melli_2897

  • Mitglied seit 20.07.2013
  • 3 Freunde
  • 115 Bücher
  • 115 Rezensionen
  • 115 Bewertungen (Ø 3.97)

Rezensionen und Bewertungen

Filtern:
  • 5 Sterne38
  • 4 Sterne46
  • 3 Sterne22
  • 2 Sterne8
  • 1 Stern1
  • Sortieren:
    Cover des Buches Zeugin der Toten (ISBN: 9783442490738)

    Bewertung zu "Zeugin der Toten" von Elisabeth Herrmann

    Zeugin der Toten
    melli_2897vor 12 Tagen
    Kurzmeinung: Story war leider zu unübersichtlich, um richtig Spaß aufkommen zu lassen
    Hat mich leider nicht gepackt

    Ich hatte anfangs große Erwartungen an diesen Thriller. Zwar habe ich zu Beginn bereits damit gekämpft, mich in die Geschichte einzufinden und die Personen einzuordnen, doch der Schreibstil und die Idee haben mir sehr gut gefallen. Die Hauptcharaktere sind sympathisch und nicht zu eindimensional. Auch wenn sie manchmal ein bisschen klischeehaft wirken, verlieren sie nicht ihren Charme. 

    Trotz des angenehmen Schreibstils, der dazu einlädt, durch die Seiten zu fliegen, bin ich nach einiger Zeit immer wieder durcheinandergeraten. Viele Abkürzungen, unterschiedliche Zeitlinien und die zahlreichen Identitäten und Decknamen, die scheinbar jeder Protagonist aus dem Ärmel schüttelte, erschwerten es mir, den Anschluss nicht zu verlieren. Weil man sich so darauf konzentrieren muss, dem Plot zu folgen, gerät der Lesespaß und das Eintauchen in die Story leider in den Hintergrund. Zwischendurch hofft man insgeheim, dass jeder neu vorgestellte Charakter nur eine Nebenrolle spielt und man diese Zeitlinie nicht unbedingt vollends verstehen muss und huscht durch die Kapitel.

    Um ehrlich zu sein, war ich froh, als ich mich durch die fast 500 Seiten gekämpft hatte und am Ende der Geschichte angelangt war. Da die Story zu diesem Zeitpunkt jedoch für mich nahezu unüberschaubar geworden ist, habe ich die große Auflösung aller Mysterien nur teilweise verstanden bzw. sie einfach zur Kenntnis genommen, ohne in den Genuss des „Aha!“-Effekts zu kommen, den man sonst von derartigen Finalen gewohnt ist.

    Insgesamt konnte ich mich mit dem Buch einfach nicht anfreunden – vielleicht auch, weil mein Wissen in Sachen „Stasi-Abläufe & sonstige Geheimdienste“ eher begrenzt ist. Auf die weiteren Bände der Reihe werde ich jedenfalls ohne schlechtes Gewissen verzichten.

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    Cover des Buches Der Fährmann (ISBN: 9783734106620)

    Bewertung zu "Der Fährmann" von Ashley Dyer

    Der Fährmann
    melli_2897vor einem Monat
    Kurzmeinung: Absolut fesselnder Thriller, der durch Story und Fachwissen der Autorinnen glänzen kann
    Sehr gelungener Thriller

    Zu Beginn meiner Rezension gleich die wichtige Anmerkung, dass es sich bei diesem Buch um den zweiten Teil einer Thriller-Reihe handelt. Die Bände hängen zwar zusammen, sind aber unabhängig voneinander lesbar, was ich nach dem Lesen von „Der Fährmann“ definitiv bestätigen kann. Obwohl ich den Vorgänger-Band („Der Dornenmörder“) nicht gelesen hatte, haben sich meinem Empfinden nach keine bedeutenden inhaltlichen Lücken ergeben. Die einzigen Stellen, an denen man überhaupt merkt, dass es sich um eine Fortsetzung handelt, betreffen die Verarbeitung des letzten Falls seitens der beiden Hauptpersonen. 

