ulliken

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    Cover des Buches Ede und Unku - die wahre Geschichte (ISBN: 9783579086941)

    Bewertung zu "Ede und Unku - die wahre Geschichte" von Janko Lauenberger

    Ede und Unku - die wahre Geschichte
    ullikenvor 2 Tagen
    Kurzmeinung: Janko Lauenberger nimmt uns mit, seine Vergangenheit, und damit die Vergangenheit von mehreren tausend Sinti und Roma, aufzuarbeiten.
    Erschütternd

    Das Cover zeigt einen Jungen und ein Mädchen, die miteinander lachen. Es ist in den Farben Gelb, Rot und Weiß gehalten. Ganz oben lesen wir die Namen der Autoren "Janko Lauenberger mit Juliane von Wedemeyer". Herausgegeben wurde das Buch im Güters Loher Verlagshaus.


    Das Buch "Ede und Unku" von Grete Weiskopf alias Alex Wedding handelte auch von tapferen Kommunisten und habgierigen Kapitalisten, was wohl der Grund war, weshalb es als Schullektüre in der damaligen DDR auf dem Lehrplan stand.

    Doch das alles hat den Autoren Janko Lauenberger nicht interessiert. Ihn interessierten vielmehr die Bilder, auf denen er Verwandte wiedererkannte. Das Sinti-Mädchen Unku ist seine Großcousine, eine Cousine seiner Großmutter.


    Und so begibt sich der in Berlin bekannte Jazzmusiker Janko Lauenberger gemeinsam mit der Journalistin Juliane von Wedemeyer auf die Spuren seiner Familie, die damals noch Lauenburger hieß. Diese Familie hat in den Jahren 1918 bis 1945 in der DDR ein schlimmes Leben gefristet. Janko schafft es, die Geschichte seiner Familie zu verfolgen. Dies ist sehr unterhaltsam, aber auch erschütternd.


    Und er stellt auf seiner Suche fest, sehr viel hat sich nicht geändert im vereinten Deutschland. Wenn jemand schwarze Haare hat, wird erst getuschelt, dann weggeschaut, die wenigsten fragen nach. - Aber seien wir ähnlich, sind nicht die meisten so erzogen, sich von den "Zigeunern" fernzuhalten", die sind schmutzig, stehlen, lügen, etc.? Nun gut, ich bin Jahrgang 1955, ich hab es noch so erlebt, und zwar in Westdeutschland. Dennoch ist es mir vollkommen egal, wer woher kommt. Doch ich erlebe leider nicht nur im Fernsehen den offenen Rassismus. 


    Dieses Buch muss jeder lesen, der Interesse daran hat, zu erfahren, wie es die Sinti und Roma ihrerseits damals gesehehen haben! 


    Das Buch ist gut recherchiert, flüssig zu lesen, manchmal leider mit Längen. Aber es lohnt sich auf jeden Fall. Besonders toll find ich die beigefügten Fotos, die immer wieder nahebringen, dass es sich um die Realität handelt. 

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    Cover des Buches Ich Breche Dich (ISBN: B01N9QHFKW)

    Bewertung zu "Ich Breche Dich" von L.C. Frey

    Ich Breche Dich
    ullikenvor 3 Tagen
    Kurzmeinung: Schaurig, spannend, abartig, fesselnder Thriller über das Böse, das unter uns weilt
    Kribbelnd von der ersten bis zur letzten Seite

    Ein schwarzes Cover zeigt in Gelb den Titel "ICH BRECHE DICH" - auf einem zerbrochenen Display (im übertragenen Sinne). Oben lesen wir "ALEX POHL schreibt als L.C. FREY" in Weiß. Zudem teilt das Cover mit, dass es sich um einen Thriller handelt.




    Ja, ein Thriller ist dieser Roman, der in der Vergangenheit eines Killers beginnt und in einem Countdown bis zum bitteren Ende fortgeführt wird. 




    Jan Chernik wurde von seiner Freundin verlassen, woran er sich die größte Schuld gibt. Als er verstörende Visionen bekommt, versucht er diese in einen Roman zu packen. Dann verstirbt seine Freundin bei einem tragischen Autounfall, doch war es einer? 


