martina_turbanisch

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    Cover des Buches Der Preis der Rache (ISBN: 9783426525005)

    Bewertung zu "Der Preis der Rache" von Mathias Berg

    Der Preis der Rache
    martina_turbanischvor 9 Stunden
    Kurzmeinung: Der Preis der Rache von Mathias Berg ist ein spannender Serienauftakt, der mich ein bisschen in meine Jugendzeit zurückführt :-)
    Spannender Trip in die Vergangenheit

    Lupe Svensson ist eine junge forensische Psychologin und hat einen der begehrten Praktikumsplätze beim LKA Düsseldorf bekommen. Sie wird dem Team um Otto Hagedorn, einem älteren und sehr erfahrenen Beamten, zugeordnet und die beiden starten auch gleich mit einem besonderen Fall. Bei Abrissarbeiten an einer ehemaligen Tankstelle finden die Arbeiter  ein menschliches Skelett, das vermutlich vor rund 30 Jahren dort einbetoniert wurde.  Makaberes Detail - der Leiche fehlt der Unterschenkel. Aber Otto Hagedorn hat da so eine Vermutung …

    Der Vorarbeiter weiß es sofort: Das, was dort in der Grube zum Vorschein kommt, gehört da nicht hin. Der Preis der Rache, S. 11

    Mein Eindruck:

    Spannender Trip in die Vergangenheit

    Otto

    Der altgediente Polizist Otto Hagedorn entspricht allen möglichen Vorurteilen. Er ist immer etwas brummig, bärbeißig und nach seinen vielen Dienstjahren ist er auch reichlich desillusioniert. Trotzdem ist natürlich immer noch sein Ziel jeden seiner Fälle aufzuklären. Deshalb hängt ihm auch ein ungelöster, 28 Jahre alter Fall immer noch persönlich nach. Ich finde das lässt ihn, bei aller Brummigkeit, ausgesprochen sympathisch wirken.

    Lupe

    Lupe Svensson ist eher das Gegenteil von Otto Hagedorn. Sie ist jung, frisch und voller Tatendrang - aber auch sie hat so ihre kleinen Probleme. Eines davon ist ihre Schwierigkeit soziale Kontakte zu knüpfen und auch zu halten. Ihre Vorgeschichte wird gleich zu Beginn erwähnt - nimmt aber ansonsten erfreulich wenig Raum ein. Ich mag die wahnsinnig problembeladenen Ermittler nicht und finde, Lupe macht das genau richtig.

    Raffa

    Lupes Freund Raffa sorgt dafür, dass sie bestimmte “übliche”  Verhaltensweisen nicht vergisst. Das wirkt manchmal schon recht witzig, aber ich kann mir vorstellen, dass das für beide Seiten eine Herausforderung ist. Dazu kommt, dass Lupe gerne mal vergisst, das Raffa nicht nur ein Freund, sondern ihr Freund ist :-)

    Dreamteam

    Aber Otto scheint sich nicht so viel aus Lupes manchmal sonderbarem Verhalten zu machen und so mutieren sie recht schnell für mich zum Dreamteam. Gelegentlich erinnern die beiden mich sehr an Die Spezialisten - eine Serie die ich wirklich geliebt habe und die viel zu schnell abgesetzt wurde. Auch da ging es um Cold Cases - meist hingen deren Fälle mit der deutsch-deutschen Vergangenheit zusammen.

    Schreibstil

    Neben dem spannenden Plot hat mit der Schreibstil in Der Preis der Rache richtig gut gefallen. Der immer wiederkehrende Wechsel zwischen dem Jahr 1975 und dem Jahr 2003 sorgt für reichlich Tempo und Einblicke in beide Zeiten. Ich fand, das Buch ließ sich wahnsinnig gut und flüssig lesen, die Protagonisten sind beide sehr sympathisch und wirken sehr authentisch. Ich hätte vielleicht gerne etwas mehr über die Dinge aus 1975 erfahren - aber vielleicht auch eher aus leicht sentimentalen Gründen :-)

    Mein Fazit:

    Der Preis der Rache von Mathias Berg ist ein spannender Serienauftakt, der mich ein bisschen in meine Jugendzeit zurückführt :-) Ich fand das Buch spannend, schnell und sehr flüssig lesbar und hoffe sehr, dass der zweite Teil nicht so lange auf sich warten lässt.

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    Cover des Buches Mind Games (ISBN: 9783442490516)

    Bewertung zu "Mind Games" von Leona Deakin

    Mind Games
    martina_turbanischvor 21 Tagen
    Kurzmeinung: Ich konnte mich den Sog der Handlung in Mind Games nicht entziehen und habe das Buch in Rekordzeit durchgelesen.
    Interessante Einblicke

    Vier Menschen verschwinden spurlos, nachdem sie eine mysteriöse Geburtstagskarte mit dem Text Dein Geschenk ist das Spiel – traust du dich zu spielen? erhalten haben. Nichts deutet auf ein Verbrechen hin und so zeigt die Polizei kein wirkliches Interesse an den Fällen. Erwachsene Menschen können schließlich  tun und lassen was sie möchten. Aber die Tochter einer dieser verschwundenen Menschen will die Sache nicht auf sich beruhen lassen und engagiert Psychologin Dr. Augusta Bloom - die dann auch recht schnell erste Zusammenhänge zwischen den vieren herausfindet.

