kreszenz

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    Cover des Buches Wolfsegg9783328600985

    Bewertung zu "Wolfsegg" von Peter Keglevic

    Wolfsegg
    kreszenzvor 2 Tagen
    Kurzmeinung: Eine düstere, unheilvolle Atmosphäre liegt über dem ganzen Buch, dennoch hat mich das Ende eiskalt erwischt - absolute Leseempfehlung!
    Wow! Einfach nur wow! Ein Hammerbuch!

    Dieser Roman hat mich ab der ersten Seite irgendwie an „Das finstere Tal“ erinnert, so fesselnd und eindringlich ist er erzählt! Auch hier haben wir ein namenloses, karges Tal in den Alpen, in deren eingeschworenen Gemeinschaft Außenseiter und Freidenker keine Chance haben.

    Die Familie Waldner wohnt etwas außerhalb vom Ort auf einem ehemaligen Tagelöhnerhof und ist den Bewohnern im Tal schon lange ein Dorn im Auge. Einfach, weil sie anders ist. Vater und Mutter haben die Welt bereist bevor sie sich niederließen, sind kultiviert und aufgeschlossen. Der Neid und das Misstrauen der restlichen Gemeinde hängen daher wie ein Damoklesschwert über den Waldners.

    Dabei hat es die Familie alles andere als leicht und auf den schmalen Schultern der 15-jährigen Agnes lastet eine große Verantwortung.

    Während der Vater als ehemaliger Förster oft tagelang im Wald verschwindet, kümmert sie sich um die krebskranke Mutter, ihre jüngeren Geschwister und das Vieh im Stall. Nun ist sie mit der Schule fertig und wünscht sich nichts sehnlicher als Landmaschinenmechanikerin zu werden. Doch das Komitee von der Berufsberatung entscheidet kurzerhand, dass das kein Beruf für Mädchen sei und verschafft ihr eine Ausbildung im Lagerhaus, wo sie den Nachstellungen und Demütigungen ihrer männlichen Kollegen und ihres Vorgesetzten Scholtysek schutzlos ausgeliefert ist.

    Als Scholtysek versucht, sie am helllichten Tag mitten im Lagerhaus zu vergewaltigen, wehrt sich Agnes und wird Opfer einer Verleumdungskampagne. Gerade hier im Tal funktioniert der Buschfunk ausgezeichnet und noch während sie auf dem Heimweg ist, glauben bereits alle zu wissen, dass sie nicht nur eine Schlampe sondern auch eine Diebin sei.

    Auch ihr kleiner Bruder Lorenz gerät zunehmend unter Druck. Er wird in der Schule stark gemobbt und weiß sich letztendlich nicht mehr anders zu helfen als zuzuschlagen.

    Prompt schaltet sich das Jugendamt in Person von Sonja Hartmann ein. Agnes und Frau Hartmann kennen sich bereits. Denn Frau Hartmann hat sich bereits einmal um Agnes „gekümmert“ und ins Kinderheim Maria Hilf gebracht. Und obwohl Agnes sich partout nicht mehr an ihre Zeit im Heim erinnern kann, weiß sie, dass damals unaussprechliche Dinge passiert sind und sie ihre Geschwister vor diesem Schicksal retten muss…

    Bildgewaltig und schonungslos erzählt der Autor die Geschichte einer nervenstarken, jungen Frau, die instinktiv weiß, was zu tun ist und ihren Weg bis zum bitteren Ende geht. Dabei schwebt die ganze Zeit eine düstere, unheilvolle Atmosphäre über der Handlung. Zusammenhänge bleiben betont lange im Unklaren und obwohl sie immer wieder fast zum Greifen nahe sind, werden sie erst ganz zum Ende aufgedeckt.

    Schon lange habe ich nicht mehr so mit einer Figur gelitten und mitgefiebert! Man wünscht sich, dass Agnes sich behauptet, dass sie heil aus der Sache herauskommt und trotz böser Vorahnungen haben mich die letzten Seiten eiskalt erwischt.

    Wow!

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    Cover des Buches Todesurteil9783844515756

    Bewertung zu "Todesurteil" von Andreas Gruber

    Todesurteil
    kreszenzvor 6 Tagen
    Kurzmeinung: Hat zwar weniger Biss als der Vorgänger, ist aber ein bis zum Ende undurchschaubarer und sehr spannender Thriller!
    Achtung: akute Suchtgefahr!

    Für Sabine Nemez geht ein Traum in Erfüllung. Nach mehrmaliger Ablehnung wurde sie jetzt überraschenderweise doch noch vom BKA angenommen! Kaum in Wiesbaden bei der BKA-Akademie für hochbegabten Nachwuchs eingetroffen, muss sie allerdings erstmal zwei Neuigkeiten verkraften. Kurz nach ihrer Trennung vier Wochen zuvor wurde Erik Dorfer angeschossen und liegt seitdem im Koma. Und: ihren Platz an der Akademie hat sie ausgerechnet Maarten S. Sneijder zu verdanken, dem griesgrämigen niederländischen Profiler, der ebenfalls an der Akademie unterrichtet!

    In seinem Kurs geht Sneijder mit seinen Studenten hauptsächlich ungelöste Mordfälle durch. Sabine entdeckt schon bald einen Zusammenhang zwischen mehreren Fällen, doch Sneijder ist nicht zu überzeugen: jeder Täter hat einen eigenen Modus Operandi und niemand kann sich so gut verstellen, dass es wie das Werk verschiedener Täter wirkt! So bleibt Sabine praktisch gar nichts Anderes übrig, als auf eigene Faust zu ermitteln.

    Zeitgleich wird im Wiener Wald ein nacktes und verstörtes Mädchen aufgefunden, dessen ganzer Rücken mit Motiven aus Dantes Inferno tätowiert ist. Für Staatsanwältin Melanie Dietz ein Schock: es handelt sich um Clara, die Tochter ihrer besten Freundin, die ein Jahr zuvor spurlos verschwand. Alles deutet daraufhin, dass Clara nicht das erste Opfer war – und dass Claras Vater etwas zu verbergen hat…

    Wie schon beim Vorgänger spielt Andreas Gruber mit verschiedenen Perspektiven und Handlungssträngen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben – und es eben dennoch tun. Ich habe wirklich lange rumgerätselt, wie wohl alles zusammenhängt und muss gestehen, dass ich mit dieser Auflösung nicht gerechnet hatte.

    Das Hören war ein reines Vergnügen. Nachdem ich den ersten Band gelesen hatte, war ich sehr gespannt, wie Sneijder im Hörbuch funktioniert. Achim Buch macht das wirklich toll. Egal ob Rudi-Carrell-Imitation oder Wiener Schmäh – dieser Sprecher kann anscheinend alles und hat auch noch eine wunderbare Stimme!

    Die Entwicklung der Charaktere hat mich im direkten Vergleich zum ersten Band allerdings doch etwas irritert. Dieses Mal steht Sabine noch stärker im Vordergrund und Sneijder wird schon fast zum gutmütigen Sidekick, was ich stellenweise sehr schade fand. In Band 1 wurde er ständig als misanthropischer Einzelgänger beschrieben, nun hat er aber plötzlich sehr enge, langjährige Freunde. Auch dass ausgerechnet er, der sonst so geniale Profiler, die Zusammenhänge nicht erkennen will, ja sogar verleugnet, passt irgendwie nicht zu seinen Einlassungen, anders zu denken.

    Am krassesten finde ich aber Sabines Entwicklung. Die war zwar schon im Vorgängerband stur ohne Ende, dass sie aber in nicht mal 10 Tagen ihre Karriere beim BKA komplett sausen lässt, auf die sie doch jahrelang so zielstrebig hingearbeitet hat… Hmmm, schwierig. Ich musste oft an einen Bluthund denken, der einmal die Spur aufgenommen, dieser auch nachgeht – komme, was da wolle.

    Sieht man darüber hinweg, entwickelt dieses Hörbuch allerdings ungeahntes Suchtpotential. Da alle Beteiligten eine sehr eigenwillige Sichtweise auf Regeln und Gesetze haben und sich deswegen nicht selten in brenzlige Situationen bringen, enden die Kapitel des Öfteren mit fiesen Cliffhangern - Nervenkitzel pur. Aus „nur noch ein bisschen hören“ wird so schnell mal ein stundenlanges Abtauchen in die Welt von Sneijder und Nemez.

    Fazit: hat zwar weniger Biss als der Vorgänger, ist aber ein bis zum Ende undurchschaubarer und sehr spannender Thriller!

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    Cover des Buches Marta schläft9783423262507

    Bewertung zu "Marta schläft" von Romy Hausmann

    Marta schläft
    kreszenzvor 7 Tagen
    Kurzmeinung: Da hilft das ganze mitdenken nichts mehr: keine Spannung, verworrener Plot, unbefriegendes Ende - unter Thriller versteh ich was anderes!
    Don't believe the hype!

    Trotz Panikattacken versucht Nadja, ein möglichst normales Leben zu führen. Doch dann kommt eines Abends ihre ehemalige Freundin Laura zu ihr, die völlig verstört ist. Als Nadja ihr anbietet, sie nach Hause zu bringen, wird auch klar, warum: in Lauras Villa liegt eine Leiche. Anscheinend hat sie im Affekt ihren Geliebten niedergestochen. Aus Angst, ins Gefängnis zu müssen und ihre Tochter zu verlieren, sieht Laura keinen anderen Ausweg mehr, als den Mord zu vertuschen.

    Wider besserem Wissen erklärt sich Nadja dazu bereit, die Leiche in Lauras Range Rover in den Spreewald zu bringen, um sie dort in einem der zahlreichen Gewässer zu entsorgen.

    Doch kaum dort angekommen, beginnt für Nadja die Hölle auf Erden, denn sie wird bereits erwartet…

    Um „Marta schläft“ gibt es momentan ja einen richtigen Hype und da ich momentan eine Thriller-Phase habe, war ich echt neugierig!

    Leider machte es mir die Autorin aber extrem schwer, überhaupt erstmal ins Buch zu kommen. Die Geschichte von Nadja, die Geschichte von Nelly und Paul, zwischendrin immer wieder Briefe, die anscheinend in überhaupt keinem Bezug zu den anderen Handlungssträngen stehen… Was bei anderen Büchern für atemlose Spannung sorgt, führte bei diesem hier leider zu unkonzentriertem Querlesen. Die Kapitel sind zu kurz um Spannungsmomente zu erzeugen, was dann auch zum Hauptproblem führt: obwohl die Schreibweise flüssig und bildhaft ist, bleiben die Charaktere extrem blass und oberflächlich. Niemand wurde mir auch nur im Entferntesten so sympathisch, dass ich wirklich mitfiebern konnte.

    Ein weiterer Punkt ist, dass überhaupt nicht absehbar wird, auf was die Autorin abzielt. Es gibt keinerlei Anspielungen, ob und wie die Handlungsstränge zusammenhängen könnten und erst nach einem Viertel des Buches gibt es den ersten Aha-Moment – nur um dann zu erkennen, dass die Geschichte um Nelly und Paul im Grunde komplett überflüssig war.

    Nachdem ich mich bis zur Hälfte wortwörtlich durchgekämpft hatte, nahm das Buch dann zwar an Fahrt auf, so richtig spannend wurde es jedoch nicht. Die Handlung ist arg konstruiert und so wirr, dass es zum Ende hin wirkt, als hätte die Autorin durch die vielen Twists selbst den Überblick verloren.

    Fazit: dem Hype kann ich mich leider nicht anschließen!

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    Cover des Buches Haven Brotherhood: Stand & DeliverB082ZQHG5B

    Bewertung zu "Haven Brotherhood: Stand & Deliver" von Rhenna Morgan

    Haven Brotherhood: Stand & Deliver
    kreszenzvor 9 Tagen
    Kurzmeinung: Solide Unterhaltung zum schmachten und schmunzeln, aber nicht der beste Band der Reihe!
    Wenn zwei Dickschädel aufeinander treffen...

    Band 5 der Haven Brotherhood widmet sich dieses Mal dem Sicherheitsexperten Beckett Tate, der bereits seit längerem ein Auge auf Gia Sinclair geworfen hat! Eigentlich schon seit 3 Jahren, um genau zu sein. Allerdings ist bislang nie der richtige Zeitpunkt gekommen, um der selbstbewussten Personenschützerin näherzukommen…

    Die hingegen lässt Beckett insgeheim zwar ebenfalls alles andere als kalt, aber ein Kerl, der seine Gespielinnen anscheinend öfter wechselt, als manche ihre Unterwäsche – für eine Frau, die in der Sicherheitsbranche arbeitet, ein absolutes No-Go!

    Als Beckett eines Abends mal wieder mit einer neuen Tussi in der Bar erscheint, betrinkt sich die frustrierte Gia hemmungslos. Nie hätte sie gedacht, dass ausgerechnet Beckett sie nach Hause bringen wird – und dass sie ihm im Rausch ihre Gefühle gestehen wird…

    Während sich Beckett nun endgültig gewiss ist, dass Gia und er zusammengehören, muss sich die taffe Gia erst an den Gedanken gewöhnen, sich jemandem anzuvertrauen.

    Doch dann beginnt ein Unbekannter, Gias Ruf und ihre Karriere zu sabotieren und Beckett ist der Einzige, der Gia helfen kann…

    Nach dem nicht wirklich überragenden Band 4 war ich sehr auf Becketts Geschichte gespannt, der in den Vorgängerbänden nur schwer einzuschätzen war.

    Das Pärchen Beckett/Gia fand ich schon ab Seite 1 sehr sympathisch. Beide Charaktere sind liebevoll angelegt und haben ihre Stärken und Schwächen. Natürlich knistert es heftig zwischen den beiden, auch wenn sie es anfangs nicht wahrhaben wollen!

    Gia ist sehr behütet aufgewachsen und hat sich ihre Karriere, aber auch ihre Souveränität im Allgemeinen hart erarbeiten müssen. Dass Beckett nicht nur ein Alpha ist, sondern auch noch eine Zwangsstörung hat und sie dadurch nur umso stärker beschützen möchte, ist für sie anfangs nur schwer zu akzeptieren.

    Becketts Beschützerinstinkt ist aufgrund seiner Geschichte zwar irgendwo nachvollziehbar, trotzdem fand ich sein Macho-Gehabe teilweise doch etwas arg aufgesetzt, wie auch seinen „dirty talk“. Gerade weil die Sexszenen an sich sehr schön geschrieben waren, war das für meinen Geschmack „a touch too much“.

    Der Spannungsteil war bei weitem nicht so plump wie beim Vorgängerband, auch wenn die Auflösung für eine alte Krimitante wie mich jetzt nicht so überraschend war. Dennoch habe ich bis zum Ende mitgefiebert.

    Fazit: solide Unterhaltung zum schmachten und schmunzeln, aber nicht der beste Band der Reihe!

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    Cover des Buches Todesfrist9783442478668

    Bewertung zu "Todesfrist" von Andreas Gruber

    Todesfrist
    kreszenzvor 18 Tagen
    Kurzmeinung: Wer Zyniker wie Dr. House nicht mag, wird wohl auch mit Sneijder nicht warm. Ich jedenfalls feiere seine eigenwillige Art!
    Wer schrägen Humor und Zynismus liebt, ist hier genau richtig!

    Nur ein einziges Mal lässt die Münchener Kommissarin Sabine Nemez das Pilates-Training mit ihrer Mutter ausfallen. Zwei Tage später wird die Mutter tot im Dom aufgefunden – kunstvoll an der Orgel arrangiert, Todesursache Ertrinken durch Schreibtinte.

    Für Sabine, die zufällig zum Tatort kommt, ein Schock. Hinzu kommt: ihr Vater rückt erst jetzt damit heraus, dass sich 48 Stunden zuvor ein Erpresser an ihn gewandt hatte. Prompt gilt er nun selbst als Tatverdächtiger, was die Situation für Sabine nur noch schlimmer macht.

    Schließlich weiß sie ganz genau, dass ihre Kollegen von der Kripo alles andere als zimperlich sind! direkt ans LKA weitergereicht wird, setzt Sabine entgegen ihrer Dienstanordnung alle Hebel in Bewegung, um die Unschuld ihres Vaters zu beweisen.

    Was sie aber zu diesem Zeitpunkt nicht ahnen kann: ihre Mutter ist nicht das einzige Opfer des Entführers. Der niederländische BKA-Ermittler Maarten S. Sneijder ist dem Psychopathen schon länger auf der Spur. Doch erst Sabine findet heraus, dass der Täter nach einer Vorlage mordet – dem Bilderbuchklassiker „Struwwelpeter“!

    Zugegeben, von Andreas Gruber hatte ich bislang noch nichts gelesen, obwohl mir meine Kollegin diese Reihe schon lange ans Herz gelegt hatte.

    Der Einstieg war etwas kurios, da der Autor nicht nur mit den Perspektiven, sondern auch mit den Zeitebenen spielt. Während der ersten 50 Seiten fordert das schon etwas Konzentration, aber einmal drin, entwickelt sich „Todesfrist“ zum echten Page-Turner. Das zusammenpuzzeln der verschiedenen Handlungsstränge ist jedenfalls Nervenkitzel pur – schließlich enthält der Struwwelpeter 10 verschiedene Geschichten und wie viele Opfer es inzwischen tatsächlich sind, ist nicht immer ganz zu durchschauen. Zwischendrin der nervöse Blick zur Seitenzahl – werden es Sneijder und Nemez schaffen, den Täter rechtzeitig zu stoppen?

    Obwohl das Buch also zum aktiven miträtseln auffordert, schafft es der Autor dennoch immer wieder, auch so alte Krimi-Hasen wie mich zu überraschen!

    Und dann noch Sneijder! Schräge Ermittler gibt es inzwischen ja wie Sand am mehr. Mit Maarten S. Sneijder hat der Autor aber ein ganz besonderes Kaliber geschaffen. Wer Zyniker wie Dr. House nicht mag, wird wohl auch mit Sneijder nicht warm. Ich jedenfalls feiere seine eigenwillige Art – Sabine Nemez als empathischer Gegenpol tut mir angesichts der weiteren Folgebände jetzt schon herzlich leid!

    Fazit: ein toller Reihenauftakt, der mich nachhaltig beeindruckt hat. Ehrlich: ich ärgere mich, dass ich nicht schon viel früher auf meine Kollegin gehört habe!

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    Cover des Buches Codename: Heist9783864954559

    Bewertung zu "Codename: Heist" von Sawyer Bennett

    Codename: Heist
    kreszenzvor 23 Tagen
    Kurzmeinung: Solide Unterhaltung im oberen Mittelfeld, aber bei weitem nicht so heiß, wie es beworben wird.
    Nach einem schwachen zweiten Band geht es jetzt wieder aufwärts!

    Gerade einmal 3 Monate ist es her, dass das Sicherheitsunternehmen Jameson Force Security von Kynan McGrath gegründet wurde und das Geschäft ist bislang mehr als gut angelaufen. Einer von Kynans neuen Mitarbeiterin ist Saint, der gerade erst eine Haftstrafe wegen Diebstahl abgesessen hat.

    Im Auftrag einer Versicherungsagentur reist Saint nach Paris, wo er sich in eine erstklassige Diebesbande einschleusen soll um deren geplanten Coup auszuspähen und die Bande auffliegen zu lassen.

    Was er bis dahin allerdings nicht ahnt: Sindaria „Sin“ Westin, Saints ehemalige große Liebe, gehört ebenfalls zur Truppe. Sofort flammen alte Gefühle in ihm auf. Doch Sin ist auch dafür verantwortlich, dass Saint überhaupt ins Gefängnis musste…

    Nach einem recht starken Start konnte mich die Fortsetzung nicht so ganz überzeugen, da sie vom Setting her zu viele Ähnlichkeiten zum ersten Band hatte.

    Im dritten Teil, den man auch unabhängig von den anderen lesen könnte, geht die Autorin vom Bodyguard-Thema weg und widmet sich der Diebesszene, was ihr größtenteils auch überzeugend gelingt.

    Was mir echt gut gefallen hat: der Spannungsteil kommt zwar nicht zu kurz, dieses Mal wird aber auf stumpfsinnige und übertriebene Action verzichtet – klassischer Heist eben.

    Wie sieht es aber mit dem romantischen Part aus?

    Nun, da Saint und Sin bereits eine gemeinsame Vorgeschichte haben, fällt eine klassische Instant Love Story schon mal aus, was sich ebenfalls wohltuend von den ersten beiden Bänden unterscheidet. Beide Charaktere sind einfühlsam und liebevoll angelegt. Allerdings möchte ich betonen, dass es sich hier um Romantic Suspense im wahrsten Sinne des Wortes handelt. Romantik gibt es, aber: obwohl die beiden viel Sex haben, wird nur sehr wenig davon explizit geschildert. Daher finde ich persönlich eine Einstufung ins Genre Erotik eher irreführend.

    Was mir dieses Mal eher weniger gefallen hat: das Hintergrundgeschehen. Saint arbeitet größtenteils ziemlich autark und das Buch hätte auch ohne Reihen-Bezug gut funktioniert. Mir kam es aber so vor, als wollte es die Autorin aber auf Biegen und Brechen in die Reihe hineinquetschen. Am Anfang werden noch weitere neue Mitarbeiter eingeführt, die dann aber rein gar nichts mit der weiteren Handlung zu tun haben und von denen auch prompt einer wieder rausgeschrieben wird.

    Und natürlich darf am Ende auch die obligatorische Hochzeit mit anschließender Schwangerschaft nicht fehlen. Ich weiß nicht, was das bei den Amis immer soll, aber ein Happy End braucht für mich nicht zwingend Trauschein und Nachwuchs.

    Fazit: solide Unterhaltung im oberen Mittelfeld, aber nicht so heiß, wie es beworben wird.

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    Cover des Buches Milchmann9783608504682

    Bewertung zu "Milchmann" von Anna Burns

    Milchmann
    kreszenzvor 25 Tagen
    Kurzmeinung: Obwohl ich eine Vorliebe für ausgefallene Bücher habe, kann ich diesem Hype leider nicht folgen!
    Don't believe the hype!

    Ein namenloses Mädchen in einer namenlosen Stadt wird von einem namenlosen Kerl gestalkt. Naja, so ganz namenlos ist er nicht. Er wird der Milchmann genannt. Ob er wirklich Milch verkauft ist jedoch fraglich. Jedenfalls ist er stadtbekannt (nicht unbedingt im Guten), wesentlich älter und verheiratet. Auch den Menschen in ihrem Umfeld fällt das Interesse des Milchmanns auf – und interessant zu sein ist alles andere als wünschenswert in diesen Zeiten…

    Zugegeben, ich bin ein großer Fan des Tropen-Verlags. Die Bücher sind immer ein bisschen anders, als die anderer Verlage und weil ich auch ein bisschen anders lese, gefällt mir das eigentlich auch immer ganz gut. Eigentlich.

    Auch „Milchmann“ hat mich wieder sehr neugierig gemacht. Wohl auch, weil die Inhaltsangabe eher karg ausgefallen ist. Und schon auf den ersten Seiten stellte ich fest, dass auch dieser Tropen-Titel in die Kategorie „Einfach anders“ fällt. Das fällt schon mal dadurch auf, dass es keine Namen gibt, sondern nur Bezeichnungen, wie zum Beispiel „Ältere Schwester“. Die komplette Handlung wird aus der Sicht des namenlosen Mädchens erzählt und da sie eher introvertiert ist und sich viele Gedanken macht, strotzt das Buch förmlich vor Schachtelsätzen, die ganze Absätze füllen. Statt Handlung gibt es ellenlange Rückblenden oder Vermutungen, wer was warum denken könnte.

    Das muss man mögen.

    Hinzu kommt noch, dass man nicht nur mitdenken muss, was uns die Protagonistin eigentlich sagen will, sondern auch das komplette Buch abstrahieren muss.

    Ich gebe offen und ehrlich zu: ich bin so unbedarft, dass ich überhaupt erst durch eine Rezension kapiert habe, dass es sich bei der Stadt um Belfast handelt und das Buch zur Zeit des Irlandkonflikts spielt. 

    In besagter Rezension wurde erwähnt, dass es eine Weile braucht, um in dieses seltsame Buch einzutauchen. Leider habe ich das immer noch nicht geschafft.

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    Cover des Buches Das Dorf der toten Seelen9783959674232

    Bewertung zu "Das Dorf der toten Seelen" von Camilla Sten

    Das Dorf der toten Seelen
    kreszenzvor einem Monat
    Kurzmeinung: OMG - was war das denn bitte? Selten einen so atmosphärisch dichten und doch "unblutigen" Thriller gelesen! Bestes Buch seit "Kalte Wasser"!
    Bestes Buch seit langem!

    Seit Jahren ist Alice Lindstedt von der Geschichte des ehemaligen Grubenortes Silvertjärn fasziniert, in dem ihre Großmutter Margareta aufgewachsen ist. Kurz nachdem diese 60 Jahre zuvor weggezogen ist, sind von einem Tag auf den Anderen sämtliche Bewohner unter bislang immer noch ungeklärten Umständen verschwunden. Einzig ein frisch geborener Säugling, sowie die Leiche der "Dorfirren" Birgitta wurden von der Polizei aufgefunden.

    Nachdem Alice die Filmhochschule abgeschlossen hat, plant sie mithilfe einer Crowdfunding-Aktion einen Dokumentarfilm über die Geschichte zu drehen. Zusammen mit ihrem Team Tone, Emmy, Max und Robert bricht sie für eine Woche zu dem verlassenen Ort mitten im Wald auf, um zu recherchieren und Filmmaterial für einen Teaser zu sammeln. 

    Doch schon kurz nach ihrer Ankunft geschehen seltsame Dinge. Alice und Emmy sehen eine fremde Gestalt und das Walkie Talkie gibt mysteriöse Geräusche von sich. Wer ist außer ihnen noch in Silvertjärn? Und was ist damals wirklich passiert?

    Obwohl sehr lange nichts „Schlimmes“ passiert, herrscht bereits ab Seite 1 eine latent bedrohliche Atmosphäre mit Gruselfaktor. 

    Camilla Sten arbeitet viel mit Briefen und Rückblenden und zeichnet so ein sehr anschauliches Bild des kargen Bergbauortes. Die Ängste und Sorgen der Bewohner werden dabei hauptsächlich aus der Perspektive von Alice Urgroßmutter Elsa dargestellt. Jahrelang hat sie als graue Eminenz ganz Silvertjärn zusammengehalten. Sie kennt jeden Einzelnen, Schicksale und Familiengeheimnisse, sie ist die einzige, die sich um Birgitta kümmert.

    Doch dann kommt der junge Pastor Mattias Akerman in die Gemeinde und reißt innerhalb weniger Monate die Führung an sich. Mithilfe eines Jugendbibelkreises zieht er dabei vor allem junge Mädchen in seinen Bann, wie auch Elsas jüngere Tochter Aina. Schon bald muss Elsa feststellen, dass sich nicht nur Aina mehr und mehr von ihr entfremdet…

    Aber auch die Storyline der Gegenwart hat mich gleich gefangengenommen. Wohl jeder, der schon mal einen Lost Place besucht hat, weiß um diese ganz eigenartige Stimmung zwischen Gegenwart und Vergangenheit, wo normale Geräusche plötzlich überlaut erscheinen. Wie muss man sich erst fühlen, wenn man einen so lange unbesuchten und abgeschiedenen Ort betritt? Hinzu kommt, dass jeder der Anwesenden seine ganz eigenen, kleinen Geheimnisse hat…

    Nicht nur bei Alice liegen die Nerven schon bald blank – auch bei mir stellte sich eine Gänsehaut auf!

    Besonders gut hat mir gefallen, dass das Buch sehr viel mit der unterschwellig düsteren Grundstimmung des verlassenen Ortes arbeitet und Silvertjärns Geheimnis wirklich bis zuletzt im Unklaren bleibt. 

    Fazit: Ein stimmungsvoller Gruselthriller der etwas anderen Art. Für alle Fans von „Kalte Wasser“!

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    Cover des Buches Belgariad - Der Blinde9783837144048

    Bewertung zu "Belgariad - Der Blinde" von David Eddings

    Belgariad - Der Blinde
    kreszenzvor einem Monat
    Kurzmeinung: Spätestens jetzt wird klar, dass Eddings das Epos langfristig aufgebaut hat - so langsam laufen alle Fäden zusammen!
    Reinhard Kuhnert liest mit Humor und viel Gefühl

    Das war knapp! Gerade noch rechtzeitig haben es Polgara und Garion an Bord des cherekischen Schiffes geschafft, als es in Sthiss Tor nach einem Vulkanausbruch zur Massenpanik kommt. 

    Das Verhältnis zwischen den beiden ist immer noch angespannt. Garion will partout nichts von seinen magischen Fähigkeiten wissen, denn schließlich hat er bis jetzt anderen nur Leid damit zugefügt. Polgara hingegen befürchtet, dass er eine Gefahr für die Allgemeinheit wird, wenn sich seine Magie unkontrolliert weiterentwickelt. 

    Erst ein Gespräch mit der geheimnisvollen Stimme in seinem Kopf macht Garion klar, dass sie vielleicht doch nicht ganz Unrecht hat. Als er letztendlich doch damit beginnt, seine Fähigkeiten zu erforschen, müssen Belgarath und Polgara jedoch feststellen, dass Garions Macht weit über das hinausgeht, was sie vermutet hatten. 

    Auch dieser Band ist geprägt von der langen Reise quer durchs ganze Land. Aldurs Tal und Prolgu schaffen zwar eine kurze Verschnaufpause – aber so richtig zur Ruhe kommt die Gruppe nicht. Schließlich gilt es immer noch, das Auge Aldurs zurückzuholen und zwar ohne vorher von den immer zahlreicheren Feinden getötet zu werden. 

    David Eddings schafft es allerdings, dass die Quest alles andere als langweilig wird. Mit viel Fingerspitzengefühl baut er bereits existierende Charaktere weiter aus und bringt zusätzlich noch neue ins Spiel. Dabei gerät besonders Silk dieses Mal in eine wirklich brenzlige Situation!

    Erstmals ahnen wir, dass Ce'Nedra noch eine wichtige Rolle spielen wird. Immer wieder sehen wir die Geschehnisse aus ihrem Blickwinkel, was uns auch neue Erkenntnisse über sie selbst bringt. Denn obwohl sie immer noch mädchenhaft und kindlich naiv wirkt, hat sie als kaiserliche Prinzessin auch fundierte Kenntnisse über Politik und Diplomatie.

    Fazit: Spätestens im dritten Band merkt man, dass David Eddings das Epos bzw. einige Handlungsstränge wirklich langfristig geplant und aufgebaut hat - so langsam laufen alle Fäden zusammen!

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    Cover des Buches A Wish for Us9783736311350

    Bewertung zu "A Wish for Us" von Tillie Cole

    A Wish for Us
    kreszenzvor einem Monat
    Kurzmeinung: A touch to much! Hier wird wirklich kein Klischee ausgelassen - und immer wenn man denkt, es kann nicht noch schlimmer kommen. Doch es kann!
    Achtung Spoileralarm!

    Mit gerade einmal neunzehn Jahren hat Cromwell Dean das geschafft, wovon andere Musiker ihr Leben lang träumen: er ist der erfolgreichste Musiker Europas und ein absoluter Superstar. Doch in Wahrheit bedeutet ihm seine Musik nichts. 

    Um zur Ruhe zu kommen beschließt er, nach Amerika zu gehen und ein Musikstudium zu beginnen. Dort betritt er zum ersten Mal eine ihm völlig fremde Welt: das ganz normale College-Leben. 

    Als er Bonnie Farrady kennenlernt, wird ihm klar, dass ihm ausgerechnet dieses Mädchen aus einfachen Verhältnissen emotional zum Verhängnis werden könnte. Denn Bonnie lebt nicht nur für die Musik, sie lässt sich auch nichts von ihm gefallen – im Gegenteil: sie bietet ihm kräftig Paroli und dringt als Einzige zu ihm durch. Bonnie weiß nämlich von seiner Vergangenheit als Wunderkind der klassischen Musik. Dass er sein Talent als DJ verschwendet, nimmt sie ihm mehr als übel.

    Doch dann müssen ausgerechnet diese beiden Streithähne für ein Kompositionsprojekt zusammenarbeiten…

    Schonmal vorab: ich habe mich wirklich seit langer, langer Zeit mit einer Rezi nicht mehr so schwergetan wie bei diesem Buch. Denn anfangs war ich wirklich begeistert!

    Aber eins nach dem anderen. Mein erster Leseeindruck:

    Natüüüürlich haben wir es hier wieder mit einem besonders tragischen Helden zu tun, der – ganz im tätowierten und versoffenen Hardin-Stil - ein schreckliches Schicksal hinter sich hat und auf eine resolute und starke Heldin trifft, die sich von seinem unziemlichen Verhalten nicht im Geringsten darin beirren lässt, sein Geheimnis zu ergründen und sein verwelktes Herz wieder zum Blühen zu bringen. Haaaaach!

    Wie soll es auch anders sein, in der praktisch tsunami-ähnlichen Flut an New-Adult-Romanen? 

    Trotz allem hob sich das Buch aber erstmal wohltuend aus der Masse hervor, was wohl am eher ungewöhnlichen Thema „Klassische vs. Elektronische Musik“ liegt. Cromwell „leidet“ nämlich unter Synästhesie. Er nimmt Töne als Farben wahr, kann Musik also sehen und fühlen – und ist eben ein echtes Genie. Und „leiden“ ist hier tatsächlich der richtige Ausdruck. Denn jede Art von klassischer Musik erinnert ihn an seine Vergangenheit. Daher ist die Zusammenarbeit mit Bonnie auch so belastend für ihn. 

    So, bis hierhin war das Buch echt toll. Das erste Viertel habe ich praktisch verschlungen und richtig mitgefiebert.

    Dann aber der große Twist: Bonnie ist krank. Todkrank. Sie hat seit langer Zeit einen Herzfehler und jetzt wird die Sache akut.

    Und das Buch richtig schlecht. Ein Klischee reiht sich an das andere – es wirklich nichts ausgelassen!

     

    ### Achtung, Spoiler! ###

    Denn Hardin, äh, Cromwell hat eingesehen, dass Bonnie nicht nur seine große Liebe ist, sondern dass er es ihr auch zu verdanken hat, endlich wieder klassische Musik spielen zu können und überhaupt. Letztendlich stellt sich dann auch noch heraus, dass Synästhesie vererbbar ist und sein leiblicher Vater gar nicht sein leiblicher Vater sein kann, sondern dass – große Überraschung – sein echter leiblicher Vater direkt vor seiner Nase war. Ächz. 

     

    Eigentlich hätte ich spätestens da das Buch in die Ecke schmeißen müssen, aber ich wollte ja unbedingt wissen, wie es endet. Schwerer Fehler! 

    Denn natürlich auch für Bonnie kann der Griff in die Klischee-Kiste nicht tief genug ausfallen. Ernsthaft, wer denkt sich denn sowas nur aus??!

    Tillie Cole natürlich, die bislang mit ihrer Reihe der Hades‘ Hangmen eher für brutale und trotzdem sehr heiße Rocker-Action stand. Mit „A Wish for Us“ geht sie dieses Mal nicht nur inhaltlich neue Wege: wer auf sexy Szenen aus ist, wird jedenfalls arg enttäuscht sein. Sie sind schlichtweg nicht vorhanden. 

    Mein Fazit: Hände weg!

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