vivreavecdeslivres

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    Cover des Buches Den Mond aus den Angeln heben (ISBN: 9783551582485)

    Bewertung zu "Den Mond aus den Angeln heben" von Gregory Hughes

    Den Mond aus den Angeln heben
    vivreavecdeslivresvor 2 Jahren
    Den Mond aus den Angeln haben | Buchbesprechung


    Wenn ihr nun den Klappentext gelesen habt, stimmt ihr mir bestimmt zu, wenn ich sage, dass dieses Buch einfach wunderschön klingt und einem schon nur vom Zuhören warm ums Herz wird. Vor einigen Jahren, vier vielleicht, habe ich dieses Buch bereits einmal gelesen. Diesen Herbst habe ich es gerereadert, eines der wenigen Bücher, die ich jemals ein zweites Mal gelesen habe. All die Jahre ist mir diese Geschichte als ein Lieblingsbuch in Erinnerung geblieben und auch jetzt ist es noch eines der schönsten und glücklichsten Bücher, die ich je gelesen habe. Ich habe mich in Gregory Hughes Schreibstil verliebt, er beschreibt alles aus Sicht von Bob, ein Kind, das mehr durchschaut, als man denken könnte. Ich habe mich mit den Charakteren des Buches angefreundet und sie in mein Herz geschlossen. Auf der Reise nach New York haben Bob und die Ratte ein Ziel: Sie möchten ihren verschollenen Onkel Jerome de Bilier suchen, damit er sie gemeinsam aufnimmt und sie nicht getrennt an Pflegeeltern gebracht werden. Noch bevor sie in der Grossstadt ankommen, gewinnen sie einen ersten Freund, Joey. Der muss allerdings die Stadt für ein Paar Tage verlassen und die Ratte und Bob sind vorerst auf sich allein gestellt. Ziemlich schnell treffen sie auf Tommy, einen Gauner und schliessen sich ihm an. Sie erleben einiges und alles scheint irgendwie am Schnürchen zu laufen. Sie treffen auch auf Ice, den geliebten Retter der Ratte - und das nicht nur einmal. Um eine reale Geschichte zu sein, kommen natürlich zu viele Zufälle zusammen. Das kann einem schaurig aufregen, aber mir hat es nichts ausgemacht - nur gegen Schluss war es mir dann etwas zu viel des Guten. Zweimal wurden sie in einer der grössten Zeitungen New Yorks abgedruckt, weil sie in irgendwelche Konflikte verwickelt waren. So weit so gut, aber auf den letzten fünfzig Seiten wurde dann doch etwas übertrieben, ich möchte nicht spoilern, aber es kam zu Schüssen und Befreiungen mit unglaublichen Erfolgen, die niemals möglich scheinen. 
    Doch für mich machte spätestens das wirkliche Ende alles wieder wett. Marie Claire, die Ratte, hat mich so berührt. Die Geschichte scheint so geglückt und dennoch so traurig. Das Gefühl, das mir das Buch gegeben hat, ist unvergleichlich. Kinder. Die Unvoreingenommenheit, die Spontanität, die Gelassenheit. Die Liebe zwischen dem Geschwisterpaar, die Freundschaft, die Freiheit. Ich bin sprachlos, es hat mich so glücklich gemacht dieses Buch zu lesen. Auf seine simple Art ist das Buch hoch philosophisch und wirklich lesenswert. Ich hoffe, ihr findet es noch irgendwo, zwischenzeitlich wurde dieses Buch meines Wissens nämlich nicht ausgelegt. Ein grosser Fehler, wie ich finde. https://wonderful-ne-books.blogspot.ch/2018/02/den-mond-aus-den-angeln-heben.html

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    Cover des Buches Kukolka (ISBN: 9783351036935)

    Bewertung zu "Kukolka" von Lana Lux

    Kukolka
    vivreavecdeslivresvor 2 Jahren
    Kukolka | Buchbesprechung


    In diesem Roman ist immer zu die Rede von Winter. Es scheint kaum jemals die Sonne, das Gefühl, das Lana Lux dem Leser vermittelt, ist düster, perspektivenlos, hart, eiskalt und die nackte Wahrheit. Ich habe es an nur einem einzigen Ferientag in einer warmen Stube in den Schweizer Alpen durchgelesen. Schon lange hat mich kein Buch mehr so gerührt und gefesselt wie dieses hier. Das liegt bestimmt zu einem Grossteil daran, dass ich es verschlungen habe. Der Schreibstil ist leicht, sehr umgangssprachlich und sehr passend zur Geschichte - genau das macht sie wohl so authentisch. Alles wird bis ins kleinste Detail genau beschrieben, jeder beschriebene Ort konnte ich mir genau vorstellen, die Gefühle habe ich so genau gespürt, als wären sie meine eigenen. Die Protagonistin dieses Buches heisst Samira. Sie erzählt uns ihre Geschichte, die 1993 beginnt, als sie sieben Jahre alt war. Samira wurde nie bei ihrem Namen genannt, sie war immer Kukolka. 



