nana_what_else

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    Cover des Buches The Catcher in the Rye9783526523710

    Bewertung zu "The Catcher in the Rye" von J. D. Salinger

    The Catcher in the Rye
    nana_what_elsevor 2 Monaten
    Kurzmeinung: The Catcher in the Rye ist – wenn zur rechten Zeit gelesen – ein Augenöffner, aber in jedem Fall ein überzeitliches literarisches Juwel.
    The Catcher in the Rye von J. D. Salinger


    What really knocks me out is a book that, when you’re all done reading it, you wish the author that wrote it was a terrific friend of yours and you could call him up on the phone whenever you felt like it. That doesn’t happen much, though.
    Aus: The Catcher in the Rye von J.D. Salinger, Seite 19


    Das schreibt der Verlag:  The hero-narrator of The Catcher in the Rye is an ancient child of sixteen, a native New Yorker named Holden Caulfield... 

    One of the greatest American novels of all time, The Catcher in the Rye is a classic coming-of-age story: an elegy to teenage alienation, capturing the deeply human need for connection and the bewildering sense of loss as we leave childhood behind. (Textrecht: Penguin) 


    I swear to God I’m a madman.
    Aus: The Catcher in the Rye von J.D. Salinger, Seite 145


    Persönlicher Leseeindruck: Schon vor einigen Monaten habe ich den Fänger im Roggen gelesen und obwohl ich mich immer wieder hingesetzt habe mit dem Vorsatz euch davon zu erzählen – es kam einfach nichts Brauchbares dabei heraus. Irgendwie wollte sich dieser Text nicht einfach auf ein paar Sätze zusammenfassen lassen, fehlten mir die Worte, zu beschreiben, was er in mir ausgelöst hat, war stets das Gefühl da: Ich kann diesem Roman mit einer Besprechung nur einen Bärendienst erweisen. Denn auf den Punkt zu bringen, wie sehr mich das Wechselspiel aus Witz und Tragik, Aktualität und Aus-der-Zeit-gefallen-Sein, sprachlicher Raffinesse und flapsigem Slang amüsiert, getriggert und fasziniert hat, ist schier unmöglich. 

    Was ich euch sagen kann, ist Folgendes: Dieser über 70 Jahre alte Roman hat mich mit voller Wucht und vollkommen unvorbereitet erwischt. 


    I’d never yell ‘Good luck!’ at anybody. It sounds terrible, when you think about it.
    Aus: The Catcher in the Rye von J.D. Salinger, Seite 16


    Holden Caulfield ist eine der vieldimensionalsten literarischen Figuren, mit denen ich es je zu tun hatte, selten hatte ich das Gefühl mich derart in einer Figur wiederzuentdecken und das obwohl die Schnittmenge unserer Biografien kleiner-gleich null ist. Seine Geschichte, von der wir retrospektiv – fast stream-of-consciousness-artig – aus seiner Sicht nur drei Tage miterleben, ist die einer unaufhörlichen Achterbahnfahrt, eine Geschichte des unsagbaren Verlusts, des jugendlichen Aufstands, einer beinahe schmerzlichen Lethargie. 

    Wie Holden von seinem Leben erzählt, mit dieser spitzbübischen vermeintlichen Wurschtigkeit, und dabei so kindlich und gleichzeitig so unendlich vom Leben gezeichnet wirkt, ging mir unglaublich unter die Haut. Seite um Seite durchläuft man als Leser an der Seite von Holden ein Wechselbad der Gefühle. 

    J.D. Salingers The Catcher in the Rye ist eine berührende, temporeiche, aber vor allem von der Liebe zum Detail lebende coming-of-age Geschichte, die längst als moderner Klassiker gilt. 


    That’s the thing about girls. Every time they do something pretty, even if they’re not much to look at, or even if they’re sort of stupid, you fall half in love with them, and then you never know where the hell you are. Girls. Jesus Christ, they can drive you crazy. They really can.
    Aus: The Catcher in the Rye von J.D. Salinger, Seite 79


    Fazit: Holden, I feel you. Die Welt ist verlogen und traurig und unpackbar schön und manchmal ist es ein wirkliches Kunststück nicht umzukippen, beim Versuch, das Hässliche und das Gute in der Waage zu halten. The Catcher in the Rye ist – wenn zur rechten Zeit gelesen – ein Augenöffner, aber in jedem Fall ein überzeitliches literarisches Juwel.

    The Catcher in the Rye von J.D. Salinger
    Taschenbuch| 240 Seiten, Englisch | Penguin Books | ISBN: 978-0241950425

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    Cover des Buches To Kill a Kingdom9781471407406

    Bewertung zu "To Kill a Kingdom" von Alexandra Christo

    To Kill a Kingdom
    nana_what_elsevor 3 Monaten
    Kurzmeinung: An dieses Buch bin ich leider mit viel zu hohen Erwartungen rangegangen. Trotzdem ein kurzweiliges, wenn auch seichtes Lesevergnügen.
    To kill a kingdom von Alexandra Christo


    „Everything is muted and as Lira swoops her blade down on mine once more, I let it all fall away. My mission, my kingdom. The world. They exist somewhere other than in this moment, and now there is only this. Me, my ship, and a girl with oceans in her eyes.“
    aus: To Kill A Kingdom von Alexandra Christo, Seite 198, Zitatrecht: Hot Key Books


    Klappentext: I have a heart for every year I've been alive. There are seventeen hidden in the sand of my bedroom. Ever so often, I claw through the shingle just to check they're still there. Buried deep and bloody.

    Princess Lira is siren royalty and revered across the sea until she is cursed into humanity by the ruthless Sea Queen. Now Lira must deliver the heart of the infamous siren killer or remain human forever.

    Prince Elian is heir to the most powerful kingdom in the world, and captain to a deadly crew of siren hunters. When he rescues a drowning woman from the ocean, she promises to help him destroy sirenkind for good. But he has no way of knowing whether he can trust her ...


    Persönlicher Leseeindruck: Liebe ich Märchenadaptionen? Ja. Bin ich ein klitzekleines bisschen pingelig, wenn es um die Umsetzung geht? Definitiv. Bin ich vielleicht ein wenig verwöhnt von grandiosen Märchenadaptionen wie Broms düsterem „Der Kinderdieb“? Mit Sicherheit. Sitzt die Messlatte deshalb verteufelt hoch? Vielleicht.

    Ihr ahnt es vermutlich bereits: „To Kill A Kingdom“ von Alexandra Christo hat Erwartungen geschürt, die es nicht gehalten hat. Seeungeheuer, Schwerter, tiefblauer Ozean: So kommt schon das – zugegeben gelungene – Cover des Buches daher und verspricht damit eine schaurig-mysteriöse Version des Meerjungfrauenstoffs.

    Obwohl ich als Kind mit den blumigen Disney-Märchenversionen aufgewachsen bin und die Lieder daraus noch immer lauthals unter der Dusche singe, freue ich mich immer besonders, wenn AutorInnen es wagen, den altbekannten Stoffen dunkle Noten und unerwartete Twists zu verpassen, die nicht unweigerlich auf das „…and they lived happily ever after“ zusteuern.

    Und Lira wird uns tatsächlich nicht (oder zumindest nicht nur) als trällernde Meerjungfrau mit Wallemähne vorgestellt, sondern bereits auf den ersten Seiten als herzlos-tödliche Sirene mit einer etwas morbiden Vorliebe für royale Herzen. Zwar versucht Christo dem Plot durch Einblick in die Familienbande Liras eine weitere Dimension zu verleihen und ihre Entwicklung hin zur männermordenden Prinzessin nachzuzeichnen, wirklichen Tiefgang bekommt die Story dadurch aber leider auch nicht.



    „Is that what it means to be human?
    Pushing someone else out of danger and throwing yourself in?“
    aus: To Kill A Kingdom von Alexandra Christo, Seite 231, Zitatrecht: Hot Key Books


    Einige spannende Settings und interessante Figuren lassen zwischendurch immer wieder Hoffnung aufkommen, von einer kreativen Umsetzung der Stoffvorlage kann man im Endeffekt aber leider nicht sprechen. Schlussendlich bleibt es bei einer grotesken Vermanschung der griechischen Sirenenmythologie mit dem, was man in Disneys Arielle zu sehen bekommt (stellenweise sogar 1:1); im wahrsten Sinne des Wortes tödlicher Kitsch, könnte man sagen.

    Zugute halten muss man Christo die schöne Leichtigkeit und Bildhaftigkeit ihres Schreibstils, die die Story zu einer kurzweiligen, wenn auch nicht nachhallenden Lektüre machen.

    Fazit:  Wer von „To Kill A Kingdom“ ein spannendes Abenteuermärchen auf hoher See erwartet, muss leider feststellen, dass auch dieses Schiff der 0815-Route folgt und letztendlich unelegant strandet.

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    Cover des Buches One Of Us Is Lying9780141375632

    Bewertung zu "One Of Us Is Lying" von Karen M. McManus

    One Of Us Is Lying
    nana_what_elsevor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Long story short: Ausgeklügelter Plot, gelungene Twists, vielversprechendes Setting: all das versinkt am Ende knietief im Kitsch.
    One of us is lying von Karen M. McManus


    „I’m starting to realize there are some things you can’t undo, no matter how good your intentions are.“
    aus: One of us is lying von Karen M. McManus, Seite 340. Textrechte: Penguin Books


    Klappentext: Five students walk into detention. Only four leave alive.

    Yale hopeful Bronwyn has never publicly broken a rule.  Sports star Cooper only knows what he‘s doing in the baseball diamond. Bad boy Nate is one misstep away from a life of crime. Prom queen Addy is holding together the cracks of her perfect life. And outsider Simon, creator of the notorious gossip app at Bayview High, won’t ever talk about any of them again. He dies 24 hours before he could post their deepest secrets online. Investigators conclude it’s no accident. All oft hem are suspects.

    Everyone has secrets, right? What really matters is how far you’ll go to protect them.


    Persönlicher Leseeindruck: Pretty Little Liars trifft auf Gossip Girl. Wer die beiden Serien kennt, weiß, dass die Atmosphäre in beiden Stories zwar stets gespannt ist wie ein Pfitschipfeil und das Setting auch eines ist, mit dem sich Jugendliche sicher gut identifizieren können, der Plot aber schnell ins absolut Unglaubwürdige abdriftet. Und genau das ist auch in One of us is lying von Karen M. McManus passiert.

    Intrigen, Mobbing und Mitläufertum gibt es wohl in jeder Schule auf die ein oder andere Weise. Da wird gepetzt, getuschelt, ausgeschlossen, fremdgeknutscht und bei Tests gemogelt. Dass die Schule ein einziger Tatort ist, darauf können sich viele wohl einigen. Im Schulkontext können scheinbar harmlose Streiche und kleine Fauxpas zu persönlichen Katastrophen werden. Absolut nachvollziehbar und gerade das macht das Setting vor allem für eine jugendliche Leserschaft sicher auch besonders interessant.

    Aber ob SchülerInnen in der Lage sind, perfekte Verbrechen zu planen und zu begehen und ausgereiftere Spürnasen besitzen als Sherlock Holmes und Monk zusammen? So wird es einem zumindest vermittelt, denn wer nicht gerade mehrfach vorbestrafter Drogendealer ist, ist zumindest autodidaktischer Hacker oder ein Genie im Verborgenen.



    Die Umsetzung der Idee war für meinen Geschmack zu übertrieben und wirkte dadurch wenig authentisch – das ändert aber nichts daran, dass ich die Idee dahinter nach wie vor wirklich gut finde. Das Figurenpersonal ist gut durchdacht, ebenso wie die einzelnen mit den ProtagonistInnen verbundenen Handlungsstränge, die den Leser lange in die Irre führen, in unerwartete Twists münden und mehrere gelungene Spannungsbögen erzeugen.

    Spoiler Alert: Neben der stellenweisen Übertriebenheit, die der Story viel an Glaubwürdigkeit raubt und mein Lesevergnügen stellenweise trübte, ist für mich auch das Thema Selbstmord in Jugendbüchern immer ein kritisches, vor allem dann, wenn auf das Opfer kaum bis gar nicht eingegangen wird und das Motiv für den geschilderten Suizid obendrein auch noch Rache ist.

    Fazit: Long story short: Der ausgeklügelte Plot samt gelungener Twists und das vielversprechende Setting konnten mich leider nicht ganz über den Umstand hinwegtrösten, dass der Roman gegen Ende hin knietief im Kitsch versank und immer wieder weit über das Ziel hinausschoss. Muss ein Jugendthriller 100% glaubwürdig sein? Vermutlich nicht. Sollte sich das Erzählte zumindest noch im Rahmen des Vorstellbaren bewegen? Irgendwie schon. Aber wer es gern dick aufgetragen mag, ist mit „One of us is lying“ sicher bestens unterhalten und gut bedient.

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    Cover des Buches The Wizard of Oz9780142427507

    Bewertung zu "The Wizard of Oz" von L. Frank Baum

    The Wizard of Oz
    nana_what_elsevor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Eines der schönsten Märchen aller Zeiten. The Wizard of Oz ist voller herzerwärmender Momente, Sprachwitz und einzigartiger Figuren.
    The Wizard of Oz von L. Frank Baum


    „All the same,“ said the Scarecrow, „I shall ask for brains instead of a heart;  for a fool would not know what to do with a heart if he had one.“
    aus: The Wizard of Oz von L. Frank Baum. Textrecht: Puffin Books, Seite 41.

    Klappentext: Dorothy’s life is turned upside down when a tornado whisks her and her dog, Toto, from Kansas to the magical land of Oz. To get back home, she must follow a yellow brick road to find the Wizard in the Emerald City. But the Wicked Witch oft he West lies in wait. Will Dorothy ever find her way home?


    „Oh, I see,“ said the Tin Woodman. „But, after all, brains are not the best things in the world.“
    „Have you any?“ inquired the Scarecrow.
    „No, my head is quite empty,“ answered the Woodman; „but once I had brains, and a heart also; so, having tried them both, I should rather have a heart.“
    aus: The Wizard of Oz von L. Frank Baum. Textrecht: Puffin Books, Seite 38.


    Persönlicher Leseeindruck: Eine vage Ahnung von der Handlung und den schrulligen Figuren von „Der Zauberer von Oz“ hatte ich aufgrund tausender Anspielungen in Filmen, in einigen meiner Lieblingslieder (check out: The Blues, Mary – Brian Fallon) und natürlich durch das Musical „Wicked“ schon lange. WIE unglaublich schön und facettenreich dieser zauberhafte Text allerdings tatsächlich ist, wie lange er nachhallt und welch schöne Botschaften er einem mit auf den Weg gibt … – davon hatte ich bis vor kurzem keine Ahnung.

    Die Geschichte von Dorothy, die mit ihrem treuen Hund Toto bei ihrer Tante und ihrem Onkel in Kansas wohnt, beginnt damit, dass eines Tages ein Tornado durchs Land braust, ihr Haus – mitsamt der kleinen Dorothy und Toto – mit sich reißt und nach Oz trägt, wo es prompt auf der Wicked Witch of the East landet! Nachdem sie unwissentlich die böse Hexe platt gemacht und die Munchkins damit von ihrer Knechtschaft befreit hat, beginnt ihre abenteuerliche Reise zur Emerald City, wo sie den Wizard of Oz treffen will, da er –  so sind sich die Munchkins und die gute Hexe des Nordens sicher – der einzige ist, der Dorothy helfen kann, zurück nach Kansas zu kommen.

    Am Weg zur Emerald City trifft Dorothy auf die Vogelscheuche, die sich nichts sehnlicher wünscht als mehr als bloß Stroh im Kopf zu haben, den Tin Woodman, der – vollkommen aus Blech – nur den einen Wunsch hat, wieder ein schlagendes, liebendes Herz zu haben und auf den feigen Löwen, dessen größter Herzenswunsch es ist, keine Angst mehr zu haben und endlich mutig zu sein. Sie alle schließen sich Dorothy auf dem Weg zur Emerald City an, in der Hoffnung, dass der über die Grenzen aller Lande hinweg bekannte, großartige Zauberer von Oz ihnen ihre Wünsche erfüllt. Dabei müssen sie viele Abenteuer bestehen und ihre Freundschaft wird oft auf harte Proben gestellt.

    Schon bald zeigt sich dem Leser aber – auch wenn die Figuren nicht imstande sind es zu erkennen – dass sie alle die Eigenschaften, die sie sich am meisten ersehnen, bereits in sich tragen: So verhält sich der Löwe stets heldenhaft und tapfer, wenn es darum geht, seine Freunde zu beschützen, der Blechmann ist ein feinfühliger und äußerst liebenswerter, stets auf die Gefühle anderer bedachter Begleiter und die liebe Vogelscheuche hat die schlausten Einfälle.





    ‚You people with hearts,‘ he said, ‚have something to guide you, and need never do wrong; but I have no heart, and so I must be very careful.‘
    aus: The Wizard of Oz von L. Frank Baum. Textrecht: Puffin Books, Seite 49.


    Besonders schön ist, dass auf diese Weise ganz leise und versteckt mutmachende und schöne Botschaften in dem modernen Märchen Platz finden. Ganz ohne ein plakatives „Und die Moral von der Geschicht…“, ganz ohne Donnerwetter und großes Tamtam. Auf kindlich-naive, herrlich ehrliche Weise werden wichtige, ja beinahe schon existentialistisch-philosophische Themen diskutiert, dass einem das Herz aufgeht. Da wird die Dialektik zwischen Verstand und Gefühl angerissen, dem Heimatgefühl nachgespürt, Loyalität verhandelt ohne große Parolen zu schwingen.

    Die Bildhaftigkeit der Sprache und ihr Witz machen das Märchen zu einem vergnüglichen und kurzweiligen Lesegenuss.

    Während sich dieses herzige, mit schwarz-weißen Illustrationen zauberhaft aufgehübschte Märchen sicherlich hervorragend zum Vorlesen und Selbstlesen für junge Leser eignet (kurze Kapitelchen, entzückende Illustrationen, einfache Sprache!) , sollte man auch als bibliophiler Mensch mit etwas mehr Jahren auf dem Buckel zu dem Büchlein greifen, sich nicht vom Label „Märchen“ oder kindlichen Aufmachungen abschrecken lassen und in diese kunterbunt- fantastische Welt der Munchkins und Winkies, der Hammerköpfe und der Porzellanleute, der Hexen und Zauberer eintauchen.

    L. Frank Baum hat mit „The Wizard of Oz“ ein zeitloses Stück Weltliteratur geschaffen, dessen Magie Leser über Generationen hinweg verzaubert hat – und auch in Zukunft wird, dessen bin ich felsenfest überzeugt.

    Besonders hervorzuheben ist auch die wunderschöne Aufmachung der Puffin Chalk-Ausgabe – angefangen vom kreativen Coverdesign von Dana Tanamachi, über die bereits erwähnten Illustrationen im Buch bis hin zum wirklich außergewöhnlichen, rauen Buchschnitt, der das Buch zusätzlich veredelt.

    Fazit: Eines der schönsten Märchen aller Zeiten. The Wizard of Oz ist voller herzerwärmender Momente, Sprachwitz, einzigartiger Figuren und wird von einem so kreativen Ideenreichtum und einer derart eindrücklichen Bildgewalt getragen, dass das Leseerlebnis nach Zuklappen des Büchleins noch lange nachhallt und einem dabei ein Lächeln auf die Lippen zaubert.



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    Cover des Buches Animal FarmB0092KVWOM

    Bewertung zu "Animal Farm" von George Orwell

    Animal Farm
    nana_what_elsevor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Animal Farm ist ein kurzer Text, aber einer, der es in sich hat.
    Animal Farm von George Orwell


    „ALL ANIMALS ARE EQUAL. BUT SOME ANIMALS ARE MORE EQUAL THAN OTHERS.“
    aus: Animal Farm von George Orwell. Textrechte: Penguin, Seite 90.


    Klappentext: Mr. Jones of Manor Farm is so lazy and drunken that one day he forgets to feed his livestock. The ensuing rebellion under the leadership of the pigs Napoleon and Snowball leads to the animals taking over the farm. Vowing to eliminate the terrible inequities of the farmyard, the renamed Animal Farm is organized to benefit all who walk on four legs. But as time passes, the ideals of the rebellion are corrupted, then forgotten. And something new and unexpected emerges …

    Animal Farm – the history of a revolution that went wrong – is George Orwell’s brilliant satire on the corrupting influence of power.


    Persönlicher Leseeindruck: Ich weiß nicht, ob es Pech ist oder ein riesengroßes Glück, dass ich Animal Farm nicht als Schullektüre vorgesetzt bekam. Einerseits wünschte ich mir, ich hätte diese Büchlein schon vor Jahren gelesen, andererseits bin ich froh darüber, dass ich es ganz für mich lesen und wirken lassen durfte.


    Auf Manor Farm werden die fleißigen Tiere ausgebeutet, unterdrückt, vernachlässigt. Als der Farmer Jones eines Tages im Suff schließlich sogar vergisst, seine geschundenen Tiere zu füttern, ist für diese klar: So geht es nicht weiter, es ist Zeit zu handeln. Sie stehen solidarisch zusammen und organisieren sich, um Jones zu vertreiben und die Farm zu übernehmen, um in Zukunft selbst die Früchte ihrer harten Arbeit zu ernten und die Fesseln der Unterdrückung ein für allemal zu sprengen.

    Die Regeln ihrer Gemeinschaft gründen auf Gleichheit, Solidarität und Fairness. Während ihre Revolution zu Beginn erfolgreich zu sein scheint, beginnen die Schweine immer und immer mehr die Charakterzüge ihrer einstigen Unterdrücker anzunehmen, werden immer „menschlicher“, immer skrupelloser und treten das Gebot der Gleichheit schließlich mit Füßen.

    Schließlich kommt es, wie es kommen muss – die Revolution frisst ihre eigenen Kinder.


    „Now, comrades, what is the nature of this life of ours? Let us face it, our lives are miserable, laborious and short. We are born, we are given just so much food as will keep the breath in our bodies, and those of us who are capable of it are forced to work to the last atom of our strength; and the very instant that our usefulness has come to an end we are slaughtered with hideous cruelty. […] The life of an animal is misery and slavery: that is the plain truth.“
    aus: Animal Farm von George Orwell. Textrechte: Penguin, Seite 3.


    Bereits 1945 erschienen, hat der Text bis heute nichts an seiner Aktualität eingebüßt, im Gegenteil: Er veranschaulicht auf einzigartige Weise das sich stete Wiederholen revolutionärer Akte, die von Hoffnung auf eine bessere Zukunft befeuert und Solidarität getragen zunächst Erfolg versprechen, sich jedoch in ihr Gegenteil verkehren und schlussendlich in Despotismus enden.

    Während des Lesens wird man – trotz der Einfachheit der Sprache – beinahe erschlagen von den Lesarten, die der Text anbietet und den Eindrücken, die damit einhergehen.

    Die berühmteste Interpretation der Fabel ist sicher jene, dass Animal Farm als Parabel für die Geschichte der Sowjetunion gelesen werden kann – von der Unterdrückung der Bürger hin zu Revolutionen, zur Entwicklung des Kommunismus und dem Einmünden aller hoffnungsfrohen Bestrebungen in eine paranoide Gewaltherrschaft, deren Gesicht Stalin war. Spannend sind dabei die Zuordnungen der Figuren zu historischen Persönlichkeiten, Gesellschaftsschichten oder Ereignissen, die teilweise bereits durch die sprechenden Namen der Vierbeiner angedeutet werden.

    Animal Farm ist jedoch unglaublich vielschichtig und verhandelt auf verschiedenen Diskursebenen Fragen der Moral und Ethik. Da schwingen Fragen mit über die Unantastbarkeit der (Menschen-)Würde, den Wert des Einzelnen in einer Gesellschaft, in der das Konzept der Gleichheit zweckinstrumentalisiert wird, über Freiheit und sehr reale aber dystopisch wirkendeWirtschafts- und Regierungssysteme.

    Sprache und Struktur der Fabel sind einfach gestrickt, ihre Komplexität wird erst deutlich, wenn man beginnt, die Allegorien aufzudröseln, den Entstehungskontext unter die Lupe zu nehmen und den Text auch in seiner Aktualität wirken zu lassen.

    Für mich bot der Text nicht nur aufgrund seiner politischen Aufgeladenheit jede Menge Denkstoff. Auch die implizit verhandelte Dialektik von Tierischem und Menschlichem beschäftigte mich noch lange. Unterstellt man jemandem „unmenschlich“ zu handeln, so attestiert man ihm meist ein Fehlen von Empathie und moralischer Geleitetheit. Dass in dem Buch dieses Konzept immer und immer wieder verkehrt wird, das Tierische für Würde, das Menschliche für Korrumpierbarkeit steht – so verlieren die Schweine peu à peu all ihre Integrität, in dem sie sich nach und nach menschliche Charakterzüge und Handlungsweisen aneignen – lädt gerade in Zeiten wie diesen, in denen die Selbstüberhöhung des Menschen über Flora und Fauna (zum Glück, endlich!) international diskutiert wird, zu noch ein wenig mehr Selbstreflexion ein.


    „The creatures outside looked from pig to man, and from man to pig, and from pig to man again: but already it was impossible to say which was which.“
    aus: Animal Farm von George Orwell. Textrechte: Penguin, Seite 95.


    Als Manko dieser Penguin-Ausgabe sei noch kurz erwähnt, dass in ihr das Vorwort, das bereits 1945 der Zensur zum Opfer fiel (ironisch, da in ihm die Pressefreiheit verhandelt wird), nicht abgedruckt ist.

    Fazit: Animal Farm ist ein kurzer Text, aber einer, der es in sich hat. Die Fabel vereint so viele Bedeutungsschichten und lässt im Spannungsfeld ihrer Historizität und Aktualität so viele Lesarten zu, dass es sich lohnt, sie auch ein zweites oder drittes Mal zu lesen: Genügend zu entdecken gibt es auf jeden Fall.

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    Cover des Buches Die Herrenausstatterin9783832161651

    Bewertung zu "Die Herrenausstatterin" von Mariana Leky

    Die Herrenausstatterin
    nana_what_elsevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Mariana Leky hat ein Gespür für diese schönen einfachen Worte, die auf Herz und Zunge zergehen wie Grapefruiteis im Sommer.
    Die Herrenausstatterin von Mariana Leky

    Es ist ganz und gar normal und ganz und gar ungeheuerlich, dass man immer ahnungslos ist, wenn solche Sachen ihren Anfang nehmen. Nie hat man bei ihrem Losgehen eine Ahnung von ihrem Ausmaß und ihrer Wucht oder davon, was warum und wie lange schön oder schmerzhaft sein wird.
    Aus: Die Herrenausstatterin von Mariana Leky, Seiten 10-11. Textrechte: Dumont.


    Klappentext: Katja Wiesberg verschwimmt die Welt vor Augen. Ihr Mann ist fort, sie ist ihren Job los und allein. Da sitzt auf einmal ein Herr auf dem Rand ihrer Badewanne. Und noch ein Fremder taucht auf: ein Feuerwehrmann, der behauptet, zu einem Brand gerufen worden zu sein. Mit entwaffnender Zutraulichkeit nisten die beiden sich in Katjas Leben ein, und eine abenteuerlicher Dreiecksgeschichte nimmt ihren Lauf …


    „Bis später“, sagte Jakob, und dann starb er.
    Aus: Die Herrenausstatterin von Mariana Leky, Seite 40. Textrechte: Dumont.


    Rezension: Wie gut kennen wir die Menschen, die wir von Herzen lieben? Wie soll einem nicht schwindlig werden, wenn sich die eigenen Gedanken im Kreise drehen? Gehen Porzellan-Flamingos prinzipiell nur dann kaputt, wenn man nicht hinguckt?

    Mit diesen Fragen hadert die Protagonistin Katja Wiesberg, während sie krampfhaft versucht (nicht zu versuchen), wieder ins Leben zu stolpern, nachdem alle Anker und Gewissheiten sich erdrutschartig in Nichts aufgelöst haben. Von einem Tag auf den anderen Tag einfach nicht mehr da sind. Bis auch Katja selbst beinahe verschwindet. Was sie davon abhält? Hochkalorische Trinknahrung aus der Apotheke, der lebenskluge Geist ihres verstorbenen Nachbarn Dr. Blank und ein Feuerwehrmann, der feststellen muss, dass es in ihrer Wohnung zwar nicht brennt, es jedoch sehr wohl jemanden zu retten gilt.


    Alles hätte gut und gern so weitergehen können, aber dann ist alles zerbrochen, was, wie Blank später sagte, ein sicheres Zeichen dafür ist, dass es eben nicht so habe weitergehen können, auch wenn ich das geglaubt hatte. Was man selber glaubt, ist, auch das sagte Blank später, manchmal unmaßgeblich in der Frage, ob etwas zerbrochen gehört oder nicht.
    Aus: Die Herrenausstatterin von Mariana Leky, Seite 7. Textrechte: Dumont.


    Katjas Geschichte ist eine Geschichte des vorsichtigen Glücklich-Seins, eine Geschichte der Trauer, die so pechschwarz und bodenlos ist, dass sie einen verrückt werden lässt, eine Geschichte des Los-Lassens und der Freundschaft.

    Mariana Leky hat ein Gespür für die richtigen Worte, für diese schönen einfachen Worte, die auf Herz und Zunge zergehen wie Grapefruiteis im Sommer. Süß, bitter, erfrischend. Egal, wie viel man hat, es ist immer zu wenig, denn man kriegt nie genug davon.

    Unumwunden, unzensiert und pointiert serviert uns die Protagonistin ihre Gedanken zu den größten Wahrheiten und Lügen des Lebens – zu Alltäglichkeiten, die so unfassbar gewichtig werden können, zu scheinbar großen Dingen, die bei genauer Betrachtung zu Ameisen schrumpfen.

    Sex mit Jakob war zur Zeit seines Verschwindens wie eine Veranstaltung eines Bekannten gewesen, zu der nur wenige erscheinen, eigentlich niemand außer Freunden und Bekannten, die versuchen, während und nach der Veranstaltung besonders begeistert zu sein, um das Fehlen der anderen zu kaschieren, das man aber nicht oder nur sehr kurzfristig kaschieren kann, und spätestens, wenn der Bekannte hinterher über seine Veranstaltung nachdenkt, denkt er nicht mehr an die Freunde und Bekannten, die ihre Begeisterung betont haben, er denkt dann nur noch, dass eigentlich niemand da war.
    Aus: Die Herrenausstatterin von Mariana Leky, Seite 122. Textrechte: Dumont.


    Unheimlich schön, das ist der Roman „Die Herrenausstatterin“ von Mariana Leky und macht dabei beiden Attributen alle Ehre. Denn er ist schön und dabei beinahe unheimlich. Bezaubernd ist die lockerleichte, metaphernreiche Sprache, die einzigartige Bilder vorm inneren Auge des Lesers entstehen lässt. Die rhetorische Brillanz ist die große Stärke dieses Titels, dessen Sprache trotz eines Stilblütenmeeres zu keiner Zeit überladen oder gespreizt wirkt.

    Beinahe unheimlich ist es, wie spielerisch und treffend die Sprache wirkt, mit der die Autorin die ganze Bandbreite menschlicher Irrungen und Wirrungen, emotionaler Höhenflüge und Abstürze, zwischenmenschlicher Beinahekatastrophen und Schicksalsfügungen, die Komik des Tragischen zu Papier bringt.

    Obwohl die Handlung einen fantastischen Strang hat und sie mehr als eine abstruse Sequenz aufweist, bietet sie Seite für Seite Anknüpfungspunkte an die eigene Lebenswelt. Auch, wenn man so gar nichts mit der Protagonistin gemein zu haben scheint, ihre verdrehte Denkweise nicht der eigenen entspricht und man selbst nie in vergleichbar chaotisch-verrückten Situationen gelandet ist, findet man in Katja eine Identifikationsfigur, die genau das fühlt und in Wortschlangensätze packt, was einem selbst auch immer wieder aufgestellte Nackenhärchen, einen Klumpen im Magen, durchwachte Nächte, Herzklopfen und verheult-rote Augen beschert.


    „Vermutlich nimmt es kein Ende“, sagte Blank dann, „vermutlich nimmt es kein Ende, solange Sie leben.“ […] „Aber es wird leiser“, sagte er. „Ich verspreche Ihnen, dass es leiser wird. Irgendwann ist es ungefähr so leise wie ein Lied, das ein Nachbar in der Wohnung nebenan hört.“
    Aus: Die Herrenausstatterin von Mariana Leky, Seite 196. Textrechte: Dumont.


    Persönliches Fazit: Ein fiktionaler Roman, der so eindrücklich vom wahren Leben erzählt, kann nur ein Meisterwerk sein. So schön, dass man heulen möchte. Und es auch tut.

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    Cover des Buches Carl Tohrberg9783442715749

    Bewertung zu "Carl Tohrberg" von Ferdinand von Schirach

    Carl Tohrberg
    nana_what_elsevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ambitioniertes Ziel - weit verfehlt.
    Carl Tohrberg von Ferdinand von Schirach

    Die Gabel dringt in den faltigen Hals, die Zacken perforieren ihre Halsschlagader.
    Aus: Carl Tohrberg. Drei Stories von Ferdinand von Schirach, Seite 59. Textrechte: btb


    Klappentext: Ein Berliner Bäcker macht die beste Torte seines Lebens. Carl Tohrberg feiert Weihnachten. Der pensionierte Richter Seybold lernt die andere Seite des Gesetzes kennen. Drei meisterhaft erzählte Geschichten, in denen Ferdinand von Schirach von den Abgründen schreibt, die sich hinter scheinbar ganz alltäglichen Dingen auftun. Textrechte: btb


    Rezension: Die essayistischen Texte von Ferdinand von Schirach sind gebündelte Anregungen zum Nachdenken, reich an Gedankenspielen und geprägt von einer sprachlichen Nüchternheit, welche sie zu einer außergewöhnlichen Lektüre machen. Selbige Qualitäten in Form von Kurzgeschichten zu gießen, war scheinbar das ambitionierte aber weit verfehlte Ziel des Autors.

    Den drei Kurz(kurzkurz)geschichten Der Bäcker, Seybold und Carl Tohrberg, die in dem schmalen Bändchen versammelt sind, fehlen überzeugende Spannungsbögen und ein reißender Handlungsfluß; vielmehr plätschert jede der Stories gemächlich und ohne erkennbare Höhen und Tiefen vor sich hin. Die schnörkellose, übertrieben nüchterne Sprache trägt ihr Übriges dazu bei, dass Mord und Totschlag serviert werden, wie ein Wetterbericht, den man unaufgeregt zwischen Verkehrsnachrichten und Werbezeit sendet.

    Ein bisschen frech ist auch der Preis des Büchleins (€ 8,30 zahlt man in Österreich dafür), handelt es sich beim Titel um ein 64 Seiten (!) umfassendes, in Schriftgröße 14 (oder gar 16?) gehaltenes Büchlein im Format A5.


    Im Gefängnis hatten sie gesagt, es würde sich nie etwas ändern,
    daran musste der Bäcker jetzt denken.

    Aus: Carl Tohrberg. Drei Stories von Ferdinand von Schirach, Seite 15. Textrechte: btb



    Persönliches Fazit: Ebenso lang, wie man benötigt, um das Büchlein zu lesen, währt auch der Eindruck danach: nur wenige Minuten. Zwar ist die Kurzgeschichtensammlung Carl Tohrberg kein ausgemachter Flop, der fade Nachgeschmack, den sie hinterlässt, ist aber dennoch enttäuschend.

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    Cover des Buches Die Märchen von Beedle dem Barden9783551599995

    Bewertung zu "Die Märchen von Beedle dem Barden" von Joanne K. Rowling

    Die Märchen von Beedle dem Barden
    nana_what_elsevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein wundervolles Märchenbuch für Zauberer und Muggel!
    Die Märchen von Beedle dem Barden von J. K. Rowling

    Die Helden und Heldinnen, die in seinen Geschichten den Sieg davontragen, sind nicht die mit den stärksten magischen Kräften, sondern eher diejenigen, die besonders viel Güte, gesunden Menschenverstand und Einfallsreichtum an den Tag legen.
    Aus: Die Märchen von Beedle dem Barden von J. K. Rowling, XIII-XIV. Textrechte: Carlsen

    Klappentext: Welcher ordentliche Zauberer kennt sie nicht: die großartigen alten Märchen, die Beedle der Barde für die magische Gemeinschaft gesammelt hat? Jedem Zaubererkind werden sie abends vorgelesen. Nur Harry Potter hätte fast zu spät von ihnen gehört. Fast. Doch dann rettete ein wertvoller Hinweis daraus ihm das Leben – im Kampf gegen Voldemort, dem grausamsten schwarzen Magier aller Zeiten.

    Rezension: Es fühlt sich immer wieder wie ein Nachhause-Kommen an, wenn man in die magische Welt der uns so ans Herz gewachsenen Zauberer und Zauberinnen eintauchen darf. Die Märchen von Beedle dem Barden – so erfährt man in der wundervollen Einleitung – werden Hexen, Magiern und Zauberern seit Hunderten von Jahren als Gutenacht-Geschichten erzählt. Dabei unterscheiden sie sich aber drastisch von den Märchen, die wir Muggel in unserer Kindheit aufgetischt bekommen!


    „Ein […] bemerkenswerter Unterschied zwischen diesen und den entsprechenden Muggelmärchen besteht darin, dass Beedles Hexen viel tatkräftiger ihr Glück suchen als unsere Märchenheldinnen. Asha, Altheda, Amata und Babbitty Rabbitty sind allesamt Hexen, die ihr Schicksal lieber selbst in die Hand nehmen, als ein ausgedehntes Nickerchen zu machen oder darauf zu warten, dass ihnen irgendjemand einen verlorenen Schuh zurückbringt.“
    Aus: Die Märchen von Beedle dem Barden von J. K. Rowling, XII. Textrechte: Carlsen



    • Der Zauberer und der hüpfende Topf 
    • Der Brunnen des wahren Glücks 
    • Des Hexers haariges Herz 
    • Babbitty Rabbitty und der gackernde Baumstumpf 
    • Das Märchen von den drei Brüdern


    Mit diesen fünf Geschichten wartet das schmale, bezaubernd illustrierte Büchlein auf. Die Märchen von Beedle dem Barden sind allesamt herrlich unterhaltsam und kurzweilig, transportieren wertvolle Botschaften und auch der Ekelfaktor kommt stellenweise nicht zu kurz. In den Märchen tummeln sich allerhand außergewöhnliche Figuren – skrupellose Schurken, wiffe Heldinnen, ausgefuchstes magisches Zubehör. Die einfache, bildhafte Sprache beschwört ganz besondere Bilder vor dem inneren Auge herauf und macht das Buch zum perfekten Vorlesebuch (ja, auch für Muggel!).


    Besonders hinreißend: Die Märchen wurden von Professor Dumbledore gesammelt und kommentiert. Das erleichtert uns Muggeln das Verständnis ungemein!


    Persönliches Fazit: Die Märchen von Beedle dem Barden sind ein MUSS für eingefleischte Harry Potter-Fans und ein großes Lesevergnügen für Jung und Alt.

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    Cover des Buches Dein finsteres Herz9783404176632

    Bewertung zu "Dein finsteres Herz" von Tony Parsons

    Dein finsteres Herz
    nana_what_elsevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Nervenkitzel von der ersten bist zur letzten Seite!
    Dein finsteres Herz von Tony Parsons

    „Haben Sie diese Woche schon jemanden umgebracht, Officer A?“
    „Noch nicht“, antwortete ich, „aber wir haben erst Montagmorgen.“

    Aus: Dein finsteres Herz von Tony Parsons, Seite 29. Textrechte: Bastei Lübbe


    Klappentext: Ein Killer geht um. Er schlitzt Kehlen auf. Und er ist gut darin.

    Vor zwanzig Jahren trafen sieben privilegierte Jungen in der elitären Privatschule Potter’s Field aufeinander und wurden Freunde. Nun sterben sie, einer nach dem anderen, auf unvorstellbar grausame Art. Das ruft Detective Constable Max Wolfe auf den Plan: Koffeinjunkie, Hundeliebhaber, alleinerziehender Vater. Und der Albtraum jedes Mörders.

    Max folgt der blutigen Fährte des Killers von London’s Hinterhöfen und hell erleuchteten Straßen bis in die dunkelsten Winkel des Internets. Mit jeder neuen Leiche kommt er dem Täter ein Stück näher – doch damit bringt er nicht nur sich selbst, sondern auch alle, die er liebt, in tödliche Gefahr …

    Rezension: Sein Ruf eilt ihm voraus. Max Wolfes letzter Fall in der Sondereinheit für Terrorbekämpfung hat hohe Wellen geschlagen. Nun neu im Morddezernat wird der furchtlose Detective gleich einer grausigen Reihe von Mordfällen zugeteilt, deren Verbindung weit zurück in der Vergangenheit liegt. Die Opfer sind allesamt Männer, ehemalige Schüler einer Elite-Internatsschule und dazumal eng befreundet – heute scheinen die Freunde von früher nichts mehr gemein zu haben – außer einem dunklen Geheimnis. Max Wolfe dringt tiefer und tiefer in ein Netz aus Lügen und Gewalt, aus Schuldgefühlen und Racheplänen und blickt dabei den vielen sehr unterschiedlichen Gesichtern des Bösen ins Auge.

    Während er versucht, zu den Anfängen der teuflischen Verstrickungen zu gelangen, deren Fäden zu Politikern und Militärs, angesehenen Familien und renommierten Schulen führen, versucht Wolfe eine Balance zu finden zwischen seinem Dasein als Ermittler und seiner Rolle als alleinerziehender Vater, was der Geschichte eine weitere, sehr menschliche Dimension verleiht, und dem Leser ermöglicht, unter die Oberfläche zu tauchen und den Protagonisten mit all seinen Stärken und Schwächen kennenzulernen.


    „Da die Grenzüberschreitung ihr Lebensstil ist, sind sie in der Regel charmant, manipulativ, eitel, rücksichtslos, moralisch abgestumpft und ohne einen Funken Einfühlungsvermögen.
    Der Unbekannte wird ein ausgeprägtes Fantasieleben haben – ein Fantasieleben, das ihm solche Belohnungen bietet, dass es am Ende mehr Substanz zu besitzen scheint als die Realität.“

    Aus: Dein finsteres Herz von Tony Parsons, Seite 234. Textrechte: Bastei Lübbe.


    Der Autor greift brisante Themen auf, die auf verschiedenen Ebenen der Geschichte immer wieder wie zufällig zusammenlaufen und sich erst auf den letzten Seiten als Konglomerat des Grauens offenbaren. Aufgrund des vielschichtigen Aufbaus erlangt der Roman eine gewisse Komplexität, die dem Spannungsaufbau jedoch nur zuträglich ist und Dein finsteres Herz zu einem absolut packenden Pageturner mit gewissem Tiefgang macht, in dem auch der Humor nicht zu kurz kommt.

    Parsons Kriminalromane leben von außergewöhnlichem Wortwitz, genialen Dialogen, einem unglaublich ausgeklügelten und authentischen Romanpersonal und einer Handlung, die weder an den Haaren herbeigezogen wirkt, noch unerwartete Plot-Twists vermissen lässt. Das Setting ist unglaublich atmosphärisch und man spürt beinahe, wie die kalt-feuchte Luft in den Gassen Londons vor Spannung knistert, während man sich gedanklich gemeinsam mit dem Team der Mordkommission auf die Jagd nach ruchlosen Verbrechern begibt.

    Persönliches Fazit: Tony Parsons Name steht für Thriller, die man nicht mehr aus der Hand legen möchte und von der ersten bis zur letzten Seite für Nervenkitzel sorgen.



    Autor: Tony Parsons
    Titel: Dein finsteres Herz
    Originaltitel: The Murder Bag
    Übersetzung: Dietmar Schmidt
    Einband: Paperback
    Verlag: Bastei Lübbe
    Seitenanzahl: 384
    ISBN: 978-3-7857-6115-1

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    Cover des Buches Ich koche, also bin ich9783711001160

    Bewertung zu "Ich koche, also bin ich" von Rudolf Obauer

    Ich koche, also bin ich
    nana_what_elsevor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ein wunderbarer Ratgeber für bewusstes Konsumieren, Kochen und Genießen!
    Ich koche, also bin ich von Rudi Obauer

    Ich halte den kleinen, nicht materiellen Luxus des Alltags für wesentlich nachhaltiger als jenen, den wir uns durch Konsum gönnen.
    aus: Ich koche, also bin ich von Rudi Obauer, Seite 58. Textechte: Ecowin.

    Klappentext: Ein Plädoyer für bewusstes Zubereiten und Konsumieren, für mehr Zeit und weniger Stress. Rudi Obauer erklärt, worauf es beim Kochen und Essen wirklich ankommt und woran man ein gutes Produkt erkennt. Die Küche wird bei ihm wieder zu einem Ort der Freude und der Gemeinschaft. Er zeigt, wie wir durch handwerkliches Können zu unserem eigenen Stil finden und dass dabei Gerichte entstehen, die einfach guttun. Wenn wir uns mit Freude unseren Nahrungsmitteln und der Arbeit damit zuwenden, wird Kochen wieder eine existenzielle Erfahrung. Kochen Sie sich frei! Textrechte: Ecowin Verlag.


    Rezension: Rudi Obauers Buch Ich koche, also bin ich ist kein typisches kulinarisches Nachschlagewerk, keine Rezeptesammlung, wie man sie zu dutzenden schon gekauft, einmal gelesen und im 0815-Kochbuchregal verstauben lassen hat.

    Rudi Obauers Buch ist eine Liebeserklärung an das leidenschaftliche Fuhrwerken in der Küche und ein kritischer Aufruf zum Kochen mit Köpfchen!

    VERANTWORTUNG – das ist der rote Faden, der sich durch dieses pinke Büchlein zieht. Denn egal, ob man nun gerne vor dem heimischen Herd den Kochlöffel schwingt oder als Küchenchef eines Haubenlokals tätig ist: es wird immer wichtiger, sich als Koch einige Prinzipien hinter die Ohren zu schreiben. 

    Erkenne die Manipulation!
    Wirf den Stress weg!
    Was du in der Küche brauchst
    Genieße den wahren Luxus!
    Lerne das Einfache lieben!
    Koche im Einklang mit Natur und Jahreszeit!

    In diesen Kapiteln erläutert er sehr anschaulich, warum es wichtig ist, regional und saisonal einzukaufen, dem Bauern ums Eck den Vorzug zu geben, gegenüber dem internationalen Supermarktriesen, dabei auch vorhandene und nichtvorhandene Gütesiegel kritisch zu hinterfragen – und so viel wie möglich selbst anzubauen, selbst zu pflücken, selbst zu kochen: denn dann weiß man, dass das was man isst, von höchster Qualität ist.

    Auch das Credo Weniger ist mehr! wird von dem Meisterkoch groß geschrieben: es braucht nicht immer exotische Rezepte, teure Zutaten und stundenlange Vorbereitungszeit, um ein phänomenales Gericht zu zaubern. Ganz im Gegenteil: mit einfachen und dennoch ausgefallenen Rezepten, die Rudi Obauer beinahe beiläufig als Tipps unter der Headline Probier doch einmal das! in den Fließtext einstreut, zeigt er, wie man mit wenig finanziellem und zeitlichem Aufwand aus heimischen Zutaten ungewöhnliche Leckereien zubereitet, die den Gaumen verwöhnen.


    Reden wir nicht lange um den heißen Brei herum: Es gibt nichts, das uns in Küchenbelangen so unabhängig und frei von kommerziellem Druck und Bevormundung macht wie Essbares aus eigener Manufaktur – selbst zubereitete Speisen, selbst angebaute oder gefundene Pflanzen, selbst konservierte Nahrungsmittel. Selbstgemachtes erfüllt uns mit Stolz; es erzeugt ein Bewusstsein für die Abläufe in der Natur, was wiederum zu einem größeren Respekt vor Nahrungsmitteln führt.
    aus: Ich koche, also bin ich von Rudi Obauer, Seite 93. Textechte: Ecowin.

    Persönliches Fazit: Ich koche, also bin ich von Rudi Obauer ist ein Buch über Nachhaltigkeit, den Respekt vor der Natur und die Liebe zum Kochen. Ein wunderbarer Ratgeber für bewusstes Konsumieren, Kochen und Genießen!

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