfachheit der Kindertage und den Verpflichtungen des Erwachsenwerdens befinden? Und vor allem: Was ist der beste Weg, in Schwierigkeiten zu sein? Diesen Fragen müssen sich die Figuren aus Lee-Ann Bells Debütroman stellen.


    Inhalt:
    Der 20-jährige Philosophie-Student Vincent Menger ist ein idealistischer Besserwisser, stiftet gerne Chaos und hält das System für grundsätzlich falsch. Seine Freundin Nina allerdings empfindet ihr Leben als zu unaufregend. Um das zu ändern, soll Vincent sich für eine Woche in einen ,,Badboy" verwandeln! Aber was sind Badboys in ihrer Roman-Definition überhaupt? - Sie sind Aufreißer, Machos, zeigen gerne Dominanz und handeln teilweise fast schon kriminell. Aber ist es wirklich heiß, kalt zu sein?


    Lob
    Wenn ich »Versager mit Stil« mit drei Worten beschreiben müsste, würde ich mich vermutlich für tiefgründig, gesellschaftskritisch und lebensnah entscheiden. Die vielen philosophischen Einflüsse und abstrakten Gedanken im Buch, haben mich sehr fasziniert. Zum Beispiel: ,,Vielleicht waren Lederjacken das neuzeitliche Äquivalent zum Bärenfell über den Schultern eines potenziell-potenten Jägers in urzeitlichen Partnerwahl-Szenarien und es war ein evolutionärer Instinkt sie attraktiv zu finden" oder ,,Make-up ist auch irgendwie nur Kriegsbemalung." Dass sich endlich mal jemand das Badboy-Klischee vornimmt und kritisch auseinander nimmt, war überfällig, und ist in diesem Fall definitiv sehr gut gelungen! Schmunzeln musste ich bei Vincents Badboy-Checkliste, eine Art 7-Tages-Plan für seine Verwandlung zum Badboy. Also: Wer mal ein waschechter Badboy werden will, der weiß, wo sich die perfekte Anleitung befindet! Lee-Ann Bell hat einen sehr flüssigen Schreibstil und einen breiten Wortschatz, wodurch die Seiten beim Lesen nur so dahinfliegen. Auch der abrupte Einstieg erleichtert es dem Leser, direkt in die Geschichte gezogen zu werden. Sowohl die Haupt- als auch die Nebencharaktere werden ungeschönt mit all ihren Ecken und Kanten dargestellt. Die Figurengestaltung hat mir sehr imponiert und zum Realitätsgehalt des Buches beigetragen. Als Leser erhält man auch von Nebencharakteren wie Benjamin, Katharina, Aiden, Pia, Leonie oder John ein umfassendes Bild und lernt sie im Laufe der Handlung lieben oder gar hassen. Auch das Ende der Geschichte hat meiner Meinung nach sehr gut zum Rest des Buches gepasst. »Versager mit Stil« ist ein New Adult Roman, der zum Nachdenken anregt und voller philosophischer Schätze ist. Das ist aber auch kein Wunder, da sowohl Protagonist als auch Autorin Philosoph(in) ist - mit diesem kleinen, aber feinen Hintergrundwissen macht »Versager mit Stil« noch mehr Spaß. Zusammengefasst ist dieses Buch definitiv einen Reread wert und ich kann ihn euch allen ans Herz legen! Lobend zu erwähnen seien auch noch die wunderschöne Widmung und die kreativen-ansprechenden Kapitelnamen, die jeweils perfekt zum Inhalt des nachfolgenden Abschnitts gepasst haben.


    Lieblingsfigur:
    Meine Lieblingsfigur - und das kommt jetzt vielleicht etwas überraschend, weil er insgesamt nicht viel vorkommt - ist Jonas. Der Junge, der zu Vincents Lieblingsmenschen gehörte und dessen Geschichte bis fast zum Ende des Buches ein spannendes Mysterium bleibt. Ich glaube, meine Zuneigung zu ihm gründet hauptsächlich in der Tatsache, dass er mich stark an eine meiner fiktiven Lieblingsfiguren erinnert, nämlich Dallas aus ,,Die Outsider". Jonas ist ,,ein bisschen zu echt für eine falsche Welt" und betrachtet das Leben als einen ,,großen, grausamen, langen Witz", weil es anders nicht zu ertragen sei. Irgendwie hat er etwas Faszinierendes an sich, und ich musste ihn einfach in mein Herz schließen. Anti-Alles wie immer! Anti-Alles für immer.


    Kritik:
    Kommen wir nun zu den Kritikpunkten: Leider habe ich eine ganze Weile gebraucht, um mit den Hauptcharakteren Vincent und Nina richtig warm zu werden. Dadurch konnte ich erst nach einigen Seiten gänzlich in der Geschichte eintauchen und sie voll und ganz genießen. Richtig Klick gemacht hat es bei mir erst ab dem Spannungspik nach circa Seite 60. Meiner Ansicht nach kamen die Geschehnisse erst hier richtig ins Rollen und der Roman nahm deutlich Fahrt an. Alles in allem kann ich bei »Versager mit Stil« aber nicht viel meckern. Am meisten hat mich wohl der Spannungsaufbau gestört. Natürlich ist es klar, dass ein New-Adult-Roman nicht den Spanungsgehalt eines nervenkitzelnden Thrillers hat, dennoch hätte an der ein oder anderen Stille eine kleine Prise Spannung nicht geschadet. Es ist nicht unbedingt ein Verbrechen oder ein Mord notwendig, um Spannung zu erzeugen, das ist auch bei Alltagsszenen und aus dem wahren Leben gegriffenen Geschichten möglich. Sinnvoll ist es in jedem Fall, da es dem Leser das Mitfühlen und Mitfiebern mit den Figuren erleichtert. Natürlich wurde der Spannungsaufbau an einigen Stellen in »Versager mit Stil« auch gut umgesetzt, insgesamt hat es mir in diesem Punkt aber dennoch an Intensität gefehlt.


    Fazit: »Versager mit Stil« von Lee-Ann Bell, erschienen im Wreaders Verlag, ist ein tiefgründiger New-Adult-Roman, der zum Nachdenken einlädt. Ich vergebe 4,5 von 5☆ und bedanke mich herzlichst für das Rezensionsexemplar!

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    Cover des Buches Amanda (ISBN: 9783964780201)

    Bewertung zu "Amanda" von Sophie Nuglisch

    Amanda
    dunkelweltenvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Sophie Nuglisch ist mit »Amanda« ein beklemmender und nervenaufreibender Roman gelungen, dessen Inhalt mich mitten ins Herz getroffen hat.
    Achterbahn der Gefühle

    Thema:
    Welche Folgen kann eine Vergewaltigung nach sich ziehen? Wie ist es, ein Scheinleben mit einem Monster führen zu müssen? Und vor allem: Wie weit geht die Liebe einer Mutter? Diesen Fragen stellt sich Sophie Nuglisch in ihrem sechsten Buchbaby »Amanda«.

    Lob:
    Selten ist es mir bei einem Buch so schwer gefallen, meine Leseeindrücke in Worte zu fassen. »Amanda« hat mich berührt, so viel ist sicher. Sophie Nuglischs Schreibstil ist sehr klar, manchmal nüchtern, manchmal bitter, manchmal scharf wie eine Messerklinge. Dadurch, dass das Schicksal der Protagonistin Kasia ungeschönt dargestellt wird, kann man sich sehr gut mit ihr identifizieren. Als Leser muss man einfach mit ihr mitfühlen und kann den inneren Zwiespalt zwischen der Liebe zu ihrer Tochter und dem Drang nach Freiheit und Glück nachempfinden. Die Emotionen, die dieses Buch in mir wecken konnte, waren intensiv. Ein mulmiges Gefühl im Bauch, Beklemmung. Nur sehr wenige Romane haben es bisher geschafft, diese Art von Gefühlen in mir zu wecken. Aus dem selben Grund konnte ich nicht viel auf einmal lesen, auch wenn ich immer brennend wissen wollte, wie es weiter geht. Eines hat Sophie Nuglisch auf jeden Fall geschafft: Die Gedanken des Lesers kreisen sich um das Werk, es bleibt auch nachträglich noch abgespeichert, im Herzen wie im Kopf. Ich glaube nicht, dass ich Kasias, Amandas und Artos Geschichte so schnell vergessen kann. Besonders spannend fand ich, dass es durch die Perspektivenwechsel möglich war, auch aus Amandas und Artos Perspektive auf die Lebensumstände dieser ungewöhnlichen Familienkonstellation zu blicken. Dilemma, Unschuld und Schuld treffen mit einer Wucht aufeinander, die regelrecht umhaut. Das finale Aufeinandertrefren der Figuren zieht einen gewaltigen Donnerschlag nach sich, mein Kopf war kurz leer und ich glaube, es hat sich sogar eine Gänsehaut auf meinem Körper ausgebreitet. Auf der Gefühlsebene ist dieses Buch ein klares Meisterwerk. Die in »Amanda« behandelte Thematik ist ernst, wichtig, und nicht so realitätsfern, wie man es gerne hätte. Ich kann aus eigener Erfahrung berichten, wie schwer und emotional mitreißend es sein kann, derartige Geschichten zu verfassen. Meiner Meinung nach sollte es viel mehr Bücher in diese Richtung geben; nicht nur, weil die Geschichten dem Leser nahegehen, sondern vor allem auch wegen der zwei magischen Worte Repräsentation und Prävention. Aus diesem Grund danke ich dir, liebe Sophie, sehr für dieses Buch. Kasias Zwiespalt ist absolut nachvollziehbar, ihre Gedanken und Gefühle so echt, dass es fast Angst macht. Ihre Unsicherheit macht sie nicht schwach, sondern zu einer der stärksten Buchfiguren, von denen ich bisher gelesen habe. Spannend fand ich auch Artos Rolle als Polizist und seine Unberechenbarkeit, die ihn zu einer tickenden Zeitbombe gemacht hat. Gerade Amanda ist natürlich neben Kasia eine weitere tragische Figur der Geschichte, der man einfach nur wünscht, dass der Schein ihrer perfekten, liebevollen Familie nicht zerstört werden muss. Lobend erwähnt sei auch noch das schöne Cover, die eher kurzen Kapitellängen und die Innengestaltung des Buches, die die Geschichte weiter ausgestalten und zum Leben erwecken. Das sind zwar nur kleine Details, sie verschönern das Leseerlebnis aber dennoch.



    Kritikpunkte:
    Vorab möchte ich betonen, dass es mir sehr wohl bewusst ist, welch eine Gratwanderung es sein kann, an so einem sensiblen und tabuisierten Themengebiet Kritik zu äußern. Deswegen beachtet bitte, dass es sich hierbei um meine subjektive Meinung handelt und ich mit meinen Worten keinerlei Unmut erwecken möchte. Was ich bei »Amanda« schade fand, war, dass es mir teilweise zu unglaubwürdig wurde. Nicht, weil das Thema und dessen Umsetzung an sich unrealistisch ist. Es gibt im echten Leben Schicksale wie die von Kasia, und das will ich auch gar nicht bestreiten. Aber, und das war es, was mich gestört hat: Mir war es stellenweise zu viel Drama. Zu viele Zufälle. Zu viel Extremfall. Zu sehr Monster, zu wenig Mensch. Es ist natürlich schwierig, die richtige Mischung zwischen Verharmlosung und Übertreibung zu finden. Mir persönlich war es ein bisschen zu viel des Guten, aber wie gesagt, es handelt sich nur um meine persönliche Meinung und andere urteilen in Bezug auf diesen Aspekt bestimmt anders. Ein weiterer Kritikpunkt ist das Ende: Ich selbst hätte es an eine andere Stelle gesetzt (wer das Buch kennt, kann sich wohl denken, wo), denn so war es irgendwie sehr schleichend und ließ viele Fragen offen, was meiner Ansicht nach nicht so gut zum Rest des Buches passt. Die vielen Perspektivenwechsel kombiniert mit sehr kurzen Kapitellängen am Ende haben mich ebenfalls etwas gestört, da man dadurch immer wieder aus der Stimmung gerissen wurde. Darüber hinaus war mir die Geschichte teilweise etwas zu vorhersehbar, besonders im Aspekt Levi. An anderen Stellen wurde ich durch die Wendungen und Twists allerdings überrascht, weshalb sich dieser Kritikpunkt wieder ausgleicht.



    Fazit:
    »Amanda« von Sophie Nuglisch, erschienen im SadWolf Verlag, ist ein Buch voller starker Emotionen und Spannung und ist definitiv nichts für schwache Nerven! Ich vergebe 4 von 5 ☆ und freue mich jetzt schon darauf, weitere Bücher der Autorin zu lesen!

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    Cover des Buches Woran du glaubst (ISBN: B08X4X52B3)

    Bewertung zu "Woran du glaubst" von Anna Schlutter

    Woran du glaubst
    dunkelweltenvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Anna Schlutter ist mit »Woran du glaubst« ein gefühlvoller und spannender Roman mit facettenreichen Charakteren gelungen!
    Großes Lesevergnügen!

    Anna Schlutter ist mit »Woran du glaubst« ein gefühlvoller und spannender Roman gelungen, dessen facettenreiche Charaktere dem Leser Werte wie Freundschaft, Wahrheit und die vielschichtige Tiefe der menschlichen Existenz ins Gedächtnis rufen.

    Thema:
    Wo liegt die Grenze zwischen Lüge und Verrat? Wie fühlt es sich an, sein Leben lang im Schatten eines anderen zu stehen? Hat der Mensch überhaupt einen freien Willen? Und allen voran: Was bedeutet Freundschaft? Diese Fragen stellt Anna Schlutter den Lesern ihres Debütromans »Woran du glaubst«.

    Lob:
    Positiv aufgefallen ist mir vor allem, dass die Autorin mit Maggie, Marlon, Iza, Tom und Bernie sehr runde und facettenreiche Persönlichkeiten mit einer glaubhaften Backstory geschaffen hat. Jede einzelne der Figuren ist einzigartig und weist für sein/ihr Alter realistische Probleme wie beispielsweise ein schwieriges Verhältnis zu den Eltern, eine depressive Grundstimmung oder Eifersucht auf. Auch die Jugendsprache verstärkt die Authentizität der Figuren, wodurch man sich besser mit ihnen identifizieren kann.

    Insgesamt hat die Autorin Anna Schlutter einen sehr angenehmen, flüssigen Schreibstil. Hin und wieder streut sie abstrakte, assoziative Gedanken in ihre Geschichte ein, die mich sehr fasziniert haben und den Geschehnissen bildhafte und manchmal sogar poetische Züge verleihen. Ein Paradebeispiel dafür wäre das Monster im Fluss, das sich von Angst ernährt. Besonders in seinem Bezug zum Ende des Buches hat es mir eine echte Gänsehaut verschafft.

    Alte Tagebucheinträge der Protagonistin Maggie wechseln sich mit regulären Kapitel ab - ein klug gewähltes Stilmittel, welches die Verstrickungen aus Lügen und Geheimnissen noch deutlicher hervorhebt und zum Spannungsaufbau beiträgt.

    Besonders gut hat mir gefallen, dass ich beim Lesen häufig ein eher unwohles Gefühl im Bauch verspürte und gerade mit Maggie richtig stark mitfühlen konnte. Gerade extreme Emotionen wie Liebe oder Hass sind in »Woran du glaubst« besonders gut beschrieben. Es ist eine Kunst für sich, beim Leser starke Gefühle auszulösen, und diese beherrscht Anna Schlutter definitiv.

    Meine Lieblingsfiguren sind Bernie und Maggie. Bernie ist einfach der Sympathischte der Gruppe und in Maggie konnte ich mich in vielen Punkten selbst wiederfinden, manchmal war das fast schon erschreckend. Anna Schlutter hat mit ihrer Hauptfigur definitiv ein authentisches und lebensnahes Porträt einer introvertierten Person geschaffen, die im Schatten anderer steht und in der Öffentlichkeit häufig nur eine Facette ihrer selbst präsentiert, aus Angst, dass ihr wahres Ich für niemanden genug sein würde.


    Kritikpunkte:
    Was mir abgesehen von dem »Ich stehe auf den Freund meiner besten Freundin«-Klischee nicht so gut gefallen hat, sind Anfang und Ende des Buches. Zu Beginn bin ich beim Lesen mit der Geschichte und ihren Charakteren nicht wirklich warm geworden und es hat eine Weile gedauert, bis ich mich wirklich im Geschehen angekommen gefühlt habe.

    Das Ende hingegen hat zwar gut zur Geschichte gepasst und mich emotional berührt, war mir allerdings zu vorhersehbar. Obwohl das schlimme Ereignis am Ende von der Autorin denke ich als Plot Twist und Schockmoment gedacht war, hatte es diesen Effekt auf mich leider nicht. Schon ab circa der Hälfte des Buches war mir relativ klar, in welche Richtung die Geschichte gehen und welchen Ausgang sie wohl haben wird.

    Auch finde ich, dass beispielsweise die Storyline mit Maggies und Toms Eltern viel mehr Potential gehabt hätte.


    Assoziationen:
    Beim Lesen von »Woran du glaubst« hatte ich gleich zwei Buch-Assoziationen: »Two Can Keep A Secret« von Karen M. McManus und »Eine wie Alaska« von John Green, eines meiner absoluten Lieblingsbücher. Gerade Iza hat mich sehr stark an Green's Alaska erinnert. Lesern, denen diese beiden Bücher gefallen haben, kann ich »Woran du glaubst« auf jeden Fall weiterempfehlen!


    Fazit:
    »Woran du glaubst« von Anna Schlutter, erschienen im Wreaders Verlag, ist ein Buch voller starker Emotionen, Spannung und einer Prise Poesie. Ich vergebe 4 von 5 ☆ und bedanke mich nochmal herzlichst für das Rezensionsexemplar!

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    Cover des Buches Schattenschimmer: Ein Hauch von Freiheit (ISBN: 9783967331288)

    Bewertung zu "Schattenschimmer: Ein Hauch von Freiheit" von M. S. Krüger

    Schattenschimmer: Ein Hauch von Freiheit
    dunkelweltenvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Ein facettenreiches Buch mit einem gigantischen Worldbuilding!
    Klare Leseempfehlung!

    M. S. Krüger ist mit ,,Schattenschimmer - Ein Hauch von Freiheit" ein emotional packender Fantasyroman gelungen, der die Vorstellungskraft des Lesers anregt und Werte wie Freiheit, Familie und Gerechtigkeit thematisiert.

    Die Autorin hat mit Valencien eine Welt erschaffen, bei der einem der Mund offen stehen bleibt. Das Worldbuilding ist unglaublich imposant, detailliert und durchdacht und macht es dem Leser leicht, sich die einzelnen Orte bildlich vorzustellen. Genauso beeindruckend ist die Erschaffung der verschiedenen Geschöpfe, Ethnien und Spezies. Ob es nun die makellosen, gefühlskalten Yhunix, die legendären Schimmer, die wälderbehausenden Baumjäger oder die magischen Katalysatoren sind - jedes einzelne dieser Wesen faszinierte mich ungemein.

    Die Charaktere aus "Schattenschimmer", erschienen im Wreaders Verlag, verhalten sich durchweg authentisch. Die Anziehung zwischen den beiden Protagonisten ist greifbar und besonders die Beschreibungen zu Cyne sind sehr gut gelungen. Beide Hauptfiguren besitzen ein einzigartiges Aussehen mit Wiedererkennungswert: Nuraya hat schneeweiße Haare und Cyne wechselnde Augenfarben.

    Das auf dem Cover abgebildete Schwert spielt in der Geschichte ebenso wie das Verhältnis zur Familie, eine geheimnisvolle Prohezeiung und die Rivalität zwischen den verschiedenen Spezies eine große Rolle.

    Die Autorin schafft es mühelos, den Leser mit ihrer fast 300 Seiten langen Geschichte emotional anzusprechen. Das Buch lässt sich angenehm flüssig lesen und der Sprachgebrauch der einzelnen Charaktere ist durchdacht auf diese zugeschustert. Der fiese Cliffhanger am Ende macht definitiv Lust auf mehr! Lobend zu erwähnen sei auch noch der Titel "Schattenschimmer", der nach dem Lesen des Buches eine ganz neue Bedeutung bekommt.

    Der einzige Kritikpunkt sind die vielen Rückblicke, durch die das Spannungspotential der Handlung herabgesenkt wird. So sehr mich das Worldbuilding des Buches auch beeindruckt, führt es bereits im Prolog zu einem ordentlichen Info Dump. Der Leser wird mit Informationen und Namen förmlich erschlagen, was schnell zu Verwirrung führen kann.


    Fazit:
    ,,Schattenschimmer - Ein Hauch von Freiheit" von M. S. Krüger ist ein facettenreiches Buch mit einem gigantischen Worldbuilding. Ich vergebe 4,5 von 5 ☆ und bedanke mich nochmal herzlichst für das Rezensionsexemplar! Ich freue mich schon auf Band 2!

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