parden

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    Cover des Buches Der Tote im Schnitzelparadies (ISBN: 9783839894514)

    Bewertung zu "Der Tote im Schnitzelparadies" von Joe Fischler

    Der Tote im Schnitzelparadies
    pardenvor einem Tag
    Kurzmeinung: Netter Regionalkrimi im Original-Tiroler-Dialekt gesprochen - beschauliche Spannung mit viel Lokalkolorit und einem kauzigen Ermittler...
    Der verschwundene Bürgermeister...

    DER VERSCHWUNDENE BÜRGERMEISTER...

    Damit hatte der Arno nicht gerechnet: Statt in den Großstädten Europas internationale Verbrecherbanden zu jagen, wird er vom BKA ins hinterste Tiroler Tal strafversetzt. Immerhin wird ihm gleich nach seiner Ankunft die erste Leiche serviert. Erwischt hat’s den Bürgermeister von Vorderkitzlingen. Er steckt in der Tiefkühltruhe von Resis Schnitzelparadies in Hinterkitzlingen. Genauer gesagt: sein Kopf. Und weil ein gewaltiges Unwetter über das Tal hereinbricht, ist Arno Bussi auf sich allein gestellt. Seine Suche nach dem Mörder führt über äußerst seltsame Dorfbewohner, eine außer Rand und Band geratene Natur und einen weiteren Toten zu Eva, der bildhübschen Tochter der Schnitzelwirtin. 

    Eine weitere Krimireihe wird mit diesem ersten Band um Inspektor Arno Bussi eröffnet. Allein der Name! Der ambitionierte Mitarbeiter des österreichischen BKA hasst ihn seit seiner Kindheit, bietet er doch auch ohne viel Fantasie aufzuwenden allerlei Möglichkeiten der Verhohnepipelung. Doch zu seinem großen Leidwesen, ist Arnos Nachname nicht das einzige Problem, mit dem er sich herumschlagen muss.

    Nachdem er dem Innenminister in persönlichen Angelegenheiten zu nahe getreten ist, wird er strafversetzt: in ein winziges Tal im Tiroler Hinterland, nach Hinterkitzlingen. Dort muss er sich auf sich alleine gestellt um den Fall des verschwundenen Bürgermeisters von Vorderkitzlingen kümmern. Dabei kommt er mit allerlei kauzigen Dorfbewohnern in Berührung, und so wirklich kooperativ zeigt sich dabei niemand. Ein Unwetter und ein Bergrutsch sorgen dafür, dass es aus dem Tal kein Entkommen gibt - und die Lage spizt sich zu...

    Beschaulich geht es zu in diesem Krimi, und anfangs fühlt sich nicht nur der Arno reichlich unwohl in diesem kleinen Dorf - auch bei mir wollte keine rechte Begeisterung aufkommen. Angereist mit seiner hellblauen Vespa und nur kleinem Gepäck, zeigt sich der Inspektor vom BKA von seiner lustlosesten Seite. Sein Ermittlergeist erwacht erst, als der tiefgefrorene Kopf des verschwundenen Bürgermeisters auftaucht - doch Arno wird von allen Seiten ausgebremst.

    In der ersten Hälfte lernt der Hörer Arno und seine Schwächen kennen sowie etliche Dorfbewohner samt Touristen, die nur zu gern das Schnitzelparadies stürmen würden - ein über die Ländergrenzen Tirols hin bekanntes Restaurant. Doch genau in dieser Gaststätte fand sich nun der Kopf des Bürgermeisters, so dass die Lokalität aufgrund der laufenden Ermittlungen geschlossen wurde. 

    Der Krimi plätschert ziemlich lange gemächlich vor sich hin, und der Running Gag des Inspektors, der tagelang keinen Kaffee zu Gesicht bekommt, ist über weite Strecken der Höhepunkt des Geschehens. Ab etwa der Hälfte des Buches kommt allmählich etwas Fahrt in die Ereignisse, doch lassen die Ermittlungen bis zum etwas rasanteren Ende jegliche Spritzigkeit vermissen.

    8 Stunden und 30 Minuten lang liest Heiko Deutschmann die ungekürzte Hörbuchfassung passend im österreichischen Dialekt. Dies passte authentisch zur beschaulichen Handlung, nahm andererseits aber vielleicht noch zusätzlich die Dynamik aus dem Geschehen. Abends gehört, verleitete es mich doch das ein oder andere Mal zum Wegschlummern.

    Der Charakter des stets unglücklich verliebten, in seine Vespa vernarrten und kaffeesüchtigen Inspektors Arno Bussi wurde mir trotz allem im Verlauf der Handlung zunehmend vertrauter und lieber. Ein Antiheld, der ungeahnte Stärken entwickelt und sich fast schon aus Trotz nicht unterkriegen lässt. Bussi, den nicht jeder mit dem weichen B ausspricht, weckt beim Hörer wohl am ehesten so etwas wie Mitleid - aber gleichzeitig wünscht man ihm doch den Erfolg, der ihm gebührt, und vielleicht auch einmal die große Liebe...

    Ein Reihenstart, der mich nicht wirklich überzeugen konnte. Sollte mir jedoch die Fortsetzung einmal über den Weg laufen, wäre ich einer Wiederbegegnung mit Inspekter Arno Bussi nicht abgeneigt...


    © Parden

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    Cover des Buches Mai (ISBN: 9783903124097)

    Bewertung zu "Mai" von Karel Hynek Mácha

    Mai
    pardenvor 5 Tagen
    Kurzmeinung: Ein tschechisches Nationalgedicht in deutscher Überstetzung - für mich weniger ein romantisches Liebesepos als eher ein leises Drama...
    Tschechisches Nationalgedicht...

    TSCHECHISCHES NATIONALGEDICHT...

    Nun ja, vielleicht ist 'Nationalgedicht' etwas übertrieben, aber lt. Klappentext und wiederholter Versicherung des Übersetzers kann in Tschechien so gut wie jeder Passagen des MAI auswendig. Das Gedicht gilt wohl zumindest als wichtigstes Werk der tschechischen Romantik. Karel Hynek Mácha, der gerade einmal 25 Jahre alt wurde, schrieb dieses 'Romantische Liebesepos' im Jahr 1836. Bis heute zählt dieses Gedicht zur Schullektüre, dient aber wohl auch nach wie vor als Inspirationsquelle der tschechischen Literatur. Dies entnahm ich dem sehr ausführlichen Nachwort, das immerhin etwa ein Drittel des Buchumfangs ausmacht.

    Gedichte. Wie liest man ein Gedicht richtig? Dazu noch in einer Leserunde mit einem sehr präsenten Übersetzer? Und wie schreibt man anschließend auch noch eine angemessene Rezension? Gar nicht so einfach.

    Gelesen habe ich das Epos letztendlich dreimal, beim letzten Mal habe ich es mir dann auch noch zeitgleich vom Übersetzer vorlesen lassen, wodurch es noch einmal einen anderen Charakter bekam - z.B. durch das Lesen über das Zeilenende hinaus (s. Video im Anhang).

    Doch worum geht es in dem Gedicht eigentlich? Dies verrät der Klappentext im Grunde ganz gut:


    „Es war spät Abend – erster Mai – abends der Mai – war Liebeszeit." Mit diesen Worten beginnt das Kurzepos über Liebe und Tod des tschechischen Romantikers Karel Hynek Mácha (1810–1836). Ein Räuberhauptmann wird hingerichtet, weil er die Verführung seiner Geliebten gerächt hat. In eindrucksvollen Bildern verabschiedet er sich von der Erde. Das Kurzepos „Mai“ ist nicht nur eines der wichtigsten Werke der Romantik, es diente auch wegen seines avantgardistischen Bilderreichtums den tschechischen Surrealisten als Vorbild und stellt bis heute ein Fundament der tschechischen Dichtung dar. 


    Ich kann nicht behaupten, wirklich alle Stellen verstanden zu haben, aber das haben Gedichte zuweilen so an sich, so meine Erfahrung. Dies mag auch an mir liegen und meiner fehlenden Vorstellungskraft, bestimmte Bilder betreffend. Was mich allerdings verwirrt hat, war der Untertitel: 'Romantisches Liebesepo's. Romantisch ist durchaus doppeldeutig und hier im Sinne der kulturgeschichtlichen Epoche 'Romantik' gemeint. Aber ein Liebesepos war es für mich dennoch nicht, sondern vielmehr ein leises Drama voller intensiver Bilder.

    Hier geht es vor allem um die letzten Stunden des Räuberhauptmanns vor seiner Hinrichtung, um seine düsteren Gedanken und Erinnerungen - die Tat geschah aus Eifersucht, Wilhelms große Liebe Jarmila wurde von einem anderen verführt, was der Räuberhauptmann nicht ertrug. Aber außer einem kurzen Verweis auf den Hintergrund der Tat spielte hier für mich die Liebe selbst tatsächlich keine große Rolle.

    Interessanterweise betonte der Übersetzer in der Leserunde, dass das Werk in Tschechien unbedingt als Liebesepos wahrgenommen wird. Bis heute treffen sich lt. Ondřej Cikán die Verliebten am 1. Mai unter der Mácha-Statue und lesen sich Teile des Epos gegenseitig vor, weinen dabei z.T. sogar gemeinsam. Da ich nicht Teil dieser Tradition bin, nehme ich das so zwar zur Kenntnis, kann dies aber nicht nachempfinden - und bleibe bei meinem Eindruck, dass es sich hier v.a. um ein leises Drama handelt.

    Abgesehen von dieser Irritation konnte mich das Epos und v.a. dessen Übersetzung ins Deutsche wirklich beeindrucken. Im Grunde handelt es sich hierbei um eine Mischung aus Lyrik (Lieder) und Epos (Gedicht mit Handlung). Auch dies lernte ich durch Hinweise des Übersetzers. 

    Düster ist dieses Werk, hoffnungslos gar durch das Nichts, das einen nach Ansicht des Räuberhauptmanns Wilhelm nach dem Tod erwartet. Und dem entgegen setzt Karel Hynek Mácha die Schönheiten der Natur, in Bildern, die vor meinen Augen Gestalt annahmen und die stellenweise geradezu eine Sehnsucht heraufbeschworen. Gerade die Passagen mit den Naturbeschreibungen konnten mich hier sehr begeistern - so z.B. auf S. 69:


    Es schläft der See geschwungen
    Mitten im Tal, das blüht, ganz weiß.
    Wie sich das Blau ans Ufer schmiegt -
    Um weiter grün dann aufzublühn,
    Und immer heller wird das Grün,
    Bis es als bleicher Schein verfliegt.
    Und Höfe stehn im weiten Kreis,
    Das Ufer dann und wann zu säumen.
    Im See der weißen Vögel Chor,
    Der schnellen Boote helles Schäumen,
    Bis nach den dunklen Bergen vor
    Der weite See sich neigt.
    Weiße Höfe, der Boote Wipfel -
    Turm - Stadt - der weißen Vögel Funken -
    Die Hügelkette - dunkle Gipfel -
    Das alles ist im See versunken,
    Als Spiegelbild gezeigt.


    Was mir gefallen hat, war die Tatsache, dass das Gedicht nicht einem bestimmten Versmaß unterworfen ist, sondern 'wild' hin und herwechselt, wie auch im Nachwort ausführlich erläutert wird. Das dadurch wechselnde Tempo in Abstimmung zur jeweiligen Handlung oder Stimmung - ein genialer Schachzug.

    Sehr beeindruckt hat mich die Leistung des Übersetzers. Schon das Übersetzen von Prosa verlangt eine große Sorgfalt, ein Abwägen und Feilen von Worten und Satzstellungen. Aber Verse? Die sich dann in der 'fremden' Sprache tatsächlich reimen und trotzdem ein flüssiges Ganzes bilden? Noch dazu im wechselnden Versmaß, wie im tschechischen Original? Hut ab! Das Nachwort bietet dann noch einen kleinen Eindruck davon, wieviel Mühe tatsächlich auf den Text verwandt wurde...

    Die Aufmachung des Hardcover-Buches finde ich sehr gelungen, sehr liebevoll bis ins Detail. Die Gegenüberstellung des Textes (links im Original, rechts in der Übersetzung) bietet Sprachkundigen jederzeit die Möglichkeit eines Vergleichs. Tschechisch kann ich leider kein einziges Wort, aber ich habe zwischendurch trotzdem immer mal zur linken Seite gelinst. Die Illustrationen verstärken die Düsternis des Textes noch, sind von daher passend (auch hinsichtlich der Spiegelungen des Sees oder auch der Zweisprachigkeit, wie im Nachwort geschildert), auch wenn sie meinen persönlichen Geschmack überhaupt nicht treffen. Aber über Geschmack lässt sich eben nicht streiten. 

    Der lange Anhang hat mich zunächst etwas erschlagen, aber ich habe bald begriffen, dass dies noch einmal die intensive Auseinandersetzung des Übersetzers mit dem berühmten Werk verdeutlicht. Manche Passagen sind womöglich eher etwas für Studierende, da sie sehr wissenschaftlich wirken, aber den Überblick selbst fand ich auch recht interessant. 

    Alles in allem eine kleine Perle, die sich zu entdecken lohnt.


    © Parden

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    Cover des Buches Die Totenbändiger - Band 8: Das Herrenhaus (ISBN: B08BX63GBZ)

    Bewertung zu "Die Totenbändiger - Band 8: Das Herrenhaus" von Nadine Erdmann

    Die Totenbändiger - Band 8: Das Herrenhaus
    pardenvor 6 Tagen
    Kurzmeinung: Atmosphärisch gelungen, spannend und emotional - ein Staffelfinale, das es in sich hat...
    Ein Staffelfinale, das es in sich hat...

    EIN STAFFELFINALE, DAS ES IN SICH HAT...

    Blaine schmiedet einen teuflischen Plan, um Cam doch noch ins Trainingshaus der Akademie zu bekommen. Als Cam dort gegen die Geister antritt, macht er bezüglich seiner Kräfte eine unerwartete Entdeckung. Aber ist sie Segen oder Fluch? Als dann plötzlich an einem altbekannten Ort erneut Leichen mit durchgeschnittenen Kehlen auftauchen, steht für Cam fest, dass er endlich seine Erinnerung an die Nacht des Massakers zurückerlangen muss. Koste es, was es wolle … 

    Auch der finale Band der achtteilgen Staffel ist nun gelesen - es bleibt aber der Trost, dass es wohl im Herbst bereits mit der zweiten Staffel weitergehen wird. Viel zu schnell war die Lektüre schon wieder vorbei - ebenso wie Band 1 (Unheilige Zeiten), Band 2 (Die Akademie), Band 3 (Vollmondnächte), Band 4 (Feindschaften), Band 5 (Hinterhalt), Band 6 (Unheilige Nacht) sowie Band 7 (Leichenfunde)

    Vielschichtig angelegt hat Nadine Erdmann die Reihe um die Totenbändiger, wodurch es eine Vielzahl von Charakteren und Handlungssträngen gibt. Mittlerweile sind diese schon vertraut, und für den Fall, dass etwas in Vergessenheit geraten ist, gibt es zu Beginn eines jeden Bandes eine kurze Zusammenfassung des bisherigen Geschehens. So ist man gleich wieder mittendrin. 

    Diesmal bleibt dem Leser bereits zu Beginn kaum Zeit Luft zu holen, denn gleich stürzen sich die Hunts und ihre Freunde wieder in eine Rettungsaktion, bei der jede Sekunde zählt. Im Zentrum der Aktion steht Camren , denn ihn wollte Blaine, der fiese Sohn des noch fieseren Schulleiters der Akademie, auf die Probe stellen. Wie stark mögen seine Fähigkeiten als Geisterbändiger wirklich sein?

    Tatsächlich scheint Cam nach den Geschehnissen in Band 6 (Unheilige Nacht) einen Kräfteboost erhalten zu haben. Er erweist sich als unglaublich ausdauernd und scheint selbst den stärksten Geistern mühelos paroli bieten zu können. Trotzdem erweist es sich als Glück, dass er nicht alleine antritt - ohne die Hilfe seiner Familie hätte er bei diesem Abenteuer ansonsten wohl alt ausgesehen.

    Der gesamte Band spielt an einem einzigen Tag - allein dieser Umstand weist schon auf die Actionlastigkeit der Erzählung hin. Tatsächlich flaut hier die Spannung kaum einmal ab, und gleichzeitig gelingt es Nadine Erdmann, sehr atmospährisch zu schreiben. Als sich beispielsweise bei Cam in einer Szene plötzlich die Nackenhaare aufstellten, reagierten meine genauso. Spooky! Das kenne ich sonst nur von Filmen (die ich eigentlich nicht schaue, weil sie mir zu gruselig sind...).

    Im Verlauf dieses finalen Bandes ergaben sich wie erhofft einige Antworten auf Fragen, die sich durch die gesamte Staffel zogen - und gleichzeitig wurden die Fragezeichen nicht weniger. Kein schlechter Schachzug - denn so endet der Band zwar nicht mit einem gemeinen Cliffhanger wie die Folgen davor, aber es bleiben ausreichend Fragen übrig, die neugierig machen auf die zweite Staffel.

    Atmosphärisch gelungen, spannend und emotional - ein Staffelfinale, das es in sich hat... Der Reihe bleibe ich sicher treu!


    © Parden 


    ***


    P.S.: Wer vor der Anzahl der Folgen zurückschreckt: dies ist ein eSerial. Die ersten Folgen gibt es jetzt auch als Printausgabe, wobei ein Band jeweils zwei Folgen des eSerials beihnhaltet. Als Printausgabe wird die Reihe (erste Staffel) also nur noch aus vier Bänden bestehen... :)

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    Cover des Buches Schatten der Welt (ISBN: 9783832164980)

    Bewertung zu "Schatten der Welt" von Andreas Izquierdo

    Schatten der Welt
    pardenvor 13 Tagen
    Kurzmeinung: Ein anderer Izquierdo, der in die Zeit vor und während des 1. Weltkrieges entführt. Informativ, spannend, berührend und mitreißend. Lesen!
    Informativ, spannend, berührend und mitreißend...

    INFORMATIV, SPANNEND, BERÜHREND UND MITREISSEND...

    In Thorn, einer Militärstadt, gehen die Uhren 1910 noch anders. Nahe der Grenze zu Polen dauert es lange, bis Fortschrittliches oder auch weltpolitische Ereignisse ihren Weg in die abseits gelegene Stadt in Westpreußen finden. In einer Atmosphäre althergebrachter Strukturen wachsen die Jugendlichen Carl, Artur und Isi auf und nichts deutet darauf hin, dass sich daran so bald etwas ändern wird.

    Zu Beginn der Erzählung ist Carl 13 Jahre alt und lebt mit seinem alleinerziehenden Vater in einem winzigen Häuschen, das ihnen Wohn- und Arbeitsstätte zugleich ist. Dort gelangen allabendlich Kartoffeln auf den Küchentisch, gleichzeitig werden in der winzigen Stube Kunden empfangen, die sich vom Schneider Friedländer ein neues Gewand fertigen lassen wollen. Reich werden sie dabei nicht, zumal sie als Juden misstrauisch beäugt werden, aber irgendwie haben sie ihr Auskommen.

    Carl geht gerne zur Schule, doch schon in wenigen Wochen ist damit Schluss, denn das Realgymnasium kann sich der Vater nicht leisten. Mit ihm zur Schule geht Artur, der vierzehnjährige Sohn eines Wagners und bester Freund von Carl. Gegensätzlicher könnten die beiden nicht sein: Carl schmächtig und schüchtern, dabei gut in der Schule - Artur kräftig und voller Selbstbewusstsein, doch mit der Schule hat er kaum etwas am Hut.

    Als die beiden die Tochter des ortsansässigen Lehrers der Mädchenschule kennenlernen, ist gleich klar, dass Luise, genannt Isi, bestens zu ihnen passt. Dreist und unerschrocken trotzt sie den widrigen häuslichen Verhältnissen, ebenso wie Artur. Nur Carl hat zu seinem Vater ein liebevolles Verhältnis. 


    "Männer wie ihr Vater regierten Thorn, sie regierten Preußen, das Deutsche Reich, die ganze Welt. Sie bestimmten die Regeln, die Religion, die Politik, verfälschten Tatsachen, machten Karriere, und wenn gar nichts mehr half, begannen sie Kriege und stürzten die Welt ins Chaos..." (S. 415)


    Artur und Isi überbieten sich in ihren verrückten Ideen, und Carl, eher erschrocken denn überzeugt, lässt sich ein ums andere Mal von den beiden mitziehen. Wichtig ist es den dreien, schnellstmöglich viel Geld zu verdienen, um eines Tages auf eigenen Füßen zu stehen.

