vanessabln

  • Mitglied seit 10.02.2015
  • 8 Freunde
  • 300 Bücher
  • 310 Rezensionen
  • 315 Bewertungen (Ø 3.9)

Rezensionen und Bewertungen

Filtern:
  • 5 Sterne93
  • 4 Sterne123
  • 3 Sterne76
  • 2 Sterne22
  • 1 Stern1
  • Sortieren:
    Cover des Buches Die rote Frau (ISBN: 9783809026761)

    Bewertung zu "Die rote Frau" von Alex Beer

    Die rote Frau
    vanessablnvor 17 Tagen
    Kurzmeinung: Enttäuschender zweiter Teil ...
    Nach erfreulichem Teil 1 eine Enttäuschung

    Nach dem ersten Teil der Reihe (von mir mit 5 Sternen bewertet) hatte ich mich auf die Fortsetzung gefreut, wurde nun aber enttäuscht. Das ist schade, denn das Wien der Zwanziger und der aus dem Rahmen fallende Inspektor Emmerich waren die großen Plus-Punkte, wo nicht mehr viel schiefgehen konnte. An diesem Buch habe ich mehrere Wochen gelesen und wollte am liebsten abbrechen, denn es zog sich endlos hin. Vielleicht hatte ich zwischenzeitlich auch nur zu gute Bücher gelesen und die Schwächen wurden im Vergleich deutlicher ...  

    Das einst vielversprechende Ermittler-Duo (ehemaliges Heimkind mit sozialer Gesinnung, hat den jungen Kollegen mit adeliger Herkunft nun liebgewonnen) hat hier ziemlich eingebüßt. Emmerich hat die immer gleichen Gedanken (wie ehrenvoll auch immer, so reichen die Wiederholungen nicht zum Tragen dieser Person aus) und sein junger Kollege ist nur noch nervig in seiner Unbeholfenheit. Beide werden aufgrund ihrer Schwächen von der Kollegschaft gemobbt und wollen es ihnen beweisen. Es gibt Aussichten, bei Falllösung sozusagen aufzusteigen. So weit, so gut. Wie Emmerich dabei vorgeht, kann man manchmal gar nicht mehr mit ansehen bzw. lesen. Denn ich hatte kein wirkliches Bild vor Augen beim Lesen. Die historischen Tatsachen sind hier das Anschaulichste. Ein paar Zufälle dürfen es sicher in Krimis sein, aber hier gibt es nicht viel Drumherum.   

    Der Fall ist über gute 300 Seiten langweilig. Zum Ende hin gibt es einen Showdown, aber auch das hätte spannender beschrieben werden können. Irgendwie erscheint die Geschichte, als wenn sie abgearbeitet werden musste. Die Kapitel sind zum Schluss auffallend kurz, plötzlich gibt es die Perspektive der Gegenseite (um wen es geht war aber schon klar). Aber es fehlt das Mitreißende, dass man innerlich mit dabei wäre. Bis auf eine Überraschung war alles ziemlich vorhersehbar und der Schreibstil macht auch nichts wett, eher im Gegenteil. (Beispiel: "Würden Sie später mit mir tanzen?" ... "Ich muss gleich eine Rede halten. Vielleicht später.")

    Das Ende ist immerhin ein Cliffhanger privater Natur. Aber ich vermute fast, auch hier wird es nicht besonders spannend werden. Was es mit der "roten Frau" auf sich hat, wüsste ich auch nicht. 


     




    Kommentieren0
    1
    Teilen
    )}
    Cover des Buches Die Opfer, die man bringt (ISBN: 9783499271090)

    Bewertung zu "Die Opfer, die man bringt" von Michael Hjorth

    Die Opfer, die man bringt
    vanessablnvor einem Monat
    Kurzmeinung: Mäßiger als Teil 5, aber dennoch unterhaltsam ...
    Mäßiger als Teil 5

    Dies ist eine meiner zwei skandinavischen Lieblingsreihen und auf das Taschenbuch hatte ich bereits gewartet. Teil 5 hatte mir wirklich sehr gefallen. Seit dem ersten Band bin ich dabei und kenne Höhen und Tiefen. "Die Opfer, die man bringt" ist überraschenderweise sehr zurückhaltend. Zwischenzeitlich ging es ja wirklich drunter und drüber, was die privaten Verwicklungen im Team und drumherum anbelangte, und einiges war sehr dick aufgetragen, wenn auch immer spannend. In diesem Teil gibt es nun etwas viele Wiederholungen der zurückliegenden Ereignisse, was für Leser, die schon länger dabei sind, weniger spannend ist. Zwei oder drei Jahre später hat man natürlich nicht mehr alles frisch im Kopf, aber bei der Wiederbegegnung mit den Personen fällt es einem dann doch wieder nach und nach ein. Es ist wie die Begegnung mit alten Bekannten.

    Ich mag an dieser Reihe natürlich, dass mir die Personen so gut vertraut sind. Sebastian ist diesmal einigermaßen erträglich, denn er bemüht sich sehr um Vanja und möchte nichts kaputtmachen. Diese ist allerdings nervig-störrisch. Viel passiert hier wirklich nicht und auch der Fall ist nicht so spannend wie die anderen waren, auch weniger komplex. Trotzdem liest sich das Buch wieder sehr unterhaltsam und es gab für mich keine Längen. Zum Ende hin wird dann kräftig aufgeholt und es gibt gleich zwei Stränge, die noch Potenzial haben. Mehr oder weniger wird das, worauf hier hingearbeitet wurde, zum Highlight und Cliffhanger. Was natürlich auf den nächsten Teil warten lässt, der nun aber leider nicht in den nächsten Monaten erscheinen wird ... Das ist natürlich schade. 

    Man kann nun darüber streiten, ob in diesem Teil wenig Inhalt einfach aufgebauscht wurde oder es einfach nur ein ruhigerer Teil ist als die vorigen. Sicher wäre es besser gewesen, die Vorreden wegzulassen und gleich mit den letzten hundert Seiten zu beginnen. Für Cliffhanger könnte dieses Autorenduo wirklich einen Orden erhalten ... Nun warte ich jedenfalls mal gespannt auf Teil 7, auch wenn ich nicht sicher bin, ob mir die sich bietenden (wenn auch für Spannung sorgenden) Möglichkeiten gefallen.



    Kommentieren0
    0
    Teilen
    )}
    Cover des Buches Bartleby der Schreiber (ISBN: 9783406624209)

    Bewertung zu "Bartleby der Schreiber" von Herman Melville

    Bartleby der Schreiber
    vanessablnvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Ein kurzer Klassiker, macht nachdenklich, aber auch etwas ratlos ...
    Der berühmte tatenlose Schreiber Melvilles

    Diesen kurzen Klassiker von Herman Melville sollte man gelesen haben, auch wenn er ratloser macht, je näher man dem Ende kommt. Es gibt sicherlich verschiedene Interpretationsansätze für den Schreiber, der beim Notar angestellt ist, aber auf seine höfliche Art "plötzlich nicht mehr möchte". Durch diese ungewöhnliche Handlung bzw. Nicht-Handlung, bei der alle Abhilfeversuche scheitern, ist es ein sehr besonderes Buch, denn viel passiert hier nicht. Trotzdem ist es auf eine bestimmte Art spannend zu lesen.

    Der Schreibstil in der Übersetzung (Insel-Taschenbuch, 2016) war überraschend gut zu lesen. Leider habe ich es nicht mit dem Original versucht, das sicher mit mittleren Englischkenntnissen problemlos zu lesen ist. Man muss sich vor Augen halten, dass der Kurzroman aus dem 19. Jahrhundert stammt. Die Arbeitswelt war noch eine ganz andere als heute. Es gab noch handschriftliche Kopisten, die sich, ganz anders als heutige Office-Managerinnen, noch auf ihre schriftliche Arbeit konzentrieren durften, ohne sich im Multitasking zu üben und Kommunikationstalente zu sein. So gesehen denkt man, die damalige Arbeit käme jemandem wie Bartleby, der gerne zurückgezogen bleibt und praktisch keine Ansprüche stellt, ganz recht. Aber gerade er wagt es, seinem Chef zu sagen, er möchte eben lieber nichts mehr tun. Was witzig, absurd und rebellisch klingt, nimmt ungeahnte Ausmaße an. 

    Über Bartleby selbst erfährt der Leser nicht viel. Sicherlich soll das deutlich machen, dass er so wenig ist wie er tun möchte. Zur Hauptfigur wird daher automatisch der Notar, der ratlos ist wie der Leser. Ob Chefs im 19. Jahrhundert allgemein rücksichtsvoller waren als heute, lässt sich schwer sagen. Wie das Buch damals aufgenommen wurde, ist daher vielleicht interessanter als die Frage, wie man die Geschichte heute sieht. Bartleby ist jedenfalls ein zeitloses Sinnbild der Verweigerung aus Prinzip mit allen seinen Folgen.



    Kommentare: 1
    1
    Teilen
    )}
    Cover des Buches Fabian (ISBN: 9783038820086)

    Bewertung zu "Fabian" von Erich Kästner

    Fabian
    vanessablnvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Für mich unverständlich, wie man sich durchquälen kann ...
    Im dritten Anlauf endgültig abgebrochen

    Habe nun (extra mit zeitlichem Abstand) den dritten Versuch gemacht, mit diesem Buch weiterzukommen und mich eventuell doch noch anzufreunden. Nach 70 Seiten plus letztes Kapitel und Anhang breche ich nun endgültig ab. Die Geschichte des Moralisten mag gut gemeint sein, ist jedoch sehr schlecht zu lesen. Eins geht oberflächlich ins andere über und es bleibt nichts hängen, es kam mir auch kein Bild vor Augen. Es sind sicher ein paar gute Sätze drin, aber die Geschichte als Ganze erschließt sich mir nicht, ist nicht zu greifen. Sie scheint aus Fragmenten zu bestehen, die Überschriften in der dtv-Taschenbuch-Ausgabe (2014) deuten auch darauf hin. 

    Jedenfalls ist es so, dass ich nicht sagen könnte, was ich gelesen habe. Es erscheint so nichtssagend, dass es wundert, wie das Buch als Schullektüre dient. Ich könnte jedenfalls keine Zusammenfassung oder gar Deutung schreiben. Als Satire finde ich es ebenfalls zu belanglos. Der Schreibstil gefällt mir nicht, ist eher abstoßend. Vielleicht sollte ich nochmal ein Kinderbuch von Kästner versuchen, um zu verstehen, warum er so geschätzt wird. Wenn es um die Dreißiger Jahre geht, lese ich lieber mit Begeisterung Hans Fallada.



    Kommentieren0
    1
    Teilen
    )}
    Cover des Buches Durst (ISBN: 9783548290713)

    Bewertung zu "Durst" von Jo Nesbø

    Durst
    vanessablnvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Hole und der Vampirist - ein weiterer spannender Teil der Reihe!
    Immer wieder ein Leseerlebnis der besonderen Art

    Dieses Buch lag 1,5 Jahre auf meinem Lesestapel, bis ich mir sicher war, auch wirklich einige Tage am Stück konzentriert lesen zu dürfen. Die Erwartungen waren aufgrund der Harry-Hole-Erfahrungen also hoch. Es hat diesmal nur zwei Seiten gedauert und dieser Krimi bereits nicht mehr wegzulegen. Es ist also ziemlich schlimm, was Nesbø mit dem Leser macht ... Das Buch hat schließlich über 600 Seiten. Wenn man zwischendurch davon ausgeht, nun wäre endlich alles aufgeklärt, fängt es fast nochmal von vorne an. 

    Am Anfang dieses 11. Teils um Harry Hole geht es diesem nunmehr als Ehemann erstaunlich gut, was fast nicht passen will. Nunmehr Dozent, möchte er sich nur noch im Kopf mit Mördern befassen. Allerdings sind seine Alpträume gleich offensichtlich. Wenn ich einen halben Punkt Abzug geben würde (hatte darüber nachgedacht), dann für diese Übertreibung und dass nicht klar wurde, ob (und aus welchem Teil) der diesmalige Serienmörder bereits bekannt ist. Denn dass Hole ihn bereits seit Jahren nicht fassen konnte, spielt eine überraschend große Rolle. Ich bin seit "Der Erlöser" dabei und war mir einfach nicht sicher, ob mir etwas bekannt vorkommt. Das Ärgerlich ist, dass man in den Zeiten zwischen den Teilen so viel vergisst.

    Jedenfalls kommt es, wie es kommen muss. Hole bekommt wieder einen Kellerraum, um sich in kleinem Kreis von Vertrauenspersonen mit dem Fall zu befassen. Allerdings sind da bereits ca. 300 Seiten um. Vorher geht es viel auch wie immer um die "üblichen Verdächtigen" im Kollegenkreis, viele private Details, die aber so spannend geschrieben sind wie die Kriminalfälle selbst. Alleine das ist große Kunst des Autors, denn diese Ausschweifungen können bei anderen schnell langweilen. Gegenüber "Koma" (mein bisheriges Highlight der Reihe) sind die Personen allerdings ziemlich zahm geworden. Der "Vampirist", um den es geht, ist dafür umso schlimmer. Für meinen Geschmack hätte es weniger blutig zugehen können. Der geschickte Aufbau, die vielen Fährten, Andeutungen, auch philosophischen Stellen gleichen das aber wieder aus. 

    Nach den über 600 Seiten ist man ziemlich erschöpft, denn es war mal wieder ein Erlebnis. 100 Seiten weniger hätten möglicherweise auch gereicht. Allerdings verliert man nie den Überblick oder verwechselt irgendwelche Personen in diesem ganz eigenen Universum um Hole. Wer kein großer Anhänger ist, könnte das Buch etwas überfrachtet finden. Auch wenn mir die Auflösung nicht richtig gefallen wollte, ist sie nicht ganz unrealistisch. Durch das allgemeine hohe Niveau kommt man nicht recht dazu, über Logikdetails nachzudenken. (Ich habe zum Beispiel gestutzt bei einer Zeitangabe zum Ende hin, wo es darum geht, wie lange Hole bereits als Dozent tätig ist und wie lange jemand nicht mit seinem Vater gesprochen hat.) Der große Showdown fehlt auch nicht. Immer wieder fragt man sich, wie ein jedes Mal fast toter Protagonist das alles überlebt. Solche Helden dürfen natürlich nicht untergehen. Zum Glück ist der nächste Fall schon in Reichweite, wenn man mit dem Lesen gewartet hat.



    Kommentieren0
    1
    Teilen
    )}
    Cover des Buches Der Trümmermörder (ISBN: 9783832161545)

    Bewertung zu "Der Trümmermörder" von Cay Rademacher

    Der Trümmermörder
    vanessablnvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Sehr interessanter Krimi, der in der Nachkriegszeit spielt ... Hat mich positiv überrascht.
    Atmosphärisch und detailreich

    "Der Trümmermörder" stand schon seit Jahren auf meiner Leseliste, aber ich war mir nicht sicher, ob sich das Buch lohnt. Einmal angefangen, war dieser Krimi aber gleich sehr interessant. Die Atmosphäre der Nachkriegszeit in diesem schrecklich kalten Winter kann bei regelrecht spüren beim Lesen. Der sympathische ermittelnde Protagonist, Kommissar Stave, friert beim Aufstehen genauso wie beim Schlafengehen. Er ist stets müde und hungrig und in den Trümmern geht ein Mörder herum. 

    Der düstere Winter 1947 ist sehr detailreich geschildert, was ich persönlich sehr interessant fand. Nicht immer sind viele Details in Büchern positiv. Aber hier ist alles sehr anschaulich und nicht langweilig. Auch ohne Kriminalfall hätte ich dieses Buch daher spannend gefunden, was schon etwas heißen will. Da es diesen Winter tatsächlich gegeben hat, ist das Lesen eine Erfahrung, die besser ist als jeder Geschichtsunterricht. Der Schreibstil tut sein Übriges zum Lesevergnügen, auch wenn es ab und zu Wortwiederholungen gibt. Auch die Personen sind schlüssig.

    Den "Trümmermörder" soll es tatsächlich gegeben habe, wie ich hinterher herausfand. In der Realität blieben die Fälle bis heute offen. Cay Rademacher hat sich eine Geschichte dazu ausgedacht. Ganz an den Haaren herbeigezogen fand ich sie nicht, sie passt zumindest gut ins Ganze. Die Aufklärung wurde zum Ende hin spannend, das letzte Kapitel hätte nicht unbedingt sein müssen. Trotzdem ein sehr lesenswertes Buch, das in Erinnerung bleibt.




     

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    )}
    Cover des Buches Katergericht (ISBN: 9783839225394)

    Bewertung zu "Katergericht" von Heike Wolpert

    Katergericht
    vanessablnvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Schon der vierte Katzenkrimi der Autorin - immer wieder schön!
    Wieder schöner Katzenkrimi

    "Katergericht" ist nun schon der vierte Krimi der Autorin, in dem neben der Polizei auch Katzen ermitteln. Das Buch war wie erwartet wieder schön und unterhaltsam zu lesen. Hier geht es um zwei Anwälte, die kurz hintereinander zu Tode kommen. Selbstmord oder nicht -, das ist hier die Frage. 

    Kommissar Flott hat es sich mit seiner Freundin und Kater Socke gut eingerichtet. Socke ist auch noch immer verliebt. Aber die tierische Freundin ist leider verschwunden und alle machen sich Sorgen. Neben dem (erst am Ende spannenden) Fall um die beiden Anwälte (was etwas verwirrend war, beide auseinander zu halten, fand ich) gab es hier spannende und herzerquickende Geschichten um die Gemeinschaft der Katzen (und Hunde), die immer mal wieder zu Helden werden - ob mit Ruhm oder auch nicht. Auch die Nebenpersonen sind liebenswert. Nur Flottes Kollegin Antonia geht mir mittlerweile ein wenig auf die Nerven. 

    Die Reihe sollte am besten von Anfang an gelesen werden (wenn auch Einzelbücher kein Problem sind). Sie hat wirklich etwas Besonderes und liest sich sehr angenehm und sympathisch. Auf den 5. Fall bin ich natürlich schon gespannt. Die Bedeutung des Titels ist mir allerdings nicht klar geworden.

     

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    )}
    Cover des Buches Ich erwarte die Ankunft des Teufels (ISBN: 9783150112564)

    Bewertung zu "Ich erwarte die Ankunft des Teufels" von Mary MacLane

    Ich erwarte die Ankunft des Teufels
    vanessablnvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Ungewöhnliches Tagebuch, das wohl 1902 bereits ein Erfolg war
    Ungewöhnliches Tagesbuch einer ungewöhnlichen jungen Frau

    Die Inhaltsangabe hatte mich sehr angesprochen, denn das von Reclam neu aufgelegte Buch schien sehr ungewöhnlich. Der Name Mary MacLane sagte mir bisher nichts, deshalb überrascht es, dass ihr Tagebuch laut Klappentext schon 1902 ein "Welterfolg" (und Skandal) gewesen sein sollte. Auch im Zusammenhang von feministischer Frauenliteratur hatte ich nie von der Autorin gehört, denn sie wäre sicher in Erinnerung geblieben. 

    Da ich Ähnliches noch nicht gelesen habe, ist eine Rezension nicht einfach. Im Buch enthalten sind Tagebucheinträge der Autorin, Anmerkungen und zwei Nachworte. Die Ausgabe hat ein Lesebändchen und macht einen schönen Eindruck. Die Art, wie Mary MacLane ihr Leben, ihre Gefühle und Wünsche in Worte gefasst hat, ist auf ihre Weise beeindruckend, erst recht für die damalige Zeit. Sie fühlt sich unbedeutend als Mensch und Frau, hat große Fantasien, ständig schwankt zwischen Rebellion, Verzweiflung, Melancholie, Hochmut und Größenwahn (ein wenig musste ich an Nietzsche denken). Sicherlich ist der pathetische Schreibstil nicht jedermanns Geschmack, denn man muss ihr nachfühlen können und darf keine Angst vor Extremen haben. Interessant ist auch die Frage, wie Mary MacLane heutzutage gelebt hätte bzw. was aus ihr geworden wäre. Denn ungewöhnliche Köpfe, die es sich und anderen nicht leicht machen, gibt es in jeder Zeit. Somit (und nicht nur deshalb) ist es auch ein philosophisches Werk.  

    Die Autorin hat das Tagebuch als 19-Jährige geschrieben, was man im Hinterkopf haben sollte. Gleichzeitig ist dies umso bemerkenswerter ist. Man kann das Buch nicht mal schnell zwischendurch lesen. Je weiter man kommt, fallen allerdings Wiederholungen auf, die ein wenig ermüden.  

    Kommentieren0
    2
    Teilen
    )}
    Cover des Buches Mord an der Algarve (ISBN: 9783499271120)

    Bewertung zu "Mord an der Algarve" von Carolina Conrad

    Mord an der Algarve
    vanessablnvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Sehr leichte Urlaubslektüre, hätte mehr erwartet
    Sehr leicht und nicht spannend

    Aufgrund des schönen Covers und der guten Rezensionen war ich auf diesen Krimi neugierig geworden. Er fing auch nicht schlecht an, wurde dann aber immer langweiliger. Man erfährt jedoch einiges über die Algarve, so dass sich das Buch als (sehr) leichte Urlaubslektüre in Form eines Romans eignet. 

    Die Protagonistin reist zu ihren Eltern nach Portugal, wo ein paar Senioren kurz hintereinander gestorben sind. Sie wird neugierig und stellt Nachforschungen an. Außerdem überlegt sie, fortan dort zu leben. Ich fand Anabela Silva als Person nicht überzeugend. Es wird immer wieder erwähnt, dass sie Journalistin ist, aber "nur" Kolumnen schreibt. So unbedarft, wie sie rüberkommt, stelle ich mir keine Journalistin vor, auch wenn sie jahrelang von ihrem Ex-Mann wie ein Kind behandelt wurde. Das ständige Reden mit sich selbst hat Groschenroman-Niveau. 

    Vor allem fehlte mir als Krimileserin (auch mit "leichter" Lektüre hatte ich schon einigen Spaß) die Spannung. Es plätschert hier alles sehr vor sich hin, die Personen bleiben blass. Auch was die Kandidaten für eine eventuelle Liebe anbelangt, fehlten irgendwie die Worte, so dass man als Leser ratlos bleibt. Vielleicht ist der zweite Teil der Reihe ja überzeugender.








    Kommentieren0
    3
    Teilen
    )}
    Cover des Buches Ein schönes Attentat (ISBN: 9783641149437)

    Bewertung zu "Ein schönes Attentat" von Assaf Gavron

    Ein schönes Attentat
    vanessablnvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Thema gelungen, aber Lesefluss nicht ...
    Thematik gelungen, Lesefluss schwächelt

    Das  Buch lag lange auf meinem Lesestapel, bis ich es nun endlich geschafft habe zu lesen und vor allem zu beenden, denn mitreißend war es nicht. Die Thematik, die Geschichte an sich und der humorvolle bis provokante Ansatz haben mir gut gefallen. Trotzdem habe ich mich immer mal wieder durchgequält, da irgendwie kein richtiger Lesefluss entstand. Immerhin wird es zu Ende hin noch etwas spannend, denn man möchte die ganze Zeit über wissen, wer zum Schluss noch lebt oder nicht. In dieser Hinsicht passiert über viele Seiten eigentlich nicht viel und auch sonst zerfranst sich das Ganze etwas.

    In "Ein schönes Attentat" treffen zwei Welten buchstäblich aufeinander. Auf der einen Seite gibt es den Israeli, der für eine elitäre "Zeitspar-Firma" arbeitet, eine seltsame Beziehung führt und zufällig in sozusagen zahlreiche Anschläge gerät, die sich irgendwann doch auf sein Innenleben auswirken, andererseits den Palästinenser, der mit einem bestimmten Feindbild aufgewachsen ist und einen schwierigen Alltag hat. Dass beide Seiten in einem Roman (und nicht zwei verschiedenen) beschrieben werden, ist auf jeden Fall positiv. Man erhält viele Einblicke, wird mit den Personen so richtig aber nicht warm. Teilweise wirkt das Buch sehr realistisch, andererseits gibt es Absurdes, Irreales und Satire. Nicht immer ist hier leicht zu trennen. Ich nehme zumindest an, dass es die beschriebenen Talkshows nicht gibt, obwohl es nicht viel wundern würde. Vielleicht liegt die Anstrengung beim Lesen auch an den zwei Perspektiven, die sich ständig abwechseln, vielleicht an der Erzählweise. 

    Auch wenn der Roman gesellschaftskritisch ist und zum Nachdenken anregt, ist es schwer, zu allen Fäden ein Fazit zu ziehen. So bleibt auch der Titel bis zum Ende unklar. Ein lustiges Buch ist es nicht, wie man schon vermutet. Die Entscheidung des Autors, sich auf seine Weise mit dem Thema zu befassen, ist sicherlich ungewöhnlich und lobenswert.


    Kommentieren0
    2
    Teilen
    )}

    Über mich

    • weiblich
    • 08.02.1974

    Lieblingsgenres

    Erotische Literatur, Sachbücher, Klassiker, Kinderbücher, Romane, Krimis und Thriller

    Mitgliedschaft

    Freunde

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks