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eulenmatz

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    Cover des Buches Grenzfall - Der Tod in ihren Augen (ISBN: 9783596700509)

    Bewertung zu "Grenzfall - Der Tod in ihren Augen" von Anna Schneider

    Grenzfall - Der Tod in ihren Augen
    eulenmatzvor 2 Tagen
    Kurzmeinung: Leider ein bisschen enttäuschend
    Solider Krimi

    MEINUNG:

    Grenzfall - Der Tod in ihren Augen ist der Auftakt der neuen Reihe der deutschen Oberkommissarin Alexa Jahn und dem österreichischen Chefinspektor Bernhard Krammer. Die Reihe spielt in der deutsch-österreichischen Grenzregion Karwendel. Ich bin dort auch selbst schon häufig gewesen und habe mich daher sehr auf diese Reihe gefreut.

    Alexa Jahn, die ursprünglich aus Aschaffenburg kommt, wechselt zur Kripo nach Weilheim. Sie ist kann noch nicht einmal richtig ihren Dienst antreten, da wird sie schon zu einem grausamen Mord in Lenggries am Brauneck gerufen. Die ermordeten ist Frau, deren kompletter Unterleib fehlt. Dieser Unterleib taucht in Tirol wieder auf und ruft Chefinspektor Bernhard Krammer auf den Plan.

    Alex Jahn ist sehr motiviert ihren Job als Oberkommissarin gut zu erfüllen, aber sie auch Respekt davor. Es wird für sie zur großen Herausforderung als sie die ganze Ermittlung selbst leiten muss. Für meinen Geschmack nimmt ihre innere Stimme und ihre Zweifel darüber, ob sie das alles schafft und wie sie sich gegenüber den KollegInnen durchsetzt einen großen Raum ein. Ich möchte ihr aber aber zu Gute halten, dass sie trotz aller inneren Zweifel (meistens) sehr souverän agiert. Es gibt nur eine Stelle, wo sie den für Krimi und Thriller üblichen Alleingang tätig. Den Charakter des Bernhard Krammers finde ich sehr gelungen und gut ausgearbeitet. Im Gegensatz zu Alexa, die ich recht blass fand, erschien es mir fast unglaubwürdig, dass beide Charaktere aus der gleichen Schreibfeder stammen. Ich sehe hier einen deutlichen qualitativen Unterschied in der Ausarbeitung der beiden Persönlichkeiten. Auch Bernhards ungarische Kollegin Roza fand ich deutlich interessanter und hätte gern mehr von ihr gelesen. 

    Die Geschichte braucht ziemlich lange bis endlich ein wenig Spannung aufkommt und auch Fahrt aufgenommen wird. Es dauert fast 200 Seiten bis man überhaupt weiß, wer die Tote ist. Ich habe schon sehr viele Krimis und Thriller gelesen und mir kam der Ablauf der Ermittlung häufiger etwas unstrukturiert und nicht nachvollziehbar vor. Es gibt auch ein bisschen zu viele Zufälle, bei denen auf entscheidende Beweise gestoßen wird. Die Brutalität, die an der Leiche verübt worden ist, passt irgendwie nicht so richtig in die Art des Krimis, in dem ich ihn sehe würde. Die geschildert Brutalität passt für mich auch nicht zum Motiv des Täters und Tathergang der Tat. Der Krimi hätte auch ohne diesen Aspekt funktioniert und wäre für mich glaubhafter in Hinsicht auf die Psyche des Täters gewesen. Ohne den Schluss verraten zu wollen, entlockte ihr mir dennoch ein leichtes Augenrollen, weil diese Wendungen in meinen Augen einfach zu viel des Guten ist und absolut überraschend kam.

    FAZIT:

    Grenzfall - Der Tod in ihren Augen ist für mich ein solider deutscher Krimi, der durchaus noch hinsichtlich der Spannung, der Gestaltung des Mordfalls und Ausarbeitung einiger Charakter noch ausbaubar ist. Bernhard Krammer und die Region, in der die Reihe spielt, wären allerdings gute Gründe für mich, die Reihe weiterzuverfolgen.

     

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    Cover des Buches Kim Jiyoung, geboren 1982 (ISBN: 9783462053289)

    Bewertung zu "Kim Jiyoung, geboren 1982" von Nam-Joo Cho

    Kim Jiyoung, geboren 1982
    eulenmatzvor 2 Tagen
    Kurzmeinung: Nüchtern und schonungslos erzählt...hat mich oft aufgeregt, aber trotzdem ein wichtiges Buch
    Unbedingt lesen

    MEINUNG:

    Asiatische AutorInnen, wie Han Kang, Kanae Minato und Sayata Murata gehören seit einiger Zeit fest zu meinem persönlichen Lesestoff. Ich stelle immer wieder fest, wie sehr unsere/ meine westliche Prägung von der östlichen in Asien unterscheidet. Ich mag auch den meist recht unaufgeregten Schreibstil, der im großen Gegensatz zum Inhalt der Erzählten steht. Für mich war absolut klar, dass ich Kim Jiyoung, geboren 1982lesen muss.

    Kim Jiyoung, geboren 1982 erzählt die Geschichte von der fiktiven Jiyoung (in Asien steht immer der Nachname an erster Stelle), einer Südkoreanerin Ende 30. Die Geschichte beginnt damit, dass Jiyoung ein recht seltsames Verhalten an den Tag legt und sich scheinbar in einer ernsthaften Psychose befindet. Dann springen wir zurück in ihre Kindheit, die mit dem Kennenlernen ihrer Eltern beginnt. Jiyoung hat noch eine ältere Schwester und einen jüngeren Bruder. Sie ist in einer Zeit geboren, wo die Geburt von Jungen sehr wichtig war und Mädchen zum Teil abgetrieben worden sind. Mädchen müssen in jeder Hinsicht hinter ihren Brüdern zurück stecken. Es geht soweit, dass sie sogar arbeiten gehen müssen, nur um die Bildung der Brüder zu bezahlen.

    Es wird ganz klar deutlich, das Südkorea zu dieser Zeit absolut von Männern dominiert wird und Frauen ein stückweit schlicht als wertlos betrachtet werden. Wer sich viel mit feministischen Themen beschäftigt, wie ich es auch tue, kann sich denken, was hier noch für Themen kommen. Frauen und Männer sind keinerlei Weise gleichberechtigt. Sexuelle Belästigung ist an der Tagesordnung und die Schuld dafür bekommen immer junge Mädchen/ Frauen. Es geht soweit, dass junge Südkoreanerinnen schon frühzeitig Angst vor Männern haben, so auch Jiyoung. Beim Lesen habe ich mich innerlich sehr oft aufgeregt und diese Ungerechtigkeiten gingen mir sehr nah. Jiyoung kann zumindest studieren, anders als ihre Mutter, aber sie hat es auf dem Arbeitsmarkt schwer und ihre vermeintliche Karriere ist praktisch zu Ende, wenn sie das erste Kind bekommt. Ein Fakt, der durchaus auch in unserem Land zu beobachten ist. Es wird deutlich, dass jungen Frauen, denen nach Beendigung der Schule scheinbar noch eine ganze Menge Möglichkeiten offen stehen, unglückliche und unterforderte Frauen werden, sobald sie Mutter werden.

    Cho Nam-Joo erzählt in einer sehr klaren, minimalistischen Sprache. Sie beschreibt einfach wie die Situation für Frauen, wie Jiyoung, geboren zu der Zeit ist. Die Autorin wertet nicht. Es liest sich dadurch eher wie eine Biographie oder ein Lebensbericht. In meinen Augen gibt keine klassischen Spannungsbogen, keine Beschönigung, keine Wenden, sondern sie erzählt ganz nüchtern die Realität.

    Zusammen mit Jiyoung erleben wir allerdings auch, wie sich Südkorea langsam wandelt im Sinne der Gleichberechtigungen von Frau und Mann. Das Land ist noch lange nicht dort, wo andere westliche Länder, wie z.B. Deutschland sind, aber auch dort hat man scheinbar erkannt, dass hier etwas getan werden muss. Ich hoffe, dass Buch viele PolitikerInnen lesen werden. Ich kann mir gut vorstellen, dass es dem Land die Augen öffnen könnte. Für uns, die aus westlichen geprägten Ländern kommen, ist es in meinen Augen ein wichtiges Buch, um anderen Kulturen besser verstehen zu können und nicht die eigenen gewohnten Maßstäbe anzusetzen.

    FAZIT:

    Kim Jiyoung, geboren 1982 ein Buch, welches in Südkorea Wellen geschlagen hat und sogar im Parlament als Pflichtlektüre verteilt wird. Cho Nam-Joo hat ein sehr nüchternen Schreibstil, der es mehr wie eine Biographie als einen Roman erscheinen lässt, dennoch haben genau diese Erzählungen eine wirklich große einschlagende Wirkung. Auch wenn mir schon einiges bekannt war, habe ich mich doch häufig innerlich sehr aufgeregt. Unbedingt lesen, vor allem aus dem kulturellen Aspekt her.

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    Cover des Buches Jugend (ISBN: 9783351038694)

    Bewertung zu "Jugend" von Tove Ditlevsen

    Jugend
    eulenmatzvor 2 Tagen
    Kurzmeinung: Etwas schwächer als Kindheit
    Jugend ist die Zeit dazwischen

    MEINUNG:

    Jugend ist der zweite Teil der Kopenhagen-Triologie von Tove Ditlevsen und setzt nahtlos an den ersten Band Kindheit an. 

    Tove ist 14 Jahre alt und ist gezwungen bereits arbeiten zu gehen anstatt weiter die Schule zu besuchen. Zeitlich sind wir nun in den 1930er Jahren angekommen und damit bewegen wir uns geschichtlich auch auf den zweiten Weltkrieg zu, allerdings spielt es nur am Rand eine Rolle. 

    Tove erlebt ihre Jugend, die zum einen von der Emanzipation von ihrem Elternhaus geprägt ist und zum anderen von ganz typischen Themen, die eine Jugend prägen: Neue Freundschaften, sexuelles Erwachen und das Prägen von eigenen Wünschen und Vorstellungen. Natürlich hält Tove auch an ihrer Dichter Karriere weiter fest und kann dort so gar einen kleinen Erfolg feiern.

    Auch wenn nicht wirklich viel spektakuläres passiert, kann man doch wieder den dichten Schreibstil der Autorin genießen, der die Bücher so besonders macht.


    FAZIT:

    Jugend ist für mich ein klassischer Zwischenband. Tove weiß, was sie möchte und verfolgt ihre Ziel, aber dennoch sind es typische Jugendjahre, in denen nicht so viel spannendes passiert.

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    Cover des Buches Nordwesttod (ISBN: 9783749900039)

    Bewertung zu "Nordwesttod" von Svea Jensen

    Nordwesttod
    eulenmatzvor 9 Tagen
    Kurzmeinung: Netter Nordseekrimi
    Netter Nordseekrimi

    MEINUNG:

    Nordwestzornist der Auftakt der Soko St. Peter-Ording Reihe und ist damit auch an Nordsee angesiedelt. Ich wohne selbst in Hamburg und war auch schon einige Male in SPO, wie man St. Peter-Ording gerne abkürzt. Es ist immer schön von Orten zu lesen, die man schon kennt. Zu diesem Krimi habe ich auch an einer Blogtour teilgenommen und ihr könnt in meinem Beitragein wenig mehr erfahren und findet auch die anderen Blog-Beiträge dort verlinkt.

    In St. Peter-Ording wird die junge Umweltaktivistin und Tochter einer reichen Hoteliersfamilie vermisst. Anna Wagner ist Expertin für Vermisstenfälle und braucht nach ihrer Scheidung dringend einen Ortswechsel. Es verschlägt sie ins LKA in Schleswig-Holstein. Ihr erster Fall ist die Suche nach der vermissten Nina in SPO. Unterstützung bekommt Anna von Hendrik Norberg, dem örtlichen Dienststellenleiter.

    Svea Jensens Augenmerk liegt meiner Meinung nach in der Charaktere und der Atmosphäre an der Nordsee. Das Buch beginnt wirklich sehr ausführlich mit der Beleuchtung des Privatlebens von Hendrik Norberg, der kürzlich seine Frau verloren hat und nun versucht seinen Job als Polizist und sein beiden Söhne unter einen Hut zu bekommen. Wie ihm das gelingt und welchen Tücken es mit sich bringt erfahren wir relativ ausführlich. Auch Anna lernen wir gut kennen. Sie ist Münchnerin und hat eine recht unschöne Scheidung hinter sich, aber sie liebt den Norden und alles, was damit zusammenhängt inklusive Fisch und Ostfriesentee. Auch ein Reihe von anderen Personen lernen wir schon innerhalb kürzester Zeit kennen, auch wenn sich zunächst noch kein Zusammenhang erschließt.

    Natürlich ist es schön die Protagonisten kennenzulernen und Atmosphäre aufzubauen, aber als meine Erwartung bei einem Krimi ist doch ein andere. Ich interessiere mich für den Fall, dessen Aufklärung und auch für Opfer und (mögliche) Täter. Nach 100 Seiten hatte ich den Eindruck, dass noch nicht mal annähernd richtig angefangen worden zu ermitteln und ich wusste auch über die verschwundene Nina noch fast gar nichts. Leider hat mir das erstmal einen Lesehänger beschert. Spannung baut sich dann erst ganz gemächlich auf und das Buch wird im letzen Viertel erst  wirklich spannend.

    FAZIT:

    Nordwestzorn war der Auftakt der Soko St. Peter-Ording Reihe. Svea Jensen legt viel Wert auf die Nahbarkeit ihrer Charakter und der Atmosphäre des Nordens, speziell natürlich SPO. Mir war es davon allerdings manchmal ein bisschen zu viel des Guten und ich hätte mir mehr Fokus auf den Fall und die Ermittlung gewünscht. Hinsichtlich der Spannung sehe ich auch noch Luft nach oben.

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    Cover des Buches Hexenjäger (ISBN: 9783785727126)

    Bewertung zu "Hexenjäger" von Max Seeck

    Hexenjäger
    eulenmatzvor 9 Tagen
    Kurzmeinung: Super spannender finnischer Thriller mit interessanten Ideen. Bin sehr gespannt auf Band 2, der hoffentlich bald kommt
    Spannender, düsterer Reihenauftakt

    MEINUNG:

    Hexenjäger ist der Auftakt einer neuen finnischen Thriller Reihe um die Ermittlerin Jessica Niemi. Soweit ich mir an meine bisher gelesenen Bücher erinnern kann, ist dies mein erster finnischer Thriller. In Helsinki geschieht ein brutaler an der Ehefrau eines Schriftstellers, der sehr brutale Thriller schreibt. Alle Polizisten habe diese Thriller nicht gelesen, aber einem von ihnen fallen die Parallelen auf. Die Opfer sind allesamt Frauen, die Jessica Niemi auch noch ziemlich ähnlich sehen.

