thenight

  • Mitglied seit 06.03.2012
  • 76 Freunde
  • 1.863 Bücher
  • 470 Rezensionen
  • 561 Bewertungen (Ø 4.44)

Rezensionen und Bewertungen

Filtern:
  • 5 Sterne356
  • 4 Sterne131
  • 3 Sterne50
  • 2 Sterne12
  • 1 Stern12
  • Sortieren:
    Cover des Buches Nach dem Feuer (ISBN: 9783453292437)

    Bewertung zu "Nach dem Feuer" von Petra Hammesfahr

    Nach dem Feuer
    thenightvor 8 Tagen
    Nach dem Feuer

    Der Jugendliche der verzweifelt versucht in ein brennendes Wohnmobil zu gelangen, um seine Freunde zu retten, stellt die Polizei vor ein Rätsel, er gibt seinen Namen nicht preis und die ermittelnden Beamten haben Schwierigkeiten seinen Geisteszustand zu beurteilen, ist er besonders clever oder auf dem geistigen Niveau eines 7-jährigen? Der Junge behauptet das Wohnmobil hätte seinen Großeltern gehört und eine junge Frau namens Manon wollte ihn zu ihnen bringen. Die zuständige Kriminalbeamtin zieht ihren früheren Vorgesetzten Klinkhammer zurate, der nach und nach die Wahrheit herausfindet. Der Junge ist der Sohn einer Frau die vor Jahren ihren Mann beschuldigte die eigene Tochter missbraucht zu haben und kurz darauf verschwand.

    Nicht nur die ermittelnden Beamten, auch ich hatte Schwierigkeiten alle Fäden dieses sehr komplexen Krimis in der Hand zu halten und immer wieder zu entwirren.

    Aber das waren Schwierigkeiten, die es wert waren ;o)

    Petra Hammesfahr erzählt die Geschichte einer dysfunktionalen Familie in der besonders die Kinder unter dem Geisteszustand ihrer Narzisstischen Mutter  zu leiden hatten, einer Familie, in der der Vater zu schwach war um sich zum Wohle der Kinder durchzusetzen und der nach  den Missbrauchsvorwürfen aufgibt. Es ist eine Geschichte über das Versagen der Behörden. 

    Die Autorin gibt sich allerdings nicht mit dem Schicksal des Jungen, dem Wohnmobilbrand und dem Mord an seiner Mutter zufrieden, sie schickt auch noch einen Serienmörder ins Rennen. Ich habe mich oft gefragt wie sie es schaffen will all dies zu einer stimmigen Geschichte zu vereinbaren. Soviel kann ich verraten: Sie hat es geschafft.

    Nach dem Feuer ist ein Krimi für anspruchsvollere Leser, eine komplexe Handlung, viele Personen, von denen einige nur auf den ersten Blick wichtig erscheinen und umgekehrt, es erfordert schon mal etwas Geduld, die sich aber auszahlt.

    Ich vergebe für 

    Nach dem Feuer 

    eine Leseempfehlung.

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    Cover des Buches After the Fire (ISBN: 9783423650328)

    Bewertung zu "After the Fire" von Will Hill

    After the Fire
    thenightvor 10 Tagen
    After the Fire

    Die 17-jährige Moonbeam ist eine der wenigen Überlebenden der Gotteslegion, einer religiösen Sekte, die in der Wüste Texas auf einem eigenen Grundstück lebt, die Tage der Gemeindemitglieder sind geprägt von Arbeit und der Vorbereitung auf den letzten Kampf, den Kampf gegen die Schlange, wie ihr Anführer der Prophet Gottes Father John, das Böse in der Welt nennt.


    Immer und immer wieder predigt er ihnen, er sei der auserwählte Gottes, sein Wort komme direkt von Gott, jeder Zweifel daran ist Ketzerei und wird streng bestraft. Moonbeam erinnert sich im Krankenhaus an ihr Leben in der Sekte und wie es dazu kam das sie im Krankenhaus einem Psychologen und einem FBI Beamten gegenübersitzt die aus unterschiedlichen Motiven alles über ihr Leben in der Sekte erfahren möchten, der erste um ihr zu helfen das Trauma zu überwinden, der zweite zunächst aus ermittlungstechnischen Gründen.

    Ich bin durch Zufall auf dieses Buch gestoßen und es erinnerte mich sehr an die Geschehnisse in Waco Texas, die wohl auch den Autor dazu inspiriert haben, es zu schreiben. Damals rief allein das Wort *Sekte* Bilder in den Köpfen der Menschen hervor, die für die meisten unvorstellbar waren, Bilder von harter Arbeit, Armut, grausamen Strafen, Enthaltsamkeit für die meisten und das alles unter dem Deckmantel des Glaubens. Die Frage warum sich Menschen so etwas gefallen lassen, stellte sich mir damals schon. Will Hill hat diese Frage in seinem Buch recht gut beantwortet.

    Er lässt Moonbeam erzählen, in den Kapiteln die mit Danach übertitelt sind, berichtet sie von ihm Leben in der Sekte und auch dieses ist in zwei Hälften geteilt, es gibt ein Leben vor der Säuberung, vor der Zeit, als alles verboten wurde, Handys, Bücher und Ausflüge in die nahegelegene Ortschaft um zu missionieren und selbstgebasteltes zu verkaufen, als das Leben in der Gemeinde noch unbeschwerter war und es gibt ein Leben nach der Säuberung, als Father John das Ruder übernahm und alle Legionäre in Angst und Schrecken versetzte, in Angst vor den Menschen außerhalb der Gemeinde und in Angst vor der Strafe Gottes, wenn man, dessen Anweisung, die durch ihn verkündet werden, nicht befolgt.

    Was mit Gottesglauben, der Hoffnung auf ein einfaches, glückliches und erfülltes Leben und der Hoffnung, nein der Gewissheit das man nach einem gottesfürchtigen Leben an der Seite Gottes im Himmel weiter leben darf, beginnt, endet nicht selten in Angst und Schrecken.

    Der Autor erklärt auch verständlich warum sich niemand wehrt, es ist nicht nur die Angst vor Strafe, es ist tatsächlich auch der Glaube, der Glaube das, in diesem Fall Father John, in Gottes Auftrag handelt.

    Selbst Moonbeam, die wie wir in Laufe ihrer Geschichte erfahren, seit längerem Zweifel an der Richtigkeit, dessen, was  in der Sekte geschieht, hat fällt es schwer ihren Verstand über ihr Gefühl und die gelernten Wahrheiten zu stellen.

    After the Fire bekommt von mir ein Leseempfehlung, es ist einfach und leicht zu verstehen und vermittelt einen guten Einblick in die Strukturen manch gefährlicher Sekten. Es fordert die Leser auf, genauer hinzusehen bei Heilsversprechen. 

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    Cover des Buches Das Buch Ana (ISBN: 9783442759033)

    Bewertung zu "Das Buch Ana" von Sue Monk Kidd

    Das Buch Ana
    thenightvor 16 Tagen
    Das Buch Ana

    Was wäre wenn, Jesus verheiratet gewesen wäre?

    Wer wäre die Frau an seiner Seite gewesen?

    Sue Monk Kidd beantwortet diese Frage in ihrem neuen Roman:

    Das Buch Ana

    Ana wächst im Haus ihrer wohlhabenden Eltern auf, ihr Vater Matthias ist Berater und oberster Schriftgelehrter des Tetrarchen Herodes Antipas dem Herrscher von Galiläa und Peräa.

    Ana will sich nicht in ihre Rolle als brave Tochter fügen und erbettelt von ihrem Vater die Bildung die Mädchen und Frauen zu ihrer Zeit zumeist vorenthalten wird.

    Sie lernt Lesen und Schreiben und hat nur den Wunsch Schriftgelehrte zu werden, heimlich schreibt sie die Geschichten jüdischer Frauen auf beginnend mit Eva, Ruth, Sara, Rebecca und Rahel. Doch ihr Vater hat andere Pläne, mit 14 Jahren wird sie dem viel älteren Nathaniel versprochen, ihren kostbarsten Besitz Papyrus, Tinte und Federn muss sie mithilfe ihrer Tante Yaltha in der Wüste verstecken, um sie vor der Zerstörung zu bewahren. Yaltha ist es auch, die sie in ihrem Tun bestärkt. Als Nathaniel noch vor der Vermählung stirbt, ist Ana als Witwe gebrandmarkt, sie gilt als Unrein. Gerüchte die sie bezichtigen schon vor der Vermählung Verkehr mit Nathaniel gehabt zu haben, ruinieren ihren Ruf nachhaltig.

    Ana ist trotzdem nicht unglücklich mit ihrer Situation, hofft sie doch sich nun wieder ihren Schriften widmen zu können, doch das Leben und ihr Vater haben andere Pläne mit dem Mädchen. Sie soll die Konkubine Herodes Antipas werden. Ana flieht aus dem Palast und wird auf dem Marktplatz von Sepphoris fast gesteinigt, im letzten Moment wird sie von Jesus gerettet, der sich als ihr Verlobter ausgibt.

    Ana zieht mit Jesus zu seiner Familie nach Nazareth.


    Sue Monk Kidd stellt Ana in den Mittelpunkt der Geschichte, ihre Wünsche, Träume und Sehnsüchte sind zeitlos, auch heute noch sehnen sich Mädchen und Frauen nach Unabhängigkeit und Bildung, die ihnen viel zu oft versagt wird.

    Doch Ana gibt niemals auf, jeder Rückschlag, jede Gefahr für ihr eigenes Leben macht sie nur noch stärker. Auch wenn sie ihren Traum davon eine Schriftgelehrte zu werden an Jesus Seite für lange Zeit zurückstellt, vergessen kann sie ihn nie.

    Jesus wird hier einmal nicht explizit als Gottes Sohn bezeichnet, seine Herkunft ist eher ungeklärt, ein Umstand der seinen Stand in der traditionellen jüdischen Gemeinschaft schwierig macht, als Kind wird er deswegen gehänselt, doch durch Joseph, der ihn immer unterstützt und sehr liebt, entwickelt er sich zu einem mitfühlenden Mann, der alles daran setzt anderen zu helfen, das ist der Mann in den Ana sich verliebt, in seine Hilfsbereitschaft und Liebenswürdigkeit und so unterstützt sie ihn auch mit ihrer Zustimmung, als er sich Johannes dem Täufer anschließt und sie allein bei seiner Familie zurücklässt.


    Die junge Frau steht stellvertretend für alle Frauen die keine Stimme haben, die in der Geschichte und besonders der Bibel vergessen wurden, deren Namen niemand mehr kennt.

    Natürlich kennen wir alle die Namen: Eva, Maria, Rahel, Sara, diese waren so *wichtig* um erwähnenswert zu sein, doch was ist mit den vielen anderen, den Frauen ohne deren Unterstützung viel weniger Männer ihre Ziele erreicht hätten? Sie sind vergessen oder wurden aus den Überlieferungen verdrängt. Eine Frau wie Ana, hätte sie wirklich existiert wäre wohl auch vergessen worden, gäbe es ihre Schriften nicht. Das Buch zeigt wie wichtig Bildung schon immer war.


    Das Buch Ana ist ein großartiger Roman, ich habe jede Seite genossen und das, obwohl ich etwas vollkommen anderes erwartet hatte. Ich hatte erwartet, dass die Autorin die mit der Geschichte Anas auch Jesus Geschichte umschreibt, denn hätte er eine Frau an seiner Seite gehabt, wäre sein Leben anders verlaufen? Oder ist sie so verlaufen gerade, weil er eine Frau hatte?

    Selten hat ein Buch mich so sehr beschäftigt wie dieses.

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    Cover des Buches Rote Tränen (ISBN: 9783751934961)

    Bewertung zu "Rote Tränen" von Mike Landin

    Rote Tränen
    thenightvor 18 Tagen
    Rote Tränen

    Jacob zieht mit seiner Familie in den Heimatort seiner Eltern in den Berchtesgadener Alpen, vor vielen Jahren haben diese das Dorf, in dem sie aufgewachsen sind verlassen und nur die Umstände zwingen sie nach Almbach zurückzukehren. Schon auf dem Weg dorthin hat die Familie eine unangenehme Begegnung mit dem Bürgermeisterkandidaten Alois Huber. Das steigert Jacobs fehlende Begeisterung über den Umzug nicht gerade. Erst als er Hannah kennenlernt, die Tochter des Hofnachbarn ändert er zaghaft seine Meinung. Doch dann verschwindet ein Mädchen aus dem Dorf, das sechste innerhalb der letzten 20 Jahre und Jacob muss erkennen das seine Eltern mehr wissen, als sie sagen.

    Ich bin durch Zufall auf dieses Buch gestoßen und nach kurzem reinlesen, konnte ich es kaum noch aus der Hand legen. Meine zwischenzeitliche Befürchtung es könnte sich um einen Jugendkrimi handeln, dessen Haupthandlung am Ende doch darin besteht das Jacob und Hannah umeinander herumschleichen hat sich GsD nicht erfüllt.
    Mike Landin lässt Jacob ermitteln, dessen Vater bald schon verdächtigt wird die Mädchen entführt und vergewaltigt zu haben und Jacob stößt auf ein Geflecht von Lügen und Intrigen die nicht nur für ihn schwer zu durchschauen sind.
    Gemeinsam mit dem Teenager entwirrt der Leser dieses Geflecht, folgt Hinweisen und mal falschen, mal richtigen Spuren um am Ende ebenso überrascht zu sein. Denn das Ende ist wirklich überraschend, damit habe ich nach all den Verdächtigen, die ich während des Lesens hatte, wirklich nicht gerechnet.
    Ich mag es sehr überrascht zu werden, leider kommt das immer seltener vor aber in letzter Zeit häufiger bei Selfpublishern. Vielleicht liegt es am Enthusiasmus, den die Autoren verspüren, auch bei Mike Landin spürt man die Schreibfreude und das Herzblut auf jeder Seite.
    Rote Tränen hat alles was einen guten Krimi ausmacht, eine spannende Handlung mit überraschenden Wendungen, mal mehr mal weniger sympathische Protagonisten. Alles richtig gemacht.
    Natürlich habe ich aber auch ein bisschen was zu meckern und natürlich hat es mit Hannah und Jacob zu tun, sie zicken sich, für meinen Geschmack auch für Teenager ein klein wenig zu oft an, sie schaffen es nicht immer ihre Gefühle auszublenden während sie herauszufinden versuchen, was wirklich vor sich geht. Das mag zwar authentisch sein, ist für mich aber allzu sehr *Echtes Leben* und meckern auf hohem Niveau.

    Ich vergebe für
    Rote Tränen
    eine absolute Leseempfehlung und würde mich freuen noch mehr von dem Autor lesen zu dürfen.

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    Cover des Buches Falsch erzogen (ISBN: 9783948887056)

    Bewertung zu "Falsch erzogen" von Mona Krassu

    Falsch erzogen
    thenightvor 22 Tagen
    Falsch erzogen

    Solveig ist in den Augen ihrer Mutter und der Lehrer ein schwieriges Kind, sie hinterfragt was sie nicht versteht und macht sich ihre eigenen Gedanken, die sie auch ausspricht, das ist in der DDR nicht erwünscht. Ihre schwierige Familiensituation, ihr Vater ist ein Trinker, ihre Mutter zieht die kleine Schwester Susanne, vor in der Hoffnung das dieses Kind mit dem Regime konform geht, tut ihr Übriges. Als Solveig die Schauspielerin Eleonore Sattler kennenlernt, mit der sie die Liebe zu der Dichterin Eva Strittmatter teilt, entdeckt auch das junge Mädchen ihre Leidenschaft für die Schauspielerei.

    *Falsch erzogen* ist ein bewegender Roman, dadurch das er in der Ich-Form geschrieben ist, kommen wir Solveig recht nah, der Leser begleitet sie von der frühen Kindheit bis zum Fall der Mauer.
    Durch diese Erzählform bleibt aber auch einiges auf der Strecke. Solveig deutet viel nur an, weil sie es auch nicht wissen kann, ihrem jeweiligen Alter entsprechend, woher soll ein Grundschulkind auch wissen was die Stasi ist, was sie Nachbarn oder auch Familie erzählen darf, ohne diese in Gefahr zu bringen.
    Für Leser, die die Verhältnisse in der DDR noch miterleben mussten, mögen die Andeutungen auf die Konsequenzen die Fehlverhalten mit sich bringen konnte, sofort verständlich sein, ich musste mir dann doch immer wieder bewusst machen , das Drüben, wie wir hier im Westen die DDR nannten, schon ein unbedachtes Wort Folgen haben konnte.
    Sie fragt z. B. in der Schule nach was denn ein *Republikfluch* sei, ein Wort das sie nur flüchtig in Papieren ihres Stiefvaters lesen konnte. Prompt werden ihre Eltern in die Schule zitiert.

    Solveig leidet sehr unter der Trennung ihrer Eltern und lehnt den Stiefvater Hartmut rigoros ab, ohne ihm auch nur den Ansatz einer Chance gibt, obwohl er sich gerade zu Anfang um sie bemüht.
    Von ihren Eltern wird sie wieder und wieder enttäuscht, niemand steht wirklich hinter dem Kind, die die sie verstehen könnten, müssen selber vorsichtig sein und verdächtigen Solveig alles was sie hört an ihren Stiefvater weiterzutragen, hier kommt wieder zum Tragen, das vieles nicht ausgesprochen wird, ich vermutete nur das Hartmut für die Stasi arbeitet. Ich hätte mir oft mehr klare Aussagen gewünscht. Auch der erschreckendste Aspekt des Buches wird zunächst nur angedeutet, Solveig wird auf Betreiben ihres Stiefvaters in eine Einrichtung gesperrt, in der Frauen und Mädchen gedemütigt und misshandelt werden, um sie auf Spur zu bringen, was genau dort mit ihnen geschieht, erfährt der Leser erst am Ende des Buches als sie mithilfe eines Freundes vom Theater dieses traumatische Erlebnis wenigstens teilweise aufarbeiten kann.
    Ebenso hätte ich mir gewünscht, mehr über die weiteren Protagonisten zu erfahren. Warum streiten sich Solveigs Eltern andauernd, warum spielt Eleonore Sattler nicht mehr am Theater? Welche Rolle spielt Hartmut in der Stasi? Über diese Fragen konnte ich zum Großteil nur spekulieren und dadurch blieben die Personen leider etwas blass.
    Nichtsdestotrotz, habe ich *Falsch erzogen* gern gelesen. Mona Krassu ermöglichte mir einen kleinen Einblick in das Leben eines einzelnen Menschen in der ehemaligen DDR.
    Bei Lesern die die damaligen Zustände hautnah erlebt haben, weckt dieses Buch sicherlich sehr unangenehme Erinnerungen.

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    Cover des Buches Jägerin und Sammlerin (ISBN: 9783351037987)

    Bewertung zu "Jägerin und Sammlerin" von Lana Lux

    Jägerin und Sammlerin
    thenightvor einem Monat
    Jägerin und Sammlerin

    Wer kennt ihn nicht: 

    Diesen kritischen Blick in den Spiegel.

    Bin ich zu fett?

    Und seltsamerweise beantwortet fast jede Frau diese Frage mit

    Ja

    Und aus den verschiedensten Gründen kann diese Antwort dazu führen, dass die betroffene Person in eine Essstörung rutscht, aus der sie ohne Hilfe nicht wieder herausfindet.




    Lana Lux erzählt in ihrem neuen Buch, die Geschichte Alisas, deren Eltern vor 15 Jahren mit der damals zweijährigen die Ukraine verließen, um in Deutschland ihren Traum von einem glücklicheren Leben zu erfüllen. 

    Alisa ist eine sehr gute Schülerin und steht kurz vor dem Abitur, sie hat mehrere Jobs und Alisa hat Bulimie: Ihr Leben dreht sich um Essen und um ihren Körper, den sie immer für zu fett hält.

    Wäre sie erst einmal dünn, ihre Mutter würde sie sicher lieben, diesem Trugschluss erliegt die junge Frau und kann so der Spirale aus Fressattacken und Erbrechen nicht entkommen.

    In einer Klinik wird ihr als Therapieansatz geraten ihre Geschichte aufzuschreiben und so erfahren wir von dem schwierigen Verhältnis zu ihrer Mutter und haben schon bald eine Schuldige gefunden. Tanya ihre Mutter.

     Die Autorin hat, wie schon in ihrem ersten Roman Kukolka, ein Thema aufgegriffen, das berührt und entsetzt, das seine Leser gefangen nimmt und nicht wieder loslässt.Es liegt aber nicht nur am Thema Bulimie, der Schreibstil der Autorin macht auch dieses Buch wieder zu etwas besonderem, sie schreibt mit leichter Hand über ein Thema das erschüttert, als Leser bekommt man hautnah mit wie Alisa in die Bulimie abrutscht.Alisa ist so unendlich traurig und unglücklich, das es fast körperlich beim Lesen schmerzt, man will ihr die Hand reichen und trösten. Doch leider kann man nur hilflos zusehen.

    Weder das Buch zu lesen noch darüber zu schreiben ist einfach und das sogar, wenn man nicht betroffen ist, wie schmerzhaft muss es dann erst für Menschen sein, die betroffen sind, die genau nachvollziehen können was mit Alisa und ihre Mutter Tanya geschehen ist um diese Entwicklung heraufzubeschwören?

    Jägerin und Sammlerin wirkt noch lange nach.

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    Cover des Buches Bluthölle (ISBN: 9783548291925)

    Bewertung zu "Bluthölle" von Chris Carter

    Bluthölle
    thenightvor einem Monat
    Bluthölle

    Angela Wood verdient ihren Lebensunterhalt als Taschendiebin, als sie nach einem Raubzug in einer Bar ihre Beute zählt, wird sie Zeugin wie Unbekannter einen anderen unhöflich behandelt, spontan beschließt sie dem Unbekannten eine Lektion zu erteilen und stiehlt ihm eine Tasche, die nur ein Tagebuch enthält.

    Dr. Susan Slater Mitarbeiterin des Kriminallabors bekommt dieses Tagebuch zugespielt, in dem ausführlich die Morde an 16 Menschen beschrieben werden zu jeder Beschreibung gibt es ein Foto und GPS Koordinaten der Orte an denen die Leichen zu finden sind.

    Durch dieses Tagebuch kommen Garcia und Hunter einem Serienkiller auf die Spur, der bisher vollkommen im Verborgenen agierte und der ihnen immer einen Schritt voraus ist. Das Ermittlerduo muss in ihrem elften Fall nicht nur einen Serienkiller stoppen, sie müssen Angela vor ihm schützen, denn der Killer verkündet, jeden töten zu wollen der von dem Tagebuch weiß.

    Bluthölle ist der mittlerweile elfte Band der Thrillerreihe um Robert Hunter und Carlos Garcia und obwohl man denken könnte, das kaum noch eine Steigerung möglich ist, nicht umsonst heißt es:
    Hart,Härter, Carter
    Doch weit gefehlt, in Bluthölle treffen Hunter und Garcia auf einen Gegner der ihnen auf absoluter Augenhöhe begegnet. Intelligent und planvoll macht er scheinbar keine Fehler.
    Außerdem ist da noch Angela, die nicht nur Sympathien bei den Lesern weckt, auch Hunter scheint eine besondere Beziehung zu ihr zu entwickeln.
    Zum Schreibstil des Autors muss ich nichts weiter sagen, jeder der Carter kennt, weiß das er es wie kein zweiter schafft den Spannungsbogen bis zum Schluss fast kontinuierlich hochzuhalten, die ausführliche Beschreibung der Tötungsarten ist wie immer nichts für schwache Nerven.
    Und doch ist Bluthölle etwas anders als die Vorgängerbände, ich kann nicht genau benennen woran es lag, vielleicht an Angela, die eine große Rolle in der Story spielt und wie ein exotisches Gewürz in der Suppe, eine etwas andere Note in die Geschichte bringt.
    Aber natürlich liegt das Hauptaugenmerk wieder auf dem psychopathischen Killer, der noch einmal zeigt wie tief und schwarz die Abgründe der menschlichen Seele sein können.
    Und wieder einmal ist ein Chris Carter der Garant für schlaflose Nächte und vielleicht für den einen oder anderen unruhige Träume.

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    Cover des Buches Wild Pub Galway (ISBN: 9783958132153)

    Bewertung zu "Wild Pub Galway" von Shannon Crowley

    Wild Pub Galway
    thenightvor einem Monat
    Wild Pub Galway

    Detective Inspector Frederick Dunn hat Urlaub, in dem er eigentlich viel Zeit mit seiner Tochter Shannon verbringen möchte, aber die Pubertät macht seinen Plänen einen Strich durch die Rechnung, der Haussegen hängt gewaltig schief und Dunn würde viel lieber aufs Revier fahren und seine Vertretung Detective Constable Smith unterstützen, der es neben einem Mord an dem beliebten Allgemeinarzt Aaron Casey, noch mit dem Fall der vermissten 15-jährigen Ellen und einer Stalkerin zu tun hat. Doch trotz aller Selbstzweifel kommt Smith ganz gut allein zurecht. Und dann lernt Dunn die attraktive Georgia Hayes kennen, deren Mann Jeff des Missbrauchs verdächtigt wird.

    Normalerweise mag ich es nicht, wenn das Privatleben der Ermittler zu viel Raum in der Story einnimmt, aber es gibt Ausnahmen und die Krimireihe um Frederick Dunn gehört definitiv dazu. Die Autorin Shannon Crowley schafft es ihren Lesern die Protagonisten ihre Sorgen und Freuden nahezubringen ohne das sich das Private zu sehr in den Vordergrund drängt oder gar die Ermittlungen negativ beeinflusst.

    Das ist in diesem Fall auch sehr wichtig, da die Fälle nur auf den ersten Blick nichts verbindet, erst als Smith tiefer in Caseys Vergangenheit graben muss um ein Mordmotiv zu finden erkennt auch der Leser Gemeinsamkeiten.

    Bis es so weit ist, darf man aber noch miträtseln, wer ein Motiv haben könnte den allseits beliebten Arzt zu ermorden und ob seine Weste wirklich so rein war, wie ein Großteil der Befragten in seinem Umfeld behauptet, denn es gibt auch Ungereimtheiten und es scheint als hätte Casey dunkle Flecken in seiner Vergangenheit.

    Die Spannung, die die Autorin aufbaut, beruht auf den Wendungen und dem langsamen Enthüllen aller Fakten, ich musste immer weiter lesen, noch eine Seite und noch eine Seite.

    Die Atmosphäre des Krimis ist schwer zu beschreiben, es gibt diese Krimis, die ein mulmiges Gefühl bei mir verursachen, die die Geräusche der Nacht bedrohlich erscheinen lassen, obwohl man ja weiß, dass sie vollkommen normal sind und dann gibt es Krimis wie diesen, die genauso spannend sind und die man kaum aus der Hand legen kann und die keine bedrohlichen Gefühle hervorrufen. Ich lese beide Arten gleich gern.

    Und kann jedem der die zweite Variante bevorzugt *Wild Pub Galway* Wärmstens empfehlen.

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    Cover des Buches Die Dornen des Bösen (ISBN: 9783492502955)

    Bewertung zu "Die Dornen des Bösen" von Astrid Korten

    Die Dornen des Bösen
    thenightvor einem Monat
    Die Dornen des Bösen


    Ibsen Bach ist zurück und was soll ich sagen, er hat mich wieder absolut begeistert.


    Ich empfehle den 1. Band Die Akte Rosenrote ebenfalls zu lesen, zum einen zum besseren Verständnis zum anderen weil auch der 1. Band absolut lesenswert ist.


    Ibsen macht sich auf Bitten General Sorokins auf die Suche nach Leonela, in der festen Überzeugung das die junge Bloggerin, die ihm einst das Leben rettete, noch lebt aber in großer Gefahr ist trotz des Videos, das ihrem Vater zugespielt wurde und auf dem ihre grausame Hinrichtung gezeigt wird.



    Gemeinsam mit Pola Kamarow macht er sich auf die Suche nach Leonela. Und diese Suche führt ihn zu einer Pharmazeutischen Firma (Pro Cell) in Berlin zurück in seine eigene Vergangenheit und in die tiefsten und schwärzesten Abgründe der menschlichen Seele.


    Ibsens Visionen quälen und führen ihn dabei gleichzeitig und ich war mir nie ganz sicher ob diese Visionen echt sind oder von einem dringend zu behandelnden Tumor herrühren.


    In


    Die Dornen des Bösen


    geht es um Genmanipulation, Umerziehung, Macht und Rache.


    Unvorstellbar und doch denkbar, das ist nur auf den ersten Blick ein Widerspruch in sich. 

    Unvorstellbar weil man als denkender, fühlender Mensch nicht will, dass schlimme Dinge geschehen und weil man doch weiß, das die Grausamkeit mancher Menschen vor nichts halt macht.

    Und der Leser ist dank des eindringlichen und bildhaften Schreibstils der Autorin immer ganz nah dabei, ich liebe es, wie Astrid Korten es immer wieder schafft eine ganz besondere Atmosphäre zu erschaffen, die mich beim Lesen gefangen nimmt und mich diese Atmosphäre fast körperlich spüren lässt, mittendrin statt nur dabei, trifft es eigentlich ganz gut. Auch dieses Buch der Autorin liest sich nicht locker und leicht weg, es fordert seine Leser, manchmal, ob der Handlung bis an die Grenzen und manchmal sogar über diese hinaus. Wie alle Bücher der Autorin ist also auch Die Dornen des Bösen etwas für die anspruchsvollen Leser des Genres.

    Manches in dem Buch ist grausam und kaum erträglich aber die Autorin übertreibt niemals, sie weiß immer was sie ihren Lesern zumuten kann und wo sie eine Grenze ziehen muss.

    Die Dornen des Bösen bekommt eine absolute Leseempfehlung von mir und ich freue und erhoffe einen weiteren Fall mit Ibsen Bach.

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    Cover des Buches Lovecraft Country (ISBN: 9783423219150)

    Bewertung zu "Lovecraft Country" von Matt Ruff

    Lovecraft Country
    thenightvor einem Monat
    Lovecraft County

    Ein Brief seines Vaters Montrose lockt den 22.jährigen Korea Veteranen Atticus Turner von Florida zurück nach Chicago, dieser müsse nach Ardham, um das Vermächtnis von Atticus Vorfahren zu klären.


    Auf der schwierigen Fahrt, wir befinden und in den 50er Jahren, Rassentrennung und die damit einhergehende Diskriminierung der schwarzen Amerikaner sind an der Tagesordnung, hilft ihm der *Safe Negro Travel Guide* ein Reiseführer den sein Onkel George herausgibt und der die Adressen von Tankstellen, Motels und Restaurants in denen Afroamerikaner bedient und manchmal sogar freundlich behandelt werden. Atticus weiß, dass er sich mit dieser Reise in Gefahr begibt, die nicht nur von den weißen Bürgern, sondern auch von den Sheriffs und State Troppern ausgeht, jede Verkehrskontrolle könnte seinen Tod bedeuten.


    Doch das ist alles nichts im Vergleich zu dem was ihn, seinen Onkel und seine Kindheitsfreundin Letitia Dandridges in Lovecraft Country erwartet.


    Als er in Chicago eintrifft, erfährt Atticus, das sein Vater schon nach Ardham aufgebrochen ist, irritierenderweise in Begleitung eines Weißen, ein weiterer Hinweis darauf das etwas nicht stimmt.


    In Ardham angekommen, treffen die drei auf den


    Adamitischen Orden der alten Morgenröte


    einer Art Sekte die durch okkulte Rituale an die Weltherrschaft gelangen will, anegführt wird diese Sekte von Samuel Braithwhite der davon überzeugt, ist das, ausgerechnet Atticus Turner ein direkter Nachfahre des Sektengründers Titus ist, ein Umstand der dem Rassisten Braithwithe wohl fast schon körperliche Schmerzen bereiten muss. Schlimmer noch als Samuel aber ist Caleb, charmant, zuvorkommend, freundlich rettet er die Turners, denn der Teufel in Menschengestalt hat eigene Pläne.

    Dieser erster Abschnitt ist der Auftakt zu weiteren unheimlichen Begegnungen die die Turners und Letitia haben, jedes der weiteren Kapitel stellt einen der Turners oder der Dandridges in den Mittelpunkt, unheimlicher Geschehnisse und in jedem spielt Caleb eine wichtige verbindende Rolle.



    Trotz aller Monster und okkulter Rituale, der wahre Horror spielt sich in der realen Welt ab, einer Welt, in der es Menschen nur wegen ihrer Hautfarbe verwehrt wurde, ein Haus in einer bestimmten Gegend zu kaufen, einen Kaffee in einem Diner zu trinken oder gar auf einem Gehweg zu bleiben, wenn einem ein Weißer entgegenkam. Oder dem Alltagsrassismus dem Menschen anderer Herkunft oder Hautfarbe auch heute noch überall auf der Welt begegnen, sei es in der Sprache (wobei das meiner Meinung nach, meist unbeabsichtigt geschieht) oder in Handlungen.



    Nun könnte man denken Lovecraft Country wäre angesichts des Themas ein düsteres Buch, voller Enttäuschung, Verbitterung und Wut, doch weit gefehlt, ich habe noch nie ein Buch zu diesem Thema gelesen, das mich so amüsiert hat, Ruff schreibt mir einer Leichtigkeit die seines Gleichen sucht, ohne das Wesentlich aus den Augen zu verlieren.


    Lovecraft Country, ist das erste Buch von Matt Ruff, das ich gelesen habe. Das muss ich zu meiner Schande gestehen, aber es wird nicht das letzte sein.


    Was für ein Lesevergnügen einmal angefangen konnte ich es kaum noch aus der Hand legen.


    Die zwiegespaltenen Gefühle die ich gegenüber Lovecraft hege, diesem herausragenden Schriftsteller und Rassisten, versuche ich bei Geschichten, die sich an seine anlehnen und natürlich auch bei seinen eigenen an die Seite zu schieben, er wusste es nicht besser oder anders ausgedrückt: Er war genauso unaufgeklärt und dumm, wie es Rassisten auch heute noch sind.


    Ein Wort noch zu den Übersetzern: Ich kann mir kaum vorstellen wie schwierig es sein muss, ein Buch zu übersetzen, das in einer Zeit spielt, in der es normal war, Menschen zu beleidigen und zu beschimpfen ohne das ein Aufschrei durch die Leserschaft geht, weil vielleicht nicht jeder bedenkt, das diese Worte nicht die Ansichten des Autors wiederspiegeln, sondern einfach nur in eben diese Zeit gehören. Ich finde sie haben einen richtig guten Job gemacht.

    Kommentieren0
    0
    Teilen

    Über mich

    Lieblingsgenres

    Jugendbücher, Science-Fiction, Erotische Literatur, Kinderbücher, Fantasy, Krimis und Thriller, Historische Romane, Romane

    Mitgliedschaft

    Freunde

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks