juergenalbers

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Rezensionen und Bewertungen

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    Cover des Buches Goldkap9783863270421

    Bewertung zu "Goldkap" von Rainer Doh

    Goldkap
    juergenalbersvor 10 Tagen
    Kurzmeinung: Spannender, gut recherchierter Norwegen-Krimi
    Spannend und gut recherchiert

    Nordnorwegen: Der grausige Fund einer Wasserleiche verdirbt dem Kriminalkommissar Arne Jakobson die Laune und das unerwartet beste Sommerwetter. Auf der Suche nach dem oder der Mörderin findet sich eine ganze Reihe Verdächtiger. Erst recht, als Gerüchte die Runde machen, in der verfallenen Bunkeranlage aus dem Zweiten Weltkrieg, die das Opfer restaurierte, sei ein riesiger Goldschatz der Wehrmacht verborgen. Hat der Mord etwa mit dem Gold zu tun?

    Als die Medien die Sache aufgreifen, beginnt 300 km hinter dem Polarkreis ein regelrechter Goldrausch, und sogar die norwegische Nationalbank mischt sich ein. Aber dann geschieht in Tromsø ein weiterer Mord und Arne wird klar, dass er auf einer ganz falschen Fährte ist.

    Geschickt lässt Rainer Doh seinen Roman 1944, in einem dramatischen Moment beginnen. Ein Konvoi der deutschen Wehrmacht wird, auf den unwegsamen Straßen Nordnorwegens, von Widerstandskämpfern überfallen. Ein mit mysteriösen Kisten beladener Lkw stürzt ins Meer. Mit diesem kurzen Einstiegskapitel, flott geschrieben, startet das Kopfkino um einen verschwundenen Goldschatz. Das ist auch notwendig und hilft dabei, die Leser*innen bei der Stange zu halten, wenn sich die Handlung in der Jetztzeit danach ein wenig gemächlich entwickelt. Ich muss gestehen, dass bei mir dieser Anfangsschwung nicht gereicht hat und ich „Goldkap“ zunächst, nach ca. 80 gelesenen Seiten eine Weile beiseite gelegt habe. So sorgfältig der Autor sein Setting auch einführt, so sehr strapaziert er aber auch die Geduld seiner Leser*innen. Hier wäre Potenzial gewesen, das Buch um geschätzte 30-40 Seiten zu verschlanken. Ist der ‚tote Punkt‘ aber erst überwunden, entfaltet sich eine fein gestrickte Geschichte mit einer Reihe von wirklich netten Plottwists und einem durchgehend guten Spannungsniveau.

    Die Figuren in „Goldkap“ sind überzeugend und mit viel Liebe gezeichnet. Dabei gelingt es Rainer Doh mit spürbarer Sach- und Landeskenntnis, seinen Leser*innen die Besonderheiten des norwegisch-deutschen Verhältnisses näher zu bringen, ohne in der einen oder anderen Richtung den belehrenden Zeigefinger zu erheben. Ein kleiner Kritikpunkt betrifft das fehlende Glossar. Gerade historisch interessierte Leser*innen hätten sicher zu dem einen oder anderen auftauchenden Punkt gern mehr gelesen, ggf. auch Verweise auf entsprechende Sachbücher zu schätzen gewusst.

    Zusammenfassend kann ich „Goldkap“ uneingeschränkt empfehlen, besonders für Leser*innen, die eine Vorliebe für Kriminalromane mit historischem Hintergrund pflegen. Einen Stern Abzug gibt es für die kleine Hängepartie nach dem ersten Viertel und das fehlende Glossar.   

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    Cover des Buches Radio Girls9783442716449

    Bewertung zu "Radio Girls" von Sarah-Jane Stratford

    Radio Girls
    juergenalbersvor 12 Tagen
    Kurzmeinung: Geniale Mischung aus Fakt und Fiktion.
    Geniale Mischung aus Fakt und Fiktion

    „Radio Girls“ spielt im Zeitraum zwischen dem November 1926 und (inklusive Epilog) 1932. Es geht um den Aufstieg und die Entwicklung der staatlichen britischen Rundfunkgesellschaft BBC - British Broadcasting Cooperation. Gegründet eigentlich als ‚Absatzförderungsinstrument‘ der Radiohersteller, wurde die BBC Ende 1926 in eine Körperschaft des Öffentlichen Rechts umgewandelt. Hier lässt auch Stratford ihren Roman beginnen. Nicht ohne jedoch der/dem Leser*in mit einem kurzen, rasanten Prolog Appetit zu machen und gleichzeitig zu zeigen: Hier geht es nicht nur um die (ggf. faden) Erinnerungen einer Rundfunksekretärin. Bereits mit diesen knapp 1 ½ Seiten hatte mich die Autorin gecatcht. Das ist schon ein Kunststückchen, aber es ging flott weiter und wir begleiten die Heldin des Romans, Maisie Musgrave, mit klopfendem Herzen zu ihrem Vorstellungstermin in die BBC.

     

    Maisie Musgrave ist die zentrale Person der „Radio Girls“, ergänzt durch die historische Figur der Programmdirektorin der Vortragsabteilung, Hilda Matheson, quasi als Co-Protagonistin. Daneben bevölkert eine bunte Mischung an fiktiven und historischen Personen den Roman. Und sie tun es in einer grandiosen Lebendigkeit, dass man sie absolut und jederzeit vor sich sieht. Vom Generaldirektor, von allen nur GD genannt über manchmal sympathische, manchmal schleimig-eklige Männergestalten, bis hin zu Rusty, einem der vielen Botenjungen.

     

    Nachdem sich das erste Drittel des Romans um den beruflichen Einstieg von Maisie Musgrave dreht, ergänzt durch den Blick auf die Entwicklung der BBC, nimmt diese zweite Perspektive dann deutlich an Fahrt auf. Maisie und die BBC werden mehr und mehr eins und die Figur der Protagonistin bekommt zunehmend Kontur. Tändeleien gibt es natürlich auch und ich muss gestehen, ich habe bei Maisies erstem Date mit einem Kollegen mit gezittert. Ich habe gebetet: Lieber Gott, lass das jetzt nicht in einer Liebesgeschichte enden! Aber man darf sich der erfahrenen Journalistin Sarah-Jane Stratford anvertrauen, die u.a. für The Guardian und The Boston Globe geschrieben hat. Routiniert führt sie die/den Leser*in an jedem rosaroten Fallstrick vorbei (übrigens auch später, wenn wir - liebestechnisch betrachtet - in wesentlich gefährlicheres Fahrwasser kommen). Stratford baut die Liebesgeschichten perfekt in die Gesamtstory ein, genauso wie das Wetter, Zahnschmerzen oder durchgelaufene Schuhe ist die Liebe eben Teil des täglichen Lebens. Nicht mehr und nicht weniger. Und zwar völlig egal, welche Art von Liebe!

     

    Als ich dann zur gefürchteten Mitte des Buches kam, gab es wieder so einen kurzen Angstmoment. Würde es jetzt, zwar flott erzählt, aber doch im selben Thema, weitergehen? Aber nein, hier startet die Autorin, fast möchte man sagen, wie ein Art Zusatztriebwerk, eine zweite Handlungsebene, die mich endgültig ans Buch band. Ich will nicht spoilern, deshalb gehe ich nicht weiter auf diese zweite Handlungseben ein. Nur soviel: Es ist rasant und dramatisch!

     

    Von der Tatsache abgehen, dass der gebürtigen U.S.-Amerikanerin Sarah-Jane Stratford ein ungemein spannender und im besten Sinne unterhaltsamer Roman gelungen ist, wird uns hier - ganz sanft und fast durch die Hintertür ein Lehrstück der Frauenrechte vorgeführt. Sehr elegant baut die Autorin die, für die britische Demokratie nicht eben schmeichelhaften, Fakten zur Lage der Frau im Vereinigten Königreich ein. Und als wenn das nicht virtuos genug wäre, haben queere Charaktere einen unaufdringlichen aber deutlichen Auftritt. Absolut begeistert (u.a.) war ich von der fein ziselierten Darstellung der historischen Person des Generaldirektors John Reith. Auch hier will ich nicht spoilern. Nur soviel: Es lohnt sich, seinen Aussagen und Handlungen aufmerksam zu folgen, dann kann man vergnügliche Zusammenhänge entdecken.

     

    Die Sprache des Buches, der Wortwitz, das Tempo: alles stimmt auf den Punkt. Hier wird, mit einem enormen Kraftaufwand an Recherche, ein Stück Geschichte serviert, das mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistert hat. Ich hoffe inständig, dass die Autorin eine Fortsetzung mit Fokus auf die Jahre zwischen 1932 und dem Kriegsanfang schreiben wird. „Radio Girls“ ist eines meiner Lesehighlights 2020 und ich empfehle es mit Nachdruck!

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    Cover des Buches Extravagante Engländerinnen9783458361381

    Bewertung zu "Extravagante Engländerinnen" von Luise Berg-Ehlers

    Extravagante Engländerinnen
    juergenalbersvor 13 Tagen
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    Cover des Buches Blood on the Tracks: Railway Mysteries (British Library Crime Classics, Band 53)9780712352703

    Bewertung zu "Blood on the Tracks: Railway Mysteries (British Library Crime Classics, Band 53)" von

    Blood on the Tracks: Railway Mysteries (British Library Crime Classics, Band 53)
    juergenalbersvor 13 Tagen
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    Cover des Buches Pandora9783426282397

    Bewertung zu "Pandora" von Liv Amber

    Pandora
    juergenalbersvor 13 Tagen
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    Cover des Buches A House of Ghosts9781785767111

    Bewertung zu "A House of Ghosts" von W. C. Ryan

    A House of Ghosts
    juergenalbersvor 17 Tagen
    Kurzmeinung: Wunderbarer Genre-Mix aus Spionage- und Geistergeschichte
    Wunderbarer Genre-Mix aus Spionage- und Geistergeschichte

    Vorstellen möchte ich heute ein Buch, das wir aus unserem letzten Irland-Aufenthalt mit gebracht haben: „A House of Ghosts“ ist 2018 im Verlag Zaffre/BonnierBooks   erschienen.

    Viele Arten von Geistern haben sich über Blackwater Abbey versammelt. Das ist der eigentliche Kern des Plots, den der irische Schriftsteller William Ryan für seinen Genremix „A House of Ghosts“ mit geschickter Hand gewoben hat.

    Haben wir damit also einen klassischen Geister- oder sogar Horrorroman? Nein, definitiv nicht. Auch wenn das Setting dazu absolut geeignet wäre: Eine abgelegene Insel, darauf ein altes Herrenhaus, das wiederum auf den Mauern und Gewölben einer noch deutlich älteren Abtei erbaut wurde. Darin eine geplante Séance, eine Geisterbeschwörung. Und - geradezu klassisch - dazu passend, ein gepflegter Sturm, der Gäste und Gastgeber für mehrere Tage und Nächte gefangen hält.

    William Ryan aber lässt die Leser*innen zunächst in einem ganz anderen Ambiente starten. Nachdem sich bereits im Prolog ein geheimnisvoller, aber höchst lebendiger Gast auf die Insel geschlichen hat, werden uns in den ersten drei (angenehm kurzen) Kapiteln die zwei Hauptpersonen des Romans vorgestellt: Ein irisch-britischer Offizier, nennen wir ihn der Einfachheit halber Donovan, und Kate Cartwright, eine Mitarbeiterin des Kriegsministeriums. Diese beiden sollen im Auftrag des britischen Geheimdienstes auf die Insel reisen, denn der Gastgeber der geplanten Séance, Lord Highmount ist einer der wichtigsten Waffenproduzenten des Vereinigten Königreiches. Ohne zu spoilern kann ich nicht näher auf die Art der Bedrohung eingehen, der Cartwright und Donovan zu begegnen haben, aber soviel sei gesagt: die Entwicklung bleibt durchgehend spannend und wartet mit einer ganzen Reihe von Plottwists auf.

    In einzelnen anderen Rezensionen ist zu lesen, man sei enttäuscht und habe mehr „Geisterhaftes“ erwartet. Und es stimmt, zum Teil. Wer kopflose Barone erwartet, die auf schwarzen Skelettpferden durch Blackwater Abbey preschen, der wird enttäuscht werden. Aber das bedeutet nicht, dass die Geister nicht präsent sind. Ihre Anwesenheit ist dezenter, aber an vielen Stellen nicht weniger gruselig. William Ryan hat seine Geisterwesen sehr zurückhaltend skizziert. Sie sind mehr Erinnerung, mehr das Echo, das Menschen in uns oder in Räumen hinterlassen haben. Und obwohl mehrfach erwähnt wird, dass diese Erscheinungen den Menschen kein wirkliches Leid antun können, schaffen sie doch - für Protagonisten und Leser - einen kühlen Schauer, der wie der Seenebel um Blackwater Island immer wieder aufwallt.

    Ich habe die Sprache des Buches ausgesprochen genossen. Eine gerade, klare Sprache, immer wieder garniert mit Sätzen, die mich lächeln ließen.

     “He sounds like a man of opinions.”

    “He is. If you need an opinion, ask Mr Vickers - he’s no shortage of them.”

    Die Charaktere sind lebendig und greifbar. Die/der Leser*in kann sich ein Bild machen, ohne dass zu sehr auf äußerliche Details eingegangen wird. Insgesamt ist es William Ryan wieder einmal gelungen, ein interessantes Szenario mit vielschichtigen Personen zu erschaffen. Fakten und Fiktion werden perfekt miteinander verbunden. Die Spannung hielt sich auf einem wohligen Niveau und ich kann dem Schriftsteller Mick Herron nur zustimmen, wenn er urteilte, ‚A House of Ghosts‘ sei „Perfect fireside reading“.

    Eine Kleinigkeit möchte ich noch erwähnen. Bereits nach der ersten Begegnung zwischen Kate Cartwright und Donovan fragte ich mich, ob wir hier wohl die in so vielen Romanen offenbar unvermeidbare Love-Story miterleben werden. Auch hier kann ich nicht auf die Details eingehen, ohne zu spoilern, aber ich möchte rufen: Chapeau, William Ryan! Genau so ist das eine wunderbare Lösung.

    Zusammenfassend möchte ich für „A House of Ghosts“ eine klare und deutliche Leseempfehlung aussprechen. Der Roman gehört bereits jetzt eindeutig zu meinen Lesehighlights für das Jahr 2020. Um den positiven Gesamteindruck perfekt zu machen, finde ich auch Cover und Rückseite wundervoll gestaltet.

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    Cover des Buches Gregor und die graue Prophezeiung9783841503770

    Bewertung zu "Gregor und die graue Prophezeiung" von Suzanne Collins

    Gregor und die graue Prophezeiung
    juergenalbersvor 25 Tagen
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    Cover des Buches Tagebuch einer Lady auf dem Lande9783442546916

    Bewertung zu "Tagebuch einer Lady auf dem Lande" von E. M. Delafield

    Tagebuch einer Lady auf dem Lande
    juergenalbersvor 25 Tagen
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    Cover des Buches Absturz unter Drachenfeuer9783744831109

    Bewertung zu "Absturz unter Drachenfeuer" von Thorsten Hoß

    Absturz unter Drachenfeuer
    juergenalbersvor einem Monat
    Kurzmeinung: Wirklich erfrischender Genremix.
    Gelungener Genremix, nicht für jeden

    Es war ein bisschen wie bei einer Achterbahnfahrt mit diesem Buch. Es ging spannend los, wobei ich persönlich zunächst mit den Charakteren nicht warm wurde. Aber wie gesagt, es startete spannend. Der Mittelteil war mir etwas zu zäh. Ich hatte das Gefühl, das Viele beschreiben, wenn es um den 2. Teil des 'Herrn der Ringe' geht: Man muss diesen Wanderungsteil einfach durchhalten. Andererseits
    ist dem Autor aber auch zuzugestehen, dass er wirklich eine komplexe Welt darzulegen hatte. Das geht nun mal nicht auf zehn Seiten. Das letzte Drittel habe ich jetzt an zwei Abenden sozusagen in einem Rutsch weggeatmet. Die Charaktere bekommen mehr Schliff und die Handlung deutlich Speed. Kleines Gemecker am Rande: Bei den Schlacht- und Kampfszenen, kurz vor Ende, hätte ich mir ein bisschen mehr eingestreute Details zur Bewaffnung und Kampftechnik gewünscht. Ist aber vielleicht auch nur persönlicher Geschmack. Alles in allem ein sehr empfehlenswertes Buch, das Genregrenzen sprengt und auf das man sich einlassen sollte.

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    Cover des Buches Der Tote im Eisfach9783442480197

    Bewertung zu "Der Tote im Eisfach" von Colin Cotterill

    Der Tote im Eisfach
    juergenalbersvor einem Monat
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