    Es gibt immer wieder Rückblicke auf einen Urlaub von Jessica in Italien, wo sie eine leidenschaftliche Affäre mit einem Italiener eingeht. Ein bisschen fragt man sich, warum es diese Rückblicke gibt, aber auch diese vermeintlich unbedeutende Geschichte hat ein Ende, welches vieles bei Jessica erklärt. Mir haben diese Einschübe gut gefallen. Sie haben den sonstigen Ablauf des Thriller ist keinerlei Weise gestört, aber man Jessica einfach besser verstanden. Während der Ermittlung wird auch deutlich, dass Jessica nicht die ist, die sie ihren Kollegen vorgibt zu sein. Anfangs ist sie dadurch kaum greifbar, aber es gelang mir im Verlauf der Geschichte immer besser. Ihre Vergangenheit verdrängt allerdings nicht die Ermittlung am Fall, was auch häufig in skandinavischen Thrillern der Fall ist. Dennoch scheint Jessica auch ein wichtiger Schlüssel für den Fall zu sein.

    Ich fand die Idee sehr spannend, dass die Morde den Thrillern nachempfunden sind, aber es war eben nicht 1 zu 1 und die ermittelnden Team musste vor allem lesen und daraus die richtigen Schlüsse ziehen. Das Erzähltempo war sehr flüssig und auch die Spannung nahm mehr und mehr zu, sodass ich das Buch am Ende gar nicht mehr aus der Hand lesen konnte. Der Fall ist ziemlich verworren und manchmal fiel es mir schwer noch irgendwas zu glauben oder Zusammenhänge zu erkennen. Mir gefiel die typische Düsternis, die durch Themen wie Mittelalter und Okkultismus rein kamen. Man kann hier durchaus noch ein wenig lernen.

    FAZIT:

    Hexenjäger ist der Auftakt einer neuen finnischen Thriller Serie und konnte mich vollends überzeugen. Ich mochte die Ermittlerin Jessica, um die sich so einige Geheimnisse rankten und ich mochte auch den Fall, der ein typisch skandinavische dunkele Note hatte. Mir lief es das eine oder andere Mal kalt den Rücken runter. Ich werde diese Reihe auf jeden Fall weiter verfolgen und hoffe, dass Band 2 bald auf Deutsch erscheinen wird.

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    Cover des Buches Die verschwindende Hälfte (ISBN: 9783498001599)

    Bewertung zu "Die verschwindende Hälfte" von Brit Bennett

    Die verschwindende Hälfte
    eulenmatzvor 12 Tagen
    Tolle Geschichte!


    In die verschwindene Hälfte geht es um zwei Schwester, Stella und Adele,die eigentliche People of Colour sind, aber so hell, dass sie auch Weiße sein können. Sie entstammen einem Ort, wo ebenfalls nur Menschen, wie sie leben. Beide möchten diesem Leben in dem kleinen Ort entkommen und fliehen als sie 16 Jahre sind. Doch beide haben andere Vorstellungen vom Leben und ihr Wege trennen sich erneut.

    Nun möchte ich mir auf Grund meiner eigenen Hautfarbe kein Urteil erlauben, was richtig und falsch ist, aber es interessant zu sehen, wie "Schwarz sein" definiert werden kann. Die beiden Schwestern liefern sehr gegensätzliche Lebensläufe, anhand derer man das erörtern kann. Adele heiratet einen Mann, der schwarzer nicht sein könnte und bekommt mit ihm eine Tochter. Stella heiratet einen weißen Mann und führt auch ein "weißes" Leben. Die Leute aus Stellas Dorf diskriminieren "richtig" schwarze Menschen, aber auch weiße. Ich habe mich immer wieder gefragt, wie "schwarz sein" definiert wird. Ist es ein rein äußerliches Merkmal und kann man auch innen "schwarz" sein? Stellas Geheimnis um ihre Herkunft, beeinflusst ihr ganzes Leben und auch das ihrer Tochter. Ein weiterer Aspekt, der aufgezeigt wird. Die Geheimnisse unserer Eltern, Großeltern, Vorfahren können nachhaltig unser Leben beeinflussen.

    Es ist ein spannende Geschichte, die viel Diskussionsbedarf liefert. Eine klare Leseempflehlung!





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    Cover des Buches Fast hell (ISBN: 9783351038588)

    Bewertung zu "Fast hell" von Alexander Osang

    Fast hell
    eulenmatzvor 12 Tagen
    Kurzmeinung: Tolle und sehr skurrile Lebensgeschichte - lesbar für alle Ost- und Westdeutschen :)
    Fast hell ist vieles

    Fast hell von dem Spiegel-Journalisten Alexander Osang ist dessen Lebensgeschichte bzw. die von Uwe, einem weitläufigen Bekannten von Osang. Anhand von Uwes Lebensgeschichte blickt Osang auf seine eigene Geschichte als in der DDR-Geborener und die Nachwendezeit zurück. Für mich total spannend, da meine Familie das gleiche Schicksal teilt und ich dadurch natürlich geprägt bin. Ich wollte unbedingt wissen, wie andere die Nachwendezeit erlebt haben und habe fest gestellt, dass es ganz unterschiedlich Schicksale gibt. Einige Gedanken und Empfindungen konnte ich so komplett unterschreiben, auch wenn ich deutlich jünger bin. Sowohl Osang als Uwe sind sehr viel rum gekommen nach der Wende und so ist es auch eine Art Reisebericht, der auch politische Ereignisse aus dieser Zeit nicht außer Acht lässt. Beide leben und lebten auch in New York und haben den elften September erlebt. Osang war in Nordkorea und auch da bekommt man ein paar Einblicke hinter die Kulissen. Uwes Leben ist wild und bunt und zum Teil so unglaubwürdig, dass es fast wie ausgedacht wirkt.

    FAZIT: 

    Fast hell ist eine doppelte Lebensgeschichte zweier Männer, die in der DDR groß geworden und im vereinten Deutschland erwachsen geworden sind. Sie haben so viel erlebt und gesehen. Fast hell ist Biografie, Zeitreise und Reisebericht in einem.

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    Cover des Buches Die perfekte Schwester (ISBN: 9783746636757)

    Bewertung zu "Die perfekte Schwester" von Alafair Burke

    Die perfekte Schwester
    eulenmatzvor 18 Tagen
    Kurzmeinung: Wieder ein besonderer Thriller von Alafair Burke
    Wieder ein besonderer Thriller

    MEINUNG:

    Ich habe von Alafair Burke bereits The Wifegelesen und war sehr begeistert von ihrer Art Thriller zu erzählen, denn vieles ist für den Leser erstmal nicht offensichtlich und teilweise kommen noch einige Dinge nach der Gerichtsverhandlung raus. Die perfekte Schwester ist ganz ähnlich aufgebaut. Ich habe auch im Nachwort der Autorin gelesen, dass die Bücher thematisch zusammen gehören und es auch noch einen dritten Band geben soll. Allerdings scheint dieser noch nicht auf Deutsch erschienen zu sein.

    Die perfekte Schwester ist Chloe Taylor, denn sie hat alles, was man sich im Leben nur wünschen kann. Sie ist Verlegerin eines sehr erfolgreichen Frauenmagazins und hat ähnlich der MeToo-Debatte eine eigene Kampagne namens Themtoo geschaffen. Ihr Mann ist erfolgreicher Anwalt und Ethan ist sein Sohn, dem auch alle Wege in der Zukunft offen stehen. Dann gibt es da noch Nicky, Chloes Schwester und die Mutter von Ethan. Das Leben von allen wird auf den Kopf gestellt als Adam ermordet aufgefunden und Ethan beschuldigt wird ihn getötet zu haben.

    Die Familienkonstellation der Taylors/ Mackintoshs ist relativ ungewöhnlich. Nicky war mit Adam verheiratet und sie haben den gemeinsamen Sohn Ethan. Nun ist Chloe mit Adam verheiratet und hat Ethan aufgezogen. Nicky spielte bis dato keine große Rolle in dessen Leben. Das ändert sich mit der anstehenden Gerichtsverhandlung gegen Ethan. Die Autorin liegt sehr viel Wert auf die Frauencharaktere und legt so den Fokus auf Chloe und Nicky. Überraschenderweise finden die beiden Schwestern in ihrer gemeinsamen Sorge um Ethan wieder zueinander. Noch überraschender fand ich allerdings, wie gut sie mit der ungewöhnlichen Familiensituation umgehen, auch nach all den Jahren der Funkstille. Als Leser fragt man sich natürlich, was zwischen Nicky, Chloe und Adam passiert ist, aber man fragt sich natürlich auch, warum Adam sterben musste. 