    Nun aber zum eigentlichen Inhalt: Wie der Klappentext bereits verrät, steht im Zentrum der Geschichte ein Serien-Mörder, der Teile seiner Opfer im Rahmen von Kunst-Inszenierungen zur Schau stellt. „Der Fährmann“ gewinnt dadurch schnell an Aufmerksamkeit in den sozialen Medien und schafft es, eine eigene Schar an Followern zu sammeln, die gebannt darauf warten bis er wieder zuschlägt. Dieser Aspekt des Buchs hat mich übrigens an die britische Sci-Fi-Serie „Black Mirror“ erinnert, die über futuristische Dystopien – oftmals im Zusammenhang mit sozialen Medien und neuen Technologien – handelt. 

    Obwohl es sich neben dieser Besonderheit eher um einen Serienkiller-Thriller im traditionellen Sinne handelt, besticht das Buch vor allem durch die Schilderungen im forensischen Vorgehen bei den Ermittlungen. Hier zeigt sich die fachliche Kompetenz der Co-Autorin und Forensik-Expertin Helen Pepper. Zusammen mit dem ausgesprochen fesselnden Schreibstil der Haupt-Autorin Margaret Murphy gelingt dem Duo, das unter dem Pseudonym Ashley Dyer veröffentlicht, ein absolut spannender Roman, der trotz seines Seitenumfangs nur wenige Längen hat und den Leser immer in Atem hält. Würde ich definitiv weiterempfehlen.

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    Cover des Buches Folge dem weißen Kaninchen (ISBN: 9783499624797)

    Bewertung zu "Folge dem weißen Kaninchen" von Philipp Hübl

    Folge dem weißen Kaninchen
    melli_2897vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Überraschend kurzweilige Lektüre mit viel Potential zum Nachdenken
    Konnte positiv überraschen

    Meiner Meinung nach geht man mit dem Kauf eines populärwissenschaftlichen Buchs über philosophische Themen ein gewisses Risiko ein: viele Autoren haben wenig Relevantes zu sagen und verbergen diesen Umstand hinter einem Wall aus unnötigen Fachbegriffen und Schachtelsätzen. Doch glücklicherweise handelt es sich bei diesem Buch von Philipp Hübl nicht um die befürchtete trocken-theoretische Sammlung egozentrischen Geschwurbels, sondern um ein wirklich gelungenes Einstiegswerk in die moderne Philosophie. Anhand einer großen Bandbreite an Themen schafft es Hübl, klassische Philosophie mit modernen Ansätzen und unterhaltsamen Anekdoten zu verbinden. Der Leser darf sich auf eine angenehme Lektüre freuen, die durch fachliche Kompetenz und Alltagsnähe überzeugt. Der Autor schafft es, sich selbst als nahbaren (und durchaus sympathischen) Mensch zu porträtieren, ohne sich dabei zu sehr in den Mittelpunkt zu drängen.

    Insgesamt wirklich eine positive Überraschung – Hübl ist ein Autor, den man auf jeden Fall im Auge behalten sollte.

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    Cover des Buches Die geheimnisvolle Macht der Farben (ISBN: 9783426277874)

    Bewertung zu "Die geheimnisvolle Macht der Farben" von Axel Buether

    Die geheimnisvolle Macht der Farben
    melli_2897vor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Erster Teil etwas zäh, zweiter Teil besser. Insgesamt ganz nett, aber keine Offenbarung.
    Entspricht nicht ganz den Erwartungen, liefert dennoch interessante Einblicke

    Das Buch teilt sich inhaltlich in zwei Sinnabschnitte: im ersten wird – wie es der Autor nennt – auf die „Natur der Farben“ eingegangen, während sich der zweite Abschnitt mit den einzelnen Farben und deren Eigenschaften (der „Kultur der Farben“) auseinandersetzt. 

