kleinfriedelchen

  • Mitglied seit 03.11.2009
  • 55 Freunde
  • 1.152 Bücher
  • 409 Rezensionen
  • 568 Bewertungen (Ø 4.2)

Rezensionen und Bewertungen

Filtern:
  • 5 Sterne203
  • 4 Sterne290
  • 3 Sterne64
  • 2 Sterne10
  • 1 Stern1
  • Sortieren:
    Cover des Buches I love you heißt noch lange nicht Ich liebe dich (ISBN: 9783789108525)

    Bewertung zu "I love you heißt noch lange nicht Ich liebe dich" von Cleo Leuchtenberg

    I love you heißt noch lange nicht Ich liebe dich
    kleinfriedelchenvor 2 Jahren
    Erfrischend ehrliche Liebesgeschichte jenseits der Klischees

    "Zuerst sah ich gar nichts, nur Staub, der im Licht tanzt. So ein Streifenstrahl. Sonne. Wie ein Scheinwerfer. Und mittendrin das Mädchen auf dem Sofa. Konnte mich nicht wehren, das Bild brannte sich direkt in mein Hirn: Das Mädchen, vornübergebeugt, umarmt sich selbst, den Kopf gesenkt, das Gesicht hinter den Haaren versteckt. Im Licht schweben Staubkörnchen, es sieht aus, als wären sie durch unsichtbare Fäden miteinander verbunden. Als wäre alles in der Welt miteinander verbunden, so kommt es mir in diesem Moment vor, alles passt, nur die Schuhe des Mädchens passen nicht, die lächerlichsten Schuhe der Welt. Und genau das passt auch wieder, auf eine Art, dass mir schwindlig wird." (S. 67) 

    Als die junge Schauspielerin Lilly die Chance erhält, die Synchronstimme der weiblichen Hauptdarstellerin in einem Hollywood-Blockbuster zu sprechen, kann sie ihr Glück kaum fassen. Nicht nur die neue Erfahrung, sondern auch der Film, in dem es um eine abenteuerliche, romantische Liebesgeschichte geht, begeistern Lilly. Weniger begeistert ist sie jedoch von ihrem Synchronpartner Ben. Zynisch und chronisch unzuverlässig, hält er sowohl von dem Film als auch von Neuling Lilly so gar nichts. Dabei entwickelt sich zwischen ihnen doch selbst eine absolut hollywoodreife Geschichte...

    Manchmal geht man mit bestimmten Erwartungen an ein Buch heran, und wenn diese nicht erfüllt werden, ist man enttäuscht. Manchmal jedoch bekommt man etwas anderes als man erwartet hat und ist davon positiv überrascht. So ging es mir bei diesem Buch. Erfrischend ehrlich und mit zwei sympathischen Erzählstimmen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, hat sich mir hier eine Liebesgeschichte geboten, die mit den üblichen Klischees bricht.

    Zuerst lernen wir Lilly kennen. Als Tochter eines Konsuls führt die junge Schauspielschülerin ein gutbetuchtes Globetrotter-Leben, was ihr jedoch kaum egaler sein könnte. Immerhin musste sie gerade erst erfahren, dass ihr Ex sich verlobt hat, in den sie immer noch verliebt ist. Ablenkung bringt da die neue Herausforderung als Synchronsprecherin für das jüngste Hollywood-Starlet. Leider brilliert Lilly da nicht ganz so sehr wie sonst auf der Bühne, was ihr Synchronpartner Ben sie auch immer wieder spüren lässt. Ben hält so gar nichts von der süßen, aber naiven Anfängerin, die sich vom Chauffeur zum Studio bringen lässt, während er vor lauter Geldproblemen jeden Tag zur Arbeit laufen und sich vor seinem Vermieter verstecken muss. Und doch kommen sie sich langsam in der Dunkelheit der Synchronkammer immer näher...

    Ich mochte beide Charaktere wirklich sehr, denn sie lassen sich nicht in eine bestimmte Schublade stecken, sondern beweisen Vielschichtigkeit. Lilly zeigt schnell, dass hinter ihr weit mehr steckt als ein reiches Töchterlein, dem alles zufliegt. Durch die ständigen Umzüge aufgrund des Jobs ihres Vaters, aber auch aufgrund ihres Schauspieltalents, hat Lilly keine wirklichen Freunde oder engen Beziehungen, und diese Einsamkeit merkt man ihr auch von Anfang an an. Ben ist ebenso einsam, seit er seine Familie hinter sich gelassen hat. Ben hat schon einige Enttäuschungen in seinem Leben erlebt und sich eine zynische Abwehrhaltung zugelegt, um nichts an sich ranzulassen. Ihn hätte ich zwar gern zwischendurch mal ordentlich geschüttelt und ihm die Meinung gegeigt, wenn er wieder einmal in den Abwehrmodus schaltet und Lilly und seine Umwelt vor den Kopf stößt. Aber so ganz unverständlich war sein Verhalten auch nicht.

    Ich fand es schön zu sehen, wie Ben langsam seine Vorurteile und Lilly ihren Liebeskummer überwindet und die beiden zueinanderfinden. Das geschieht bedächtig und nicht Knall auf Fall, weshalb es sich sehr realistisch gelesen hat. Was mir aber ebenso gefallen hat, war, dass das Buch weitaus ernster und weniger vorhersehbar war, als man es vom Klappentext her vermuten mochte. Ich hatte mit einer sommerlich romantischen Komödie gerechnet und bekam doch viel mehr. Geldsorgen, Vernachlässigung, Vorurteile, Liebeskummer, das Gefühl, ganz allein zu sein  - all das wird in diesem Jugendbuch glaubhaft thematisiert.

    Hinter Cleo Leuchtenberger stecken gleich zwei Autorinnen, von denen eine Drehbuchautorin ist, was dafür gesorgt hat, dass wir neben einer romantischen und realistischen Jugendgeschichte auch Einblick in die verborgenen Abläufe einer Filmproduktion erhalten und erleben, wie die Synchronisation eines Films abläuft. Das fand ich wirklich spannend und dass wir ganz nebenbei noch eine zweite Geschichte zu lesen bekommen, nämlich in der Form der Handlung des Hollywood-Films, fand ich auch cool :-) 

    Mein Fazit: Diese Geschichte hat mir weit mehr als erwartet geboten und konnte mich mit ihrer Mischung aus Gefühlen und Realismus überzeugen. Ernster als ich angenommen hatte, ist dieses Jugendbuch doch gleichzeitig auch was für's Herz und bietet romantische Herzschmerz-Lesestunden. Liebe Cleo Leuchtenberg, beim nächsten Buch bin ich definitiv wieder mit dabei! :-) 

    Kommentieren0
    2
    Teilen
    Cover des Buches Ich komme mit (ISBN: 9783336547975)

    Bewertung zu "Ich komme mit" von Angelika Waldis

    Ich komme mit
    kleinfriedelchenvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Eine wundervolle Geschichte über die Schönheit und Tragik des Lebens!
    Wundervolle Geschichte über die Schönheit und Tragik des Lebens

    "Frau Gress vom Nachbarhaus sagt "Ich kann nicht klagen", wenn man sie fragt, wie's geht. Vita sagt das nie. Wenn sie klagen könnte, würde sie. Aber erstens hat sie das Klagen nie gelernt, und zweitens wüsste sie nicht, worüber sie klagen sollte. Mir geht es gut, sagt sie. Gut heißt, es geht mir so, wie es einem in meinem Alter und in meiner Situation zu gehen hat. Vieles ist schlecht, aber das ist normal, und normal ist gut." (S. 29)

    Lazy ist gerade einmal 21 Jahre alt, als sein Leben durch die Diagnose Leukämie völlig aus den Fugen gehoben wird. Gerade erst hat er sich doch zum ersten Mal unsterblich verliebt und zu studieren begonnen und schon soll sein Leben, wenn es nach der Krankheit geht, wieder vorbei sein. Als eine Therapie ums andere fehlschlägt, beschließt er, auszusteigen. Und ausgerechnet seine stets korrekte 72-jährige Nachbarin Vita, die den jungen Mann immer mehr unter ihre Fittiche genommen hat, beschließt, ihn dabei zu begleiten. 

    Erneut beweist der Wunderraum Verlag, dass er nicht nur mit einer wundervollen Gestaltung, sondern auch mit einem Händchen für außergewöhnliche Geschichten glänzen kann. Denn hach, was für eine herzerwärmend schöne, lebenskluge, aber auch melancholische Geschichte hat sich mir hier geboten. Angelika Waldis erzählt in  Ich komme mit eine ungewöhnliche Freundschafts- und Lebensgeschichte,  die den Wert, aber auch die Tragik des Lebens zeigt.

    Vita wohnt seit über vierzig Jahren in ihrer Wohnung in der Torstraße, hat dutzende Mieter kommen und gehen sehen, hat erlebt, wie sich ihr Viertel langsam wandelt, während ihr Leben in ruhiger Eintönigkeit an ihr vorbeigezogen ist. Viele Jahre lebt sie nun schon allein, nachdem ihr Mann gestorben und ihr Sohn ins unerreichbar ferne Australien gezogen ist. Als da eines Tages der dürre Student aus dem ersten Stock sichtbar blass und erschöpft im Flur sitzt, sackt sie den jungen Mann spontan ein und päppelt ihn mit Wurstbroten wieder auf. Fortan ist Lazy ein täglicher Gast bei Vita und wird immer mehr Teil ihres Lebens. Bis Lazy ihr offenbart, dass er keine Lust mehr auf den Zirkus aus bangem Hoffen und quälenden medizinischen Behandlungen hat, zu dem ihn seine Leukämie-Erkrankung zwingt. "Ich steige aus", sagt Lazy. Und Vita beschließt, ihn zu begleiten...

    In sanften Tönen und mit ruhiger Art erzählt die Autorin hier von der Schönheit und auch Tragik des Lebens. So betrachten wir durch Vitas Augen das Leben aus Sicht einer alten Frau, deren beste Jahre hinter ihr liegen und an der jeder Tag ereignislos vorbeirinnt, ohne ein Ziel vor Augen. Ihr Highlight sind die Klatschgeschichten ihrer Nachbarin oder dann und wann ein Brief von ihrem Sohn. Ihre Äußerungen und Ansichten wirken sehr abgeklärt, ehrlich und realistisch und die Lebensmüdigkeit und Monotonie spricht zu Beginn quasi aus jeder Zeile.

    Demgegenüber steht der sprudelnde Übermut und Rebellionsgeist der Jugend, den Lazy verkörpert. Er bringt ordentlich Schwung in Vitas sonst so ruhiges Leben und wird schnell zu ihrem Lebensmittelpunkt. Und so war es für mich auch nicht verwunderlich, als sie beschließt, Lazy bei seiner letzten Reise zu begleiten.

    Auch wenn beide lebensmüde sind, sind sie jedoch nicht blind für die Faszination, die das Leben darstellt. So erzählen sich Vita und Lazy beide gegenseitig in teils skurrilen, teils sehr eindrücklichen Bildern, was Leben für sie eigentlich bedeutet. „Leben ist Wärme im Hundeohr“, sagt Lazy zum Beispiel und Vita entgegnet „Leben ist Melodie erkennen im Summen des Kühlschranks“.

    Beide sind ganz wunderbare Charaktere, die mir beim Lesen sehr ans Herz gewachsen sind und der Generationenunterschied zwischen ihnen war sehr spannend dargestellt.  Es war wirklich herzerwärmend zu sehen, wie die beiden sich gegenseitig beeinflussen und voneinander lernen - ein gelungenes Beispiel für generationenübergreifendes Zusammenleben :-) 

    Auch wenn die hier angesprochenen Themen nicht gerade nach Gute Laune- oder Wohlfühlliteratur klingen, war die Geschichte doch auch humorvoll und motivierend. Ich habe beim Lesen stets mitgefiebert und mitgelitten und war gespannt, ob die Geschichte wirklich den tragischen Ausgang nimmt, der sich von Anfang an ankündigt.

    So hat der Wunderraum Verlag mir wieder einmal ein wunderbares, zu Herzen gehendes Leseerlebnis beschert, das ich euch sehr gerne weiterempfehle. 

    Kommentieren0
    3
    Teilen
    Cover des Buches Das Juwel - Die weiße Rose (ISBN: 9783841422439)

    Bewertung zu "Das Juwel - Die weiße Rose" von Amy Ewing

    Das Juwel - Die weiße Rose
    kleinfriedelchenvor 4 Jahren
    Lässt kaum Wünsche offen

    Achtung, enthält leichte Spoiler für Band 1 - Das Juwel: Die Gabe!


    Wie durch ein Wunder ist es Violet gelungen, gemeinsam mit Ash aus dem Palast der Herzogin vom See zu fliehen. Doch die Schwierigkeiten sind damit noch lange nicht vorbei. Während die Herzogin Violets Verschwinden tunlichst geheim hält, wird eine Hetzjagd auf Ash veranstaltet, die es ihnen schwer macht, in den Bezirk der Farm zu fliehen, dem entlegendsten Winkel der Einzigen Stadt. Hier soll Violet von ihrer wahren Bestimmung erfahren und was es wirklich mit den Auspizien auf sich hat, die von den Adligen missbraucht werden, um Kinder zu bekommen...

    Nicht immer verbirgt sich hinter einem umwerfenden Cover auch eine genauso umwerfende Geschichte. Bei der Juwel-Trilogie ist das aber glücklicherweise doch der Fall :-) Bereits der erste Band konnte mich begeistern und mit dem zweiten Teil setzt Amy Ewing ihre Erfolgsgeschichte fort und präsentiert uns eine gelungene Fortsetzung, die eigentlich kaum Wünsche offen lässt. Es gibt eine spannende Verfolgungsjagd, jahrhundertealte Geheimnisse werden enthüllt und Violet lernt ihre wahre Macht kennen. Und natürlich gibt es auch diesmal wieder jede Menge Dramatik und Emotionen, die einen an die Seiten fesseln.

    Dank ihrer Zofe Lucien und ausgerechnet dem verwöhnten Sohn der Herzogin ist Violet die Flucht aus dem Palast gelungen. Gemeinsam mit Ash und ihrer Freundin Raven versuchen sie nun, bis zur Farm zu kommen, wo sie in Sicherheit sein sollen. Behauptet zumindest Lucien. Doch was genau er mit ihr plant, darüber lässt er Violet lange im Dunklen. Aber fast noch mehr Sorgen als um ihre eigene Zukunft macht sich Violet um ihre Freundin Raven, die schwanger ist - ein sicheres Todesurteil, denn kein Surrogat hat ihre Schwangerschaft je überlebt...

    Nicht zuletzt dank der rasanten Jagd durch die verschiedenen Bezirke der Einzigen Stadt hat sich Teil 2 sehr spannend gelesen und ich habe das Buch innerhalb kürzester Zeit verschlungen. Diesmal erfahren wir außerdem, was die geheimnisvollen Auspizien eigentlich wirklich sind; etwas, worüber Violet sich noch nie Gedanken gemacht hat. Die Idee dahinter fand ich toll, wenn auch nicht sooo überraschend.

    Auch in Sachen Charaktere geht der zweite Band noch mehr in die Tiefe. So erfahren wir, wie Lucien zur Zofe und Ash zum Gefährten geworden ist. Dass Gefährten eigentlich nichts anderes als männliche Prostituierte sind, wird hier schmerzhaft klar. Durch ihre beiden Schicksale wird sehr deutlich, dass sich die grausame Behandlung und Ungerechtigkeit, mit der die Surrogate behandelt werden, auf alle Gesellschaftsschichten erstreckt und alle unter dem Adel zu leiden haben. Die Konsequenz daraus ist klar: Revolution. Doch die kann Violet natürlich nicht alleine starten und so wird im zweiten Teil eine Maschinerie in Gang gesetzt, die ein explosives Finale im dritten Band verspricht.

    Auch wenn mir letztlich der gewisse "Wow"-Effekt gefehlt hat (die Enthüllungen in Teil 1 konnten mich doch irgendwie mehr überraschen und schocken), fand ich den zweiten Teil auch wieder sehr gelungen. Das Buch endet natürlich mit einem spannenden Cliffhanger, der mich nun ungeduldig auf den Abschlussband warten lässt. Hoffentlich dauert es nicht mehr allzu lange :-)

    Kommentieren0
    6
    Teilen
    Cover des Buches Miss you (ISBN: 9783453291836)

    Bewertung zu "Miss you" von Kate Eberlen

    Miss you
    kleinfriedelchenvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Mehr Lebens- als Liebesgeschichte
    Mehr Lebens- als Liebesgeschichte

    "Meinst du", fragt Tess, als wir nebeneinanderstehen und hinaufblicken, "wenn wir alle eine Art Peilsender hätten, ein winziges Licht, das man vom Weltraum aus sieht, dass dann alle Wege derart miteinander verschlungen wären wie unsere?" (S. 564)

    Tess und Gus. Zwei junge Menschen, die sich wieder und wieder über den Weg laufen und scheinbar perfekt zueinander passen würden - wenn das Leben nicht immer wieder dazwischen käme. Während sich Tess nach dem frühen Tod ihrer Mutter um ihre kleine Schwester kümmern muss und dafür ihre eigenen Pläne vom Studieren fallen lässt, verfolgt Gus unwillig sein Medizinstudium und seine erste Beziehung. Beide merken, dass ihr Leben nicht so verläuft, wie sie es sich wünschen würden, doch bis sie einander endlich kennenlernen, müssen sie einige lebensverändernde Hindernisse überwinden...

    Zu "Miss You" habe ich gegriffen in der Hoffnung, eine schöne und dramatische Liebesgeschichte voller Höhen und Tiefen zu bekommen. So ungefähr war es auch, auch wenn ich weniger Liebes- und mehr Lebensgeschichte gekriegt habe. Denn es dauert lange Zeit, bis Tess und Gus zueinanderfinden und bis dahin führen sie getrennte Leben, die gefüllter und dramatischer kaum sein könnten. Krankheit und Tod, Karriere und Kinder, Liebe und Betrug - Tess' und Gus' Schicksale decken die ganze Bandbreite ab. Dadurch gab es sehr viel Drama und Emotionen, was mich allerdings nicht gestört, sondern eher an die Seiten gefesselt hat.

    Beide sind achtzehn, als sie im Urlaub das erste Mal aufeinandertreffen und sich sofort wieder verlieren. Was folgt, sind mehrere Beziehungen und Entscheidungen, die beide nie lange glücklich machen und ich als Leserin habe mir oft gewünscht, dass die beiden sich schnell wiederfinden, damit sie endlich glücklich sein können. Tess und Gus sind spannende, wenn auch nicht immer ganz einfache Charaktere. Sie sind alles andere als perfekt und machen Fehler, aber gerade das hat sie sehr real und menschlich erscheinen lassen, auch wenn meine Sympathie für sie dadurch manchmal ins Schwanken geriet. Mit ihnen mitgefiebert habe ich aber trotzdem die ganze Zeit.

    Die Handlung erstreckt sich auf mehrere Jahre, in denen sich die beiden immer wieder über den Weg laufen, ohne es zu bemerken. Am liebsten hätte ich meinen Kopf ins Buch gesteckt und gerufen 'Dreh dich doch mal um, da ist er!', wenn Gus hinter Tess in der Einkaufsschlange steht oder sie in der Oper aneinanderrempeln. Einerseits war es frustrierend, dass sie einander einfach immer wieder so knapp verpassen, andererseits fand ich die Erzählweise sehr spannend, denn manchmal erleben die beiden auch Dinge, die das Leben des anderen drastisch beeinflussen, ohne dass sie es ahnen.

    Schade fand ich, dass Tess und Gus sich tatsächlich erst so spät im Buch richtig kennenlernen, dass für ihre eigene Liebesgeschichte kaum noch Zeit bleibt. Nachdem ich ihre beiden einzelnen Lebenswege über so viele Jahre hinweg verfolgt habe, war ich etwas enttäuscht, dass man sie kaum zusammen erlebt. So bleibt ein bittersüßes Gefühl zurück, denn die große Liebe, die das ganze Drama des restlichen Buches hätte aufwiegen können, kam für mich einfach zu kurz. Schade.

    Trotzdem war "Miss You" ein berührendes Buch, reich an Leben, aber auch an Dramatik, die einen die schönen Ereignisse im Leben mehr schätzen lässt, weil man vorher auch das ganze Dunkel miterlebt hat. Zwar hat mir weite Strecken lang das Feel Good-Gefühl gefehlt, welches ich bei einer Liebesgeschichte einfach brauche, aber trotzdem war es ein schönes Leseerlebnis.

    Kommentieren0
    6
    Teilen
    Cover des Buches Monday Club - Der zweite Verrat (ISBN: 9783789140624)

    Bewertung zu "Monday Club - Der zweite Verrat" von Krystyna Kuhn

    Monday Club - Der zweite Verrat
    kleinfriedelchenvor 4 Jahren
    Fragen über Fragen

    Achtung, enthält kleine Spoiler für Band 1 - "Monday Club: Das erste Opfer"!


    Wie sollte ich anfangen? Der Monday Club - das waren unsere Familien, das waren wir: Josh, Ginger, Caleb und ich. Okay, der wichtigste Satz in einer Geschichte war immer der erste. "Unser Leben lang", begann ich, "haben sie uns Lügen erzählt." (S. 91)

    Nachdem Faye die Wahrheit über den Tod ihrer Freundin Amy herausgefunden hat, wartet auch schon die nächste quälende Frage auf sie: was hat Dr. Donnelly kurz vor ihrem Selbstmord damit gemeint, sie würde die Nächste sein? Was hat der Monday Club mit ihr vor? Und was hat es mit der Liste auf sich, die sie bei Luke gefunden hat, auf der neben vielen Toten und vermissten Kindern auch ihr eigener Name steht? Je mehr sie nachforscht, desto mehr begibt sie nicht nur sich selbst in Gefahr, sondern auch alle, die sie liebt...

    Krystyna Kuhns neueste Reihe "Monday Club" ist ein Garant für Mysterien, Geheimnisse, undurchsichtige Charaktere und schlaflose Nächte, da man so lange an den Seiten klebt, bis auch die letzte erreicht ist und man eeendlich weiß, was der Monday Club eigentlich mit Faye vorhat. Tja, schön wär's, natürlich bleiben auch am Ende vom zweiten Band noch jede Menge Fragen offen; der Spannung hat das jedoch keinen Abbruch getan und so habe ich das Buch innerhalb kürzester Zeit verschlungen.

    Wobei ich gestehen muss, dass mir Teil 1 einen kleinen Ticken besser gefallen hat. Der erste Band war voller Geheimnisse, man wusste nie, wem man vertrauen kann und konnte nur spekulieren, was wohl hinter dem Monday Club steckt und welche Ziele er verfolgt. Zwar bietet auch der zweite Teil natürlich noch jede Menge Mysterien, aber die "bösen" Drahtzieher sind entlarvt und das Bild verdichtet sich langsam. Trotzdem bleiben auch hier noch viele Fragen übrig, die Drängendsten: Warum ist Faye so wichtig für den Monday Club? Welches Ziel verfolgen sie?

    Neben Fayes Jagd nach Antworten und der Suche nach den anderen Kindern, die scheinbar ebenfalls wie ihre Freundin Amy Opfer der Experimente des Monday Clubs geworden sind, erfahren wir diesmal vor allem mehr über Neuling Luke Salerno, der schon im ersten Band zu Fayes Helfer avanciert ist und für den sie nach und nach Gefühle entwickelt (yep, ein Liebesdreieck bahnt sich an :-/). "Leider" passiert in diesem Band handlungsmäßig aber so viel, dass für die diversen anderen Charaktere und ihre Beweggründe dabei kaum Zeit bleibt. Hier setze ich nun meine Hoffnungen in den dritten Teil, denn manche Charaktere versprechen eine echt interessante Hintergrundgeschichte zu haben.

    Obwohl ich die meiste Zeit sehr mit ihr mitfühlen konnte und mich die Manipulationsversuche von Fayes Tante und ihrer alten Therapeutin richtig wütend gemacht haben, ging mir Fayes Verhalten doch zeitweise auf den Geist, besonders zum Ende hin, denn einige ihrer Handlungen fand ich einfach unlogisch.

    Trotzdem kann ich das Erscheinen des dritten und letzten Teils kaum noch erwarten, denn ich MUSS einfach wissen, was mit Fayes Fähigkeiten bezweckt wird und vor allem, was dieses fiese Cliffhanger-Ende zu bedeuten hat. Teil 3, bitte beeil dich!

    Kommentieren0
    5
    Teilen
    Cover des Buches Der Sommer, der uns trennte (ISBN: 9783959670371)

    Bewertung zu "Der Sommer, der uns trennte" von Cat Jordan

    Der Sommer, der uns trennte
    kleinfriedelchenvor 4 Jahren
    Mehr Tiefgang als erwartet

    "Ich lief die Einfahrt hinunter und nach Hause. Am liebsten hätte ich mich umgedreht, wollte einen Blick über meine Schulter werfen, um zu sehen, ob Lee mir nachschaute, aber ich traute mich nicht. Denn wenn er es täte, würde ich zurücklaufen wollen, und wenn er es nicht täte, würde mein Herz ein wenig brechen." (S. 223)

    Als Middie erfährt, dass ihr Freund Nate bei seinem Auslandsbesuch angegriffen und vermutlich getötet wurde, bricht ihre Welt zusammen. Sie wollten doch gemeinsam aufs College gehen, heiraten und Kinder kriegen! Und nun steht Middie plötzlich vor dem Nichts. Niemand versteht ihre Trauer wirklich. Niemand außer Lee, Nates bestem Freund, in dem sie einen unerwarteten Verbündeten findet. Doch als sich plötzlich mehr zwischen ihnen entwickelt, weiß Middie nicht, wie sie damit umgehen soll. Ist es okay, sich in den besten Freund ihres toten Freundes zu verlieben?

    Kennt ihr das, wenn eure Mitmenschen gewisse Erwartungen an euch haben? Erwarten, dass ihr dies oder jenes tut, weil ihr euch eben immer schon so verhalten habt, und irritiert sind, wenn ihr euch plötzlich anders benehmt? So geht es der achtzehnjährigen Middie, die sich bisher eigentlich nur über Nate definiert hat. Klar geht sie auf das gleiche College wie er, damit sie weiter zusammenbleiben können. Klar macht sie bei derselben ehrenamtlichen Gruppe mit, Und natürlich werden sie in ein paar Jahren heiraten und Kinder kriegen. Doch als Nates Dorf bei einem ehrenamtlichen Einsatz im Ausland angegriffen wird, brechen all diese Pläne plötzlich zusammen. Zurück bleibt eine orientierungslose Middie, die nun erst einmal herausfinden muss, wie sie ohne Nate weiterleben soll. Und wer sie ohne ihn eigentlich ist.

    Ich fand Middie sympathisch und konnte gut mit ihr mitempfinden. Und auch Lee fand ich interessant. Als sie nach Nates Tod von allen mit Samthandschuhen angefasst wird, ist es eine erfrischende Abwechslung für Middie, dass Nates bester Freund sie immer noch genauso abweisend behandelt wie vorher. Lee ist das totale Gegenteil vom netten und stets hilfsbereiten Nate und fordert Middie, die er nur "Yoko" nennt, immer wieder heraus. Da auch er mit Nate einen der wichtigsten Menschen in seinem Leben verloren hat, schließen sie einen Pakt: gemeinsam wollen sie alles tun, was Lee eigentlich noch mit Nate zusammen erleben wollte. Und dabei kommen sie sich immer näher...

    So entsetzlich der Verlust von Nate für Middie auch ist, immerhin sind sie seit 10 Jahren befreundet und seit 5 Jahren ein Paar, hat er ihr doch auch die Augen geöffnet. Sie merkt, wie sehr sie ihr Leben von den Entscheidungen anderer abhängig gemacht hat und findet nun Stück für Stück zu sich selbst. Dieser Prozess bildet die Haupthandlung von "Der Sommer, der uns trennte", auch wenn die sich entwickelnde Beziehung zu Lee natürlich maßgeblich dazu beiträgt. Damit hatte ich vom Klappentext her nicht unbedingt gerechnet, der ja eher "nur" eine konfliktbehaftete Liebesgeschichte andeutet. Aber so hatte das Buch überraschend viel Tiefgang und war doch ernster, als ich es erwartet habe.

    Insgesamt fand ich die Geschichte wirklich gelungen, es war ein gefühlvoller und packender Coming-of-Age-Roman, der mir sehr gefallen hat. Mit dem Tod ihres Freundes konfrontiert, entdeckt Middie erst so richtig den Wert des Lebens, wie aufregend es sein kann, eben keine Pläne zu haben und dass man sich auch einmal umentscheiden kann. Lesenswert! 

    Kommentieren0
    3
    Teilen
    Cover des Buches Red Rising - Tag der Entscheidung (ISBN: 9783453534438)

    Bewertung zu "Red Rising - Tag der Entscheidung" von Pierce Brown

    Red Rising - Tag der Entscheidung
    kleinfriedelchenvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Lieber Pierce Brown, bei deinem nächsten Abenteuer bin ich definitiv wieder mit dabei!
    Krönender Abschluss einer genialen Trilogie

    Achtung, enthält Spoiler für Band 1 und 2 der Red Rising-Trilogie!

    Darrows Geheimnis ist aufgeflogen, seine Verbündeten tot oder in alle vier Winde verstreut. Als es ihm nach mehreren Monaten in der Gefangenschaft des Schakals gelingt zu entkommen und sich erneut mit den Söhnen des Ares zu vereinen, stehen sie vor einem Trümmerhaufen: ein offener Bürgerkrieg ist ausgebrochen und nicht nur der Schakal, sondern auch das Oberhaupt der Weltengesellschaft zieht gegen sie in den Krieg. Hat Darrows Revolution überhaupt noch eine Chance? Können sie die verhassten Goldenen stürzen?

    Als ich vor zwei Jahren den ersten Teil der Red Rising-Trilogie begonnen habe, ahnte ich nicht, dass mich diese Geschichte dermaßen umhauen würde. "Halt mal wieder ne Jugenddystopie, nur im Weltraum", war mein erster Gedanke. Mann, was sollte ich mich irren! Darrows Geschichte ist alles andere als typischer Jugendstoff, sondern wirklich einzigartig. Und wo andere kleckern, klotzt Pierce Brown und haut uns einen riesigen Weltenentwurf um die Ohren, der so faszinierend wie unüberschaubar ist. Die ersten beiden Bücher konnten mich immer wieder mit unvorhergesehenen Wendungen und Entwicklungen begeistern und schockieren. Und so MUSSTE ich natürlich auch wissen, wie Darrows Geschichte ausgehen wird. Wird der Aufstand der Roten gelingen? Oder wird die Weltengesellschaft siegen?

    Die Geschichte setzt ein paar Monate nach dem Ende von Teil 2 ein. Darrow befindet sich in der Gefangenschaft seines ehemaligen Verbündeten, des unberechenbaren Schakals. Er hat die Hoffnung auf Rettung schon fast aufgegeben, als es den Söhnen des Ares endlich gelingt, ihn zu befreien. Und das quasi in letzter Minute, denn als Leitfigur der Revolution wird er dringend gebraucht. Es gilt, eine Armee um sich versammeln und das Oberhaupt der Weltengesellschaft zu stürzen.

    Um das Fazit vorwegzunehmen: Ich fand den Abschluss großartig! Es ist wirklich ein würdiges und spannendes Finale einer genialen Geschichte, das alle offenen Fragen beantwortet und noch einige Überraschungen für uns bereithält. So erfahren wir unter anderem auch, ob es Darrow gelingt, sich mit Mustang wieder zu versöhnen, nachdem er sie jahrelang über seine wahre Identität belogen hat. Und wir lernen mehr über die Kultur der riesenhaften Obsidianen kennen, die die eisigen Pole bewohnen und fest an altertümliche Götter wie Odin glauben. Auch meine heimlichen Lieblingscharaktere Sevro und Cassius kriegen in diesem Buch noch einmal einen geballten würdigen Auftritt, worüber ich mich besonders gefreut habe.

    Generell stehen in diesem Buch nicht die diversen Schlachten oder Darrow allein im Fokus. So wie er den Kampf gegen die Weltengesellschaft nicht allein schaffen kann, so kann auch seine Geschichte nicht vollständig erzählt werden, ohne dass seine Freunde einen großen Teil einnehmen. Und gerade deshalb habe ich die Geschichte zwar absolut gespannt, aber auch mit einem bangen Gefühl gelesen. Immerhin mussten wir schon im letzten Band Abschied von einigen Charakteren nehmen und wer sagt, dass Darrow oder seine Freunde das Ganze überleben würden? Schließlich ist es die finale Schlacht und wenig überraschend müssen wir auch hier wieder von einigen Charakteren Abschied nehmen. So hat mich auch der letzte Teil emotional wieder sehr packen können. Es wird aufwühlend, brutal, traurig, aber ab und zu auch romantisch und freudig.

    Ich muss sagen, ich bin vollkommen zufrieden mit dem Ende und kann Darrow nun ruhigen Gewissens ziehen lassen :-)

    Mein Fazit: Ihr sucht nach einer genialen Weltraum-Abenteuergeschichte? Einem modernen Heldenepos über den Aufstand gegen die Unterdrücker, über ständesprengende Liebe und weltenumspannenden Krieg, lodernden Hass, Stolz und Ehre, politisches Kalkül und Intrigen? Dann findet ihr in Pierce Browns Red Rising eure neue Lieblingstrilogie! Diese drei Bücher haben einfach alles, was eine mitreißende und begeisternde Geschichte braucht.

    Lieber Pierce Brown, bei deinem nächsten Abenteuer bin ich definitiv wieder mit dabei!

    Kommentieren0
    2
    Teilen
    Cover des Buches Frigid (ISBN: 9783492309851)

    Bewertung zu "Frigid" von Jennifer L. Armentrout

    Frigid
    kleinfriedelchenvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Diesmal ist JLA der große Wurf nicht gelungen.
    Nicht schlecht, aber bleibt hinter den Erwartungen zurück

    Seit sie denken kann, ist Sydney in ihren besten Freund Kyler verliebt. Doch der ist ein wahrer Womanizer und schleppt ein Mädchen nach dem anderen ab. Als die beiden bei einem Ferienausflug allein in ihrer Hütte eingeschneit werden, kochen plötzlich die Gefühle zwischen ihnen hoch. Wird ihre Freundschaft den Ausflug überstehen können? Doch bald schon haben die beiden noch ganz andere Sorgen. Die Stromkabel ihrer Hütte werden durchgeschnitten, Scheiben zerstört. Was geht da vor? Hat es etwa jemand auf sie abgesehen?

    Nun, ich muss gestehen, ich hatte ein wenig mehr von diesem Buch erwartet. Normalerweise bin ich ein großer Fan von JLAs Büchern. Und versteht mich nicht falsch, auch dieses hier ist nicht schlecht. Nur kann es qualitativ in meinen Augen nicht mit ihrer großartigen Wait for You-Reihe mithalten. Dieser Geschichte hier mangelt es nämlich an etwas sehr Essentiellem: einer ordentlichen Handlung. Wir erleben nur einen sehr kurzen Ausschnitt aus Sydneys und Kylers Leben, denn die Geschichte erstreckt sich nur ungefähr über eine Woche. Klar erwarte ich da keinen riesigen Roman voller komplexer Handlungsstränge. Allerdings besteht der Großteil des Buches ab einem bestimmten Punkt fast nur noch aus sexuell geprägten Szenen und das hat mir einfach nicht gereicht.

    Syd und Kyler sind befreundet, seit sie kleine Kinder waren. Bei so viel gemeinsamer Vergangenheit hätte ich mir schon gewünscht, dass wir ein paar Szenen mehr aus ihrer Vergangenheit erleben. Diese sind zwar zwischendurch eingestreut, aber nur so spärlich und kurz gehalten, dass ich nur einen vagen Eindruck von der tiefen Freundschaft kriegen konnte, die die beiden seit Jahren verbindet. Stattdessen wird, sobald der Knoten erstmal geplatzt ist, hauptsächlich nur noch nacheinander gelüstet und drüber nachgedacht, wie es mit den beiden weitergehen soll. Dazwischengestreut sind die Attacken auf ihr Ferienhaus, die immer drastischer werden und die eigentliche Rahmenhandlung des Buches bilden. Schade, meiner Meinung nach gab es hier viel Potenzial, welches jedoch nicht voll ausgenutzt wurde.

    Was allerdings wie immer bei JLA super gelungen war, ist die Chemie zwischen den Charakteren, das hat sie einfach echt drauf. Es gab einige prickelnde Szenen und das Knistern zwischen Syd und Kyler war richtig spürbar. Und wie üblich hat sie es geschafft, dass ich sehr mit ihren Charakteren mitfühlen konnte. Sydneys Enttäuschung, wenn Kyler mal wieder ein Mädchen vor ihren Augen abschleppt, hat mich genauso getroffen wie Kylers Angst, durch seine Gefühle ihre Freundschaft zu zerstören. Kleines Manko für mich war, dass beide allerdings recht klischeehaft geraten sind: sie die naive perfekte Unschuld, er der oberflächliche Weiberheld, dessen Womanizer-Image beim Lesen lange Zeit seine besseren Persönlichkeitszüge überdeckt hat.

    Mein Fazit: Diesmal ist Armentrout der große Wurf leider nicht gelungen. Syd und Kyler sind zwar süß zusammen und die Chemie stimmt eindeutig, aber ich hätte mir einfach noch einiges mehr Drumherum gewünscht. So war "Frigid" zwar eine schöne und knisternde Lektüre für zwischendurch, hat aber nicht so viel Eindruck bei mir hinterlassen wie ihre anderen Bücher.

    Kommentieren0
    2
    Teilen
    Cover des Buches Falsche Schwestern (ISBN: 9783841402257)

    Bewertung zu "Falsche Schwestern" von Cat Clarke

    Falsche Schwestern
    kleinfriedelchenvor 4 Jahren
    Cover des Buches Wir beide wussten, es war was passiert (ISBN: 9783522202190)

    Bewertung zu "Wir beide wussten, es war was passiert" von Steven Herrick

    Wir beide wussten, es war was passiert
    kleinfriedelchenvor 4 Jahren
    Poetische Jugendbuch-Perle

    "Tschüss, Dad.
    Den Alkohol hab ich mitgenommen.
    Trink das hier stattdessen
    zur Feier, dass sich dein Sohn
    aus dem Staub macht."
    Der alte Dreckskerl kriegt einen Anfall.
    Und ich?
    Bin weg."
    (S. 8)


    Weil er es mit seinem ewig betrunkenem und Schläge verteilenden Vater nicht mehr unter einem Dach aushält, reißt Billy von Zuhause aus. Er springt auf den nächstbesten Güterzug und landet in Bendarat, wo er sich ein neues Leben aufbauen will. Hier lernt er den Obdachlosen Old Bill kennen, der im Güterwaggon neben ihm wohnt und der die Last seiner traurigen Vergangenheit nur mit Alkohol ertragen kann. Und er verliebt sich in Caitlin, die trotz des Reichtums ihrer Eltern freiwillig bie McDonalds die Böden wischt. Und obwohl die Drei nicht unterschiedlicher sein könnten, entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft zwischen ihnen. Keiner ahnt, dass sie alle drei das Leben der anderen verändern werden...

    Was für ein Überraschungshit! Da es keine wirkliche Inhaltsbeschreibung zu diesem Buch gab, als ich dazu griff, bin ich ohne jegliche Erwartungen an die Geschichte herangegangen und war schon nach den ersten Seiten gebannt von Billys Erzählung. Es ist die Geschichte eines Ausreißers, der sich in dem kleinen Städtchen ein neues Leben erschafft, dabei eine ungewöhnliche Freundschaft knüpft und die erste große Liebe findet.

    Billy erschien mir reifer als seine sechzehn Jahre es vermuten lassen. Ohne jeglichen Plan reißt er von Zuhause aus, schlägt sich aber echt gut und weiß sich zu helfen. Einerseits beeindruckte mich, wie er scheinbar mühelos mit der Situation zurechtkommt und sich Nahrung und Unterkunft besorgt, andererseits hat es mich auch sehr traurig gemacht, dass er überhaupt in dieser Situation ist und sich bei McDonalds Essensreste zusammenklauen muss. Ausgerechnet dabei lernt er Caitlin kennen, die ihn aus irgendeinem Grund nicht verachtend anschaut, sondern fasziniert ist von dem ungewöhnlichen Jungen, der zwar kein Geld für Essen hat, aber belesener ist als die meisten ihrer Mitschüler an ihrer Privatschule.

    Der Stil des Buches ist so ungewöhnlich wie fesselnd, denn die Geschichte wird in Strophen erzählt, sehr kurz, prägnant und kurzweilig. Es ist dabei echt unglaublich, wie viel Gefühl und Handlung mit diesen wenigen Worten und auf den wenigen Seiten transportiert wird. Man erlebt nicht nur den zarten Beginn der ersten Liebe zwischen Billy und Caitlin und fühlt mit ihnen, sondern erfährt auch von Old Bills sehr berührendem, traurigen Schicksal, welches ihn auf die Straße und in die Alkoholsucht getrieben hat. Aber obwohl hier sehr ernste und emotionale Themen angesprochen werden, wird die Erzählung nie pathetisch oder drückt künstlich auf die Tränendrüse. Die Emotionen kommen trotz der wenigen Worte von ganz allein. Eben weil es klare Worte sind, die einen mitten ins Herz treffen.

    Ungewöhnliche Charaktere, ein genialer Erzählstil und jede Menge Emotionen - ganz klar, ich fand das Buch wirklich toll und kann es den Jugendbuch-Fans unter euch nur ans Herz legen!

    Kommentieren0
    5
    Teilen

    Über mich

    Lieblingsgenres

    Fantasy, Liebesromane, Jugendbücher

    Mitgliedschaft

    Freunde

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks