killmonotony

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    Cover des Buches Kepler62 - Buch 1: Die Einladung (ISBN: 9783440166123)

    Bewertung zu "Kepler62 - Buch 1: Die Einladung" von Timo Parvela

    Kepler62 - Buch 1: Die Einladung
    killmonotonyvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Toll illustriert und spannend erzählt – Kepler62 ist der gelungene Auftakt zu einer neuen Kinderbuchreihe!
    Kepler62, Die Einladung

    Kepler62 ist der Auftakt zu einer neuen Kinderbuchreihe von den Autoren Bj∅rn Sortland und Timo Parvela sowie dem Illustrator Pasi Pitkänen. Die Reihe spielt in einer Zukunft, die vielleicht gar nicht so weit weg ist, wie wir denken. Die Brüder Ari und Joni leben alleine mit ihrer Mutter, die aber nie zuhause ist, da sie auf der Suche nach einer Arbeit und nach Lebensmitteln ist. Die Ressourcen der Erde sind mittlerweile knapper denn je und Supermärkte, die Obst verkaufen, sind nur etwas für die ganz Reichen. Eines Tages versucht Ari, das heiß begehrte Videospiel Kepler62 zu stehlen und wird erwischt. Daheim angekommen, seine Laune am Boden, wartet Joni bereits auf ihn – in den Händen eine Flasche Cola, die sich wirklich niemand mehr leisten kann, und das Spiel! Eine fremde Frau hat ihm beides auf der Straße in die Hand gedrückt und ist dann wieder verschwunden. Verwundert und ein wenig überrumpelt starten die beiden Jungs das Spiel und planen schon eine lange Zocksession ein – denn alle Welt spricht über Kepler62 und das Geheimnis, das sich um das, was nach Level 99 kommt, rankt. Ari und Joni spielen und spielen und erreichen tatsächlich das letzte Level – doch werden sie es schaffen, das Rätsel zu lösen?

    »Ach Joni, du bist noch zu klein, um zu wissen, was hier los ist. Aber ich merke es schon länger. Unser Leben ist ein Gefängnis. Nur, dass die Gitterstäbe unsichtbar sind.«

    Bücher mit Geschichten in der Art von Kepler62 gibt es bereits einige, habe ich das Gefühl. Als ich den Klappentext zum ersten Mal las, musste ich direkt an Ready Player One denken. Doch Kepler62 ist anders, denn es geht nicht darum, dass die Menschen in der Zukunft sich mehr und mehr in virtuelle Welten flüchten, sondern die Erde verlassen möchten. Wer sich mit Weltraumforschung beschäftigt, weiß vielleicht, dass 2013 das Sonnensystem um Kepler-62 entdeckt wurde, der ein wenig kleiner ist als unsere Sonne. Und zwei der Planeten, die um Kepler-62 kreisen, nämlich Kepler-62e und Kepler-62f, sind möglicherweise erdähnlich. Ein Grund mehr, die Nase in Kepler62: Die Einladung zu stecken. Denn vielleicht können wir in einem der Folgebände (es wird noch zwei geben, soweit ich weiß) die Reise zum Kepler-Sonnensystem mitverfolgen. Und das dürfte durchaus spannend werden!

    Das erste Buch von Kepler62 konnte mich jedenfalls trotz des kindgerecht sehr schnellen Erzähltempos begeistern, das mich stellenweise richtiggehend überrumpelt hat und ich nochmal zurückblättern musste. Die Illustrationen von Pasi Pitkänen haben toll zu der Geschichte gepasst und das Geschehen schön visualisiert. Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wie es mit Joni und Ari weitergeht und freue mich schon auf Band 2, der schon bald erscheint!

    Fazit: Ein tolles Kinderbuch, das auch für die “Großen” geeignet ist. Schöne Illustrationen lassen uns in die Welt von Ari und Joni eintauchen und die gesamte Geschichte macht super neugierig auf die Folgebände.

    https://kimonobooks.de/buecher/rezension/kepler62-die-einladung/

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    Cover des Buches Das Ting (ISBN: 9783423230063)

    Bewertung zu "Das Ting" von Artur Dziuk

    Das Ting
    killmonotonyvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Eine gelungene Zukunftsvision über unseren Selbstoptimierungswahn und die schöne Welt der Start-ups – beklemmend!
    PERFEKTE ENTSCHEIDUNGEN & GRUSELIGE TECHNIK: DZIUKS »DAS TING«

    Auf dieses Buch freue ich mich schon seit einer ganzen Weile und habe es nun im Rahmen einer Lovelybooks Leserunde gelesen. Das Erste, was ich nach der Lektüre und beim Verfassen dieser Zeilen sagen muss, ist dass der Klappentext vielleicht ein wenig irreführend ist. Es gibt zu keiner Zeit User außer den vier Gründern und die Geschichte erreicht nicht den Punkt der Marktreife, wo das Ting tatsächlich auf die Welt losgelassen wird. Aber Schluss mit der Haarspalterei, denn “Das Ting” von Artur Dziuk hat mich mit seiner Geschichte so begeistert, dass ich es Samstagabend begonnen habe und sonntags erst mit dem Lesen aufhören konnte, als ich den Buchdeckel zugeklappt habe. Aber mal von Anfang an: Linus und Adam arbeiteten bereits im Studium am Ting – einer App, die verschiedenste Nutzerdaten erhebt und verwendet, um Empfehlungen zu geben, wie man sich in einer bestimmten Situation entscheiden oder verhalten soll, also bspw. Obst essen, wenn dem Körper Vitamine fehlen, oder einen wichtigen Termin abzusagen. Adam stiehlt Linus’ Idee für seine eigene Masterarbeit, doch Jahre später raufen die Beiden sich wieder zusammen, um das Ting groß zu machen. Fehlen nur noch Coder und Geldgeber und die Sache dürfte in trockenen Tüchern sein. Doch obwohl sie in Niu und Kasper zwei fähige Mitgründer rekrutieren, gibt es noch einige Hürden zu meistern, bevor das Ting auf den Markt gebracht werden kann. Und um zu gewährleisten, dass das Ting keine gesetzeswidrigen oder anderweitig moralisch verwerflichen Empfehlungen ausspricht, testen die Gründer das Optimierungs-Tool zunächst selbst – und halten in einem Zusatzvertrag fest, dass sie jeder Empfehlung Folge leisten werden, egal wie absurd sie auch sein mag. Adam wird so genötigt, einen “alten Köter” auf der Straße zu küssen, und Linus soll nichts weiter als seine langjährige Beziehung beenden.

    Was zu Beginn recht harmlos oder witzig klingt (zumindest für Adams Teil), wird für Linus schnell zum Alptraum: Soll er seine Beziehung wirklich beenden und dem Ting wie vereinbart sein Leben ausliefern oder bricht er den Zusatzvertrag und verliert seine Unternehmensanteile? Und auch Niu und Kasper haben zu kämpfen, zwar nicht mit dem Ting, aber mit ihren eigenen Problemen: Niu hat “vor dem Ting” nach strikten Tagesabläufen gelebt, jeder Tag sah bei ihr gleich aus und mit Menschen umgehen vermied sie, so weit sie das konnte. Kann das Ting ihr helfen, ein “perfekter Mensch” zu werden, ganz treu dem Motto des Start-ups?


    Mensch sein heißt Entscheidungen treffen. Perfekte Entscheidungen treffen heißt, ein perfekter Mensch zu sein. Das Ting macht dich zum perfekten Menschen.


    Kasper hingegen ist nicht in sich und selbsterlegten Strukturen gefangen, sondern in seiner Familie. Sein Großvater gründete einst Strindholm Consulting, das Unternehmen, bei dem sich Linus zu Beginn des Buches bewirbt und für das auch Adam tätig war. Kasper arbeitete bis zur Gründung des Start-ups als Assistent des Geschäftsführers (sein Vater), mit dem Gedanken daran, bald aufzurücken und selbst das Familienunternehmen zu leiten. Doch sein Vater ist noch nicht darüber hinweg, dass Kasper seine letzte Gründung gegen die Wand gefahren hat – und das setzt Kasper zu. Er ist von Anfang an kritisch gegenüber dem Ting eingestellt und ist auch gegen das Genetik-Update, das später verbaut werden soll, damit die User potenzielle Erbkrankheiten frühzeitig behandeln lassen können. Generell sind einige Aspekte des Tings fragwürdig: Zu Beginn des Buchs erhält der Nutzer noch eine Push-Nachricht auf das Handy, sobald das Ting eine neue Empfehlung bereithält, was natürlich ziemlich unpraktisch ist. Mein erster Gedanke wäre ein Armband mit Sensoren, ähnlich der Fitness-Bänder, die es bereits heute gibt. Doch Artur Dziuk treibt seine Zukunftsvision auf die Spitze, indem das Ting eine Komponente erhält, mit der die User die Empfehlungen direkt in ihren Kopf bekommen – quasi als “Bauchgefühl”, das mit der eigenen Stimme einen Gedanken formuliert. Später gehen die Entwickler noch weiter und rücken das Ting in den Hintergrund, indem es nur noch unterbewusst wahrgenommen wird, man also nicht mehr den eigenen Gedanken von einer Empfehlung unterscheiden kann. Das soll das Ganze intuitiver und natürlicher machen. Bis zu den Push-Nachrichten über Gesundheitsupdates war ich noch voll dabei, aber wirkliche Lebenshilfe – und das direkt in meinen Gedanken? Sehr gruselig!

    Die vollständige Rezension findet ihr auf meinem Blog: https://killmonotony.de/buecher/rezension/perfekte-entscheidungen-gruselige-technik-dziuks-das-ting

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    Cover des Buches Otto (ISBN: 9783462052572)

    Bewertung zu "Otto" von Dana von Suffrin

    Otto
    killmonotonyvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Irgendwie durchwachsen. Da hatte ich mir mehr erhofft.
    "Otto"

              "Otto" von Dana von Suffrin konnte mich mit dem verrückten Cover und der sehr ansprechenden Leseprobe für sich gewinnen. Es geht um Otto, den Familientyrann, der im Krankenhaus liegt, und dessen zwei Töchter, die sich aufopferungsvoll um ihn kümmern, ihr eigenes Privatleben für seine Pflege zurückstecken und für ihn alles stehen und liegen lassen. So weit, so gut. Wir lernen unsere Protagonistin Timne kennen, eine der beiden Töchter, sowie ihr Privatleben - bzw. das, was davon noch übrig ist. Wir lernen ein Stück weit die jüdischen Gepflogenheiten kennen und das ist auch alles interessant. Bis sich Otto dann irgendwann wünscht, dass seine Familiengeschichte niedergeschrieben wird. Von da an verschwindet der eigentliche Roman und es beginnt ein unsortiertes, kurioses Aneinanderreihen von Familiengeschichten und Anekdoten. Ab hier hat mir "Otto" dann auch leider nicht mehr zugesagt. Die Stellen, an denen die Erzählerin wieder ins Jetzt gesprungen ist, haben mir vom zweiten Teil dann noch am besten gefallen; die Art, wie Otto mit seinen Töchtern umspringt, wie er sie mit "schönen Bitten" und lieb gemeinten "Empfehlungen" manipuliert, und die ein oder andere doch ganz amüsante Episode waren kleine Highlights, die das Buch etwas abgerundet haben, aber dennoch einen merkwürdig schalen Nachgeschmack hinterlassen haben. Die Charaktere blieben allesamt ein wenig blass und fad, mit Ausnahme natürlich des Patriarchs dieser verrückten Familie.

    Lieblingszitat: "Das Leben ist so schwer, wenn es aufhört, und so schön, wenn es anfängt."
            

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    Cover des Buches Rainbirds (ISBN: 9783851794236)

    Bewertung zu "Rainbirds" von Clarissa Goenawan

    Rainbirds
    killmonotonyvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein poetischer Roman über die Suche nach Wahrheit – wunderschön erzählt und ein absolutes Highlight!
    RAINBIRDS

    Zugegeben, als ich den Klappentext von Clarissa Goenawans “Rainbirds”, das als Liebesgeschichte promoted wird, das erste Mal gelesen habe, dachte ich mir “Klingt ja ganz nett”. Ich bin kein Fan von Liebesgeschichten und dementsprechend groß war die Angst vor einer Enttäuschung, doch als ich neulich dann endlich zu diesem Buch gegriffen habe, konnte ich es kaum aus der Hand legen, so hat es mich berührt und begeistert! Da muss ich doch ein kleines Grüßchen an die liebe Katharina senden, die mir dieses Buch bereits auf der letzjährigen Buchmesse vorgestellt hat. ♥ Was für ein Volltreffer! Doch nun ein paar Worte zum Inhalt: Es geht um den jungen Ren, der nach Akakawa reist – die Stadt, in der seine Schwester Keiko bis zuletzt gelebt hat. Bis sie ermordet wurde. Für ihn bricht eine Welt zusammen, denn seine gutmütige Schwester könnte sich doch niemandem zum Feind machen. Also bemüht er sich, herauszufinden, was genau passiert ist, und lernt dabei Seiten von Keiko kennen, die er so nicht erwartet hätte und die nicht ins Bild von der ehrgeizigen, introvertierten und fürsorglichen Schwester passen…

    Zuerst war noch alles wie gewohnt. Ich telefonierte mit meiner Schwester. […] Sie stellte Frage um Frage, doch in meiner Ungeduld, das Gespräch hinter mich zu bringen, gab ich nur einsilbige Antworten. Aber dann zerfiel sie vor meinen Augen und wurde zu Asche.

    Clarissa Goenawans “Rainbirds” konnte mich direkt mit den ersten Zeilen abholen, sodass ich bis zur letzten Seite an ihren Lippen (bzw. Buchstaben) hing. Ren, der eigentlich nur Keikos Angelegenheiten regeln wollte, verirrt sich immer tiefer in einem Wald aus Geschichten über seine Schwester, die er anscheinend nie wirklich gekannt hat – zumindest nicht mehr, seit sie überstürzt aus dem Elternhaus ausgezogen ist. Während Rens Mutter dies mit einem kalten “Du bist mein einziges Kind” abtut, hält er selbst einen zumindest mehr oder weniger regelmäßigen Telefonkontakt mit Keiko aufrecht. Dass sie nun so plötzlich aus seinem Leben verschwand, kann er nicht verkraften. Angekommen in Akakawa scheinen sich die Zufälle um Ren auch zu häufen und bringen ihn mit einigen Personen zusammen, die seine Schwester kannten. Die Autorin spinnt durch die knapp 370 Seiten einen Faden, der sich immer weiter zuzieht, bis wir uns ein Bild von den tatsächlichen Ereignissen machen können. Der Weg dahin ist glücklicherweise kein klassisches Whodunit (wir befinden uns ja immer noch in einem Roman), aber einige Krimi-Elemente blitzen hier und dort hervor, was “Rainbirds” zu einer kuriosen Genre-Mischung macht. Teils Liebesgeschichte, teils Krimi und teils Thriller, treiben wir als Leser durch den Roman und staunen beim Anblick dieser poetischen Sprache und der kulturellen Elemente, die uns Japan näher bringen, und Grübeln über diese ausgearbeiteten, sehr realistischen Charaktere – wer hätte Keiko Schlechtes wünschen können, wer vermag es, einer so jungen Frau gewaltsam das Leben zu nehmen? Es bleibt bis zum Ende spannend – nicht im konventionellen Sinn, denn Clarissa Goenawan zeichnet eine sehr ruhige, leise Erzählsprache aus, die einen verzaubert und die Seiten sich wie von selbst umblättern.

    Fazit: Wie ihr vielleicht herauslesen konntet, bin ich schwer angetan von diesem Buch und hoffe darauf, sehr bald wieder etwas von ihr lesen zu dürfen. Den Thiele Verlag kannte ich bis zu diesem Roman tatsächlich noch nicht, werde aber nun mit Argusaugen das Herbstprogramm anschauen und bin gespannt, ob ich noch so eine Perle von Literatur entdecken kann. Für jeden, der asiatische Literatur an sich mag, ist “Rainbirds” von Clarissa Goenawan auf jeden Fall zu empfehlen, aber auch Bücherwürmern, die noch keine größeren Berührungspunkte mit Literatur aus Fernost haben, kann ich diesen Roman ans Herz legen.

    Mehr unter: https://killmonotony.de/buecher/rezension/eine-perle-rainbirds-von-clarissa-goenawan

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    Cover des Buches Die Magischen Sechs - Mr Vernons Zauberladen (ISBN: 9783505141881)

    Bewertung zu "Die Magischen Sechs - Mr Vernons Zauberladen" von Neil Patrick Harris

    Die Magischen Sechs - Mr Vernons Zauberladen
    killmonotonyvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein bezauberndes Kinderbuchdebüt aus der Feder vom wohl vielseitigsten Mann Hollywoods – toll erzählt und klasse aufgemacht!
    Die Magischen 6

    Bereits im Februar bei der Pressemesse in Frankfurt ist mir dieses hübsch gestaltete Buch von Neil Patrick Harris aufgefallen und konnte mich mit einem sehr sympathischen Klappentext und der Aussicht auf echte Zaubertricks überzeugen, sodass es kurze Zeit später bei mir einziehen durfte. Direkt nach seiner Ankunft habe ich es in einem Rutsch verschlungen, sodass es mir schon ein wenig peinlich ist, dass ich erst jetzt dazu komme, es zu besprechen. Aber wie sagt man so schön? Gut Ding will Weile haben!  Im ersten Band der neuen Kinderbuchreihe “Die Magischen 6” geht es geht also um den jungen Carter, der Reißaus nimmt von seinem betrügerischen Onkel und in die nächstgelegene Stadt, Mineral Wells, flüchtet. Dort trifft er auf einem Jahrmarkt auf sehr dubiose Gestalten, aber auch auf Mr. Vernon – der ein noch größerer Zauberer zu sein scheint als er selbst. Und so lernt er dessen Tochter, Leila, und ihre Freunde kennen. Misstrauisch, wie Carter nun mal leider ist – das Leben bei seinem Onkel hat ihm nicht gut getan – tut er sich zunächst schwer, Vertrauen zu seinen neuen Freunden zu fassen. Doch als er von dem fiesesten Coup der Jahrmarkt-Betrüger erfährt, schmieden er, Leila, Theo, Ridley, Olly und Izzy einen Plan, um den Bösewichten das Handwerk zu legen und ihre gemeinen Machenschaften ans Tageslicht zu bringen.

    Glaubst du an Magie? Hallo, du da! Ja, ich rede mit dir. Und? Glaubst du an Magie? Wenn du dem Jungen aus diesem Buch auch nur ein kleines bisschen ähnelst, ist die Antwort wahrscheinlich Nein. Aber ich versichere dir, es gibt sie. Wirklich. Sie ist überall um uns herum.

    Klingt gut? Liest sich auch gut! Ich bin ja ein riesiger Fan der Bücher von Pseudonymous Bosch (“Der Name dieses Buches ist ein Geheimnis” usw.) und liebe es, wenn Erzähler in Büchern die vierte Wand brechen und sich direkt an den Leser wenden. Gleiches macht auch Neil Patrick Harris. Den Erzähler seiner Geschichte mit seiner besonderen Art zu erzählen und der großen Prise Humor hatte ich die ganze Zeit über als Count Olaf von Lemony Snicket im Kopf.  Harris schafft es nicht nur, auf eine wahnsinnig kurzweilige Art und Weise zu erzählen (was kann dieser Mann eigentlich nicht?), sondern schafft es auch, die ohnehin schon wunderbare Geschichte durch einige Einschübe aufzupeppen, in denen der Leser Zaubertricks lernen kann! Zu allem Überfluss lernen wir auch nicht nur etwas über Zauberei und Illusionen, sondern auch über Chiffren und Codes. Und ja, der Autor bricht mit seinem Erzähler nicht nur die vierte Wand – er packt auch einige Rätsel in sein Buch. So war ich nach der Lektüre noch einige Zeit später noch mit dem Knobeln beschäftigt und “Mr. Vernons Zauberladen” hat mich nicht nur emotional mitgerissen, sondern auch noch meine grauen Zellen in Anspruch genommen.

    Weiterlesen: https://killmonotony.de/buecher/rezension/neil-patrick-harris-die-magischen-6-mr-vernons-zauberladen

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    Cover des Buches Lanny (ISBN: 9783036957937)

    Bewertung zu "Lanny" von Max Porter

    Lanny
    killmonotonyvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Genial, sprachgewaltig und ein echtes Must-Read – der zweite Streich des Wortmagiers ist da!
    LANNY

    2018 machte Max Porter mit seinem Debütroman “Trauer ist das Ding mit Federn” ganz schön Furore in meiner Bubble – einigen war der Stil jedoch zu derb, zu zerhackstückelt, für wieder andere (mich eingeschlossen) war Porters dünner Roman ein Feuerwerk, ein frischer Wind in der festgefahrenen Belletristik, die ich um diese Zeit herum gelesen habe. Porters Debüt handelte von den ältesten Themen der Zeit: Liebe und Tod. Nun ist letzten Monat Max Porters neuer Roman “Lanny” erschienen, der erneut ein fulminantes Erzähltempo vorlegt und als wahres Fest zwischen den ganzen Neuerscheinungen heraussticht. Und ebenso wie sein Vorgänger die grundlegenden Themen der Menschheit anspricht. Doch von vorne: Es geht um den titelgebenden Lanny, ein schrulliger, sprachbegabter Junge, der sich ständig im Singsang mit sich selbst und der Natur befindet und furchtlos die höchsten Bäume erklimmt. Lannys Mum, die Krimiautorin ist, kommt die wunderbare Idee, dass Lanny doch bei dem 80-jährigen Pete, dem eigenbrötlerischen Künstler des Dorfs, doch ein paar Stunden Kunstunterricht nehmen könnte. Aus dieser zunächst merkwürdig anmutenden Idee – kam Pete doch in das Dorf, um sich zurückzuziehen – entsteht eine unerwartete Freundschaft zwischen ihm und Lanny. Die beiden sind gut füreinander und Lanny lernt nicht nur das grundlegende Kunsthandwerk, sondern auch einiges über das Leben – Pete hat schließlich bereits einige Jährchen hinter sich. Doch spätestens, als Lanny plötzlich verschwindet, wird gemunkelt, diese Freundschaft wäre unnatürlich; ein vermeintlich Schuldiger ist schnell gefunden.

    Ich denke an mein schlafendes Baby nebenan. Oder vielleicht schläft Lanny gar nicht. Vielleicht tanzt er im Garten mit Elben oder Kobolden. Wir nehmen an, dass er wie jedes normale Kind schläft, aber er ist kein normales Kind, er ist Lanny Greentree, unser kleines Enigma.

    Obwohl “Lanny” sich von Max Porters erstem Roman von der Geschichte her unterscheidet, greift der Autor hier wieder zu bereits bekannten Themen und setzt sie mit seiner bewährten, wunderbaren Schreibtechnik um. Leser werden sich an die Trennung der verschiedenen Perspektiven bzw. Bewusstseinsströme von “Trauer ist das Ding mit Federn” erinnern, an die Erzählstimme eines Kindes und die oftmals explizite Sprache, die abstoßende Dinge beschreibt (»[…] dann schrumpft er, schlitzt sich mit einer rostigen Dosenlasche einen Mund, saugt eine nasse Haut aus saurem Mulch und saftigen Würmern an«). Die elterliche Liebe, der Wunsch, zu beschützen, all das findet sich in “Lanny” wieder. Sogar die Rolle der Krähe, die in Porters Debüt über die Familie wacht, bekommt ihren Auftritt in “Lanny”: als Altvater Schuppenwurz, dem nicht so freundlichen Wald- und Dorfgeist, der unter/über/in “seinem” Dorf alles hört, sieht und schmeckt, was sich dort so abspielt. Altvater Schuppenwurz lässt den Leser all die Gesprächsfetzen des Dorfes hören, das nach außen ganz friedlich wirkt, im Inneren jedoch den üblichen Tratsch und die Hetzereien liefert. Der Bewusstseinsstrom von Schuppenwurz wird im Buch auf eine besondere Art und Weise dargestellt, die beim Durchblättern sofort ins Auge fällt: Die Gedanken- und Sprachfetzen ordnen sich keinem geradlinigen Satz- und Layoutzwang unter, sondern wabern durch den Raum. Im weiteren Verlauf der Geschichte erfahren wir außerdem, dass Altvater Schuppenwurz, der auch als Totpapa Schuppenwurz bezeichnet wird, überall ist und dass es grausige Geschichten gibt von Leuten, die ihn gesehen haben wollen.

    Folge nur brav und bete recht fromm, dass dich Totpapa Schuppenwurz nicht holen kommt.

    Weiterlesen: https://killmonotony.de/buecher/rezension/max-porter-lanny

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    Cover des Buches Die Menschenfabrik (ISBN: 9783455005813)

    Bewertung zu "Die Menschenfabrik" von Oskar Panizza

    Die Menschenfabrik
    killmonotonyvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein absoluter Klassiker, der aktueller ist denn je, im neuen Gewand.
    Die Menschenfabrik

    Bereits 2016 erschien bei Hoffmann & Campe eine äußerst schicke Neuauflage eines echten dystopischen Klassikers: “Die Maschine steht still” von E. M. Forster. Jetzt ist eine weitere Noelle in dieser schicken Aufmachung erschienen und da wurde ich doch direkt neugierig: Oskar Panizzas “Die Menschenfabrik” ist bereits vor knapp 130 Jahren erschienen und widmet sich Künstlicher Intelligenz, der (titelgebenden) Herstellung und Zucht von Menschen und den Schrecken der Technisierung, eingebettet in eine leicht gruselige Geschichte: Unser namenloser Protagonist verläuft sich bei einer Wanderung und sucht Unterschlupf für die Nacht, da es unmerklich doch ein wenig spät geworden ist. Glücklicherweise ist da ein großes Fabrikgebäude, er klingelt und wird prompt von einem “kleinen schwarzen Männchen” in Empfang genommen, das ihm nicht nur Unterschlupf gewährt, sondern ihn auch willig durch die Fabrik führt – bei der es sich seiner Aussage zufolge um eine Menschenfabrik handelt. Unser Protagonist glaubt, er habe sich verhört und überlegt im Geiste, wie das Gesagte verstanden werden könnte. Doch ehe er zu einem Schluss kommt, beginnt die Führung und er kommt aus dem Staunen und Erschrecken gar nicht mehr heraus.

    Da ich nun keinen Grund hatte, anzunehmen, daß in diesem merkwürdigen Haus andere grammatikalische Regeln herrschen als in den übrigen deutschen Landen, so verstand ich unter »Menschenfabrik« eine Fabrik, in der Menschen fabriziert werden.

    Der namenlose Protagonist versteht nicht, wozu in dieser Fabrik Menschen hergestellt werden sollen, werden diese doch täglich “zu Hunderten” kostenlos geboren. Dass es dabei tatsächlich einen logischen, wirtschaftlichen Hintergrund geben könnte, widerstrebt ihm sehr. Und dass gar Menschen verschiedener Hautfarben in der Fabrik hergestellt werden, da diese “jetzt sehr beliebt” sind, empört ihn noch mehr. Unser Protagonist wendet sich in seiner Wut und seinem Zorn dabei oft an den Leser selbst, was ich stilistisch sehr gelungen finde. Auch lässt er sich bei der Führung nicht nur berieseln in Gedanken an einen warmen Platz zum Schlafen, sondern empört sich lautstark über die “Machenschaften”, die in der Fabrik ihren Lauf nehmen.

    Panizzas “Menschenfabrik” wirft dabei verschiedenste Thematiken auf, von Religion über Kapitalismus bis hin zu Kritik am Zeitgeschehen. Besonders die Religion spielt in der Novelle eine wichtige Rolle, denn das “kleine schwarze Männchen”, das zugleich der Direktor der Fabrik ist, backt die Menschen aus Lehm – da ist der Vergleich zur Bibel nicht weit hergeholt. Den so entstandenen Lehmgolems fehlt es an Intelligenz und ihre Daseinsberechtigung liegt nur in der Bespaßung der Menschen, die sie kaufen.

    »Tun Ihre Menschen denken?« — »Nein!«

    Fazit: Diese Novelle ist aktueller denn je, denn Begriffe wie Gewinnmaximierung sind uns natürlich nicht fremd. Auch künstlich erschaffene Lebewesen, wenn auch nicht unbedingt Menschen, sind heutzutage längst möglich – zumindest in der Theorie! Oskar Panizza hat also bereits 1890 ersonnen, wie es einmal sein könnte, in dieser dunklen Zukunft, und dabei unerwartet ins Ziel getroffen. Ein wunderbar zu lesender Klassiker, der toll gealtert ist und in seiner neuen Aufmachung mächtig was hermacht im Regal.

    Mehr unter: https://killmonotony.de/buecher/rezension/oskar-panizza-die-menschenfabrik

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    Cover des Buches Die Aussprache (ISBN: 9783455005097)

    Bewertung zu "Die Aussprache" von Miriam Toews

    Die Aussprache
    killmonotonyvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Markerschütterndes Thema, das leider unzufriedenstellend in Romanform gegossen wurde.
    Die Aussprache

    Nichtstun, bleiben und kämpfen oder gehen – das sind die Optionen, die die acht Frauen in Miriam Toews’ Roman “Die Aussprache” für sich und all die anderen Frauen in ihrer Gemeinschaft sehen. Denn in ihrer Mennonitenkolonie in Bolivien gab es in jüngster Zeit immer wieder Vorfälle, die die Frauen und ihre Kinder nicht auf sich beruhen lassen wollen und dürfen: Blutverschmiert und schmerzerfüllt wachten die weiblichen Mitglieder der Gemeinde auf, selbst die kleinsten Mädchen. Der Grund dafür blieb zunächst im Verborgenen, denn die Frauen konnten sich an nichts erinnern. Bis sich eines Tages herausstellt, dass einige Männer der Kolonie die Frauen nachts mit Betäubungsmittel außer Gefecht setzten und sie immer und immer wieder, über mehrere Jahre hinweg aufs Schlimmste missbrauchten. Zwischen 2005 und 2009 gab es über dreihundert Opfer innerhalb der Kolonie, das jüngste war drei Jahre alt. Die Männer der Gemeinschaft wollten die Opfer allerdings glauben machen, dass Dämonen die Frauen für ihre Sünden heimsuchten oder gar ihre Fantasie mit ihnen durchginge. Schon während ich diese Zeilen schreibe, überzieht mich eine Gänsehaut, denn – man mag es sich überhaupt nicht vorstellen – diese Ereignisse fanden tatsächlich statt. Miriam Toews gibt diesen unfassbaren Vorfällen nun einen literarischen Rahmen und setzt die Frauen der Kolonie in ihrem Roman in eine Scheune, wo sie nach der fürchterlichen Offenbarung beraten, was sie nun tun sollen. Die Männer der Kolonie sind in der Stadt und stehen unter polizeilicher Verwahrung, sollen aber von einigen übrig gebliebenen Mitgliedern der Gemeinschaft gerade “freigekauft” werden – zumindest für die Dauer bis zur Anklage. Den Frauen bleiben also nur zwei Tage, bis ihre Peiniger wieder zurück im Dorf sind, um sich zu entscheiden, wie sie handeln sollen.

    Miep selbst versteht nicht, warum sie an bestimmten Stellen ihres kleinen Körpers Schmerzen hat oder dass sie eine Geschlechtskrankheit hat.

    Bleiben, kämpfen oder gehen – die Optionen der Frauen der Mennonitenkolonie sind wahrhaftig nicht zahlreich. Die Männer lassen ihnen sogar nur eine Wahl aus zwei Möglichkeiten: den Männern verzeihen und bleiben oder den Männern nicht verzeihen und die Kolonie verlassen, wobei den Männern und wohlgemerkt auch ihnen das Leben nach dem Tod im Himmel versagt wird. Diese Option wird von einigen Frauen deshalb nicht akzeptiert, auch die Männer wünschen sich natürlich trotz ihrer Taten ihren Platz im Himmel. Wie absurd das ist, diskutieren die Frauen in der Scheune aufs Genaueste. Die lebhafte Diskussion der acht Frauen und die Entscheidungsfindung zieht sich durch das ganze Buch, wird an vielen Stellen allerdings durch Anekdoten sowie biblische Gleichnisse und Geschichten aufgebrochen. Dass die Frauen eigentlich keine Rechte innerhalb der Kolonie haben und lediglich “Gebärmaschinen” und Arbeitskräfte sind, wird schnell klar; viele der Frauen haben mehr als zehn Kinder. Keine der Frauen kann lesen und schreiben und auch Schulbildung wird ihnen untersagt. Einem Außenstehenden mag die Entscheidung möglicherweise leicht fallen, denn um nichts in der Welt würde man doch freiwillig an einem solchen Ort bleiben – doch die Frauen kennen nichts anderes und haben Angst, außerhalb der Gemeinde nicht zurechtzukommen mit der Welt, dem Fortschritt und der Gesellschaft. Und das macht den Grundgedanken von “Die Aussprache” so interessant: Tiefgläubige Frauen, die in einer mennonitischen Gemeinde aufgewachsen sind und ihr Leben lang nichts anderes gesehen haben als vielleicht das angrenzende Mennoniten-Dorf, müssen sich entscheiden zwischen den andauernden Gewalttaten an ihnen und ihren Kindern und der Ungewissheit, ob sie “draußen” in der Welt überhaupt einen Weg zum Überleben finden würden oder mit ihrem Nachwuchs Hunger leiden müssten.

    Weiterlesen unter: https://killmonotony.de/buecher/rezension/miriam-toews-die-aussprache

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    Cover des Buches Mr Griswolds Bücherjagd - Die Gefängnisinsel (ISBN: 9783958541313)

    Bewertung zu "Mr Griswolds Bücherjagd - Die Gefängnisinsel" von Jennifer Chambliss Bertman

    Mr Griswolds Bücherjagd - Die Gefängnisinsel
    killmonotonyvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Spannender Abschluss der Reihe um Bücherjagden, Codes und Chiffren!
    Mr Griswolds Bücherjagd: Das Finale

    “Mr Griswold Bücherjagd. Die Gefängnisinsel” ist der dritte und vielleicht auch letzte Band der wahnsinnig spaßigen Reihe um Emily und James, den Code- und Chiffrenfans in San Fransisco. Während es bei den ersten beiden Büchern der Reihe um reine Wörterpuzzle ging, findet die Handlung hier in einem Escape Room der Extraklasse statt, nämlich direkt auf der Gefängnisinsel Alcatraz! Mr Griswold hat wahrlich das spannendste Setting für sein letztes großes Rätsel-Abenteuer ausgewählt.  Bevor unsere Rätselfreunde Emily und James jedoch an “Unlock the Rock” teilnehmen dürfen, müssen sie trotz ihrer Bekanntheit bei der Bücherjagd wie jeder andere Puzzlefreund auch ein personalisiertes Rätsel lösen. Während James dies ohne Probleme gelingt, hat Emily so ihre Schwierigkeiten mit ihrem Rätsel. Sie macht sich einen ungeheuren Druck und die plötzlich bei beiden eintrudelnden Drohbriefe machen es nicht gerade leichter…

    »Keine Sorge. Andere Mütter haben auch schöne Bücher.«

    Endlich ein neuer Griswold! – Das war so ungefähr meine Reaktion bei Erscheinen dieses Buches. Band 1 und 2 habe ich als alter Puzzle- und Code-Fan regelrecht verschlungen und es war klar wie Kloßbrühe, dass ich auch den dritten (und wohl auch abschließenden) Band der spannenden Reihe lesen werde. Die Protagonisten Emily und James sind uns nun also gut bekannt und wir konnten uns bereits umfangreich mit der Welt der Beiden auseinandersetzen. Doch diesmal nimmt die Autorin uns zwar wieder mit nach San Fransisco, allerdings auf die berühmte Gefängnisinsel Alcatraz. Ein neues Gebiet! Und auch hier gibt es zahlreiche Rätsel zu lösen. Bei den Vorgängern konnte man immer sehr gut miträtseln und selbst versuchen, die Codes zu knacken; das ist in “Die Gefängnisinsel” leider etwas schwieriger, da es sich hier um einen Escape Room handelt und der Leser sehr auf die Beschreibungen des Umfelds angewiesen ist. Klar passen Codes und Escape Rooms sehr gut zusammen, allerdings finde ich einen Escape Room in einem Roman etwas schwierig, da man als Leser ja nicht entscheiden kann, sich den Raum etwas genauer anzuschauen, um eventuelle Rätsel zu entdecken. Dahingehend finde ich die Umsetzung bei den expliziten Escape Room Büchern etwas gelungener. Die Rätsel, die man als Leser aber mitlösen darf und kann, sind gewohnt knackig, und bei einigen musste ich direkt weiterlesen, weil ich einfach nicht den zündenden Gedankensprung hatte, der mir die Lösung beschert hätte.

    Weiterlesen auf: https://killmonotony.de/buecher/rezension/mr-griswolds-buecherjagd-das-grosse-finale-auf-der-gefaengnisinsel

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    Cover des Buches Einfach Mensch sein (ISBN: 9783257070644)

    Bewertung zu "Einfach Mensch sein" von Sy Montgomery

    Einfach Mensch sein
    killmonotonyvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Emotionale Anekdoten für Tierliebhaber – oder die, die es noch werden wollen.
    Einfach Mensch sein

    Bereits vor einiger Zeit sorgte Sy Montgomery mit ihrem Buch “Rendezvous mit einem Oktopus” für Aufsehen. Nun erschien ihr nächstes Werk, ein Memoir, im Diogenes Verlag. In “Einfach Mensch sein” blickt Sy Montgomery auf ihr Leben zurück, das bunter nicht hätte sein können: Als Tierforscherin ist sie ständig auf Expeditionen unterwegs und hat so das Privileg, viele verschiedene Tierarten ganz genau und aus nächster Nähe kennenzulernen. Ihre Faszination zu unseren tierischen Zeitgenossen hat sie dabei bereits in ihrer Kindheit entdeckt, als der Hund ihrer Familie, Molly, ihr Vorbild ist und sie sich so sehr wünscht, wie sie zu sein. Der Wunsch, Eins mit den Tieren (unabhängig der Spezies) zu sein, treibt Sy Montgomery ihr Leben lang vorwärts und bringt sie dorthin, wo sie jetzt ist. In “Einfach Mensch sein” erzählt sie, welche Tiere sie in ihrem Leben am meisten berührt haben, mit welchen sie eine große Freundschaft verbunden hat und was wir als Menschen von der Tierwelt lernen können. Die Autorin hat dabei keine Angst oder Vorurteile gegenüber den verschiedenen Spezies (Stichwort: Spinnen), sondern begegnet ihnen immer auf Augenhöhe.

    “Einfach Mensch sein” ist in 13, von wunderschönen Illustrationen begleiteten Kapiteln aufgeteilt, die jeweils eine schöne Anekdote zu dem jeweiligen Tier enthalten. Sy Montgomery geht dabei chronologisch vor und beginnt bei der oben bereits erwähnten Terrierhündin Molly, die ihr Ein und Alles ist. Die Autorin verbindet stets ein ganz besonderes Band mit den vorgestellten Tieren, das nicht nur als Bewunderung, sondern auf gegenseitiger Freundschaft zu beruhen scheint. Sie spricht beispielsweise davon, wie ihre verstorbene Collie-Hündin Tess ihr im Traum erscheint und sie so zu ihrer “Nachfolgerin” führt – sie hat einfach eine innige Beziehung zu “ihren” tierischen Freunden.

    Und dann passierte etwas Magisches. Während ich sie so auf der Hand hielt, spürte ich eine Verbindung zu dieser Kreatur. Plötzlich war es nicht mehr eine wirklich große Spinne, sondern ein kleines Tier. […] Mich durchflutete eine Woge der Zärtlichkeit, während ich zusah, wie sie sachte, langsam und bedächtig über meine Haut wanderte.

    Es gibt in diesen 13 Kapiteln einige, bei denen ich aus dem Staunen nicht herauskam, aber auch andere, bei denen ich vor Sy Montgomery meinen Hut ziehe. Zum Beispiel die Goliath-Vogelspinne Clarabelle. Während viele Menschen sich sicherlich vor lauter Angst und Ekel vor diesen Geschöpfen verschließen (ich bin da keine Ausnahme), fühlt sich Sy Montgomery auch mit diesem Tier sofort innig verbunden und hat Angst, dass Clarabelle sich verletzen oder zu Sturz kommen könnte, solange sie auf ihr herumkrabbelt. Diese tiefe Zärtlichkeit befällt die Autorin bei jedem Tier und das war als Leser wirklich wunderschön zu beobachten.

    Mehr lesen: https://killmonotony.de/buecher/rezension/sy-montgomery-einfach-mensch-sein

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