traumwald

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Rezensionen und Bewertungen

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    Cover des Buches Das Schmetterlingsmädchen (ISBN: 9783404167814)

    Bewertung zu "Das Schmetterlingsmädchen" von Laura Moriarty

    Das Schmetterlingsmädchen
    traumwaldvor 8 Jahren
    Rezension zu "Das Schmetterlingsmädchen" von Laura Moriarty

    Sobald man die ersten Seiten liest, gibt es kein zurück – man verliert sich in den Zeiten und reist mit. Ich sitze in einem dunklen Apartment mitten in New York. Ich rieche den Duft der Rosen, spüre den Stich des Dorns, welcher sich durch die gesamte Geschichte zieht und mich immer noch nicht loslässt.

    1890 – 1982
    Louise Brooks ist 15 Jahre alt und und ihr größter Wunsch ist es, ein berühmter Star zu werden. Sie ist eine ganz passable Tänzerin, und um ihren Traum wahr werden zu lassen, will sie in New York an der renommierten ´Denishawn School of Dancing` ihr Studium beginnen und erste Kontakte knüpfen. Womit sie nicht gerechnet hat ist die 36-jährige Cora, Ehefrau eines angesehenen Anwalts und ebenfalls aus Wichita, die (in der für sie ungewohnten Position der Anstandsdame) das Mädchen begleiten und unter ihre Fittiche nehmen soll. Louise ist bereits in ihrem Alter eine atemberaubende Schönheit; sie ist bekannt für ihre Arroganz und ihre Respektlosigkeit. Schon im Zug geraten Cora und Louisa erstmals aneinander. Einzig was sie verbindet, ist die Liebe zum Wort und zur Literatur, aber das ist nicht alles.

    Die Autorin greift viele kritische gesellschaftliche Themen auf, die auch heute immer wieder neuen Gesprächsstoff bieten. Zum Beispiel ethisch moralische Themen, den Generationskonflikt, die Frauenrechtsbewegung und die Prohibition. Allen voran geht es um den Wandel des Lebens und das Leben zweier Frauen, die nicht unterschiedlicher sein können. Beide verbindet ein dringender Wunsch und eine Reise, die sie verändern wird. Wobei das Augenmerk hauptsächlich auf die fiktive Person Cora und ihre Geschichte gerichtet ist und da geht es auch um die Liebe oder den Wunsch, einfach mal in den Arm genommen zu werden. Und letztlich um die Suche zu sich selbst. Der historische Hintergrund, insbesondere der der schillernden Persönlichkeit Mary Louise Brooks, dient lediglich als Maschinerie der Handlung, wobei sie keinesfalls vergessen wird. Die Schauspielerin feierte 1925 ihr Leinwanddebüt und avancierte in sämtlichen Komödien als “Flapper” zum Stummfilmstar. Die Beschreibung der Garderobe hat mich in die Goldenen 20er versetzt, aber auch in die Zeit, als die Frau von Eleganz hochgeschlossen, mit wippenden Federn auf dem Hut und einem eng umschnürten Korsett staffiert, stolz erhobenen Hauptes durch die Straßen schwebte. Vornehm und Adrett! Beide Frauen haben ein Ziel vor Augen, doch sind Coras Beweggründe nach New York zu reisen von ganz anderem Interesse. Manchmal irritierte mich der Satzaufbau (in seiner Schachtelung), da dieser ein paar mal nicht vollständig ausformuliert worden ist, was höchstwahrscheinlich an der Übersetzung liegt. Nichtsdestotrotz habe ich das Lesen genossen. Wahrscheinlich ist man mit sehr viel Fantasie auf den Titel “Das Schmetterlingsmädchen” gekommen, mir gefällt er nicht. Ich frage mich, warum man immer vom Titel des Orignials (The Chaperone) abweichen muss. Der Roman ist in der dritten Person im Präteritum geschrieben und ist trotz des langen Satzaufbaus flüssig zu lesen. Besonders spannend ist die Geschichte von Cora, da diese in den Rückblenden sehr viele Etappen ihres Lebens beschreibt, und sie so sehr real erscheinen lässt. Ich war ihr sehr nah! Ungeahnte Wendungen, welche mit dem traurigen Schicksal Coras sehr eng verbunden sind, bilden das I-Tüpfelchen und haben mich entweder verzückt oder total sprachlos gemacht. Zu viel möchte ich nicht verraten. Man wird umgeben von Traurigkeit, Wut, Ohnmacht, Mut, Hoffnung, Stärke, Glück, die Liebe und vom Wandel der Zeit – emotionslos lässt einen der Roman von Laura Moriarty nicht zurück.

    Fazit: Es lohnt sich Louise Brooks und Cora im Sommer 1922 von Kansas/Wichita nach New York zu begleiten. Es ist eines der Bücher, die nicht enden dürfen – trotz kleiner Schwächen absolut zu empfehlen. Das war mein erster Roman von Laura Moriarty und eines steht fest: Es wird nicht der Letzte sein!

