pemberley1

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Rezensionen und Bewertungen

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    Cover des Buches Rebenopfer (ISBN: 9783492315814)

    Bewertung zu "Rebenopfer" von Britta Habekost

    Rebenopfer
    pemberley1vor 15 Tagen
    Kurzmeinung: Carlos Herb sieht vor lauter Bäumen den Wald nicht, vor lauter Trauben den Wein nicht und vor lauter Fragen, die Antworten nicht die da sind
    Mit Carlos Herb auf Expedition in die exotische Pfalz mit ihren Eingeborenen und Ritualen.

    Rebenopfer – Ein Elwenfels-Krimi von Britta und Christian Habekost

    Und ich wart auf der Suche. Wonach? Naaa, es muss doch zu finden sein, dieses Elwenfels. Es kann doch einfach nicht sein, dass solch ein Ort nicht existiert. Und so setzte ich mich vor eine Landkarte (jaja, ich weiß, heute sind sie elektronisch) schaute mir die Landkarte von Elwenfels im Buch an, und verglich sie mit ORTEN. Mit welchen? Ich wusste nur, dass ich irgendwo in der Pfalz an der Weinstraße beginnen muss. Nicht mal ein „Tritsch Tritsch“ hätte den Ort offenbart. Verzeihung?! Tritsch Tritsch?! Äh, andere Geschichte. Wobei ihr euch diesen Ruf natürlich merken solltet. Wofür, dürft ihr gerne selber herausfinden. Und so fand ich zwar auf keiner Landkarte Elwenfels. Dafür aber in diesem Buch. Und so eine kleine Auszeit und Reise durch die Seiten ist ja auch etwas Feines. Moment. Hier geht es doch um einen Krimi? Ja okay. DA erscheinen ja meist auch Verbrechen. Und irgendwie ist das ja dann auch nicht mehr ganz so idyllisch. Doch Owacht!  Vielleicht birgt Elwenfels ja doch ein wenig Harmonie und Idylle in sich. Und manche Orte, wollen vielleicht einfach nicht gefunden werden, und verstecken sich sehr gut. In einem Buch. Worum es im hier also geht, folgt nun. Denn wer zu viel fragt, und die falschen Fragen stellt, der sieht vor lauter Fragen die Antworten nicht, selbst wenn sie direkt vor einem sind.

    Die Geschichte, die das Buch erzählt:

    Wie ihr vielleicht schon ganz dezent mitbekommen hat, befinden wir uns in Elwenfels, ein Ort in der Pfalz. Und auch das Drumherum der Orte an der Weinstraße bekommt hier seinen Platz. Hierhin verirrt sich Carlos Herb, ein Privatermittler aus Hamburg, um einen Auftrag zu erledigen. Die Suche nach einem hanseatischen Messe Magnaten und Millionär, dessen Spur sich in der Pfalz verloren hat, und dessen Frau Carlos Auftragsgeberin ist. Und so ist Carlos Herb aus Hamburg auf der Suche nach Hans Strobel, nach was zum Trinken, einem Bier, dem Elwetritsch (Elwe was?!)…..und findet am Ende ein wenig zu sich selbst. Er legt ein bisschen die Fänge seiner Hamburger Nüchternheit ab, und lebt sich immer mehr in die Herzlichkeit der Menschen ein. Und erkennt dabei Dinge, wie, dass diese hochmoderne kalte Welt nicht immer das Wahre ist, und es im Leben auf mehr ankommt. Nämlich Zusammenhalt, Nostalgie, und auch ein wenig die Schönheiten der Natur in äh…. All ihren Formen. Ob der eigentliche Fall also gelöst wird, dürft ihr gerne selbst erkunden.

    Cover:

    Mir selbst gefällt das Cover richtig gut, denn es beschreibt die Landschaft der Pfalz, und saugt einen sofort so sehr ein, dass man seinen Rucksack packen möchte, um eine Pfalzreise zu unternehmen. Auch die Handschellen und die Flasche haben natürlich mit der Geschichte etwas zu tun.

    Fazit und Gedankenallerlei (das kann jetzt etwas dauern :D):

    Wie soll ich dieses Buch bloß beschreiben als das, was es ist? Krimi? Ja. Lokalanekdoten? Ja. Humor? Ganz großes Nicken. Die Pfalz auf die Schippe nehmen? Jein. Es ist ein liebevolles Herantasten. Zum Lachen, aber auch zum Mitfühlen, weil die Leute das Herz am rechten Fleck haben. Kann das Buch von allen Altersgruppen gelesen werden? Unbedingt! Auch ihr jungen Menschen solltet unbedingt mal einen Ausflug in die schöne Pfalz machen, besser gesagt nach Elwenfels, selbst wenn ihr da kurz mal kein Wlan habt. Heute lese ich also „Pfälzisch für Anfänger, Band 1“, also quasi Pälzisch fer Aafänger. Quatsch. Ich habe euch natürlich nur veräppelt. Heute lese ich die Elwenfels Reihe Band 1. Wobei. So weit hergeholt ist das mit dem Pälzisch-Grundkurs gar nicht. Unweigerlich lernt man nebenher den Dialekt. Ja, es scheint als ob das Buch das Tor ist, durch das man durch das Lesen schreitet, um in der Pfalz zu landen, und irgendwie auch Teilpfälzer zu werden. Unterschätze übrigens nie Menschen, die Dialekt sprechen, oder mach ihr Wissen nicht daran fest, wie viel Wein sie trinken. Denn in beidem kannst du dich irren. Und hinter der Fassade von einigen kann mehr Weisheit stecken, als in jedem hochintelligenten Großstadtmenschgelehrten.

    Und wie die Geschichte spielt, so taucht man als Leser in das Buch ein. Und was anfangs oberflächlich war, ist so, als ob man mit dem Lesen immer mehr in einen tiefen dunklen Wald eintaucht, in dem man vor lauter Bäumen genau diesen nicht mehr sieht. Auch die Stimmung von verlassenen Wäldern ist zwischendurch da, und teilt mit uns die Empfindungen wie Stille, Ruhe, aber auch Geheimnisse und …. Vielleicht manchmal Furcht. Der Roman lässt mich auf eine Art nostalgisch zurück, die ich nicht mal beschreiben kann. Vermutlich die tiefe Sehnsucht nach Ruhe und Stille und dem Entkommen der Hektik, auf eine ganz altmodische Art, die nichts mit hippen und coolen Techniken zu tun hat. Wie erholend, diese Welt mal ausblenden zu können :). Eine Auszeit aus der Realität, und das obwohl man sich im Buch mitten in der Realität befindet. Ich habe mich zum Teil wie in eine andere Welt versetzt gefühlt, und das, obwohl die Handlung in der Nähe spielt. Und ja, nach der Lektüre muss man erst wieder in der Wirklichkeit ankommen, so merkwürdig es klingt. Doch das ist was Gutes. Denn Bücher die uns entführen, und das, obwohl es in keine Fantasywelt geht, die sind rar gesät und selten. Und es gibt manche Orte auf der Welt, die sind so magisch, dass sie trotz ihrem Dasein in der Realität glauben lassen, dass es auf der Welt wirklich Magie und Zauber gibt. Elwenfels ist einer davon. Und natürlich, ich glaube fest dran, dass es Elwenfels gibt, auch wenn ich es bis jetzt auf keiner Karte gefunden habe. Und am Ende kann man Elwenfels nicht vergleichen mit Orten in der Pfalz, weil es so scheint, als ob einfach der Geist aus allen Ortschaften, und von jeder ein bisschen was in ihm steckt. Ein Potpourri aus verschiedenen Pfalzortschaften, vereint in Elwenfels. Das ist übrigens so abgeschnitten, dass es sogar von den anderen Orten an der Weinstraße nur als „Das Kaff im Wald, wo ich noch nie war“ beschrieben wird, und irgendwie scheint dort die Zeit stehengeblieben.

    Und ja, die Protagonisten erscheinen alle zeitlos jugendlich und herrliche unangepasst, gelassen, unbekümmert, und gemütlich, egal welches Alter sie haben. Sie sind einfach alle…äh…..cool :D. Ein Hauch von Schrulligkeit der guten Art umweht die Geschichte. Sie sind so real originell, einzigartig, herrlich frisch, strahlend, lebendig und liebenswürdig gezeichnet, dass man sie direkt in seinen Freundeskreis aufnehmen will, und mit dem Lesen auch irgendwie tut, und sie in sein Herz schließt. Sie leben ihre Eigenarten. Sie bleiben nicht blass, sondern sind bunt und farbig. Ein bunter Haufen Vögel. Und ja. Gewisse Vögel findet man im Buch auch. Da schafft es das Buch doch mitten in der Geschichte auch noch, geheimnisumwitternd zu werden. Und ein kleines Fabeltier, wird zur Realität. Oder nicht? Oder doch? Letztendlich, darf jeder das glauben, was er möchte. Aber bitte, natürlich laufen da draußen kleine Tiere durch Unterhölzer von Wäldern die Mischungen aus Tieren und Kobolden sind :). Die Eigenheiten und Besonderheiten der Charaktere, das Flair der Pfalz, und natürlich die Sprache, kommen so gut rüber, als ob man meinen würde, die Charaktere neben sich stehen zu haben. Und ja, vielleicht führt man ja unweigerlich auch mal ein Gespräch mit den Protagonisten, zur Freude, oder Nichtfreude der realen Menschen, die mit einem zusammenleben (Was soll dieses Tritsch Tritsch? Und hä? Weeschwieschmään? Keine Ahnung was du meinst).

    Auch der Zusammenhalt und das Gemeinschaftsgefühl oder die Gastfreundschaft im Dorf sind spürbar, und somit ziemlich erstrebenswert, denn wer braucht nicht ab und an Menschen, die zusammenhalten? Es ist ein wenig wie ein Crash der Kulturen.  Der Hamburger, kommt in die Pfalz, wo die Menschen herzlich sind, auf einen zugehen, einen in ihre Mitte nehmen, und vielleicht auch ein wenig weinselig sind. Naja. Zumindest einige. Es ist Großstadtflair gegen pfälzisches Dorf. Aber dessen Charme ist es auch, wovon der Roman lebt. Denn dieser Charme mutet humorig an, und man findet sich oft vor dem Buch wieder, und lacht. Dabei ist es doch ein Krimi! Doch das eine, muss das andere ja nicht ausblenden. Und so schafft es das Buch kriminologische Elemente mit der pfälzischen Lebensart, und dem Humor der Menschen zu verbinden, und dazu noch leicht mystisch anzumuten. Die Anonymität der Großstadt, dass man sich zwar kennt, aber eben nicht „kennt“, nicht wirklich, nicht richtig, gegen Provinz. Und manchmal muss man erkennen, dass es gar nicht so schlecht ist, eher in der Provinz, als in der Großstadt zu leben. Denn hier verbirgt sich vielleicht die Essenz des Glückes. Ab und an erscheint dieses Elwenfels in einer fast mystische Atmosphäre, die das Dorf und die Wälder drumherum umgibt. Beinahe wie bei diesem kleinen gallischen Dorf, das sich als einziges gegen die römische Übermacht gestellt hat.

    Die Situationskomik ist fast schon unschlagbar und einzigartig, und das nicht nur wegen der sprachlichen Barrieren, sondern auch wegen der so verschiedenen Temperamente der Menschen, die man alle ins Herz schließen will. Sogar Carlos Herb, den eingefleischten Hanseaten. Also, irgendwann dann mal im hinteren Teil des Buches :D. Dieser lässt uns teilhaben an seinen Gedanken über die Eingeborenen, das Beisammensein, die Weinfeste, die Schunkelei, diese komischen Trinksprüche, und diesen komischen Dialekt, von dem er sich fragt, ob das überhaupt noch eine Sprache ist?!. Die Wortwechsel und Gespräche nehmen gerne mal komödiantische Züge an, der unterschwellig ungewollt komödiantischen Art, aus der Situation heraus.

    Hach, das Buch ist herrlich ironisch komisch. Carlos Herb, der sich wie ein Alien aus einer anderen Welt fühlt, das nun auf der Erde gelandet ist. (Oder einen Erdling, der auf einem anderen Planeten gelandet ist? ). Einer ziemlich merkwürdigen Erde, mit einer komischen Sprache, die er nicht versteht. Hier wird es geschafft, die Pfalz und Pfälzer überzogen darzustellen, aber auch echt und authentisch, und, dem ganzen einen liebevollen Touch hinzuzufügen, mit der Aussage, dass man so ist, wie man eben ist, und das jede Gegend ihre Originale hat. Auch Elwenfels. Deswegen wirkt das Ganze nicht lächerlich, sondern einfach nur charmant. Elwenfels ist mystisch magisch bezaubernd, und mit dem Eintreten in diesen Ort erscheint es einem fast so, als ob man in einer kleinen verzauberten Welt angekommen sei. Jaja, in diesem Buch bekommt man das Lokalkolorit mit voller Breitseite zu spüren. Das Buch nimmt sich selbst nicht so ernst, und ebenfalls die Bewohner der Pfalz. Aber auf eine gute Art. Sie kommen herzlich rüber. Wir haben die Gutmütigkeit, Hilfsbereitschaft und Herzlichkeit der Menschen, ohne Distanz zu wahren. Sie sind geradeheraus, unkompliziert und direkt, gastfreundlich, nicht subtil, offen für Menschen, und agieren frei nach ihrem Gemüt. Wenn sie einem vertrauen.

    Doch lasst euch nicht täuschen. Weder vom äußeren, als vom geschichtlichen Inhalt. Denn das Buch hat weit mehr zu bieten, als nur eine schön weinselige und idyllische Landschaft auf dem Cover, und einfach superlustige Unterhaltungen. Denn zwischendrin scheinen immer wieder die Sinneseindrücke durch, die fast schon poetisch die Landschaften und die Natur umschreiben, so dass man manchmal einfach gerne ins Buch springen würde, um genau dort zu sein, wo sich die Protagonisten gerade befinden. Nun, ich fürchte, das ist nicht möglich. Doch annähernd schon, wenn man ein anständig arbeitendes Kopfkino, und eine funktionierende Vorstellungskraft hat. Alles andere bietet uns das Buch dann. Natürlich ist noch hervorzuheben, dass die Pfälzer Landschaft im Roman wunderbar beschrieben ist. Wie könnte es auch anders sein? Immerhin ist die Landschaft ja auch wundervoll. Wir befinden uns also mitten in der Pfalz, und das nicht nur im Buch, sondern auch in unseren Köpfen. Und unter all dem Humor und der Lustigkeit spürt man dann auf einmal, dass beim näheren Anschauen so viel Weisheit, Ernsthaftigkeit und Tiefe im Buch liegt, über die Dinge im Leben, die wichtig sind und glücklich machen, und was es bedeutet zu „leben“. Denn einige tun das anscheinend, ohne es zu tun.

    Und in einem Krimi passieren doch immer schlimme Verbrechen. Oder etwa nicht? Die Kunst aus einem Krimi als glücklicher Mensch herauszugehen, ist wohl eine, die hier geschafft wurde. Ein Roman, nicht nur der pfälzischen Lebenslust, sondern der jedermanns. Und man kann es kaum glauben, dass sich dies alles hinter dem Cover des Buches verbirgt. Ein Meisterwerk lokalkoloritrischer (eigene Wortkreation) Literatur :D. Ich mag Lokalkrimis, Aber dieser war nochmal etwas ganz Besonderes unter ihnen. Also. Nun dürft ihr euch zurücklehnen, die Zeit in Elwenfels genießen, das Leben Leben sein lassen, und ein wenig euer Dasein als Mensch in diesem Ort genießen. Dieses geheimnisumwobene Elwenfels, wo liegt es bloß? *weitersuch*. Im Wein liegt die Wahrheit, das ist schon wahr. Doch manchmal steckt noch so viel mehr darin, so wie Selbsterkenntnis, Glück, oder ein Neuanfang, manchmal in ganz anderer Form, als wir es uns vorstellen. Von Dubbegläsern, Weinfesten, Weinschorle, Grumbeere, komischen Vögeln und der Suche nach……. Einem Bier? Oder einem Menschen. Weeschwieschmään?! :) Also Owacht! Elwenfels schluckt die Menschen und Leser, so dass sie gar nicht mehr wegwollen. Oder wieder hin. Denn es wird weitere Bände geben, dies sei gesagt.

    Und weil das Buch so fremdartig, weinselig, aber auch tiefgehend ist, hat mein Kopf beim diesmaligen Rezensionslied wohl verrückt gespielt. Und wie die Wandlung von Carlos im Buch, so hat sich auch das Lied gewandelt. Ein interaktives Buch für meine Gedanken. War da erst in meinem Kopf „Oh, I’m an alien, I’m a legal alien. I’m an…äh…Hamburg Man in the Pfalz…“ oder so, so bin ich mit dem Buch in der Nostalgiezeit weitergereist zum Schunkeln und bei „Schütt‘ die Sorgen in ein Gläschen Wein. Deinen Kummer tu auch mit hinein“ gelandet. Am Ende ist dann dieses im Kopf geblieben:

    „Im letzten Sommer. Die Biere schmeckten schal. Beschloss ich einfach, ich lebe noch mal.
     Ich sah nach oben, tief in den Himmel rein. Mein zweites Leben, schien schon jetzt wahr zu sein.“

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    Cover des Buches Jenseits des Spiegelsees (ISBN: 9783958765788)

    Bewertung zu "Jenseits des Spiegelsees" von Annika Schwabe

    Jenseits des Spiegelsees
    pemberley1vor 24 Tagen
    Kurzmeinung: Moniques abenteuerliche Briefzustellung ins Elfenreich jenseits des Spiegelsees birgt so einiges an Gefahren, Wendungen und Überraschungen.
    Lesende Orks, die superschlau sind? Kämpfende Frauen? Und Intrigen?.....bin dabei :D

    Jenseits des Spiegelsees von Annika Schwabe

    Dieses Buch hat mich endlich mal wieder abtauchen lassen in ein irgendwie mittelalterlich anheimelndes Setting, das doch ab und an modern erscheint mit seinen Problemen. Zumindest in meinem Kopf. Das Buch spielt in einer Fantasiewelt, und kommt mir an manchen Stellen wie eine Metapher unserer heutigen Welt auf Kriege, auf Witwen, verlassene Kinder, Frauen in Nöten, Rebellen, das tägliche Überleben, Machtausübung der Reichen und Mächtigen, Aufstände und Widerstand, aber auch Zusammenhalt, Heldentaten und Loyalität vor. Ebenso wie Wut, Missgunst, und Misstrauen gegenüber Völkern, mit denen man mal im Krieg lag, die aber doch auch ganz tolle Freunde werden können, wenn man sie nur an sich heranlässt. All das regt dann doch zum Nachdenken an. Und gerade diese Szenerien waren es, die das geschafft haben. Und überhaupt kennt man ja auch aus unserer Welt das Misstrauen gegenüber ALLEM was anders ist, als man selbst. Am besten fange ich gleich mal damit an, worum es geht.

    Die Geschichte die das Buch erzählt:

    Monique, um die 30, ist eine Söldnerin, und für alle Aufträge zu haben. Sie ist eine Frau des Volkes, und trotzdem nutzt der König und die Armee, hier die Kavallerie, sie gerne, um gesuchte Leute und Wesen zu fangen, oder sie zu engagieren um andere Dinge zu tun, da sie in dem was sie tut, sehr gut ist, sich im Lande auskennt, und auch in den Völkern der verschiedenen Wesen und Stämme. Und so wird sie vom König von Seelenstein dazu gezwungen einen Brief ins feindliche Land der Elfen, nach Kolotrya, direkt in den Marmorpalast der Königin, zu überbringen. Eine leichte Aufgabe könnte man sich denken. Doch so einfach ist dies nicht. Denn das Land Jesaheim hat schon zwei große Kriege im Laufe der Jahrhunderte hinter sich. Und immer waren Menschen, Elfen, und irgendwie auch Orks und manchmal Zwerge, involviert. Was im Brief steht, darf nicht ans Licht kommen, und der Weg ins Elfenreich ist auch nicht so einfach. Zur Seite bekommt Monique Ceter gestellt. Hauptmann der königlichen Kavallerie und Armee, und Jemand, den sie durch ihre früheren Aufträge schon länger kennt. Die beiden machen sich also auf den Weg. Und genau dieser Weg ist die Geschichte, über die ich gar nicht mehr berichten möchte, weil jeder selbst auf diese Reise gehen sollte. Denn jeder wird sie anders erleben. Ich kann hier nur davon berichten, wie ich sie mit dem Lesen und damit meiner Buchreise erlebt habe.

    Cover:

    Ich mag das Cover sehr. Zum einen weil ich in der Figur meine einen Charakter aus dem Buch erkannt zu haben. Zum anderen, weil es mich immer an die Herrin vom See aus Avalon erinnert. Auch der See des Covers spielt im Buch eine Rolle, und die Schwerter stehen wohl für die Kämpfe, die auch stattfinden.

    Fazit und Gedankenallerlei:

    Es gibt im Buch einen Abschnitt, noch vor dem Prolog. Und ich gebe zu, dass es diese Worte waren, die mich gleich in ihren Bann gezogen haben, weil ich unbedingt wissen wollte, was hinter diesen steckt. Das Buch hatte also schon mal meine Aufmerksamkeit. Es wird mit dem Aufschlagen der Seiten geschafft, einen zu entführen in eine andere Welt. Sobald man es liest, befindet man sich im Lande Jesaheim, mit all seinen Orten, Wüsten, Brücken, Städten, Seen, Flüssen, Inseln, Gebirgen, Menschen und Wesen. Und wegen denen ist das Buch auch ein Mix aus Emotionen, die im Leser wachgerufen werden. Von tiefer Melancholie, über Traurigkeit, Wut, Loyalität, Liebe, Verrat…… aber auch Humor, kommt fast alles vor. Das Ganze ist auf jeden Fall tiefgehender als man am Anfang denken mag. Die Handlung ist unmittelbar. Man ist direkt dabei in allen Szenerien, und wird gleich anfänglich ins Geschehen geworfen. Alles ist wie mehrere Geschichten in einer, die aufeinander zudriften, und sich erst im Laufe der Geschichte vereinen, und eine gemeinsame Geschichte werden. Moniques und Ceters Weg, um den Brief zu überbringen hat einen großen Anteil an Plänkeleien und Humor, denn wie die beiden sich miteinander necken und sticheln, das ist einfach grandios. Denn sie können auch ernst und respektvoll miteinander umgehen. Ich mag die Art von beiden. Dann gibt es noch den Part der Orks, die den jungen Tyr in sich haben, der merkt, dass er gar nicht das will, was sein Vater von ihm möchte, weil er viel zu schlau für einen Ork ist. Wir haben den Handlungsstrang im Königreich der Elfen, im Palast, mit dem Hauptmann der königlichen Wache, Amnon, und Königin Brianna. Und schließlich die Verfolger von Monique und Ceter, die den blinden Larish als Geisel dabeihaben. Und später wäre dann noch der Strang von Joyce und Index…. Die aus Bjota fliehen müssen. Ihr seht: Eine Menge Namen, die euch momentan noch nicht viel sagen. Wir lernen nämlich jede Menge Wesen und Figuren im Buch kennen. Auch wenn mir alle Lebenswege gefallen haben, und ich sie toll fand, und gut dargestellt, habe ich Tyr liebgewonnen. Denn die Aussage der Geschichte von Tyr, die besagt, dass man alles machen kann, was man nur möchte, und sich nicht davon leiten lassen sollte WAS man ist, gefällt mir. Und wenn die Familie auch zu den besten Kriegern gehört, und man selbst eben eher den Büchern und der Weisheit zugetan ist, dann ist das eben so, das macht einen nicht zu einem schlechteren Menschen….. in seinem Fall Ork. Dies ist aber nur eine kleine Episode, die mir nahegegangen ist. Weiteres will ich natürlich nicht verraten. Doch erzählen musste ich davon. Gerade, oder gerade weil Tyr wohl alle lesenden Menschen sehr gut verstehen kann, und andersherum.

    Und ich habe es wirklich selten gesehen, dass eine Geschichte im High-Fantasy-Bereich (es gibt fantastische Wesen, Probleme in einer anderen Welt, eine abenteuerliche Reise… also kann ich es ruhig so nennen), die so wenige Seiten hat, so komplex ist mit ihren Wesen, ihren Orten, der Geschichte und den Personen die auftauchen. Und ja, man könnte das Ganze natürlich noch ausbreiten auf 500 oder mehr Seiten, und in die Details gehen. Trotzdem. Die Geschichte so wie sie ist hat mir gut gefallen, und genau diese Sache mit der Komplexität, die hat meine Sterne verdient. Alles wurde gesagt, und keine Fragen sind offengeblieben (bis natürlich die, die in Band 2 beantwortet werden). Und ja. Auch wenn ich manche Dinge gerne mehr ausgearbeitet gesehen hätte, und damit ein paar Seiten mehr im Buch gelesen hätte, so habe ich mich dann doch entschieden, die Geschichte an sich zu bewerten. Und die hat mir nun mal einfach ganz toll gefallen, weil die Idee nicht neu, aber gut in der Umsetzung war, und der Schreibstil ungewöhnlich detailliert. Gerade auch in der Hinsicht, dass alles in diese wenigen Seiten gepackt wurde. Das Buch ist übrigens ein Debüt.

    Und ja, auch wenn das Werk natürlich rein von der Seitenanzahl gar nicht mit Herr der Ringe vergleichbar ist, so scheinen die Stellen durch, ich muss es einfach erwähnen, bei denen ich ein wenig erinnert wurde. Was übrigens etwas sehr Gutes ist, denn ich bin einer der größten Herr der Ringe Fans, die es gibt. Vielleicht einigen wir uns auf die kleine, noch junge, Schwester des Herrn der Ringe :D. Es ist nämlich nur ein HDR Hauch, der die Geschichte umweht, weil es eine völlig neue und eigenständige Story ist, die eine ganz eigene Handlung hat. Auch ich war überrascht und gebe zu, anfangs nicht mit so einer komplex verworrenen und verwobenen Geschichte gerechnet zu haben, aber ich wurde eines Besseren belehrt. Besonders hat mir auch gefallen, dass wir es im Buch nicht mit einer ganz jungen Frau zu tun haben, sondern mit einer um die 30, die im Leben schon so viel mitmachen musste, dass sie eine gestandene Frau ist, die sich nichts sagen lässt, und mutiger ist, als so mancher Mann.

    Das Buch führt uns durch keinen gradlinigen Weg durch die Geschichte. Es weicht aus, um uns öfter mal auf andere Pfade zu bringen. Die Stränge sind mal hier, mal dort, und man denkt sich immer……. Wann kommen diese Erzählstränge zusammen, und was hat alles miteinander zu tun? Die Kapitel spielen dabei immer an anderen Orten, und es tauchen mehr Personen auf, die man während der Lektüre kennenlernt. Aber keine Angst, diese Weise macht die Geschichte auch unheimlich interessant. Denn man stell sich fragen, und bleibt neugierig. Und so sollte eine Geschichte ja auch sein. Das Buch besteht aus Puzzleteilen, die man nacheinander und durcheinander liest. Und erst am Ende steht man vor dem fertigen Puzzlebild und denkt sich……“Natürlich, so hängt alles zusammen“. Mir hat es gefallen, ein wenig turbulent auf die richtige Fährte gesetzt zu werden, die dann nicht immer richtig war. Ständig macht es klick im Kopf, nur um dann im nächsten Abschnitt wieder im Dunkeln zu tappen, weil sich eine neue Tür und Spur auftut. Ich habe etwas länger gebraucht, bis sich alles in meinem Gehirn zusammengeknüpft hat, was aber die Spannung nur noch mehr gesteigert hat, weil ich wirklich lange im Dunkeln lag, was eigentlich alles miteinander zu tun hat, worum es geht, wie die Figuren zusammengehören, welche Vergangenheiten sie miteinander haben, und so weiter. Und immer, wenn man denkt „Oh, nun geht die Geschichte in einer geraden Linie voran“, dann Pustekuchen, kommt wieder etwas neues Unvorhergesehenes daher, und überrascht einen. Doch lieber spät als nie. Und zwischendrin nehmen die Wendungen so an Fahrt auf, dass man nur noch weiterlesen will. Das Buch beweist, dass es in einem guten High Fantasy Buch nicht immer mehrere hundert Seiten bedarf, um eine Geschichte dicht und atmosphärisch zu erzählen. Tatsächlich hat man alles an Infos erfahren, was es geben muss. Und dann bleiben zwar Fragen übrig. Aber es gibt ja auch noch einen zweiten und dritten Teil. Und auch wenn sich in knapp 250 Seiten die Handlung etwas schneller vollzogen hat, so kam man doch sehr gut mit, und hat die Geschichte genossen, und sich eigentlich nie gehetzt gefühlt. Gerade auch deswegen hat mir die Geschichte so gut gefallen. Es ist eine kleine feine Geschichte, die man, wenn man denn Zeit hat, recht schnell lesen kann, um sich in dieser Zeit in eine andere Welt zu begeben.

    Was wirklich besonders gut gelungen ist, das ist die Atmosphäre, die sich durchs ganze Buch schlängelt. Wir begeben uns auf eine Reise mit Monique und Ceter, und genau diese Reise ist es, die einem unheimlich Spaß macht beim Lesen. Denn jede Stadt, jeder Felsen, die Seen, Berge und Grenzen, sind so toll beschrieben, und mit fantasievollen Namen versehen, dass wir uns direkt hindenken können, und unser Kopfkino sofort anspringt. Davon lebt die Geschichte. Ebenso, wie von ihrem Spektrum an Wesen, die im Buch vorkommen. Und die anders, als die Vier „alten Bekannten“ Elfen, Menschen, Orks und Zwerge….. dann doch für völlig neue Vorstellungen im Kopf sorgen.

    Wie zu jeder Zeit natürlich auch in unserer heutigen, gibt es Konflikte, Rebellen, Widerstände und Proteste gegen Obrigkeiten. Und auch Kämpfe und Gewalt, der Armee, gegen die Bürger. Die ernsten Untertöne kann man ebenfalls herauslesen. Und auch wenn die Figuren und Wesen uns seltsam fremd scheinen, weil sie in einer Fantasiewelt leben, so sind die Probleme ähnlich denen von uns. Es geht um Ungerechtigkeiten, Krieg, Grausamkeiten, Vorurteile gegen andere Völker und Wesen, dem Anderssein…..und dem Wunsch einfach nur irgendwie ein gutes Leben zu führen. Manche Abschnitte regen also zum Nachdenken an, aber manche sind zum Schmunzeln, und wieder andere einfach nur durch ihre Atmosphäre und Ortsbeschreibung bestechend. Trotz weniger Worte ist die Geschichte mit ihrer Wortwahl und dem Schreibstil tiefgehend, so dass man die Welt drumherum auf alle Fälle gut kennenlernt. Bei den Protagonisten ist das ebenso der Fall. Aber es geht auch ein wenig um Traditionen, und dagegen aufzubegehren. Manchmal binden uns Traditionen und zwingen und in Rollen, die wir vielleicht so gar nicht annehmen wollen, weil sie nicht mit unserem Selbst übereinstimmen.

    Alles ist also angelehnt an unsere Welt, aber natürlich im Fantasiebereich. Es ist fast wie eine Parallelwelt. Die Probleme sind ähnlich. Es gab bisher zwei Kriege, die unseren Weltkriegen ähnlich sein könnten, ein dritter ist in naher Sicht. Auch eine Religion gibt es, die aus einer Gottesmutter besteht, die die Erde und Menschen geschaffen hat, und ihrem Bruder, der das Böse und den Teufel darstellt. Diese tauchen bei Beginn dieses dritten Krieges auf, um die Menschen zurück in ihr Reich zu holen, was ähnlich unserer Apokalypse scheint. Diese Vergleiche, die eigentlich keine sind, fand ich sehr toll. Und trotzdem hat man sich jeden Moment wie in einem Fantasybuch gewähnt. Denn die Wesen, die Jesaheim bevölkern sind im Fantasygenre zuhause. Und es wurden noch neue erfunden. Und was für welche! Hier war der Kreativität der Autorin keine Grenze gesetzt. Glasmenschen, Lloronen, Drachenpferde…. Um nur ein paar zu nennen.

    Das Buch braucht keine großen Beschreibungen der Liebe und die Beteuerungen, dass diese stattfinden. Es sind ganz kleine Szenen, die nicht oft vorkommen, aber in denen man merkt, wer wem Gefühle entgegenbringt, wer wem vertraut, wer wen liebt…….Das Hauptaugenmerk liegt aber auf keinen Fall darauf. Wobei wir doch alle wissen, dass die meisten schlimmen Dinge geschehen, wenn man etwas verloren hat, das man liebt. Sei es ein Mensch, oder die Liebe selbst. Und so langsam aber sicher erkennt man im Buch auch die Loyalitäten, die man einander entgegenbringt, die alten Freundschaften, Menschen die einem wichtig sind, aber auch welche, die uns wichtig werden während der Reise, und mit denen man Freundschaft schließt. Das ist wichtig, weil meist rüberkommt, warum jemand für diesen und jenen eine tiefe Verbundenheit und Verbindung hat. Und dass so jemand ja auch wichtiger sein kann für das eigene Leben, als eine eigene Familie, weil diejenigen sich wie Familie anfühlen.

    Ich hätte mir, gerade zum Ende hin, noch ein paar mehr Ausschmückungen gewünscht, auf der anderen Seite, fand ich es total schön und toll, das mit wenigen Worten so eine Welt entstehen konnte, die mich, gerade im Mittelteil, sehr begeistert hat, und das hat am Ende überwogen. Hier wurde auf jeden Fall eine Geschichte geschrieben, die nur weniger Worte bedarf, und durch diese trotzdem viel von der Geschichte hergibt. Man erfährt viele Einzelheiten. Die Schreibweise und der Stil sind mir allgemein sehr positiv aufgefallen, weil sie unheimlich gut sind, und Lust auf das Weiterlesen in Band 2 machen. Jenseits des Spiegelsees eröffnet sich eine Welt für uns, die voller neuartiger, aber auch altbekannter Wesen ist. Odeeeer, ihr benutzt den einfacheren und sicheren Weg, und lest das Buch, um ins Elfenreich zu gelangen.

    Ach ja, da fehlt ja noch was. Mein heutiges Rezensionslied. Ich kann nichts dafür. Die Anfangsszene des Buches hat mich geprägt, und das ganze Buch über begleitet, und diese verbinde ich nun mal damit. Mein Kopf hat sich eben diesmal dieses Lied ausgesucht.

    „Mein Liebster zog in die Schlacht dahin, und rief „Solang ich siegreich bin, wird diese wilde Rose blühen“. Ich gab der Blume seinen Nam'. Sie blühte stolz und unbeugsam. Bis eines nachts dann der Winter kam.

    Es kam ein Brief in dem es stand. Er starb als Held im fernen Land. Eine Rose fest in seiner Hand

    Weh, Weh, mein Herz ist schwer. Gab für immer meinen Liebsten her. Seine wilde Rose blüht nicht mehr. Mir ist, oh, so kalt, er kommt nie mehr.“

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    Cover des Buches Mirella Manusch - Hilfe, mein Kater kann sprechen! (ISBN: 9783748800408)

    Bewertung zu "Mirella Manusch - Hilfe, mein Kater kann sprechen!" von Christin-Marie Below

    Mirella Manusch - Hilfe, mein Kater kann sprechen!
    pemberley1vor 25 Tagen
    Kurzmeinung: Mirella Mademoiselle Flederella Manusch, die Königin und ihr Ritter und Beschützer Langstrumpf Lancelot, erleben ganz schön viele Abenteuer.
    Mensch, Mädchen, Fledermaus, Vampirin?.........Einfach Mirella Manusch!“

    Mirella Manusch – Hilfe, mein Kater kann sprechen von Christin-Marie Below und Anne Barns

    Ein großer Traum von mir war es schon immer Sprachen sprechen zu können. Man würde durch die Welt wandeln, und könnte sich mit Jedem verständigen, ohne Hände und Füße zu gebrauchen. Das wäre wirklich praktisch. Zu riesig vielen Sprachen hat es leider nicht ausgereicht, und die Reisen dazu, gingen meist auch nicht in die Ferne. Doch was wäre, wenn man andere „Sprachen“ verstehen würde? Die von Tieren? Pflanzen? Oh, oder gar von Bäumen? DAS fände ich toll. Denn im Wald bin ich öfter, Pflanzen mag ich, und das ein oder andere Tier läuft einem auch schon mal über den Weg, in der Vielfalt dieser Welt. Soviel zu meinen kindlichen Träumereien. Und dann ist da ja auch noch die Sache, die man aus der Sicht eines Erwachsenen wahrnimmt. Nämlich, dass Kommunikation und Sprache wichtig ist, um sich zu verstehen und verständigen. Denn, wer sich nicht versteht, oder nie miteinander redet, der missversteht vielleicht einige Dinge, und so kommen Missverständnisse zustande. Das nur am Rande. Und es ist ja so, dass ich nur Jemandem, den ich wirklich verstehe, und mit dem ich auch rede, helfen kann. Wer andere Leute oder Tiere nicht wahrnimmt, und nicht versucht sie zu verstehen, und sich nur auf sich selbst fixiert, ist ignorant. Mirella Manusch würde ich sowas natürlich nie zutrauen. Und wann fange ich endlich an, zu erzählen, worum es im Buch geht? :D

    Mirella Manuschs erstes Abenteuer im Buch:

    Mirella ist 10…. Naja fast ;)….und alles beginnt mit einem Zahn. Der will nämlich nach und nach an die Oberfläche. Der Zahn ist spitz, das Rauskommen tut weh, und eines nachts versteht Mirella auch noch ihren Kater Langstrumpf, der irgendwie französisch mit ihr redet. Verrückt! Aber keine Angst, Mirella wird dies genau nicht. Denn am Morgen erfährt sie beim Beisammensein mit ihrer Mutter, und ihrer Tante Elly (die coolste Tante ever), dass Mirella Vampirblut in sich fließen hat, dank ihrer Urgroßmutter, welches bei Tante Elly und Mirella durchgeschlagen hat. Da jeder Vampir eine Superkraft hat, ist Mirellas dann nun nicht nur, mit Kater Langstrumpf zu reden, sondern mit allen Tieren, mit denen sie sich nun unterhalten kann, und normaler Weise geht das nur mit seinem eigenen Vampirbeschützertier (Tante Ellys ist Frettchen Iggy. Mirellas natürlich Kater Langstrumpf). Nun ja. Zugegebenermaßen mit dem Haken, dies nur nach Sonnenuntergang zu können. Denn es ist ja erst ein Zahn da, und der zweite lässt ein wenig auf sich warten :D. Mirella wird also zur Retterin der Zootiere (in dem ihr Vater ab und an unterwegs ist, da er Tierarzt ist)…..so nebenbei, denn nur sie kann ihre Probleme, Sorgen und Nöte richtig verstehen. Und so wird sie zur Superfledermaus (ach, hab ich vergessen zu erwähnen, dass Mirella sich natürlich auch in eine Fledermaus verwandeln kann?), die des nachts in den Zoo fliegt, um die Tiere nach ihren Problemen zu fragen, und am Tag, dafür zu sorgen, dass die Probleme gelöst werden :D. Dass das Ganze zu Irrungen und einem fröhlichen Tohuwabohu führt, das kann man sich nun denken. Und alle weiteren Dinge, darf man gerne erfahren, wenn man die Geschichte selbst liest und erlebt :)

    Das Cover und die Illustrationen:

    Das Cover selbst ist einfach nur richtig toll und ein Hingucker. Man sieht Mirella, und ihren Zahn, der natürlich als Vampirzahn total wichtig ist. Aber auch Einzelheiten, wie ihre pinke Haarsträhne, Fledermäuse, und den Kater Langstrumpf. Und dass sie kopfüber hängt, zeigt vielleicht auch, wie turbulent es hier in diesem Buch vor sich geht :). Wer das Cover anfasst und vor sich hat, wird zusätzlich merken, dass der Name von Mirella Manusch dick hervorgehoben ist, und pink glitzert, so dass man gerne mal drüber streicht. Auch als Erwachsene.

    Das Weitere sind die schönen Illustrationen, die überall im Buch auftauchen, und durch kleine Einzelheiten bestechen, die zur Geschichte passen. Das Buch ist nicht überladen. Aber an den passenden Stellen sind die Zeichnungen dann da. Man schaut sie gerne an, ganz genau, um ja keine Kleinigkeit zu verpassen. Sein es eingravierte Buchstaben, eine Strähne, eine kleine Spinne, lustige Gesichtsausdrücke, oder eine Sonnenbrille.

    Fazit und Gedanken zum Buch:

    Natürlich kann man nicht alle Tiere über einen Kamm scheren, genauso wie es beim Menschen ist, aber unweigerlich habe ich mich gefragt, ob die Autorinnen den Tieren ein wenig die Eigenschaften zugespielt haben, für die sie bekannt sind. Kater Langstrumpf sagt, wenn ihm etwas nicht passt, Frettchen Iggy ist wild und frech, die Eule weise, und erst nicht so leicht zu überzeugen. So lernt man, zumindest ein klein wenig, Tiere kennen. Später im Zoo werden dann auch kleine Infos zu den Zootieren zum Besten gegeben, die toll in die Geschichte reinpassen, und mit der Geschichte verknotet werden. Und als Nebeneffekt bleibt man wahrscheinlich bei jedem Tier stehen, was einem nun begegnet, und redet mit ihm, und versucht zu ergründen, was das Tier denkt, oder uns sagen würde, wenn wir es verstehen würden und könnten. Trotz allem hat jedes Tier seine Persönlichkeit, sein eigenes Attribut, was schön ist, und abgehoben von der Masse. Denn auch wenn man ein Kater ist, muss man ja nicht so sein wie jeder Kater, trotzdem bleibt man ein Kater. Falls ihr versteht, was ich meine. In Langstrumpfs Fall ist es seine ausgezeichnete französische Sprache, und sein Benehmen. Nicht wundern. Später heißt Langstrumpf Lancelot. Den Namen findet er für sich dann auch passender. Und mit seinem pinken Halsband kann er eh nichts anfangen. Ich mag die Charaktere der Tiere, weil sie alle einzigartig sind. Marillas Kater Langstrumpf ist französisch angehaucht, Ellys Frettchen wie sie eine coole wilde Socke. Und so bekommt jeder nicht nur ein Eigenleben, sondern seinen eigenen Platz im Buch, der auch wahrgenommen wird. Richtig schön. Was mir ebenso gefällt ist das Geplänkel zwischen den Charakteren. Gerade die Beschützertiere Langstrumpf und Iggy, der Kater und das Frettchen, necken sich gerne mal, was in handfesten Streitereien enden kann. Aber ich hoffe, dass sie sich trotzdem lieb haben :D Immerhin haben beide gemeinsam, dass die die Beschützertiere ihres Vampirbesitzers sind.

    Gerade durch die Situation in die Mirella nun hineinplumst, kann man sagen, dass sie durch das Verstehen der Tiere ihnen gegenüber hilfsbereit ist, ihre Sorgen versteht, und ihnen natürlich auch zuhört. Vielleicht sollten wir Menschen genau DAS auch mal auf und beziehen, und mit Menschen reden, selbst wenn sie uns fremd erscheinen. Denn ich finde es wird zu wenig geredet. Und meist kreist man nur um seinen eigenen Planet, und die Sorgen anderer, und das Reden mit ihnen, ist einem egal, weil man mit diesen Menschen ja nichts zu tun hat. Das Zuhören und Helfen ist also eine schöne Lehre, die man im Buch unter der Geschichte als Aussage finden kann. Meine ich auf alle Fälle herausgelesen zu haben für mich. Das Buch geht ja nicht nur darum, dass Marilla plötzlich Tiere versteht, die sprechen können, sondern auch darum, mit einer neuen Situation fertigzuwerden. Wobei es kein richtiges Fertigwerden ist, denn Marilla ist begeistert darüber, die Vampireigenschaften geerbt zu haben, und geht damit um, als ob es das Coolste der Welt ist. Was ja auch ein bisschen so ist, wenn man es genau bedenkt :D.

    Das Buch ist voller Leichtigkeit, die Sprache modern, aber nicht nervig. Es ist voller Ideen, die heutige Kinder machen sollten, und die ich als Kind gerne getan hätte. Kinderträume werden also wahr, meine inklusive. Man ist ja immer so alt, wie man sich fühlt. Und ich sagte doch bereits, mit Tieren sprechen wollte ich schon immer. Ein Baumhaus einrichten ebenfalls. Mit meiner Freundin. Tatsache. Ich wurde dran erinnert, dass ich das als Kind sogar getan habe. Und ja. Irgendwie wird meine Träumerei noch befeuert weil Mirellas Tante Elly Archäologin ist (ich erwähnte, dass ich Tante Elly mag? :D). Und Mirella? Die ist auf einmal Mensch, Mädchen, Fledermaus, Vampirin Retterin der Tiere.........oder eben einfach nur Mirella als alles in einem.

    Kurz gesagt: Ich hatte einfach richtig Spaß beim Lesen, und eine gute Zeit, und konnte selbst nochmal Kind sein. Und das, obwohl ich keine Vampirin bin. Obwohl…..? Ich renne mal schnell zu einem Spiegel, und schaue mir meine Beißerchen an :D

    Die Geschichte wurde übrigens von einem Mutter Tochter Gespann zusammen verfasst (Christin-Marie Below und Anne Barns eben), und das spürt man in der Geschichte auch. Die Familie Manusch, die sich uns vorstellt ist und agiert wirklich so, wie eine Familie sein sollte. Was man in den Gesprächen von Mirella und ihrer Mutter, aber auch mit ihrer Tante gespürt hat.

    Und ich gebe zu, bei den Dialogen, und beim Wortwitz der Gespräche, ständig mindestens mit einem Schmunzeln im Gesicht gelesen zu haben, wenn nicht sogar manchmal ein lautes Lachen aus mir herausgekrochen ist. Meine Laune hat das Ganze definitiv gesteigert. Mit diesem Buch lernt ihr also katzisch, eulisch, flusspferdisch, flamingoisch…….und wohl auch irgendwie die Sprache der Frettchen, Giraffen und Füchse. Nur für Motten und andere Insekten müsst ihr euch ein anderes Übersetzungsbuch suchen. Wieso das so ist? Na lest selbst :D. Übrigens wird es weitere Abenteuer von Mirella geben :)

    Jeder der meine Rezis kennt, weiß ob meiner Obsession Liedern gegenüber, die das Rezilied werden. In diesem Fall das erste, das mir in den Kopf beim Lesen kam. Und auch wenn es gar nichts mit der Geschichte zu tun hatte, fand ich doch irgendwie es passt :D:

    „Je ne parle pas français……….Aber bitte red weiter.
     Alles, was du so erzählst……Hört sich irgendwie nice an.

    Und die Zeit bleibt einfach stehen. Ich wünscht', ich könnte dich verstehen. Je ne parle pas français. Aber bitte red weiter“

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    Cover des Buches Alles für die Liebe (Die Bradens & Montgomerys, Pleasant Hill – Oak Falls) 2) (ISBN: B086J8BJX4)

    Bewertung zu "Alles für die Liebe (Die Bradens & Montgomerys, Pleasant Hill – Oak Falls) 2)" von Melissa Foster

    Alles für die Liebe (Die Bradens & Montgomerys, Pleasant Hill – Oak Falls) 2)
    pemberley1vor einem Monat
    Kurzmeinung: Wenn ein Realist auf eine Träumerin trifft, kann es schon mal traumhaft prickelnd in der Realität werden, um sich gegenseitig zu ergänzen.
    Realität gegen Träumereien? Aber manchmal passt das wunderbar zusammen….

    Alles für die Liebe – Die Bradens und Montgomerys Band 2 von Melissa Foster

    Ich scheine wirklich auf sowas zu stehen. Sowas? Naja. Liebesromane mit Happy End. Das war mir ja vorher so auch nicht klar. Ich habe sie gerne mal gelesen. Aber mittlerweile schafft Melissa Foster es schon, dass ich mir ihre Bücher für bestimmte Zeiten vornehme. Meist Wochenenden. Oder Zeiten in der die Realität nicht so rund läuft. Dann, ja dann habe ich manchmal ein Wochenenddate mit den Figuren aus Melissas Romanen. Mein Kopf, und wohl auch irgendwie mein Herz schreit dann immer „yeah“. Ich kann also gar nichts dafür. Kopf und Herz entscheiden, in diesem Falle gemeinsam. Und wirklicher Zufall ist, dass es genau in diesem Roman und Kopf und Herz geht. Um Realität und Träumerei. Um das, was man hinter Mauern verbirgt, weil die Realität zu schlimm ist, und das, was wir uns in unseren Träumen vorstellen und zusammenreimen, um die Realität besser bewältigen zu können. Ich selbst bin ja wohl tatsächlich eher weniger Realistin, als mehr Träumerin. Und ja. Man werfe mir nun Dinge wie Naivität an den Kopf, und dass man das Leben doch auch mit realen Augen sehen muss. Es ist ja auch nicht so, dass ich ganz weggetreten bin. Die Realität ist nur einfach viel schlechter, als es mein Kopf manchmal erträgt. Und nicht jede Träumerin ist naiv, nur, weil sie manchmal eine Ruhepause braucht, und sich nicht dauerhaft nur mit den Dingen des Lebens beschäftigt, die für andere so wichtig sind. Was für eine langweilige Welt wäre es, wenn wir dauerhaft und ununterbrochen nur über Finanzen, Steuern, Versicherungen, Krankheiten, Verbote und Gesetze, Einkaufen, Haushalt, den Job, Geschäftliches, Putzen und Renovieren reden würden, und so rein gar nicht über Gefühle, und was uns wirklich im Inneren bewegt?! Worum genau geht es also im Buch?

    Die Geschichte des Buches:

    Wir befinden uns in diesem Roman wieder im Braden Universum. Diesmal lernen wir endlich Charlottes Geschichte kennen, die wir ja tatsächlich schon in mehreren früheren Büchern ansatzweise kennengelernt haben, ebenso wie Beau Braden, der zumindest mal erwähnt wurde. Nun also die Geschichte der Beiden. Natürlich taucht auch der Rest der Braden Family wieder auf, und so trifft man auch hier im Buch gerne auf alte Bekannte, und Namen, die einem in anderen Büchern begegnet sind, oder noch besser, deren Geschichte man schon kennt, mit den Figuren durchlebt hat, und sie deswegen wie eigene Freunde sind, die einem im Buch erscheinen, und die man wieder trifft.

    Charlotte versteckt sich vor der Welt, in ihren Geschichten (sie ist Autorin erotischer Liebesromane), in ihrem Haus (ein geerbter Gasthof), in der Einsamkeit, auf einem Berg. Ohne zu sehen, dass es auch in der Realität ein Märchen für sie geben könnte. Sie ist eine Träumerin, die leider auf dem College an die falschen Kerle geraten ist die nur das Eine wollten, und nicht mehr. Dieses MEHR, das zum Happy End führt, und zu einer gefestigten Beziehung mit einem Haufen Liebe, so wie in einem Roman. Beau wird zu Charlottes Haus zitiert, um dort Einiges zu renovieren. Ein Dienst, den er seinen Cousins zu verdanken hat, und den er einfach so einzuschieben versucht. Denn er ist rast- und ruhelos, besonders zu dieser Jahreszeit, in den ihn vor 10 Jahren eine Tragödie ereilt hat. Und um dieser zu entfliehen, will er einen Job als Host einer Show annehmen, möglichst weit weg, in Los Angeles. Charlotte leidet unter einer Schreibblockade, und sieht bald in Beau mehr, nämlich ein tolles lebendiges Forschungsobjekt für die expliziten Szenen ihrer Romane. Beau verschließt sich vor Charlotte, also erstmal. Nicht immer mit seinen Gefühlen und Empfindungen, denn die kommen nach und nach heraus, als vielmehr mit seiner Geschichte, die er unbedingt verschweigen will. Aus Angst, Charlotte könnte ihn hassen, und weil er sich die Schuld gibt, also aus einem Schuldgefühl heraus. Was ja totaler Blödsinn ist. Nun denn. Ich hatte das Gefühl, dass der Braden Mann in diesem Roman länger gebraucht hat, bis man die Schale von ihm geknackt hat. Ebenfalls war gar nicht sicher, was die beiden miteinander haben, nur, DASS sie definitiv etwas füreinander empfinden. Doch Beau weiß, dass alles auf Zeit ist, nur während seines Auftrages, und Charlotte ebenfalls, wobei sie das gerne nicht wahrnimmt. Wie also alles endet, darf man gerne herausfinden beim Lesen.

    Das Cover:

    Diesmal sieht man gar kein Gesicht des Mannes, aber man weiß, dass es Beau mit Charlotte ist. Und auch wenn……… ich bin trotzdem höchst zufrieden mit dem Anblick :D. Ein Braden kann auf einem Buchcover eben auch seine Kehrseite zeigen :)

    Fazit und Gedankenallerlei:

    Seufz. Irgendwie ist Melissa Foster Medizin und Pflaster für die verwundete Realitätsseele. Und auch wenn ich lange noch nicht alle Geschichten aus dem Melissa Foster Universum kenne, so verfalle ich doch meist den Geschichten, DIE ich dann eben kenne, und mutiere irgendwie so langsam aber sicher zum Fan. Melissa Foster schafft es wirklich, dass jede Geschichte anders ist, und jeder Protagonist verschieden, mit eigener Vergangenheit, Geschichte, eigenem Vorleben, Vorlieben, und einem eigenen Schicksal.

    Das Aufeinandertreffen von Träumern und Realisten ist immer sehr spannend. Charlotte ist ein Mensch der mit dem Kopf ein wenig in den Wolken steckt, und an Märchen glaubt. Beau eher Realist. Die beiden ergänzen sich. Charlotte braucht diese Eigenschaft wohl für ihre Bücher, die ihr Leben sind, oder auch das, was in ihrem Leben fehlt. Erotik und ein Mann. Es ist bei den beiden auch ein „gegenseitig hinter die Fassade schauen“. Charlotte hat schlechte Erfahrungen mit Männern gemacht, und bastelt sich diese nun perfekt in ihren Romanen zusammen. Beau hat seine bisher einzige große Liebe durch einen Unfall verloren. Er denkt über Charlotte sie hätte Männer en Masse, sie denkt über ihn, dass er immer mürrisch ist. Dabei ist beides, wenn wir tiefer buddeln, natürlich nur ein Vorurteil, das durch Kennenlernen aus der Welt geschafft wird. Und so kommt es wie es kommen muss. Die beiden kommen sich näher. Charlotte erscheint realitätsfremd, aber nicht im negativen Sinne. Sie ist verträumt. Aber Beau und sie ergänzen sich. Beau ist quasi der Prinz, der Charlotte aus ihrer Isolation rettet, nur auf ganz andere Weise, ohne Pferd (Obwohl…..ach lest selbst), und nicht typisch prinzenhaft. Dafür mit Küssen, und indem er ihr einfach hilft, dort wo ihre Gedanken nicht in der Realität weilen. Er ist sozusagen gleichzeitig Realitätsanker, als auch Inspiration, Mann der Träume, und Muse für ihren Roman. Zusätzlich auch ein Beschützer, denn mit Charlottes Selbstfürsorge und ihrem Eigenschutz steht es ebenfalls nicht zum Besten. Träumer eben :D. Denn alles was ich hier schreibe, meine ich auf keinen Fall negativ. Ich mag die verträumten Leute nämlich sehr gerne. Und so ist Charlotte mir als Protagonistin sehr schnell ans Herz gewachsen. Auch, dass Beau und sie so verschieden in ihrem Tun erscheinen, aber im Inneren sehr viel gemeinsam haben, mag ich. Denn auch Charlotte hat ihre Familie bei einem Unfall verloren. Und somit versteht sie Beau besser als jeder andere. Beau will seine Erinnerungen vergessen, und damit seine Schuldgefühle. Charlotte WILL sich erinnern, weil die Erinnerung das einzige ist, was ihr von ihrer Familie geblieben ist. Charlotte scheint wie eine Fee, eine Träumerin, aber der guten Sorte. Wie jemand, der sich durchs Leben fantasiert. Und gerade Das macht sie ungemein sympathisch, und als Hauptprotagonistin so toll.

    Und mir kam es sogar vor, als müssten sich die Protagonisten diesmal länger durch Probleme der Vergangenheit kämpfen, als müssten sie länger auf ihr Happy End warten, und man selbst als Leser länger darauf, dass endlich klare Worte ausgesprochen werden, und die Beziehung in trockenen Tüchern ist, und das, obwohl die Liebe und Gefühle schon recht früh da sind. Aber auch das ist okay, und man hat fast bis zum Ende mitgefiebert, wie Beau sich entscheiden wird, und wie die beiden ihre Zukunft gestalten wollen. Dies war wirklich zumindest für mich einer der ersten Romane von Melissa, wo die Protagonisten länger gebraucht haben, zueinander zu stehen. Da war Kribbeln und Prickeln von Anfang an, aber das Rosarote, das beide bis in alle Ewigkeit zusammenbleiben, hat auf sich warten lassen. Alles erscheint anfänglich halb, als vorsichtiges Annähern, eine Anziehung zueinander, aber da ist auch Düsternis aus der Vergangenheit, die belastet und einen daran hindert sich auf etwas Festes und Neues einzulassen. Und dann sind da noch die Schuldgefühle. Kennt ihr das? Man redet sie sich lange genug ein, und am Ende denkt man so sehr, dass man an etwas schuld ist, dass man sich gar nicht mehr unter Menschen traut, weil man denkt, sie geben einem doch bloß sie Schuld an allem. Dabei ist alles nur im eigenen Kopf. Denn in Wahrheit gibt einem Niemand die Schuld. Und man muss ganz allein und selbst damit fertig werden, weil auch, wenn man gesagt bekommt, man habe keine Schuld…..man würde es demjenigen nicht glauben.

    Beaus Ergänzung für seine Realität ist Charlotte mit ihrer traumhaften Schreiberei, und er ergänzt sie, indem er sie ein wenig in der Realität wandeln lässt, und diese nicht allzu realistisch macht. Beide werden gute Mischungen aus Realität und Träumerei, und genau so sollte es auch sein. Man darf nie seine Träumerei verlieren, aber genug Realität im Kopf muss man haben, um das Leben meistern zu können. Beau bringt Charlotte ein wenig zurück in die Realität, aus ihrer Einsamkeit, ohne dass sie ihre Träumereien verliert. Und Charlotte gibt Beau ein Stück Träumerei, die ihn von der nicht so schönen realen Vergangenheit ablenkt, und ihm eine Chance auf einen Neuanfang gibt.

    Wenn die Figuren kommen, die man schon kennt, ist es fast so, als ob sie uns kurz mal Hallo sagen wollten, und man erwischt sich dabei, wie man fast schon winkend und grüßend die Hand hebt. Die Bradens sind geballte Ladung Liebe, Zusammenhalt, Treue, Familiensinn, Loyalität, aber auch Leidenschaft, in allem was sie tun. Und diese Ladung bekommt man voll ab. Mit jedem Roman ein wenig mehr, selbst wenn man gar nicht alle Romane kennt. Und das alles ist gar nicht negativ gemeint, ganz im Gegenteil. Denn nach jeder Buchlektüre fühlt man sich den Figuren näher, und irgendwann scheint es fast so, als ob man beim Lesen denkt, man gehöre dazu in diesen großen Kreis aus Bradens, und anderen Familien und Freunden (jaja, eines Tages bekomme ich natürlich auch meine eigene Geschichte :D).

    Und was soll ich sagen? Mittlerweile liebe ich das Geplänkel, das untereinander herrscht, wenn Freunde und Familienmitglieder der Bradens oder anderen Familien aufeinandertreffen. Es ist diese Art von Scherzen, die man untereinander begehen kann, und die gegenseitig nicht verletzen. Die man nur mit Personen teilen kann, die einem loyal und freundschaftlich oder familiär gesinnt sind. Die einen verstehen. Es ist ein „sich necken“ welches sehr liebevoll ist. Diese Atmosphäre zwischen den Familienmitgliedern ist fast spürbar. Der Zusammenhalt, die Sorge umeinander, und auch die Witze, die man sich gegenseitig unter die Nase reibt. Es ist als ob man die kleinen „Schwächen“ eines jeden kennt, diese aber akzeptiert, und sie als das nimmt, was sie sind. Ein Teil des jeweiligen Menschen. Und das tut natürlich unheimlich gut beim Lesen. Weil ja gerade in der Realität von anderen nicht immer alles so gut aufgenommen wird, und der Zusammenhalt nicht immer da ist. Und manchmal fände ich die Welt so viel schöner. Wie in den Büchern. Muss mich aber, so wie Charlotte im Roman, auch damit abfinden, dass die Realität nun mal existiert, und man vor dieser nicht ewig davonrennen kann. Denn vielleicht gibt es ja auch genau in dieser realen Welt etwas „braden-ähnliches“, und man kann sein Leben leben. Denn manchmal ist es besser, in der Realität zu graben, und dort Inspiration zu suchen, weil das Leben die besten Geschichten schreibt, und die tollste Inspirationsquelle ist. Eigene Märchen können auch in der Realität geschaffen werden.

    Ich war ja schon immer neugierig darauf, wie die Geschichten der Nebenfiguren aussehen, die dann in andren Geschichten zu Hauptfiguren werden, und immer mal erwähnt werden. Und so langsam fängt es wirklich damit an, dass man über jeden erwähnten Menschen im Buch sinniert, sich Gedanken macht, und sich fragt, was seine Geschichten einhalten wird, und wer seine große Liebe wird. Da kommen einem dann solche Gedanken wie: “Gibt es diese Geschichte schon, wann kommt diese Geschichte raus, wird diese Geschichte erst noch geschrieben?“. Und die Frage ist doch: Wann verdammt nochmal wird endlich ein Melissa Foster Buch verfilmt? Je mehr man ins Braden Universum eintaucht, desto mehr werden die Bücher wie eine kleine Oase der Happy Ends, wenn das Leben mal verrücktspielt, und man eine Ablenkung der Realität braucht. Man schlägt das Buch fast schon mit einem guten Gefühl auf. Und natürlich ist jede Geschichte anders, jeder Charakter anders. Die Figuren sind in allen Schichten, in allen Berufen, und mit allen Eigenheiten anzusehen. Genau das macht sie so einzigartig. Nie wiederholt sich etwas.

    Überhaupt ist der Roman von Liebe durchsetzt. Man erfährt sie in Geschichten, die geschrieben werden, und in denen, die erlebt wurden von der Familie. Das Thema, dass es heutzutage keine richtigen Liebenden mehr gibt, die aufeinander vertrauen, und die bei jedem Streit gleich auseinandergehen, weil jeder nur noch an sich und sein Wohlbefindend denkt, die Thematik gibt es ebenfalls. Den Beau sorgt sich um Charlotte, und die Liebenden, bzw. die Geschichten der Liebenden handeln von Streitigkeiten, die immer wieder in Liebe und Respekt zueinander enden. Die Liebe endet hier nicht, nur aufgrund eines Streites. Eine schöne Aussage.

    Heutiges Rezensionslied. Weil es manchmal Dinge gibt, die MUSS man einfach aufschreiben, um sie nicht zu vergessen, um die besondere Atmosphäre einzufangen, und sie für ewig in Worte und auf Papier zu bannen, weil sie nicht vergessen werden dürfen:

    „Been up all night staring at you, wondering what's on your mind. I've been this way with so many before, but this feels like the first time. And you want the sunrise to go back to bed, and I want to make you laugh.

    Mess up my bed with me. Kick off the covers I'm waiting. Every word you say I think, I should write down. Don't want to forget come daylight.“

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    Cover des Buches Kein Prinz ist auch keine Lösung (ISBN: 9783751914703)

    Bewertung zu "Kein Prinz ist auch keine Lösung" von Chantal Schreiber

    Kein Prinz ist auch keine Lösung
    pemberley1vor einem Monat
    Kurzmeinung: Die Geschichte der falsch geküssten Prinzessin, des falschen Prinzen, und der wahren Wahrsagerin… die das Schicksal ganz schön herumwirbelt.
    Prinz oder Nichtprinz oder Frosch, das ist hier die Frage?!

    Kein Prinz ist auch keine Lösung von Chantal Schreiber

    Tjaja. Dies gibt wohl eine kleine Grundsatzdiskussion. Es gibt definitiv Menschen, die schwelgen in ihrer romantischen Träumerei, in romantischen Vorstellungen, träumen vom Schicksal, die ihnen den Partner fürs Leben zuschustert, und sehen alles gerne auf einer rosaroten Wolke. Manche würden jetzt wohl sowas hineinrufen wie „Totaaaaal realitätsfremd die Tussi“. Aber hey. Schon sind wir bei der anderen Seite. Die Realitätsliebhaber, die alles schwarzsehen, eine Enttäuschung hinter sich haben, nur die Fakten sehen, nicht an wahre Liebe glauben, und überhaupt alles miesmachen. Ja okay. Vielleicht ist das etwas übertrieben. Und vielleicht sollte man einfach ein bisschen von beidem sein. Kommt herein in eine Geschichte voller Liebe, voll Irrungen und Wirrungen, voll Schicksal, einem Prinzen und…………… naja… wir wollen ja mal nicht übertreiben. Denn tatsächlich befinden wir uns nicht in einem Märchen, sondern im Heute. Aber schließt das eine denn das andere aus? Und kann es nicht auch im Heute unserer wissenschaftlichen Zeit, die alles realisiert, auch ein paar Menschen geben, die sich nach Romantik und Weltfremde sehnen? Yeah, Ich bin dabei:D Dabei kommt der Roman gar nicht als typisches Märchen, das in der Moderne spielt daher. Prinz hin, Prinz her…. Wer ist denn nun der wahre?! Der Prinz der sich wie ein Prinz benimmt, der Prinz der ein Prinz war, der Prinz den man in seiner Vorstellung als perfekten Prinzen ansieht, der Prinz, der das weiße Pferd aus Angst nie besteigen kann? Und braucht man überhaupt einen Prinzen? Verbirgt sich hinter dem Prinzen ein Frosch, hinter einem Frosch ein Prinz, oder ist der Prinz gar kein Prinz, und tut nur so? Kein Prinz ist in diesem Fall natürlich keine Lösung. Aber was bedeutet Prinz überhaupt? Reicht nicht vielleicht auch einfach der Mann, dem wir vertrauen, und den wir als den einzig zu uns passenden ansehen? Tha! Bei den Prinzen die ich oben erwähnt habe, könnt ihr euch ja aussuchen, welcher am Ende derjenige welche ist :) Was ich eigentlich sagen wollte: Dies ist eine Liebesgeschichte! Und sie spielt gar nicht auf einem Schloss. Und die Suche nach dem Prinzen im Leben, die trägt sich auch ganz anders zu, als man es nun denken könnte. Aber vielleicht nun erstmal von Anfang an. Welche Geschichte wird hier erzählt, und um welchen Prinzen geht es jetzt überhaupt?

    Das Märchen vom Prinzen…..pardon……die Geschichte, die das Buch erzählt:

    Unsere beiden Hauptprotagonistinnen sind beste Freundinnen. Um die Geschichte zu verstehen, muss man beide etwas näher kennenlernen. Was man im Buch auch tut. Gwennie…… die zarte verträumte Schriftstellerin von romantischen Liebesromanen, die immer an die falschen Männer gerät, rettungslos romantisch ist, und an die wahre Liebe glaubt. Und Kat, die ihre langjährige Beziehung vor Jahren, mit einem Vollidioten verbracht hat, der sie plötzlich gegen was Anderes Weibliches eingetauscht hat. Dies hat nicht gerade dazu beigetragen, dass sie neues Vertrauen in die Männerwelt hat. Sie ist zur wahren Zynikerin geworden, glaubt nicht an Romantik, und hält sich an Männer, die sie nach einer Nacht schnell wieder loswerden kann. Gwennie hingegen, hat nach den ganzen falschen Männern ihren Traummann gefunden. Tadaaa! Prinz Mike! :). Na gut, er ist gar kein Prinz. Aber zwischen den beiden wird es ernst. Man fühlt das, was zwischen den beiden ist. Es gibt eine Verlobung. Alles ist wundervoll und rosawolkig. Und dann…. Plums. Mike zieht sich nach der Verlobung etwas zurück, geht auf Distanz, braucht Zeit und……… wieso küsst dieser Prinz denn auf einmal eine andere Prinzessin? Was es damit alles auf sich hat, solltet ihr dann selber lesen. Es ist nämlich nicht alles, wie es scheint.

    Das Cover:

    Ich habe es wirklich ein paarmal abgeknutscht. Kam kein Prinz dabei raus :(. Aber keine Angst. Das Buch ist nicht kaputt. Um den Prinzen zu finden, muss man wohl das Buch lesen, und nicht den Frosch des Covers küssen :D. Denn mit weniger als einem eigenen Prinzen sollte man sich nicht zufriedengeben. Immerhin wissen wir durch den Titel, dass keinen Prinzen zu haben, keine Lösung ist, und man sich somit einen suchen sollte. Wie der aussieht, darf jeder gerne selbst entscheiden.

    Fazit und Gedanken:

    Wenn ihr tiefdramatische und hochliterarische Ergüsse sucht, werdet ihr hier wohl nicht fündig. ABER. Was ihr auf alle Fälle findet, das ist jede Menge Spaß, Humor, eine wahnsinnig gute Lesezeit, Glück……. Und damit eine tolle Ablenkung von allen Problemen. Mir hat es auf alle Fälle geholfen, und mich einfach nur erheitert und glücklich zurückgelassen. Die Situationskomik ist genau an den richtigen Stellen, so wie ich es liebe. Das bringt nochmal Fröhlichkeit in mich, und natürlich die Geschichte. Hier wird mit Klischees gespielt, mit Vorurteilen, Märchenvorstellungen, Traumprinzen, Romantik…… und dem Zusammenbrechen der Welt, wenn die Märchenvorstellung sich verabschiedet. Das alles aber auf recht amüsante Weise. Na gut, das ist untertrieben. Dieser riesige Pluspunkt, den der Roman hat, ist wirklich der Humor, diese Komik, in fast jedem Wort, und jeder Situation. Der Roman ist durchdrungen von dieser unterschwelligen Komik, und man meint, die Protagonisten wollen diese gar nicht, sind aber unweigerlich komisch dadurch, dass ihnen unterbewusst wohl nicht klar ist, wie sehr sie einen zum Lachen bringen. Und das unterscheidet das Buch wohl von anderen Romanen, die entweder ernste Untertöne haben, oder einfach so vor sich dahinplätschern. Dabei kommen einem die Protagonisten ungewöhnlich nahe, so wie man es nicht unbedingt in einem Liebesroman erwarten würde.

    Die beiden Protagonistinnen Kat und Gwennie (Gwendolyn) sind gegensätzlicher, als es überhaupt noch geht. Die eine realistisch, die andere romantisch. Kein Grauton. Man könnte also meinen, dass die beiden sich wunderbar ausgleichen in dem, was dem anderen fehlt, und sich ergänzen. Aber natürlich fliegen auch mal die Fetzen, und ein wahres Feuerwerk entsteht. All diese Gefühlsausbrüche, die Verzweiflung, die Wut, den Liebeskummer, aber auch das Leugnen von etwas, das man nicht wahrhaben will, das konnte man als Leser wunderbar nachvollziehen. Am Ende wusste ich gar nicht mehr, ob ich mehr Gwennie oder Kat bin. Denn habe ich anfänglich gedacht, ich sei die 100%ige Romantikerin, so sind mir bei der Lektüre Dinge aufgefallen, die ich wirklich wie Kat machen würde. Und ja, mein Misstrauen gegenüber anderen Menschen ist eben auch da. Als Beobachterin in Grau, die von beiden je eine Hälfte hat, ist es mir also gelungen, die Geschichte einfach nur unheimlich zu genießen. Und auch wenn man meint, man habe einfach nur eine Liebeskomödie vor sich, der weiß, dass es in jeder Liebeskomödie den Zeitpunkt gibt, an dem etwas Tiefgehendes aufgedeckt wird, was einem direkt ins Herz geht. Auch dies war hier der Fall.

    Denn das Schicksal erfüllt sich auf jeden Fall. Die Frage ist nur, ob wir es auf geradem Wege hinbekommen, die Erfüllung zu erleben, oder ob wir Umwege gehen, wieder zurückkommen, falsch abbiegen, den Weg nicht mehr sehen, am Ende bei dem eigentlichen Ziel landen, dem falschen, und dann nochmal den Weg von vorne gehen und neu anfangen, und vor allem, wer am Ende auf uns wartet. Vielleicht ja ein….äh….Prinz? :D. Vergeben ist wichtig, und vor allem, anzuerkennen, dass Perfektion nicht immer das Beste im Leben ist, denn die wahre Perfektion gibt es eigentlich nicht. Und eine Illusion dessen, ein Theaterstück, das einem vorgespielt wird, ist doch unschöner als wahre Ehrlichkeit. Es ist ja nicht immer alles, wie es scheint. Manchmal ist der, den wir eindeutig als Lügner und Betrüger entlarven gar kein Betrüger, weil wir einfach etwas falsch eingeschätzt haben, und uns dazu hinreißen haben lassen, nun ganz verletzt zu sein. Und manchmal sind die, denen wir trauen, weil sie einfach perfekt sind, die, die uns das nur vortäuschen, und die wahren Lügner sind. Und dann ist da ja auch noch die Frage des Vertrauens, und unserer eigenen inneren Stimme. Vertrauen wir den Menschen, die wir unser Leben lang kennen? Vertrauen wir denen, denen wir unser Vertrauen das erste Mal im Leben geschenkt haben? Und was ist, wenn unser Vertrauen zerstört wird durch ein Missverständnis, und wir plötzlich so verwirrt sind, dass wir Menschen vertrauen, denen wir nicht vertrauen sollten, weil sie versuchen uns zu beeinflussen, und uns mit den Menschen zu entzweien, denen wir schon immer vertraut haben, so dass es nur noch sie als Vertrauensperson in unserem Leben gibt? Schwierig, ich weiß. Diese Sache des Vertrauens. Und manchmal muss man über seinen Schatten springen, und vergeben. Und tjaja. Dann ist da noch dieses Gefühl, was vielleicht einige von uns auch schon mal hatten. Wenn man den perfekten Mann vor sich hat, der einem all genau das gibt, was man von einem Mann möchte. Und genau dieses Perfekte ist es, was uns dann nicht ansprechen kann, und nicht berührt, weil wir über einen anderen, vielleicht nicht ganz so perfekten Menschen, noch nicht hinweg sind. Aber ist es nicht so, dass unser Herz eben nicht immer logisch agiert?

    Kat ist zynisch, wahrt Distanz, und lässt keine Nähe zu, Mike ist nicht zynisch, hat aber eine kleine Distanzphase, Gwennie kennt das Thema Distanz gar nicht, denn sie ist ein herzlich romantischer Mensch, der ein wenig auf Abwege gerät, alles in allem sind die Verwicklungen da, sprühen über, und tadaaa……….Die perfekte komödiantische Buchreise ist da. Turbulenzen und Missverständnisse inklusive. Der Sprachstil zeugt von einer Leichtigkeit, und diese zieht sich über das ganze Buch, so dass man die Lektüre lächelnd liest. Der Humor zieht sich über das ganze Buch, bis ans Ende, und schlängelt sich durch die Geschichte hinweg. Und was das für ein Humor ist, wir haben hier diesen etwas trockenen Humor, der einen dauerhaft grinsen lässt. Und das, obwohl man doch eigentlich mit Gwennie weinen müsste. Aber nein. Das Buch verbietet es einem. Natürlich werden einige Klischees der Romantik bedient. Aber es scheint nie aufdringlich, zu kitschig, oder so, dass man es vor Schmalz nicht aushält. Denn auch hier ist die Romantik ein wenig zusammenfließend mit dem Humor. Es ist fast so, als ob sich die Romantik selber auf die Schippe nimmt, und deswegen die Klischees bedient. Denn ihr wisst ja: „Alle Männer sind schlecht. Alle lügen sie einen an. Wenn die rosarote Zeit vorbei ist, merken sie schnell, dass sie eine andere Frau wollen. JA ABER ICH LIEB IHN DOCH. Was?! Mal wieder?!“. Kommt das alles im Roman vor? Nein! Und das ist das Gute. Denn Gwennie und Kat könnten gegensätzlicher nicht sein in ihren Vorstellungen der Männerwelt. Realistisch denkende, enttäuschte Frau, die die Männerwelt nur noch ausnutzt, gegen romantisch anheimelnde Freundin, die dauerhaft auf der Suche nach ihrem Traumprinzen ist, und ihn jetzt wohl, nach tausenden Fröschen, endlich gefunden hat. ODER etwas doch nicht?! Der Humor wird noch mehr dadurch bedient, dass die Szenerie einfach so ist, dass man in der Realität wohl sowas sagen würde wie „Das gibt doch in echt gar nicht“. Gwennie würde dem widersprechen, Kat nickend zustimmen. Denn Gwennie ist dazu noch, Liebesromanautorin, was das Ganze zusätzlich urkomisch macht. Erklärt sie uns doch im Roman, wie ein Liebesroman zu sein hat. Ahjaaaaaa :D. Der Roman ist für alle Romantiker geeignet, die sich nicht zu ernst nehmen, und dazu stehen, was sie gerne lesen. Eben Romantik in Liebesgeschichten.

    Und auch wenn man durch die Lektüre dauerhaft am Nachdenken ist, ob man mehr Gwennie oder Kat ist, so ist es doch so, dass man beide Frauen nachvollziehen und verstehen kann. Zu keiner Zeit nervt eine der beiden mit ihrem Benehmen, oder ihren Gedankengängen. Beide sind einfach nur sympathisch. Und doch scheint durch den Roman auch Ernsthaftigkeit durch. Denn ja. Angesprochen werden Vorurteile, aber auch Missverständnisse, die zu ganz merkwürdigen Situationen führen können. Und manchmal geht es auch um Schein und Sein. Denn nicht immer ist alles genau so, wie es scheint, selbst wenn es definitiv so aussieht, und wir uns unser eigenes Bild daraus basteln.

    Eingreifen ins Schicksal. Manchmal ist das Schicksal nicht gradlinig, sondern muss über einen Umweg führen, damit einem Dinge klarwerden. Missverständnisse. DA gibt es die großen, die kleinen, die Lebensveränderten, die, über die man nur lachen kann, und bestimmt noch hunderte Unterarten davon. Doch sie alles haben etwas gemeinsam. Sie irritieren uns, und um die Wahrheit am Ende des Missverständnisses herauszufinden, muss man erstmal durch eine unangenehme Situation, die einen auch schon mal verletzen kann. Wir haben hier auch mit Vorurteilen zu kämpfen, aber keine Angst. Das Buch ist nicht todernst, und macht auf Probleme aufmerksam. Vielmehr ist es durchgängig komisch, manchmal sarkastisch, und ironisch. Das Schicksal spielt mit uns, die Protagonisten selbst spielen mit dem Schicksal, und sind am Ende so weit, dass sie merken, dass man das Schicksal nicht austricksen kann, selbst wenn man es versucht. Alles fügt sich. Und das wünscht man sich doch.

    Das Buch ist übrigens abwechselnd aus Gwennies und Kats Sicht geschrieben.

    Wir haben also Prinzen, die aussehen wie welche, aber vielleicht gar keine sind, sondern beim Frosch bleiben. Dann haben wir Prinzen, die wie gar keine aussehen, aber im Inneren welche sind. Und wir haben Prinzen, die sich nicht trauen, welche zu sein, obwohl sie es schon längst sind, zumindest für ihre Prinzessin. Und das…. JA……. Das verwirrt die Prinzessin dann. Eine locker leichte Komödie für den Restsommer, die einfach unterhält, und einen schmunzeln lässt, durch ihre Beziehungsirrungen und –wirrungen. Heute also: Das Märchen vom Prinz, der nicht auf einem Pferd angeritten kommt, da er Angst davor hat, der falschen geküssten Prinzessin, und einem Frosch, der seinen Platz einnehmen will, und vielleicht gar kein Frosch ist.

    Heutiges Rezensionslied. Wie es so schön heißt: Vergrabt das Schloss, denn manchmal taugt der zugehörige Prinz nichts. Und was nicht echt ist, kann man mit dem Herz nicht fühlen. Also sollte man sich lieber den Nichtprinzen suchen, der dann zum Prinz wird, weil man bei ihm alles mit dem Herz fühlen kann, oder so:

    „So one day he found her crying…..Coiled up on the dirty ground. Her prince finally came to save her.
    And the rest she can figure out.
     But it was a trick, and the clock struck twelve, well make sure……..to build your home brick by boring brick….or the wolf's gonna blow it down.

    Keep your feet on the ground….When your head's in the clouds.“

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    Cover des Buches Mars Ultor (ISBN: 9783751956543)

    Bewertung zu "Mars Ultor" von David Reimer

    Mars Ultor
    pemberley1vor einem Monat
    Kurzmeinung: Wenn die Erde im Chaos versinkt, weil etwas auf dem Mond geschieht, sollte man sich auf den Weg zum Mars machen, mit diesem Buch im Gepäck.
    Auf ins All, ganz ohne Raumschiff, dafür benötigt es nur diese Geschichte.

    Mars Ultor – Schattenwelten von David Reimer

    Ich fand das Weltall schon immer faszinierend. Und wenngleich es wissenschaftlich ebenfalls hochinteressant ist, so bin ich eher ein Mensch verträumterer Natur. Ich finde es schön, in den Himmel zu schauen, Sterne, Planeten, und andere Objekte am Firmament zu beobachten, und mir dadurch Ruhe zu gönnen. Wieso das so ist? Das kann ich nicht genau sagen. Aber jedes Mal, wenn ich mit meinen Augen und Gedanken dort oben hänge, wird mir hier unten auf der Erde klar, wie klein und nichtbedeutend wir Menschen sind, unsere selbstgemachten und hausgemachten Probleme, dass es etwas viel Größeres gibt. Und dass es nichtig ist, was jemand zu mir gesagt hat, ob ich Ärger auf der Arbeit hatte, oder ob ich ein Blatt im falschen Ordner abgelegt habe, ob ich einen Strafzettel bekommen habe, etwas verschüttet habe, hingefallen bin, ja, sogar ob ich das Falsche eingekauft habe, oder Ärger mit Bauarbeitern habe. Das Weltall ist schön und faszinierend, es zieht einen magisch an, strahlt etwas von Magie aus, zeigt einem seine eigene Endlichkeit, und, dass wir nur ein Tröpfchen im Laufe der Geschichte sind. Doch versteht mich nicht falsch.  Trotz, dass ich das All einfach wundervoll finde, bin ich trotzdem gerne auf unserer Erde, unserem blauen Planeten. Denn auch, wenn ich noch auf keine anderen Planeten war, so finde ich unsere Welt doch schon wirklich gelungen und wunderschön. Ich mag die Berge, die Natur, das Meer, Flüsse und Seen, beobachte gerne Pflanzen, freilebende Tiere…. Und liebe den Sonnenschein, und die Vielfalt, die auf dem Planeten herumwandert. Was also sollte ich nun tun, wenn es heißen würde, dass die Erde bald nicht mehr existieren wird, oder es dort oben im All irgendein Ereignis gibt, das dafür sorgt, dass unsere Erde nicht mehr die ist, die wir kennen und lieben gelernt haben? Oder anders gesagt: Lieben wir unsere Erde überhaupt noch, oder ist sie uns einfach egal, weil wir sie für selbstverständlich hinnehmen, und gar nicht merken, wie sehr wir ihr wehtun? In diesem Sinne…… „This is Major Claud to Ground Control…….I’m stepping through the door…..Planet Earth is blue…. And there’s nothing I can do“ jaja, ich sag‘s ja, ab und an habe ich mich im Buch gefühlt, als flöge ich selbst durchs All. :D

    ……Wovon das Buch also handelt:

    Das erzähle ich ganz schnell, damit ich nicht zu viel verrate. Es ist das Jahr 2079 auf der Erde. Diese ist nicht mehr so, wie unsere Gegenwart. Denn im Jahr 2054 ist auf dem Mond ein Asteroid eingeschlagen, der auch das Leben für die Menschheit geändert hat. Major David Dener, ein ehemaliger Soldat, und sein Team (bestehend aus 3 Männern und einer Frau), sind Beschäftigte bei DEM Weltkonzern überhaupt, Wayaki Industries, und dort für die schwierigen Jobs, wie das Aufspüren von Menschen, oder andere Spezialaufgaben, zuständig, natürlich alles geheim. In einem Problembezirk der Erde spüren sie einen Doktor auf. Doch mit dem Auffinden beginnen erste Zweifel bei allen, ob der Weltkonzern in etwas verwickelt ist, und ob man die Entwicklungen ethisch noch vertreten kann. Auf der Erde gibt es Aufstände gegen die Zentralregierung, die auch irgendwie mit drinsteckt. Es gibt Gruppierungen, Rebellen. Straßenschlachten mit Ordnungshütern und den Gruppen. Und nebenbei soll Major David Dener dann auch noch mit seinem Team und dem Doktor auf den Mars fliegen. Denn Wayaki möchte des Profits wegen diesen bevölkern, da es auf der Erde nicht mehr wirklich schön ist. Doch ist das der einzige Grund des Marsfluges? Auch weitere Einzelheiten erhaltet ihr natürlich…..wenn ihr das Buch lest :)

    Cover und Titel:

    Das Cover passt sehr gut, und zeigt genau, dass wir uns auf eine Reise zum Mars begeben, die City ist auf der Erde, und der Zusammenhang ist gegeben. Mir gefällt das Cover sehr gut, und auch der Titel und dessen Bedeutung wird einem geläufig, je mehr man darüber nachdenkt, was genau Mars Ultor heißt. Glaube ich zumindest herausgefunden zu haben :D. Schattenwelten vielleicht auch, weil es in dieser Welt keine Sonne mehr gibt. Der Schatten ist also sichtbar, aber auch symbolisch stehend für die Schatten der Menschheit, die sich auf diese legen, und dafür sorgen, dass es ebenso keinen Sonnenschein und keine Freude mehr gibt. Und natürlich die Schatten der Vergangenheit, mit der alle Protagonisten im Buch zu kämpfen haben, und die einen nicht verlassen und verfolgen. Sogar bis zum Mars.

    Fazit und Gedankenkarussell:

    Tja, so ein Buch, das einem solch eine Zukunft zeigt, geht nicht spurlos an einem vorbei. Dieses Buch mutet so seltsam aktuell an, mit all seinen Problemen, dass man sich gar nicht im Jahr 2079 wähnt, sondern meint, die Ansätze der Forschungen, Kriege, Rebellionen, Aufstände und Firmenpolitiken, sowie das Arm- Reich- Gefälle, die soziale Ungleichheit, der niedere Wert von Menschen (zumindest nach Meinung von anderen bessergestellten Menschen) und die Unzufriedenheit der Menschen schon jetzt überall auf der Welt zu spüren. Was zum Glück noch nicht so ist, ist die Katastrophe aus dem All, und der Tod der Umwelt. Aber auch da sind wir ja auf dem besten Wege dahin. Der Roman spielt zum Teil auf unserer Erde, einer neuzeitlichen zukünftigen Erde, die sehr dystopisch erscheint. Und zum anderen Teil auf dem Mars. Gerade der Part auf der Erde ist es, der einen sehr nachdenklich zurücklässt. In fast allen angesprochenen Dingen kann man heute schon Ansätze sehen, sie kommen einem bekannt vor. Auch wenn ich unsere Erde nicht  als düster und postkatastrophal bezeichnen würde, so erkennt man im Buch Sachen wie ein Arm Reich Gefälle, große Konzerne, die alles dafür tun, um ihren Profit zu vergrößern, eine wachsende Unzufriedenheit in der Bevölkerung, die arm ist, Menschen die nur noch Waren sind, Menschenhandel, eine wachsende Drogenkriminalität in Großstädten und bestimmten Bezirken, Wissenschaftlicher die sich ethischen Fragen stellen müssen……… und plötzlich ist das Szenario im Buch gar nicht mehr so sehr Science Fiction, sondern einem sehr nah. Die Frage ist immer, in welche Richtung unsere Welt gehen möchte. Auch die Katastrophe, die im Buch Kriege auslöst, und dafür sorgt, dass um Ressourcen der Erde gekämpft werden muss, weil die Umwelt dahin ist, und die Erde sich nicht mehr erholen kann………… die scheint gar nicht so unrealistisch. Asteroideneinschläge gibt es immerhin wirklich. Mich selbst hat das Ganze mit einem Frösteln und Schauern zurückgelassen. Und obwohl ich des Elementes des Cyberpunks weiß, dass öfter solche Szenarien beschrieben werden, so macht es das Ganze trotzdem nicht unangenehmer. Was nicht heißt, dass das Buch unangenehm ist. Nein. Denn manchmal müssen auch unangenehme Dinge angesprochen werden, damit Menschen wach werden. Es bleibt ja immer noch ein wenig Hoffnung, dass das bei uns endlich mal passiert, wenn die Menschen endlich die Augen öffnen. Menschheit, wach auf :/

    Dinge, mit denen sich das Buch also beschäftigt: Untergrundorganisationen Death of the Future und die Bruderschaft, Konflikte und Rebellen auf den Straßen, eine Zentralregierung, zwei Global Player als Konzerne, die miteinander konkurrieren ansonsten Armut auf den Straßen und in den Distrikten, Polizeigewalt, 15 Megacities, Dauerhafter Regen wegen der Katastrophe, und ein Ort namens Walhalla als einziges Fleckchen Paradies auf der Erde, weil dort die Sonne scheint. Söldner, Menschenhandel auf den Straßen, man muss aufpassen, nicht eingefangen zu werden. Snuggs. Drogenhandel und Drogenmissbrauch. Regierungsfeindliche Organisationen und Unruhen. Keine Kirche, und kein Glauben mehr, bzw. der Glauben an die jeweilige Untergrundorganisation. Wer ist böse, wer ist gut? Kann man das immer so genau sagen? Ein reicher und mächtiger Konzern oder die armen Rebellen? Immer gibt es auch Ausreißer, die ihre eigenen Pläne verwirklichen wollen.

    Wonach man im Buch suchen muss, da sind Sonnenstrahlen. Gewiss, ich habe eigentlich fast gar keine gefunden, denn diese sind den Privilegierten vorenthalten. Die, die in Wolkenkratzern wohnen, in Wohnungen, die eine Wolkenschicht durchdringen. Denn ihr wisst ja. 2054 – Katastrophe – Asteroideinschlag auf dem Mond. Ich hatte es erwähnt. Was man im Buch allerdings in Massen findet ist Regen. Große Tropfen, dauerhaft, mal mit Donner, ergießt er sich auf die Stadt. Und hört NIE auf :/. Scheint fast ein wenig postapokalyptisch, dystopisch…. Eben Cyberpunk :D. Achso, es gibt fast keine lebenden Tiere, außer rattenähnliche Wotans, und natürlich auch keine Pflanzen mehr. Die Frage, wie die Zukunft aussieht, habe ich mir in letzter Zeit sehr häufig gestellt. Doch nichts hätte mich darauf vorbereiten können, wie sie im Jahre 2079 aussieht. Zumindest, wenn es nach dem Autor dieses Buches geht. Meine eigenen Gedanken haben mir immer sowas gesagt wie, dass die Zukunft natürlich immer schrecklicher wird, wenn wir nichts dagegen tun. Aber keine Natur und keine Sonne mehr? Hmpf.

    Wie selbstverständlich WIR unsere Erde sehen, den Sonnenschein, Sonnenaufgänge und – untergänge, einen Sternenhimmel, das zeugt vom Benehmen der Menschen. Da ist keine Demut, genau dies zu dieser und jener Lebenszeit um sich zu haben, und glücklich darüber zu sein, dankbar, dass man diese Momente erleben darf. Das Buch und seine postkatastrophale Welt zeigen Menschen, die existieren, ohne Freude am Leben. Die teils nie die Sonne auch nur gesehen haben, keine Pflanzen, kein Grün, keine Tierwelt. Das Leben sehen, als das was es ist, nämlich einzigartig.

    Cyberpunk Thriller ist vielleicht eine gute Bezeichnung, denn wir haben Elemente des Cyberpunks, und einen kleinen Thriller, aber auch düstere Dystopie und Science Fiction, mit einer Vorstellung unserer eigenen Zukunft. Von allem ein wenig, und gemischt zu einem Buchinhalt. Das hat es für mich ziemlich interessant gemacht. Und selbst wer nun sagt, dass er auf gar keinen Fall Sci-Fi mag, oder Dystopien, der kann das Buch allein deswegen lesen, weil es den Menschen den Spiegel hinhält und eine leise Warnung ausspricht, was mit unserer Erde passieren könnte, wenn wir so weitermachen. Erschreckend ist auch, dass im Buch Projekte benannt werden, wie zum Beispiel die Marskolonisation, und wirkliche Namen von Unternehmen, die jetzt gerade in diesem Moment, wo ich hier sitze, und meine Rezension schreibe, schon daran arbeiten, den Mars zu besiedeln zu wollen, oder Ähnliches! Wobei erschreckend das falsche Wort ist. Manche freuen sich sicherlich darauf.

    Das Buch spielt mit dem Element der Mythologie und Antike. Wir haben das All, haben Schwesternschiffe namens Remus und Romulus, eine Raumstation namens Ares, die man im griechischen mit dem Mars als Kriegsgott gleichsetzen kann, der übrigens der Vater von Remus und Romulus ist, durch sie der Stammvater von Rom, und als Rächer von Cäsar Mars Ultor, der Rächer Mars. Und wenn wir nun noch schauen, dass Remus und Romulus als Gründer von Rom, also eines Weltreichs gelten, dann kann man schon Parallelen zu einem Konzern sehen, der den Mars bevölkern will. Auf alle Fälle mag ich diese Idee die das Alte, die Vergangenheit, die Antike und Mythologie mit der Zukunft und dem Weltraum verbindet. Denn so modern wie dieser erscheint. Dort oben ist die Zeit eine andere, und alles scheint unendlich. Und immerhin sind noch heute eine Menge Sternenbilder am Himmel, die nach mythologischen antiken Gestalten benannt wurden. Welch eine Symbolik. Ein Schelm, wer da Böses denkt, und meinen könnte, im Buch wollte jemand alles erobern, und sich Untertan machen, unter anderem Planeten ;). Man wird übrigens in diesem Buch automatisch irgendwie Experte für Raumfahrt und den Weltraum. Tatsächlich gab es Begriffe, die hab ich vorher noch nie gehört, habe aber gegoogelt, und siehe da: Es gibt sie wirklich :D. Die Atmosphäre ist auf jeden Fall so gut eingefangen, dass man meint, sich selbst im All, auf dem Mars, oder gar auf unserer Erde im Jahr 2079 zu befinden. Und man kann gar froh sein, nach der Lektüre aus diesem Szenario aufzutauchen, und sich daran erfreuen, direkt in die Sonnenstrahlen des Jahres 2020 zu schauen. Und vielleicht IRGENDJEMANDEN danken, dass dies für unsere Menschheit und Generation möglich ist.

    Wir durchwandern die Geschichte, und erfahren nach und nach Dinge über die Protagonisten. Diese Lebenshinweise werden uns in kleinen Bröckchen zugeworfen, die am Ende das Gesamtbild eines Brockens ergeben. Nach und nach, und ganz langsam über die Handlung der Geschichte verteilt, lernt man so die Protagonisten besser kennen, was mir sehr gut gefallen hat. Nicht alles systemisch an einer Stelle, sondern eingeflochten in den Handlungsstrang. Und ja. Am Ende werden NICHT alle Fragen aufgelöst, was ganz einfach daran liegt, dass es noch einen zweiten Teil der Reihe geben wird. Und darauf freu ich mich definitiv schon. Denn auch wenn die Atmosphäre manchmal bedrückend war, so hatte man anderseits auch ab und an das Gefühl der Schwerelosigkeit beim Lesen, das All vor Augen, die Umgebung, und damit die Freiheit.

    Da oben im All ist keine zweite Erde. Unser Planet ist einzigartig. Und auch wenn wir auf der Suche nach anderen bewohnbaren Planeten sind. Die Erde ist einzigartig, und es wäre schön, wenn sie es bleiben würde. Denn die Sehnsucht nach der Schönheit der Erde, ihrer Natur, der Flora und Fauna, die ist doch in allen verankert. Also: geht mir offenen Augen durch diese Welt, und schaut euch all die Wunder und das Wundervolle an, was aus ihr entsprungen ist. Nehmt nicht alles für selbstverständlich. Genießt auch mal einen Sonnenaufgang, oder einfach die Natur. Bevor alles zu spät ist, und ihr keine Möglichkeit mehr dazu habt.

    Und auch wenn ich an der Erde hänge, so ist die Faszination des Mars doch da. Heutiges Rezensionslied also passend. Ich kann nichts dafür, dass es in meinen Kopf gehopst ist beim Lesen:

    „Wir könnten auf die Erde sehen, auf grüne Wälder, blaue Seen. Den ganzen Tag die Sterne zählen, und über dunkle Wolken schweben. Wir könnten dort viel höher springen, wir könnten dort viel lauter singen, als unten, hier auf Erden. Mein Raumschiff steht für uns bereit. Komm, wir verschwenden keine Zeit. 

    Ich will mit dir zum Mars fliegen. Einfach in dem roten Sand liegen. Dort gibt's zwei Monde, und die Sterne, für uns näher aus der Ferne. Das muss doch keiner mitkriegen.“

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    Cover des Buches Eine Liebe zwischen den Fronten (ISBN: 9783404179893)

    Bewertung zu "Eine Liebe zwischen den Fronten" von Maria W. Peter

    Eine Liebe zwischen den Fronten
    pemberley1vor einem Monat
    Kurzmeinung: Menschen aus verschiedenen Nationen, mit verschiedenem Glauben, Sichtweisen und Grundsätzen…..wer sagt, dass diese verfeindet sein müssen?
    Krieg und Liebe…….Wie passt das zusammen?“

    Eine Liebe zwischen den Fronten von Maria W. Peter

    „Wenn wir den Krieg nicht beenden, wird der Krieg uns beenden.“

    Es kann einen jederzeit treffen. Was ich genau meine? Nunja. Die Nachricht über einen Krieg als Beispiel. Man denkt zwar immer, alles sei so fern von einem entfernt, und alle Kriege haben sich in der Vergangenheit zugetragen. Doch wer sagt uns, dass es nicht heute noch genau solche Menschen gibt, die aus ähnlichen Gründen Kriege anfangen würden, wie die früheren es taten? Krieg hat immer einen Hintergrund. Und der ist Macht. Egal in welcher Konstellation, und wer die Macht danach hat. Einer hat etwas, der andere möchte es. Man kann sich nicht einigen. Und deswegen gibt es Krieg. Und was ist mit dem Rest der Menschheit, die in ihrem Zuhause sitzen, und vielleicht gerade in diesem Moment eine Feier feiern? Zusammen mit ihrer Familie essen? Zusammen lieben, zusammen lachen? Schöne Momente erleben, ohne zu wissen, was sich in just diesem Moment irgendwo auf der Welt abspielt, und zusammenbraut. Und wie sie in Zukunft darin verwickelt sein werden. In diesem Roman ist es eine Verlobungsfeier, die durch so eine Situation gestört wird. Durch so einen Moment. Denn mehr ist es nicht. Ein Moment, der alles verändert. Wie flüchtig kann das Glück doch sein, und wie sehr kann dieser Moment das Leben ändern? Nicht nur das eigene, sondern das von allen. Und plötzlich stehen Liebende auf verschiedenen Seiten, Familien, Freunde. Doch wofür eigentlich?! Es beginnt ein Irrweg, eine Odyssee, die jeden woanders hinführt. Doch nun erstmal zur Geschichte, die im Buch erzählt wird.

    Die Geschichte im Buch:

    Wir haben quasi 3 Handlungsstränge in einer Geschichte, und alle Wege führen irgendwie zusammen, und sind verbunden, durch diesen Krieg. Im Buch geht es um den Deutsch-Französischen Krieg 1870/1871. Drei Stränge, mehrere Einzelschicksale. Wir haben Paul und Madeleine, die ihre Liebe nicht aufgeben, die aber getrennt voneinander sind, auf ihren „Seiten“, aber auch auf „Feindesseite“ die Zeit des Krieges absitzen, und aufs Grausamste miterleben, ohne das Wissen, ob sie jeweils noch leben. Denn Madeleine ist Französin aus Metz, und Paul Deutscher aus Berlin. Und genau diese beiden Nationen bekriegen sich. Die beiden wollen heiraten, und mitten in die Verlobungsfeier kommt die Nachricht des bevorstehenden Krieges. Wir haben Karim und seine Schwester Djamila, die aus Algerien kommen Karim, der für die Franzosen kämpfen muss, die Eroberer seines Landes, gegen Feinde, die gar nicht seine Feinde sind. Djamila, die als Hausmädchen in Metz bei Madeleines Familie arbeitet. Und dann ist da noch Clément, der Sohn des Hauses, Madeleines Bruder, der sich mit Eifer in die Schlacht wirft, als Freischärler, weil er für ein freies Frankreich kämpfen will. Clément ist ein Heißsporn. Manchmal sind seine Gedanken eine explosive und gefährliche Mischung, die nur darauf wartet, entzündet zu werden, um die Gedanken explodieren zu lassen. Doch Explosionen richten Schaden an. Fast jeder muss sich allein irgendwo zurechtfinden, wo er nicht hingehört. Doch wer schreibt uns eigentlich vor, wo wir hinzugehören haben? Die Welt sollte doch frei sein, und jeder dorthin gehen dürfen, wo er will, weil sie niemandem gehört, also, unsere Welt. Und wir haben einen freien Willen. Dies zum Inhalt. Mehr sollte man wirklich lesen, denn die Geschichte fängt so natürlich erst an, und alles was dazwischen passiert, dies erzählt uns das Buch.

    Cover:

    Das Cover ist für mich einfach stimmig, und schön. Zeigt es uns die Zeit an, in der der Roman spielt, und gleichzeitig den Handlungsort.

    Fazit und Gedankenallerlei:

    Die Romane der Autorin sind immer wie kleiner Geschichtsunterricht, mit dem Unterschied, dass es die Art von Unterricht ist, bei dem man NICHT wie in der Schule einschläft :D. Alles ist so gut recherchiert, und da die Daten und Fakten verbunden sind mit sowohl fiktiven, als auch realen Figuren der damaligen Zeit, denen wir begegnen, kann man sich alles viel leichter merken, und aufnehmen. Besser, als wenn alles nur wissenschaftlich und kalt erklärt werden würde. Nichts für ungut liebe Lehrer, ich habe mir meine Geschichtslektionen schon immer lieber selber beigebracht. Geschichte, die nicht langweilt, sondern interessiert.

    Maria W. Peter zu lesen ist wie Bilder zu lesen, die währenddessen im Kopf automatisch auftauchen, und das Geschehen als Kopfkino widerspiegeln, die Landschaften vorm inneren Auge erscheinen lassen, und die Stimmungen der Menschen so einfangen, als ob sie vor einem stehen. Sowohl in den schönen als auch den schlimmen Momenten. Die Schlachten und Angriffe mit all ihren grausamen Einzelheiten werden nicht detailliert beschrieben, und doch erfahren wir als Leser die Grausamkeit, denn die Gespräche der Protagonisten zeugen von diesen, was völlig ausreichend ist, um zu erfahren, was genau wo und wann vor sich gegangen ist, und welche Auswirkungen welche Schlacht auf Land und Leute, und die Menschen hat. Und diese „Grausamkeit abseits des Schlachtfeldes“ macht es auch nochmal intensiver. Denn die Frage ist auch, was genau im Krieg als Schlachtfeld gilt, und ob nicht vielleicht jeder, der daran teilnehmen muss, seine eigenen inneren Schlachten austrägt. Mit sich selbst, mit seinem Schicksal, mit der Angst um sich, um seine Liebsten, um sein Land, seine Heimat, aber auch um all die Menschen überhaupt, egal wo sie geboren wurden. Auf der „richtigen oder falschen Seite der Grenze“. Dazu kommen die Einschnitte und Erlebnisse im Leben des Krieges. Man merkt beim Lesen des Romans wie vergänglich das Glück sein kann, wie schnell es schwinden kann, wie sich ein ganzes Leben von einem Moment zum anderen ändern kann, und auf welch wackeligen Füßen das Glück überhaupt steht. Dies wird einem nur zu bewusst.

    Hier spinnen sich die Schicksalsfäden oftmals zusammen. Begegnungen, Nichtbegegnungen, Beinahebegegnungen, Suchen nacheinander, und manchmal doch knapp an einem Finden vorbei. Manchmal verzweifelt man als Leser. Alle sind sich so nah, und doch so fern. Die Protagonisten begegnen sich auf den Irrwegen des Krieges und ihren persönlichen Stationen, aber durch eine unüberwindbare Grenze von Feindschaft getrennt, die nicht überwunden werden kann. Wir begegnen uns also, dann verlieren wir uns wieder, ums uns wieder zu begegnen, und wieder zu verlieren. Es ist ein auf und ab, nicht nur der Treffen, sondern damit auch der aufwühlenden Gefühle. Meine eingeschlossen. Alle sind Mitwirkende des Schicksalsrades. Die Schicksale aller Figuren verweben sich im Roman so, dass alles miteinander zusammenhängt. Und trotzdem haben alle ihr eigenes Schicksal, und ihren eigenen Weg zu gehen. Dabei bleibt keine der Figuren blass, man kann sich in alle hineinversetzen, und sogar nachvollziehen, warum sie die Dinge tun, die sie eben im Roman tun.

    Alles Schlechte und Gute dieser Welt vereint sich im Mikrokosmos dieses Krieges, und man kann es sowohl auf die Menschheit, die gesamte Welt, und auch jede Zeitepoche übertragen. Denn es war zumindest schon immer so. Ob es weiterhin immer so sein wird…. Das liegt allein an uns. Ein Schmelztiegel aus Radikalen, Armut, Reichtum, Unzufriedenheit, Wut, Besiegten, Macht, Siegern, Hochmut, Hoffnungslosigkeit, aber auch Menschlichkeit und Hoffnung. Und am Ende steht einem völlig vor Augen, wofür Kriege eigentlich gut sind, nämlich für NICHTS. Gehobene Personen versuchen ein Problem zu klären, das sie miteinander haben, und beziehen dann unter dem Deckmantel des Krieges ihr Volk mit ein, den kleinen Mann, der dann für dieses Problem sterben muss, verstümmelt wird, bis an sein Lebensende traumatisiert ist, seine Familie verliert. Und wofür? Für die Probleme von anderen…… die eben Mächtiger sind, und dieses Problem abwälzen, und andere für sich kämpfen lassen. Während sie selbst meist nur zuschauen. Wie sinnlos ist das denn bitte?! Ja, ich bin wohl ein Kriegsgegner. Und auch wenn natürlich jeder Krieg Auswirkungen hat, so hatte der Deutsch-Französische-Krieg auch welche, die man im Heute noch spürt, gerade, wenn man in der Französisch Deutschen Grenzregion unterwegs ist. Das Buch und seine Geschichte geht einem unheimlich nah. Vielleicht weil dieser Krieg eine Tatsache der Historie ist, uns aber mit Denkmälern bis in die Gegenwart begleitet (schaut euch um, es gibt sie fast überall in Deutschland). Vielleicht aber auch, weil er in einer Gegend stattgefunden hat, die gar nicht so weit weg ist. Zumindest von mir aus.

    Die Gedanken während des Lesens drehen sich in Dauerschleife, zumindest bei meinem Gedankenkarussell. Man will dauerhaft alles googeln, und kommt immer zu dem Ergebnis „Oh je, das war wirklich so.“ Die Orte, die Personen, die Zeitabfolge… alles ist perfekt recherchiert. Aber was anderes hätte ich auch nicht erwartet. Auf jeden Fall danke ich Maria W. Peter für diesen sehr realen Einblick in einen Krieg, der zwar vor langer Zeit passiert ist, aber mit seinen Thematiken und Denkansätzen seltsam aktuell anmutet, weil man ihn in Szenerien aufs Heute übertragen kann. Natürlich ist die Zeit eine andere, die Menschen moderner, und wir denken wohl auch, dass wir eine riesige Toleranzentwicklung hinter uns haben. Aber wenn wir dann mal darüber nachdenken, stimmt das nicht immer. Und dann sind wir den Menschen vor 150 Jahren auf einmal wieder ganz nah. In ihren Gefühlen, Ängsten, ihrer Wut, ihrer Bosheit aber auch Freundlichkeit, dem Streben nach Macht, nach Freiheit, der Unterdrückung, und dem Willen, einfach nur überleben zu wollen. Denn das will wohl jedes Lebewesen der Welt. Leben. Die Angst in den Menschen, dass jederzeit ein Feind auftauchen könnte, ein Freund, der überläuft, jemand einen täuschen könnte, oder einem gar Böses will, sein Haus übernimmt, gar auf einen schießt, oder man den letzten Schritt auf Erden tut, weil just in diesem Moment irgendwo eine Detonation ist, ist schrecklich. Und mit diesem Wissen, und dieser dauerhaften Unsicherheit lässt es sich kaum leben. Fast wie hinter einer sicheren Glasscheibe, die der Schutz des Buches bietet, nimmt man Teil am Krieg, an den Angriffen, Dem Donnerhallen, den Bomben und Gewehrschüssen, und verfolgt chronologisch die Linien des Krieges mit seinen Einzelschlachten so, als ob man dabei wäre. Nur in Sicherheit. Doch das macht es nicht weniger emotional, und ich gebe zu, wahrscheinlich an ein paar Stellen ziemliche Tränen vergossen zu haben. Mir sind die Charaktere während des Lesens so vertraut geworden, und ans Herz gewachsen, dass ich manchmal beinahe das Gefühl hatte, mit ihnen all diese Gräueltaten, aber auch das Hoffnungsvolle zu erleben. Im Roman werden die Kleinigkeiten aufgedeckt, die nebenherlaufen, von denen man kaum gehört hat, die aber mindestens genauso schlimm sind, wie die Großtaten an sich. In diesem Falle ein Krieg, dessen kleine Gruppierungen und Menschen mit ihren eigenen Tragödien beleuchtet werden. Ihnen gibt sie eine Stimme, die auch gehört werden sollte. Wir sollten nicht nur registrieren, dass es den Krieg gab, sondern auch, was er für jeden einzelnen der Menschen bedeutet hat. Ein Graudenken, in all dem Schwarz und Weiß, Gut und Böse. Und da wäre noch die Menschlichkeit und Unmenschlichkeit, Toleranz und Intoleranz, Menschen die ausgenutzt werden und sich nicht wehren, und welchen die sich wehren, aus anderen Gründen, Hilfe aus Barmherzigkeit und Hilfe aus Zwang. Doch wir haben im Buch ja auch noch ein anderes Zwischenspiel. Dem Krieg, und der Liebe. Und diese beiden könnten unterschiedlicher nicht sein. Mir gefällt die Verbindung von Madeleine und Paul. Eine symbolische zwischen Deutschland und Frankreich. Und das in einer Zeit wie 1870/71. Verschiedene Nationen als Symbol der Völkerverständigung in Liebe vereint. Jeder darf jeden lieben Welch großartiger Gedanke! Die Ausgangssituation ist nämlich so absurd, dass man den Kopf schütteln muss, und nicht weiß, wie man die Info in den Kopf bekommen soll. Natürlich nur, weil wir solche Situationen heute nicht wirklich kennen. Zwei liebende trennen sich, da der Mann in den Krieg muss. Das allein wäre schon tragisch. Doch es geht weiter. Die geliebte Verlobte ist nämlich Französin, der Mann Preuße, und schon stehen von einen auf den anderen Tag Feinde gegenüber, die natürlich im Herzen keine Feinde sind, sondern nur, weil irgendjemand mal entschieden hat einen Deutsch Französischen Krieg auszurufen.

    Was mir gleich aufgefallen ist, das ist mal wieder der Schreibstil von Maria. Man fühlt sich nicht als Zuschauer eines Ereignisses, nicht als Beobachter, sondern so, als ob man direkt dabei und mitten in der Handlung drin wäre. Zum einen wegen der dichten Atmosphäre, die sicher durch gute Recherche entstanden ist. Zum anderen weil alles bildlich beschrieben ist, und wir uns direkt in eine andere Zeitepoche versetzt fühlen, und nicht mehr im Heute sind. Da sind Zeitungsjungen in den Straßen, Geräusche eines Zuges………und später leider auch die Kriegshandlungen. Man ist unvorbereitet, aufgeregt, ängstlich…..anfänglich. Und plötzlich, von einem auf den anderen Augenblick ist man mitten im Kriegsgeschehen, ohne dass man sich vorbereiten konnte. Auch als Leser. Was schon was heißen will, denn man kann ja aufhören und anfangen zu lesen, wie man es möchte. Trotzdem. Wie im echten Leben kommen die schlimmsten Situationen auf uns zu, wenn wir unvorbereitet sind. Oder auch nicht. Aber kann man auf so etwas wie Krieg eigentlich vorbereitet sein? Ich denke nicht. Wir haben im Buch verschiedene Sichtweisen auf den Krieg. Doch allen gemeinsam ist, dass keiner diesen wirklich so will, wie er sich äußert, und dass er allen viel Leid bringt. Wie sollte es auch anders sein? Es ist Krieg. Und manchmal wäre es toll, wenn die Menschen mehr nachdenken würden, und sich bewusst wären, wie ungewiss die Zukunft ist. Denn dies ist auch der letzte Satz im Buch. Die Menschen starten in eine ungewisse Zukunft, und wir sollten alle so demütig sein, und das Leben genießen, dass uns bewusst ist, dass sich von einer Sekunde auf die andere diese Ungewissheit auch uns bedrängt. Denn keiner weiß, was die Zukunft bringt. Und man kann jederzeit am Rande von etwas Schlimmen, aber auch Schönen stehen. Ungewiss……….. ist die Zukunft, für uns alle :). Natürlich stellen sich während der Lektüre solche Fragen wie, ob sich geliebte Menschen wiedersehen werden. Ich denke schon allein solch eine Frage bringt einen zum Grübeln, und Nachdenken über seine eigenen geliebten Menschen, und was man tun würde, wenn man in einen Krieg verwickelt wäre, nur weil der eine dort, und der andere da geboren wurde. Und falls das hier irgendjemand liest, der bemächtigt dazu ist, könnte er vielleicht dafür sorgen, dass dieses Buch verfilmt wird? Danke :D. Und ganz nebenbei kann man als Nebeneffekt sein, vielleicht ein wenig verlorenes Französisch, auffrischen.

    Heutiges Rezensionslied, weil es vom Krieg aus der Sicht eines kleinen Kindes und seiner Mama handelt, und so beschrieben wird, dass manche es gar nicht als das erkennen, was es ist. Und weil es Djamila und Karim aus dem Roman vielleicht gefallen würde:

    „Mama wohin solln wir gehn? Ich will nach Hause es ist schon so spät. Mama warum niederknien? Was sagst du, ist das nicht dein Gebet?
     Zieh nicht so an meiner Hand. Wieso drückst du mich an die Wand? Warum gehn die Lichter aus? Ich kann kaum noch etwas sehen. Sag wieso müssen wir hier stehn? Warum gehn wir nicht nach Haus?

    Mama Ana Ahabak. Mama ich liebe dich. Mama Ana Ahabak. Komm doch und beschütze mich.“

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    Cover des Buches Crys Tale of Ice (ISBN: 9783982206981)

    Bewertung zu "Crys Tale of Ice" von S. H. Raven

    Crys Tale of Ice
    pemberley1vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Lernt Moona kennen! Ihr kennt sie nicht? Naja, sie muss sich ja auch erst durch eine Schicht aus Eis und versteinertem Herzen ausbuddeln....
    Von Moona....zu Crystal......und wieder zurück zu Moona....zumindest zeitweise.

    Crys Tale of Ice – Vampirjägerin von S.H. Raven

    Wisst ihr, es ist gar nicht so übel ein Einzelgänger zu sein. Man kann von niemandem verletzt werden, und niemandes Verlust kann einen um den Verstand bringen. Allein ist man, klar. Aber Gefühle zeigen bedeutet Schwäche zeigen, sich verletzlich machen. Blöd, wenn man schon mal verletzt wurde, und weiß, wie sich das anfühlt. So, als ob das Herz in diesem Moment einfrieren würde. Unsicherheit ist da quasi an der Tagesordnung. Aber natürlich nur in Bezug auf andere……Menschen. Ähm. Oder Vampire? Crystal ist gefühlskalt. Eine eiskalte Jägerin. Vampirjägerin genau gesagt. Sie handelt rein aus Instinkt, nur um Vampire zu töten. Regeln werden nicht immer beachtet, aber ihre sozialen Fähigkeiten sind unterdrückt. Sie hat eine Mauer ums Herz, die nicht durchdringbar ist. Und auch nicht zu sprengen. Da hat Crystal wohl dichtgemacht. Doch langsam löst sich die Mauer. Mit dem Kontakt der Menschen und Vampire um sich herum, fühlt sich Crystal ein wenig zugehörig. Doch auch falsch in ihrem Körper. Denn ist sie nun Crystal, die eiskalte Vampirjägerin, die keine Gefühle zulässt und empfindet, oder Moona das Mädchen, das noch etwas gefühlt hat, Freunde hatte, mit den Menschen umgehen konnte. VORHER. Sie fühlt sich manchmal wie das Mädchen, im falschen Körper der Vampirkillerin. Und umgekehrt sicherlich auch. Doch was genau ist dieses vorher, das Mittendrin, und das Nachher? Und um was geht es in der Geschichte?

    Die Geschichte die das Buch erzählt:

    Crystal taucht eines Tages vor der Tür der Core Akademie auf. Wir befinden uns im Jahr 2035. Sie ist Vampirjägerin, war früher als Kind auf dieser Akademie um zu lernen. Im Jahr 2020 sind Krankheiten und eine Wirtschaftskrise ausgebrochen, na sowas (wir haben die Krise, und die Krankheit. Und symbolisch in einigen Menschen der Welt wohl auch Vampire, die die ärmeren dazwischen ausnutzen, und sie ausnutzen. Also hegt hier noch Jemand Zweifel, dass es Vampire wirklich gibt? :D). Also haben die schwarzen Vampire ihre Chance gesehen, endlich die Herrschaft der Welt…. Naja….. oder zumindest einen mächtigen Platz in der Welt zu sichern. Einen, der den Menschen zeigt, dass sie die Spezies ist, die sie unterdrücken kann, und sich von ihr ernährt. Alle Vampire? Natürlich nicht. Denn es gibt schwarze und weiße. Und ratet mal, wer hier die Bösen Vampire, und wer die Guten sind :). Crys (ich kürze mal eben ab) hat im Laufe der Jahre gelernt, die perfekte Vampirkillerin zu werden, eine Hunterin der Hunter Association. Ihre Familie wurde ausgelöscht von Vampiren, als sie ein Kind war. Da kann man diese Gattung ja schon mal nicht mögen. Auf der Akademie hat sie dann eine Ersatzfamilie gefunden, bis es einen Überfall auf die Akademie gab, und etwas passiert ist, was ich hier nicht verrate (gemein, genau). Crys, damals noch Moona, ging nun weg, und hat viel gelernt über das Kämpfen. Aber auch sehr wenig über Zwischenmenschliches. Denn von allen wird sie fortan nur noch Crystal genannt…… wie in Eiskristall. Klingelt es nun? :D. Mittlerweile gibt es in der Akademie eine Gruppe von Beschützern dieser, die die Kinder und Menschen, die sich vor den Vampiren seit der Katastrophe 2020 verstecken müssen, oder zumindest lernen, sich zu wehren. Denn es gibt neuerliche Beobachtungen an der Akademie von Vampiraktivitäten. Frischgewandelte, die gesichtet werden, und ein neuer Überfall der Akademie ist immer möglich. Crys soll helfen, diese und die Menschen und Vampire darin, zu schützen, denn sie ist die Beste. Dass sie dabei mit Vampiren zusammenarbeiten muss, die allerdings gut sind, und dass sie nach und nach mit anderen Lebewesen agieren muss, davon lebt die Geschichte dann.  Und nebenbei ist sie spannend. Denn der Angriff, die Hintergründe, einige Geheimnisse, sind nur eine Frage der Zeit, und auch beinhaltet im Buch.

    Cover und Titel:

    Das Wortspiel des Covers ist wirklich toll. Es spielt mit Namen, der Geschichte, und hat eine unheimlich tolle Bedeutung. Crys Tale of Ice, also Crys Geschichte des Eises, und wie sie dazu wurde. Aber auch einfach Crystal of Ice, Eiskristall, der sich im Cover auch wiederfindet, und eine besondere Bedeutung hat. Und natürlich ist Crystal of Ice auch gleichzeitig so hingehend bedeutungsvoll, dass Crystal einfach aus Eis ist. Drei Bedeutungen in einem Titel, mit dem passenden bedeutungsvollen Cover.

    Fazit und Gedankenallerlei:

    Dieses Buch ist ein kleiner Lesediamant…..nein…..Lesekristall, der dafür sorgt, dass unsere verborgenen Gefühle sich an die Oberfläche kämpfen… naja. Oder eher die von Crystal. Irgendwas im Buch klingt bei mir an, und sei es nur Crystals Verhalten gegenüber den Menschen um sie herum, das oft mir Gefühllosigkeit verwechselt wird, aber eher auf Angst vor diesen beruht. So kenne ich das auch aus der Realität. Viele denken, man wäre hochnäsig, dabei hat man nur Angst vor menschlichen Kontakt. Und das kann ich nachvollziehen. Denn das hat meist Gründe. Die Geschichte hat mir also wohl deswegen auch so imponiert, weil ich die Protagonistin Crystal total gelungen fand. Und das tatsächlich aus dem Grund, weil sie gleichzeitig Stärke ausgestrahlt hat, wenn es um Verteidigung und Kampf geht, im Zwischenmenschlichen Bereich aber so unsicher war, als ob sie völliger Neuling ist, in allem. Gesprächen, Berührungen, und dem allgemeinen Umgang der Menschen miteinander.

    Ebenfalls schön über dem Buch schwebt die Aussage der Toleranz. Denn auch wenn Vampire die Welt erobern wollen…… nicht alle Vampire sind gleich. Nicht alle wollen erobern. Manche wollen nur mit den Menschen in Frieden zusammenleben, und helfen ihnen sogar. Ebenso sind nicht alle, die einen schlechten Ruf haben, auch wirklich schlecht und eiskalt…. Siehe Crystal. Damit wird ausgesagt, dass wir jemanden erst kennenlernen sollten, bevor wir über ihn urteilen. Und um kennenzulernen, muss man sich auf jemanden einlassen. Schwierig für Crystal! Es gibt nicht nur Schwarz und Weiß, sondern auch Grautöne.

    Moona ist natürlich nicht nur Crystals alter Name aus ihrer Kindheit. Moona ist auch ihre alten Gefühle und Empfindungen, ihr alles Wesen, und vor allen Dingen Crystals Erinnerungen an früher, sowohl die guten, als auch die schrecklichen Dinge, wie der Tod ihrer Familie. Vergraben in der Kiste, in der Moona tief im Inneren vergraben wurde. Ein Kästchen, eine Kapsel in Inneren, deren Inhalt verschlossen ist. Und mit ihr alles Zwischenmenschliche, das Crystal fremd ist. Sie lebt also fast wie in einer Blase aus Selbstschutz. Doch Moona erwacht wie aus einem langen Schlaf. Und dann ist da Kento. Dessen blaue Augen bringen Crystal ganz schön durcheinander. Erweckt er doch kleine Feuerwerke von Gefühlsausbrüchen in ihr, und manchmal droht sogar ihre innere Moona wieder auszubrechen. Doch das darf natürlich nicht sein. Denn wer sich jemand andrem offenbart, und sein wahres Ich zeigt, der macht sich verletzlich. Und verletzlich sein, das darf ein Hunter natürlich nicht. Denn….ohje….. habe ich etwa Kento noch nicht erwähnt? :D. Der verwirrt Crystal ganz schön. Crystal ängstigt sich vor den Gefühlen, die plötzlich in ihr auftauchen, wenn sie in der Nähe von einigen Menschen, inclusive Kento, ist, hat sie diese doch vorher nie gekannt, und bereiten sie ihr Unsicherheit. Nur darf man als Hunter nicht unsicher sein, denn nur die Gefühllosigkeit lässt sie im Kampf so gut sein, wie sie es nun mal ist. Und sie muss doch die Akademie verteidigen….

    Und so blöd es auch klingen mag, wir spüren als Leser die Gefühle zwischen Kento und Crystal. Und das, obwohl es gar keine Worte der Gefühle zwischen den beiden gibt, sogar gegenteilig, anfänglich Unbehagen und später gegenseitiges Geplänkel. Die Gefühle kommen rüber durch Blicke und Szenen, die intensiv geschrieben wurden. Das will schon was heißen. Immerhin ist ein Buch ein Medium, welches mit Worten arbeitet, und die fehlen hier als Ausdruck der Gefühle. Vielleicht müssen einige Dinge nicht immer gesagt werden, dass man sie versteht. Und manchmal ist es ganz schön schwer, jemanden auftauen zu lassen, und zu erreichen, dass er einem vertraut. Hier wird mit Zärtlichkeiten nicht inflationär um sich geschmissen. Sie sind da, aber man muss sie erkennen, weil sie keiner Worte bedürfen. Und manche Menschen nur Worte erkennen, wenn sie sie sehen und lesen können. Dass alles sehr langsam und vorsichtig vor sich geht gefällt mir.

    Die Symbolik der Kälte und des Eises zieht sich durch den ganzen Roman. Sei es in Crystal Haaren, die sich, zusammen mit der Erkaltung ihres Herzens, weiß verfärbt haben, oder ihrer weißen Haut, die ihr unter anderem auch Spitznamen wie Eisprinzessin, Mondmädchen oder Schneeflocke einbringen. Aber Schneeflocken können auch schmelzen, wenn es wärmer wird, und die Kälte vertrieben wird. Und so wundert es kaum, dass die Symbolik sich auch in den eisblauen Augen von Kento findet, der alles andere als kalt ist. Immerhin befinden wir uns hier in Crys Tale of Ice….. also Crys Geschichte von Eis. Dass ihr Name auch noch Crystal ist, und wir so mit dem Wortspiel spielen können, dass Crystal aus Eis ist, das ist zusätzlich schön zu lesen, aber auch mit einer tiefgehenden Bedeutung. Sowas Symbolisches mag ich, und hier ist es nicht anders. Es gibt dem Roman eine gewisse Tiefe, da wir fast ununterbrochen Anblick in Crystals Seelenleben und ihre Gefühlswelt haben, und sie so begleiten können, und besser verstehen. Sie kommt einem nah. So nah, wie sie es selbst wohl gar nicht wollte. Denn Nähe mag sie nicht. Zumindest anfänglich. Als ich das Buch in die Hand genommen habe, dachte ich, dass ich mich nun längere Zeit erstmal mit Crystals kalter, vereister Seele, und ihrem Herz ohne Gefühle rumschlagen muss. Aber Pustekuchen. Schon bald hat man als aufmerksamer Leser gemerkt, dass die harte Schale von Crystal schmilzt. Es waren Kleinigkeiten, die dazu geführt haben, dass mir immer wärmer ums Herz wurde. Alles ging langsam voran, aber es ging eben voran. Was ich besonders schön fand. Denn in anderen Büchern ist es ja meist andersrum. Wir nehmen Teil an der Szenerie, die das Herz erkalten lässt, und haben es dann mit jemandem zu tun, der gefühllos wird, und den wir anders kennengelernt haben. Crystal lernen wir genauso kennen. Kalt, gefühllos, ohne Emotionen. Und es tut wahnsinnig gut, hier die gegenteilige Metamorphose mitzubekommen. Ein kaltes Herz…….. das immer mehr auftaut. Uns erwartet also gar kein kaltes Buch, sondern eher eines das von Wärme und Gefühl durchzogen ist. Das Buch lebt quasi von der Wandlung vom Eiskalten Herz zu Gefühl und Liebe. Und es ist doch auch schön, wenn der Roman von einer anfänglich düsteren Szenerie gewandelt wird in etwas Warmes, lichtdurchflutetes, das parallel zur Düsternis existiert.

    Mit der Sprache wird im Buch gespielt. Sie ist sehr bildlich, und dieses bildliche ist manchmal intimer, als das, was zu viele Worte sagen könnten. Zumindest in meinem Kopfkino. Da das Buch hauptsächlich im Mikrokosmos der Core Akademie stattfindet, macht es das Ganze noch umso intensiver. Denn dort sind wir, und befinden uns direkt in allen Szenen mit dabei. Nichts wird abgelenkt durch Landschaften und Ähnliches. Wir bereiten uns wirklich nur auf die Angriffe vor. Man wird mitten in die Zeit reingeschmissen, und damit in die Geschichte. Eine düstere Zukunftsvision, Urban Fantasy, Vampire, Kämpfer, alles im Jahr 2035. 15 Jahre ab jetzt, Glasklarheit und Dystopie. Die Welt die beschrieben wird, ist schon ein wenig dystopisch, und das so gut, dass man sich auch hier gedanklich hineinversetzen kann, auch wenn die Katastrophe hier eher bei den Vampiren liegt, erschreckt einen die zeitliche Nähe. Denn ein Reich-Arm-Gefälle gibt es noch immer, die Armen Menschen hungern, es gibt Berufe, wie Spender, die als schlecht angesehen werden, und die Vampire mit ihrer Macht und ihrem Reichtum gleichen fast schon einigen von unseren heutigen Superreichen. Und ja. Genau wie im Heute, ist das einzige, was uns in einer Welt voller Eiseskälte und dem Drängen nach Macht retten kann, die Liebe, und Gefühle, die uns im Innern wärmen.

    Ich habe es genossen mal wieder ein Buch zu lesen, indem die Protagonistin, und natürlich Heldin, von Anfang an eine toughe Kämpferin ist, die spezialisiert darauf ist zu jagen. Also Vampire natürlich. Dass Crystal alles verströmt, was eine solche Heldin ausmacht. Die Szenerien waren gut gemacht, merkt man Crystal doch ihre Härte an, aber auch gleichzeitig, wie diese schmilzt, Was zu ungeheuer witzigen Situationen kommt, in denen man beinahe schon grinsen muss. Denn so stark wie Crystal als Killer ist, so unbeholfen ist sie in Allem was mit Menschen, Vampiren, Gefühlen, und sozialem Umgang mit beidem zu tun hat. Und ja, das hat mich wohl, ab und an, an mich erinnert. Also das Unbeholfene. Denn eine Vampirjägerin bin ich natürlich nicht. Aber wieso eigentlich nicht?! Immerhin gibt es Vampire doch, und sie leben unter uns :D. Auch auf jemanden einlassen tut Crystal sich nicht, und erst recht vertraut sie sich niemandem an. Rücksicht nehmen, fühlen, jemanden verstehen, das ist sie nicht gewohnt. Ganz nach dem Motto „Lass sie nicht rein, lass sie nicht seh‘n, wie du bist, nein das darf niemals gescheh‘n, du darfst nichts fühl’n. Zeig ihnen nicht, dein wahres Ich“. Sie ist nicht gesprächig, eine Einzelkämpferin, kalt gegenüber Menschen und Vampiren natürlich noch mehr, mit antrainierten Instinkten. Manche Erlebnisse sind so schlimm, dass sich unser Inneres vereist, und eiskalt wird. Wir werden zu anderen Menschen, oder anders gesagt, zu einem zweiten Menschen. Ab und an blinkt der alte durch unser Wesen durch. Aber meist bleibt er fest verschlossen, und wird anderen nicht mehr gezeigt. Merkt euch das, bevor ihr jemanden verurteilt, und ihn als eiskalt abstempelt. Es ist schön zu lesen, wie Crystal langsam aufwacht. Aber nicht aus einem Schlaf, sondern aus einem jahrelangen Hass, und einer Eisschicht, die sich um ihr Herz, und um ihr Wesen gelegt hat. Die Kapsel aus Schmerz öffnet sich langsam. Die Wandlung zu mehr Offenheit, und das zulassen von Liebe und Gefühlen, die nacheinander immer mehr in Crystal reifen, sind unwahrscheinlich toll mitzuerleben. Der Hass nimmt ebenfalls ab. Vorurteile gegen jeden Vampir, wegen Crystals Vergangenheit, und dem Mord an ihrer Familie Doch auch hier muss man hinter die Fassade schauen. Nicht jeder Vampir ist schlecht, einige arbeiten zusammen mit Crystal in der Basis der Akademie. Crystal lernt immer mehr auch andere Sichtweisen und Menschen kennen. Zum Beispiel Ehen die aus Mensch und Vampir bestehen, und die sogar Kinder zusammen haben. Eine etwas andere Vampirgeschichte. Aber vor allem die Metamorphose von Crystal, zurück zu Moona. Wenigstens ein bisschen ;).

    Natürlich muss ich noch etwas lobend erwähnen. Da ich selbst Bücher ja immer mit Liedern oder Gedichten verbinde, und sie in meiner Rezi ja auch immer erwähne, fand ich es hier toll, dass jedes Kapitel sein eigenes Lied, oder Gedicht hatte, welche genau gepasst haben. Dass ich davon auch noch jedes Lied mochte, war ein zusätzlicher Nebeneffekt. So konnte ich gefühlsmäßig nochmal mehr ins Buch tauchen, da Lieder bei mir Emotionen wecken, und zwar IMMER. Und weil ein Herz ja nicht nur zu Eis gefrieren kann, sondern auch zu Stein werden kann, und weil ich Metaphern liebe, fand ich das Lied irgendwie passend. Vielleicht nicht für Crystal, aber vielleicht für Moona, die sich an die Oberfläche gräbt :). Hier also MEIN Rezensionslied:

    „Ich grabe im Geröll mit beiden Händen. Meine Finger taub, die Augen brennen. Baue mir Berge aus Schmerz und Fragen. Sollen sie mich unter sich begraben. Ich geh mit dem Hammer in zerfurchte Felsen. Mache keine Pause, muss Jahre wälzen. Haue Löcher in die Angst, in mein Gewissen. Erste Brocken sind aus Kindheit und Vermissen.

    Dann hinab in die Tiefe in den dunklen Schacht. Wo die Kerze erstickt und ich doch weiter mach. Auch wenn hier unten der Vogel kein Lied mehr singt. Werd ich tonnenweise Schutt nach oben bringen. Und dann hock ich im Geröll grab mit beiden Händen. Was wär wenn meine Hände plötzlich deine fänden? Was wär wenn meine Hände plötzlich deine fänden? Was wär wenn wir uns zwischen Steinen fänden?“

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    Cover des Buches Tru Blue – Im Herzen stark (Die Whiskeys: Dark Knights in Peaceful Harbor) (ISBN: 9781948868525)

    Bewertung zu "Tru Blue – Im Herzen stark (Die Whiskeys: Dark Knights in Peaceful Harbor)" von Melissa Foster

    Tru Blue – Im Herzen stark (Die Whiskeys: Dark Knights in Peaceful Harbor)
    pemberley1vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Schaut hinter die Tattoos, und die Vergangenheit, legt die Vorurteile ab….....und schon habt ihr euren Traumprinzen, in diesem Falle Truman.
    Von ersten Malen und zweiten Chancen....

    TruBlue – Im Herzen stark  von Melissa Foster

    Die Verbindungen und Verschachtelungen der Wege, die uns zu Menschen in unserem Leben führen, gehen manchmal merkwürdige Umwege. Und manchmal können uns Fremde mehr bedeuten, und mehr Familie sein, als es die wahrhaftige blutsverwandte Familie ist. Was ist richtig, was falsch? Welcher Weg ist der richtige, und welcher der falsche? Das Buch bringt einen in einige Zwiespalte. Es gibt immer zwei Seiten der Medaille. Und falsche Entscheidungen können gut sein, oder schlecht, genauso wie die guten Entscheidungen nicht die erhofften Wirkungen bringen mögen, und ins Schlechte abdriften. Dies alles war hier eine Gratwanderung, und ich wusste selbst manchmal nicht mehr „Wie hättest du entschieden?“, weil es ganz grundlegende Fragen sind, die geklärt werden müssen. Familie, Loyalität, Zusammenhalt, sich für jemanden aufopfern, und sich selbst dafür aufgeben. Wen trifft die Schuld an der Misere? Und gibt es nicht immer irgendjemanden, der an irgendetwas Schuld hat, und auch in der Schuldsituation können wir eine andere Seite sehen, eine die die Schuld ausräumt, und die Unschuld beweist? Ab wann ist ein Mensch schuldig, was macht ihn schuldig, wer beschuldigt ihn, aus welchen Gründen, ist er überhaupt wirklich schuldig, und wer darf dies alles beurteilen, ob eine Schuldigkeit vorliegt? Ja, ok. Dafür sind Richter da, werden manche nun sagen. Doch Richter sind auch nur Menschen, Verurteilungen nicht immer richtig, und was ist mit Menschen, die völlig unschuldig Strafen absitzen müssen, für Verbrechen, die sie gar nicht begangen haben? Die großen Themen des Romans sind Unschuld, Schuld, eine Bürde, Familienzugehörigkeit, Loyalität, Zusammenhalt, Vertrauen, und Familie….so im Großen und Ganzen. Also aufgepasst und mitgelesen: Melissa Foster hat eine neue Reihe, und dies ist der Auftakt.

    Die Geschichte die im Buch erzählt wird:

    ….handelt von Truman Gritt und Gemma Wright. Es ist die Liebesgeschichte der beiden. Doch so einfach ist es diesmal nicht. Denn Trumans Vergangenheit ist schwierig. Geboren von einer Mutter, die ständig im Drogenrausch war, mit einem kleinen Bruder, Quincy, den Truman beschützen wollte. Die Mutter hatte schließlich nichts für ihre Kinder übrig. Truman muss ins Gefängnis, denn es passiert etwas Schlimmes, und damit erhofft er sich, seinen kleinen Bruder zu beschützen. Als er nach 6 Jahren wieder rauskommt, will er nur ein neues Leben in völliger Ruhe. Ein Anruf von Quincy, und schon ist er wieder im Teufelskreis seiner Mutter und ihrem Drogenleben. Als er in der verwahrlosten Wohnung ankommt findet er seine tote Mutter, die nun ihrer Drogensucht erlegen ist, Quincy…… aber auch ein Kleinkind, und ein Baby. Geschwister von denen er nichts wusste, da er im Gefängnis war, die völlig vernachlässigt und verwahrlost sind, ohne Geburtsurkunde. Er nimmt sie mit in seine Wohnung, da er nun sofort die Verantwortung für die Kleinen übernehmen will, damit sie nicht so ein schreckliches Leben haben, wie er und Quincy als Kinder. Völlig ohne Wissen, wie man mit Kindern umgeht, trifft er auf Gemma, die ihm einfach spontan hilft, denn mit Kindern kennt sie sich aus. Quasi schon die Rahmenhandlung, denn nun verlieben sich die beiden nach und nach. Doch die Vergangenheit, die Drogen, Trus Mutter, die Kinder, und Quincy, der den Drogen auch verfallen ist, werfen ihre Schatten voraus. Gemma selbst stammt aus einer reichen Familie. Alles Weitere solltet ihr selbst lesen. Aber verschiedene Welten verschmelzen hier, und das, obwohl die Menschen gar nicht so verschieden sind, sondern nur die Umstände. Gemma schafft es nach und nach die Schichten der harten Schale von Truman zu entfernen, und entdeckt was darunterliegt. Und meiner Meinung nach ist das was wirklich Tolles.

    Das Cover:

    Wer die sonstigen Cover von Melissa Foster kennt, zumindest die deutschen, der wird immer einen Zusammenhang und eine Zugehörigkeit erkennen. Dies ist diesmal nicht der Fall. Tatsächlich glaube ich, ist das Cover diesmal aus dem Amerikanischen übernommen. Und trotzdem. Es spiegelt die Dunkelheit und Hoffnungslosigkeit wider, die der Roman an einigen Stellen verströmt. Aber auch Hoffnung und Liebe. Es ist dunkel, weil die Thematik diesmal düster ist. Und auch wenn die Cover mir grundsätzlich eigentlich immer gefallen, so finde ich dieses diesmal einfach nur richtig toll, weil es so viel Wärme und gleichzeitig Schwärze, ausstrahlt, und so viele Gegensätze, die man nicht unbedingt zueinander zuordnen würde. Und trotzdem. Wer die Geschichte liest, der wird es passend finden. Denn es ist eine Geschichte der Gegensätze. Entlassener Häftling, der ja eigentlich ein Bad Boy sein müsste, der sich liebend um seine Geschwister kümmert, und die Liebe findet. Wie das zusammenpasst? Nun im Buch kann man es nachlesen.

    Fazit und Gedankenallerlei:

    Und wieder einmal tauche ich ins Melissa Foster Universum ein. Doch in den dunklen düsteren Teil davon. Also macht euch bei diesem Melissa Foster Buch drauf gefasst, dass ihr nicht nur die Art von guter kitschiger Liebe mit ein bisschen Erotik trefft, sondern auch auf Nachdenkliches und Dunkelheit…. Die alle im Buch aufeinandertreffen. Dieses Buch wirkt auf alle Fälle nach. Es lässt einen nachdenken über seine eigene Kindheit, seine Eltern, über die nächste Generation, das Elternsein, über Familie, was diese bedeutet, und über Ungerechtigkeiten im Leben, über die man gerne einfach nur laut schreien würde. Es mag sein, dass mich diese Wut ab und an im Buch ergriffen hat. Ein völlig neues Gefühl in einem Melissa Foster Roman. Dies war das für mich dunkelste Buch bis jetzt…… und trotzdem hat es mir gefallen. Eine Mischung aus Dunkelheit und Licht im Leben. Wie bei Truman selbst, der lichte und dunkle Phasen hat.

    Was ich bei Melissas Figuren mag, ist, dass sie nicht immer perfekt sind. Alle in ein Schema passen. Die Autorin sucht sich alle möglichen Schichten, Berufe, und damit eine Vielzahl an Charakteren mit unterschiedlichem Charakter heraus. Das Hauptaugenmerk der Geschichte liegt nicht auf der Liebesgeschichte, obwohl diese natürlich präsent ist. Wäre ja auch doof, wenn Liebe, und alles was dazugehört, nicht in einem Liebesroman vorkäme. Und trotzdem drängt sie sich nicht in den Vordergrund. Man fragt sich genauso, wie es mit Truman in seinem neuen Leben weitergeht, und wie er dies alles bewältigt. Vor allem mag ich, wie das Eis zwischen Gemma und Truman bricht. Aber es bricht nicht nur einfach. Es knackt, taut auf, und bringt Risse in die Fassade des Selbstschutzes von Truman. Den Vorgang, den anscheinend nur Gemma schafft, macht unheimliche Freude, mit anzusehen

    Ständig wird das Buch vom Schicksal durchwandert. Situationen, Entscheidungen die getroffen wurden, und Dinge die passiert sind…. Die alle dazu geführt haben, dass man in genau diese Gegenwart mit den dazugehörigen Menschen getaucht ist. Wie selbstverständlich erzählt und das Buch davon, dass wir hinter die Fassade schauen sollen. Der härteste Kerl kann der netteste Mensch sein. Tätowierte sind nicht alle kriminell. Und Reichtum bedeutet nicht, dass man ein besserer Mensch ist. Symbolisch ist das schön erzählt. Ich mag die Verwebung der beiden Welten reiche Tochter und Sohn aus sozial benachteiligter Schicht. Denn auch wenn es meist nicht so scheint, so sollte die Liebe doch trotzdem ihren Weg finden. Die Liebe und Zuneigung von Tru und Gemma spürbar. Die aufgebaute gemeinsame Zukunft einfach nur toll. Überhaupt war alles sehr dicht und spürbar an Gefühlen. Und ich bin froh, wie es geendet hat. Doch tatsächlich hat DIESES Buch mich nochmal nachdenklicher zurückgelassen, als all die anderen, wo ich schon Gedankenkarussells hatte.

    Gemmas Mutter ist nur auf den Glanz und die Fassade aus. Die perfekte Oberfläche, das perfekte Bild in der Öffentlichkeit. Nichts ist wichtiger. Trumans Mutter war ihre Drogensucht am wichtigsten, und man könnte fast denken, dass sie so gar keine Empathie für auch nur eines ihrer Kinder hatte. Kein Kind kann etwas für seine Eltern. Schön, dass hier im Buch die Thematik ist, dass Kinder eigenständige Menschen sind, die nicht dieselben Fehler machen müssen, wie ihre Eltern.

    Eine Familie muss Sicherheit und Geborgenheit geben, muss einen auffangen, wenn man droht abzurutschen. Muss einem Liebe entgegenbringen, wenn man von jedem verlassen wird, und muss zu einem stehen. IMMER. Und diese Liebe und Geborgenheit fühlt man in jedem Satz des Buches. Die Sicherheit strömt durch die Zeilen, und man fühlt sich nicht alleingelassen. So alleingelassen, wie Truman und seine Geschwister von seiner Mutter, die wohl für ihre Kinder nie etwas übrighatte. Gemma hat eine ganz andere Art von Kindheit gehabt. Beschützend, aber nicht richtig beschützend. Die Art von Schutz, die reiche Leute denken sich erkaufen zu können. Wenngleich es für die Kinder wichtiger wäre, Zeit mit ihren Eltern zu verbringen. Und so haben wir Truman und Gemma, aus total unterschiedlichen Welten. Der Junge, mit der drogensüchtigen Mutter, und die reiche Tochter, und trotzdem verbindet die beiden etwas Entscheidendes. Die entzogene Liebe ihrer Eltern, oder eben Elternteile. Die sie beide nun weitergeben möchten, weil sie es selber nie erfahren haben. Ist es nicht genauso schlimm eine Mutter zu haben die sich gar nicht um einen kümmert, und, ignoriert dass man da ist, oder eine, die einem Freiheiten nimmt, einen sich nicht entfalten lässt, und möchte, dass man nach ihren Regeln tanzt?

    In diesem Buch gibt es sowohl Dunkelheit und Verzweiflung, als auch Licht und Hoffnung. Oder mit meinen Worten: Das Buch schlägt gefühlsmäßig total ein, haut rein und bringt uns Zeit zum Gedankenkreisen :). Und ich gebe zu, bei diesem Buch, die ein oder andere Träne mehr verdrückt zu haben, als es sonst der Fall sein mag. Das macht die Geschichte zu einer Berg – und Talfahrt der Gefühle. Es geht auf und ab. Das Buch besteht aus vielen ersten Malen, und zweiten Chancen, wobei es dabei nicht unbedingt um das geht, was ihr euch nun sicherlich vorstellt. Vielmehr geht es um erste Male Vertrauen, aufeinander verlassen können, erstes Mal Freiheit, sich geborgen fühlen, und jemanden im Leben zu haben, dem man all dies verdankt. Und das ganz in Melissa Foster Manier. Die Sprache mutet fast schon poetisch an, in Symbiose mit der Art von Kitsch, den ich manchmal eben brauche. Ebenso gefällt mir mal wieder der Schlagabtausch der Figuren untereinander, wie Gemma mit Crystal, ihrer besten Freundin, umgeht, und Truman mit Bear, seinem besten Freund. Das fühlt sich gut an, und lässt einen mit einem Grinsen vorm Buch sitzen. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Truman und Gemma erzählt, was uns beide näherbringt, und uns in die Gedankenwelt von beiden Seiten blicken lässt, was einen gerade bei den tiefgehenden und dunklen Gedankengängen Trumans am Anfang sehr nahegeht.

    Gleichzeitig muss man auch hier im Roman wieder überlegen, was es eigentlich bedeutet, eine Familie zu sein, Zugehörigkeit zu empfinden, und zu vertrauen. Denn Truman, kommt aus einer zerrütteten Familie, die nicht so intakt ist, wie wir es von Melissa sonst gewohnt sind. Natürlich findet er trotzdem Unterstützung, bei den Whiskeys. Sozusagen als Ersatzfamilie. Und trotzdem sind da ja auch noch seine Geschwister. Kann man also wieder Vertrauen zueinander aufbauen, wenn man schon zerrüttet scheint? Kann man sich gegenseitig vergeben, und wieder eine Familie werden? Oder nennt man die Menschen seine Familie, die für einen da sind, wenn die richtige Familie einen fallen lässt? Truman hat eine harte Schale mit weichem Kern…….. doch muss die Schale erst geknackt werden, um zu sehen, was in Trumans Kern versteckt ist. Den zeigt er nämlich nicht jedem. Aber das ist in Arbeit. Gemma und die Geschwister sind dran, den Kern sichtbar zu machen und vorher zu knacken, was ihnen ganz gut gelingt. Denn Truman hat einen übergroßen Beschützerinstinkt, der sich nicht nur auf die Familie verteilt, sondern auf alle die er liebt. Was ist also Familienzugehörigkeit?

    Wir haben Vorurteile, die als erstes entstehen, wenn wir jemanden ansehen und mustern. Schubladen, in die wir stecken, und gesteckt werden. Familienbande, aber natürlich auch die gegenseitige Verantwortung füreinander innerhalb einer Familie. Natürlich lässt die Geschichte einen nachdenklich zurück, schon allein, da bei Familienthemen unweigerlich die Gedanken zu seiner eigenen Familie schweifen. Und dann geht es natürlich auch um zweite Chancen im Leben. Ob diese uns gegeben werden. Ob wir sie zulassen.  Und natürlich wie andere Leute uns im Leben sehen, und gleich vorverurteilen, obwohl sie nichts über uns wissen, und uns nicht kennen. Gemma selber ist die Tochter einer reichen Familie, die nicht reich sein will, Truman ein Ex-Verbrecher, der eigentlich ein Garkein-Verbrecher ist. Wer hinter die Fassade schaut, wird erkennen, dass sich auch hinter einer düsteren Maske aus Eigenschutz etwas Wundervolles verbergen kann. In diesem Fall Truman Gritt.

    Doch keine Angst. Auch wenn das Buch tiefgehend ist, und dunkel, so ist es natürlich immer noch ein Melissa Foster Buch, welches natürlich auch unwahrscheinlich viele helle und lichte Momente der Hoffnung verströmt. Und ja. wenn nicht ein wenig Kitsch dabei wäre, den ich eben ab und an mal brauche, dann wäre es kein Melissa Foster Buch. Meist hebe ich mir die Bücher der Autorin für Situationen auf, an denen es real ein wenig schwieriger läuft, und in denen ich wenigstens im Buch gerne ein wenig Hoffnung erhaschen kann. So geschehen in dieser Woche.

    TruBlue ist ein Roman von Melissa Foster, der ungemein tiefgeht. Nun kann man nicht sagen, dass die anderen Romane von ihr genau dies nicht tun. Denn jede Geschichte hat ihren eigenen Charakter, und entwickelt eine Seele. Doch die Seele und das Leben dieses Romans sind ungemein Dunkel. Wer Melissas Bücher kennt, der weiß, dass sie meist übersprühen vor sonnigen Gemütern, und Menschen, die für einen da sind. Natürlich gab es auch schon die ein oder andere Geschichte über Krankheiten, oder Ähnliches, mit denen man sich auseinandersetzen musste, und die einen sehr nachdenklich zurückgelassen haben. Doch, soweit mir bekannt ist, ist das Milieu der Kriminalität noch nie in diesem Maße angesprochen worden. Überhaupt. Verurteilen wir Menschen nicht immer viel zu schnell? Jemand der im Gefängnis war, der ist immer gleich der Abschaum der Gesellschaft, ein Krimineller? Die Stigmatisierung ist da. Doch wir wissen ja nicht, was für eine Geschichte dahintersteckt. Umso schöne finde ich es, dass hier genau die Geschichte eines solchen Menschen erzählt wird. Einem unschuldigen Schuldigen, oder schuldigen Unschuldigen….. wie man es auch sehen will.

    Und auch hierzu gibt es ein Rezensionslied, welches ich passend fand, weil es mich beim Lesen begleitet hat:

    „Oh Lord, Oh Lord, he's somewhere between…..a hangman's knot, and three mouths to feed.
    There wasn't a wrong or a right he could choose….he did what he had to do.

    Give me the burden, give me the blame….I'll shoulder the load, and I'll swallow the shame.

    Don't care if he's guilty, don't care if he's not. He's good and he's bad and he's all that I've got.

     Oh Lord, Oh Lord, I'm begging you please…..Don't take that sinner from me.“

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    Cover des Buches LightDark: Lichtweg (ISBN: 9798627744988)

    Bewertung zu "LightDark: Lichtweg" von Tanya Bush

    LightDark: Lichtweg
    pemberley1vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Die Frage ob man der dunklen oder der hellen Seite vertrauen soll, ist hier sehr wichtig. Denn die helle Seite hat Sage…...die dunkle Kekse
    Willkommen in der Zwischenwelt aus Licht und Dunkelheit.

    LightDark – Lichtweg von Tanya Bush

    Vertrauen! Gehört für mich irgendwie zusammen mit der Frage „Wo gehören wir Menschen eigentlich hin?“. Und ich stelle diese Frage keineswegs unbegründet, um zu erfahren, wo man wohnt, oder lebt. Denn damit hat Vertrauen nicht immer etwas zu tun. Das sollte schon etwas anders beantwortet werden. Wo und wem finden wir uns gegenüber zugehörig? Ist es unsere Familie? Wenn ja der ganze Verwandtenkreis, oder nur der engste Kreis davon? Sind es unsere Erzeuger, mit denen wir vielleicht gar nicht so viel zu tun haben, oder die Menschen, die uns aufziehen? Sind es Freunde, ein großer Freundeskreis, Gruppierungen, in denen wir uns befinden, oder Menschen, denen wir per Zufall begegnen? Und dann kommt noch die Frage, ob diese nur da sind, um uns ein Stück im Leben zu begleiten, aber wenn es hart auf hart kommt, bleiben wir doch alleine? Überhaupt hat der Begriff der Einsamkeit sehr viel mit Vertrauen zu tun. Denn wenn wir vertrauen, sind wir nicht alleine, und fühlen uns auch nicht so. Und wem wir vertrauen, dem fühlen wir uns irgendwie zugehörig. Was ist also, wenn man sich in der Welt alleine fühlt, und niemandem zugehörig? Eine Frage die sich mir auch immer wieder stellt. Ab wann ist eine Familie eine Familie? Ab wann sind Freunde richtige Freunde, die uns loyal durchs Leben begleiten, und nicht bloß jemand, mit dem man ein wenig freie Zeit verbringt? Ab wann fühle ich mich in einer Gruppe angekommen, vertraue den Menschen darin, und erfahre ihre Unterstützung in allem was ich tue? Sind die Menschen dann alle ehrlich zu mir? Und das wohl wichtigste von allem….. ab wann ist Liebe Liebe, im Sinne davon, dass es nicht einfach nur jemand ist, mit dem ich Zeit verbringe, sondern ein Mensch, ohne den ich nicht mehr leben kann und will? Und dann kommt da ja noch eine ganz andere Frage dazu. Wenn ich mich unwohl fühle, ungewollt, von anderen Menschen nicht beachtet und, weil sie eventuell Angst vor mir haben, und mir das auch zeigen, indem sie mich nicht in ihrer Nähe haben wollen. Wenn ich mich alleingelassen fühle, von allem. Reicht es dann aus, mir selbst der beste Freund, die Familie, und die Liebe zu sein? Oder bin ich in diesem Moment so verletzbar und angreifbar, dass ich nach dem ersten Strohhalm greife, der sich mir zeigt, selbst wenn die Menschen, die mich in ihre Mitte aufnehmen, böse Dinge tun? Denn ja, es gibt das Gute, und das Böse. Und dies oft, oder meist, auch im Menschen verankert. Oder eben in Wesen. Wir sind ja hier immerhin in einem Fantasybuch. Das Gute in der Welt möchte Liebe, Frieden, und andere schöne Dinge. Das Böse möchte Chaos, Krawall, Wut und Boshaftigkeit. Zu was wir uns dazuzählen, das ist ganz einfach unsere eigene Wahl. Wir können Gut sein, oder uns verleiten lassen, und zum Bösen wechseln. Auch im vorliegenden Buch geht es gewissermaßen darum. Denn auch hier gibt es Licht, und Dunkelheit. Aber Vorsicht. Denn wer nur an Gut und Böse, an Licht und Dunkelheit denkt, der vergisst etwas Wichtiges: Die Schatten dazwischen. Die Grautöne. Die Zugehörigkeit die etwas nicht als ganz böse oder ganz gut bezeichnen kann, weil es schwierig ist, es einzuordnen. Warum ich das Ganze erzähle wird mal wieder klar, wenn es um die Geschichte im vorliegenden Buch geht.

    Die Geschichte die das Buch erzählt:

    Maira ist unsere Hauptprotagonistin. Sie ist 17, steht kurz vor ihrem 18. Lebensjahr, und wurde fast ihr ganzes Leben durch verschiedene Heime gereicht, da ihre Eltern gestorben sind, als sie ein Baby war. Mit 10 ändert sich das, als sie plötzlich und unverhofft in ein Internat aufgenommen wird. Dort verlebt sie eine schöne, und für sie friedliche, Jugendzeit. Denn ihre Kindheit war geprägt davon, dass die anderen Kinder, oder Menschen, vor ihr Angst hatten, und sie gemieden haben, weswegen sie sich nirgends zugehörig gefühlt hat. Doch von einen auf den anderen Tag hat auch das Glück und das Gefühl dazuzugehören, ein Ende. Über Nacht muss sie das Internat verlassen, um von Irland nach Amerika zu fliegen, und dort in eine Pflegefamilie aufgenommen zu werden. Maira weiß nicht warum, und auch wir als Leser kennen den Grund (noch) nicht. Es hätte Maira schlimmer treffen können. Die Pflegefamilie in die sie kommt, nimmt sie auf, fast wie eine eigene Tochter. Die Kinder der Familie, sind für sie fast wie Geschwister. Und auch in der normalen HighSchool freundet sie sich an. Mit Matt und Julie. In ersteren ist sie sogar heimlich verliebt, doch keine Angst. Sie akzeptiert das. Bis eines Tages in ihrer Schule ein neuer Schüler auftaucht. Sage. Ich langweile euch jetzt nicht damit, wie toll er aussieht. Aber, erscheint ziemlich tolle Augen zu haben :D. Und Durchhaltevermögen. Denn er weicht Maira nicht mehr von der Seite. Was sie ziemlich nervig findet, ist sie doch auf Matt fixiert. Dann wird ein Geheimnis aufgedeckt. Wir haben andere Wesen im Buch (Cor und Nox – doch wer steht für was?! :D).. Maira hat immer wieder starke Kopfschmerzen und Alpträume. Und weil ich nicht alles verraten will……….hör ich genau an dieser Stelle auf, und rate euch, selbst zu lesen :D

    Cover:

    Mir gefällt das Cover, weil es symbolisch das Dunkel und das Licht in sich vereint, und damit natürlich richtig was mit dem Inhalt des Buches zu tun hat. Die genaue Geschichte, die Symbolik, und die Licht-Schattensache, müsst ihr aber selber herausfinden und.

    Fazit und Gedankenallerlei:

    Kennt ihr die Geschichte von Gut und Böse, von Licht und Dunkel, von Schatten und Dämonen, von Engeln und Satan? Ja okay, die gibt es zuhauf, ich weiß. Und wahrscheinlich denkt ihr euch, ihr habt genau solch eine vor euch. Stimmt aber nicht ganz. Manche tragen eine Maske, um uns hinters Licht zu führen. Doch wer ist hier Gut, und wer Böse? Sind die Guten wirklich gut, und die Bösen böse? Kann man beides so beantworten? Oder gibt es etwas dazwischen? Nichts ist wirklich ganz und vollkommen böse, und nichts ist wirklich nur vollkommen gut. Und ja. Während der Lektüre ist mein Misstrauensalarm mehrmals angegangen. Wegen mehrerer Personen. Und manchmal wusste ich nicht mehr. Wem ich jetzt vertrauen soll. Die Misstrauensszenerie und -atmosphäre war wirklich greifbar.

    Und auch wenn wir es mit einem Fantasybuch zu tun haben, die Probleme der Charaktere sind sehr menschlich. Eigentlich fast überwiegend. Wenn da nicht diese kleine Sache mit dem Licht und der Dunkelheit wäre. Doch was genau unterscheidet dieses Buch nun von anderen Fantasyromanen, die von Mädels in High Schools handeln, und die sich in den wunderbaren gutaussehenden Kerl verlieben? Nun. Zum einen ist es Maira selbst. Ihr Widerstand gegen Sage ist ziemlich groß, und dieser ist ziemlich schwer zu brechen. Sage beißt sich dran ganz schön die Zähne aus, obwohl er das anfänglich ja auch gar nicht will. Es dauert alles sehr langsam, was erstmal schön ist. Es ist keine Knall auf Fall Liebe. Und Maira erscheint für ihr Alter auch ziemlich reif. Außerdem ist sie keine der Mädels, die sich beim Anblick von Sage in einen zitternden Wackelpudding verwandelt, der nur noch stotternd kommunizieren kann. Okay. Ein wenig darf auch sie Sage bewundern, sonst wäre es ja ebenfalls unglaubhaft. Und dann ist da noch Sage selbst. Vielleicht mag er selbstbewusst sein, seines Aussehens wegen, doch zwischendrin scheinen immer wieder Passagen der Unsicherheit durch. Etwas, das ich ungemein mag an Protagonisten. Dass sie nicht ganz so perfekt sind, sondern eben menschlich, und damit auch mal zeigen, dass sie nicht immer stark und selbstbewusst sind. Ich gebe zu, diese Stellen sind rar. Aber es gibt sie. Wenn man genau liest, und aufpasst.

    Und dann ist da ja noch die Sache mit dem Aufeinandereinlassen, mit dem gegenseitigen Vertrauen, mit der Beeinflussung, und der Bedingungslosigkeit in Vertrauen und Liebe. Meinen es die Menschen ernst mit uns? Vertrauen sie uns Dinge und Infos an? Halten sie und Dinge vor, die wir nicht erfahren sollen? Und wenn ja, warum? Wollen sie uns schützen? Beeinflussen? Für sie benutzen? Wieso behandeln sie Maira manchmal wie ein kleines Kind? (mich würde das ebenfalls total wütend machen) Das menschliche Vertrauen ist so kompliziert, wie die Menschen und ihre Gefühle es ebenfalls sind. Dann stellt sich die Frage, ob wir mit den Infos, die uns vorenthalten werden, leben wollen, mit all ihren Konsequenzen auf unser Leben, oder lieber friedlich weiterleben wollen, ohne die Infos jemals zu erfahren, und damit einen Teil unserer eigenen Vergangenheit. Eine schwierige Sache. Und jedes Vorenthalten von Infos, oder das Gegenteil kann uns einen Weg in eine Richtung einschlagen lassen. Denn wenn man alleine mit seinen Gedanken ist…kann viel dabei herauskommen. Was mir gefällt ist die Wahl, eigene Entscheidungen treffen, etwas zu sein, kein vorgegebenes vererbbares Muster, sondern die Freiheit der eigenen Entscheidung zu haben, ob man Cor oder Nox sein will. Man ist ein eigenständiger Mensch, und nicht die Summe der leiblichen Elternteile, die man vielleicht niemals kennengelernt hat. Wir können selber entscheiden ob wir gut oder böse sind. Nur wie unsere Umgebung unsere Entscheidung beeinflusst, das ist etwas anderes. Während des Lesens fühlt man sich stark, und dann wieder klein und verängstigt und misstrauisch. Man fühlt auf alle Fälle mit den Protagonisten mit. Unsicherheit aber auch Mut. Oh, und Maira ist weitaus weniger nervig als die Mädels die nur noch den Kerl im Buch anhimmeln. Sie ist keine Prinzessin die auf den Prinzen wartet, ihn anfangs sogar eher vertreiben möchte. Trotzdem ein Juhu. Die Chemie der Protagonisten ist spürbar, sogar der langsame Gefühlaufbau. Doch was ist echt und was nicht?  Haben wir echtes Vertrauen, echte Gefühle, oder nur ein Trugbild? Die Annäherung von Maira und Sage ist auf alle Fälle ganz langsam. Ebenfalls etwas, das ich sehr in Romanen mag. Wenn nicht alles zu schnell geht, und damit unglaubwürdig wird. Und ja, ich habe mitgelitten, war wütend, enttäuscht, misstrauisch…. Habe aber auch geliebt. Irgendwie hab ich mich wohl ein wenig in die Buchprotagonistin Maira eingefühlt, und denke, ich hätte das alles erlebt :D

    Das Buch spielt komplett in unserer Welt, ist also Urban Fantasy. Wir haben es mit Wesen zu tun, die komplett in unserer Welt leben, weil sie einfach menschenähnlich sind, und auch so aussehen, und so agieren. In beiden Welten fühlt Maira sich nicht zuhause. Die Menschen selbst wissen, dass irgendwas mit ihr nicht stimmt. Wie immer, wenn Menschen das erkennen, macht es ihnen Angst, und sie bleiben einem fern. Oder liegt es an etwas anderem? So richtig zuhause fühlt sie sich also anscheinend beiderseits nicht, trotz, dass sie sich zuhause fühlt. Weder bei den Wesen, noch bei den Menschen. Es klingt komplizierter, als es ist.

    Wir haben das Böse, das in der Hülle von etwas Gutem steckt, den Wolf im Schafspelz, der uns Versprechungen macht. Aber wir haben auch das Gute, das uns Versprechungen macht, und dessen Beweggründe wir nicht kennen. Wo Misstrauen gesät wird, wenn etwas noch nicht sehr gefestigt ist, da entstehen Zweifel. Und der Weg ist frei, für Menschen, die uns auf die böse Seite ziehen wollen. Zweifel entsteht, wenn wir selbst unsicher sind. Bei Maira ist das so. Maira fühlt menschlich, hat menschliche Gefühle, Regungen, und agiert wie ein Mensch. Ist ja auch klar. Immerhin ist sie als Mensch aufgewachsen. Vielleicht stecken in jedem Menschen zwei Seiten. Gut und Böse. Doch wie soll man Gutheit und Bosheit definieren? Wie Licht und Dunkel? Vielleicht sind wir aber auch einfach eine Gesellschaft aus Schattenmenschen, die beides in sich tragen. Und das Buch ist einfach nur ein Spiegelbild davon, weil es uns nicht vorspielt, dass es das reine Gute, und das reine Böse gibt.

    Es gibt Beeinflusser auf dieser Welt, die genau wissen, auf welchen Knopf sie bei uns drücken müssen, um bestimmte Reaktionen aus uns heraus zu kitzeln. Sie spielen mit der Angst, um jemanden hörig werden zu lassen. Auch deshalb finde ich das Buch so aktuell, und es hebt sich für mich von den anderen ab.

    Dies ist der 1. Teil einer Dilogie. Die Spannung baut sich langsam auf. Stück für Stück erfahren wir aus der Geschichte die Geheimnisse, um dann wieder vor neuen zu stehen. Langweilig wird es dabei nie. Dieses langsame Aufbauen der Puzzleteile hat mir sehr gefallen. Ebenfalls die Beschreibung der lebendigen Figuren, die wirklich gut gelungen sind, weil sie einem nicht fremd vorkamen, sondern sehr nah. Die Handlung watet immer wieder mit Überraschungen auf, mit denen ich im Rahmen der Erzählung so nicht gerechnet hätte. Die Wendungen, gerade, die am Ende, sind so überraschend…. Dass man unweigerlich danach verlangt, sofort den zweiten Teil weiterlesen zu können. Aber Geduld, dieser erscheint erst noch. Diesmal muss ich es einfach dazu sagen. Das Buch endet mit einem gaaaaanz fiesen Cliffhanger. Hier hilft wirklich nur warten auf Band 2. Und irgendwie tu ich das dann auch mal….. ab…. Genau jetzt. :)

    Dieses Buch spielt im Dazwischen. Wovon? Von Licht und Dunkelheit, Gut und Böse. Und wir dürfen uns für eine Seite entscheiden. Doch ist das überhaupt nötig? Wer schreibt uns diese Entscheidung vor, wenn wir doch vielleicht lieber im Schatten dazwischen leben wollen? Mal gut, und mal böse. Mit all der Vielfalt von Emotionen. Selbst wenn diese mal positiv und mal negativ sind

    Und weil es noch andere Mädchen gibt, die unsicher sind, wer zu ihnen steht, und die das Gefühl haben keiner kann sie verstehen, und alle Freunde wenden sich von einem ab, hier das heutige Rezensionslied:

    „So one by one they turn from me…………I guess my friends can't face the cold.
    But why I froze………Not one among them knows……..And never can be told.“


     

     

     

     

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    Büchersüchtiger BücherNerd :D.................................... ..............Heathcliff, it's me, I'm Cathy. I've come home. I'm so cold. Let me in, through your window............. Wenn ich eine eigene Welt hätte, wäre alles Unsinn. Nichts wäre, was es ist, denn alles wäre, was es nicht ist. Und im Gegenteil, was ist, existierte nicht. Und was nicht wäre, existierte. Verstehst du?......... ............ ... "Entschuldigen sie bitte, können sie mir vielleicht weiterhelfen? Ich muss zum Gleis neundreiviertel." - "Neundreiviertel, sagst du? Hab schon bessere Witze gehört.".................... ..................„Mein Bruder hat sein Schwert, König Robert hat seinen Kriegshammer und ich habe meinen Geist... und der Geist braucht Bücher wie das Schwert den Wetzstein um es scharf zu halten. Darum lese ich so viel Jon Schnee.“ ..................... ..........................Der Morgen graut, und der Wind der geht durch unser Land, doch das Mädchen liegt in ihres Liebsten Arm, Und danket sehr, der kalten Nacht und dem Wind dafür. <3
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