    Seraphine Walker war vierzehn Jahre alt und hatte niedliche blonde Locken. Sie trug einen eng anliegenden Schulpullover und einen kurzen Rock und hatte etwas unmittelbar Verführerisches an sich. Doch genau wie die Glühwürmchen, die mit ihrem hypnotischen Blinken ihre Beute anlocken, war auch Seraphine nicht ganz das, was sie zu sein schien. Mind Games, S. 9

    Mein Eindruck:

    Tiefe Einblicke

    Seraphines Sitzungen

    Mind Games ist in zwei Handlungsstränge aufgeteilt. Es beginnt mit Seraphine Walker und deren Sitzungen bei Augusta Bloom, die immer wieder beschrieben werden. Relativ zügig wird mir als Leser klar, dass mir anhand von Seraphines Therapiesitzungen ein bestimmter Persönlichkeitstyp näher gebracht werden soll. Da mich solche Themen grundsätzlich interessieren, hat die Autorin mich damit schon recht schnell eingefangen :-)

    Geburtstagskarten

    Der zweite Handlungsstrang befasst sich mit dem “Geburtstagskarten-Spiel” und den vier verschwundenen Personen. Recht schnell finden Augusta und Marcus heraus, dass jeder der vier eine eher verborgene, sehr explosive Seite in seiner Persönlichkeit hat. Alle haben versucht, diese Seite unter Kontrolle zu halten und nach außen eine solide und allgemein akzeptierte Person darzustellen. Offenbar hat aber irgendjemand genau das herausgefunden..

    Viele Geburtstagskinder

    Im Laufe der Ermittlungen finden Bloom und Jameson heraus, dass sehr viel mehr Menschen in den letzten Monaten solche Karten bekommen haben. Nicht jeder davon verschwand, aber doch ein ganzer Teil von ihnen. Aber wer steckt hinter dieser Aktion? Wer will sich dunkleren Seiten der verschwundenen Menschen zunutze machen und vor allem wie will jemand davon profitieren? Hin und wieder bekommt man als Leser auch Einblick in das, was die Verschwundenen grad so machen und das ist durchaus erschreckend.

    Sanfte Fortbildung

    Durch die immer wiederkehrenden Therapiesitzungen mit Seraphine Walker erhalte einen ganz guten Einblick in das Persönlichkeitsbild von Seraphine, aber nicht nur von ihr, sondern auch in das der Vermissten. Ich finde das sehr geschickt gelöst - so eine Art unterschwellige Weiterbildung :-) Mir hat das gefallen und auch für die Handlung des Buches war diese Aufklärung durchaus wichtig. Es hat auch überhaupt nichts von der Spannung genommen sondern hat, zumindest bei mir, nur den Drang verstärkt immer weiter zu blättern und zu lesen :-)

    Mein Fazit:

    Mind Games von Leona Deakin - für mich war der Titel das Programm. Ich konnte mich den Sog der Handlung nicht entziehen und habe das Buch in Rekordzeit durchgelesen. Ein spannendes Thema spannend aufbereitet und mit vielen Wendungen versehen - ich freue mich auf den nächsten Band :-)

    Kommentare: 1
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    Cover des Buches Die Patientin (ISBN: 9783764507046)

    Bewertung zu "Die Patientin" von Christine Brand

    Die Patientin
    martina_turbanischvor einem Monat
    Kurzmeinung: Die Patientin hat ein spannendes Thema als Aufhänger. Trotz meiner Kritik an dem Buch war es spannend geschrieben und ließ sich flott lesen
    Wenn Ärzte deine Feinde werden

    Der blinde Nathaniel hat vor vor vier Jahren einer junge Frau das Leben gerettet, aber leider liegt sie seit dem Wachkoma. Nathaniel sah es als seine Pflicht an, sich um deren kleinen Sohn Silas zu kümmern und so besuchen die beiden einmal im Monat Carole Stein auf der Wachkomastation des Berner Spitals. Doch dieses Mal finden sie eine fremde Frau in Caroles Bett vor und der Oberarzt behauptet, Silas’ Mutter sei gestorben. Aber dafür gibt es keinerlei Beweise - kein Totenschein, keine Beerdigung, kein Grab - Nathanael bittet die befreundete Journalistin Milla Nova um Hilfe und die findet Erschreckendes heraus.

    Zögernd legt er die Hand auf die Klinke. Er riecht seine eigene Angst. Sie stinkt. Dann gibt er sich einen Ruck und öffnet die Tür. Das Zimmer liegt im Dunkeln. Vor dem raumhohen Fenster zeichnet sich eine Gestalt ab. Sie ist nicht mehr als ein Schatten im Gegenlicht, wie der Zauberer von Oz in einem Scherenschnitt. Oder die böse Hexe. Eine Silhouette ohne Gesicht. Die Patientin, S. 5

    Mein Eindruck:

    Wenn Ärzte deine Feinde sind …

    Verschwundene Patientin

    Die Geschichte um Carole Stein, die ich ja bereits aus dem ersten Buch der Reihe kenne, setzt sich hier quasi fort. Zwar wurde sie seinerzeit gerettet, liegt seitdem aber im Koma und ist jetzt plötzlich verschwunden, angeblich ist sie verstorben. Das eine Patientin stirbt und niemand benachrichtigt wird, dass das Jugendamt, dass ja nun zumindest beaufsichtigend dem vierjährigen Silas zur Seite steht, so gar keine Rolle spielt, finde ich schon befremdlich.

    Experimente an Menschen

    Überhaupt ist die Vorstellung, dass über Jahre hinweg etliche Komapatienten einfach so verschwinden gruselig - das niemand ihr verschwinden bemerkt, ist eigentlich noch viel gruseliger. Was allerdings mit den Menschen passierte ist noch viel schlimmer, als man es sich vorstellen kann. Sie dienen skrupellosen Wissenschaftlern als Experimentierobjekt um einen schon ewig währenden Wunsch der Menschheit zu erfüllen - das ewige Leben.

    Ernstes Thema

    Dieses Thema - das ewige Leben und die Suche danach - zieht sich durch das ganze Buch. Allerdings geht die Ernsthaftigkeit dieses Themas, ebenso wie des  Themas der Wissenschaft, die nicht beobachtet und kontrolliert wird viel zu oft verloren, weil Milla Nova recht unprofessionell bzw. tollpatschig ermittelt, was sicher ein bisschen zum Schmunzeln anregt.  Ich finde aber, das passt weder zum ernsten Thema noch zu einer ernsthaften Ermittlung.

    One-Woman-Show

    Überhaupt mutierte das Buch nach und nach zur One-Woman-Show. Es tauchen zwar sehr viele Rand- und Nebenfiguren auf, aber sie verschwinden schnell wieder in der Versenkung. Auch Millas Freund, der Polizist Sandro Bandini, taucht hauptsächlich als Liebespartner auf und nicht als Ermittler. Am meisten habe ich Nathaniel vermisst - ich mochte seine ruhige und besonnene Art. Mir fehlte auch eine Art zweiter Blick auf das ganze Geschehen, aber vor allem fehlt mir eine Person, mit der ich mitfiebern und mitleiden kann.

    Ermittlerpaar

    Milla ist mir nicht sonderlich sympathisch, da ich ihre Art ständig und vor allem blitzschnell Ausflüchte und Ausreden zu erfinden überhaupt nicht leiden kann. Mal ist das okay, aber ständig finde ich das nervig, noch dazu finde ich ihre Tollpatschigkeit viel zu überzogen. Ursprünglich, also im ersten Band, dachte ich, dass Milla und Nathaniel ein festes Ermittlerpaar seien, aber das scheint wohl leider nicht so zu sein. Schade - mal sehen, ob ich einen dritten Band noch lesen mag.

    Mein Fazit:

    Die Patientin von Christine Brand hat ein sehr spannendes Thema als Aufhänger. Trotz meiner Kritik an dem Buch war es spannend geschrieben und ließ sich flott lesen. Allerdings werde ich wohl auf einen dritten Band verzichten.

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    Cover des Buches Nordseedämmerung (ISBN: 9783453424210)

    Bewertung zu "Nordseedämmerung" von Christian Kuhn

    Nordseedämmerung
    martina_turbanischvor einem Monat
    Kurzmeinung: Nordeseedämmerung ist spannend ausgedacht, aber mir fehlen Emotionen und Atmosphäre. Trotzdem fand ich das Buch recht unterhaltsam.
    Unterhaltsam

    Auch ein Bundespräsident muss mal Urlaub machen und diesen will Bundespräsident Jochen Bramberger auf Juist verbringen. Aus diesem Grund wird ein kleines Heer an Sicherheitsbeamten ebenfalls seine Zeit auf der Nordseeinsel verbringen. Da es ernstzunehmende Hinweise auf einen geplanten Anschlag, aber auch auf einen Maulwurf in den eigenen Reihen gibt verstärkt Kriminalhauptkommissar Tobias Velten das Team um vor allem nach dem Verräter zu suchen.

    Es war ein Fehler gewesen, direkt nach dem Aufstehen die neuen E-Mails zu lesen. Jetzt machte er sich Gedanken über Dinge, die er noch gar nicht einschätzen konnte. Der kommende Einsatz sei ein wenig speziell, eine Ausnahmesituation, aber wie für ihn gemacht, hatte Dr. Meyer geschrieben. Nordseedämmerung, S. 7

    Mein Eindruck:

    Politiker leben gefährlich

    Übersichtlich geordnet

    Nordseedämmerung ist in etliche Kapitel unterteilt, die jeweils mit Ort, Tag und Uhrzeit des Geschehens betitelt sind. Das erleichtert auf jeden Fall die Orientierung oder den Überblick - wirkt aber manchmal auch ein bisschen wie ein Protokoll. Der oftmals sehr emotionslose Schreibstil des Autors unterstützt diese Wirkung dann zusätzlich noch.

    Tätersicht

    Aber trotz des ziemlich nüchternen Schreibstils hat mich das Buch dann eingefangen. Ich mochte vor allem die Tatsache, dass auch dem Täter bzw. dem Maulwurf relativ viel Platz eingeräumt wurde und ich ein bisschen an seiner Gedankenwelt teilhaben konnte. Das genau Motiv bleibt natürlich bis zu Auflösung unklar - Gott sei Dank, denn diese Suche nach dem Verräter fand ich besonders spannend.

    Gelungene Charakterzeichnungen

    Die unterschiedlichen Charaktere des Buches sind gut gezeichnet, vor allem der Bundespräsident wird genauso dargestellt, wie es zu meinen Vorurteilen über Politiker passt :-) Er ist ziemlich unsympathisch und großkotzig - die Beamten des Sicherheitsteams bilden den sympathischen Gegenpol dazu. Ich mochte vor allem die Leiterin des Teams, Svenja Jenner und natürlich ihren Kollegen Tobias Velten.

    Wenig Atmosphäre

    Ein bisschen zu kurz kommt mir hier Juist - nicht, dass die Gegend zu selten erwähnt werden würde - aber es kommt für mich nur wenig bis keine Atmosphäre dabei rüber. Auch ein Großteil der Gespräche wirkt eher hölzern und ein bisschen “nerdig”? Auch was so an politischen Verwicklungen und Gedanken erwähnt wird, hat eher etwas von Politikunterricht - das hätte auch spannender geschildert werden können.

    Unterhaltsam

    Das klingt jetzt alles sehr negativ - ist aber gar nicht so gemeint :-) Der Plot ist spannend ausgedacht, aber die Umsetzung ist ein bisschen sehr bemüht. Trotzdem fand ich es alles in allem recht unterhaltsam, aber leider nichts, was mir wirklich in Erinnerung bleiben wird. Ein bisschen mehr Emotionen, ein bisschen mehr Inselfeeling und ein bisschen mehr Gefühl im zwischenmenschlichen Bereich hätten dem Buch gut getan.

    Mein Fazit:

    Nordeseedämmerung von Christian Kuhn ist grundsätzlich spannend ausgedacht. Aber um wirklich in Erinnerung zu bleiben fehlen mir Emotionen und Atmosphäre - trotzdem fand ich das Buch recht unterhaltsam.

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    Cover des Buches Die Augen der Finsternis (ISBN: 9783548064147)

    Bewertung zu "Die Augen der Finsternis" von Dean Koontz

    Die Augen der Finsternis
    martina_turbanischvor einem Monat
    Kurzmeinung: Die Augen der Dunkelheit von Dean Koontz ist ein Buch, das mit viel Action fehlende Ideen überspielt. Viel Spektakel, wenig Handlung.
    Viel Action - wenig Handlung

    Christina Evans lebt und arbeitet in Las Vegas. Eines Tages schickt sie ihren Sohn Danny, gemeinsam mit Klassenkameraden, zun einem Campingausflug der in einer nicht vorhersehbaren Katastrophe endet. Alle, die an diesem Ausflug teilgenommen haben kommen ums Leben und Tina muss versuchen weiterzuleben, aber schreckliche Albträume mit Danny als Mittelpunkt machen ihr das Leben schwer. Dann tauchen wie aus dem Nichts immer wieder mysteriöse Nachrichten auf, die ihr vermitteln, dass ihr Sohn noch lebt. Mit einem Freund macht sie sich auf die Suche nach der Wahrheit.

    Am Dienstag, um sechs Minuten nach Mitternacht, sah Tina Evans auf dem Heimweg von einer späten Probe für ihre neue Bühnenshow ihren Sohn Danny in einem fremden Wagen. Nur war Danny seit über einem Jahr tot. Die Augen der Finsternis, S. 9

    Mein Eindruck:

    Ein bisschen viel Verschwörungstheorie…

    Wechsel des Feindbildes

    Vorab sollte man als Leser auf jeden Fall bedenken, dass dieses Buch bereits 1981 das erste Mal erschienen ist. Damals, mitten im “kalten Krieg”, hieß der Virus, um den es in dieser Geschichte geht, “Gorki-400” . zu der Zeit kam generell alles Böse aus Russland - später wurde China das neue Feindbild und so wurde 1989 aus dem Virus einfach mal “Wuhan-400” - schließlich begann seinerzeit “Gorbis” Karriere und mündete in Glasnost und Perestroika.

    Schwammige Hinweise

    Jedenfalls macht sich Christina Evans gemeinsam mit Elliot Stryker, einem Freund der Familie, daran, Licht ins Dunkel der Ereignisse zu bringen.  Mit sehr viel Tamtam und Action wühlen sie sich durch bergeweise schwammigen Hinweisen, entkommen immer wieder gut ausgebildeten, abgebrühten Agenten diverser Regierungsorganisationen. In sehr vielen actiongeladenen Szenen schaffen die beiden es immer wieder ihren Häschern zu entkommen und landen schließlich beim Militär.

    Nicht spoilern

    Alles was anschließend kommt, würde auf jeden Fall als Spoiler gewertet werden - das möchte ich natürlich nicht. Aber es gibt auch noch einige “Randerscheinungen” bei diesem Buch :-) Ich denke ja nicht, dass ausgerechnet ein wahnsinnig produktiver Bestsellerautor ein Verschwörungstheoretiker ist - aber er hätte sicherlich alle Voraussetzungen dafür. All die Logiklöcher in Die Augen der Finsternis sprechen schon irgendwie dafür, oder?

    Mutterliebe

    Hochrangige Überläufer aus China, die auf einer Disketten (das war früher mal der große, aber magere Vorläufer des Speichersticks) wichtige Daten mitbrachten, eine biologische Superwaffe die in einem chinesischen Labor entwickelt wurde, jede Menge schießwütige Geheimdienste, ein unschuldiges Kind und Mutterliebe die alles überwindet - so einfach schreibt man offenbar einen Bestseller und bedient Verschwörungstheoretiker.

    Krisengewinnler

    Dank der aktuellen Pandemie erfreut sich dieses Buch nun offenbar wieder großer Beliebtheit, weshalb es dann noch einmal neu aufgelegt wurde. Nennt man sowas eigentlich “Krisengewinnler”? Jedenfalls ist das Buch als solches eher mittelmäßig, weder besonders spannend, noch besonders intelligent ausgedacht - aber dafür mit viel Action, Schießereien und einem wenig überraschenden Ende. Meins war es jedenfalls nicht.

    Mein Fazit:

    Die Augen der Dunkelheit von Dean Koontz ist ein Buch, das mit viel Action fehlende Ideen überspielt. Viel Spektakel, wenig Handlung.

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    Cover des Buches Patient Null - Wer wird überleben? (ISBN: 9783548064130)

    Bewertung zu "Patient Null - Wer wird überleben?" von Daniel Kalla

    Patient Null - Wer wird überleben?
    martina_turbanischvor einem Monat
    Kurzmeinung: Patient Null - Wer wird überleben? von Daniel Kalla ist ein spannender Katastrophenthriller, der gerade von der Realität überholt wurde.
    Spannend und Realistisch

    Auf einer Baustelle in Genua hat sich die Bauleiterin Vittoria Fornero mit einer rätselhaften Krankheit angesteckt. Schnell ist den Ärzten Dr. Nico Olivia und Dr. Alana Vaughn, Expertin für Infektionskrankheiten bei der NATO, klar, dass es sich hier um eine neue Form der Lungenpest handelt. Sie ist noch ansteckender als die bisher bekannte Form, führt sehr schnell zum Tod und ist offenbar resistent gegen alle bekannten Antibiotika. Der Verdacht, dass es sich hier um Bio-Terrorismus handeln könnte keimt auf. Zeitgleich greift das Virus rasend schnell um sich und die Zahl der Infizierten steigt immer schneller an

    Da ist er wieder. Und beobachtet. Immer beobachtet er. Hat der alte Blödmann nichts anderes zu tun?, fragt sich Vittoria Fornero, als sie den Plan zusammenrollt und ihn unter den Arm klemmt. Der kleine Mönch taucht täglich auf, seit das erste Team herkam um das alte Kloster abzureißen. Patient Null, S. 7

    Mein Eindruck:

    Sehr spannend und realistisch

    Hier und Jetzt

    Patient Null wird in zwei Zeitebenen erzählt. Die erste Ebene findet im Hier und Jetzt statt und befasst sich mit einem erneuten Ausbruch der Lungenpest. Die Bauleiterin Vittoria Fornero hat sich irgendwo damit infiziert und in ihrem Umfeld häufen sich sowohl Krankheitsfälle wie auf Todesfälle. Zuletzt arbeitete sie am Abbruch eines alten Klosters und dort beginnt man dann auch mit der Spurensuche.

    Der schwarze Tod

    Die zweite Eben basiert auf einem alten Tagebuch von Rafael Pasqua, der 1348 gegen den schwarze Tod, also die Pest, gekämpft hat. Irgendwie scheint Pasqua immun gegen die Krankheit zu sein, was den Verdacht der Hexerei aufkommen lässt. Dabei hat er nur in einem sehr unüblichen (oder einfach ekligen) Selbstversuch mit Ratten so etwas wie die erste Impfung entdeckt.

    Zusammenhang

    Zwar war von Anfang an klar, dass dieses geheimnisvolle Tagebuch und das aktuelle Infektionsgeschehen etwas miteinander zu tun haben, aber ich fand es teilweise ein bisschen störend, immer wieder diese Tagebuchkapitel dazwischen zu haben - aber das lag vermutlich eher an meiner eigenen Ungeduld :-) Ich habe später die Tagebucheinträge nochmal separat gelesen, da fand ich das dann wesentlich spannender. Zwar kenne ich einige solcher alten Berichte, aber ich fand diesen hier besonders spannend.

    Realistische Geschichte

    Fast noch spannender fand ich die Jagd der befreundeten Ärzte nach dem Ursprung des Ausbruchs, nach der Quelle der Krankheit.  Hier ging es dann weniger medizinisch zu, sondern es hatte mehr von einem Abenteuerroman :-) Insgesamt fand ich Patient Null auf jeden Fall sehr spannend und sehr unterhaltsam und wenn man sich die letzten drei Monate so ansieht ist die Geschichte auch durchaus realistisch.

    Authentisch

    Der Autor dieses Buches, Daniel Kalla, ist ausgebildeter Notfallmediziner und arbeitet seit vielen Jahren im kanadischen Gesundheitswesen. Das lässte einige Teile seiner Geschichte sicher noch authentischer wirken, aber ich fand vor allem seinen Schreibstil wahnsinnig angenehm. Sehr flüssig, mit einem guten Spannungsbogen, die privaten Dinge der Protagonisten überlagerten nie das eigentliche Thema - eben genau so, wie es mir gefällt. :-)

    Mein Fazit:

    Patient Null - Wer wird überleben? von Daniel Kalla ist ein spannender Katastrophenthriller, der gerade von der Realität ein überholt wurde. Mir gefiel der Schreibstil und der Aufbau der Geschichte mit den historischen Zwischenkapiteln - ich denke ich werde mir die anderen Bücher des Autors auch mal näher ansehen.

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    Cover des Buches Das Derwischtor (ISBN: 9783442717651)

    Bewertung zu "Das Derwischtor" von Ahmet Ümit

    Das Derwischtor
    martina_turbanischvor einem Monat
    Kurzmeinung: Das Derwischtor ist ein geheimnisvoller, mystischer Roman voller kleiner und großer Gehemeinisse
    Die Gehei9mnisse des Orients

    Karen Greenwood ist Versicherungsinspektorin und untersucht immer wieder Brandfälle deren verursachten Schaden ihr Arbeitgeber ausgleichen soll. Ihr neuester Fall für sie in die türkische Stadt Konya, zu der sie eine ganz besondere Beziehung hat. Konya ist die Heimatstadt ihres Vaters, der aber sie und ihre Mutter verlassen hatte, als Karen noch ein kleines Kind war. Karen, deren vollständiger Name Karen Kimya Greenwood ist, hat an die Stadt ihres Vaters nur vage Erinnerungen - genau wie an ihn selbst. Schon auf den Flug nach Konya fragt sie sich, ob es wirklich eine gute Idee war, diesen Auftrag anzunehmen…

    Noch eine halbe Stunde bis zur Landung, selbst diese Aussicht vermochte die Unruhe in mir nicht zu vertreiben. Auch am Boden würde die düstere Stimmung nicht weichen, das wusste ich genau. Hätte ich diesen Job bloß nie angenommen! Das Derwischtor, S. 11

    Mein Eindruck:

    Die Geheimnisse des Orients

    Kindheitserinnerungen

    Schon während der Schilderungen von Karens Anreise wird deutlich, dass sie schwanger ist. Eigentlich ein Grund zur Freude, scheint Karen das anders zu sehen. Auch das Wiedersehen mit der Stadt, in der sie einen Teil ihrer Kindheit verbracht hat, löst eher ein ungutes Gefühl in Karen aus. Als Leser erfahre ich ein paar Kindheitserinnerungen und kann so besser verstehen, woher diese unguten Gefühle stammen.

    Historische Gegebenheiten

    Der ungeklärte Hotelbrand ist zwar der eigentliche Grund für Karens Reise, allerdings dreht es sich in diesem Buch eher weniger darum. In blumigen, wunderschönen Worten bringt mir Ahmet Ümit seine Heimat und deren Geschichte näher. Er führt mich in eine Vergangenheit voller Legenden und Mysterien und vermittelt mir einiges an Wissen über das historische Konya, den Sufismus und den Sufi-Orden, der in Konya beheimatet ist.

    Schwangerschaft

    Auch Karens privates Problem, ihre Schwangerschaft, spielt eine große Rolle in diesem Buch, da ihre Gedanken immer wieder um dieses Thema kreisen. Ihr Freund und Vater des ungeborenen Kindes will, dass sie das Baby abtreibt und geht ganz selbstverständlich davon aus, dass Karen das genauso sieht. Die hat aber Zweifel und möchte das Kind eigentlich bekommen. Aber sie weiß nicht, wie sie ihm das beibringen soll.

    Mordermittlung im Traum

    Zu allem Überfluss versucht sie in ihren Träumen auch noch den recht mysteriösen Tod des Wanderderwischs und Sufi-Mystikers Shams-e Tabrizi aufzuklären. Ihre Träume wirken, was diesen Fall anbelangt, immer realistischer und Karen hat immer mehr Schwierigkeiten Traum und Realität zu trennen. Ähnlich ergeht es mir als Leser auch. Die wirklich sehr bildhafte und metaphernreiche Sprache nimmt mich immer mehr gefangen - aber ich weiß auch oft nicht mehr, was Karen nun träumt oder tatsächlich erlebt.

    Den Fokus verloren

    All diese verschiedenen Aspekte des Romans sind sprachlich wunderbar geschildert. Sie nehmen mich gefangen, entführen mich in eine ferne, fremde Welt, die voller Geheimnisse und Mysterien ist. Das Derwischtor erweitert auf jeden Fall meinen Horizont und ich fühlte mich gut über viele kulturelle und geschichtliche Aspekte der Türkei informiert. Was dabei allerdings vollkommen verloren ging, war der Krimiaspekt um die Aufklärung des Hotelbrandes - das ist schon ein bisschen schade. Trotzdem habe ich dieses Buch geliebt und mich gefreut, über einen kleinen Umweg darauf gestoßen zu sein :-)

    Mein Fazit:

    Das Derwischtor von Ahmet Ümit ist nicht wirklich ein Krimi - jedenfalls nicht im herkömmlichen Sinn. Aber ich habe die Sprache, das Mysteriöse, das Geheimnisvolle und die liebevoll aufbereiteten Informationen über eine Teil der türkischen Kultur und Geschichte geliebt. Vielleicht hätte der Verlag es nicht als Krimi vermarkten sollen? Aber hätte ich das Buch dann entdeckt und gelesen? Wohl eher nicht und dann hätte ich wirklich etwas verpasst!

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    Cover des Buches Der Glaspavillon (ISBN: 9783328105329)

    Bewertung zu "Der Glaspavillon" von Nicci French

    Der Glaspavillon
    martina_turbanischvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Der Glaspavillon hatte zwar durchaus seine Längen, überzeugte mich aber mit der psychologischen Raffinesse und der überrachenden Auflösung
    Was geschah wirklich vor 25 Jahren?

    Die Architektin Jane Martello plant einen Glaspavillon am Stammsitz der Familie ind die sie vor langer zeit eingeheiratet hat. Jetzt werden sie und ihr Mann sich scheiden lassen - in bestem einvernehmen versteht sich - und der Pavillon ist so etwas wie ein Abschiedsgeschenk an die Familie. Doch beim Ausheben der Baugrube stossen die Arbeieter auf ein menschliches Skelett, das sich später als die sterblichen Überreste von Natalie Martello, Janes bester Freundin in der Jugendzeit. Sie verschwand vor 25 Jahren spurlos - aber was passierte damals tatsächlich? Bisher wurde das nie wirklich geklärt.

    Ich schließe die Augen. In meinem Kopf ist alles noch da. Der morgendliche Dunst, der sich den Konturen des Bodens anschmiegt. Die beißende Kälte, die mir in der Nase schmerzt. Ich muß alle Kraft aufbieten, wenn ich mir ins Gedächtnis zurückrufen will, was sich an jenem Tag, an dem wir die Knochen – ihre Knochen – entdeckten, sonst noch zugetragen hatte. Der Glaspavillon, S. 7

    Mein Eindruck:

    Was passierte wirklich vor 25 Jahren?

    Langwieriger Einstieg

    Der Einstieg in das Buch gestaltet sich für mich ein bisschen langwierig und gelegentlich durchaus zäh. So viele Personen werden vorgestellt, alle mit sehr unterschiedlichen Eigenheiten und speziellen Gewohnheiten und ziemlich rasch verliere ich hier den Überblick. Wirklich irritiert war ich allerdings, als ich später feststellte, dass etliche der vorgestellten Personen, die ich mir mit viel Mühe gemerkt hatte, gar keine weitere Rolle spielten.

    Merkwürdige Familie

    Ebenfalls sehr verwirrend fand ich das Verhältnis der Familienmitglieder untereinander - wieso schenkt man seinem Beinahe-Ex einen recht luxuriösen Gartenpavillon? Vermutlich damit genau das passierte, was eben passiert ist. Die sterblichen Überreste eine vor 25 Jahren verschwundenen Jugendfreundin tauchen auf und die Gerichtsmedizin stellt dann auch noch fest, das Natalie Martello zum Zeitpunkt ihres Todes schwanger war. Jane ist traurig und bestürzt, beschließt aber herauszufinden, was damals passiert ist.

    Erinnerungslücken schließen

    Da Janes Erinnerungen an diese Zeit aber unerklärlicherweise recht lückenhaft sind, beschließt sie die Hilfe eines Psychotherapeuten in Anspruch zu nehmen. Diese Therapie bringt tatsächlich Licht ins Dunkel und fördert so einiges zu Tage - trotzdem waren gerade diese Passagen oft sehr ermüdend und unspannend. Es gab in diesen Erinnerunge zu viele unwichtige Nebenhandlungen und Charaktere, das lenkte immer wieder zu weit von der eigentlichen Krimihandlung weg. Hier wurde auf jeden Fall viel Potential verschenkt.

    Das Spinnennetz

    Erst als Janes Erinnerungen greifbarer werden und sie mit den Familienmitgliedern über Natalie sprechen will, nimmt die Geschichte wieder etwas fahrt auf. Eine Mauer des Schweigens tut sich vor ihr auf und entlarvt den vordergründigen Zusammenhalt der Familie. Die Familie ist in diesem Falle weniger ein schützendes, alles umspannendes Dach unter dem Liebe und Geborgenheit vorherrscht, sondern mehr ein Spinnennetz, in dem sich jeder unweigerlich verfängt und verheddert - und aus dem man kaum entkommen kann.

    Überraschend spannendes Ende

    Zum Ende hin steigert sich die zaghaft aufgebaute Stimmung dann tatsächlich noch zu einem ziemlich furiosen Ende und die letzten 80 - 100 Seiten zeigen dann, zu was das Autorenduo hinter dem Namen Nicci French fähig ist :-) Der Glaspavillon war 1997 das erste Buch der beiden und in der Folge steigerten sie sich noch gewaltig - was sicherlich auch notwendig war. Neuere Bücher und diverse Serien unter Nicci French fand ich deutlich spannender, obwohl dieses frühe Werk durchaus auch seine Reize hatte.

    Mein Fazit:

    Der Glaspavillon von Nicci French hatte zwar durchaus seine Längen, überzeugte mich aber mit seiner psychologischen Raffinesse und der überraschenden Auflösung. Wer ein bisschen Geduld beim Lesen mitbringt findet hier ein durchaus spannendes Erstlingswerk :-)

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    Cover des Buches Grabesgrund (ISBN: 9783499218521)

    Bewertung zu "Grabesgrund" von Elly Griffiths

    Grabesgrund
    martina_turbanischvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ich liebe die ganz eigene Mischung aus Krimihandlung, historischen Details, authentischer Charakterskizzierung  und privaten Entwicklungen
    Geschichtsunterricht - spannend und unterhaltsam

    Auf dem Gelände eines längst vergessenen  Flugplatzes  aus dem Zweiten Weltkrieg sollen Luxus-Eigentumswohnungen entstehen. Bei den Aushubarbeiten  finden die Arbeiter ein amerikanisches Jagdflugzeug mit einem toten Piloten in der Kanzel. Dr. Ruth Galloway wird zur Begutachtung hinzugezogen, aber aus naheliegenden Gründen bezweifelt Ruth das es sich hier um einen Unfallopfer handelt - mitten in der Stirn des Piloten prangt ein Einschussloch. Aber es gibt noch weitere Ungereimtheiten bei der Leiche und Ruth ist sich mit Detective Chief Inspector Harry Nelson einig, dass in diesem Fall dringend weiter ermittelt werden muss.

    Es ist der heißeste Sommer seit Jahren. Die Zeitungen sprechen von einer regelrechten Hitzewelle. Doch Barry West kümmert sich nicht um die Wettervorhersage. Er trägt sommers wie winters die gleiche Kleidung, Jeans und ein Englandtrikot. Grabesgrund, S. 6

    Mein Eindruck:

    Geschichtsunterricht - spannend und unterhaltsam

    Unguter Fund

    Als im Verlaufe eines Bauprojektes eine Leiche, die vermutlich aus dem Zweiten Weltkrieg stammt, gefunden wird, wird unter anderem auch Dr. Ruth Galloway zu den Untersuchungen hinzugezogen. Schnell ist ihr klar, dass die Leiche offenbar hier absichtlich so positioniert worden ist, aber trotzdem vom Alter her aus dem Zweiten Weltkrieg stammen könnte.Das der Verstorbene eine amerikanische Uniform trägt, heiß nicht viel, denn im Krieg gab es  in dieser Gegend einen amerikanischen Luftwaffenstützpunkt

    Falsches Flugzeug

    Die Untersuchungen ergeben, dass es sich bei dem Toten um Frederick Blackstock, dem Sproß einer recht noblen Familie der Upper Class aus Norfolk handelt. Er war tatsächlich während des Zweiten Weltkrieges abgestürzt, allerdings nicht in dem Flugzeug, in dem er gefunden wurde. Die Schilderungen der Autorin über die heutige, restliche Familie Blackstock zeichnen das Bild einer exzentrischen, versagenden Aristokratenfamilie, die aus einem beunruhigend kleinen lokalen Genpool hervorgegangen ist :-)

    Noblesse oblige

    Es hat mir viel Spaß gemacht, Ruth Galloways Beobachtungen der Familie Blackstock zu folgen. Mit trockenem, teilweise auch bissigem, aber immer  scharfsinnigen Humor zeichnet sie das Bild einer Familie, die sich weigert im 21. Jahrhundert anzukommen und krampfhaft versucht ihre alte Noblesse aufrechtzuerhalten. Mit dem Geld aus dem Verkauf des Grundstücks wollen sie den Verfall des alten Herrenhauses stoppen, aber nicht alle Familienmitglieder scheinen damit einverstanden zu sein. Ich kann mir dank der sehr plastischen Schilderung wirklich jedes Mitglied dieser Familie lebhaft vorstellen :-)

    Private Herausforderungen

    Während all dieser beruflichen Herausforderungen muss Ruth auch ihre Tochter Kate in die Vorschule “entlassen”. Das ist kein leichter Schritt, ich kann mich lebhaft daran erinnern, wie es mir bei den Einschulungen meiner Kinder ging :-) Auch Ruth hat mit so einigen, teils sehr ungewohnten, Dingen zu kämpfen - aber auf ihre ganz eigene Art wird sie super damit zurecht kommen.  Ich mag die Art, wie Elly Griffiths immer  wieder privates und berufliches in dieser Reihe vermischt - immer in der passenden Dosierung, so dass es einfach gut zusammen passt.

    Gemeinsam oder einsam?

    Zu den immer wiederkehrenden Charakteren gehört auch das private Umfeld von Ruth und Harry. Ruth hat die eine oder andere Beziehung gehabt, allerdings ist si bis jetzt immer noch solo. Harra hingegen blieb, obwohl er Kates Vater ist und seine Vaterpflichten auch sehr ernst nimmt, bei seiner Frau. Das hindert ihn aber nicht daran, eifersüchtig auf jeden von Ruths Freunden zu sein. Auch ein paar Personen aus Harrys Arbeitsumfeld haben sich mit Ruths Umfeld quasi “vermischt” - eine klare Trennung wird da immer schwieriger.

    Ich liebe diese Reihe einfach :-)

    Was ich auch mag, sind Elly Griffiths' Landschaftsbeschreibungen. Geographie und auch die Geschichte in ihren Büchern immer einer große Rolle spielen und Elly Griffiths ist sehr geschickt darin, eine gewisse sehr dichte  Atmosphäre heraufzubeschwören. Ich fühle mich immer schnell mitten im Geschehen, aber eben auch immer mitten in den historischen Gegebenheiten, was mir persönlich immer sehr viel Freude macht.

    Mein Fazit:

    Grabesgrund ist ja bereits Elly Griffiths' siebter Band der Reihe um  die sympathische Archäologin Ruth Galloway. Ich liebe ihre ganz eigene Mischung aus Krimihandlung, historischen Details, authentischer Charakterskizzierung  und recht sparsamen privaten Einblicken. Ich freue mich bereits jetzt auf das nächste Buch.

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    Cover des Buches Morbus (ISBN: 9783596704101)

    Bewertung zu "Morbus" von Mark Roderick

    Morbus
    martina_turbanischvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Vielleicht lag es an meiner Erwartungshaltung - ich fand es unspannend und leicht kitschig
    Nicht das, was ich erwartet hatte

    Die Journalistin Mara Flemming erwirbt relativ günstig ein altes Gutshaus in den Weinbergen - ganz in der Nähe von Nauheim. Sie will dort gemeinsam mit ihrer fünfjährigen Tochter einen Neuanfang wagen - etwas ruhiger, etwas bodenständiger und etwas naturverbundener als an ihrem bisherigen Wohnort Frankfurt. Der Stress, den sie seit der Scheidung von Lenis Vater ständig hatte, sollte hier ein Ende finden und die malerische Umgebung sollte ihr dabei helfen. Sie hoffte sehr, dass auch Leni sich hier schnell einleben würde.

    Der Parkplatz befand sich, ebenso wie das Haus, auf einer großen, künstlich angelegten Bergterrasse. Mara hielt ihrenŠkoda links neben dem Waldrand, damit der Umzugswagen, der in Kürze hier eintreffen würde, genug Platz zum Rangieren hatte. Morbus, S. 15

    Mein Eindruck:

    Erfüllt leider nicht meine Erwartungen

    Die Vorahnungen

    Der Mann mit den Vorahnungen, Ottfried Gollinger, der mir im Prolog begegnet und das was dort geschieht, wird viel später im Buch dann doch noch einmal wichtig oder zumindest interessant. Wobei er ja nach seiner eigenen Einschätzung keine Vorahnungen hatte, sondern seine etwas morbiden Überlegungen einfach statistischen Berechnungen entsprangen.

    Dick aufgetragen

    Ansonsten war mir hier zu Beginn viel zu viel Klischee angeboten. Die Beschreibungen von Mara und ihre Freundinnen klangen eher nach Groschenroman und als dann auch noch am am Samstagnachmittag, in einem eher überschaubaren Ort ein Anwalt zufällig zu sprechen ist, der zufällig Familienrecht als Hauptfeld hat und der dann auch noch zufällig umwerfend aussieht und solo ist - nee, also was zuviel ist ist zuviel.

    Blut und Tod

    Ansonsten gibt es immer wieder leicht gruselige Vorkommnisse und sehr mysteriöse Ereignisse. Wie es sich für einen Thriller gehört wird auch einiges an Blut vergossen und nicht jeder wird am Ende überleben. Wer hier tatsächlich genaueres wissen möchte, der muss das Buch schon selber zur Hand nehmen und lesen. Persönlich fehlte mir etwas die von mir erwartete Spannung - aber das sieht sicher jeder anders.

    Mein Fazit:

    Morbus entspricht für mich leider nicht dem, was ich erwartet hatte. Das mag vielleicht an meiner Erwartungshaltung liegen - aber mir fehlte einfach zu vieles.

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