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miss_organ_ized

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Rezensionen und Bewertungen

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    Cover des Buches Die Schule der magischen Tiere (ISBN: 9783551314000)

    Bewertung zu "Die Schule der magischen Tiere" von Margit Auer

    Die Schule der magischen Tiere
    miss_organ_izedvor 3 Monaten
    Cover des Buches Flying High (ISBN: 9783736309890)

    Bewertung zu "Flying High" von Bianca Iosivoni

    Flying High
    miss_organ_izedvor 4 Monaten
    Cover des Buches WAS IST WAS Junior Band 34 Bienen, Wespen, Hummeln (ISBN: 9783788622312)

    Bewertung zu "WAS IST WAS Junior Band 34 Bienen, Wespen, Hummeln" von Angelika Rusche-Göllnitz

    WAS IST WAS Junior Band 34 Bienen, Wespen, Hummeln
    miss_organ_izedvor 4 Monaten
    GANZ NAH DRAN


    Bestäubung, Bienentanz und Honigherstellung – all diese spannenden Dinge werden hier mit exakten und detailreichen Illustrationen so anschaulich dargestellt, dass es noch mehr Spaß macht, sie auch draußen zu beobachte. Faszinierend, die die Wespentaille plötzlich nicht mehr nur ein Begriff, sondern so gezeichnet wird, dass man sie klar erkennen kann. Die Honigbiene wird gezeigt, wie sie sich fröhlich auf eine Blüte niedergelassen hat, und man kann einmal ganz genau betrachten, wie sie im hinteren Bereich Pollen festklebt, um mehr transportieren zu können. Die kuschelig wirkende Hummel beeindruckt mit ihrem dichten Pelz. Ganz nah rückt man auch an Pollen samt Narbe und Eizelle oder das Innere eines Apfels heran. Entdeckerklappen sorgen zusätzlich für Überraschungsmomente – besser kann man dieses Thema kaum aufbereiten.



    »Hummeln setzen sich nur auf Blüten, auf denen noch keine andere Hummel war. Sie können das riechen. Denn Hummeln haben Schweißfüße und hinterlassen ihren Fußgeruch für andere Hummeln.«

    Das Buch lässt sich ohne Probleme schön flach aufklappen. Es macht unglaublichen Spaß den kleinen Marienkäfer zu suchen, der sich auf jeder Seite versteckt.Besonders cool sind auch die Interviews, die man abwechselnd lesen kann.

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    Cover des Buches Lautlose Nacht (ISBN: 9783423217477)

    Bewertung zu "Lautlose Nacht" von Rosamund Lupton

    Lautlose Nacht
    miss_organ_izedvor 4 Monaten
    ARKTISCH

    »›Wusstest du, dass es im Weltraum vollkommen still ist? Selbst wenn Sterne explodieren, machen sie überhaupt kein Geräusch.‹ ›Dann hören im Weltraum alle Leute so viel wie ich.‹«


    Wer hätte gedacht, dass ein Thriller es unter die Top Five meiner liebsten Liebesgeschichten schafft und mir sogar ein Lächeln aufs Gesicht zaubern kann. „Lautlose Nacht“ ist nach langer Zeit mal wieder ein Buch, dass mich ins Genre der Krimis und Thriller entführt. Ich lese eigentlich bevorzugt Bücher, die mich fröhlich machen und zum Lachen bringen, und natürlich gehören auch Liebesgeschichten dazu.  Dies hier ist eine ergreifende Geschichte über die Kraft, die wahre Liebe tief in uns drin auslösen kann, die einen auch noch begleitet, wenn man den Buchdeckel schon längst geschlossen hat.


