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lauravoneden

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    Cover des Buches Poppy. Dein Kind verschwindet. Und die ganze Welt sieht zu. (Die Emer-Murphy-Serie 1) (ISBN: 9783548065786)

    Bewertung zu "Poppy. Dein Kind verschwindet. Und die ganze Welt sieht zu. (Die Emer-Murphy-Serie 1)" von Kristine Getz

    Poppy. Dein Kind verschwindet. Und die ganze Welt sieht zu. (Die Emer-Murphy-Serie 1)
    lauravonedenvor 3 Tagen
    Poppy

    Poppy ist mit ihren 2 Jahren bereits ein kleiner Internet Star. Ihre Eltern Lotte und Jens lassen keine Gelegenheit aus, ihre Tochter medienwirksam zu vermarkten. Jeder Schritt der Kleinen wird von Hundertausenden Followern begleitet, egal ob altersgerechte Entwicklung oder peinliche Missgeschicke – die Eltern halten die Kamera immer direkt drauf. Umso größer ist die Bestürzung als Poppy eines Tages aus ihrem Zuhause entführt wird. Wer steckt dahinter und wie soll man den Kreis der Verdächtigen eingrenzen, wenn jeden Tag zig Menschen genau wissen, wo Poppy ist und was sie macht?

    Das Thema des Buches ist höchst aktuell und auch brisant. Auf den Social Media Plattformen gibt es unzählige Accounts, die genau das verkörpern, was im Buch beschrieben wird. Eltern halten jeden Schritt ihres Nachwuchses für ihre Followerschaft fest. Was das Kind gerne isst, wo es regelmäßig auf Spielplätzen ist und wo es zum Kindergarten geht. Auch wenn vielleicht nicht damit hausieren gegangen wird – es ist ein leichtes für jemanden herauszufinden, was für Gewohnheiten bestehen und wo die Familie explizit wohnt. Die Follower sind anonym und können sich hinter ihren Profilen verstecken, während Poppy und ihre Eltern alles preisgeben. Niemand weiß, wer genau zuguckt.

    Thematisch werden vor allem zwei Sachen relevant bearbeitet. Stalking und Pädophilie – denn wer weiß schon, mit welcher Intension die Videos und Bilder von Poppy angeschaut werden? Da tauschen sich Pädophile in eigens erschaffenen Netzwerken über besonders „gelungene“ Aufnahmen von Poppy im Badeanzug aus. Für den einen mag es ein unschuldiges Bild eines spielenden Kindes sein, andere sehen aber eben etwas ganz anderes darin. Möchte man sein Kind tatsächlich solch einer Gefahr aussetzen?

    Nachdem das Thema eigentlich recht interessant eingeführt wurde und wir die Protagonisten kennen gelernt hatten, flaute das Buch leider sehr ab. Die ermittelnden Beamten haben nicht positiv zum Gesamteindruck des Buches beigetragen. Auch die Hintergrundgeschichte zu Lotte und Jens war sehr merkwürdig reinkostruiert, so dass am Ende eine sehr unharmonische Story entstand. Die einzelnen Stränge passten einfach nicht zusammen und ließen die Geschichte total zusammengeschustert wirken.

    Alles in Allem eine gute Grundidee, die jedoch starke Schwächen in der Umsetzung hatte. Nach dem guten Start folgte keinerlei Spannung mehr und auch die Auflösung des Ganzen war nicht befriedigend.

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    Cover des Buches The Dark (ISBN: 9783426227930)

    Bewertung zu "The Dark" von Emma Haughton

    The Dark
    lauravonedenvor 18 Tagen
    The Dark

    Notärztin Kate North hat eine schwere Zeit hinter sich und so kommt ihr ein Jobangebot in der Antarktis gerade recht. Neue Umgebung und neues Tätigkeitsfeld – die perfekte Gelegenheit um alles hinter sich zu lassen. Kaum angekommen, beginnt Kate zu ahnen, dass der Arzt, den sie ersetzt hat, gar nicht bei einem Unfall umgekommen ist…

    Passend zum kälter werdenden Wetter draußen, hat mich das Cover sehr angesprochen und auch das Setting klang aufregend. Eine Truppe von sehr gemischten Leuten, die bis zum Anbrechen des Frühlings in der Antarktis abgeschottet sind. Die Umgebung wurde wirklich sehr eindrucksvoll und atmosphärisch beschrieben. Ein halbes Jahr im Eis, permanente Dunkelheit und die Gewissheit, dass egal was passiert – keine Rettung naht.

    Unsere Protagonistin ist eindeutig auf der Flucht vor ihrem früheren Leben. Anfangs werden nur kleine Bruchstücke angedeutet, doch mit der Zeit wird das Bild etwas klarer. Leider hat mir das nicht geholfen unseren Hauptcharakter besser leiden zu können. Kate ist sehr sprunghaft, nervig und hat absolut kein gutes Verhältnis zu verschreibungspflichtigen Medikamenten. Was diese Dame alles ohne  Bedenken eingeworfen hat, hat mir fast so viel Gänsehaut bereitet wie das kalte Setting. Zum Glück wurde das Geschehen durch die anderen Charaktere etwas aufgelockert, jedoch blieben die meisten von ihnen eher blass.

    Die Story als solche fand ich sehr spannend. Durch die eher überschaubare Anzahl an Leuten auf der Station, konnte man den Kreis der Verdächtigen natürlich nicht sehr groß gestalten, doch die Autorin hat permanent neue Hinweise eingebaut, so dass man immer wieder jemand anderen verdächtigte. Man konnte Kate gut bei der Spurensuche begleiten, denn je länger die Story voranschritt, desto misstrauischer wurde sie. Anfangs war sie mir etwas zu unbedarft, doch mit der Zeit konnte wohl selbst Kate nicht mehr die vielen Unstimmigkeiten übersehen.

    „The Dark“ war ein sehr spannender Thriller in einem kleinen, begrenzten Setting, das aber vor allem durch die Atmosphäre lebte. Man hat eine Idee davon bekommen, wie unerbittlich die umgebende Kälte ist. Damit hatte man quasi zwei gefährliche Widersacher in diesem Buch – den Mörder und die gnadenlose Kälte. Wer Locked Room Settings mag und sich noch etwas mehr Kälte für diese Jahreszeit wünscht, für den könnte „The Dark“ etwas sein!

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    Cover des Buches Die Spende: Thriller (ISBN: B0B72N5T5C)

    Bewertung zu "Die Spende: Thriller" von Louise Jensen

    Die Spende: Thriller
    lauravonedenvor einem Monat
    Die Spende

    Jennas Leben hing am seidenen Faden, durch ein Spenderherz bekam sie eine zweite Chance geschenkt. Doch seit dem ist nichts mehr so wie es mal war. Jenna schottet sich sehr ab und hadert mit ihrem Schicksal. Entgegen aller Vorschriften und Empfehlungen, sucht Jenna den Kontakt zu der Familie der Spenderin. Auf den ersten Blick scheint es sich um eine normale, trauernde Familie zu handeln, doch hinter der Fassade scheint vieles nicht zu stimmen. Allem voran der Unfall, bei dem ihre Spenderin ums Leben kam. War es wirklich ein tragischer Unfall oder hatte doch jemand anderes seine Finger im Spiel..?

    Unsere Protagonistin Jenna macht es einem ziemlich schwer, sie zu mögen. Vieles war für mich nicht nachvollziehbar, übertrieben und einfach unklug gehandelt. Jenna hat es mit absoluter Treffsicherheit geschafft, ihre Situation immer noch ein wenig schlechter zu machen.

    Das Thema der Organspende fand ich sehr interessant beleuchtet. Es wurde weniger auf die medizischen Aspekte eingegangen, vielmehr wurde die psychologische Seite thematisiert. Was macht es mit einem Menschen, ein anonymes Organ zu bekommen, für das jemand anderes gestorben ist? Kann es wirklich möglich sein, dass man plötzlich Erinnerungen hat, die die Spenderin erlebt hat? Jenna lässt der Gedanke an die Spenderin einfach nicht in Ruhe, sie erträgt die Anonymität nicht und sucht Kontakt zur Spenderfamilie. Das jedoch wirft nur noch mehr Fragen auf, so dass Jenna beinah obsessiv anfängt, Nachforschungen anzustellen.

    Das allein und im Zusammenhand mit dem ungeklärten Tod der Spenderin, hätte mir grundsätzlich schon als Storyline gereicht. Allerdings wurde das Ganze dann noch mit einem weiteren Strang verwoben, den ich nicht unbedingt gebraucht hätte. Es wirkte ein bisschen so, als hätte man hier verschiedene Storyansätze in einen Topf geworfen und kurzfristig beschlossen, diese zu verknüpfen.

    Ich fand die Spannungskurve des Buches durchaus gut. Man hangelt sich von einer offenen Frage zur nächsten und hält so die Lust am Weiterlesen stets oben. Insgesamt war „Die Spende“ ein Thriller im guten Mittelfeld, der getrost für leichte Lesestunden geeignet ist.

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    Cover des Buches Das Profil (ISBN: 9783499008245)

    Bewertung zu "Das Profil" von Hubertus Borck

    Das Profil
    lauravonedenvor einem Monat
    Das Profil

    Ein bizarrer Leichenfund in einem Sandkasten hält die Hamburger Polizei auf Trab. Die alteingesessene Kommissarin Franka und ihr neu zugeordneter Partner Alpay können sich zunächst keinen Reim darauf machen, erst recht nicht als eine weitere Leiche einer Influencerin gefunden wird. Was zunächst nicht zusammen passt, scheint dann doch miteinander verknüpft zu sein. Hat es hier jemand auf Influencer abgesehen, die ihr gesamtes Leben im Internet ausbreiten?

    Die Idee, dass ein Mörder sich seine Opfer anhand von Social Media aussucht ist nicht ganz neu, dennoch klang das Buch vom Klappentext und Cover her sehr ansprechend. Auch dass die Ermittler ein sehr ungleiches Team bilden, hat man sicherlich schon öfter gelesen. Franka ist das Paradebeispiel eines „alten Hasen“ bei der Polizei und sie macht es ihrem jungen Kollegen Alpay nicht gerade leicht mit seinen frischen und neuen Ideen Fuß zu fassen. Beide waren nicht gerade große Sympathieträger. Im Laufe der Story nähern sich beide natürlich an, und stellen fest, dass sie eben doch beide voneinander lernen können.

    Die Geschichte lesen wir aus wechselnden Perspektiven – mal als Ermittler, dann wieder als Täter und auch die Opfer werden begleitet. Der Gedanke, dass Serientäter sich ihre Opfer auf Instagram etc. suchen, ist gar nicht so abwegig. Die Opfer teilen bereitwillig ihr ganzes Leben und auch bei größerer Vorsicht ist es eben doch nicht sehr schwer ihre Gewohnheiten, Abläufe oder gar die Wohnadresse rauszubekommen. Kein schöner Gedanke und regt vielleicht auch den einen oder anderen Leser an, seine Präsenz im Internet ein wenig zu überdenken.

    So wenig mir die Darstellung der beiden Ermittler gefallen hat, so viel besser fand ich dann die Kapitel aus der Sicht des Täters. Man dringt sehr tief in seine Gedanken ein und erfährt viel aus seiner Vergangenheit. Man merkt deutlich, dass man versucht hat dem Täter eine gewisse Dimension zu verleihen, was eben bei den beiden Ermittler absolut nicht beglückt ist.

    Grundsätzlich hat mir das Buch gut gefallen, auch die Morde fand ich gut beschrieben, ebenso wie das Katz und Maus Spiel. Das Ende war mir persönlich etwas zu plötzlich und hätte ruhig etwas mehr ausgeschmückt werden können. Ich bin gespannt, ob es ein Wiedersehen mit den beiden Ermittlern geben wird.

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    Cover des Buches Der Sturm (ISBN: 9783352009686)

    Bewertung zu "Der Sturm" von Jane Harper

    Der Sturm
    lauravonedenvor 2 Monaten
    Der Sturm

    Vor 12 Jahren hat sich Kierans Leben mit einem Schlag geändert. Bei einem der schwersten Stürme, die seine Heimatinsel je erlebt hat, kommen sein Bruder und ein Freund ums Leben, ein Mädchen verschwindet spurlos. Noch heute gibt sich Kieran hierfür die Schuld. Nun ist Kieran erwachsen eine eigene kleine Familie gegründet und besucht seine alte Heimat. Doch ganz hinter sich lassen kann er das Geschehene dann doch nicht – am Strand wird die Leiche einer jungen Frau entdeckt und Kieran wird klar, dass dies alles mit dem Unglück von vor 12 Jahren zusammenhängt…

    Nach „Hitze“ ist „Der Sturm“ nun das zweite Buch, das ich von Jane Harper lese. Anders als bei „Hitze“ handelt es sich bei „Der Sturm“ um einen alleinstehenden Thriller, der zu keiner Reihe gehört. Leider finde ich die Bezeichnung Thriller etwas irreführend, da es sich für meine Begriffe eher um einen Spannungsroman handelt. Ein Thriller braucht zwar keine Blut- und Splatterszenen, aber dann muss man eben mehr mit Spannung zwischen den Charakteren arbeiten oder ein paar dunkle Geheimnisse einbauen. Zwar legt Harper durchaus den Fokus auf die zwischenmenschlichen Beziehungen, doch hier plätschert das Buch eher gediegen vor sich hin.

    Was der Autorin jedoch auf jeden Fall gut gelungen ist, ist die detailreiche Beschreibung der Umgebung. Hier wird nicht auf Platte und blumige Umschreibungen gesetzt, sondern eindrucksvoll die raue Küste beschrieben. Das Aktionsfeld bleibt hierbei aber merklich klein, denn wir bewegen uns in einem eher überschaubaren Areal. Klein sind leider auch die Protagonisten geblieben. Obwohl wir vergleichsweise gar nicht so viele Charaktere kennen lernen, bleiben alle doch recht unscheinbar und hinterlassen zumindest bei mir keinen bleibenden Eindruck.

    Die Story selbst fängt eigentlich recht spannend an, nach dem Fund der ersten Leiche fällt die sowieso schon überschaubare Spannung rapide ab. Schade, denn die Geschichte hätte mehr Potential gehabt, ist für mich am Ende aber im Mittelfeld gelandet.

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    Cover des Buches Die Vergessene (ISBN: 9783365001134)

    Bewertung zu "Die Vergessene" von Karin Slaughter

    Die Vergessene
    lauravonedenvor 2 Monaten
    Die Vergessene

    1982 macht sich Emily auf zu ihrem Highschool Abschlussball. Die letzten Monate waren keine leichten für sie, doch trotzdem hofft sie auf einen schönen Abend. Leider wird die Nacht nicht gut enden für Emily, denn jemand möchte sie zum Schweigen bringen…

    Heute, 40 Jahre später, hat Andrea Oliver ihre Abschlussprüfung geschafft und darf sich nun US-Marshal nennen. Ihr erster Job führt sie ausgerechnet nach Baltimore, wo sie dem Richterschutz zugeteilt wird. Sie ist für die Sicherheit einer Richterin verantwortlich – und diese Richterin hat vor 40 Jahren ihre Tochter durch ein grausames Gewaltverbrechen verloren. Doch Andrea ist nicht ganz zufällig in Baltimore, denn auch sie ist durch ihre eigene Vergangenheit in den Fall involviert…

    „Die Vergessene“ baut auf den Geschehnissen aus „Ein Teil von ihr“ von 2018 auf. Der Fall im Buch selbst ist ein abgeschlossener, jedoch tauchen die selben Figuren auf und hier und da wird auch über Sachen aus dem 1. Teil gesprochen. Ich würde also empfehlen zuerst „Ein Teil von ihr“ zu lesen.

    Wie der Klappentext schon verrät bewegen wir uns auf zwei Zeitebenen. Einmal begleiten wir Emily in 1982 und im Heute Andrea, die wir bereits aus dem 1. Teil kennen. Ich bin sehr froh, dass wir hier sehr wenig von Laura lesen, und wirklich nur Andrea und Emily begleiten. Die beiden werden altersgemäß auch sehr unterschiedlich dargestellt. Emily, die sich auf der Schwelle zum Erwachsenwerden befindet und Andrea, die endlich einen sinnvollen und erfüllenden Lebensinhalt gefunden hat.  Ich fand beide sehr sympathisch.

    Wir lesen die Zeitebenen im Wechsel und dröseln so immer weiter die Geschichte auf. Zum Ende werden die losen Enden zusammengefügt, es gibt aber noch genug Spielraum für eine weitere Fortsetzung. Ich fand die Hinführung zur Lösung des Falles auf beiden Zeitebenen sehr spannend. Normalerweise hat man bei solchen Geschichten ja immer einen bevorzugten Handlungsstrang, ich fand beide gleich gut gelungen. Auch die Infos wie das ganze System mit den US-Marshals funktioniert und aufgebaut ist fand ich unglaublich interessant.

    Bemerkenswert finde ich außerdem, dass ich den Fortsetzungsband tatsächlich besser fand als den 1. Teil, was auch nicht oft vorkommt. Alles in allem ist „Die Vergessene“ ein total gelungener Thriller, und ich hoffe, dass die Reihe weiter fortgesetzt wird.

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    Cover des Buches Der finstere Pfad (ISBN: 9783404185832)

    Bewertung zu "Der finstere Pfad" von Jenny Blackhurst

    Der finstere Pfad
    lauravonedenvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Solide Spannung
    Der finstere Pfad

    Laura führt ein beschauliches, nettes Kleinstadtleben. Doch nach ihrer sehr bewegten Vergangenheit hat sie absolut nichts gegen etwas Geruhsamkeit. Die Erinnerung an ihre Vergangenheit kommt je zurück, als Laura im TV einen Beitrag über einen Leichenfund am West Coast Trail sieht. Vor über 15 Jahren hat sie dort eine grauenhafte Wandertour mit Freunden erlebt. Ist das gefundene Skelett die seit dem vermisste Seraphine? Ihr Verschwinden konnte niemals gänzlich aufgeklärt werden, da die Leiche bis heute nicht aufgetaucht ist. Und nach all dieser langen Zeit erhält Laura plötzlich kleine Präsente geschickt, die alle auf die Geschehnisse von vor 15 Jahren hindeuten…

    Die Geschichte spielt sich auf zwei Zeitebenen ab. Einmal lesen wir die Gegenwart aus Lauras Sicht. Wir bekommen mit, dass sie damals bei der Wandertour dabei war. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in einer kleinen Stadt und hat die Erlebnisse von damals gänzlich hinter sich gelassen. Auf der Zeitebene in der Vergangenheit befinden wir uns im Jahr 1999 und begleiten die Wandertruppe bei ihrer Tour. Wir bekommen Stück für Stück die Geschichte offengelegt. Mit der Zeit werden beide Zeitebenen verbunden, ein paar Twists hier und da, und schon hat man am Ende eine stimmige Gesamtstory.

    Sympathieträger war wie immmer niemand im Buch, aber die Autorin hat es wunderbar geschafft, die Charaktere mit Gehimnissen zu umhüllen. Niemand wirkt so richtig vertrauenswürdig, weil man immer denkt, dass jeder irgendwelche Geheimnisse mit sich rumträgt und nie mit der ganzen Wahrheit herausrückt.

    Vom Label „Psychothriller“ bin ich auch bei diesem Buch nicht überzeugt, da mir nicht genug „psycho“ enthalten war, wie auch schon bei jedem anderen Buch der Autorin. Ein Thriller ist es von mir aus, aber es ist nichts enthalten, was den Begriff “Psychothriller” rechtfertigen würde.

    “Der finstere Pfad” ist nun schon das fünfte Buch, das ich von der Autorin lese und bisher waren für mich alle in einem guten Mittelfeld angesiedelt. Die  Bücher sind immer recht solide, nicht überragend, aber immer gut. Für Thriller-Anfänger sind sie sicherlich gut geeignet, aber jemand der ausschließlich Thriller liest, der könnte sie vielleicht ein wenig zu seicht finden. Mir fehlt meist der letzte Kick, um das Buch so richtig atemberaubend zu finden. Aber falls man mal wieder etwas solides und unaufgeregtes sucht, kann man getrost zu den Büchern dieser Autorin greifen. Immerhin ist es auch schon mein fünftes und wird sicherlich auch nicht das letzte sein.

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    Cover des Buches Die Blutliste (ISBN: 9783404188000)

    Bewertung zu "Die Blutliste" von Rainer Löffler

    Die Blutliste
    lauravonedenvor 3 Monaten
    Die Blutliste

    Der Friedhofswärter staunt nicht schlecht, als er in einem offenen Grab die Leiche eines brutal ermordeten Mannes entdeckt. Ermittler Martin Abel vom LKA wird zum Tatort gerufen und stellt fest, dass die eigentlich dort begrabene Leiche verschwunden ist. Besteht vielleicht ein Zusammenhang zwischen den beiden Personen? Schnell kommt der Ermittler auf eine Spur, die zu einem zurückliegenden Mord führt. Kurz danach findet sich ein zweites Mordopfer, das eindeutig vom selben Mörder getötet wurde…


    Ganze 5 Jahre hat es nun gedauert bis Rainer Löffler uns endlich einen neuen Teil in der Reihe um Fallanalytiker Martin Abel präsentiert hat. Ehrlicherweise kann ich mich gar nicht mehr so genau an die anderen Teile erinnern, was ich allerdings noch weiß – sie haben mir unfassbar gut gefallen. Ich war also sehr gespannt, was uns im 4. Teil erwartet.


    Die meiste Zeit lesen wir aus der Perspektive von Abel. Wir haben hier also klassische Ermittlerarbeit und begleiten den Analytiker bei seiner Arbeit. Das kann in manchen Büchern eher trocken und langatmig sein, hier fand ich es aber sehr gut umgesetzt, was sicherlich auch viel damit zusammenhängt, dass Abel grundsätzlich recht sympathisch ist. In den ersten Teilen kam er mir immer etwas mürrisch vor und ich habe ihn mir als alternden Ermittler um die 60 vorgestellt. Jetzt wirkt er irgendwie dynamischer und vor allem auch jünger. Besonders gut gefallen hat mir, dass wir endlich noch etwas mehr zu seiner Hintergrundgeschichte erfahren haben. Später im Buch wechseln wir noch zu einer anderen Perspektive und erfahren durch Rückblenden mehr über die involvierten Personen.


    Zartbesaitete Leser sollten vielleicht Abstand zu diesem Buch halten, denn Löffler hat die Morde wirklich sehr detailreich und bildhaft beschrieben. Von der Brutalität her haben wir hier fast eine Stufe mit Chris Carter. Ich freue mich ja immer, wenn es so tolle Bücher auch mal aus deutscher Feder gibt.


    Ich dachte zunächst relativ schnell, dass ich die Zusammenhänge der Morde entschlüsselt hatte, war allerdings nur auf dem halben richtigen Weg und die letztliche Auflösung hätte ich mir niemals erträumt. Ein kleines Manko hatte das Buch für mich – die Geschichte mit dem Wolf hätte ich nicht gebraucht, die fand ich etwas drüber. Ich weiß nicht, warum das jetzt unbedingt noch mit ins Buch musste.


    Insgesamt war „Die Blutliste“ ein absolutes Highlight für mich, da es Spannung und Brutalität hatte und mich förmlich mitgerissen hat. Ich hoffe sehr, dass wir nun nicht wieder 5 Jahren warten müssen.

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    Cover des Buches Whispering Fields - Blutige Ernte (ISBN: 9783426528228)

    Bewertung zu "Whispering Fields - Blutige Ernte" von Thomas Finn

    Whispering Fields - Blutige Ernte
    lauravonedenvor 3 Monaten
    Whispering Fields

    Kommisarin Sarah Richter wird zu einem ungewöhnlichen Tatort gerufen: bei einem überraschend aufgetauchten Kornkreis wurde eine enthauptete Leiche entdeckt, gleichzeitig wird eine Person vermisst. Dies ist jedoch nicht der erste und letzte Tatort, der sich genauso zeigt. Was geschieht in der Lausitz? Die Kommisarin versucht mit Hilfe von Kollege Schultkas den Tathergang zu ermitteln. Gleichzeitig macht sich der Bruder eines Vermissten selbst auf die Suche und macht erschreckende Entdeckungen…

    Thomas Finn ist mir bereits bekannt für spannende Thriller, die eine übernatürliche Komponente haben. “Whispering Fields” fühlt sich ein wenig an wie ein Jugendbuch, da wir zeitweise Teenager Tom und seine Freunde bei der Suche nach seinem Bruder verfolgen. Diese Jugendkomponente hätte ich tatsächlich nicht gebraucht, da mir die Ermittlersicht in diesem Buch weitaus besser gefallen hat. Vor allem Ermittler Schultkas hat mir gefallen, da man durch ihn ein wenig Wissen über die Sorben mitbekommen hat. Interessant war vor allem das stetig vorhandene Misstrauen der Einheimischen gegenüber den Sorben. Vor allem die älteren Dorfbewohner standen allem was sorbisch ist, eher ablehnend gegenüber. Dieser Keil zwischen den Personengruppen wurde sehr realistisch beschrieben. Was ich übrigens noch nie oder jemals in einem Buch mochte: wenn Autoren versuchen, Personen mehr “Echtheit” einzuhauchen, indem sie sie im Dialekt reden lassen. Nein, einfach nein, bitte nicht.

    Man merkt, dass sich der Autor offenbar sehr intensiv mit Kornkreisen und sorbischen Sagen beschäftigt hat. Kornkreise sind nicht unbedingt ein Thema, das mich sofort catcht, aber diese Verbindung mit sorbischen Sagen, hat sich dann doch interessant und neu angehört. Was mir wie ein spannender Horrorthriller in sommerlicher Atmosphäre klang, hat sich am Ende aber leider etwas gezogen. Viele Stellen im Buch waren unnötig langgezogen und ohne Spannung. Die Atmosphäre, die versucht wurde zu erzeugen, hat mich leider nicht einfangen können. Außerdem dieser stetige Wechsel Richtung Jugendbuch durch die jungen Protagonisten – ich finde hier hätte man sich für eine Altersgruppe entscheiden sollen.

    Leider bin ich etwas enttäuscht von “Whispering Fields” und kann nur hoffen, dass mich das nächste Buch von Thomas Finn wieder mehr überzeugen kann, denn grundsätzlich schätze ich seine Bücher sehr und mag vor allem, dass er merklich immer viel Recherchearbeit für seine Bücher macht, um den Thematiken gerecht zu werden. Es war Okay, aber ich bin besseres gewohnt von Finn und hatte dementsprechend auch eine höhere Erwartungshaltung. Vielleicht sollten sich tatsächlich Jugendhorror-Fans mehr von diesem Titel hier angesprochen fühlen.

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    Cover des Buches Die Hochzeit: Thriller (ISBN: B0B44JXK61)

    Bewertung zu "Die Hochzeit: Thriller" von K.L. Slater

    Die Hochzeit: Thriller
    lauravonedenvor 3 Monaten
    Die Hochzeit

    Die alleinerziehende Mutter Bridget durchlebt einen Alptraum, als ihr 18-jähriger Sohn Jesse von seinem besten Freund Tom getötet wird. Tom wandert dafür 10 Jahre ins Gefängnis. Heute, 10 Jahre später, heiratet Bridget Tom – den Mörder ihres Sohnes. Das gesamte Umfeld des Paares ist entsetzt. Wie kann Bridget diesem Mann verzeihen, geschweige denn ihn heiraten?

    Wow, was für eine spannende Thematik. Auf den ersten Blick fand ich den Klappentext etwas sperrig geschrieben, aber letztlich drückt er eigentlich sehr passend die Grundprämisse des Buches aus. Was kann eine Frau dazu bewegen, den Mörder ihres Sohnes zu heiraten? Noch dazu, dass sie Tom quasi mit aufgezogen hat, weil die beiden Jungs seit ihrer Kindheit unzertrennlich waren. Schon allein das wäre genug Grund, damit die Leute entsetzt hinter ihrem Rücken tuscheln würden. Doch wie sind die beiden zueinander gekommen?

    Wir lesen die Geschichte aus mehreren Perspektiven. Auch die Vergangenheit wird beleuchtet, so dass wir die Story Stück für Stück aufdröseln können. Sowohl die Mütter der beiden Jungs machen über die Jahre eine enorme Veränderung durch, aber auch Tom verändert sich durch seine Jahre im Gefängnis. Es wird auch beschrieben, wie das heutige Ehepaar zueinander gefunden hat, was für mich ehrlicherweise aber immer noch keine gute Erklärung war. Es schwang permanent ein ungutes Gefühl mit, da ich immer den Gedanken hatte, dass jemand hier nicht ehrlich ist und seine ganz eigenen Interessen verfolgt.

    Ich fand die Erzählweise durch die abwechselnden Charaktere und Zeitebenen sehr spannend, da die Story so nicht geradlinig verlief. Sympathieträger war irgendwie niemand, wenngleich ich ein gewisses Grundverständnis für alle hatte. Eine sehr spannende Thematik, die mitreißt und mit einer gewissen Sogwirkung beschrieben wurde. Ich war so gefesselt, dass ich “Die Hochzeit” in einem Rutsch durchgelesen habe!

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