    Zusammen mit Chloe und Ethan bildeten alle drei scheinbar eine Bilderbuchfamilie. Doch natürlich trügt der Schein. Ich finde es immer wieder spannend, wie in Gerichtsverhandlungen dann so einige Sachen zu Tage kommen und wie man sich als Leser dann häufig selbst nicht mehr sicher ist, wem man glauben soll. Ich finde, dass das Erzähltempo ruhig etwas dichter hätte sein können. Da ich The Wife bereits gelesen hatte, wusste ich, das da noch ein Clou am Ende kommen wird, aber der hat diesmal lange auf sich warten lassen.

    FAZIT:

    Die perfekte Schwester fand ich ein wenig schwächer als The Wife, aber man bekommt hier wieder alles, was ich Thrillerleserherz begehrt: Interessante Charaktere, nicht vorhersehbare Wendungen und eine spannende Gerichtsverhandlung. Ich hoffe, dass noch mehr Bücher von der Autorin erscheinen werden.

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    Cover des Buches Cold Case – Das gezeichnete Opfer (ISBN: 9783785726976)

    Bewertung zu "Cold Case – Das gezeichnete Opfer" von Tina Frennstedt

    Cold Case – Das gezeichnete Opfer
    eulenmatzvor 23 Tagen
    Kurzmeinung: Solider Thriller, der vor allem durch seine Ermittler überzeugt
    Soldier Thriller, tolle Ermittlerinnen

    MEINUNG:

    Cold Case - Das gezeichnete Opferist der zweite Teil der Cold Case Reihe von Tina Frennstedt. Ich habe den ersten Teil, Das verschwundene Mädchen, nicht gelesen, aber es gibt im zweiten Teil Bezüge dazu. Gut möglich, dass man hier gespoilert wird, was den Täter angeht, aber es würde mich nicht abhalten auch den ersten Band im Anschluss zu lesen. Grundsätzlich ist es empfehlenswert die Teil in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

    Tess Hjalmarsson ist Leiterin des Cold Case Teams in Malmö. In Malmö finden derzeit eine Menge Gewalttaten statt, so dass ihr Team auf der Kippe steht, weil Ressourcen an anderer Stelle benötigt werden. Tess kann eine letzte Chance bei ihrer Vorgesetzten herausschlagen, weil sie eine Verbindung zu einem aktuellen Fall schlagen kann. Eine junger Mann wurde vor 15 Jahren ermordet und bei ihm wurde eine seltene Art Lehm gefunden. Dieser Lehm befindet sich auch am Tatort der Leiche einer bekannten Künstlerin in der Gegenwart.

    Tess' Team besteht aus dem Kurs vor der Pension stehenden Lundberg, der auch schon in der Vergangenheit in den Cold Case Fall involviert war. Außerdem ist da noch Marie. Marie lebt in Scheidung und leidet da ziemlich drunter, aber sie ist sehr eigensinnig und sagt immer gerade heraus ihre Meinung, was ich wirklich sehr erheiternd fand. Sie ist ziemlich unangepasst, was allerdings nicht allen passt. Tess' kann gut mit ihr umgehen. Sie selbst hat auch eine Trennung hinter sich, die immer wieder Thema ist. Vermutlich gibt hier mehr Informationen zu in ersten Band. Der Gedanke an ihre Ex-Freundin und auch sie selbst tauchen immer wieder auf. Tess fand ich auch sehr sympathisch. Natürlich hat sie auch die eine oder andere bereits genannte private Baustelle, aber sie wirkt deutlich weniger "kaputt" als manch anderer bekannter skandinavischer Ermittler. Im Gegenteil, Tess versucht sich wieder ein Privatleben aufzubauen, was allerdings schwierig ist mit dem Beruf als Polizistin.

    Der vor 15 Jahren getötete Max, war an angehender Pianist und er kam in einer Nacht um als er mit Freunden in einer Bar war. Tess' und ihr Team fangen alle damals Beteiligten wieder zu befragen und danke neuerer DNA Abgleiche nun auf die richtige Spur zu stoßen. Das Erzähltempo es relativ gemächlich. Es baut sich langsam auf. Durch die vielen Personen muss man sich erstmal ein bisschen durcharbeiten und versuchen die Namen zu ordnen. Die Spuren führen immer wieder zu Max' Freunden, was natürlich auch schon damals der Fall war. Interessant finde ich die Sicht "Der Ehefrau". Man kann relativ schnell davon ausgehen, dass es die Ehefrau des Täters ist. Dieser Erzählansatz war neu für mich, aber definitiv mal etwas anderes. Als Leser bekommt man so die Sicht einer nahestehenden Person, die irgendwie ahnt, dass etwas nicht stimmt, aber es auch nicht genau benennen kann.

    FAZIT:

    Cold Case - Das gezeichnete Opfer war für mich ein guter Start in eine neue Reihe, in dem vor allem die ermittelnden Damen mein Leserherz erobert haben. Das Erzähltempo ist flüssig, aber recht gemächlich. Der Fall ist sehr komplex, wie ich es gerne mag. Bin gespannt auf weitere Teile der Autorin!

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    Cover des Buches Kindheit (ISBN: 9783351038687)

    Bewertung zu "Kindheit" von Tove Ditlevsen

    Kindheit
    eulenmatzvor einem Monat
    Kurzmeinung: Interessant Persönlichkeit, bei der ich gespannt bin, wie es mit ihr weiter geht
    Kindheit in Kopenhagen

    MEINUNG: 

    Tove Ditlevsen ist die Neuentdeckung in 2021, so zumindest mein Eindruck und dass obwohl die Frau Anfang des 20. Jahrhunderts gelebt hat und 1976 verstorben ist. Sie zählt zu den größten literarischen Stimmen Dänemarks und bekommt nun die Aufmerksamkeit in Deutschland, die ihr vermutlich auch zusteht.

    Kindheit beschäftigt sich, wie der Titel schon erahnen lässt, mit Toves Kindheit in den 1920er Jahren (sie wurde 1917 geboren). Sie wächst in einfach Verhältnissen auf und mit dem Gefühl niemals richtig satt zu sein. Der Vater ist arbeitslos und die Mutter die klassische Hausfrau. Tove schreibt Gedichte und möchte gerne Dichterin werden, was in dieser Zeit natürlich nur Männern vorbehalten ist. Sie liest viel und erklärt sich damit auch vieles, was um sie herum passiert, was ich z.T. ziemlich amüsant fand. Die Welt, in der sie lebt wirkt zu gleichen Teilen deutlich erwachsener und gleichzeitig auch sehr wenig fortschrittlich. Erwachsener in dem Sinne, dass für junge Mädchen wie Tove die Schule mit 14 Jahren zu Ende ist und sie eine Anstellung finden muss. Mit 14 Jahren ist also die Kindheit vorbei. Ein Zustand, den man sich heute kaum vorstellen kann. Die Mädchen heiraten sehr früh und bekommen ebenso früh Kinder. Über Aufklärung wird allerdings nur unter vorgehaltener Hand gesprochen.

    Fazit:

    Kindheit ist der erste Teil der Kopenhagen-Trilogie. Mir war es fast ein wenig zu unvollständig, weil eben die weitere Geschichte fehlte, aber dazu gibt es noch zwei weitere Bände und ich bin gespannt, wie sich das Leben von Tove Ditlevsen noch entwickeln wird.

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