    Alle nannte man immer mit ihrem Namen, nur ich war erst Kukolka und dann Krysa. Von Püppchen zu Ratte. Ein derber Abstieg.Kukolka, Seite 358


    Mit sieben Jahren ist das schöne Mädchen aus dem Kinderheim ausgebrochen, sie möchte zu ihrer Freundin Marina, die bereits nach Deutschland adoptiert wurde, wird allerdings von Rocky abgefangen, er führt sie in sein Haus, dort lebt sie für die nächsten Jahre zusammen mit anderen Kindern, die kein Zuhause mehr haben. Ihr Job ist das Betteln und Klauen. Ähnlich wie bei Oliver Twist, lebt Samira in einem solchen abgekommenen Haus und wird zu einer kleinen Diebin gemacht. Oliver und Samira haben sowieso viel gemeinsam, beide sind sie Waisenkinder, beide sind sie noch jung, beide sind sie aus dem Heim abgehauen, beide sind sie sehr starke Charaktere, die man unglaublich schnell ans Herz schliesst, beide können sie sich einer Diebesgruppe anschliessen, beide leben sie ihren Traum. Rocky nimmt in dieser Geschichte die Rolle von Fagin ein, beide treiben sie illegale Geschäfte und bereichern sich durch die Arbeiten der Kinder. Samira hat nicht nur atemberaubend schöne Augen, sondern ist auch eine talentierte Sängerin. Bald verdient sie am meisten Geld durch ihr Gesangtalent. Dieses führt sie schlussendlich auch nach Deutschland, wo weitere Schicksalsschläge auf die junge Schönheit warten. 
    Aber stimmt, ich korrigiere mich, es gibt zwei Sachen, die immer helfen - Wodka und Musik. Kukolka, Seite 137
    Ich habe es geliebt dieses Buch zu lesen, ich habe selten so sehr mit einer Protagonistin mitgefiebert und mitgelebt. Sie hat mich zu tiefst berührt. Das Buch ist auf der einen Seite so traurig, so grau und so perspektivelos und doch spürt man die Willens- und Überlebenskraft, die Hoffnung und die Kraft seine Träume nicht loszulassen. Nachdem ich das Buch zugeschlagen habe, wusste ich nicht, ob ich lachen oder weinen sollte.
    Liebe ist Vertrauen. Das habe ich einmal auf einer Werbung für Kondome gelesen. Kukolka, Seite 308

    Neben dem wahnsinnigen Inhalt, hat mich auch das Cover absolut faszinieren können. Das hübsche Mädchen hat mich im Buchladen gerade zu angelächelt, ich habe mich in das chaotische Wohnzimmer verliebt, es sieht so aus, als würde man sich darin wohlfühlen. Das hört sich relativ paradox an, das zu sagen, wenn man das Buch gelesen hat. Aber es ist irgendwie so, der Raum sieht so einladend aus... Zur Autorin: Lana Lux ist 1986 in der Ukraine geboren und im Alter von zehn Jahren mit ihrer Familie als Kontingentflüchtling nach Deutschland geflohen. In einem Interview mit der Jetzt habe ich noch einiges über die Beweggründe der Geschichte erfahren, was ich sehr spannend fand. Schaut unbedingt rein, hier der Link. Samiras Geschichte ist Lana Lux quasi zugeflogen, als sie das berühmte Bild des afghanischen Mädchens mit den hellen Augen sah. Ich bin beeindruckt von dieser bildhübschen Autorin und ihrem Debütroman, ich empfehle ihn euch wärmstens. Er ist für mich von vorne bis hinten aufgegangen, mein Herz ist aufgegangen.


    https://wonderful-ne-books.blogspot.ch/2018/01/kukolka-von-lana-lux-buchbesprechung.html

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    Cover des Buches Die Geschichte der getrennten Wege (ISBN: 9783518425756)

    Bewertung zu "Die Geschichte der getrennten Wege" von Elena Ferrante

    Die Geschichte der getrennten Wege
    vivreavecdeslivresvor 2 Jahren
    Die Geschichte der getrennten Wege | Buchbesprechung


    Ich muss zugeben, es ist bereits einige Zeit her, seit ich diesen dritten Band gelesen habe, aber dennoch wollte ich eine Rezension dazu schreiben, aus dem einfachen Grund, weil es ein wahnsinnig gutes Buch ist, das mir noch immer viel Freude macht, wenn ich daran denke. In meinem Post über die ersten zwei Bände dieser Reihe (hier kommt ihr dazu), habt ihr bereits gemerkt, dass ich ein grosser Fan von Elena Ferrante geworden bin und das bin ich noch immer. Der dritte Band hat mir bisher am besten gefallen, die Charaktere sind mir richtig ans Herz gewachsen, es schien mir beim Lesen, als würde ich sie schon Ewigkeiten kennen und als wären sie gute Freunde geworden. Die Autorin hat es geschafft, dass ich mich fühlte, als wäre ich selber ein Teil der Geschichte. Wir befinden uns in diesem Teil der langen Geschichte in den turbulenten siebziger Jahren, es wird also sehr politisch. Diese Zeit interessiert und fasziniert mich sowieso schon seit längerem, deshalb war es zusätzlich grossartig, auf diesem Weg mehr davon zu erfahren. Kleine Revolutionen in ganz Italien, ausgehend von den unterschiedlichsten Schichten der Gesellschaft, auf die verschiedensten Arten, alles hängt zusammen und ist super aufregend. Lila und Elena gehen ihre eigenen Wege und wir als Leser begleiten sie gerne dabei. Was ich sehr speziell an der Geschichte finde ist, dass mir keine der beiden Charaktere durch und durch sympathisch ist und ich glaube gerade das macht das Buch so gut. Wir kennen ihre Fehler, wir kennen alle ihre Gedanken und bleiben ihnen trotzdem treu, auch wenn wir merken, dass nicht alles gut ist, was sie machen. Es wird richtig authentisch und ich konnte eine sehr starke emotionale Bindung aufbauen. Das Buch habe ich in den Herbstferien gelesen, also Ende Oktober. Den Post hier verfasse ich im Dezember und ich merke, wie ein gewisses Gefühl von Wehmut in mir aufkeimt, ich vermisse das Lesen dieses Buches, schon jetzt bin ich total gespannt auf den vierten und letzten Teil dieser Reihe. Als ich dort in den Herbstferien war konnte ich mich aber auch zu hundert Prozent auf die Geschichte einlassen, ich war in Italien selbst, ganz in der Nähe des Rione, ich habe das Strassenitalienisch gehört, ich habe die Landschaft gesehen, die Sonne gespürt, ich war am Meer, es hat einfach alles perfekt in die Atmosphäre gepasst und das war wunderschön. Ich könnte noch so viel sagen zu dem Buch, es löst in mir so viele Gedanken aus, so viele Gefühle und Emotionen, die man allerdings selber spüren lernen muss. Elena Ferrante schreibt kein Buch, das eine spezielle Krise anspricht, oder sonst was, sie schreibt ein Buch über das Leben. Ich habe so viel gelernt, es war eine wunderschöne Lesereise und ich lege euch ganz fest ans Herz euch etwas Zeit zu nehmen und in diese Geschichte einzutauchen, man muss sich darauf einlassen und dann ist man auch schon verfallen... 
    https://wonderful-ne-books.blogspot.ch/2018/01/die-geschichte-der-getrennten-wege.html

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    Cover des Buches Oh, Simone! (ISBN: 9783499633232)

    Bewertung zu "Oh, Simone!" von Julia Korbik

    Oh, Simone!
    vivreavecdeslivresvor 2 Jahren
    Oh, Simone! | Buchbesprechung


    Die charmante Julia Korbik durften wir bereits 2016 n der Frankfurter Buchmesse kurz kennenlernen. Vorher, danach aber deutlich intensiver, geniessen wir ihre überwiegend feministischen Beitrage auf diversen Onlineplattformen. Unter anderem führt sie selbst einen Blog namens 'Oh, Simone', welcher der grossartigen Simone und ihrer persönlicher Beziehung zu der französischen Intellektuellen gewidmet ist Wir wissen natürlich nicht genau, wie lange die Idee zu diesem Buch schon feststand, freuen uns jetzt aber sehr darüber.

    Es beginnt schon wunderschön, gleich mit einem Zitat, welches es danach auch in mein Tagebuch geschafft hat.

    Ich liebe ds Leben so sehr und verabscheue den Gedanken, eines Tages sterben zu müssen. Und ausserdem bin ich schrecklich gierig, ich möchte vom Leben alles, ich möchte eine Frau, aber auch ein Mann sein, viele Freunde haben und allein sein, viel arbeiten und gute Bücher schreiben, aber auch reisen und mich vergnügen, egoistisch und nicht egoistisch sein... 



    Darauf folgt neben einer Karte des beauvoir'schen Paris, welche neben privaten Plätzen auch öffentliche Bibliotheken und Buchläden beispielsweise verzeichnet hat. Dann folgt das Leben der Simone in sechs verschiedene Aspekte eingeteilt: Werden, Lieben, Denken, Schreiben, Handeln und Kämpfen. Diese Einteilung gefällt mir sehr gut, und ich störte mich auch nicht im geringsten daran, dass einige Erlebnisse vielleicht zweimal vorkommen, durch die unterschiedlichen Standpunkte, von welchen aus sie dann beleuchtet werden.

    Julia Korbik schreibt mit viel Herzblut und Begeisterung für Simone de Beauvoir, hinterfragt aber gewisse Teile, wa sehr gut tut und vor allem ihrem Ziel mit dem Buch hilft: Beauvoir einerseits von dem Thron zu holen, auf welchen sie viele unterbewusst stellen (ihr 'Le Deuxieme Sèxe' gehört zum meist zitierten und am wenigsten gelesenen feministischen Fachbücher). Gleichzeitig holt sie sie aber auch aus dem Schatten Sartres, ein Platz, den sie zu keinem Zeitpunkt verdient hat. 

    Ausserdem werden die vielen Inspirationen ihres Lebens vorgestellt und differenziert betrachtet: Schriftsteller*Innen ebenso wie philosophische AnsichtenDaraus ergibt sich ein Bild dieser faszinierenden Frau und ein wunderbares Einstiegs- und Hintergrundwerk für de Beauvoir ebenso wie beispielsweise den französischen Feminismus oder den Existenzialismus.
    https://wonderful-ne-books.blogspot.ch/2018/01/simone-de-beauvoir-julia-korbik.html

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    Cover des Buches Die Karte meiner Träume (ISBN: 9783596184446)

    Bewertung zu "Die Karte meiner Träume" von Reif Larsen

    Die Karte meiner Träume
    vivreavecdeslivresvor 2 Jahren
    Die Karte meiner Träume | Buchbesprechung


    An der Frankfurter Buchmesse des letzten Jahres haben uns die lieben Leute aus dem Fischer Verlag (Ganz herzliche Grüsse an Euch, falls ihr das hier lest!) dieses Prachtexemplar in die Hand gedrückt. Laut ihnen ist es eines der besten und speziellstes Buch, das im Fischer Verlag erschienen ist. Sie haben es sehr hoch angepriesen und dem entsprechend waren auch meine Erwartungen zum Buch sehr hoch. Ich war gespannt diesen Brocken zu lesen und hatte auf meiner Italienreise einige Stunden Zugfahrten vor mir, in denen ich mich Reif Larsens Werk widmen konnte. Meiner Meinung nach, war es bestimmt nicht eines der allerbesten Bücher, es hat mich schlussendlich einfach zu wenig interessiert, um ein Lieblingsbuch zu sein. Das Buch ist in drei Teile gegliedert, im ersten Teil, dem Westen, stellt uns T.S. seine Arbeiten und seine Familie vor. Anhand von extrem vielen Illustrationen erklärt er uns seinen Alltag, erzählt, wer in seiner Familie, was zu tun hat, und erhält einen Anruf aus Washington. Er hat einen Preis gewonnen und sollte den nun entgegen nehmen - blöd nur, dass die Leute aus dem Museum nicht wissen, dass T.S. erst zwölf Jahre alt ist und nicht wie angenommen bereits volljährig. Aus Angst, seine Eltern wären nicht einverstanden, begibt er sich auf eine abenteuerliche Reise. Diese ist der zweite Teil, sie bestehet aus einer langen Zugfahrt mit vielen kleinen und grossen Hindernissen, ein riesiges Abenteuer. Schlussendlich schafft er es das ganze Land zu durchqueren und erreicht den Osten, der somit den dritten und letzten Teil beschreibt. 

    Von Beginn an hat man das Gefühl, dass man so etwa weiss, auf was die Geschichte hinausläuft, sie ist ziemlich voraus schaubar, bis auf ein Paar kleine unerwartete Wendungen. Ich weiss nicht genau, ob ich das nun als Kritikpunkt einstufen sollte, oder nicht, oftmals finde ich es nämlich auch in Ordnung, wenn klar ist, was passieren wird. Besonders hier - es hat irgendwie gepasst. Obwohl T.S. hochintelligent ist, ist er noch ein Kind und sehr unschuldig. Er ist ein sehr sensibler Protagonist und wirkt innerlich sehr zerbrechlich, es kostet ihn viel Mut diese Reise anzutreten und zu Schluss macht er es trotzdem. Wie schon 'Der Junge im Pyjama' hat das Buch hier den Bonus, dass es eben nicht aus der Sicht eines Erwachsenen geschrieben wurde, sondern eben aus derjenigen eines Kindes und genau darin liegt irgendwo der Reiz des ganzen Romanes. 
    Das Buch hat eine wunderschöne Aufmachung. Es sieht bereits auf dem Buchcover sehr antik aus, eine richtige Schatzkarte. Im Buch innen hat es echt tolle Illustrationen, die von T.S. angefertigt wurden. Zu den Zeichnungen gab es immer noch einige Texte, die als Bemerkungen zwischen den Zeilen gelesen werden konnten. Anfangs war das etwas schwierig sich an das System zu gewöhnen, aber nach einiger Zeit habe ich mich dann schön damit abgefunden und fand es immer noch ganz angenehm etwas abzuschweifen. Ich habe gesehen, dass es einen Film zum Buch gibt, der Regisseur ist der gleiche wie bei Die fabelhafte Welt der Amelie Poulin. Ich habe ihn noch nicht gesehen, aber der Trailer hat sehr süss ausgesehen und vielleicht komme ich die nächsten Tage einmal dazu.  Reif Larsen ist übrigens ein Amerikanischer Schriftsteller, 1980 geboren. Die Karte meiner Träume war sein erstes Werk und ist bereits 2009 erschien, der Film zum Buch erschien dann 2013.
    https://wonderful-ne-books.blogspot.ch/2017/11/die-karte-meiner-traume-buchbesprechung.html

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    Cover des Buches The Hate U Give (ISBN: 9783570164822)

    Bewertung zu "The Hate U Give" von Angie Thomas

    The Hate U Give
    vivreavecdeslivresvor 2 Jahren
    The hate u give | Buchgedanken


    The Hate U Give ist ein Buch mit einer wütenden und lauten Voraussetzung: es geht um die Ermordung eines unbewaffneten schwarzen Jugendlichen durch einen weissen Polizist. Und damit geht es, das wissen wir dank dem Internet, um ein aktuelles Thema, welches viel zu tragisch ist, als dass ich es an dieser Stelle ein Phänomen nennen kann. 
    Unsere Protagonistin Starr Carter lebt in einem schwarzen Viertel, besucht jedoch als eine der wenigen eine 'weisse' High School, eine gute Stunde entfernt. So kommt es, dass sie sich zu Beginn des Buches zum ersten Mal auf einer Party in ihrer Nachbarschaft wiederfindet. Dort trifft sie seit längerem wieder ihren Kindheitsfreund Khalil, und kaum sind sie in ein tiefes Gespräch verfallen, verlassen sie den ORt aufgrund eines unvorhersehbaren Geschehnisses fluchtartig. Wenig später werden die beiden, nun in Khalils Auto, von der Polizei angehalten. Starr beschreibt mir Ehrfurcht, wie sich das anfühlt, erinnert sich an ein Gespräch mit ihren Eltern zurück. Es ging darum, wie sie sich als Schwarze in einer solchen Situation verhalten sollte. Die Stimmung ist unglaublich angespannt, und irgendwie ahnt man schon, was passiert. Wenig später liegt Khalil in einer Blutlache vor dem Auto.


    Und da beginnt das Buch, Fragen zu stellen. Dabei liefert es präzise und eingängige Antworten, beispielsweise: Wo fängt Protest an? Ab da, wo man seine Stimme erhebt. Die Autorin Angie Thomas verleiht Starr die wohl stärkste Waffe: ihre Stimme. Ein so simples Alltagswerkzeug bekommt hier eine schier ungeheuerliche Macht, endlich mal seinen effektiven Wert, im wortwörtlichen wie übertragenen Sinne. Sie weiss ihre Stimme aber nicht von Anfang an einzusetzen, jedenfalls nicht genau wie. SO ist das ganze Buch ein lehrreicher Weg, für Starr ebenso wie für uns Leser_innenschaft. Ich bewundere es immer sehr, wenn ein_e Autor_in ein lehrreiches, aber nicht belehrendes Buch hervorbringt. Genau das, wie noch so viel mehr, hat Angie Thomas mit The Hate U Give geschafft. Zum einen hat sie endlich mal eine schwarze Protagonistin erschaffen, hat jugendliche und schwarze Protestkultur in den Fokus gerückt, lässt die Protagonistin Code-Switching betreiben. Das ist der Ausdruck dafür, wenn Starr sich in der weissen High-School-Area den Mund, vor allem aber den afroamerikanischen Slang verbietet, den sie in ihrem Viertel jedoch ständig anschläft.


    Unglaublich viele Aspekte versammelt das Buch also, und ganz nebenbei ist es unglaublich mitreissend und einnehmend. Ich möchte es deswegen euch allen ganz nah ans Herz legen.


    https://wonderful-ne-books.blogspot.ch/2017/10/the-hate-u-give-buchegedanken.html

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    Cover des Buches Schlaflose Nacht (ISBN: 9783446252806)

    Bewertung zu "Schlaflose Nacht" von Margriet de Moor

    Schlaflose Nacht
    vivreavecdeslivresvor 2 Jahren
    Schlaflose Nacht | Buchbesprechung


    Dieses dünne Buch habe ich schnell durch gelesen, auf einer Zugfahrt durch die Toscana. Margriet de Moor schreibt über eine junge Frau, dessen Mann sich das Leben nach eineinhalb Jahren Ehe genommen hat und das tut sie sehr atmosphärisch. Es geht in 'Schlaflose Nacht' um Trauer, die Verarbeitung eines Todes, Zweifel, Schlafproblemen, Angewohnheiten, und Neuanfängen. Auf dem Buchumschlag beschreibt Sigrid Löffler Margriet de Moors Schreibstil wie folgt: "Sie psychologisiert nicht, sie pathologisiert nicht, sie erklärt nicht, sie urteilt nicht. Sie erzählt einfach - mit ihrer ganzen Lebensklugheit und Erfahrung und mit leisem Humor". Ich hätte es nicht schöner sagen können, alles was er sagt, das stimmt. Nicht besonders viel Inhalt im Buch, aber sehr angenehm zu lesen und sehr tiefe Worte. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass das Buch vielen verwitweten Frauen oder anderen Angehörigen von jemandem, der Suizid begannen hat, Hoffnung geben kann. Es wird bestimmt einigen  Menschen da draussen beim Prozess der Verarbeitung helfen. Das Buch hat mich berührt, aber auch nicht abgeholt. Es war zu schnell durch und der Inhalt war mir zu weit entfernt. Das Buch ist übrigens wunderschön schlicht gehalten und hat mir schon immer gefallen! Manchmal ist weniger einfach mehr. 


    https://wonderful-ne-books.blogspot.ch/2017/10/schlaflose-nacht-buchgedanken.html

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    Cover des Buches Im Herzen der Gewalt (ISBN: 9783103972429)

    Bewertung zu "Im Herzen der Gewalt" von Édouard Louis

    Im Herzen der Gewalt
    vivreavecdeslivresvor 2 Jahren
    Im Herzen der Gewalt | Buchbesprechung


    Im Herzen der Gewalt ist das erste Buch, das ich von Édouard  Louis gelesen habe. Sein Debütroman wurde von verschiedenen Seiten gelobt und als literarischer Schock bezeichnet. Sein zweiter Roman ist nach Didier Eribon noch stärker und macht Louis zu einem der bedeutendsten Autoren der Gegenwart. Um ehrlich zu sein, hatte ich meine Schwierigkeiten mit dem Buch. Ich fand sowohl die Form als auch den Inhalt schwer. Beides zusammen hat bei mir zu grossen Verwirrungen geführt, ich bin nicht nachgekommen und habe nicht alles verstanden. Als Leserin ist gut zu erkennen, dass Édouard Louis autobiographisch schreibt, die Geschichte, die ganzen Gefühle und Handlungsstränge kommen sehr authentisch rüber. Die Form war hingegen sehr verwirrend. Es wurde nicht chronologisch erzählt, sondern von einem Punkt zum nächsten gesprungen und das ohne erkennbaren roten Faden - vor und zurück. Der Roman beginnt mit Édouards Begegnung am Weihnachtsabend an der Place de la Rebupliquec in Paris. Er trifft einen Mann namens Reda und nimmt ihn nach kurzem Zögern mit zu sich nachhause. Im Laufe des Buches erfährt man immer mehr über die Beziehung der beiden Männer, was sie gemeinsam getan haben, was schön war, was sonderbar war, was schrecklich und was angsteinflössend war. Diese Art des Aufrollen einer Geschichte finde ich immer sehr spannend, auch wenn es immer zu Komplikationen führt. 



    Für mich war dieses Buch auf Seite des Autors mehr ein Werk der Verarbeitung dieser Begegnung, als Literatur. Ich hoffe es ist nachvollziehbar, was ich damit meine. Natürlich ist es Literatur und ich würde auch so weit gehen, dass ich sagen würde, dass das Buch gut war, auch wenn es mir nicht ganz zusagen konnte. Irgendwie hat er es sich beinahe etwas einfach gemacht. Das ist natürlich sehr gewagt, das so zu formulieren, ich wünsche niemandem ein Erlebnis, das dem gleicht, das Édouard  Louis erlebt hat, aber er hätte etwas mehr rausholen können. Die Handlung wird detaillierter beschrieben, aber ihm wesentlichen geschieht nicht viel mehr. Wenn es euch also interessiert und ihr euch gut auf eine etwas gewagte Erzählform einlassen mögt, bin ich sicher, dass es euch gefallen wird. Mir ist es irgendwie nicht gelungen, obwohl ich den Roman auch sehr gerne und gespannt gelesen, beinahe schon verschlungen habe. Dennoch habe ich mir einige Passagen genau eingeprägt, der junge Franzose hat einen schönen Wortschatz und eine Message, die ich ebenfalls aus dem Buch mitgenommen habe, ist, dass Freunde einem das Leben retten können - im übertragenen Sinne natürlich. Ohne Menschen, die einem zuhören, einem helfen und einem beraten sind solche schweren Situationen im Leben kaum bestreitbar und dieser Roman hat mich in dieser These bestärkt. Ein weitere Teil des Buches, der mich beeindruckt hat, ist zu sehen, was eine solche Begegnung mit einem anstellt. Inwiefern sie einem verändert, schwächt und wie sich das im Alltag zeigt. Ich bin gespannt auf eure Meinungen zum Buch, wir freuen uns über jeden Kommentar!


    https://wonderful-ne-books.blogspot.ch/2017/10/im-herzen-der-gewalt-buchbesprechung.html

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    Cover des Buches Just Kids (ISBN: 9783596188857)

    Bewertung zu "Just Kids" von Patti Smith

    Just Kids
    vivreavecdeslivresvor 2 Jahren
    Just Kids | Buchbesprechung


    Patti Smith entführt und in 'Just Kids' in eine ganz andere Welt, in eine Welt voller Kunst und Liebe, die aber dennoch nicht kitschig ist. Es ist New York, Anfang der 70er Jahre und Patti Smith trifft auf Robert Mapplethorpe. Ein Neuanfang scheint wie vorgegeben zu sein, Altlasten werden vergessen. Hier kann man sich erfinden, hier kann man sich ausprobieren. Und genau das machen die beiden gemeinsam. Sie stürzen sich ins gemeinsame Leben, ein Leben für die Kunst. Genau das macht den Charme dieses Buches aus. Die Liebe, die Kunst, das Leben. New York. Und Patti Smiths einzigartige Erzählstimme, deren Rauheit an ihre Songs erinnert. Es ist nicht immer so schön oder glatt, wie man es erwartet, wie es klingt. Zwischen manchen Häuserblocks von New York verbergen sich Chancen, hinter vielen aber auch Abgründe und Zwischenspalte.
    Das Buch entwickelt sich relativ schnell in eine gewisse Art von Name Dropping. Zumindest, wenn man sich weder für New York, das Chelsea Hotel oder die blühende Kunstszene interessiert. Ansonsten ergeben sich daraus einige spannende und schicksalhafte Begebenheiten und Begegnungen, die uns und vor allem Patti Smith noch lange verfolgen. Sie schildert diese, indem sie erzählt, was sie in ihr Tagebuch schrieb. Wie sie die Menschen wahrnahm, was sie in ihnen sah und was diese in ihr sahen. So entsteht eine Art einseitiger Austausch, der aber sehr intensiv und privat ist. Sie widmet das Buch nicht nur Robert Mapplethorpe, sondern allen, denen sie begegnet ist und die sie geformt haben. Das sind aber nicht nur Menschen, gerade Reisen ins regnerische Paris haben ihren Eindruck auf der jungen Patti Smith hinterlassen und tiefe Eindrücke geschaffen. 


    Schlussendlich ist es aber auch eine Liebensgeschichte. Die aussergewöhnlichste, die das Leben je schrieb - die zwischen Mapplethorpe und Smith, die vor Zuneigung und Zärtlichkeit erzitterte und die immer wieder vom Schleier, der aus Wahrheit und Lügen geknüpft ist, vernebelt wurde. Dennoch ist sie wunderschön und ein ganzes Buch wert, mindestens. Es sind die kleinen Dinge, die mich berührten, die Patti Smith so geschickt in ihren Roman einzubauen weiss. Aber es ist auch dieses grosse Ding, diese grosse Stadt, diese grosse Liebe - von der ein winziges, aber dennoch enorm grosses Stück in diesem Buch steckt.

    Ich möchte gerne noch eine kleine Anmerkung machen. Ich habe das Buch auf Deutsch gelesen, das Original erschien natürlich auf Englisch. Dort wird immer wieder der Ausdruck 'gypsy' verwendet, welcher im Deutschen als 'Hippie' übersetzt wird. Während Hippie ähnlich wie 'Bohemian' einen Lebensstil beschreiben kann, ist 'gypsy' die Bezeichnung für die nomadische Gruppe der Romani. Der Begriff wurde als Beleidigung verwendet, weswegen es politisch inkorrekt ist, ihn für eine einfache Bezeichnung eines etwas freien und wilden Lebensstils zu verwenden. Darauf aufmerksam gemacht hat mich Anna und ich bin ihr sehr dankbar dafür!


    https://wonderful-ne-books.blogspot.ch/2017/10/just-kids-patti-smith.html

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    Cover des Buches Piper Perish (ISBN: 9783737354417)

    Bewertung zu "Piper Perish" von Kayla Cagan

    Piper Perish
    vivreavecdeslivresvor 2 Jahren
    Piper Perish | Buchbesprechung


    Ich glaube ziemlich fest daran, dass dies ein polarisierendes Buch ist. Ihr kennt es - entweder, man liebt es, oder man kann es gar nicht ab. Lustigerweise sage ich das, obwohl ich es ganz okay fand. Angenehme Abwechslung, aber nichts unglaublich tolles. Das liegt natürlich einerseits daran, dass ich mich in letzter Zeit ziemlich von Jugendliteratur abgewendet habe und mich mit anderem beschäftige. Aber der Aspekt der Kunsthochschule konnte mich dann wieder für das Buch gewinnen. Das Konzept scheint erfrischend anders und neu - altbekannte Abstecher in Jugendbuchklischees sind zwar hin und wieder vorgekommen, aber nicht der Fokus. Der liegt auf der 18jährigen Piper, die ein bisschen anders als die typische Heldin ist. Liebenswürdig durch die Trotteligkeit, aber auch ein bisschen nervig. Erwachsen, in vielen Aspekten aber etwas unreif. Ich kann verstehen, wenn nicht alle mit ihr klarkommen. Aber auf mich wirkte sie ziemlich authentisch - in eigenen Problemen verschachtelt und ohne Welterfahrung, die man in diesem Alter einfach noch nicht hat. Dafür aber in sich selbst sehr vielfältig und differenziert. Sie beschäftigt sich viel mit Kunst und Andy Warhol, mit Literatur und Zitaten, mit Mode und Gesellschaftlichem und ist mir deshalb auch sehr sympathisch. Ein bisschen nervig ist die ganze Krise, die sie hat, ausgelöst durch ihre Schwester. Diese war wiederum das Gegenteil eines liebenswürdigen Charakter. Ja, Geschwister streiten sich wohl oft, aber diese unverhohlene Agressivität war wirklich in keinster Weise nachvollziehbar und regt mich auch immer wieder ganz schön auf. Durch die Tagebuchform kriegen wir Pipers Gefühle und Gedanken natürlich auf intimste Weise mit, und das ist irgendwie hier ganz schön gelöst. Denn es wird mir an keiner Stelle zu pathetisch oder zu kitschig, nie artet es irgendwie allzu sehr aus - was eigentlich völlig okay wäre. Aber die Geschichte bewegt sich in einem kontinuerlichen Strahl vorwärts (trotz Holpersteine), und das liess es mich ziemlich schnell fertiglesen. Mit einigen Figuren und ihren Schicksälen habe ich wirklich mitgefiebert, und das war eine schöne Erfahrung. Protagonist*innen in meinem Alter, die echt und mit Fehlern gezeichnet sind, aber das Beste aus der Situation machen. Ein bisschen wie gute Bekannte, die man mag und mit denen man hin und wieder austauscht. Dennoch glaube ich, dass viele die Figuren nicht vertragen und vor allem mit Pipers Schwester ihre Probleme haben werden. Wem unsympathische Nebencharaktere aber nichts ausmachen (ich persönlich finde ja, dass die eigentlich ganz okay sind und oft dazugehören - wer hat denn niemanden im Leben, der immer wieder mal nervt?) - auch wenn dieses Exemplar sehr heftig ist -, der kann sich ruhig an dieses Buch wagen und wird mit einer Geschichte für Jugendliche belohnt, die das Beste aus diesem Genre zieht und ein spannendes und kurzweiliges Buch zaubert. Auf eine ganz eigene Weise.
    https://wonderful-ne-books.blogspot.ch/2017/09/piper-perish-kayla-cagan.html

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