    Jan kommt aus seiner Trauer nicht mehr heraus, da findet er ein Päckchen in seiner Wohnung. Hinzu kommen Bilder im Atelier von Katarina, deshalb geht er zur Polizei. Man nimmt ihn nicht für voll, bis auf Kommissar Sauer. Gemeinsam mit ihm folgt Jan Spuren, die ihren Tod mit dem vor ca. 20 Jahren tätigen "Rosenkiller" in Zusammenhang bringen.




    Jan und der Kommissar müssen ein perfides Spiel des neuen Killers mitspielen, bei dem es auch für sie persönlich um Leben und Tod gehen wird.




    Der Autor versteht es, uns Leser zu fesseln, ich mochte das Buch nicht aus der Hand legen. Die Charaktere sind klar herausgearbeitet - sowohl die des Kommissars als auch die von Jan und der wenigen Bewohner eines kleinen verlassenen Dorfes.




    Zum Inhalt möchte ich nicht viel mehr schreiben, als dass es zu einem furiosen Show-down kommt, ein Happy-End nicht garantiert ist und die Lösung absolut überrascht.

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    Cover des Buches Verrückt (ISBN: 9783426524510)

    Bewertung zu "Verrückt" von Sabine Fitzek

    Verrückt
    ullikenvor 11 Tagen
    Kurzmeinung: wir erlangen einen Einblick in die Welt der Psychiatrie - durch einen überaus spannenden Krimik
    Ist der Täter vwerrückt?

    Auf dem grauschwarzen Cover sehen wir Teile einer Zwangsjacke, ganz oben lesen wir den Namen der Autorin Dr. Sabine Fitzek, im unteren Drittel ganz groß in roten Lettern den Titel des Romans VERRÜCKT. Zugleich wird uns erklärt, dass es sich um einen Kriminalroman handelt, der im Verlag KNAUR erscheint.


    Im einem Park in Berlin findet man die 14-jährige Lena. Sie wurde erschlagen, aber auch aufgebahrt wie Schneewittchen. Wie kann jemand so etwas tun, brutal töten und dann liebevoll die Leiche herrichten? 


    Kommissar Kammowski kann nicht verhindern, dass der Sohn seiner im gleichen Haus lebenden Nachbarin verdächtigt wird. Er hatte Kontakt zu der Toten, die er zuvor in der Nervenklinik kennenlernte und unter seine Fittiche nahm. Oliver leidet unter paranoider Schizophrenie und möchte die Schwachen beschützen. Allerdings lehnt er jede Behandlung ab. Er ist untröstlich, er kann es doch nicht gewesen sein. Aber wer glaubt einem Verrückten schon? Da verschwindet ein weiteres Mädchen, das Oliver auch gekannt hat.


    Das sympathische Team um Kommissar Kammowski ermittelt in alle Richtungen und wir lernen die Tücken des medizinischen Systems kennen. Die Autorin, die als Neurologin sehr wohl weiß, worum es geht, schreibt flüssig und hält die Spannung hoch. Sie hat einen sehr spannenden Krimi geschrieben, der den Leser mitermitteln lässt. Ganz wunderbar: die Lösung des Kriminalfalls ist nicht früh absehbar! Für mich war dies der erste Roman von ihr. Es wird nicht der letzte sein. 

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    Cover des Buches Autoren Sternzeit: Geschichten, die nie erzählt wurden (ISBN: 9798557741347)

    Bewertung zu "Autoren Sternzeit: Geschichten, die nie erzählt wurden" von Olga Drocjuk

    Autoren Sternzeit: Geschichten, die nie erzählt wurden
    ullikenvor 11 Tagen
    Kurzmeinung: Geschichten und Gedichte für den guten Zweck - "Viel Farbe im Grau e.V." - bisher unbekannte Geschichten
    Super Zusammenstellung vieler Geschichten für den guten Zweck

    Das Cover wird von einem Tigerkopf beherrscht. Das bezieht sich auf eine Geschichte, die in diesem Buch enthalten ist. Auf jeden Fall fordert es auf, da Buch in die Hand zu nehmen.


    Ich habe das Buch zweimal gekauft, weil ich es toll finde, dass sich so viele Autoren für den guten Zweck zusammengefunden haben. Ein Print hab ich verschenkt, das e-Book selbst gelesen. Wunderbare Kurzgeschichten um Weihnachten herum, sie spielen oft in der Zukunft. Jeder der Autoren hat sich richtig gute Gedanken gemacht. Wer jetzt sagt, Weihnachten ist doch schon vorbei, nun, man kann es sich ja zulegen und viel später lesen. Aber glaubt mir, es macht neugierig. Und zwischen zwei Festen zu lesen, ist keine Sünde - glaub ich jedenfalls.


    Folgende Autoren schrieben ihre Geschichte bzw. Gedichte, die noch nie erzählt wurde: Olga Drocjuk (Hrsg.), Heike Hoffmann, Anne Polifka, Daniela Mertens, Be Zoban, Roland Hebesberger, Andrea Neven, Martin Schörle, Gerda Greschke-Begemann, Neal Delsy, Thussi Haugsberger, Zsóka Schwab, Sabine Walther, Vero KAa, Nina Pfeffer Câmara, Norbert Rahn, Milena Tebiri, Pofbanow, Michaela Göhr, Michael Barth, Bärbel Grizzly, Ulrike Weinhart, Jennifer Schumann, Hilde Willes, Lotte Weis, Frank Kätow und Felix Michael Hummel.


    Kurz, ich empfehle allen das Buch zu lesen! Der Erlös geht zu 100 Prozent an den guten Zweck, die Organisation "Viel Farbe im Grau e.V."

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    Cover des Buches Leben auf den zweiten Blick (ISBN: 9783738036183)

    Bewertung zu "Leben auf den zweiten Blick" von Anton Winkler

    Leben auf den zweiten Blick
    ullikenvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Und plötzlich ist alles anders - kurzweilig erzählt
    Wer hätte das gedacht?

    Das witzige Cover lädt zum Kauf ein. Eine Person, die im Wäschetrockner verschwindet, nur ihre Beine schauen noch raus. Da bleibt zu vermuten, dass jemand im Leben rumgeschleudert wird. Wir sehen also einen Waschsalon mit og. Bild, mittig auf rotem Grund "Leben auf dem zweiten Blick" und der Name des Autors "Anton Winkler" ist auch zu finden.


    Markus ist Anfang 30, bekommt sein Lehramtsstudium nicht zu Ende und verliert an der Börse alles, was er und seine attraktive Freundin besitzen. Diese ist bereits als Lehrerin tätig, beginnt jedoch ein Verhältnis mit dem Sportpädagogen. Am Tag, als Markus seinen Aushilfsjob verliert, läuft alles anders, als er es jemals geplant hat. Seine Freundin hat eigene Pläne. Markus sieht rot und verläßt volltrunken die Wohnung. Er setzt sich ins Auto - und eigentlich ist ihm alles egal.

    Der Abiturient Niko tut alles, bis ihn der Staatsanwalt zu Sozialstunden verdonnert. Markus und Niko lernen sich kennen.


    Der Roman ist sehr abwechslungsreich geschrieben und hat Unterhaltungswert. Jedoch kam mir das Ende dermaßen schnell, als wäre dem Autoren nichts mehr eingefallen. Da hätte der Roman viel mehr Tiefe bekommen können. Die beiden Protagonisten sind sympatisch. Berichtet wird überwiegend aus Markus' Sicht. 


    Ich gebe dem Roman drei Sterne, hätte ich diagonal gelesen oder nicht das ganze Ende, wären es sicher mehr geworden.

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    Cover des Buches Flo, der Flummi und das Schnack (ISBN: 9783462000412)

    Bewertung zu "Flo, der Flummi und das Schnack" von David Rupp

    Flo, der Flummi und das Schnack
    ullikenvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ganz tolle Märchen, die man wunderbar vorlesen kann und die alle gut ausgehen
    Wunderbare unbekannte Märchen

    Ein phantasievolles Cover schmückt dieses Märchenbuch. Auf dunkelblauem Grund sehen wir in den Ecken in Gelb Phantasiewesen und Spielzeug, mittig in Rot der Titel des Buches "Flo, der Flummi und das Schnack", darunter in kleinerer Schrift und in gelben Lettern "und andere Vorlesegeschichten für Kinder und Eltern, die sich nicht langweilen möchten". 


    Die Märchen, die sämtlich zumindest mir unbekannt sind, wurden dem Familienmagazin NIDO (die Zeitschrift für junge Familien) entnommen. Geschrieben haben sie bekannte Schriftsteller*innen, Musiker*innen und Künstler*innen, die für diese zweimonatlich erscheinende Familienzeitschrift, die von April 2009 bis Juli 2019 erschien, eine Vorlesegeschichte schreiben durften. Die besten Geschichten wurden nun für dieses Buch zusammengefasst.


    Die Vorlesegeschichten sollen für Kinder von 3 - 8 Jahren sein. Doch lediglich eine Geschichte ist für 8-jährige. Alle anderen sollen für Kindergarten- und Vorschulkinder sein. Nach meinem Dafürhalten sind die meisten Märchen sehr wohl für phantasiebegabte Kinder ind den ersten Schuljahren geeignet. Vielleicht sollten diese ihren kleineren Geschwistern die Märchen vorlesen, dann macht es ihnen auch viel mehr Spaß.


    Sprechende Tiere und Wollknäuel, reine Tiergeschichten, aber auch die Problematik, wenn sich eine Oma im Alter verändert - all dies wird in allerliebste Märchen verpackt - von Alina Bronsky, Feridun Zaimogly, Lena Gorelik, Olli Schulz, Selim Özgodan, Tino Hanekamp, Tex Rubinowitz, Juli Zeh, Nora Gantenbrink, Rocko Schamoni, Jochen Distelmeyer, Harriet Köhler, Niels Frevert, Moritz Rinke, Alexa Hennig von Lange, Gisbert zu Knyphausen, Michal Hvorecky, Katharina Hagena, Wladimir Wiktorowitsch Kaminer, Frank Schulz, Bernadette La Hengst, Eva Menasse, Jochen Schmidt, Olga Grjadnowa, Paul Maar, Flake, Laura Tonke, Peter Praschl, Florian Sump, Amelie Fried, Frank Spilker. Für jede einzelne Geschichte hat Martina Liebig eine wunderbare Illustration beigefügt.


    Es sind fesselnde Gute-Nacht-Geschichten. Da sie immer gut ausgehen, werden die Kinder anschließend auch gut schlafen. Ich als erwachsene Oma war auf jedenfall gefesselt von diesen Märchen, die wohl lange nicht alle kennen. Ich habe mir vorgestellt, am Bett eines kleinen Kindes zu sitzen und vorzulesen. Und wenn alles gut ausgegangen ist, können dem Kind beruhigt die Augen zufallen. 


    Zum bevorstehenden Weihnachtsfest kann ich diese Buch, das im Verlag Kiepenheuer und Witsch herausgegeben wurde, wärmstens empfehlen, aber natürlich auch zu einer anderen Gelegenheit.

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    Cover des Buches Teufelseltern (ISBN: 9783743981102)

    Bewertung zu "Teufelseltern" von Andrea Reinhardt

    Teufelseltern
    ullikenvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: zu was sind brutale Menschen in der Lage?
    Nichts für schwache Nerven

    Ein dunkles Cover zeigt ein Bett, nur mit Lattenrost und einer Decke in einbem schmutzigen Zimmer. Eingenommen wird das Cover von dem Titel, in durchbrochenem Rot "Teufelseltern". Darüber in weiß der Name der Autorin Andrea Reinhardt. Mittig in klein "Erster Fall für Sonderermittlerin Natalie Benett", ganz unten weist das Cover darauf hin, dass dieser Roman ein Thriller ist.


    Emilia hat zwei kleinere Geschwister. Sie alle werden von ihren trinksüchtigen Eltern ständig drangsaliert und vom Vater, wenn er von seinen Sauftouren kommt und sich bei seiner Frau ausgetobt hat, erfahren sie noch schlimmeres. Ihre Mutter steht ihnen nicht bei. Wenn der Vater außer Haus ist, tobt sie sich bei ihren Kindern aus. Dies wird im Roman zum Teil minutiös berichtet, deshalb sollten schwache Gemüter die Finger von diesem Buch lassen.


    Eines Tages nimmt sich Emilia vor, sich und ihre Geschwister zu retten, doch leider passiert etwas Unvorhersehbares, das nicht wieder gutzumachen ist.

    Dies alles passiert 2013.  


    Drei Jahre später verschwinden von der Kinderstation nacheinander zwei Kinder aus glücklichen Familien. Sonderermittlerin Natalie Benett, geschiedene Ehefrau vom Kinderarzt Dr. Benett, ermittelt mit ihren Kollegen auf dessen Station.

    Dieser Fall ist schwer für sie, sie hat selbst vor drei Jahren ein Kind verloren und es wurde nur tot wiedergefunden. Die Ehe zerbrach, sie trank immer mehr. Jetzt hat sie eine Entziehungskur hinter sich und ist wieder im Dienst.


    Die Ermittler finden keine Hinweise für die Aufklärung der Entführungen. Hat das Pflegepersonal etwas mit dem Verschwinden zu tun? Erst als zwei Rettungssanitäter bestialisch ermordet aufgefunden werden, ihr Rettungswagen jedoch nicht auffindbar ist, hoffen sie dem Entführer näher zu kommen.


    Die Zeitsprünge 2013 und 2016 werden vor den Kapiteln deutlich angezeigt, so dass man sich zurechtfinden kann. Der Roman verlangt dem Leser einiges ab, ich möchte nochmals darauf hinweisen, dass  die Gewalt und der Missbrauch an Kindern sehr ausführlich berichtet werden. 


    Die Lösung des Falls ist absolut unvorhersehbar. Bis zum Schluss hält die Spannung an und Gott sei Dank hat der Roman seinen Untertitel. 


    Ich weiß nicht, wie Andrea Reinhardt es fertigbrachte, in dieser Art über Missbrauch und Gewalt zu schreiben. Mir als Leser war häufig danach, das Buch wegzulegen. Aber dafür ist es zu gut geschrieben und spannend bis zum Schluß. Ich bin gespannt auf die nächsten Fälle mit dieser Sonderermittlerin.


    Verlegt hat die Autorin den Roman als Self-Publisher bei tredition.

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    Cover des Buches Fräulein Gold: Scheunenkinder (ISBN: 9783499004292)

    Bewertung zu "Fräulein Gold: Scheunenkinder" von Anne Stern

    Fräulein Gold: Scheunenkinder
    ullikenvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Eine Hebamme im Berlin 1923 lernt die Schattenseiten in der Inflation sowie die beginnende Auflehnung gegen Juden kennen. Spannend.
    Berling, Anfang der 1920-er Jahre

    Auf dem Cover schwarz-weißen blickt uns eine junge Frau mit mittellangen nach damaliger Mode frisierten dunklen Haaren und dunklen Augen in einem ebenso dunklen Mantel entgegen. Rechts von ihr lesen wir den Namen der Autorin Anne Stern. Darunter in goldenen großen Lettern "FRÄULEIN GOLD" und darunter wiederum in weiß "Scheunenkinder".

    Im Prolog wird über eine junge namens Frau Ruth berichtet, die sich im Jahr 1902 verliebt und doch weiß, dass sie einen anderen heiraten muss.

    Man schreibt das Jahr 1923. Die Menschen sind arm, es gibt wenig zu essen, das aber nur teuer zu erwerben ist. Ihr Geld tragen sie wegen der Inflation in Taschen und Koffern zu den Einkäufen, es ist das Papier nicht wert, auf das es gedruckt wurde. Hulda Gold ist eine gefragte, wenn auch von den Ärzten nicht gern gesehene Hebamme. Bei Schwierigkeiten während der Geburten ruft sie die Ärzte zur Hilfe bzw. sorgt sie dafür, dass die werdenden Mütter ins Krankenhaus gebracht werden. Diese haben jedoch sehr wenig Vertrauen in diese Institutionen.

    Sie wird eines Tages ins Scheunenviertel gerufen. Hier wohnen viele Juden, auch ganz strenggläubige. Zu einer der ganz strenggläubigen Familien muss Hulda. Die Schwiegertochter Tamar ist guter Hoffnung. Doch diese hat innerhalb ihrer Familie einen schweren Stand. Sie ist nicht nur keine Jüdin, ist ist auch Armenierin und sehr abergläubig. Ihre Schwiegermutter lässt sie links liegen, sie kann ihr nichts recht machen. 


    Kurz darauf entbindet Hulda Tamar von einem gesunden Jungen. Der junge Rabbi des Viertels summt dem Neuankömmling Lieder vor, aber insgesamt ist er Hulda nicht geheuer. Als die Hebamme zwei Tage später nach Mutter und Kind sehen will, ist es verschwunden. Alle Fragen innerhalb der Familie nutzen ihr nicht. Doch sie gibt nicht auf. Sie fragt in der Nachbarschaft nach und sucht das Gespräch mit dem jungen Rabbi.

    Innerhalb des Scheunenviertels wird es immer gefährlicher, denn die Juden werden angegriffen, wo sie sich auch nur zeigen. Doch Hulda lässt sich nicht von der Suche nach dem Neugeborenen abhalten.

    Anne Stern hat uns mitgenommen in die Zeit der Inflation bis zur Einführung der Rentenmark. Heutzutage kann man sich gar nicht vorstellen, wie es den Menschen seinerzeit ging und nur hoffen, dass so etwas nicht wieder passiert. 


    Eindringlich und doch unterhaltsam berichtet die Autorin uns vom damaligen Leben in Berlin, von seinen Unterhaltungen wie Cafés, Tanz und Kino, aber auch von den Ängsten der Menschen vor Schlägereien, Totschlag, Kinderhandel u.a. und von ihrer Armut. - Hulda Gold ist durch ihren Beruf nah am Geschehen. 

      

    Dieser fesselnde Roman ist der zweite aus der Trilogie um "Fraulein Gold". Man kann ihn ohne Kenntnis des ersten "Fräulein Gold - Schatten und Licht" lesen. Jedoch ist es wie immer besser, auch den ersten Teil zu kennen. 

    Es war schade, dass der Roman zu Ende war. Doch ich wurde dadurch besänftigt, dass es noch eine weitere Ausgabe um die Hebamme Hulda Gold geben wird. Einen Auszug aus diesem Roman, der im Mai 2021 erscheinen soll, kann man im direkten Anschluss an die Danksagung zu diesem Roman lesen.


    Veröffentlicht wurde der Roman am 13.10.2020 im Verlag rowohlt POLARIS.

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    Cover des Buches Sarah will hoch hinaus (ISBN: B08K7PSG64)

    Bewertung zu "Sarah will hoch hinaus" von Verena Dahms

    Sarah will hoch hinaus
    ullikenvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Pageturner. Eine starke Frau kämpft gegen alle Hindernisse, um ihr Ziel zu erreichen, ohne sich zu verlieren.
    Wie das Leben so spielt

    Das schwarz-weiße Cover dieses unterhaltsamen und dennoch nachdenklich stimmenden Romans zeigt eine junge blonde Frau an der Aussichtsterrasse (Pfalz) hinter dem Basler Münster mit Blick auf den Rhein und die Basler Altstadt. Die Protagonistin Sarah trifft sich hier gerne mit Freunden. Oben auf dem Titelbild lesen wir in blau und in starken Lettern "Sarah", darunter in schwarz und dünn "will hoch hinaus".

    Sarah Vogt, angesehene EDV- Analystin, bekommt wegen einer Fusionierung ihrer Firma die Kündigung. Sie fällt aus allen Wolken. Ihr guter Arbeitskollege Bruno tröstet sie und macht ihr Mut, bald etwas anderes zu finden. Weil sie nicht mehr die Jüngste ist, ist sie bei der Arbeitsvermittlung schwervermittelbar. Die Arbeitgeber wollen junge Leute mit -zig Jahren Berufserfahrung! Das kennt man ja. Sie nimmt eine unterbezahlte Stelle in einem Sanitärhandel an und fühlt sich natürlich rasch stark unterfordert. So gibt sie auch schnell diesen Job wieder auf.

    Weil Sarah sehr ehrgeizig ist, hat sie sich bereits vor längerer Zeit einer kleinen Fasnachtsclique angeschlossen. Das muss man, wenn man wer sein möchte in Basel. Das macht ihr sehr viel Freude. Hier hat sie auch einen Mann kennengelernt, Mischa, der ihr ein Freund wird. Dieser gibt ihr Tipps, wie sie beruflich weiterkommen kann.

    Sarah erlebt in der kommenden Zeit soviele Nackenschläge, dass sie bald verzweifelt. Sie hat zwar ein sogenanntes intaktes Elternhaus, doch der Familie konnte sie noch nie etwas recht machen, geschweige denn über ihre Sorgen reden. Das wäre wie ein verlorener Krieg. Gott sei Dank stehen ihr Bruno und Mischa zur Seite. 

    Verena Dahms hat ein wunderbares Buch über eine starke und selbständige Frau geschrieben, die sich aber auch ihrer Tränen nicht schämt. Allerdings zeigt sie diese nur ihren engen Freunden. Der Roman fesselt von der ersten bis zur letzten Seite. Er zeigt auf, wie wichtig Freundschaft und Nähe ist, auch wenn man meint, alles allein schaffen zu können. Die Protagonisten Sarah und Mischa sind wunderbar herausgearbeitet, man meint, sie zu kennen.

    Für mich persönlich war es etwas ganz Neues, über die Basler Fasnacht Näheres zu erfahren. Das wusste ich alles so noch nicht und fand es äußerst interessant.

    Dies ist eins der besten Bücher von Verena Dahms. Ich kann es nur empfehlen, vor allem solchen Menschen, die etwas Ansporn benötigen.

    Das Coverdesign ist von Irene Repp (https://daylinart.webnode.com), die Bildrechte liegen bei Sergey Skripnikov.

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    Cover des Buches Die Mutprobe (ISBN: 9783852861463)

    Bewertung zu "Die Mutprobe" von Lisa Lercher

    Die Mutprobe
    ullikenvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Sabine hat den Mut, in ihr Heimatdorf zurückzukehren, obwohl sie vor langer Zeit schlimmes erlebte
    Dialektisch gewöhnungsbedürftig

    Cover: auf grauem Asphalt liegt eine zerbrochene Barbiepuppe mit hellblauem Röckchen, darüber in hellblau der Titel "Die Mutprobe" und darüber dann der Name der Autorin Lisa Lercher. Das Cover weist darauf hin, worum es in diesem Kriminalroman gehen soll.

    Sabine hat sich durchgerungen, zu einem Klassentreffen in ihr Heimatdorf zu fahren. Einerseits ist sie neugierig, was aus den anderen geworden ist, insbesondere aus ihrer Jugendliebe Leonhard. Andererseits möchte sie über ihren eigenen Schatten springen, nach 20 Jahren wieder dorthin zu fahren. Sie sieht es als eine Mutprobe, denn allzu Schlimmes hat sie erlebt, von dem niemand etwas ahnt. 


    Sie möchte gleich am Abend des Treffens wieder zurück nach Wien, sie hat sich vorgenommen, in eine Therme zu fahren. Doch dann erhält Leonhard einen Anruf, sein jüngster Sohn Max ist nicht nach Hause gekommen. Alle wollen bei der Suche helfen, auch Sabine. Sie steht Leonhards Ehefrau zur Seite, zumal sie Arges ahnt, ist sein Sohn doch nach seiner Nachhilfe verschwunden.

    Der Leser sieht fast alles aus der Sicht von Sabine, bekommt ihre Gedanken mit und ihre Qualen. Sie weiß, was Kinder daheim erzählen und was nicht.

    Lisa Lercher hat im Roman leise die Spannung steigen lassen. Man leidet mit den Eltern von Max mit. 

    Die Protagonisten dieses Romans sind eindringlich dargestellt. Für viele Leser wird es schwierig sein, den steirischen Dialekt immer zu verstehen. Die Autorin Lisa Lercher ist in der Steiermark geboren und arbeitet in Wien in der östereichischen Bundesverwaltung im Fachgebiet "Gewalt gegen Frauen und Kinder". Dies läßt sie in ihre Romane einfließen.

    Der Roman wurde mit Hajo von Stetten, Peter Weck u.a. verfilmt.

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