hiddenbookparadise

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    Cover des Buches Die Flammende9783551312044

    Bewertung zu "Die Flammende" von Kristin Cashore

    Die Flammende
    hiddenbookparadisevor 2 Monaten
    )}
    Cover des Buches Days of Blood and Starlight9783841421371

    Bewertung zu "Days of Blood and Starlight" von Laini Taylor

    Days of Blood and Starlight
    hiddenbookparadisevor 4 Monaten
    Hass anstelle von Liebe, anders als der Auftakt

    Vor mittlerweile vielen Jahren hatte ich den zweiten Band gelesen, doch ist er mir nie so sehr in guter Erinnerung geblieben wie der erste. Nun ist mir der Grund dessen bewusst geworden.


    Das Brechen des kleinen, unscheinbar wirkenden Wunschknochens veränderte komplett Karous Welt. Aus dem Dasein mit Akiva in Liebe, gerät sie in einen Krieg, der das Ende von all jenem sein könnte, das sie einst liebte und an was sie sich nun endlich mit Schmerz erinnern kann. Langsam bemerkt sie, dass die gute der dunklen und feindlichen Seite doch nicht zu unähnlich in ihren Mitteln ist und zweifelt an ihren Entscheidung, ihrem Volk zu helfen, sich an den Seraphim zu rächen. Währenddessen verändern sich ebenfalls die Sichten von einzelnen Kämpfern der Seraphim, im Kampf um ein Ende des endlosen, grausamen Krieges. 


    Wie auch im ersten Band ist ein wundervoller mit vielen schönen Metaphern und Vergleichen gefüllter Schreibstil vorzufinden, welcher etwas anderes und einen ganz eigenen Humor hat, und mich vor allem an die Geschichte fesselt, mich beim Lesen gefangen hält. Laini Taylor schafft es eine einzigartige Atmosphäre mit kleinsten Worten innerhalb eines Augenblicks zu weben. Während der erste Band vor allem Liebe spürbar macht, ist es nun das Gegenteil, sodass ein gelungener Kontrast zwischen Schönheit und Hässlichkeit entsteht. Atemberaubende Landschaften des nun mehr im Vordergrund stehenden Eretz und dem gegenüber die Auswirkungen eines ewigen und grausamen Krieges. In der Gesamtheit erzählt das Buch von der absolut unschönen Seite des Krieges, der damit verbundenen, harschen Brutalität, der Gnadenlosigkeit, der Folter. Es ist das Gegenspiel zur Liebe, anknüpfend an die letzten Momente des Auftaktes: tiefreichender Hass und seine intensiven, schmerzvollen Folgen. Auch wenn der erste Band schon negative Emotionen und Trauer behandelt, so ist dieser eine weitere Steigerung. Manchmal kann eine einzige Tat alles zerstören und ist nicht mehr rückgängig zu machen, manchmal reißen Schuld, Misstrauen und Verrat zu tiefe Wunden, als dass diese vergeben würden und heilen könnten. Insgesamt trifft man auf eine Welt, die nicht am Anfang eines Krieges steht, sondern schon von diesem zerstört ist. Sie ist nicht in ihrer Blüte, sondern man hört größtenteils nur von ihrer einseitigen Schönheit oder sieht kleinste, übriggebliebene Fetzen, die in Flammen aufgehen. Trotz dessen fehlen einzelne Komponenten, um diese Welt wahrhaftig fühlbar zu machen, vielleicht liegt es an dem Aspekt, dass es ein vollkommen anderes Land als das unsere mit all den fremden Wesen ist und ich mir noch mehr Beschreibungen wünschte, um alle fantastischen Details wahrnehmen zu können, aber schlussendlich ist nicht nur die Umgebung das Entscheidende,  wobei Hinweise auf Inhalte des nächsten Bandes das Interesse weiter halten und mich zum Finale greifen lassen möchten. 


    Nach all den Jahren mit verschiedensten Magiesystemen ist jenes von Taylor immer noch eines, das ich bisher kein zweites Mal gesehen habe, vor allem die Idee der Zähne und erschaffenen Körper fasziniert mich jedes Mal aufs Neue. Genau diese Magie lernt Karou auf unangenehmstem Wege kennen und dabei erlebt man das Aufeinandertreffen zweier Welten, die unterschiedlicher und gleichzeitig ähnlicher nicht sein könnten. Doch umso mehr sie diese Magie, welche sie mit bestimmten Personen verbindet, anwendet, desto stärker werden ihre nicht grundlosen Zweifel der Richtigkeit ihres Tuns und spürt man zunehmen die Ausweglosigkeit ihrer Lage, während sie sich selbst immer fremder wird. An sich bleibt sie weiterhin ein für mich sehr interessanter Charakter, gezeichnet vom Schmerz und dessen physische als auch schlussendlich psychischen Auswirkungen. Sie ist ein Teil der harmonischen Gestaltung vielseitiger Charaktere, wobei das Potential mancher eventuell verschenkt wurde. So habe ich von Thiago beispielsweise etwas mehr erwartet nach den Beschreibungen und Handlungen der Vergangenheit. Von Karou könnte ich viele Geschichten lesen, auch wenn sie in diesem Band trotz ihrer negativen Seiten und Fehler etwas sehr perfekt wirkt, doch störe ich mich nicht an ihrer intensiv hervorgehobenen, mysteriösen Aura vor allem zu Beginn des Buches. Sie hat eine Art an sich, die sich von anderen literarischen Figuren entscheidet und damit spannend macht, zumal man immer mehr Einblicke in ihr Inneres erlangt. 


    Jedoch stört es mich bei diesem Band zutiefst, wie ahnungslos viele Charaktere sind. So breitgefächert ihre Persönlichkeiten auch sind, es lenkt nicht davon ab, dass sie von zu vielen Situation und plötzlichen Wendungen überrascht werden, obwohl die Erfahrungen der Vergangenheit etwas anderes hätten erahnen lassen können und Überraschungen teilweise keine wirklichen sind. Dies ist überwiegend bei Karou und Akiva zu betrachten, obschon es auch ein Zeichen ihrer Verzweiflung sein könnte.


    Besonders hervorstechend für mich ist die Erkenntnis bezüglich des Krieges, die viel zu selten angesprochen wird, nämlich dass das erdachte Ende keines ist, sondern nur der Anreiz für mehr und mehr endlose Gewalt einer anhaltenden und vernichtenden Ideologie sein kann, was man in dem drastisch, in kürzester Zeit ansteigenden Terror sehen kann nach all den Jahrhunderten des Krieges, was sogar Karou auffällt, sodass es nicht nur eine Ungereimtheit für den Leser ist. Hierbei ist es noch kein Kampf, welcher bei der Lösung des Problems hübsch endet. 


    Resümierend habe ich den Fortgang der Geschichte genossen und bin immer noch erstaunt, wie tief sich die Geschichte schon beim ersten Mal in meine Erinnerungen eingebrannt hat, ohne die Freude und gleichzeitig Angst vor der weiteren Reise der Figuren zu nehmen. Es ist mir ein Rätsel, wie ich nicht sofort zum dritten Band hatte greifen können. Die Fortsetzung kommt für mich nicht an den ersten Teil heran, vor allem wegen des ahnungslosen Handelns von Karou und Akiva und da ich nicht so sehr mitgerissen wurde, aber ist sie dennoch solide mit vielen interessanten Aspekten und Merkmalen, die ich schon im Auftakt sehr genießen konnte. Beim aufmerksamen Lesen mag man vielleicht die Anspielungen auf Witze des Vorgängers bemerken und lassen sich viele berückende Worte zur Seele und dem Leben finden. Ich frage mich, ob ich mir wahrlich die emotionale Tortour des Finales antun möchte, sofern es eine wird. 

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    Cover des Buches Codex Alera 1 - Die Elementare von Calderon9783442269372

    Bewertung zu "Codex Alera 1 - Die Elementare von Calderon" von Jim Butcher

    Codex Alera 1 - Die Elementare von Calderon
    hiddenbookparadisevor einem Jahr
    Solider, atmosphärischer Auftakt

    Schon lange Zeit hatte ich dieses Buch in meinem Bücherregal stehen, doch erst als mich eine Freundin darauf ansprach, da ihr das Buch empfehlen wurde, nahm ich es auch wirklich zur Hand. Bereut habe ich es definitiv nicht, meine Aufmerksamkeit diesem wunderbaren Auftakt gewidmet zu haben. Das Reich Alera ist das größte und mächtigste Land, geprägt durch Hierarchie, die eingesetzten Kräfte durch die Elementare und bedroht von den wilden Völkern außerhalb der Grenzen. Intrigen werden gegen den Herrscher geschmiedet und die Glut eines Konfliktes mit den als besiegt gemeinten Marat lodert wieder auf. Der junge Tavi, anders als seine Mitmenschen ohne zumindest einen Elementar trotz seines Alters lebend, gerät mitten in den Kampf, als sich die Lage im Calderon-Tal, seiner Heimat und die Verbindung zu dem Land der Marat, zuspitzt. Entstanden aus einer Wette ist eine sehr gut gelungene Verschmelzung der Themen Pokémon und Römischer Legionen. Einerseits ähnelt das Königreich Alera dem Römischen Reich und andererseits sind die Elementare eine Art Weiterentwicklung von Pokémons. Besonders sie haben mich in diesem Buch fasziniert, denn gestalten sich hierbei Kräfte nicht aus der bloßen Kontrolle von Elementen heraus, sondern entspringen der Verbindung mit einem Elementar als eigene Wesen, welche verschiedenste Wirkungsweisen besitzen und es schier unzählige Möglichkeiten trotz der lediglich sechs bestehenden Elemente – Erde, Feuer, Wasser Wind, Metall und Holz – als Ausgangspunkte gibt. Etwas irritierend ist jedoch, ob die Wirkung eines Elementars nach dem Tod seines Wirkers und dessen zuvor erteilten Willens endet oder weiterhin bestehen bleibt, denn meine ich, dass die Beschreibungen zu Beginn und im späteren Verlauf des Buches nicht übereinstimmen. Wahrscheinlich ist es abhängig von der Stärke des Wirkers und ich würde es als keinen sonderlichen Kritikpunkt ansehen. Ebenso faszinierend sind die sich voneinander stark differenzierenden Völker im Sinne gewisser Charakteristika, Erscheinungsbilder, Traditionen und Glaubensrichtungen. Bisher werden nur die Marat näher vorgestellt, jedoch auch mit Komplexität innerhalb ihres Volkes, und bin ich persönlich gespannt auf die folgenden Bände mit eventueller Begegnung anderer Wesen. Butcher löste ebenfalls geschickt das Problem der Kommunikation, indem er Aleranisch als Handelssprache für die Marat erklärte, welche somit der Sprache mächtig sein können, wobei es mich wundert, weshalb ein junger Marat namens Kitai ganz normal und besser als die Älteren Aleranisch sprechen kann, vor allem der Clanhäuptling, welcher diese flüssig sprechen können müsste, außer es verbirgt sich eine tiefgehendere, andere Geschichte dahinter. In einem sehr angenehm und flüssig zu lesenden Schreibstil begleitet der Leser die Charaktere in perfekt abgestimmten, wechselnden Erzählsichten. Dabei treten Wiederholungen zur Betonung oder Untermalung bestimmter Hinweise auf, die teils störend sein können, da sie einen offensichtlichen Verlauf der Geschichte weisen, sodass jene Dinge schnell entdeckt werden, die vom Leser entdeckt werden sollen, aber dennoch ist diese Lektüre zugleich unvorhersehbar und weckt mit ihren Anspielungen auf mehrere Wendungen Vorfreude auf den nächsten Band. Prägend sind die typischen Handlungsverläufe bezüglich Gefangenschaft, Hilfe, Verrat und Rache in Verbindung mit der sturen Ignoranz und Blindheit der Figuren vor der eigentlichen Gefahr und den ernsten Tatsachen, gefangen in den eigenen Vorstellungen, doch genau diese Merkmale ziehen einen tiefer in das Buch, da es allzu realistische und nachvollziehbare Züge der Menschen und Psyche sind. Im Allgemeinen trumpfen die Charaktere, unabhängig auf welcher Seite man sie finden kann, indem sie vielseitig und nicht blass gezeichnet sind. Schade ist es nur, wenn ein besonders nerviger und die Augen verschließender Charakter entwickelt wird, um später eine Handlung hervorzubringen, die nicht unbedingt notwendig ist, und wenn Aspekte beziehungsweise Gefühlsregungen in einem Moment unglaublich wichtig sind und sich dann urplötzlich in Luft auflösen, wie Beispiel der Tod von Menschen oder Tavis Stimmungstief, das erschütternde Zerbrechen seines Traumes. Eine interessante Art der Beschreibung ist die Entwicklung einer Liebesbeziehung, welche mehr durch andere Personen und deren Eindrücke beschrieben wird denn durch aus spürbarer Anziehung bei Handlungen aus Sicht der Figuren, sodass ihre Anziehung plötzlich da, aber durchaus nachvollziehbar ist. An sich ist es eine überaus spannende Erzählung mit unfassbar gut geschriebenen epischen Szenen und atmosphärischen Kämpfen, sodass man tatsächlich das Gefühl bekommt, in einem Sturm zu stehen und sich Kälte über den eigenen Rücken zieht. Aus dunklen Szenen wird man mit herrlichem Sarkasmus herausgeholt, welcher dem Buch einen bestimmten Charakter verleiht in Verbindung mit ebenfalls gern benutzen Flachwitzen. Manchmal konnte meine Ader des Humors jedoch nicht gerührt werden und empfand ich ab und zu die Auflockerung einer Szene als eher unpassend. Im Großen und Ganzen genoss ich dieses Buch sehr und es hat mich durchaus vorfreudig auf den zweiten Band gemacht. Es gab mehrere negative Aspekte, die jedoch weniger störend sind als meine Worte den Anschein haben. Im Gegenteil, alles fügt sich zu einem wundervollen Werk zusammen, welcher klassisch mit dem Schließen des Rahmens beendet wird und einem bewusst macht, wie harmlos und irrelevant viele Geschichten beginnen, welche traurigen Gefühle aufkommen können, wenn man sich an den Anfang erinnert und welche Verluste erlitten wurden, wie viel sich im Leben eigentlich ändern kann, wie das eigene Leben durch die Handlungen einzelner, mächtiger Persönlichkeiten verändert wird. Die Wette Jim Butchers war die Basis einer fantastischen Welt.

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    Cover des Buches Calibans Krieg9783453529298

    Bewertung zu "Calibans Krieg" von James Corey

    Calibans Krieg
    hiddenbookparadisevor einem Jahr
    Solide Fortsetzung

    Der Auftakt der Expanse-Reihe hatte mich mit Begeisterung zurückgelassen, doch wie immer zögerte ich eine lange Zeit, bis ich zu seiner Fortsetzung griff, denn aus meiner Erfahrung heraus sind die Chancen groß, dass der zweite Band eine derbe Enttäuschung ist. Hierbei hatte ich dann zwar genauso viel Freude wie mit dem ersten Band, dennoch war die Fortsetzung etwas schwächer.

    Durch reines Glück konnte die Bedrohung des Sonnensystems eliminiert oder zumindest aufgehalten werden. Vieles hat sich seit den Ereignissen auf und rund um Io geändert – in der Politik, Gesellschaft und für James Holden und seine Mannschaft. Die vermeintlich endgültige Lösung des Problems scheint noch längst nicht gefunden zu sein, denn einerseits gibt die außerirdische Existenz keine Ruhe auf der Venus und andererseits scheint es, als würde das Protomolekül vernichtend von den Menschen eingesetzt werden. Die Spannung zwischen der Erde und dem Mars wird umso größer, als eine neuartige Form des Protomoleküls auf dem wichtigen Mond Ganymed auftaucht und in Folge dessen der Konflikt in einen Krieg auszubrechen droht.

    Trotz der längeren Pause zwischen den beiden Büchern ist mir der Einstieg äußerst leicht gefallen aufgrund der Wiederholungen der wichtigsten Fakten zu Ereignissen und Charakteren, die auch bei einem direkten Anschluss an den Auftakt nicht störend wirken würden. Eher erscheinen sie als Teil der Charaktere, die sich gedanklich und vor allem emotional mit den Geschehnissen auseinandersetzen. Herausragend ist hierbei, welche Veränderung Holden durchlebt und welche Konsequenzen dies für seine Handlungen als auch die Beziehungen zu anderen Menschen hat. Allgemein hat es das Autorenpaar erneut geschafft, dass Figuren zu etwas Besonderem werden und sich voneinander abheben. Erreicht wird das Ganze durch die wechselnden Perspektiven, welche je nach Charakter des Menschen einen sich voneinander differenzierenden Schreibstil haben. So wird beispielsweise höhere, gebildetere mit salopper Sprache homogen vermischt. Zuzüglich verbinden sich viele einzelne Ansichten zu einem größeren Bild, das heißt, dass es nicht ausschließlich die subjektive Meinung einer Partei gibt, sondern eine breitgefächerte Darlegung mehrerer Stimmen und Wahrnehmungen, hervorgehend aus ungleichen Ständen und Abstammungen, ebenso anderen Wissensständen und Erfahrungen. So kann man eine spannende Szene aus der Sicht einer damit vollkommen überforderten Person lesen, wodurch eine knisternde Spannung entsteht. Ein wichtiges Thema, das alle Figuren in gewissem Maß beschäftigt, ist die Angst. Die Charaktere tragen innere Kämpfe aus und es schwanken ihre Emotionen. Sie geben ihre Schwäche zu, sprechen über ihre Gefühle und zeigen, dass jeder Mensch einen verletzlichen Kern haben und auch zusammenbrechen kann. Dadurch erscheinen sie realistischer und echter. Eine weitere Note sind kleine Gedanken und Witze, die schlichtweg keine Rolle für die Handlung spielen, aber irgendwann werden sie wieder erwähnt. Es sind diese kleinen, liebevollen und authentischen Details, die den fiktiven Menschen Leben einhauchen.

    Die Autoren haben als Leitfaden erneut die Suche nach einer Person als Schlüsselelement der Geschichte, verbunden mit der weiteren Aufdeckung und Entdeckung des Protomoleküls gewählt, was sich schlussendlich leider zu einer Geschichte entwickelt, die länger für den richtigen Anlauf braucht. Dennoch sind es die epischen und atmosphärischen Schlachten und Kämpfe, die einen in das Geschehen mit Faszination hineinziehen. Dabei lieben es die Autoren, dem Leser das Gefühl zu geben, er könne sich in Sicherheit wiegen, nur um letztendlich doch Spielchen mit ihm zu spielen. Zudem haben sie viel herrlichen Sarkasmus in die Erzählung verwoben - nicht selten musste ich über das Wesen der Mannschaft Holdens schmunzeln, das stets „Ernsthaft?“ zu sagen scheint, so oft wie sie die falschen Karten ziehen und in eine nicht unbedingt gewünschte Situation geraten.

    Doch manchmal können Wiederholungen zu Merkmalen von Charakteren auch entnervend sein, wenn in gefühlt jeder Szene auf die Körpergröße der neuen und interessanten Figur Bobbie oder Alex‘ gewöhnungsbedürftige, langgezogene Aussprache hingewiesen wird.

    Trotz negativer Aspekte ist es eine gelungene Fortsetzung, die die Welt um das besiedelte Sonnensystem und das Protomolekül erweitert und neugierig macht auf einen weiteren Band voller Spannung, Intrigen und Lügen, die mit trockener Ehrlichkeit als Schlussnote abgelöst werden, kleinen Elemente des Horrors, technischen Science-Fiction-Details und Humor, den ich in dieser Art bisher selten in Büchern antraf. Ich bin gespannt, was nun geschehen wird und wie sich die Charaktere, welche man nicht vergessen kann, entwickeln.


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    Cover des Buches Artemis9783453271678

    Bewertung zu "Artemis" von Andy Weir

    Artemis
    hiddenbookparadisevor einem Jahr
    Weirs humorvoller Entwurf

    Nach „Der Marsianer“ erwartete ich viel von Andy Weirs neuem Werk, doch hing ich an jenem Buch nicht aus positiven Gründen für eine lange Zeit.

    Artemis floriert als erste und einzige Stadt auf dem Mond. Sie ist nicht nur ein neuer Lebensraum für den Menschen, sondern auch ein sehr beliebtes Reiseziel. Jazz Bashara lebt seit ihrer Geburt in dieser außergewöhnlichen Stadt, welche jedoch auch sehr teuer ist.  Schmuggeln ist ein guter Weg, an mehr Geld zu kommen. Als ihr ein lukrativer, wenngleich illegaler Auftrag angeboten wird, sagt sie zu, ohne zu wissen, dass die Sache größer und bedeutender ist als gedacht.

    Schon von Beginn an hatte ich große Probleme mit diesem Buch, sodass ich es sogar für eine kurze Zeit lieber aus der Hand legte. Nach der Marsianer hatte ich wohl etwas ähnlich Spannendes erwartet. Eine interessante Geschichte auf vielen Ebenen verbunden mit der Faszination des Lebens außerhalb der Erde und kleinen Details aus dem Bereich der Wissenschaft. Jedoch konnte ich das Gefühl des Desinteresses und der Langeweile nicht abschütteln.

    Weir hat sich dieses Mal an eine weibliche, arabische Protagonistin gewagt, die nur allzu sehr die männliche Version von Mark Watney ist. Die Hauptfigur seines vorherigen Romans funktionierte in ihrer Geschichte sehr gut, fügte sich perfekt ein, obschon mich Watney zum Ende hin mit seiner Art nervte. Diesbezüglich hat jeder Mensch andere Vorlieben. Jazz, welche die Handlung aus personaler Ich-Perspektive erzählt, ist jedoch unausgereift in ihrem Auftreten und ihrer Gestaltung, für mich nicht ernst zu nehmen. Der Leser kann mit einem sarkastischen Kommentar in gefühlt jedem Abschnitt rechnen. Er soll ansprechend sein, gewollt lustig, aber nicht selten sind diese nebenbei angehangenen Kommentare überflüssig, albern, manchmal nicht passend zur heutigen Zeit und Situation und manche werden den schwarzen Humor eventuell als unter der Gürtellinie empfinden. Natürlich dürfen nicht die zahlreichen sexuellen Anspielungen und Witze fehlen, die Hervorhebung von Jazz‘ Sexleben. Ebenfalls kann mit lustigen Antworten und Anmerkungen zu nie gestellten Fragen seitens des Lesers gerechnet werden, die aber hübsch die Situation und das Komische daran untermalen sollen. Nicht zu vergessen ist das unnötige Scherzen über andere Sprachen, wie beispielsweise die Meinung, dass ein ungarischer Name nach einer schweren Vokaldürre erhalten wurde. Oder die Erklärung eines eher unbekannteren Begriffes mit den Worten: „Na gut, sie können jetzt aufhören so zu tun, als wüssten Sie, was ein Niqab ist“ (Zitat, Seite 107), aber andere Fremdwörter werden dann nicht weiter erläutert. Im Großen und Ganzen erinnert die Hauptfigur Jazz mehr an ein kleines Mädchen, was bei ihrem Alter und ihrem Charakter nicht im positiven Sinne gemeint ist, wodurch das Verfolgen der Geschehnisse aus ihrer Sicht nicht unbedingt angenehm ist. Dennoch kann man zu Teilen auch wirklich amüsante Wortspiele auffinden und ist Jazz Bashara kein perfekter Mensch, sondern eher tollpatschig, gewieft in ihrer Sphäre.

    Von J. Stinkreich Raffzahn III. erwartet man schließlich nicht, dass er seine Toilette selbst putzt, oder?

    Seite 15 (Leseprobe)

    Die Handlung an sich war für mich ebenfalls nicht berauschend. Trotz dass die Welt gut vorstellbar ist, sich das Buch ohne großes Denken leicht lesen lässt, bleibt die große Mission mehr oder weniger durchschnittlich. Sie hat einen tieferen Sinn und wäre wohl mit einer anderen tragenden Rolle vollkommen anders. Es passiert alles, ohne dass man sich wirklich darum tangiert. Beispielshalber wird ein Charakter verletzt, aber war man von dieser Person nie besonders ergriffen. Zu viele Details und Bemerkungen sind schlichtweg ohne Belangen. Zudem baut sich vieles darauf auf, dass gewisse Aktionen leicht zu bewerkstelligen sind, da sich auf dem Mond niemand darum schert, und allzu viel wird als Fakt ohne großartige Begründung in den Raum geworfen.

    Faszinieren konnte mich die interessante Darstellung der Wohnsituation und des komplexeren Gebäudesystems, ebenso wie die kleinen technischen Ausführungen. Mittels eines Briefaustausches über mehrere Jahre zwischen Jazz und einem Freund auf der Erde, wird ein Einblick in die Vergangenheit gewährt und gibt dem Buch dadurch etwas mehr Tiefe. Neben all den sarkastischen Worten mochte ich wirklich jene über das Unvermögen des Menschen, auf welche Weise das menschliche Können einmal nicht mit Übertreibung und Hervorhebung glänzte, sondern mehr real wirkte.

    Fazit

    Wer Mark Watney nicht leiden konnte, wird mit Jazz Basahra noch mehr zu kämpfen haben und damit auch mit der ganzen Erzählung. Der Stil des Erzählens wird nicht jeden Leser überzeugen können. Nach dieser Lektüre, die sich mehr wie ein anfänglicher Entwurf anfühlt denn eine fertige Version, kann ich nicht mit Gewissheit sagen, dass ich wieder ein Buch von Andy Weir wählen würde.

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    Cover des Buches Metro 20339783453529687

    Bewertung zu "Metro 2033" von Dmitry Glukhovsky

    Metro 2033
    hiddenbookparadisevor einem Jahr
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    Cover des Buches Feuertaufe9783423247559

    Bewertung zu "Feuertaufe" von Andrzej Sapkowski

    Feuertaufe
    hiddenbookparadisevor 2 Jahren
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    Cover des Buches Ferne Ufer9783426518236

    Bewertung zu "Ferne Ufer" von Diana Gabaldon

    Ferne Ufer
    hiddenbookparadisevor 2 Jahren
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    Cover des Buches Die Zeit der Verachtung9783423214353

    Bewertung zu "Die Zeit der Verachtung" von Andrzej Sapkowski

    Die Zeit der Verachtung
    hiddenbookparadisevor 2 Jahren
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    Cover des Buches Das Erbe der Elfen9783423214087

    Bewertung zu "Das Erbe der Elfen" von Andrzej Sapkowski

    Das Erbe der Elfen
    hiddenbookparadisevor 2 Jahren
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