    Die Ereignisse um das Erwachsenwerden der drei Jugendlichen wird aus der Ich-Perspektive von Carl erzählt. Dabei dominiert bereits in der vermeintlich schönen Jugendzeit ein oftmals melancholischer Ton. Die armseligen Lebensbedingungen, die Dominanz des Militärs im Stadtbild, die Vergeblichkeit von Lebensträumen, der Standesdünkel, der Judenhass, der selbstherrliche und willkürliche Umgang der Mächtigen (ob nun Gutsherr, Gendarmeriekommandant oder tyrannischer Vater) mit den Schwächeren oder schlechter Gestellten - all dies erlebt der Leser emotional dicht am Geschehen mit. 

    Glücklicherweise retten schlitzohrige Aktionen und die freche Dreistigkeit der drei Hauptcharaktere die Erzählung vor zu viel Schwere. Mit Beginn des Krieges allerdings wird der Ton ernster, und fortan wird das Geschehen abwechselnd aus der Perspektive der drei nun getrennt lebenden Freunde erzählt. Jeder der drei kämpft mit schweren Verlusten und letztlich auch einem Gefühl der Schuld, was angesichts der Ereignisse wohl unvermeidlich ist. Eine harte, brutale Art, erwachsen zu werden.

    Ich habe bereits mehrere Bücher von Andreas Izquierdo gelesen, und so unterschiedlich die Themen auch waren, eines hat sie geeint: der Faktor 'Menschlichkeit'. Auch in diesem historischen Roman, dem eine akribische und detaillierte Recherche attestiert werden muss, stehen die Charaktere im Vordergrund. Durch seine einfühlsame Art zu schreiben, schafft Izquierdo einen emotional dichten Zugang zu seinen Figuren, so dass der Leser zwangsläufig mitdenkt, mitempfindet, mitleidet.

    Dies war für mich nicht immer leicht zu ertragen. Wer Ungerechtigkeiten, Willkür und Menschenverachtung nicht gut aushält, der sei hiermit gewarnt. Immer wieder musste ich das Buch zwischendurch zur Seite legen, um Wut und Rachegelüste runterkochen zu lassen, bevor ich weiterlesen konnte. Gleichzeitig ist es genau das, was den Roman zu etwas Besonderem macht. Kriegsgräuel sind furchtbar, schon allein, wenn man darüber liest. Wenn man aber wie hier, daran auch emotional beteiligt ist, stehen diese Gräuel in ihrer ganzen Entsetzlichkeit vor einem und lassen den Leser an den monströsen Geschehnissen geradezu teilhaben.


    "...und der Tod begegnete mir allenfalls als friedliches weißes Kruzifix auf einem sonnenbeschienenen Friedhof. Doch unter dieser Erde lagen das zerrissene Fleisch, die gebrochenen Knochen und zerstörten Seelen. Unter dem Heldenkreuz verfaulte eine ganze Generation, deren Hoffnungen und sprühender Optimismus von alten Männern zu Angst, Ekel und Entsetzen verwandelt worden waren." (S. 484)


    Der Blick auf die damaligen Ereignisse ist ungeschönt und detailliert, und die damit verbundenen Traumata geradezu greifbar. Das Ende - es kann kein Happy End sein, das würde nicht passen. Aber doch bietet es einen kleinen hoffnungsvollen Ausblick, eine Möglickeit des Weiterlebens, trotz alledem.  

    Und wie der Autor verriet: es wird einen zweiten Teil geben, frühestens im Herbst 2021 - die Geschichte ist noch nicht zu Ende. Sehr schön. Denn Carl, Artur und Isi würde ich sehr gerne nocht einmal begegnen...


    © Parden

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    Cover des Buches An der Mordseeküste (ISBN: 9783770015139)

    Bewertung zu "An der Mordseeküste" von Lotte Minck

    An der Mordseeküste
    pardenvor 13 Tagen
    Kurzmeinung: Unterhaltsame Urlaubslektüre mit mittlerweile netten Bekannten. Minipli-Man, Paragrafen-Boy und Hornbrillen-Girl im Einsatz...
    Das Richtige für die Urlaubszeit...

    DAS RICHTIGE FÜR DIE URLAUBSZEIT...

    Nordseestrand, Wattwandern und Möwengeschrei: Loretta macht zusammen mit ihren Freunden Urlaub am Meer. Als Ehrengäste nehmen sie an einer Foto-Vernissage teil - und lassen natürlich auch die anschließende Party nicht aus, bei der kräftig gefeiert wird. Am nächsten Morgen findet Loretta einen toten Mann, ausgerechnet in ihrer Strandburg. Noch schlimmer: Es ist der unsympathische Typ, mit dem sich ihr Kumpel Frank am Vorabend angelegt hat. Und leider kann sich Frank an nichts erinnern. Klar, dass er jetzt der Hauptverdächtige ist. Loretta setzt alle Hebel in Gang, um seine Unschuld zu beweisen. Doch der friesische Kommissar lässt sich so leicht nicht von seiner Meinung abbringen. 

    Alle aus den ersten beiden Bänden mittlerweile bekannten und durchaus auch lieb gewonnenen Figuren werden von Isolde zu einem Urlaub an die Norsee eingeladen. In zwei Ferienhäusern lassen es sich die Freunde also gut gehen, das Wetter spielt mit, die Stimmung ist bombig. Gemeinsam besuchen sie eines Abends eine Vernissage, wo u.a. ihre eigenen Portraits ausgestellt werden, fotografiert von der Künstlerin Maria, Isoldes Lebensgefährtin.

    Ausgerechnet der Sponsor der Ausstellung entpuppt sich dann auf der Vernissage als ein gewaltiger Stinkstiefel. Er beleidigt mehrere Frauen aus der Gruppe, und schließlich wird es Frank zu bunt. Er zimmert dem Lackaffen eine, dass der Sterne sieht - und provoziert damit einen ungeahnten Ärger. Rachsucht ist neben der Stinkstiefeligkeit nämlich des Sponsors zweiter Name. Dass es am Abend danach bei einer Strandparty zu einer weiteren Auseinandersetzung kommt, macht die Sache nicht besser...

    Zu Lorettas Überraschung findet sie am nächsten Morgen ausgerechnet diesen Sponsor der Vernissage an die Sandburg bei ihren gemieteten Strandkörben gelehnt. Tot. Und natürlich fällt der Verdacht auf Frank, denn für die lautstarken und gewalttätigen Auseinandersetzungen der beiden Kontrahenden gibt es zahllose Zeugen. Für den ermittelnden Kommissar scheint die Sache klar. Loretta dagegen verzweifelt - wie kann sie Franks Unschuld nur beweisen?!

    Gerade zu Beginn des Romans kommt beim Lesen richtig Urlaubsstimmung auf - angesichts der besonderen Zeiten rund um Corona wäre ich da sehr gerne dabei gewesen. Doch Entschleunigung und Spaßfaktor machen rasch dem Ärger und der Sorge Platz, als Frank unter Mordverdacht gerät. Loretta stochert hilflos nach der Nadel im Heuhaufen, und es dauert lange, bis sich ein möglicher Ansatzpunkt ergibt, um Franks Unschuld zu beweisen.

    Für mich war es auch diesmal wieder ein gelungenes Zusammenspiel von Spannung und Humor, gepaart mit einem süffig-flüssigen Schreibstil. Es gab zwar einige Aspekte, die mich ein wenig nervten - wie z.B. die klassische Rollenverteilung: Männer grillen und trinken Bier, Frauen sind für die Salate und das Spülen zuständig - aber im großen und ganzen wurde ich wieder prächtig unterhalten. Die Bande rund um Minipli-Man, Paragrafen-Boy und Hornbrillen-Girl (auch diese Spitznamen mochte ich irgendwie nicht besonders) mag ich mitlerweile recht gern, weshalb ich sicher auch noch zu Band vier der Reihe greifen werde...


    © Parden

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    Cover des Buches Das Kind in mir will achtsam morden (ISBN: 9783453424449)

    Bewertung zu "Das Kind in mir will achtsam morden" von Karsten Dusse

    Das Kind in mir will achtsam morden
    pardenvor einem Monat
    Kurzmeinung: Der Spaß, den ich am ersten Band hatte, wollte sich hier nicht so recht einstellen. Zu gewollt, zu gezwungen und z.T. langatmig. Schade...
    Leider schwächer als der erste Band...

    LEIDER SCHWÄCHER ALS DER ERSTE BAND...

    Björn Diemel hat die Prinzipien der Achtsamkeit erlernt, und mit ihrer Hilfe sein Leben verbessert. Er hat den stressigen Job gekündigt und sich selbstständig gemacht. Er verbringt mehr Zeit mit seiner Tochter und streitet sich in der Regel liebevoller mit seiner Frau. Ach ja, und nebenbei führt er noch ganz entspannt zwei Mafia-Clans, weil er den Chef des einen ermordet und den des anderen im Keller eines Kindergartens eingekerkert hat. Warum nur kann Björn das alles nicht genießen? Warum verliert er ständig die Beherrschung? Hat er das Morden einfach satt? Ganz so einfach ist es nicht. Sein Therapeut Joschka Breitner bringt ihn endlich auf die richtige Spur: Es liegt an Björns innerem Kind! 

    Björn Diemel steht als erfahrener Anwalt auch diesmal wieder im Mittelpunkt des Geschehens. Die Erzählung knüpft an die Geschehnisse des ersten Bandes an und spielt sechs Monate später. Eigentlich läuft gerade alles halbwegs glatt. Björn arbeitet nun auf selbständiger Basis, und zwar ausschließlich für die beiden Mafia-Clans, die im vorherigen Band eine wichtige Rolle spielten. Einer dieser Clans besitzt nun einen eigenen Kindergarten, den auch Björns Tochter begeistert besucht - geleitet wird dieser von Björns Vertrautem Sascha. Mit seiner getrennt lebenden Frau hat Björn sich halbwegs arrangiert, und immerhin kann er seine Tochter ungestört sehen.

    Sascha und Björn haben die beiden Wohnungen über dem Kindergarten gemietet und versorgen abends den heimlichen Bewohner des Hauses, der keine Miete zahlt: Boris. Der amtierende Mafia-Clan-Chef ist im wahrsten Sinne des Wortes untergetaucht. Er lässt sich angeblich von seinem Anwalt Björn vertreten, der derzeit alles Geschäftliche regelt - ebenso wie der Kollege des verfeindeten Clans, den es aber härter getroffen hat. Der wurde nämlich von Björn achtsam ermordet, während Boris nur in dessen Keller eingesperrt wurde.

    Doch irgendwie findet Björn trotz seiner ganzen verinnerlichten Achtsamkeitsregeln nicht wirklich zur Ruhe. Er ist schnell auf 180 und muss sich durch seine Achtsamkeitsübungen wieder runterbringen. Seine Frau ist überaus abweisend und missachtet seine Wünsche und Bedürfnisse völlig, was Björn hinnimmt, um den Kontakt zu seiner Tochter nicht zu gefährden. Aber es nervt ihn. Zunehmend. Und als sich die explosiven Situationen häufen, beschließt Björn, seinen bereits vertrauten Therapeuten Joschka Breitner noch einmal aufzusuchen.

    Einige anstrengede Therapiestunden später ist Björn mit seinem inneren Kind bekannt gemacht worden, das ihm aufgrund früherer Kränkungen immer wieder dazwischen funkt. Ein ganzes Stück Arbeit liegt nun vor Björn, denn es gilt, die Bedürfnisse des inneren Kindes zu erkennen und zu würdigen. Der Beginn eines konstruktiven Dialogs...


    "Wenn Sie einen blauen Fleck am Oberschenkel haben, schränkt der Sie dann im Alltag ein?" --- "Nein." --- "Und wenn jemand auf diesen blauen Fleck draufhaut?" --- "Dann tut das höllisch weh." --- "Sehen Sie. So ist das auch mit dem inneren Kind. Ihr inneres Kind trägt die blauen Flecke Ihrer Seele." (S.69)


    Ich habe mir gerade noch einmal die Rezension zu Band eins ('Achtsam morden') durchgelesen, um den Unterschied der beiden Romane besser fassen zu können. Vom Aufbau her sind sich die Romane ähnlich - die Kapitel werden eingeleitet von einem Zitat des Therapeuten Joschka Breitner, und die Handlung des Kapitels greift diese Notiz dann auf. Dies passte für mich in Band eins jedoch besser als hier - manchesmal wirkte es diesmal auf mich zu konstruiert.

    Ähnlich wie im ersten Band ließ sich das Buch flüssig lesen, doch zogen sich für meine Empfinden zu viele Nebenhandlungen durch das Geschehen, wodurch wiederholt der Eindruck von Langatmigkeit aufkam. Das Achtsamkeits-Prinzip ist dem Leser ja schon aus dem vorherigen Band vertraut, so dass dieser Ansatz in der Gestaltung von Problemlösestrategien jetzt nicht wirklich neu war. Neu war allerdings das innere Kind von Björn, das hier ständig dazwischen funkte - und ständig wieder in den Vordergrund geschubst wurde, für mich tatsächlich zu viel. 

    Vielleicht war Björn einfach zu sehr mit seinem inneren Kind beschäftigt, so dass er seinen Vertrauten Sascha diesmal viel 'erledigen' ließ. In Band eins hat mich vor allem begeistert, dass Björn so allein auf weiter Flur den Achtsamkeits-Regeln gemäß seine Probleme lösen musste. Hier zerfaserte mir die Handlung zu sehr, da hätte ich gern mehr persönlichen Einsatz von Björn selbst gesehen. 

    Ich bin ein großer Fan von schwarzem Humor, und im ersten Band traf der Autor damit voll meinen Nerv. Auch der Ansatz als Gesellschaftssatire hat mir seinerzeit gut gefallen. In diesem zweiten Band kam der Humor für mich dagegen nicht so recht in Fahrt. Stellenweise war es durchaus amüsant - die Sexszene beispielsweise, während der Björn seinem innernen Kind eine Geschichte erzählen sollte - aber insgesamt bei allem zugestandenen Einfallsreichtum doch eher etwas bemüht.

    Klingt hier Enttäuschung durch? Irgendwie schon. Zumal mir das Ende nicht wirklich schlüssig erschien. Insgesamt einfach zu viel inneres Kind, zu wenig an Krimi, immer wieder schleppende Passagen, und an Spritzigkeit, schwarzem Humor und Originalität leider nicht mit Band eins zu vergleichen. Nett zu lesen und ganz unterhaltsam. Mehr aber auch nicht...


    © Parden

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    Cover des Buches Ich bin der Hass (ISBN: 9783785755525)

    Bewertung zu "Ich bin der Hass" von Ethan Cross

    Ich bin der Hass
    pardenvor einem Monat
    Kurzmeinung: Leider eher kurios denn spannend - hier drängt sich wieder der Eindruck einer Persiflage auf, schade...
    Killer vs. Killer

    KILLER VS. KILLER...

    Special Agent Marcus Williams und sein Bruder, der Serienkiller Francis Ackerman jr., verfolgen die blutige Spur mehrerer Auftragsmörder nach San Francisco. Dort stoßen sie auf einen besonders brutalen Killer namens Gladiator, der für ein mächtiges Verbrechersyndikat arbeitet. Die Ziele des Gladiators reichen jedoch weit über einfache Auftragsmorde hinaus: Er betrachtet sich als modernen Dschingis Khan und will dafür sorgen, dass er der Menschheit ewig im Gedächtnis bleibt. An eines hat der Gladiator dabei allerdings nicht gedacht: In seiner Arena des Todes stand er noch nie einem Gegner wie Ackerman gegenüber... 

    Nachdem ich von Band 4 der Reihe um den Serienkiller Francis Ackerman jr. so angetan war ('Ich bin der Zorn') und diese Folge zudem noch mit einem halboffenen Ende schloss, hörte ich Band 5 gleich hinterher. Leider war ich diesmal wieder weniger begeistert, da sich der Eindruck einer Persiflage erneut in den Vordergrund drängte.

    Ethan Cross scheint derart fasziniert von der Thematik der Serienkiller zu sein, dass es auch diesmal wieder nicht reicht, einen einzigen in den Fokus zu stellen, sondern gleich mehrere. Wer ist durchgeknallter, wer hat die schlimmere Kindheitsgeschichte hinter sich, wer ist skrupelloser, wer ist größenwahnsinniger, wer feiert die größeren Blutorgien usw. Nein, kein offizieller Wettkampf - aber der Gedanke drängt sich beim Lesen auf.

    Immerhin arbeiten Francis Ackerman jr. und sein Bruder Special Agent Marcus Williams diesmal eng zusammen. Dem gegenüber steht ein weiteres Brüderpaar, die ihnen an Entschlossenheit in nichts nachstehen. Es gibt zahllose überaus brutale und blutrünstige Szenen, die aber durch die oftmals sehr nüchtern-sachliche Schreibweise von Ethan Cross kaum etwas in mir auslösten. Überhaupt tut sich der Autor nicht gerade damit hervor, Emotionen zu transportieren, was ich als großen Schwachpunkt der Reihe ansehe.

    Es mag daran liegen, dass es sich hier um eine gekürzte Hörbuchfassung handelt (7 Stunden und 22 Minuten, souverän gelesen von Thomas Balou Martin), dass ich manches etwas unzusammenhängend fand. Der Größenwahn der Serienkiller, die diesmal von der Shepherd Organization gejagt werden, sorgt zudem dafür, dass Francis Ackerman jr. eher etwas in den Hintergrund gedrängt wird und er weniger brillieren kann als in der Folge davor.

    Alles in allem kann ich hier gerade noch drei Sterne vergeben, da ich der Folge trotz der genannten Schwächen einen gewissen Unterhaltungswert nicht absprechen kann... Ob ich Band 6 jetzt auch noch höre, habe ich allerdings noch nicht entschieden...


    © Parden

     


      ***

     

    Bislang gelesen aus der Reihe um Francis Ackerman junior:

    1. Ich bin die Nacht ***
    2. Ich bin die Angst ***
    3. Ich bin der Schmerz **
    4. Ich bin der Zorn ****
    5. Ich bin der Hass ***


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    Cover des Buches Der Bodyguard (ISBN: 9783426525234)

    Bewertung zu "Der Bodyguard" von Sonja Rüther

    Der Bodyguard
    pardenvor einem Monat
    Kurzmeinung: Thriller meets Lovestory - gut gelöst, spannend und mit einem Füllhorn an Themen, über die es sich lohnt nachzudenken...
    Thriller meets Lovestory...

    THRILLER MEETS LOVESTORY...

    Der Personenschützer Maik ist neu im Sicherheitsteam der Familie des schwerreichen Industriellen Peter van Holland – sein Auftrag: er soll Lynn beschützen, die das behütete Leben einer äußerst wohlhabenden jungen Frau genießt. Was zunächst wie ein einfacher Job erscheint, bringt Maik bald in unerwartete Schwierigkeiten. Nach einem ungewöhnlichen Kennenlernen verliebt sich Maik hoffnungslos in Lynn, die seine Gefühle trotz aller Schwierigkeiten erwidert. Als die Sicherheitsstufe wegen verdächtiger Vorkommnisse erhöht wird, unterschätzt Maik die Gefahr und muss zusehen, wie die Frau, die er liebt, brutal entführt wird. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, der nur gewonnen werden kann, wenn Maik gegen alle Regeln verstößt. 

    Auch wenn Sonja Rüther es liebt, Thriller und gruselige Horrorgeschichten zu erzählen, scheint ihr doch auch eine romantische Ader nicht fremd zu sein. Jedenfalls beginnt dieser Roman mit einer Lovestory, die eigentlich nicht sein kann, weil sie nicht sein darf. Denn Maik, ein junger Mann aus einer sozial eher benachteiligten Familie und nun als Bodyguard bei der Industriellen-Familie van Holland beschäftigt, und Lynn, die älteste Tochter eben jener Familie, haben nur wenig gemeinsam. Und der Standesdünkel der van Hollands lässt eine solche Liaison ernsthaft wohl kaum zu.

    Doch wie es so ist: wo die Liebe hinfällt. Maik jedenfalls ist sich sicher: Lynn ist die Eine, seine große Liebe, die Begegnung, die alles verändert. Und es mehren sich die Anzeichen, dass die junge Frau seine Gefühle erwidert. Zwischen den beiden knistert es gewaltig - doch bevor es zu kitschig werden kann, drängt sich das Thriller-Element in den Vordergrund.

    Lynn wird entführt, die Entführer stellen gnadenlose Forderungen, und bald schon ist klar, dass ihr Leben nur noch an einem seidenen Faden hängt. Maik weiß bald nicht mehr, wem er überhaupt noch trauen kann, gerät selbst unter Verdacht und sieht schließlich nur noch eine Möglichkeit: er muss sich alleine auf den Weg machen, um seine große Liebe zu retten...

    Die beiden Thriller von Sonja Rüther, die ich bisher gelesen habe, konnten mich seinerzeit vollkommen begeistern. Sei es 'Tödlicher Fokus' - spannend, überraschend, flüssig zu lesen und mit interessant ausgearbeiteten Figuren - oder auch 'Blinde Sekunden' - spannender Plot, interessante Charaktere sowie ein tolles Spiel mit den Emotionen, gepaart mit (rabenschwarzem) Humor  - viele Aspekte sprachen mich da an. Weshalb also konnte mich der aktuelle Thriller nicht ganz überzeugen?

    Flüssig zu lesen war dieser in jedem Fall auch wieder - ein eingängiger Schreibstil, überraschende Wendungen, das Spiel mit dem wahren Gesicht hinter der Maske: all dies empfand ich wieder als positiv. Nur die Charakterzeichnung geriet mir diesmal zu klischeehaft. Gerade die Antagonisten-Rolle empfand ich als zu überzogen - bei aller Nachvollziehbarkeit des Motivs unterlag diese Figur dem Schwarz-Weiß-Klischee. Jemand der so fanatisch und extrem handelt mag gute Gründe dafür haben,  sorgt aber dafür,  dass ich damit nichts zu tun haben will. Dabei hätte das zugrunde liegende Thema durchaus den Anstoß zum Nachdenken geben können.

    Überhaupt - Themen: Sonja Rüther bringt hier einiges an Denkanstößen unter, ohne dass diese den Spannungsbogen unnötig unterbrechen. Trotzdem lassen einen die Gedanken im Hinterkopf während der Geschichte nie ganz los. Ein wenig zu kurz kam mir diesmal der Humor - allerdings konnte in der Beziehung zumindest die Kennenlernszene von Lynn und Maik punkten. Bei der Erinnerung daran muss ich immer noch grinsen...

    Alles in allem eine unterhaltsame Mischung aus Thriller und Lovestory, die Charaktere teilweise ein wenig zu eindimensional, dafür aber spannend und flüssig zu lesen. Als Fazit bleibt wohl nur: ich freue mich schon auf den nächsten Roman von Sonja Rüther! 


    © Parden

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    Cover des Buches Der Funke des Lebens (ISBN: 9783570102381)

    Bewertung zu "Der Funke des Lebens" von Jodi Picoult

    Der Funke des Lebens
    pardenvor einem Monat
    Kurzmeinung: Zu viel gewollt, dadurch spannungsarm und zu zerfasert. Das Thema 'Abtreibung in den USA' wird umfassend aber zu dominierend dargestellt.
    Zu viel gewollt...

    ZU VIEL GEWOLLT...

    Zwei Töchter im Teenageralter, zwei alleinerziehende Väter, ein Showdown in einer Frauenklinik in Jackson, im Bundesstaat Mississippi: Ein militanter Abtreibungsgegner dringt in die Klinik ein, eröffnet das Feuer und nimmt Geiseln. Polizeiunterhändler Hugh McElroy soll den Geiselnehmer davon überzeugen, sich zu ergeben. Während McElroy mit dem Täter verhandelt, wird offenbar, dass sich seine eigene Tochter in der Klinik befindet. Das absolute No-go in der Polizeiarbeit. Im Lauf des nervenaufreibenden Gesprächs erkennen die beiden Männer, dass sie einiges gemeinsam haben: Beide sind alleinerziehende Väter. Und beide Töchter haben ein Anliegen, das sie in Lebensgefahr gebracht hat… 

    Eigentlich ein toller Ansatz für einen spannenden Roman, der sich außerdem auch noch der in den USA heiklen Frage rund um die Abtreibungsproblematik widmet. Eine Geiselnahme, ein zu allem entschlossener Täter, ein Unterhändler der Polizei, der mit dem Fall betraut wird - und seine unerwartete persönliche Verstrickung in den Fall, als er merkt, dass sich seine eigene Tochter in der Frauenklinik befindet.

    Doch zwei Faktoren sorgten in meinen Augen dafür, dass dies nicht das von mir erhoffte Lese-Highlight wurde. Da wäre zum einen die Tatsache, dass die Autorin sich entschieden hat, die Geschichte rückwärts zu erzählen - also von einem bestimmten Punkt in der Gegenwart immer weiter zurück in die Vergangenheit. Und zum anderen wäre da die schiere Unzahl an Charakteren, die Jodi Picoult in diese Erzählung eingeflochten hat.

    Zu Beginn des Romans war ich neugierig, wohin mich die Rückwärtserzählung letztlich führen würde. Ich merkte jedoch, dass mich die Geschichte dadurch im Laufe der Lektüre irgendwie verlor. Wenn ich beispielsweise bereits wusste, dass die Person xy ihren Schussverletzungen erlegen war, konnte ich im darauffolgenden Abschnitt, der z.B. eine Stunde davor spielte, nicht mehr mit ihr mitfiebern, ob sie der Bedrohung noch irgendwie entkommen könnte. Dieses Stilmittel der Rückwärtserzählung ging hier eindeutig zu Lasten der Spannung - das mag von der Autorin gewollt sein, um dadurch das Augenmerk vermehrt auf die Abtreibungsproblematik zu lenken, für mich ging der Schuss dadurch aber nach hinten los.

    Jodi Picoult kann einfühlsam schreiben, mit verblüffender Leichtigkeit gelingt es ihr auch, dem Leser ihre Charaktere näher zu bringen. Nur hat das in diesem Roman nicht wirklich funktioniert. Das liegt vor allem daran, dass hier einfach zu viele Personen eine Rolle spielen, denen die Autorin im Verlauf der Erzählung eine Vita verleiht, eine Vergangenheit, die die jeweilige Position zum Thema Abtreibung nachvollziehbar werden lässt. Dadurch hat Jodi Picoult dafür gesorgt, dass nahezu alle Argumente für und gegen eine Abtreibung in den USA im Roman einen Stellvertreter erhalten, so dass das umstrittene Thema sich hier in möglichst allen Facetten präsentiert. Darüber gehen jedoch die einzelnen Figuren verloren - sie treten kurz ins Rampenlicht und verschwinden dann gleich wieder hinter dem Vorhang. Mir jedenfalls fiel es dadurch schwer, zu den Charakteren überhaupt einen Bezug zu bekommen.


    "Eine Zygote, ein Embryo, ein Fötus, ein Baby - sie alle waren menschlich. Aber ab welchem Punkt benötigte dieses menschliche Wesen legalen Schutz? (...) Vielleicht sollte man nicht fragen 'Wann wird ein Fötus zu einer Person?', sondern: 'Wann hört eine Frau auf, eine zu sein?' " (S. 362 f.)


    Das Engagement der Autorin für das heikle Thema 'Abtreibung in den USA' mit den so unterschiedlichen Gesetzesvorlagen je nach Bundesstaat, den oft militanten Befürwortern und Gegnern, der nicht zu unterschätzenden Gewaltbereitschaft von Abtreibungsgegnern und der Rolle des kirchlichen Einflusses ist hier in jeder einzelnen Zeile zu spüren. Auch in ihrem Nachwort macht Jodi Picoult deutlich, wie wichtig die Auseinandersetzung mit dem Thema ist und wie intensiv und sorgfältig ihre Recherchen im Vorfeld dieses Romans ausfielen - aber für mich ist dies in der Form doch ein sehr amerikanisches Thema. 

    Obgleich ich Jodi Picoult als Autorin sehr schätze, hat sie für mich in diesem Fall zu viel gewollt. Hinsichtlich der Abtreibungsproblematik sollte alles beleuchtet und kein Argument pro oder contra verschwiegen werden. Nur ging dies zulasten der Spannung und der Bindung des Lesers zu den Figuren des Romans. Ein wichtiges Thema, zweifelsohne, die Umsetzung jedoch hat mich leider nicht ganz überzeugt...


    © Parden

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    Cover des Buches Die Schauspielerin (ISBN: 9783328601340)

    Bewertung zu "Die Schauspielerin" von Anne Enright

    Die Schauspielerin
    pardenvor einem Monat
    Kurzmeinung: Eine Leseanstrengung, die die Schreibkunst der Autorin erkennen lässt, jedoch den Leser auch erschlägt mit einem Bombardement an Details...
    Eine Leseanstrengung...

    EINE LESEANSTRENGUNG...

    Kann man seine Mutter wirklich kennen? Norah blickt zurück auf das Leben ihrer Mutter, der einst gefeierten Schauspielerin Katherine O’Dell, die es von den irischen Dorfbühnen bis nach Hollywood geschafft hat. Doch mit zunehmendem Alter verblasste ihr Stern, sie betäubte sich mit Alkohol und Tabletten, bis es eines Tages zu einem bizarren Skandal kam: Ohne Vorwarnung schoss sie auf einen Filmproduzenten. Jeder Augenblick in Katherines Leben war große Geste, und Norah war ihr Publikum. Wer aber war diese Frau, die alles für die Kunst gab, deren Beziehungen kalt waren – und warum erzählte sie Norah nie, wer ihr Vater ist?

    Die fiktive Biografie einer nichtexistenten Schauspielerin (geboren 1928 in London, Karriere als Theaterschauspielerin in Irland und als Filmschauspielerin in Hollywood), eine erfundene Mutter-Tochter-Geschichte - der Sinn dieser 'unechten' Lebensgeschichten erschloss sich mir ehrlich gesagt bis zum Schluss nicht. Gut, die Suche nach Anerkennung wohnt vermutlich jeder Mutter-Tochter-Beziehung inne, aber Romane dazu gibt es schon etliche. 'Das Lächeln meiner Mutter' von Delphine de Vigan ist mir da beispielsweise lebhaft in Erinnerung.

    Erzählt wird 'Die Schauspielerin' aus der Sicht von Norah, der Tochter von Katherine O'Dell, die, veranlasst durch eine Interviewanfrage, beginnt, die Geschichte ihrer Mutter niederzuschreiben, die gleichzeitig auch eine Erzählung von Mutter und Tochter ist. Erinnerungsfetzen und Flashbacks werden in aller Hast und in einem chronologischen Chaos aneinandergereiht, zusammenhanglos oft, verwirrend und überladen.

    Der Leser wird vor allem in den ersten zwei Dritteln des Romans mit einer Vielzahl an Personen, Handlungen und Umständen bombardiert, die er spätestens beim Umblättern gleich wieder aus dem Blick zu verlieren droht. Der Inhalt von Norahs Erinnerungen wird oftmals nur angedeutet, die zahllosen Zeitsprünge fordern die Konzentration zusätzlich, und der Strom der vorbeidefilierenden Personen, die alle irgendwie immer nur posieren und eine Rolle spielen, reißt einfach nicht ab.  

    Würde sich die Erzählung auf das Mutter-Tochter-Verhältnis fokussieren und das Leben der Schauspielerin nur insoweit streifen, wie es für eben diese Beziehung von Bedeutung war - ich vermute, ich wäre begeistert gewesen. Denn schreiben kann Anne Enright, das wird in vielen Passagen deutlich: präzise und gestochen scharf. Hier aber bekommt man die Puzzleteile eines riesigen Bildes um die Ohren gehauen, ohne dass ich in der Lage gewesen wäre, mich an einzelnen Details zu erfreuen. Viel zu überladen, zu hektisch, zu nüchtern. 

    Die Überflutung mit Charakteren, die unabhängig von ihrer Bedeutung gleichberechtigt nebeneinderstehen, dazu die zahllosen Themen, die von der Schauspielerei, dem Theater, der (blutigen) Geschichte Irlands, einer Vatersuche, dem Blick hinter die Kulissen Hollywoods, bis hin zur Literatur u.v.m. reichen - all dies hat mich über weite Strecken einfach nur überfordert. Überfordert, ungeduldig werden lassen und ehrlich gesagt phasenweise einfach auch gelangweilt. Mich ermüdete diese Art des Erzählens, auch wenn mir einzelne Sätze bedeutungsvoll erschienen und vom Schreibstil her durchaus gefielen.           

    Die Ich-Erzählerin Norah erzählt hier mit viel Abstand, distanziert und reflektiert. Und dadurch wenig emotional, wodurch die Personen auf Distanz blieben. Nur selten hatte ich zudem das Gefühl, überhaupt die 'echten' Personen vor Augen zu bekommen - und wenn das Empfinden einmal kurzzeitig aufkam, wurde es gleich darauf wieder weggewischt. Die Ambivalenz der Rollen spiegelt sich in der Ambivalenz der Erinnerungen und der Darstellung von Fakten und Meinungen - wodurch ich oftmals nicht entscheiden konnte, was ich nun eigentlich glauben sollte. Norah fungiert hier als absolut unzuverlässige Erzählerin, was ich per se schon anstrengend finde.

    Die letzten 60 Seiten des Romans versöhnten mich dann ein wenig. Dieser letzte Abschnitt war deutlich ruhiger und weniger sprunghaft, so dass ich die Schreibkunst von Anne Enright endlich genießen und mich von der melancholischen Stimmung durch die letzten Zeilen gleiten lassen konnte.  

    Alles in allem war dieser Roman für mich in erster Linie eine Leseanstrengung, die für mich persönlich das Lesevergnügen deutlich überwog. Da mich aber der Schreibstil von Anne Enright faszinieren konnte, bleibe ich neugierig auf weitere Romane der Gewinnerin des Booker-Preises 2007.


    © Parden

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