    »Das hatte Dad gesagt – sie verloren nie die Hoffnung. Dabei finde ich, es sollte heißen, ›sie hielten die Hoffnung fest‹, weil Hoffnung etwas Warmes ist, was man gern ganz dicht an sich drückt.«


    Ruby ist zehn Jahre alt und taub. Da ist es natürlich nicht so einfach Anschluss zu finden. Aber ihr Vater versteht sie. Nimmt sie so an, wie sie ist. Er ist in Alaska, Anaktue als Tierfilmer unterwegs. Endlich sitzen sie und ihre Mutter Yasmin im Flugzeug auf dem Weg zu ihm. Doch vor Ort wird die Vorfreude jäh gebremst. Es gab einen schlimmen Unfall, bei dem alle 23 Bewohner von Anaktue und ein weiterer verbrannt sind. Die Polizei übergibt Yasmin den Ehering von Matt. Doch auch wenn alle Fakten dagegen sprechen, tief in ihr spürt sie – es kann nicht stimmen. Es darf nicht stimmen. Um Ruby Willen, um ihrer Liebe Willen. Alle glauben den Fakten und schreiben Yasmins Reaktion dem Schock zu. Es hängt also an ihr, die Liebe ihres Lebens und Rubys Draht zur Welt zu retten.

    »In ihrer Vorstellung war diese Liebe eine Metallkugel tief im Erdkern, tausend Meilen unter dem Asphalt, den Stränden und Marschen, auf denen sie sich bewegten, eine magnetische Kugel, die sie in der Welt verankerte.«


    Ich habe jeden Buchstaben dieser Geschichte in mich aufgesogen. Bei manchen Büchern passiert es mir, dass ich Seiten überfliege, weil man das Gefühl hat, hier wird nur beschrieben, um am Ende auf 500 Seiten zu kommen. Aber Rosamund Lupton verpackt in jedem dritten Satz Lebensweisheiten, die man sich eigentlich sofort übers Bett pinnen müsste. Wie mein Geschichtslehrer schon immer sagte: So lang wie nötig, so kurz wie möglich. Der Schreibstil hebt sich von der breiten Masse ab, hier stimmt wirklich alles bis ins letzte Detail.


    »Eine Erinnerung stieg in ihr auf, intensiv in der Dunkelheit. Zehn Jahre hatte sie nicht mehr daran gedacht, aber jetzt schien sie kaum Minuten her zu sein. Manchmal kam es Yasmin so vor, als würde die Zeit nicht linear verlaufen, sondern in Kurven, dass sich Vergangenheit und Gegenwart in einer einzigen Empfindung treffen konnten.«


    Zunächst fiel es mir auf den ersten Seiten fast schwer, der Geschichte zu folgen. Und das ist das Tolle an diesem Buch. Es ist, als würde man in eine fremde Stadt fahren und weiß nicht, wo man zuerst hinschauen soll. Man beginnt dann Stück für Stück das Unbekannte zu erkunden, und aus den einzelnen Puzzleteilen wird irgendwann ein vollkommenes Bild. Bei Büchern, die aus verschiedenen Perspektiven erzählen, bin ich immer Feuer und Flamme. Hier kann man gleich in mehrere verschiedene Rollen hineinschlüpfen und fühlt sich dadurch mitten im Geschehen. Rosamund Lupton schafft es, dass sich die Decke, in der man sich gerade eingemummelt hat, in einen dicken Polarparka verwandelt und man plötzlich hinter Ruby und Yasmin im Truck sitzt.


    »Mum glaubt nicht, dass die Mail von Dad ist. Und das Bild ist schon grausig. Aber manchmal passieren in der Wildnis grausige Dinge. Und Dad sagt, man muss die Tiere so sehen, wie sie sind, nicht disneyfiziert. Dieser Moschusochse ist merkwürdig, vielleicht will Dad ihn deshalb seinen Filmleuten schicken.«


    Man merkt gleich, dass in diesem Buch unglaublich viel Recherche steckt. Über Ruby, die taub ist, über ihre Mutter Yasmin als Physikerin, über ihren Vater Matt als Tierfilmer und über die Schönheit eines einzigartigen Landes. Obwohl ich noch nie Alsaka war, habe ich jetzt das Gefühl, schon einmal dort gewesen zu sein, das Land von innen heraus zu kennen. Den Charakter, wie rau es dort sein kann und was es den Menschen, die dort leben, alles abverlangt. Aber auch die schönen Seiten, die Sterne. Man hat das Gefühl in so einer kargen Umgebung wird die Sicht für das Wesentliche geschärft.


    »Land, Himmel und Schnee waren zu einer einzigen unendlichen, fremden Einheit verschmolzen. So musste Verzweiflung aussehen, dachte Yasmin, so hatte es ausgehen, als ihre Mutter gestorben war. Genauso eine trostlose, leere, ununterscheidbare Einsamkeit. Irgendwo da drin war Matt.«


    Mein absolutes Highlight ist Rubys Twitter-Account @Words_No_Sounds. Es ist faszinierend wie bewusst Ruby ihre Umwelt wahrnimmt und alles auf anderen Ebenen erfasst. Ich stand beim Lesen permanent unter Spannung, bangte und hoffte auf der Reise durch das Eis mit Ruby und schmolz dennoch dahin.


    @Words_No_Sounds; ANGST: Sieht aus wie ein Schachbrett mit hin und her springenden Feldern, fühlt sich zitternd und schweißig an.


    Für uns sind Worte selbstverständlich – und dass sie auch ankommen. Doch für Ruby begründen sie ihre Existenz. Kinder können so brutal sein, denn immer nur als das „taube Mädchen“ wahrgenommen zu werden, ist das, was für Ruby am schwersten ist. Doch es gibt immer zwei Seiten. Die wunderschöne und atemberaubende Eis-Landschaft Alaskas, die auf der einen Seite alles so friedlich und zauberhaft erscheinen lässt und doch gleichzeitig so unbarmherzig und bedrohlich. Meine Nackenhaare haben sich aufgestellt, die Angst saß mir im Nacken bis zur letzten Sekunde – so wie Yasmin die Verfolger – und dennoch war mein Herz gewärmt von der Liebe.


    »So laut sie konnte, brüllte sie seinen Namen in die Finsternis hinaus. Ihre Lippen formten den Laut, und ihre Lungen verstärkten ihn zu einem Schrei, aber der Wind löschte alles sofort aus – sie hätte nicht sagen können, ob sie überhaupt ein Geräusch von sich gegeben hatte. Es war, als hätte sich um sie herum ein Raum aus Nichts gebildet, und sie könnte sich nicht mehr sicher sein, ob sie überhaupt noch da war. «

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    Cover des Buches Traumspringer (ISBN: 9783423762465)

    Bewertung zu "Traumspringer" von Alex Rühle

    Traumspringer
    miss_organ_izedvor 4 Monaten
    Traumwelten

    Lest ihr manchmal Kinderbücher? Ich finde, das ist zwischendurch mal eine schöne Abwechslung. Und ich kann das Buch guten Gewissens an meine kleine Schwester weitergeben. Neulich habe ich mal wieder eines gelesen.

    »Es war auch keine Tür hinter mir zugefallen, eigentlich hätte man doch das Klassenzimmer sehen müssen oder diesen Morpheus, aber da war nur Dunkelheit und glänzender Stein und – Atem. Ganz in meiner Nähe. Da atmete jemand! Über mir. Hinter mir. Vor mir. Es war, als ob der Atem aus dem Fels um mich herum kommen würde. Oder als ob die Dunkelheit atmete. Und als ob mich dieser dunkle Atem belauschte. Als ich selbst kurz aufhörte zu atmen, war nichts mehr zu hören. Sobald ich weiteratmete, hörte ich auch den fremden Atem wieder. Ich musste hier raus.«

    Dass Träume wichtig sind für uns Menschen weiß vermutlich inzwischen jeder. Aber wer passt eigentlich auf unsere Träume auf, denn die meisten haben wir ja wieder vergessen, wenn wir aufwachen. Wie Leon eines Tages oder besser gesagt eines Nachts erfährt, ist das Morpheus mit seiner Schwester Ophra und eigentlich auch seinem Bruder Krato. Doch der ist mal wieder verschwunden, und das kann nichts Gutes bedeuten. 


    »Aber warum ausgerechnet mich? Oder war unsere Begegnung im Zoo doch Zufall gewesen? Und hatte ich das Ganze nur geträumt? Aber der Sand in unserer Wohnung… Und an den Traum erinnerte ich mich noch so klar wie an den Tag zuvor: der Tunnel, der Atem im stockdunklen Fels, das gruselige Gefühl als ich mich selbst im Bett gesehen habe, Morpheus´ Erschrecken, als ich ihm davon erzählte – das alles hatte sich wirklich genauso angefühlt wie vorher der Besuch im Zoo oder wie der Moment, als wir von Herrn Pallenberg umgesetzt worden waren.«


    Kann es nicht sein, dass uns unsere Träume abhanden gekommen sind? Die Fähigkeit das Gute zu sehen. Wir sind in unserer Mühle gefangen. Viele tun nur das was sie vermeintlich tun müssen, nicht was sie wollen, jagen den Träumen anderer hinterher. Vielleicht ist es Zeit, dass wir uns wieder aufs Wesentliche konzentrieren. Das ich es gerade zu Zeiten dieser schlimmen Krise geschafft habe dieses Buch zu lesen, ist das nicht irgendwie bezeichnend? Krato ist offenbar wieder da und wir müssen alle zusammen helfen, um ihn zu besiegen!


    »›Was Krato genau will, kann ich dir auch nicht sagen‹, sagte Morpheus. ›Aber ich weiß, dass ihr Menschen eure Träume dringend braucht. Ihr habt keine Ahnung, wie wichtig sie für euch sind. Weil ihr sie tagsüber vergesst. Dabei ist es, als hätte jeder von euch einen Schatz unter seinem Haus liegen. So was wie eure heimliche Fußbodenheizung. Die ist unsichtbar. Aber ihr wärmt euch trotzdem daran. Genauso wärmt sich euer Leben auch an euren Träumen. Selbst wenn ihr im Alltag nichts davon mitbekommt.‹ ›Und wenn wir keine Träume mehr haben?‹ Morpheus warf zwei Regalbretter ins Feuer, aus der Glut sprühen Funken empor. Dann sagte er: ›Merkst du, wie kalt es jetzt hier unten ist? Ohne eure Träume ist das Leben wie ein eiskalter Steinfußboden. Man kann ein Weile überleben. Aber es ist scheußlich. Als würde euch alle Nahrung fehlen. Als Kratz schon mal zu euch rüberkam, ist nach kurzer Zeit die Pest ausgebrochen. Da sind Hunderttausende gestorben.‹«


    Es hat mir sehr viel Spaß gemacht dieses Buch zu lesen, auch wenn ich eigentlich schon viel zu alt dafür bin. Ich habe richtig mitgefiebert und kann das Buch nur empfehlen!

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    Cover des Buches Falling Fast (ISBN: 9783736308398)

    Bewertung zu "Falling Fast" von Bianca Iosivoni

    Falling Fast
    miss_organ_izedvor 4 Monaten
    »Sei mutig, Hailee.«

    Ich konnte mich so gut mit Hailee identifizieren (also was ihre Schüchternheit angeht, nicht falsch verstehen, wer das Buch gelesen hat). Daher hat es mir wahrscheinlich auch so viel Spaß gemacht, ihre Entwicklung mitzuverfolgen und mich selbst darin wieder zu entdecken, auch wenn sich das Buch vor einem traurigen Hintergrund abspielt.

    »Faszinierend. Offenbar fällt jedes bisschen Schüchternheit von ihr ab, wenn sie beschließt, jemanden nicht mehr leiden zu können.«

    Hailee hat sich alleine auf einen Roadtrip begeben. Zum ersten Mal ist sie ohne ihre Zwillingsschwester unterwegs. Und sie hat sich selbst und ihr versprochen ihre Schüchternheit abzulegen, über ihren Schatten zu springen und sich all die Dinge zu trauen, vor denen sie immer zurückgeschreckt ist. Dass Hailee in Fairwood strandet hat aber einen traurigen Hintergrund. Das war nämlich die Heimat ihres besten Freundes Jesper, den sie nur übers Internet kannte und der plötzlich verstorben ist.

    »Mein Magen verkrampft sich. Ich hasse Abschiede. Aber ganz besonders hasse ich es, wenn Leute einfach verschwinden. Wenn gar kein richtiger Abschied möglich ist.«

    Sie möchte ihm seinen letzten Wunsch erfüllen. Auf ihrer Mission läuft sie Chase in die Arme, der seine Familie in Fairwood besucht. Auch er steht mit Jesper in Verbindung.

    »Ich mag keine Überraschungen. (…) Nicht mal in Pralinen. Ich weiß lieber vorher, was drin ist, statt irgendeinen ekligen Likör runterschlucken zu müssen. Brr.«

    Eine Liebesgeschichte vor einer verträumten Hollywood-Kulisse, allerdings verstrickt mit einigen sehr ernsten Themen. Ich mag es bei Büchern gern, wenn aus zwei Perspektiven erzählt wird – auch wenn manche Rezensenten der Meinung sind, dass dies logische Fehler nach sich ziehen kann. Mich hat es nicht gestört. Außerdem: Hailee denkt ja durchaus auch dann, während Chase gerade aus seiner Sicht erzählt, und diese Gedanken bleiben dem Leser dann natürlich verborgen. 

    Bei mir hat das Buch Gefühle ausgelöst, und ich habe sogar ein paar Tränen verdrückt. Und das ist mir bei einem Buch wichtig: Dass es mich berührt. Da kann ich über den einen oder anderen Logikfehler locker hinwegsehen. Wer sich im New Adult Genre zu Hause fühlt, der sollte das Buch auf jeden Fall lesen. Aber auch allen anderen kann ich das Buch durchaus empfehlen, es geht beispielsweise auch ums Bücher schreiben.

    »Alles, was ich tun muss, ist, ihn einzuschalten, mit dem USB-Stick zu verbinden und das Dokument zu öffnen. Es klingt so simpel, aber es erscheint mir schwieriger als alles, was ich in diesem Sommer getan habe. Denn wenn ich Jespers Geschichte erst einmal gelesen habe, ist es wirklich vorbei. Dann ist er wirklich fort.«

    »Ein Buch ist nicht bloß ein Buch, Hails. Es ist die Chance, etwas von sich selbst in der Welt zu hinterlassen, wenn man eines Tages nicht mehr da ist.«

    MEIN LIEBLINGSZITAT:

    »Und der Junge, der auszog, um die Welt zu retten, hat am Ende nur einen einzigen Menschen gerettet: sich selbst. Doch er hat auch etwas Wichtiges gelernt. Denn wenn jeder Einzelne damit anfangen würde, sich so zu verhalten, wie er die Welt sehen möchte – freundlich, hilfsbereit und stark -, dann können wir alle die Welt retten. Jeder für sich und alle zusammen.«

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    Cover des Buches Wo die Freiheit wächst (ISBN: 9783845822747)

    Bewertung zu "Wo die Freiheit wächst" von Frank Maria Reifenberg

    Wo die Freiheit wächst
    miss_organ_izedvor 4 Monaten
    MITTEN IM ZWEITEN WELTKRIEG

    Die junge Lene ist 16 Jahre alt, und der Krieg dauert jetzt schon einige Jahre an. Statt sich mit dem Erwachsenwerden zu beschäftigen, hat sie alle Hände voll zu tun die Familie zusammen zu halten. Ihr großer Bruder Franz kämpft an der Ostfront gegen Russen, ihr Vater ist verschollen, ihre Mutter depressiv und ihr kleiner Bruder verehrt den Führer so sehr, dass es mehr kaum geht. Und wo steht Lene selber? Sie weiß, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Doch kaum jemand unternimmt etwas. Dann lernt sie Erich kennen und mit ihm eine Gruppe von Jugendlichen, die ihren eigenen Kopf haben: die Edelweißpiraten…

    »Ich versuche wacker den Überblick NICHT zu verlieren. Aber manchmal würde ich mich auch gerne wie der Kalli irgendwo in eine Ecke der Welt verfrachten lassen, wo über dir nichts ist außer der Sonne und dem Mond. Auf ein Inselchen mitten im Ozean oder auf einen Berggipfel, am besten den höchsten der Welt, wo du nachts nur in den Sternenhimmel starren kannst. Dahin, wo nichts mehr über dir ist, wo die Freiheit wächst, bis zu den Sternen.«

    BRIEFROMAN

    Ein Briefroman? Zunächst war ich skeptisch, ob ich damit beim Lesen so gut zurecht kommen würde. Skeptisch war zunächst auch der Autor, wie ich später hinten im Buch gelesen habe. Ihm sei auch bewusst gewesen, dass man fast nichts von dem, worum es sich im Buch dreht, in Briefe hätte schreiben können zu dieser Zeit. Das hatte ich nämlich erst vor hier als Kritikpunkt aufzuführen, weil es mir doch ein bisschen sehr leichtsinnig und lebensmüde von den Charakteren erschien. Aber dem wurde durch das Nachwort der Wind aus den Segeln genommen.

    »Haben die denn keine anderen Sorgen? Wenn ich mir anhöre, was der Führer da vorige Woche im Reichstag gesagt hat! ›Front und Heimat müssen alles geben‹, sagt er und dass uns ein Kraftakt bevorstünde. Als ob alles, was bisher gewesen ist, ein Spaziergang am Rheinufer war. Darum sollten sie sich kümmern, nicht um unser Geschreibsel.«

    Im Endeffekt war ich begeistert von der Briefform. Denn es hilft, sich besser in die damaligen Umstände hineinzuversetzen. Freunde und Familie über ganz Deutschland verstreut, und die einzige Möglichkeit sich nicht zu verlieren, waren Briefe. Auch wenn man teilweise ewig darauf warten musste oder manche gar nicht am Ziel ankamen. Obwohl man genug mit sich selber zu schaffen hatte (schauen wo man etwas zu Essen herbekam, die Wohnung bewachen,…), nahm man sich die Zeit zum Briefe schreiben, um nicht ganz verrückt zu werden. Daher finde ich, hat sich das Wagnis Reifenbergs gelohnt, das Ganze in einen Briefroman zu verpacken.

    SCHREIBSTIL

    Besonders gut hat mir der Schreibstil gefallen. Ich hatte das Gefühl, diese Personen hätten wirklich 1942 gelebt und diese Briefe geschrieben. Das ist nicht der Fall, auch wenn manche Charaktere an wahre Persönlichkeiten angelehnt sind. Ich kann wirklich nur empfehlen, das Nachwort des Autors auch zu lesen, dort erfährt man einige spannende Dinge.

    CORONA UND FREIHEIT

    Ich habe das Buch gelesen und gedacht: Um Gottes Willen! Was die damals im Krieg alles aushalten mussten. Da konnte keiner einfach auf die Straße gehen und gegen das, was ihm nicht recht gefiel protestieren. Beziehungsweise natürlich konnte man das, aber dann wurde kurzer Prozess gemacht. Natürlich hat jeder von uns in der Schule gelernt wie schlimm die Zeiten waren und was alles dahinter steckte. Aber im Alltag verblasst das immer, finde ich. Und wenn man dann so ein Buch liest, taut alles wieder auf.

    Und dann frage ich mich, warum die Leute zur Zeit es nicht einmal aushalten können ein wenig Abstand zu halten. Ich glaube, dass gerade zur Zeit dieses Buch einige Menschen aufrütteln könnte. Dass man sich mal bewusst wird, wie geringfügig manche Probleme im Vergleich zu anderen sind. Wenn Fliegeralarm war, dann sind alle in den Bunker oder in den Keller. Natürlich gab es da auch Murren und bestimmt ist auch mal der ein oder andere durchgedreht und raus gerannt. Aber der hatte dann auch gleich die Quittung dafür. An Corona ist das Problem, dass man keine Bomben sieht, die fallen. Der Feind ist unsichtbar, aber das macht ihn nicht weniger gegenwärtig. Wir sollten froh sein, dass wir diesen Krieg eigentlich nur mit der Waffe des Social Distancing ausfechten können. Jedenfalls wenn wir alle zusammen helfen.

    Kleiner Denkanstoß

    Und daher finde ich auch, dass Demonstrationen gegen die Einschränkungen der Grundrechte vermieden werden sollten. Wir haben das Privileg der Freiheit unseres Gedankenguts. Und wenn alle so vernünftig wären zu Hause zu bleiben, weil sie es selbst für richtig halten, dann müsste auch kein Staat von oben eingreifen und die Bevölkerung zur Vernunft erziehen.

    »Die Schäden und das Leid sind so unfassbar, aber am Schlimmsten für mich ist das, worüber keiner spricht, was viele nur im hintersten Eckchen ihres Herzens verstecken. Es ist das Gefühl, dass es uns nur recht geschieht. Das hat sich schon so manches Mal bei mir eingeschlichen, als es von Bombennacht zu Bombennacht schlimmer geworden ist. Wenn man mit so einem Leid und Verbrechen gestraft wird, muss man doch etwas angestellt haben.«

    SPOILER-ALERT

    Mein Kopf fand das Ende super geschrieben. Dass man nicht weiß was mit Lene und Erich passiert, fand ich ein gutes Stilmittel, auch wenn ich mich jetzt immer noch ärgere, dass ich es nicht weiß (ich hoffe auf einen zweiten Teil). Damals war es ja nicht so einfach Kontakt zu halten. Und das hat die Unübersichtlichkeit noch einmal gut hervorgehoben. Dass Franz gefallen ist, hat mich ernüchtert, obwohl es mehr als realistisch ist. Mein Herz war einfach nur traurig. Ich hätte mir so sehr ein Happy End gewünscht. Aber gerade das gab es eben meist leider nicht. Und das macht bei allem Schmerz das Buch auch so gut, glaube ich.

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    Cover des Buches Bork - Der Bäumling (ISBN: 9783833906169)

    Bewertung zu "Bork - Der Bäumling" von Olle Lindberg

    Bork - Der Bäumling
    miss_organ_izedvor 4 Monaten
    ABENTEUER IM WALD

    Manchmal können Bücher Träume wahr werden lassen. Die Autorin jedenfalls hatte sich schon in Kindertagen immer einen Freund gewünscht, der genauso ist wie Bork: Immer abenteuerlustig und fröhlich auf Entdeckungsreise in der Natur. Jetzt hat er eine Geschichte daraus gemacht, und die spielt dort, wo er selbst aufgewachsen ist. Als Maja eines Tages Bork mit seinen wilden roten Haaren im Wald nicht weit von ihrem Zuhause trifft, weiß sie sofort, dass sie ihn nicht mehr missen will. Damit sie ihn immer bei sich haben kann, lässt sie ihn einfach in ihr Baumhaus einziehen. Dann wird’s richtig turbulent, denn Bork hat viele witzige Ideen. Und so erleben die beiden tolle Abenteuer in der Natur – ein Hauch von schwedischer Sommer-Idylle.

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    Cover des Buches Die Schule der kleinen Ponys - Ein Heuhaufen voller Geheimnisse (ISBN: 9783414825667)

    Bewertung zu "Die Schule der kleinen Ponys - Ein Heuhaufen voller Geheimnisse" von Anne Wolff

    Die Schule der kleinen Ponys - Ein Heuhaufen voller Geheimnisse
    miss_organ_izedvor 4 Monaten
    GEMEINSAM STARK

    Mo und Dr. Paul verbindet so einiges: Zum Beispiel haben sie am gleichen Tag Geburtstag. Beide sind 10 Jahre alt und unzertrennlich. Dr. Paul ist Mos Lieblings-Pony, und als ihre Mutter sich zu Beginn der Sommerferien den Arm bricht, soll sie die Ponyschule leiten. Ganz schön viel Verantwortung für Mo, aber schließlich hat sie mit Dr. Paul den treuesten Begleiter an ihrer Seite, den man sich nur vorstellen kann. Aufregend wird’s natürlich trotzdem, doch gemeinsam meistert das zauberhafte Duo etliche Hürden. Die Karte von der Umgebung lädt ein zum Mitfiebern, und am Schluss wartet noch das Rezept von Mos Lieblings-Keksen. Der Band ist der gelungene Auftakt zu einer neuen Reihe für kleine Pferde-Narren und dank toller Illustrationen von Nadine Reitz auch prima zum Vorlesen. 

    Lest weitere tolle Rezension auf www.mountain-crystal.de!

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