    Der erste Teil beschäftigt sich mit diversen Aspekten aus Naturwissenschaften und Co., die mit der Farbwahrnehmung im Zusammenhang stehen. Neben den biologischen Funktionen von Farben und der Mechanik der optischen Farbwahrnehmung werden in diesem Abschnitt auch einige Fragen darüber beantwortet, wie Farbgestaltung im Alltag Einfluss auf unser Wohlbefinden nehmen kann. Meines Erachtens nach hätten diese vergleichbar praxisnahen Ausführungen deutlich mehr Volumen des Buches ausmachen dürfen – im Gegenzug hätte ich dafür auch auf die detaillierte Schilderung der Farbvorlieben von Buntbarschweibchen verzichtet. 

    Insgesamt fand ich den ersten Teil des Buches etwas zäh, der zweite Teil las sich deutlich besser, weil das Geschilderte etwas greifbarer schien. Auch wenn der große Aha-Effekt ausblieb, liefert das Buch an vielen Stellen spannende Geschichten und Einblicke in die Wirkungsweisen der Farbpsychologie.

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    Cover des Buches Böse (ISBN: 9783453605299)

    Bewertung zu "Böse" von Julia Shaw

    Böse
    melli_2897vor 4 Monaten
    Was ist Böse?

    Mit „Böse“ konnte die Autorin Dr. Shaw aus meiner Sicht definitiv an ihren Erfolg von „Das trügerische Gedächtnis“ anknüpfen. Es ist ihr erneut gelungen, die wissenschaftlichen Inhalte auch für Laien anschaulich zu präsentieren, ohne sie dabei zu stark zu vereinfachen oder übermäßig zu abstrahieren. Neben ihrer fachlichen Kompetenz besticht Shaw durch einen sehr angenehmen Schreibstil, der sich durch das Zuziehen vieler gedanklichen Szenarien, wissenschaftlicher Studienergebnisse und Alltagssituationen auszeichnet. Interessant finde ich auch, dass sie mit ihren persönlichen Einstellungen durchaus offen umgeht und so sozusagen die vermittelten Erkenntnisse kommentiert. Während es bei anderen Sachbüchern durchaus unangenehm auffallen könnte, wenn der Autor „immer seinen Senf dazugibt“ und sich somit in den Mittelpunkt drängt, schafft Shaw die schmale Gratwanderung und wirkt gewohnt sympathisch.

    Inhaltlich wird ein großes Spektrum abgedeckt, was sich folglich negativ darauf auswirkt, wie intensiv die einzelnen Themen abgehandelt werden können. Obwohl ich die thematische Vielfalt schätze, hätte ich mir an einigen Stellen etwas mehr „Tiefe“ gewünscht. Die tiefenpsychologischen Hintergründe menschlicher Verfehlungen sind meiner Meinung nach etwas zu kurz gekommen.

    Das Buch bietet aber durch zahlreiche Querverweise und Literaturvorgaben zahlreiche Möglichkeiten, sich den eigenen Interessen entsprechend weiterzubilden.

    Insgesamt ein schönes Sammelsorium an „Bösem“, das sich leicht lesen lässt und zum Nachdenken anregt. Würde ich weiterempfehlen!

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    Cover des Buches Vespasian: Das ewige Feuer (ISBN: 9783499002885)

    Bewertung zu "Vespasian: Das ewige Feuer" von Robert Fabbri

    Vespasian: Das ewige Feuer
    melli_2897vor 5 Monaten
    Kann nicht mit dem Vorgänger-Band mithalten

    Im achten Band seiner Vespasian Reihe kommt der Autor nach meiner Meinung nicht an das Niveau des Vorgänger-Bandes heran. Zwar kommt durchaus Spannung auf und man kann das Buch einfach so „weglesen“, aber die atmosphärische Dichte mancher Vorgängerbände wird nicht erreicht.