    Ich habe das Manuskript gelesen und bedanke mich beim Bastei Lübbe Lese-Lieblinge Team, dass ich daran teil haben durfte. Der Roman wird übrigens am 15. Februar 2013 erscheinen.

    x Autor/in: Laura Moriarty
    x Titel: Das Schmetterlingsmädchen (Taschenbuch)
    x Titel im Original: The Chaperone
    x Genre: Roman, Historischer Roman
    x 464Seiten
    x Bastei Lübbe
    x ISBN: 3404167813

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    Cover des Buches Die unglaubliche Reise des Smithy Ide (ISBN: 9783442465583)

    Bewertung zu "Die unglaubliche Reise des Smithy Ide" von Ron McLarty

    Die unglaubliche Reise des Smithy Ide
    traumwaldvor 8 Jahren
    Rezension zu "Die unglaubliche Reise des Smithy Ide" von Ron McLarty

    Stephen King ist dafür verantwortlich, dass ich Smithy Ide in mein Herz geschlossen habe obwohl ich im Begriff war, das Buch bereits nach den ersten Seiten zu verbannen. Dann, bei Seite 200, konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen und mit der letzten, fielen ´diamantne` Tränen der Freude wie sanfte Federn auf die letzte Seite. Ich beendete die Reise mit den Worten: “Oh, wie schön”!
    ....
    Smithy Ide, von seiner Schwester auch “Hook” genannt, ist ein hoffnungsloser 43-jähriger 279 Pfund schwerer Mann. Er trinkt, er stinkt, er raucht und hat eine Vorliebe für wohlgeformte Brüste. Kurz gesagt: Er ist ein Idiot! Smithy ist ein Außenseiter der keine Freunde hat. Als seine Eltern bei einem Verkehrsunfall tödlich verunglückten, öffnet er kurz darauf einen Brief (adressiert an seinen Vater) worin steht, dass man anhand von zahnärztlichen Dokumenten eine Leiche identifizieren konnte. Es ist Bethany, seine geliebte Schwester! Kurzentschlossen setzt Smithy Ide sich auf sein klappriges Fahrrad und fährt los. Von Rhode Island nach L.A. – quer durch Amerika. Norma wird irgendwann sagen: Du bist auf der Suche! Er: Auf der Suche nach was? Er weiß nur eines, er will nach LA, um seine Schwester zu sehen. Doch diese Reise wird für Smithy sehr viel mehr sein. Ob es sein Leben verändern wird?
    ....
    Über dem Klappentext steht:

    “Liebenswert, melancholisch, ergreifend – die wunderbare Reise eines Mannes zu sich selbst.”
    ....
    So ist es! Und auch wenn man ahnt wie die Geschichte weitergeht, wird man nie wissen wie seine Suche verläuft, wenn man nicht selbst dabei gewesen ist. Ron McLartys Charaktere sind alles andere als Stereotypen. Sie sind brilliant, wie auch die Erzählweise der gesamten Handlung, welche in zwei Stränge unterteilt ist – immer aus der Sicht des “Ich” – Erzählers Smithy Ide. Über die Rückblenden lernen wir unter anderem die Familie Ide und andere Charaktere wie zum Beispiel Smithys Eltern, Norma und Bethany und ihre gemeinsame Liebe zu den Red Sox kennen. Baseball ist eine Leidenschaft, die die Familie Ide lebt und zelebriert. Mich hat das nicht gestört, obwohl ich kein Fan von Baseball bin. Einziger Kritikpunkt ist der Beginn, respektive der Dialog des Arztes im Krankenhaus. Das war so geschrieben, dass ich erst annahm, Smithy wäre kein 43-jähriger alter ´Fettsack`, sondern noch ein Kind. Trotzdem möchte ich meine Bewertung nicht daran messen, sondern den Gesamteindruck bewerten. Ich glaube einfach, das alles seinen Sinn hat, denn der Autor will mit dem Geschriebenen eine ganz bestimmte Wirkung erzielen und das ist ihm geglückt. Ich habe mich inhaltlich sehr zurückgenommen, denn es würde das eigene Leseerlebnis ganz gewiss anders gestalten.

    ....

    Lieblingszitat:
    .
    “Lieber Smithy, das hier ist mein Brief an dich, aber ich werde ihn nicht abschicken. Ich schreibe am Fenster in meinem Zimmer, und das Fenster ist offen. Der Ahorn draußen in unserem Garten raschelt, und ich lasse es vom Wind zu dir tragen, denn er kann das, und ich glaube wirklich, dass Worte fliegen können.” S. 249
    ....
    Fazit: Eine tragische Geschichte mit sehr viel Tiefe und Herzblut. Sie bereitete mir gestern mit den letzten 360 Seiten eine schlaflose Nacht und ich hätte mir gewünscht, dass diese Nacht nie enden würde. Aber alles hat ein Ende und einen Anfang – einen Neubeginn!
    ....
    x Autor/in: Ron McLarty
    x Titel: Die unglaubliche Reise des Smithy Ide
    x Genre: Roman
    x 416Seiten
    x Goldmann
    x ISBN: 3442465583

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    Cover des Buches Mein Bruder schiebt sein Ende auf (ISBN: 9783852187594)

    Bewertung zu "Mein Bruder schiebt sein Ende auf" von Joseph Zoderer

    Mein Bruder schiebt sein Ende auf
    traumwaldvor 8 Jahren
    Rezension zu "Mein Bruder schiebt sein Ende auf" von Joseph Zoderer

    Konrad

    “Soll ich den Stein aufheben und zu neuem Leben erwecken?”
    .....
    Der gesichtslose Erzähler und die Erinnerungen an eine außergewöhnliche Freundschaft. Eine Freundschaft, die dem Erzähler ohne Gesicht und ohne Namen nah und doch so fern erscheint. Eine Freundschaft ohne Umarmung – gibt es sowas? Ich lese und philosophiere – ganz im Stillen, ganz für mich. So wie es wahrscheinlich auch Konrad jeden Donnerstag allein gemacht hat. Man weiß es nicht! Der eine Jurist, der andere Philosoph.
    .....
    “Wir fühlten uns damals noch in der Geistesnähe von Mark Twain oder Edgar Allan Poe, aber wir schlüpften schon in die Phantasie von Hemingway, Sartre und Camus.”
    ....
    Ein Satz der mich nachdenklich stimmt. Lebten die philosophischen Gespräche der Freunde im Schatten dieser namhaften Persönlichkeiten, wenn sie über Ist, Sein und Dasein philosophierten? Was ist die Erfüllung des Lebens?
    ....
    Mein Bruder schiebt sein Ende auf
    ....
    “Er sagt, es war ein Krieg, alles war schrecklich. Du kannst dir das nicht vorstellen. Das versteht nur jemand, der das mitmachen musste.” S. 93 In dieser zweiten Erzählung geht es um zwei Brüder, um Liebe und ein stummes Wünschen und um noch viel mehr. Ich möchte nicht mehr sagen als das: Ich habe geweint!
    ....
    Ich greife gedanklich nach Gesprächsfetzen, oder den Gedanken des Erzählers und schmiede meine eigenen. So ist das immer, wenn ich ein neues Werk von Joseph Zoderer lese. Beide Erzählungen haben etwas trauriges und sagen selbiges aus, obwohl sie völlig unterschiedlich sind. Es ist der Abschied, die Einsamkeit, der Schmerz und der Wunsch der Befreiung. Fast schon wie ein krampfhafter Kampf mit sich selbst! Mir gefällt der Schreib- und Sprachstil der zweiten Erzählung jedenfalls besser als bei der Ersten. So muss das sein Herr Zoderer! Diese zweite Erzählung hat mich berührt!
    ....
    x Autor/in: Joseph Zoderer
    x Titel: Mein Bruder schiebt sein Ende auf
    x Genre: Erzählung
    x 141 Seiten
    x Haymon
    x ISBN: 3852187591

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    Cover des Buches Dylan und Gray (ISBN: 9783414820792)

    Bewertung zu "Dylan und Gray" von Katie Kacvinsky

    Dylan und Gray
    traumwaldvor 8 Jahren
    Rezension zu "Dylan und Gray" von Katie Kacvinsky

    “DU MUSST DEIN EIGENES LEBEN LEBEN”
    ....
    Dylan ist ein stinknormales Mädchen, das sich wenig um das Optische schert. Sie fotografiert alles was ihr vor die Linse kommt. Dabei ist es
    ihr völlig egal was andere über sie denken, wenn sie die Wege versperrt oder Dinge sagt, auf die man nicht gefasst ist. Gray fragt sich, warum sie zur Hölle den Asphalt fotografiert. Als er sich nähert sieht er zwei winzige Gekkos. Nachdem Dylan das Foto im Kasten hat, kommt es zum ersten Gespräch. Sie wirkt lebendig, er hingegen sehr reserviert, mürrisch, nachdenklich und sogar abweisend. Der coole Gray.
    Auf dem Campus des Mesa Community College beobachtet er sie und sie ihn.
    Sie ist anders und er ist es auch, denkt er sich. Ehe er sich versieht, wird er prompt als Chauffeur befördert. Mit dem Bus zurück nach Scottsdale dauert es einfach viel zu lange. Doch dann geht es erstmal auf Erkundungstour, bei denen sich beide näher kennen lernen und Dylan ihn sogar zum Lächeln bringt.
    .....
    Während ich Zeile für Zeile gelesen hatte dachte ich an jenen Moment zurück, als ich mich erstmals verliebt hatte. Da gibt es drei magische Worte, die mir ebenfalls nicht so schnell über die Lippen kamen wie bei Gray. Ob das heute anders ist? Nun ja, ich bin mir ganz sicher, dass ich heute weiß was LIEBE ist. In diesem Jugendbuch denkt Gray über die Liebe nach. Wann spürt man sie, kann er sie denn noch spüren? ICH LIEBE DICH – drei ernst gemeinte Worte, oder eher flapsig dahergesagt? Dylan hat wie ich finde eine sehr direkte aber auch feinfühlige Art aus einem Menschen das herauszukitzeln, was ihn beschäftigt. Man lauscht den Gedanken, die zwischen Gray und Dylan hin und her wechseln. Sie sind sehr detailreich, aber was ich vermisste war das Drumherum! Zwar übermittelt diese jugendliche Liebesgeschichte eine schöne Botschaft, aber das Kribbeln zwischen zwei Verliebten spürte ich nicht. Vielleicht hat mich der Erzählstil daran gehindert, Bilder zu formen oder mich mitreißen zu lassen. Dylans Frage/Antwort Spiel ist für Gray etwas völlig Neues, es trägt dazu bei, sich besser kennen zu lernen. Das hab ich gemocht! Wenn nichts ereignisreiches geschieht, kann es manchmal sehr anstrengend werden, einer Geschichte zu folgen. Dann sieht es wie folgt aus: Man blättert zehn Seiten weiter und im Grunde hat sich nichts spektakuläres getan.
    Die folgenden Zeilen jedoch, welche Gray an Dylan erinnern, werden mich immer an dieses Buch erinnern.
    ....
    >>Mein Phoenixkaktus
    Mein turmhoher Saguaro
    Stark, einsam und frei
    Voll schweigender Weisheit
    Du lebst zweihundert Jahre
    Mir aber bist du zu pieksig
    Wenn ich auf dich falle
    Tätowierst du mich
    Mit nadelspitzen Wunden
    Als wäre ich das Opfer
    Einer verrückten Omi
    Die mit Sticknadeln angreift
    Trotzdem bewundere ich
    Deine in die Luft gestreckten Arme
    Auf anderen Armen
    Auf anderen Armen
    Auf anderen
    Denn ich mag Arme
    Doch deine sind pieksig
    Drückst du mich an die Brust
    Sterbe ich vor Liebe
    Und zwar buchstäblich
    Ich werde dich immer bewundern
    Aber nur aus der Ferne
    Ich will dir Wasser geben
    Aber du brauchst mich nicht
    Vielleicht ist das der Grund
    Warum ich dich so mag?<< S. 194
    ....
    Und mit dem darauf folgendem Satz musste ich erstmals schlucken. Aber erst auf Seite 194 – leider viel zu spät! Betrachte ich das Ganze, so komme ich auf drei lieb gemeinte leicht funkelnde Sterne. Die letzten Seiten mit dem offenen Ende lassen mich dennoch auf eine gelungene Fortsetzung hoffen.
    ....
    Fazit:

    Ein nettes Jugendbuch über die erste Liebe, den ersten Kuss und …..
    ....
    Mauern können nicht sofort durchbrochen werden. Es reicht ein Fenster und eine Tür, um sich langsam vom Schmerz zu trennen.
    Ein tolles Weihnachtsgeschenk!
    ....
    Für die Bereitstellung des Leseexemplars geht mein Dank an Lesejury-Liebling / Bastei Lübbe Boje Verlag
    ....
    x Autorin: Katie Kacvinsky
    x Titel: Dylan & Gray
    x Genre: Jugendbuch / Liebesgeschichte (14 bis 17 Jahre)
    x 240 Seiten
    x Bastei Lübbe / Boje Verlag
    x ISBN: 341482079X

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    Cover des Buches Das zerbrochene Fenster (ISBN: 9783404160464)

    Bewertung zu "Das zerbrochene Fenster" von Zoe Beck

    Das zerbrochene Fenster
    traumwaldvor 8 Jahren
    Rezension zu "Das zerbrochene Fenster" von Zoe Beck

    2003 beginnt Pippa Murray mit ihren Gedanken zum Verschwinden ihres Freundes Sean Butler die erste Seite ihres Tagebuches zu füllen. Man erfährt darin viel über sie und ihn. Und über die Familie Murray. Pippa sucht die Fehler bei sich, geht jedem Hinweis nach, denn seit allerorts die Plakate mit der Suche nach Sean inklusive ihrer Telefonnummer aushängen, steht ihr Telefon nicht still.
    .....
    Auszug aus dem Klappentext:

    “2010 Schneechaos in Schottland. Auf einem Landsitz wird die Leiche der jungen Witwe des erst kürzlich verstorbenen Lord Darney gefunden….”
    ....
    Cedric ist sich sicher am Telefon den Namen Sean aufgeschnappt zu haben. Für ihn steht fest, dass er diesen Mann finden muss und alarmiert die zuständige Polizei. Detective Isobel Hepburn untersucht den Fall. Für sie und ihre Kollegen steht zunächst jedoch Cedric unter Verdacht, seine Stiefmutter ermordet zu haben. Das Motiv: Cedrics mit Medikamenten zugedröhnter Zustand und natürlich das Darney Erbe. Doch dann steht plötzlich eine junge Frau im Polizeipräsidium und behauptet, dass ihr seit sieben Jahren verschwundener Freund Sean Butler der gesuchte Mörder ist.
    ....
    “…Als die Polizei sie zu Hause aufsucht, ist die junge Frau spurlos verschwunden…”

    Neben den genannten Personen, gibt es noch weitere interessante Charaktere. Zum Beispiel die Chandler-Lyttons und der Journalist Ben, Pete Butler, John (Bens Vater) und und und….
    ....
    Jede Person hat seine Geschichte und ist mit der oder der Person auf irgend eine Art und Weise verbunden. Das und viel mehr bringt uns die Autorin im zweiten Handlungsstrang über die neutrale (nein, eigentlich ist es mehr personifiziert) Erzählkunst näher. Über die letzten Seiten lässt sich streiten. Meiner Meinung nach hätte Zoë Beck noch mehr herauskitzeln können, immerhin empfand ich die Darstellung der Charaktere so gelungen herausgearbeitet, dass ich mir sagte: Da muss noch mehr sein! Ich hoffte darauf! Das Ende war leider ein bisschen zu abrupt!
    ....
    Nichtsdestotrotz spürte ich von Anbeginn eine durchgehend düstere Atmosphäre.
    ...
    Über dem Klappentext steht in rot gedruckten Lettern: DEIN ZIEL IST DIE WAHRHEIT. DOCH WAS, WENN SIE DICH NIE WIEDER RUHIG SCHLAFEN LÄSST?
    ....
    Sie ließ mich nicht einschlafen, nicht bevor ich die letzte Seite ausgelesen hatte. Ich saß am Fenster und draußen rieselte der Schnee. Zoë Beck hat erneut bewiesen, dass ein Buch auch ohne Blutvergießen, ohne gewalttätige Szenarien auskommt. Das zeichnet einen Autor mit Klasse aus. Zum Schluss noch ein bisschen mehr Nervenkitzel, dann wär mir ´Das zerbrochene Fenster` nicht nur vier, sondern fünf Sterne wert gewesen.
    ....
    Fazit: Ich bin von der Schreibkunst Zoë Becks so überzeugt, dass ich davon nicht genug bekommen kann. Ich empfehle dieses Buch jedem Leser, der es unblutig aber trotzdem durchgehend spannend mag.
    ....
    x Autor/in: Zoe Beck
    x Titel: Das zerbrochene Fenster
    x Genre: Thriller
    x 368 Seiten
    x Bastei Lübbe
    x ISBN: 3404160460

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    Cover des Buches Department 19 - Die Mission (ISBN: 9783785760802)

    Bewertung zu "Department 19 - Die Mission" von Will Hill

    Department 19 - Die Mission
    traumwaldvor 8 Jahren
    Rezension zu "Department 19 - Die Mission" von Will Hill

    Wo vorher noch die knorrige Eiche in voller Blüte stand, obwohl die Äste kahl waren und das Mondlicht die tanzenden Schatten auf dem Rasen zeichneten, waren sie weg als urplötzlich uniformierte Gestalten auf Julian zurannten und das Feuer eröffneten.
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    Es war im November 2007 als Jamie mit eigenen Augen sah, wie ein Kugelhagel seinen Vater Julian Carpenter tötete.
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    Es hieß, dass Jamies Vater geheime Informationen an eine britische Terrororganisation verkaufen wollte. In der Nachbarschaft und überall galt Julian Carpenter als Verräter und egal wohin es Jamie und seine Mutter zog, sie waren nicht erwünscht.
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    Erst war der Schock und die Trauer da, dann die Wut und ein unbändiges Hassgefühl gegenüber seinem Vater. Wer war er; wer war Julian Carpenter?
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    Kurzbeschreibung
    >>Jamies Leben wird nie wieder dasselbe sein. Sein Vater tot, seine Mutter vermisst und er selbst von einem Hünen namens Frankenstein entführt – an einen Ort wie aus einem Science-Fiction-Film. Hier residiert die geheimste Organisation der britischen Regierung: das Department 19. Verantwortlich für die Bekämpfung des Übernatürlichen. Gegründet vor über einem Jahrhundert von niemand Geringerem als Abraham van Helsing, dem Erzfeind des Grafen Dracula …
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    Mit der Hilfe von Frankensteins Monster, einem schaurig-schönen Vampirmädchen mit ganz eigenen Absichten und den Mitgliedern der Organisation muss Jamie nicht nur sein eigenes Leben, sondern auch seine Mutter vor einem grauenvollen, übermächtigen Vampir retten – während etwas viel Älteres sich regt, das selbst das Department 19 nicht bezwingen kann …<<
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    Meinung
    Eine grandiose Geschichte mit einer Fülle an unzähligen Informationen erwartet den Leser. Was Jamie etwas unglaubwürdig erscheinen lässt, ist seine Unerschrockenheit, weil sein Charakter anfangs ganz anders beschrieben wird. Aber ehrlich gesagt bleibt ihm auch keine andere Wahl, als sich dem Feind todesmutig entgegen zu stellen. Ich glaube es ist wichtig unvoreingenommen ans Buch zu gehen. Man muss sich auf die Geschichte wirklich einlassen. Anfangs blutig, im mittleren Teil nimmt die Spannung zwar ab, aber man gelangt an Informationen die wichtig sind, um der Storyline zu folgen. Am Ende wird jedoch mehr Blut fließen. Zwischendrin taucht der Leser ins 19. Jahrhundert ein und trifft auf die sagenumwobenen Gestalten Van Helsing, Dracula, das Monster Frankenstein und auf weitere Beteiligte. Positiv angetan war ich auch von Larissa.
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    Ob Julian seine Mutter finden wird, müsst ihr selbst herausfinden.
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    5 Sterne von 5 Sterne

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    Fazit: Unbedingt lesen!

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    Cover des Buches Dornröschenschlaf (ISBN: 9783548283784)

    Bewertung zu "Dornröschenschlaf" von Alison Gaylin

    Dornröschenschlaf
    traumwaldvor 8 Jahren
    Rezension zu "Dornröschenschlaf" von Alison Gaylin

    Alison Gaylin hat mit dem ersten Fall der Privatermittlerin einen gut durchdachten Thriller/Krimi geschaffen, welcher allerdings meinen Ansprüchen nicht genügte. Normalerweise habe ich eine ziemlich gute Spürnase, aber diesmal wurde ich auf völlig falsche Fährten geführt.Mit der Auflösung jedoch hat es sich die Autorin, meines Erachtens nach, zu einfach gemacht. Trotzdem: Selten gab es Bücher, die mich so stark verwirrten, wie dieses hier. Es gab Momente, in denen ich mich fragte: “Moment mal, hast du irgendwas überlesen, oder…?” Aber nein, das hatte ich nicht. Es ist wie ein Puzzle – Stück für Stück kommt der AHA-Effekt!
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    Kurzbeschreibung:
    Was würdest du tun, wenn du nicht vergessen kannst? Wenn du nicht weißt, wo deine Liebsten sind? Wenn jede Erinnerung dich zum schrecklichsten Moment deines Lebens führt? Seit der Entführung ihrer Schwester vor vielen Jahren leidet die Privatdetektivin Brenna Spector unter einem seltenen Phänomen: Sie kann sich mit allen Sinnen an jede Situation erinnern. Jeden vergangenen Moment zu sehen, zu hören und zu riechen ist ein Segen in ihrem Beruf, aber eine Qual in ihrem Leben. Vor allem, als Brennas neuester Fall zu einem vermissten Mädchen führt, das auf die gleiche Art verschwand wie ihre eigene Schwester …
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    Der Leser lernt zunächst Carol Wentz kennen und merkt früh, dass sie ein tiefes Geheimnis in sich trägt – dies ist unter anderem der Grund, warum ich diesen Roman unbedingt weiterlesen musste. Ehrlich gesagt fand ich sie äußerst seltsam, doch ihre Eheprobleme mit Nelson, ihre schleierhafte (mysteriöse) Vergangenheit und ihr Engagement das spurlos verschwundene Mädchen Iris Neff zu finden, machten mich neugierig. Brenna Spector ist als Privatdetektivin tätig und verfügt über eine Gabe, die sowohl hilfreich als auch zerstörerisch sein kann.
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    Mit ihrem neuesten Fall wurde sie an den Tag erinnert, als ihre kleine Schwester Clea verschwand. Spätestens dann, als ihre Kollegen Trent und Nick Morasco das Foto einer Frau vorlegen, weiß der Leser, dass Nelson seine Frau Carol vermisst – der eigentliche Fall!
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    Meinung:
    Brennas Fall nimmt von Seite zu Seite immer abstrusere Formen an. Immer wieder gibt es neue Wendungen, auf die man als Leser nicht gefasst ist, was ich gut finde. Der Lesefluss und der Spannungsbogen wird durch Brennas Rückblenden, die in kursiver Schrift hervorgehoben werden, abrupt gestoppt. Man lernt die private Seite der Detektivin kennen, in der sehr gut veranschaulicht wird, welche Wirkung das hyperthymestische Syndrom auf sie hat. Sie ist die Frau, die sich an alles erinnert und mit diesem Fall darauf hofft, ihren eigenen zu lösen. Zugegebenermaßen habe ich “Dornröschenschlaf” - dessen Titel im US Original besser getroffen ist und “And she was” heißt – gerade auch wegen der zähen Langatmigkeit, ziemlich oft zur Seite gelegt. Der Nebeneffekt war, dass ich somit das Gelesene unbewusst diesmal wesentlich besser verinnerlichen konnte.
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    Es ist ein merkwürdiges Gefühl, unbedingt wissen zu wollen wie es weitergeht, aber andererseits keine Lust verspürt sich durch zu hangeln, weil jegliche Spannung fehlt. Vielleicht aber auch weil man die Fäden nur nach und nach mit endlos kleinen Schritten und zahlreichen Umwegen zu fassen bekommt, was ich eigentlich ganz gut finde.
    Stück für Stück wird der Leser an den Fall herangeführt.
    ---
    Sehr lange tappt man im Dunkeln. Ein riesiges Geflecht verschiedener unvorhersehbarer Ereignisse, die oftmals weit in der Vergangenheit liegen. Ich schwanke zwischen zwei und drei Sternen. Die Spannung erstickte meist dann im Keim, wenn etwas Neues hinzukam. Zu viele Beteiligte. Ein Irrgarten mit dürftigen Hinweisen, die mich als Leser manchmal ratlos stehenließen, mich aber dennoch neugierig stimmten. Hätte man den Vermissten eine Stimme gegeben und in einem dritten Strang behandelt, dann wäre es sicherlich wesentlich spannender geworden. Im Nachhinein weiß der Leser nichts über die verschwundenen Personen, weil man keinen tieferen Zugang zu ihnen erhält. Nicht wo sie waren, in welchem Zustand sie sich befanden, oder welche Ängste sie durchstehen mussten und wer sie überhaupt gewesen sind; abgesehen von den Gemeinsamkeiten. Die Auflösung hat mich eher unbefriedigt zurück gelassen. Das krankhafte Motiv des Täters(/in) ist mir ebenfalls nicht klar.
    ---
    Zwar ist die Handlung sehr gut durchdacht, aber ab der Hälfte wendet sich das Blatt. Das Ende hat mich anders als erwartet ziemlich enttäuscht und ist der Hauptgrund für die persönliche Bewertung und meine scharfe Kritik. Ich schätze, dass die Autorin zuviel hineingepackt hat und es in erster Linie ihr Anliegen war, Verwirrung zu stiften. Das ist ihr bis zur Hälfte des Romans gelungen. Mir erschließt sich leider immer noch nicht, was genau im September 1998 am Labor Day passiert ist, schließlich ist das die Verbindung zu allen Vermissten und Brenna höchstpersönlich. Eigentlich kann man es nur erahnen! Schließlich sind es Brennas Erinnerungen mit der sie Licht ins Dunkel bringt, und sich selbst in Gefahr.
    Letztlich wurden aus einem Fall mehrere Fälle mit merkwürdigen aber interessanten Parallelen, aus denen man wesentlich mehr hätte machen können. Trotz meiner vorangegangenen Kritik, sind mir Morasco und Brenna während des Lesens richtig sympathisch geworden und ich gedenke den zweiten Fall ebenfalls zu lesen!
    ---
    Fazit:
    Interessante Charaktere und Dialoge; das Ende – zu platt!

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    Cover des Buches Der Duft des Regens (ISBN: 9783866481763)

    Bewertung zu "Der Duft des Regens" von Frances Greenslade

    Der Duft des Regens
    traumwaldvor 8 Jahren
    Rezension zu "Der Duft des Regens" von Frances Greenslade

    Erst scheint die Welt im Westen Kanadas für Jenny, Maggie und ihre Eltern Friede-Freude-Sonnenschein zu sein, so als würde die Sonne nur für sie scheinen, bis dunkle Wolken heraufziehen und ihr Leben völlig verändert wird. Du schwebst mit, nimmst den Geruch der Wälder war, hörst das Unterholz knacken, die Grillen zirpen und viel später spürst du den Schnee unter den Füßen knirschen. Zwischendrin die Stille, die nachdenklich macht und Fragen über das Warum aufwirft. Das Schicksal ist wie ein Orkan. Der Regen peitscht mit heftigen Böen gegen die Fenster. Erst weint Jenny, doch dann versiegen ihre Tränen.
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    Erst starb der Vater, dann fingen die Freundinnen Irene und Rita aus heiterem Himmel plötzlich zu streiten an.
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    Maggie schlief im Auto, weil sie so das Gefühl hatte, ihre Mutter von ihren nächtlichen Ausflügen abhalten zu können. Es ging alles wie im Nu! Die Wagentür wurde aufgerissen und mit dem Regen flogen Decken, Kissen und Gepäck auf die Hinterbank. Jenny dachte sich nichts dabei! Eine spontane Fahrt an abgelegene Orte hatten sie schließlich oft unternommen. Und dies war eine Notsituation. Irene wollte einfach nur weg, um dem Streit zu entkommen. Maggie hingegen hatte ein flaues Gefühl in der Magengrube. Sie sollte Recht behalten als sich herausstellte, dass der Besuch bei Vaters alten Freunden Bea und Ted Edwards sich als etwas langfristiges herausstellen würde.
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    Original Klappentext:
    Wir haben nicht versucht unsere Mutter zu finden. Sie war fort – wie eine Katze, die eines Abends durch die Hintertür verschwinden und nicht mehr wiederkommt und du weißt nicht, ob ein Kojote sie sich geschnappt hat oder ein Raubvogel, oder ob sie krank geworden ist und es nicht mehr nach Hause geschafft hat. Wir ließen die Zeit vergehen, wir warteten voller Vertrauen, denn sie war immer eine wunderbare Mutter gewesen. >>Sie ist die Mutter, sagten wir uns wieder und wieder.<<
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    Meinung:
    Von ganzem Herzen wünschte ich mir sagen zu können, dass “Der Duft des Regens” mich komplett überzeugen konnte. Man möge meinen, dass alle Fragen und das große Warum beantwortet werden würde. Aber dies liegt im Auge des Betrachters. Die Handlung verläuft geradlinig. Im Grunde gibt es keinen weiteren Strang; es gibt nur die Erzählung, welche im Präteritum aus der Sicht von Maggie Dillon erzählt wird. Zuviel möchte ich nicht verraten, aber es kommt zu interessanten Begegnungen und weiteren Schicksalsschlägen. Ich persönlich denke, dass das Potential des Romans von Frances Greenlade nicht vollends ausgeschöpft wurde. Es gibt Beweggründe, die man einem abnimmt oder auch nicht. Ich schwanke bei der Punktevergabe zwischen 3 und 4 Sternen und entscheide mich für letzteres. Warum? Wenn man liest und nebenher alles um sich herum vergisst, es einem schwer fällt das Buch aus der Hand zu legen, dann liegt es mir fern, anders zu entscheiden. Stets gibt es ein paar kleine Rückblenden zu einer Zeit, als in Duchess Creek noch alles in Ordnung war. Erinnerungen, von denen Maggie und Jenny lange zehren.
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    Fazit:
    Wenn du dich nach dem Geruch des Waldes und dem Zirpen der Grillen sehnst, dann wird dich dieser Roman in die Wälder im Westen Kanadas entführen. Zwischen Schicksal und Tränen der Erinnerungen schwebt immer ein Funken Hoffnung!

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    Cover des Buches Die Gottlichen Geheimnisse Der Ya-ya Schwestern / Divine Secrets of the Ya Ya Sisterhood (ISBN: 3442448824)

    Bewertung zu "Die Gottlichen Geheimnisse Der Ya-ya Schwestern / Divine Secrets of the Ya Ya Sisterhood" von Rebecca Wells

    Die Gottlichen Geheimnisse Der Ya-ya Schwestern / Divine Secrets of the Ya Ya Sisterhood
    traumwaldvor 8 Jahren
    Rezension zu "Die Gottlichen Geheimnisse Der Ya-ya Schwestern / Divine Secrets of the Ya Ya Sisterhood" von Rebecca Wells

    Rauchen, trinken, niemals denken – so lautet das Motto der Ya-Ya-Schwestern Teensy, Necie, Vivi und Caro, wenn sie in der Hitze Louisianas Billiee Holiday hörten und ihre Kinder, die >>Petis Ya-Yas>Diese Party braucht Vivi Belebung.<<
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    Die Familie, Mutter-Tochter-Beziehungen mit Verve und Leidenschaft, ihre Geheimnisse, ihre kleinen Morde und ihre wunderbare Lebendigkeit, beschreibt nicht nur das Stück von May Sorensons ´tour de force`, für das Sidda Regie führt. Diese Lebendigkeit ist allgegenwärtig, sie wird immer wieder erlebt und gelebt. Roberta Lydell lobte die vorangegangene Inszenierung von ´Frauen und ihre Töchter`.
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    Als Journalist ist es wichtig Vertrauen und so etwas wie ein kumpelhaftes Verhältnis aufzubauen. Sidda vertraute darauf. Als sich ihre Zunge lockerte schnappte die Falle zu. Die Kritik zu Sorensons Stück in der Feuilleton-Beilage der New York Times vom 8. März 1993 hatte den reißerischen Aufhänger ´Step tanzende, prügelnde Rabenmutter`. Damit floss ein Strom durch Himmel und Hölle, der einen erbitterten Streit zwischen Mutter und Tochter entfachte. Jeglicher Annäherungsversuch seitens Sidda wurde mit Nichtachtung oder dem Klacken des Telefonhörers gestraft, wenn Vivi ihn auf die Gabel hing.
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    >>Schick mir eine Berührung, eine Zigarette, einen Kuß, eine Umarmung. Hilf mir, damit ich nicht welke und sterbe!<<
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    Als Sidda den Zuschlag für Clare Boothe Luces ´Die Frauen` erhielt, war sie auf die Hilfe ihrer Mutter und den Ya-Ya`s angewiesen. Sie sind die wahren Experten wenn es um das Thema Freundschaft geht. Siddas Bitte formulierte sie in einem Brief, jedoch erhielt sie keine Antwort. Als Siddas Heirat mit Connor zu platzen droht, gibt sich Vivi einen Ruck und schickt ihr nach Absprache mit Teensy, Necie und Caro das Album ´Die göttlichen Geheimnisse der Ya-Ya-Schwestern` zu. Sidda gönnt sich eine kleine Auszeit in einem kleinen Haus am Lake Quinault, circa drei Stunden von Seattle entfernt und bemerkt nicht, wie Connor die Sendung ihrer Mutter in den Kofferraum verstaut. Sidda entdeckt beim Ausräumen das Paket und als sie den Absender ihrer Mutter sieht, vermutet sie eine tickende Zeitbombe, und nicht etwa das Album der Ya-Ya`s.
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    Meinung:
    Sobald Sidda die erste Seite des Albums aufschlägt, beginnt ihre abenteuerliche Reise in die Vergangenheit. Die Ya-Ya`a zu begleiten ist Erlebnis pur. Es fühlt sich an, als wäre man hautnah dabei und plötzlich beginnt Sidda zu verstehen, was sie und ihre Mutter verbindet. Vor allem was die Ya-Ya-Schwestern verbindet. Tiefe Freundschaft die über alle Grenzen hinweg geht. Ein Ya-Ya-Schwur, welcher in Kindheitstagen feierlich zelebriert wurde. Und immer sickert durch, welch´ dunkler Schatten die Gemüter zu Zeiten der Wirtschaftskrise und des zweiten Weltkrieges erhitzte und begleitete. Wobei man auf diese historischen Ereignisse nicht näher eingeht, das möchte ich ganz klar sagen. Ein großes Thema ist die streng religiöse katholische Erziehung; auf mich wirkt sie (gerade im letzten Drittel des Buches) sehr destruktiv. Dies trägt nebst der Freundschaft der rebellischen Ya-Ya`s zur Tiefe bei und festigt die Aussagekraft der göttlichen Geheimnisse. Das Ende der Geschichte hätte meiner Meinung nach etwas spektakulärer gestaltet werden können. Obwohl sich die Geschichte zwischenzeitlich ein bisschen zog, habe ich sie genossen und alle Geheimnisse so in mir aufgesogen, als wären sie meine eigenen.
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    Sprache & Schreibstil: Die Geschichte wird im Hauptstrang in der Personalen Erzählperspektive erzählt und ist flüssig zu lesen. Alte Ausgabe = alte Rechtschreibung! Besonders interessant ist der Schriftverkehr zwischen Vivi und ihren Mädels.
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    Liebstes Zitat:
    >>Diejenigen, die wissen, reden nicht. Diejenigen, die reden, wissen nicht.<<
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    Fazit:
    Ein belebendes Leserlebnis, ideal für den Sommer!
    Wer gerne Geschichten über die Abenteuer einer geheimnisvollen Bande rebellischer Frauen lesen möchte, in der die Freundschaft das allerhöchste Gut ist, dem seien “Die göttlichen Geheimnisse der Ya-Ya-Schwestern” wärmstens empfohlen.

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    Cover des Buches Katzentisch (ISBN: 9783446238589)

    Bewertung zu "Katzentisch" von Michael Ondaatje

    Katzentisch
    traumwaldvor 8 Jahren
    Rezension zu "Katzentisch" von Michael Ondaatje

    Ich begleitete den 11-jährigen Michael auf seiner Reise von Ceylon (Sri Lanka) nach England. Er war ganz allein. Wir durchquerten den Indischen Ozean, den Golf von Aden, das Rote Meer, fuhren durch den Suezkanal in das Mittelmeer und so lernte ich Cassius und Ramadhin kennen, die wie Michael (Mynah) den Außenseitern einer buntgemischten Gesellschaft angehörten.
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    Im Speisesaal am Bord der ´Oronsay` sitzen sie am Katzentisch neben geheimnisumwitterten Reisegefährten und lauschen ihren Geschichten. Sie lernen die geheimnisvolle Miss Lasqueti, einen Wahrsager, Mr. Mazappa, den Botaniker Mr. Daniels, Hector de Silva und den Baron – der auf elegante Weise die Mitreisenden bestielt – kennen. Die Jungens klettern in Rettungsboote und beobachten heimlich das Geschehen an Deck.
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    ES GIBT IMMER EINE GESCHICHTE DIE EINEN ERWARTET.
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    Erst war es ein großes Abenteuer, dass die Jungens auf ewig miteinander verbinden sollte.
    Doch worum geht es in Ondaatjes Katzentisch genau?
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    Kurz gesagt geht es um Freundschaft, erste intime Erfahrungen, Betrug und Macht, Sehnsüchte, um Vergänglichkeit und Erinnerungen. Ich las einen literarisch sehr anspruchsvollen Roman, blätterte zwischenzeitlich zurück, da ich nebenbei noch andere Bücher las, um wieder Mitreisender auf der Oronsay zu sein. Versetzt in das Jahr 1954 verspürte ich die Nostalgie, die mich umwebte. Ich erlebte, wie die Musik aus dem Grammophon die Gäste beschwingte; ich Zeuge eines Diebes wurde, der durch seine abgebrühte, aber freundliche Kaltschnäuzigkeit Michael zum Mittäter machte. Wir machten unsere ersten Erfahrungen mit Alkohol, dem Rauchen und kauten Kraut, das uns die Sinne vernebelte. Obwohl Michael durch seine Aufsichtsperson (seiner Tante) begleitet wurde, musste er sich allein zurechtfinden. Die drei Freunde entwickelten einen Beschützerinstinkt – sie wollten wahre Helden sein. Große starke Männer! Sie ahnten nicht, dass ihre Detektivarbeit gefährlich werden würde.
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    Ondaatjes Sprachstil verführt und ehe man sich versieht, sitzt man am Katzentisch. An Deck lausche ich dem Klang des Meeres und rieche die salzige Luft. Ondaatje erzählt im ersten Strang aus der kindlichen Perspektive und wechselt später in die Zweite – der Perspektive des Erwachsenen Michaels. Die Sätze waren für mich persönlich ungewohnt lang und erforderten – trotz des flüssigen Stils – höchste Konzentration. In der Kurzbiographie des Autors erfuhr ich, dass der Autor mit Katzentisch in gewisser Weise seinen eigenen Werdegang beschreibt. Jedoch handelt es sich bei diesem Werk nicht etwa um seine eigene Biographie. Auf den letzten Seiten erfährt man, dass es sich im Grunde um eine fiktive Geschichte handelt. Die Handlung und alle Personen sind frei erfunden. Trotzdem habe ich das Gefühl, den Autor mit Katzentisch besser kennengelernt zu haben.
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    Mein liebstes Zitat, welches das Buch mit kurzen Worten beschreibt:
    >>MANCHMAL FINDEN WIR UNSER WAHRES, ganz und gar uns gehörendes Ich in der Jugend. Dann erkennen wir etwas in uns, was anfangs winzig ist und in das wir hineinwachsen werden.<<
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    Fazit: Farbenfroh, detailreich, poetisch, intelligent! Nur spannend zu lesen, wenn man gedanklich mitreist!

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