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    Cover des Buches After the Fire (ISBN: 9783423650328)

    Bewertung zu "After the Fire" von Will Hill

    After the Fire
    lex-booksvor 15 Tagen
    Lesenswertes Jugendbuch Thema Sekten

    After the fire… nach einem Feuer befindet sich die 17-jährige Moonbeam zum ersten Mal in ihrem Leben außerhalb des Camps “Heilige Kirche der Legion Gottes”, eine straff hierarchisch und patriarchalisch organisierte Sekte, die sich abseits der Zivilisation in der texanischen Wüste niedergelassen hat und ihren Mitgliedern die Schändlichkeit der Menschheit predigt.

    Im Gegensatz zu anderen Kindern des Camps, die nur den Alltag innerhalb der Glaubensgemeinschaft kennengelernt haben, erinnert sich Moonbeam noch an eine Zeit, in der sich die Legionäre nicht ganz so kompromisslos von der Gesellschaft abgewandt haben – an die Zeit VOR Father John, der die Gruppe mit harter Hand und massiver Indoktrination anführt. Vielleicht hat sich Moonbeam deshalb einen Rest gesundes Misstrauen und Kritikfähigkeit bewahrt.

    Eines Tages kommt es zu einem eklatanten Zwischenfall, in dessen Folge mehrere Mitglieder der Sekte ums Leben kommen und Moonbeam in die Kinderpsychiatrie überwiesen wird, wo sie sich langsam einem Therapeuten öffnet.

    Die Handlung springt zwischen zwei Zeitebenen, Moonbeams Aufenthalt in der Klinik (Danach) und ihren Erlebnissen im Camp (Davor) hin und her. Kurze Kapitel und ein angenehmer Schreibstil, lassen leicht in das Geschehen finden. Und auch die sympathische Protagonistin weckt schnell Interesse am Fortschreiten der Handlung.

    Persönlich fand ich einige Szenen etwas zu temperamentlos abgewickelt und einige Nebenfiguren zu farblos, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Auch läuft sich die Spannung – gerade in der zweiten Hälfte – ein klein wenig aus. Wie auch immer. Der Großteil der Geschichte gestaltet sich glaubwürdig und packend. Ohne gravierende emotionale Schockmomente bzw. altersgerecht erzählt, verdeutlicht der Autor die ekelhaften Mechanismen von Sekten, wie Manipulation, Angsterzeugung und Unterdrückung.

    Wen das Thema anschließend nicht loslässt, der kann übrigens noch etwas recherchieren: In seinem Buch bezieht sich Will Hill teilweise auf reale Ereignisse, nämlich die Belagerung der Branch Davidians in Waco (USA) und dessen Anführer David Koresh. Über ihn gibt es zahlreiche Artikel im Netz, die ebenso lesenswert wie abstoßend sind.

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    Cover des Buches Das Gerücht (ISBN: B07R66SX5G)

    Bewertung zu "Das Gerücht" von Lesley Kara

    Das Gerücht
    lex-booksvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Nette Idee. Leider viel zu wenig Spannung zwischen den Seiten.
    Könnte etwas mehr Spannung vertragen, trotzdem lesenswert

    Die Spannung könnte zwar etwas ausgeprägter sein. Trotzdem konnte mich dieser recht ruhige Thriller mit einer guten Prämisse und einer überraschenden Auflösung unterhalten. 

    Alles beginnt ganz harmlos: Joanna zieht mit ihrem Sohn Alfie von London in eine Kleinstadt am Meer, um noch einmal neu anzufangen, da Alfie in seiner alten Schule gemobbt wurde. So weit, so gut. Eines Tages hört Joanna, dass die Kindermörderin Sally McGowan, die als Zehnjährige einen Freund umgebracht hat, unter anderem Namen in der Stadt leben soll. Obwohl Joanna eigentlich keine Gerüchte verbreiten mag, erzählt sie anderen Müttern davon. Sie ahnt nicht, was sie damit lostritt. Das Gerücht zieht immer weitere Kreise. Bis Joanna plötzlich Drohungen erhält und befürchten muss, in den Fokus von Sally McGowan geraten zu sein.

    Lesley Kara stellt mit Joanna eine Protagonistin in den Mittelpunkt, die eher gewöhnlich als ausgefallen ist. Immobilienmaklerin, alleinerziehende Mutter. Weder besonders ex- noch introvertiert. Man kann sich mit ihr identifizieren; mit ihrer natürlichen Neugier und den schwachen Momenten, in denen sie Dinge weitererzählt, um sich interessant zu machen bzw. als Neue von den Kleinstadtmamas akzeptiert zu werden. Gar nicht einmal unbedingt um ihrer selbst willen, sondern vielmehr aus Angst, ihrem kleinen Sohn könnten Nachteile entstehen, wenn sie als Mutter nicht integriert ist. 

    Und so nimmt das Schicksal seinen Lauf. Joanna plappert sich mehrfach um Kopf und Kragen. Aus einem Gerücht wird ein konkreter Verdacht. Aus einem Verdacht, zielgerichtete Wut. Und man fragt sich, wo das hinführen mag. Lebt Sally McGowan wirklich in der Stadt? Geht von ihr eine Gefahr aus? Oder muss man sich eher um die Hexenjagd Sorgen machen, die einige Bewohner veranstalten? 

    Stellenweise wünscht man sich für diese pfiffige Geschichte einen strafferen Spannungsbogen. Joannas Alltag wird für meinen Geschmack doch etwas ausufernd mit vielen unnötigen Ausschmückungen dokumentiert, ein Manko, das leider viele Thriller aufweisen. Andererseits bleibt Lesley Kara durchgehend glaubwürdig und erspart uns LeserInnen etliche populäre Manöver aus dem Schema-F-Baukasten des Kriminalromans, wie etwa dramatische Cliffhanger am Endes jeden Kapitels. 

    Wer also gerne herumknobelt und dabei auch ohne Blut auskommt, der sollte in „Das Gerücht“ durchaus einmal einen Blick werfen. Die Geschichte ist sicher nicht spektakulär, aber stimmig und clever erdacht.

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    Cover des Buches Hexen hexen (ISBN: 9783956402258)

    Bewertung zu "Hexen hexen" von Roald Dahl

    Hexen hexen
    lex-booksvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Erfrischende Comicversion eines Kinderbuchklassikers
    Frischer Anstrich für Kinderbuchklassiker

    Roald Dahls Kinderbuchklassiker „Hexen hexen“ erlebt aktuell eine Renaissance. Nicht nur kommt die Geschichte 2021 unter der Regie von Robert Zemeckis (Forrest Gump, Zurück in die Zukunft) zum zweiten Mal in die Kinos, nein, vor wenigen Wochen ist bereits diese wunderbare Comic-Variante erschienen.

    Ich liebe die Geschichte seit Kindertagen und auch die Graphic Novel hat es mir angetan. Die französische Zeichnerin Pénélope Bagieu beweist bei der Adaption der fast 40 Jahren alten Dahl-Erzählung ein sicheres Händchen. Sie schafft es, sowohl den humoristischen Anteil, als auch den Grusel, der dem Buch fraglos innewohnt, perfekt umzusetzen und letzteren ein wenig abzumildern.

    Dahl (1916-1990) war bekannt für seine skurrilen, unberechenbaren Einfälle. Seine Erzählkunst setzt weniger auf Moral und heile Welt, sondern zeigt die Dinge zumeist unverblümt bis kompromisslos. Und böse Hexen sind in seiner Geschichte … nun, eben jenes, abgrundtief böse! So schürt Roald Dahl genüsslich die kindliche Angst vor Hexen, indem er sie uns als kinderhassende Monster präsentiert, die (getarnt als freundliche Damen) ständig auf der Suche nach neuen Opfern sind, um diese heimtückisch zu verzaubern. Dahls Hexen tragen Perücken und Handschuhe, haben ein lila Glimmen in den Augen und sind – ohne ihre Maskerade – abstoßend hässlich. Nichts für schwache Gemüter!

    Wie jede Geschichte hat jedoch auch „Hexen hexen“ einen tapferen Helden. Genau genommen sogar zwei. Einen kleinen Jungen und seine Großmutter. Da die Eltern des Jungen bei einem Autounfall ums Leben gekommen sind, kümmert sich fortan seine Oma um ihn. Eine scharfsinnige, zigarrenrauchende alte Dame, die schon im Originaltext Kultpotential aufweist, in Bagieus Comic aber als urkomisches, winziges Persönchen, mit dicker Brille und lila Haaren zum eigentlichen Star avanciert. Love it!

    Liebevoll kümmert sie sich um ihren Enkel und warnt ihn zugleich immer wieder eindringlich vor Hexen, von deren Existenz sie fest überzeugt ist. Wie das Schicksal es will, verbringen die beiden einen Kururlaub ausgerechnet in dem Hotel, in dem die versammelte Hexenschaft des Landes ein Treffen abhält. Schlimmer noch: Hier planen die Hexen die Auslöschung aller Kinder. Mithilfe der ominösen Formula 86. Das muss selbstverständlich verhindert werden! Ein spannendes Abenteuer beginnt.

    Mit einem Umfang von 300 Seiten übertrifft Bagieus Graphic Novel Dahls Buch um gut 100 Seiten, gibt die Geschichte aber straff, dynamisch und nahezu originalgetreu wieder. Lediglich den verfressenen Bruno Jenkins ersetzt Bagieu durch ein pfiffiges Mädchen und stellt sie dem kleinen Protagonisten als Freundin zur Seite, was jüngere LeserInnen wohl als beruhigend erleben dürften.

    Typisch für Bagieu ist der legere, teilweise skizzenhafte Zeichenstil, der Hintergrunddetails fast gänzlich ausspart. Gefühle wie Entsetzen oder Überraschung werden dennoch greifbar vermittelt, die Dahlschen Protagonisten somit gekonnt zum Leben erweckt. Das ist die große Stärke und unverkennbare Handschrift der Zeichnerin. Mit einfachen Mitteln ist sie hocheffektiv.

    Bei der Altersempfehlung würde ich auf 10 plus setzen. Wenngleich zu vermuten ist, dass ohnehin vermehrt Erwachsene ihr Bücherregal um dieses Schmuckstück bereichern werden, die „Hexen hexen“ noch aus Kindertagen kennen und Dahls außergewöhnliche Kreativität bis heute zu schätzen wissen.

    Insgesamt eine wunderbare Interpretation, die mein begeistertes Herz für Roald Dahls Klassiker wieder einmal höher schlagen lässt und meine Vorfreude auf die Kinofassung 2021 (mit Anne Hathaway als fiese Oberhexe) kräftig anheizt.

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    Cover des Buches Vengeful - Die Rache ist mein (ISBN: 9783596705023)

    Bewertung zu "Vengeful - Die Rache ist mein" von V. E. Schwab

    Vengeful - Die Rache ist mein
    lex-booksvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: 4,5 Pkt. Rasant, spannend, Popcornkino für den Kopf... aber mit vielen X-Men-Parallen.
    X-Men, zweite Runde

    Toll, wenn Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern sogar übertroffen werden. „Vengeful- Die Rache ist mein“ (der Nachfolgeband von "Vicious") hat mich extremst gut, vielleicht sogar noch  besser als Teil eins unterhalten.

    Er ist wieder rasant, ja nahezu filmisch geschrieben, mit einem konstanten Spannungslevel, der von zahlreichen Zeitsprüngen unterstützt wird. Ich bin nur so durch die Seiten gerauscht. Vergleiche mit X-Men muss sich die Serie sicher weiterhin gefallen lassen, da die Grundidee sich kaum davon abhebt: Bestimmte Menschen entwickeln unterschiedliche Superkräfte:

    Das Schöne ist, dass die Ideen hier quasi unerschöpflich sind. Und so treten in der Fortsetzung einige neue Charaktere mit interessanten Fähigkeiten auf. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt: Eine der coolsten Figuren ist eine Gestaltwandlerin namens Mysti…, pardon, June. In diesem Punkt fehlt der Reihe – ich muss mich wiederholen – wohl einfach das Alleinstellungsmerkmal. Sie hat ansonsten alles, was das Herz von Superheldenfans begehrt. Aber wahrscheinlich sollte man eher Antiheldenfans sagen.

    Mir fiel der Einstieg sehr leicht. Die Charaktere waren mir alle noch präsent. Die sensible Sydney war für mich erneut eine der spannendsten ProtagonistInnen. Zu ihr kann man als Leser am ehesten einen Bezug aufbauen, während Eli und Victors Motive bis zu einem gewissen Grade undurchsichtig und oberflächlich bleiben. Auch wenn ihre Biografien mit weiteren Infos bestückt werden, zeichnen sich beide vornehmlich durch Skrupellosigkeit aus. Mir fehlen hier deutlichere Grautöne, um sie besser verstehen zu können.

    Im Endeffekt kann man die Handlung wohl zusammenfassen mit: Wer trickst und schaltet am Ende wen aus? Und genau an diesem Punkt kommt für mich wieder Sydney ins Spiel, deren Schicksal mir als Leserin stark am Herzen liegt und ohne die mir die ganze Geschichte wohl zu flach wäre.

    Zur Handlung möchte ich ausnahmsweise nicht viele Worte verlieren. Im Zentrum stehen zwar Eli und Victor, großen Unterhaltungswert haben aber wieder die unterschiedichen Koalitionen der EOs (ExtraOrdinäre), deren Fähigkeiten sich auf faszinierende Art ergänzen. Vor allem die Neuzugänge Marcella (eine Mafiabraut) und Gestaltwandlerin June haben mir mit ihrer Art und ihren Skills gut gefallen, so dass ich zusammenfassend nur sagen kann: Ich freue mich auf die Fortsetzung… und hoffe, dass es sie geben wird, da ich hierzu nirgendwo einen Hinweis gefunden habe. Das Ende deutet aber stark auf einen dritten Teil hin. 4,5 Pkt

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    Cover des Buches Das Lied von Vogel und Schlange: Die Tribute von Panem X (ISBN: B0885VGNCS)

    Bewertung zu "Das Lied von Vogel und Schlange: Die Tribute von Panem X" von Suzanne Collins

    Das Lied von Vogel und Schlange: Die Tribute von Panem X
    lex-booksvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Äußerst wohlwollend auf drei Punkte aufgerundet, aber von dem Sog der ersten Bücher war nicht viel zu spüren.
    Im Vergleich enttäuschend, für Fans eine interessante Rückkehr in die Welt von Panem

    Ich habe mich auf das Hörbuch gestürzt, sobald es draußen war. Nun, ein paar Tage später, bin ich echt enttäuscht. Das liegt zum einen daran, dass ich 16 Hörstunden über die Jugend von Ekelpaket Snow nicht wirklich faszinierend fand. Vor allem aber daran, dass das Buch hölzern wirkt. Mit zuviel Fokus auf (blassen) Nebenfiguren, zu wenig Spannung und lebendigen Bildern und einen beachtlichen Einschlag ins *Anakin-Vader-Drama*, das von vorneherein absehbar ist.

    Als Vorgeschichte ist es vielleicht ganz interessant zu sehen, in welchem Umfeld die Spiele mehr als 50 Jahre vor Katniss entstanden sind. Zeitlich deutlicher näher an der Revolution, sind die Menschen im Kapitol noch nicht ganz die blasierten, realitätsfernen Eliten, wie wir sie kennengelernt haben. Vieles ist in der Entwicklung - sowohl die Show, als auch die Kampfsituation selbst und die Einstellung zu den Spielen: Fast niemand schaltet seinen Fernseher ein, um zu sehen, wie Teenager sich gegenseitig ermorden. Und die Jugendlichen werden auch noch nicht für die Spiele aufgepäppelt und herausgeputzt, sondern eher wie Ungeziefer behandelt.

    Dieser Kontrast war während der ersten Hörstunden ganz nett, wirklich Fahrt nahm die Handlung allerdings nicht auf. Wir LeserInnen erleben alles aus der Sicht von Snow, der seinerseits nur passiver Beobachter der Hungerspiele ist und sich ansonsten hauptsächlich mit seinem gesellschaftlichen Stand innerhalb des Kapitols beschäftigt. Für mich war das zunehmend ermüdend.


    Das letzte Drittel behandelt die Konsequenzen der Geschehnisse, stellt die Weichen für die Katniss-Ära und erfordert nochmal ordentlich Geduld... puh.

    Fazit: Gedehnt, spannungsarm. Kommt absolut nicht an die Trilogie, vor allem die ersten beiden Teile, heran. Ist als Vorgeschichte für Fans möglicherweise interessant. Konsequent in gewisser Weise, wenn auch voraussehbar. Lob an den Sprecher, der seine Sache sehr gut macht. 2,5 Pkt. und Umtausch bei Audible.

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    Cover des Buches Meine wunderbare Frau (ISBN: 9783442205745)

    Bewertung zu "Meine wunderbare Frau" von Samantha Downing

    Meine wunderbare Frau
    lex-booksvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Amüsantes Thrillerdebüt. Ich ahnte zwar, wie es endet und zur Mitte gab es einige Längen, aber es machte dennoch Spaß! Autorin merke ich mir
    Kommentare: 2
    Cover des Buches Hey, Sherlock! (ISBN: 9783499001314)

    Bewertung zu "Hey, Sherlock!" von Simon Mason

    Hey, Sherlock!
    lex-booksvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Nach einem schwachen zweiten Band steigt die Spannungskurve wieder...
    Erfrischend anders und wieder besser als Band 2

    „Hey, Sherlock“ ist der dritte Teil der Jugendkrimireihe um Superhirn Garvie Smith, die in meinen Augen extrem vielversprechend begann, im zweiten Teil aber genauso extrem nachließ. Die Geschichte war wirr und die Charaktere verhielten sich zu übertrieben. Eine Riesenenttäuschung nach dem tollen ersten Band.

    Glücklicherweise ist der neue Fall deutlich besser und strukturierter als sein Vorgänger. Das freut mich, denn die Serie ist unter den Jugendkrimis etwas Besonderes: Ein bisschen kantig, rauh, unkonventionell. Sie stellt Außenseiter in den Mittelpunkt und bringt Themen wie Drogenmissbrauch, Mobbing, Vernachlässigung etc. auf den Tisch. Die Protagonisten sind keine Sympathieträger, aber geradeheraus; Typen, die quatschen, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Mir gefällt das.

    Garvie hat die Schule inzwischen abgebrochen und verdient sich gemeinsam mit seinem Freund Smudge Geld mit dem Bau von Zäunen. Wirklich geeignet ist Garvie für die Arbeit nicht. Sein wahres Talent ist die Mathematik. Und das Lösen rätselhafter Fälle. Wie das so ist in Garvies Leben muss er nicht lange auf eine neue Herausforderung warten. Arzttochter Amy Roecastle ist verschwunden. Inspector Singh ermittelt und Garvie greift ihm wie üblich auf zweifelhafte Weise unter die Arme. Welche Wendung der Fall dann aber nimmt, damit hätte keiner von beiden gerechnet.

    Es ist nicht so, dass mir das Buch bis ins kleinste Detail gefallen hätte. Vor allem die Lovestory, die Mason konstruiert fand ich nicht überzeugend. Schon im zweiten Band hatte er den einzelgängerischen, verbissenen Garvie in eine höchst seltsame Liebesgeschichte verstrickt. Ich habe den Eindruck, dass Garvie sich immer sehr dramatisch in mega gut aussehende Mädchen verliebt. Das kommt einfach zu oberflächlich und unnatürlich rüber.

    Davon abgesehen rollt Mason den Fall solide auf. Vor allem die erste Hälfte ist durchweg dicht und spannend. Eine weitestgehend schlüssige Auflösung versöhnte mich mit kleinen logischen Patzern und Längen während der zweiten Halbzeit.

    Schön auch, dass die Figurenzeichnung feiner ausfällt. Zwar teilen die Protagonisten ihre Gedanken immer noch zu selten mit dem Leser, doch der oft bis zur Nervigkeit coole Garvie wirkt in diesem Teil stellenweise wenigstens etwas nachdenklicher, verantwortungsvoller. Und die Beziehung zwischen ihm und Singh entwickelt sich in eine interessante Richtung. Da darf gerne noch mehr kommen!

    Fazit: Die „Garvie Smith“-Reihe ist sicher nicht jedermanns Sache, punktet aber mit coolen, eigenwilligen Typen und unbequemen Themen. Die Serie vermittelt Verständnis für Menschen, die anders sind oder am Rande der Gesellschaft leben, indem sie Zusammenhänge aufzeigt und wertfrei bleibt. Last but not least ist der neue Fall wieder deutlich spannender und dichter als Band zwei. Ich bin gespannt, ob noch mehr Garvie-Bücher erscheinen. Das Ende klingt ein wenig nach Abschied. Vielleicht geht es aber auch weiter mit Garvie und Inspector Singh… ich würde mich freuen. 3,5 gute Pkt.

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    Cover des Buches Ellingham Academy - Die geheimnisvolle Treppe (ISBN: 9783743202337)

    Bewertung zu "Ellingham Academy - Die geheimnisvolle Treppe" von Maureen Johnson

    Ellingham Academy - Die geheimnisvolle Treppe
    lex-booksvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Das Tempo lässt vermuten, dass die Handlung auch in zwei statt drei Bände gepasst hätte. Mir ist die Reihe aber weiterhin sehr sympathisch.
    Gemütlich aber unterhaltsam

    Im Grunde gefällt mir die Fortsetzung der Reihe genauso gut wie der Auftakt. Was nicht wirklich überraschend ist, denn Maureen Johnson macht auftechnisch nicht viel anders. Die ersten 80 Seiten dienen dazu, im Plot anzukommen. Immer wieder gibt es kleine Einschübe zu dem, was bisher geschah. Das kam mir sehr entgegen, weil in der Ellingham Academy doch etliche Personen und Handlungsfäden herumschwirren, von denen ich nach mehr als einem Jahr nicht mehr alle detailliert im Kopf hatte.

    Wir erinnern uns: You-Tube-Star Hayes ist tot. Wurde er ermordet? War es ein Unfall? Die Umstände sind jedenfalls seltsam. Noch dazu scheint Davids Freundin Ellie auf irgendeine Weise in Hayes Tod verstrickt zu sein. Doch seitdem Stevie sie mit einigen handfesten Lügen konfrontiert hat, ist sie verschwunden. Für Hobby-Detektivin Stevie gibt es also mehr Aufklärungsarbeit als je zuvor. Immerhin: Ihrem eigentlichen Ziel – einen über 80 Jahre zurückliegenden Entführungsfall zu lösen -, ist sie endlich näher gekommen. Eine alte Blechdose, versteckt in die Ellies Bett, entpuppte sich als Goldgrube. Und als eine bekannte Buchautorin Stevie bittet, sie bei der Recherche einiger Fakten zum Ellingham-Fall zu unterstützen, stürzt sich Stevie mit doppeltem Feuereifer in die neue Aufgabe … in der Hoffnung weitere Puzzleteile zu finden.

    So glatt, wie das klingt, gestalten sich Stevies Nachforschungen dann natürlich nicht. Dafür sorgt alleine schon ihre komplizierte Beziehung zu David und dessen Unsympathen von Vater, Senator Edward King. Gut, dass Stevie in jeder Hinsicht auf ihre Freunde zählen kann: Janelle, Vi, Nate und sogar Wachmann Larry stehen felsenfest an Stevies Seite und begeisterten auch mich wieder mit ihrer Loyalität und ihrem Humor. Besonders Schreibblockaden-Nate ist mir inzwischen ans Herz gewachsen.

    Es gibt wirklich nicht viel, was ich an dieser Reihe kritisieren möchte: Wenn überhaupt, nimmt sich Maureen Johnson vielleicht ein bisschen zu viel Zeit bei der Auflösung. Das Tempo ist schon eher gemütlich. Man kommt im zweiten Teil zwar deutlich voran, aber ich habe die leise Vermutung, dass die Handlung auch in zwei Bände passen würde. Dafür hätte ich dann liebend gerne auf ein paar unnötige Abzweigungen verzichtet, hier etwa die Sache mit Stevies Vertrauensbruch gegenüber David, der Stevie nicht besonders gut zu Gesicht steht. Aber okay..

    Mein Spaß ist ungebrochen. Einiges scheint sich genau so zu entwickeln, wie ich es mir gedacht habe. Was mich nicht stört, denn es bedeutet: Man kann nach wie vor miträtseln und sich ansonsten einfach zurücklehnen und sich von Maureen Johnson in gruselige Geheimgänge, urige Bibliotheken, vermiefte Turnhallen, behagliche Gemeinschaftsräume, nebelige Wälder und zwischendurch immer wieder per Rückblick ins Jahr 1936 – (Achtung Wortspiel!) – entführen lassen. Für mich weiterhin ein toller Krimi-Schmökerspaß!   Empfehlenswert für Fans von Mysterystories mit Internatsflair, liebenswert-spleenigen Protagonisten und einem Schuss Lovestory.

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    Cover des Buches VANITAS - Grau wie Asche: Thriller (Die Vanitas-Reihe 2) (ISBN: B07ZPVGVGD)

    Bewertung zu "VANITAS - Grau wie Asche: Thriller (Die Vanitas-Reihe 2)" von Ursula Poznanski

    VANITAS - Grau wie Asche: Thriller (Die Vanitas-Reihe 2)
    lex-booksvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: 3,5 Pkt. - typisch Poznanski. Unterhaltsam mit dem üblichen Eindruck, dass die Dinge zu sehr "hingebogen" werden.
    Auf Biegen und Brechen

    Band 1 der Serie konnte mich gut unterhalten, wenngleich Carolins Aktionen mir beileibe nicht immer plausibel erschienen. Ähnlich ist es auch dieses Mal: Die Geschichte liest sich gut und hat viele spannende Momente, ringt aber erneut mit der Glaubwürdigkeit.

    Carolin ist nach ihrem Einsatz in München wieder zurück in Wien, in ihrem „Tarnjob“ als Blumenhändlerin am Zentralfriedhof. Die Ruhe hält nicht lange an. Carolin befürchtet, dass ihre russischen Verfolger auf sie aufmerksam geworden sind. Zudem wird der Friedhof von Grabschändern heimgesucht. Gräber werden nachts geöffnet, die Überreste der Toten herausgeholt und satanistische Symbole hinterlassen. Schließlich geschieht ein Mord und Carolin fühlt sich beobachtet. Leider hat auch die Polizei mehr Interesse an ihr, als ihr lieb ist….

    Ja und gerade an diesem Interesse der Polizei ist Carolin nun nicht ganz unschuldig, muss ich sagen. Miss-Marple-like beginnt sie heimlich in den Friedhofsdelikten zu ermitteln und läuft dabei immer wieder Kommissar Tassani über den Weg, dem sie nach Gutdünken Beweise zuspielt oder vorenthält und sich damit in Widersprüchlichkeiten verstrickt. Unauffällig ist anders. Gerade anfangs fehlte mir oft das Verständnis für Carolins Entscheidungen.

    Im Grunde hält man hier wieder ein typisches Poznanski-Buch in den Händen. Mit allen Stärken und Schwächen. Auf der Plusseite schlägt der eingängige Schreibstil zu Buche, amüsieren kleine Rätsel, Carolins Verkleidungen und ihr Aktionismus, der innerhalb ihrer eigenen, von Misstrauen und Verfolgungswahn bestimmten Welt, durchaus stimmig ist. Auf der anderen Seite wird vieles zu stark vereinfacht und künstlich vorangetrieben. Wobei die Geschichte im Mittelteil gleichzeitig gestreckt und etwas monoton daher kommt. Erst im letzten Drittel ändert sich das, wenn es an die Hintergründe geht, bei denen sich Poznanski erneut an gewichtige Themen heranwagt, diese jedoch zu knapp in ihren Protagonisten verankert, so dass es den Charakteren und der gesamten Thematik an Tiefe und Komplexität fehlt.

    Manchmal frage ich mich, ob Poznanski vielleicht zuviel in zu kurzer Zeit veröffentlicht und ihre Bücher mit weniger Abgabedruck nicht an Qualität gewinnen würden. Nicht, dass ihre Bücher schlecht wären. Das finde ich eigentlich nicht. Aber die Mankos ähneln sich, vor allem der Eindruck, dass Dinge zu stark „hingebogen“ werden. 

    Fazit: Poznanski tut, was sie am besten kann: Sie lässt LeserInnen in die Gedankenwelt einer anderen Person eintauchen. In diesem Falle in die von Protagonistin Carolin, eine Blumenhändlerin undercover, auf der Flucht vor der brutalen Russenmafia. Ähnlich wie im Auftakt hat man es hier mit zwei Fällen zu tun (die Grabschändung samt Hintergrundthematik und den umspannenden Mafiaplot). Beides greift etwas holprig ineinander und ist auch wenig komplex ausgearbeitet. Dennoch hat mir die Geschichte einige spannende Lesestunden beschert. Die Figuren handeln zwar nach wie vor nicht durchgehend nachvollziehbar, aber die Kombination aus Agententhriller und Krimi ist amüsant und der Schreibstil schön.

    Liebhaber tiefschürfender Thrillerkost dürften weniger Freude an der Vanitas-Reihe haben, Fans der Autorin werden sich wohl überwiegend in diesem recht typischen Poznanski-Plot heimisch fühlen.

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    Cover des Buches Immer wieder für immer (ISBN: 9783551583925)

    Bewertung zu "Immer wieder für immer" von Justin A. Reynolds

    Immer wieder für immer
    lex-booksvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Nicht unvergesslich, aber nett. Der Murmeltier-Faktor wäre aber nicht nötig gewesen.
    Sympathisches Jugendbuch über die Liebe, das Leben und die Freundschaft

    An diesem Buch bin ich eher zufällig beim Durchstöbern von Klappentexten hängengeblieben. Auf der Rückseite entdeckte ich eine Empfehlung von Becky Albertalli, deren Roman "Love Simon"/"Nur drei Worte" ich sehr gerne mag. Ich erwartete daher eine ähnlich herzerwärmend-humorvolle und vergleichsweise authentische Geschichte. Und die bekam ich auch.

    Jack schmachtet seit Ewigkeiten Jillian an. Aber es ist hoffnungslos: Denn Jillian ist nicht nur seine beste Freundin. Sie ist auch mit seinem besten Freund Franny liiert. Und plötzlich steht Jacks Gefühlswelt Kopf: Auf einer Studentenparty lernt er Kate kennen. Hübsch, schlagfertig, witzig. Doch das Beste ist: Kate mag ihn auch. Alle Zeichen stehen also auf Happy End. Was Jack nicht weiß: Kate ist krank, unheilbar krank.

    Ich denke, ich spoilere nicht, wenn ich verrate, dass Kate stirbt. Das steht nämlich in der Inhaltsangabe. Damit ist die Story aber noch lange nicht zu Ende. Denn Jack bekommt eine neue Chance. Die Zeit stellt verrückte Dinge an und befördert Jack wieder an den Ausgangspunkt seiner Beziehung zurück. So erlebt er seine wenigen Monate mit Kate nicht nur ein zweites Mal, sondern sogar mehrere Male. Allerdings immer ein wenig anders.

    Und wir LeserInnen betrachten dabei nicht nur die Facetten einer Liebesgeschichte und Jacks Anstrengungen, Kate zu retten, sondern auch die seiner Freundschaft zu Jillian und Franny. Vor allem zu Franny, der Jack um seine „perfekten“ Eltern beneidet, weil sein eigener Vater im Knast sitzt und nie für ihn da war.

    Das klingt nun alles sehr dramatisch. Dafür liest sich die Geschichte dann jedoch überraschend ruhig und unaufgeregt. Man hält hier weder einen tränenreichen Schicksalsroman noch eine nervenaufreibende Zeitreisegeschichte in den Händen. Tatsächlich hätte ich mir das Buch auch völlig frei von diesem fantastischen Element vorstellen können.

    Das Augenmerk liegt im Grunde auf Jacks Entwicklung, der zu Beginn in seinen Gefühlen zu Jillian feststeckt und – obwohl oder gerade weil er ein kluger Junge ist, tolle Eltern und Freunde hat – nie um etwas kämpfen musste. Der Zeitreiseaspekt befeuert die Spannung eher unterschwellig, ebenso wie die geheimnisvolle Krankheit unter der Kate leidet und über die man erst spät mehr erfährt. Diese Krankheit ist übrigens nicht ausgedacht. Es gibt sie wirklich. Ich kannte sie nicht und war betroffen, als ich mich näher damit beschäftigte.

    „Immer wieder für immer“ ist eine Liebesgeschichte, aber auch eine Freundschaftsgeschichte und generell ein Buch über das Leben und Erwachsenwerden. Über das, was zählt und wie man es richtig macht oder annähernd richtig macht. Kitschfrei, leise, zum Wohlfühlen, mit wenig Drama, dafür berührenden Momenten und sympathischen Charakteren. Wirklich nett!

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