    Wie schon gewohnt teilt sich das Buch in mehrere Teile, die relativ unabhängig voneinander sind, nämlich in die folgenden:

    Teil 1:
    Vespasian muss im Auftrag des Kaisers römische Sklaven aus einer nordafrikanischen Oase freikaufen. Das ist wieder einmal das von anderen Bänden schon bekannte „Abenteuer unter heißer Sonne“, das vom Autor vermutlich deswegen so gerne eingebaut wird, weil er dabei seiner Fantasie freien Lauf lassen kann. Ich nenne das immer den „Karl-May-Abschnitt“ des Bandes.
     Eine so fremde Welt wie eine durch Sklaven bewirtschaftete Oase mitten in der Wüste wird dabei ganz interessant geschildert und auf dem Weg zurück von dort kommt für den Leser sicherlich auch eine gewisse Spannung auf, aber ich glaube, dass jemand, der einen historischen Roman über Vespasian liest, nicht so erpicht auf einen solchen Abschnitt ist. Für mich ist das einfach nicht so richtig „römisch“. Die ganze Erzählung könnte man sich genauso gut zu einer anderen Zeit und mit anderen Protagonisten vorstellen.

    Teil 2:
     Vespasian ist aus Afrika zurückgekehrt und befindet sich wieder in Rom. Hier wird er mit einem Kaiser Nero konfrontiert, dessen Herrschaft zunehmend außer Kontrolle gerät. Der Abschnitt gipfelt im Brand Roms, dessen Urheber hier Nero ist. Er schiebt diesen natürlich, wie von römischen Geschichtsschreibern festgehalten, den Christen in die Schuhe. Dadurch taucht auch der in früheren Bänden als rechter Unsympath dargestellte Paulus wieder in der Erzählung auf. Schade fand ich, dass der Autor nicht konsequent bei der früheren Charakterisierung des Paulus bleibt, weil diese der Geschichte immer eine interessante Perspektive gegeben hat. Fast versöhnlich wird das Ende von Paulus dargestellt. Man bekommt beinahe den Eindruck, als hätten Kirchenkreise den Autor eingebremst.

    Teil 3:
    Da Rom in Schutt und Asche liegt, verbringt Vespasian ein paar Monate auf seinem Landsitz. Hier muss er sich mit einer Räuberbande auseinandersetzen, dessen Anführer ein „alter Bekannter“ ist.
    Dieser Konflikt findet ein sehr grausames und drastisches Ende – und zwar nicht nur auf Räuberseite. Kein Lesefutter für zartbesaitete Gemüter!
     Hier eine Bemerkung am Rande: Für mich ist es sehr unglaubwürdig, dass ein römischer Heerführer, der, was Finten und Kriegslisten angeht, eigentlich mit allen Wassern gewaschen sein müsste, auf derart simple Ablenkungsmanöver hereinfällt.

    Teil 4:
     Vespasian ist wieder in Rom und wird mit einer Verschwörung gegen Nero konfrontiert. Er muss wieder einmal all seine politischen Künste aufbringen, um möglichst ungeschoren aus dieser Situation herauszukommen. Ganz ohne „Kollateralschaden“ geht es aber nicht ab.

    Schade fand ich insgesamt, dass eine große Stärke des Autors, nämlich die Schilderung militärischer Aktionen, in diesem Band so gut wie nicht zum Tragen kam. Die lebensgefährliche Situation, in der sich die römische „High-Society“ Dank des unkontrollierten Nero befindet, wird zwar recht farbig und kurzweilig dargestellt, aber das kannte man schon aus Vorgänger-Bänden bzw. dem Geschichtsunterricht. Hier hätte ich mir gewünscht, dass mich der Autor – wie in früheren Bänden – mit einer etwas abweichenden Perspektive oder z.B. einer ungewöhnlichen Selbstreflektion des Protagonisten überrascht.

    Insgesamt ist der Band sicherlich nicht langweilig, aber er liegt nach meiner Meinung nur im unteren Durchschnitt der gesamten Buchreihe. Ich bin mir allerdings sicher, dass im nächsten Band der Reihe der Autor seine Stärken wieder voll ausspielen kann, weil Vespasian in Judäa und auf dem Weg zum Thron noch genügend militärische Auseinandersetzungen zu bestehen hat.

    Etwas überrascht bin ich, dass der nächste Band schon der letzte der Reihe sein soll, weil aus Sicht Vespasians geschichtlich doch wesentlich mehr geschieht als in den beiden Vorgängerbänden. Ich bin schon gespannt, wie der Krieg in Judäa und Vespasians Auseinandersetzung mit seinen Konkurrenten um den Thron in einem einzigen Band Platz finden werden und werde diesen angesichts der insgesamt sehr guten Qualität der Buchreihe sicherlich lesen.

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    Cover des Buches Vespasian: Das zerrissene Reich (ISBN: 9783499002878)

    Bewertung zu "Vespasian: Das zerrissene Reich" von Robert Fabbri

    Vespasian: Das zerrissene Reich
    melli_2897vor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Absolutes Lesevergnügen für Geschichtsfans
    Einer der besten Bände der Reihe

    Der vorliegende siebte Vespasian-Romans von Robert Fabbri gehört sicherlich zu den stärksten dieser Buchreihe. Obwohl über den dargestellten Zeitabschnitt wenig aus Vespasians Leben bekannt ist, gelingt es Fabbri dennoch meisterhaft dessen Biografie in diese Zeit hineinzuweben.

    Der Band teilt sich in zwei große Abschnitte:

    Im ersten befindet sich Vespasian in Rom und wird wieder einmal in die Intrigen am kaiserlichen Hof hineingezogen. Nero versetzt die High Society Roms gerade in Angst und Schrecken ob seiner Unberechenbarkeit. Auch Vespasian ist kräftig am Rudern, um sich in dieser Zeit nicht zu exponieren und dennoch karrieremäßig nicht ins Hintertreffen zu geraten. Letztendlich wird er in die Ermordung von Neros Mutter Agrippina hineingezogen.

    Sehr eindringlich werden die Zustände am kaiserlichen Hof und in Rom geschildert. Das erzwungene Duckmäusertum der Senatoren und ihre peinlichen Lobhudeleien sind dabei die eine Seite der Medaille, während auf der anderen Seite im Hintergrund knallharte Politik betrieben wird. Die dabei greifenden Mechanismen und Motivationen werden wieder einmal sehr gut herausgearbeitet. Atmosphärisch dicht nennt man das wohl. Ich fühlte mich manchmal an Ranke Graves‘ Meisterwerk „Ich, Claudius, Kaiser und Gott“ erinnert.

    Im zweiten Abschnitt verschlägt es den Protagonisten zusammen mit seinem Freund und Sympathieträger Magnus, seinem Bruder Sabinus und seiner Geliebten Caenis nach Britannien, weil sie dort im Auftrag von Neros Mentor Seneca finanzielle Angelegenheiten im großen Stil regeln sollen. Sie treffen dort gerade „rechtzeitig“ ein, um Zeuge des historisch verbürgten Aufstands der Icener-Königin Boudicca zu werden. Hier kann der Autor eine weitere seiner Stärke in die Waagschale werfen, nämlich die plastische Schilderung militärischer Aktionen. Zwar wird nur eine einzige größere Schlacht beschrieben, aber wieder einmal in gewohnt großartiger Manier. Man wird förmlich in das Geschehen hineingezogen.

    Noch ein paar weiter Pluspunkte dieses Bandes:

    • Mit seiner Geliebten Caenis, die Vespasian auf seiner Reise in die Provinz begleitet und die in Rom weiß, an welchen Fäden gezogen werden muss, hat die Reihe eine starke Frauenfigur, die einen netten Ausgleich zum sonstigen Testosteron-Überschuss darstellt.
    • Welche Dimensionen finanzielle Machenschaften bereits zur Römerzeit einnehmen konnten und wie groß die Auswirkungen auf den „kleinen Mann“ in der Provinz waren, wird anschaulich beschrieben. Man fühlt sich manchmal sehr an die Auswüchse der Börsenspekulationen unserer Zeit erinnert.
    • Für Hundeliebhaber: Magnus wird in diesem Band von zwei Kampfhunden begleitet, die letztendlich wichtig für die Handlung werden. Magnus‘ Umgang mit den Hunden sorgt für manches Schmunzeln, zumindest bei den etwas hartgesotteneren Lesern.

     Insgesamt ein richtiges Lesevergnügen für Geschichtsfans.

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    Cover des Buches Ein Algorithmus hat kein Taktgefühl (ISBN: 9783453207301)

    Bewertung zu "Ein Algorithmus hat kein Taktgefühl" von Katharina Zweig

    Ein Algorithmus hat kein Taktgefühl
    melli_2897vor einem Jahr
    Setzt kaum Vorwissen voraus

    „Ein Algorithmus hat kein Taktgefühl“ gibt einen grundsoliden Überblick über die technischen Hintergründe und Funktionsweisen von Algorithmen, sowie die ethischen Aspekte, die es dabei zu berücksichtigen gibt. Zahlreiche Diagramme und Karikaturen tragen hierbei zum besseren Verständnis der Inhalte bei oder dienen als Visualisierung von Sachverhalten, die in Textform übermäßig kompliziert wirken.

    Die Autorin setzt dabei kaum Technik-Kenntnisse voraus und holt somit alle Leser auf deren Wissensebene ab. Mir persönlich ist aufgefallen, dass es dadurch hin und wieder zu Wechseln zwischen sehr einfachen Grundbegriffen und fortgeschrittenen Prozessen kommt, die dem Leser viel Aufmerksamkeit abverlangen – in der einen Sekunde nickt man noch eifrig mit und fliegt nur so über die Zeilen und im nächsten Moment steckt man plötzlich mitten in einem Absatz fest und merkt, dass man schon drei Sätze zuvor mental ausgestiegen ist (da hilft halt nur nochmal lesen…). Das kann manchmal auch etwas frustrierend sein – hier legt man das Buch gerne mal wieder weg (wohl einer der Gründe, warum ich recht lange gebraucht habe, um es fertig zu lesen). Im Großen und Ganzen lohnt es sich aber trotzdem, sich durchzubeißen.

    Algorithmen – besonders im ethischen Kontext – sind definitiv ein „Trend-Thema“, mit dem wir in naher Zukunft noch häufiger konfrontiert werden. Dahingehend macht es meiner Ansicht nach durchaus Sinn, sich auch jetzt schon mit den wichtigsten Begriffen und Prozessen bekannt zu machen. Ich würde das Buch also definitiv allen empfehlen, die sich für technische und/oder gesellschaftliche Entwicklungen interessieren und nicht davor zurückschrecken, etwas Neues zu lernen, auch wenn es etwas aufgrund seiner Komplexität etwas mehr Zeit und Konzentration erfordert.

    Kommentieren0
    2
    Teilen
    Cover des Buches Woher kommt der Hass? (ISBN: 9783579014869)

    Bewertung zu "Woher kommt der Hass?" von Anne Otto

    Woher kommt der Hass?
    melli_2897vor einem Jahr
    Pflichtlektüre

    Anne Otto gelingt es mit ihrem Buch „Woher kommt der Hass?“ wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Sozialforschung und Psychologie für jedermann verständlich darzustellen. Das Buch liefert aber nicht nur einen Überblick über die psychologischen Hintergründe rassistischer Haltungen, sondern ist gleichzeitig eine Einladung zur Selbstreflektion. Anstatt über andere zu urteilen, die sich bspw. fremdenfeindlich äußern, ruft die Autorin dazu auf, sich eigene Vorurteile gegenüber anderen Kulturen bewusst zu machen. Dabei geht es nicht darum, die rassistischen Äußerungen zu verharmlosen oder Sympathien aufzubauen, sondern darum, Verständnis für die Vorgänge zu schaffen, die dazu führen, dass manche Menschen rechtsradikalem Gedankengut aufgeschlossen gegenüberstehen. Man hat beim Lesen nie das Gefühl, dass die Autorin von oben herab – quasi als moralisches Vorbild – ihren Zeigefinger auf Teile der Gesellschaft richtet. Eher möchte sie dazu aufrufen, dass wir uns alle unsere Fehler eingestehen und gemeinsam daran arbeiten, sie zu beseitigen. Besonders erfrischend: hier werden keine Vorurteile geschürt oder Klischees bedient. Die Vorstellung des bildungsfernen Hartz IV-Empfängers als alleinige Antriebskraft des deutschen Nationalismus entspricht entgegen vieler Erwartungen nicht der Realität.

    Dafür liefert die Autorin nicht nur eine theoretische Wissensbasis, sondern sehr anwendungsorientierte Praxis-Tipps – am Ende des Buchs findet sich bspw. eine lange Liste mit Tipps im Umgang mit rassistischen Äußerungen anderer. Bereits über die Kapitel hinweg werden alltagsnahe Situationen beschrieben, die vermutlich jeder zu genüge kennt. Doch wie verhält man sich am besten, wenn ein guter Bekannter plötzlich darüber redet, dass „in Deutschland zu viele Menschen leben, die hier nicht hergehören“? Auf diese und viele andere Fragen hat Anne Otto Antworten, die einem dabei helfen, sich auf seriöse Weise zu positionieren und das Gegenüber eventuell sogar zum Umdenken zu bewegen.

    Insgesamt ein sehr hilf- und lehrreiches Buch, das ich definitiv jedem weiterempfehlen würde.

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    Cover des Buches Der Fund (ISBN: 9783442757831)

    Bewertung zu "Der Fund" von Bernhard Aichner

    Der Fund
    melli_2897vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Spannender Thriller mit vielen Wendungen, aber das Ende war etwas schwach
    Grundsolider Thriller

    Ich lese allgemein nur selten Romane, aber der Klappentext von „Der Fund“ hat mich irgendwie gepackt – auch wenn ich den Autor zugegebenermaßen bis dato nicht kannte. Bereits in den ersten Kapiteln liegt eine Spannung in der Luft, die einen das Buch nicht mehr weglegen lässt. Parallel werden hier die zeitversetzten Handlungsstränge erzählt: das Leben der Supermarkt-Verkäuferin Rita Dalek, das durch einen Zufall eine tödliche Wendung nehmen wird, sowie die Ermittlungen eines hartnäckigen Polizisten, der auch auf unkonventionelle Methoden zurückgreift, um den Tod des Opfers zu rekonstruieren.

    Die Story ist spannend und hat einige überraschende Plot-Twists. Das Ende hat sich meiner Meinung nach aber ein bisschen zu offensichtlich angebahnt und konnte nicht so richtig mit dem restlichen Buch mithalten. Ich würde nicht sagen, dass der Schluss enttäuschend war, aber ich hatte mir noch ein bisschen mehr erhofft. Auch die in die Geschichte eingewobene Romanze, die aber wirklich nur einen kleinen Aspekt ausmacht, war für mich recht Klischee-beladen.

    Insgesamt hat mich das Buch aber nicht nur durch den Plot, sondern auch durch den überaus angenehmen Schreibstil Aichners überzeugt. Er verzichtet auf verschnörkelte Umschreibungen und komplexe Syntax. Mit Leichtigkeit und einer erfrischenden Nähe zur Alltagssprache erzählt er die letzten Wochen im Leben der Rita Dalek – man fliegt quasi nur so über die Seiten. Da hat es mich kaum gewundert, dass ich seinen Roman an einem langen Abend an einem Stück durchgelesen hatte. Würde ich auf jeden Fall weiterempfehlen!

    Kommentieren0
    1
    Teilen

    Über mich

    Lieblingsgenres

    Comics, Humor, Romane, Krimis und Thriller, Sachbücher, Historische Romane

    Freunde

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks