Bücher mit dem Tag "1. weltkrieg"
200 Bücher
- Ken Follett
Sturz der Titanen
(1.310)Aktuelle Rezension von: JapanophilieZu Beginn des 20. Jahrhunderts scheint die Welt noch von festen gesellschaftlichen Ordnungen geprägt zu sein. Doch politische Spannungen, soziale Gegensätze und nationale Interessen führen Europa immer näher an einen Krieg heran. Ken Follett begleitet mehrere Familien aus Großbritannien, Deutschland, Russland und den USA, deren Lebenswege sich kreuzen und durch den Ersten Weltkrieg entscheidend verändert werden.
Die Grundidee von „Sturz der Titanen“ hat mich von Anfang an begeistert. Ken Follett erzählt den Ersten Weltkrieg nicht nur anhand großer politischer Entscheidungen, sondern verbindet die historischen Ereignisse mit den persönlichen Schicksalen mehrerer Familien aus unterschiedlichen Ländern. Dadurch entsteht ein vielschichtiges Bild dieser Zeit.
Gerade der Erste Weltkrieg interessiert mich politisch sehr. Umso bedauerlicher finde ich es, dass er während meiner Schulzeit kaum behandelt wurde. Der Roman bot mir deshalb die Möglichkeit, mich auf unterhaltsame Weise mit den politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen dieser Epoche auseinanderzusetzen.
Trotz des großen Umfangs ließ sich die Handlung für mich gut verfolgen. Die wichtigsten Figuren waren sorgfältig ausgearbeitet und besaßen unterschiedliche Hintergründe, Überzeugungen und Interessen. Besonders gelungen fand ich, wie ihre persönlichen Entscheidungen mit den historischen Ereignissen verknüpft wurden. Dabei zeigt der Roman, dass Geschichte nicht nur von Staatsoberhäuptern und Militärs geprägt wird, sondern auch das Leben gewöhnlicher Menschen grundlegend verändert.
Ken Folletts Schreibstil ist flüssig und anschaulich. Er vermittelt historische Zusammenhänge verständlich, ohne dass sich der Roman wie ein Geschichtsbuch liest. Zwar sind manche Begegnungen zwischen den Figuren etwas konstruiert, doch das störte meinen insgesamt sehr positiven Eindruck kaum.
„Sturz der Titanen“ ist für mich ein überzeugender Auftakt der Jahrhundert-Trilogie. Der Roman verbindet Weltgeschichte, Politik und persönliche Schicksale zu einer umfangreichen, aber dennoch packenden Erzählung.
Für Leserinnen und Leser, die historische Romane, große Familiensagas und politische Zusammenhänge mögen. Besonders empfehlenswert für alle, die sich für den Ersten Weltkrieg und seine Auswirkungen auf Menschen verschiedener Länder interessieren.
4 von 5 Sternen
- E.M. Remarque
Im Westen nichts Neues
(1.293)Aktuelle Rezension von: Julia_TaubEinfach ein Klassiker den man gelesen haben sollte. Er greift das Thema Erster Weltkrieg politisch und gesellschaftlich sehr gut auf und zeigt uns einen Einblick eines Soldaten aus dieser Zeit. Dem Schreibstiel kann man sehr gut Folgen ohne das die Spannung verloren geht. Ich konnte mit allen Charakteren mitfühlen und hab mit jedem einzelnen Mitgefiebert.
- Jojo Moyes
Ein Bild von dir
(841)Aktuelle Rezension von: AlinchenWährend der 1. Weltkrieg tobt, versucht Sophie im besetzten Frankreich stark zu sein. Für ihre Schwester Hélène und deren Kinder, ihren Bruder Aurélien und für Édouard, ihren Mann und ihre große Liebe, der als Maler arbeitet, aber von der französischen Armee eingezogen wurde und nun für das Land kämpft. Zusammen mit ihrer Schwester betreibt sie ein Café, das dazugehörige Hotel musste mangels Gäste geschlossen werden. Als die Deutschen regelmäßig zum Essen kommen und die Schwestern zum Kochen genötigt werden, entwickelt sich eine Art Freundschaft zwischen Sophie und dem neuen Kommandanten. Dieser ist beeindruckt von dem Gemälde, das einst Édouard von seiner Frau malte. Sophie hofft auf einen Deal.
Neunzig Jahre später ist eben dieses Gemälde Livs kostbarster Besitz. Ihr Mann David schenkte es ihr einst auf ihrer Hochzeitsreise. Vier Jahre zuvor starb ihr Mann und Liv trauert noch immer. Doch langsam scheint ihr Leben wieder bergauf zu gehen. Durch Zufall trifft sie eine ehemalige Kommilitonin wieder, die spontan bei ihr einzieht. Außerdem lernt sie mit Paul einen neuen Mann kennen und sie fühlt sich zu ihm hingezogen.
Auch Paul mag Liv. Es scheint alles recht einfach zu sein, bis er in ihrem Schlafzimmer das Gemälde sieht. Denn Paul arbeitet für eine Firma, die sich darauf spezialisiert hat, Kunstwerke an diejenigen rückzuerstatten, die zu Kriegszeiten Opfer von Kunstraub oder erzwungenen Verkäufen wurden. Die Erben von Édouard fordern das Bild ein! Es scheint auf den ersten Blick ein klarer Fall zu sein, doch Liv weigert sich! David hat das Bild nicht geklaut! Und sie will es auf gar keinen Fall wieder hergeben! Ein Streit beginnt...
Ich liebe Bücher, die auf zwei Zeitebenen spielen! Und ich liebe die (meisten) Bücher von Jojo Moyes! Und hier kommt beides zusammen. Wie wunderbar! Ich bin nur so durch das Buch gerauscht. Wobei mir die Geschichte in der Vergangenheit (wie meistens) noch mehr gegeben hat. In solchen Episoden lernt man immer so viel. Aber auch die Gegenwart wurde im Laufe des Buchs immer spannender! Ich möchte das Buch ohne Einschränkungen jedem empfehlen!
Ich habe erst mitten im Lesen erfahren, dass dies ein 2. Band ist. Das hat dem ganzen aber keinen Abbruch getan, sondern das Buch kann auch sehr gut alleine gelesen werden!
- Andreas Eschbach
Ausgebrannt
(404)Aktuelle Rezension von: blackburniousAusgebrannt ist ein fesselnder und zugleich beklemmender Thriller, der eine zentrale Frage stellt: Wie geht unsere Welt weiter, wenn das Öl – unser wichtigster Rohstoff – zur Neige geht? Andreas Eschbach zeichnet ein erschreckend realistisches Szenario, das gerade in der heutigen Zeit aktueller wirkt denn je.
Mit viel Detailreichtum und einem starken Gespür für gesellschaftliche Zusammenhänge zeigt der Autor, wie abhängig unser Alltag vom Öl ist – und wie schnell ein globales System ins Wanken geraten kann. Die Handlung ist spannend, stellenweise hochdramatisch und regt immer wieder zum Nachdenken an.
Einziger kleiner Kritikpunkt: An manchen Stellen wirken die technischen Erläuterungen etwas umfangreich. Dennoch bleibt die Geschichte durchweg packend und atmosphärisch dicht erzählt.
Fazit: Ein intensiver, beunruhigender Zukunftsthriller, der lange nachhallt und aktueller kaum sein könnte. 4 von 5 Sternen.
- Charlotte Link
Sturmzeit
(436)Aktuelle Rezension von: AnneSusanneEingewoben in die Irrungen und Wirrungen der deutschen Geschichte Anfang des 20. Jahrhunderts hangelt sich Charlotte Link mit ihrer Protagonistin Felicia gewohnt stilsicher durch Ostpreußen, Berlin, München, St Petersburg und wieder zurück. Die Saga ist packend erzählt, aller paar Seiten prasseln Tod, Drama, Hass und Liebe auf einen ein - es wird dem Leser etwas schwindlig mit den vielen Namen, Orten und Wendungen. In Deutschland und Europa passiert viel, und so auch in Felicias Leben und Familie. Der Roman ist ein Prosa gewordenes Geschichtsbuch. Dennoch wird man mit Felicia nicht warm, sie ist doch eher schlecht als recht, das Happy End bleibt aus, am Ende bleibt ein fahler Beigeschmack. Was ist Moral oder woher kommen Überzeugungen? Sind berechnende Menschen die erfolgreicheren? Gibt es keine Liebe? Brauchen wir Familie? Charlotte Link lässt diese Fragen offen und das macht das Buch zwar zu einen sehr guten runden historischen Roman, aber gestaltet die emotionale Entwicklung ihrer Protagonisten doch ein wenig schwach und gegen Ende mit heißer Nadel gestrickt.
Für alle mit Sinn für große Familiendramen vor historischer Kulisse, ohne Zwang zu Happy End, dennoch zu empfehlen.
- Kate Morton
Das Seehaus
(392)Aktuelle Rezension von: Mazeixx„Das Seehaus“ erzählt die Geschichte eines jahrzehntealten Vermisstenfalls, der nie aufgeklärt wurde, und einer Ermittlerin, die viele Jahre später auf neue Spuren stößt. Zwischen Vergangenheit und Gegenwart ergibt sich nach und nach ein komplexes Geflecht aus Familiengeheimnissen und persönlichen Schicksalen.
Mir hat das Buch insgesamt sehr gut gefallen. Besonders die detaillierte Verknüpfung der einzelnen Figuren und ihrer Geschichten fand ich sehr spannend. Kate Morton versteht es, nach und nach Geheimnisse aufzudecken und dabei verschiedene Zeitebenen geschickt miteinander zu verbinden.
Allerdings hatte die Geschichte für mich zwischendurch auch einige Längen, wodurch sich das Lesen stellenweise etwas zäh angefühlt hat. Trotzdem hat mich die Handlung immer wieder eingefangen, vor allem durch die vielen offenen Fragen und das Bedürfnis, die Zusammenhänge zu verstehen.
Insgesamt ist „Das Seehaus“ ein Familiengeheimnisroman mit interessanten Figuren und einer vielschichtigen Handlung. Trotz kleinerer Längen spreche ich eine klare Leseempfehlung für alle aus, die Geschichten auf mehreren Zeitebenen und mit geheimnisvollen Familienverstrickungen lieben so wie ich.
- Charlotte Roth
Als wir unsterblich waren
(243)Aktuelle Rezension von: Amber76Ein beeindruckender historischer Roman, in dem die wechselvolle Geschichte der deutschen Sozialdemokratie mit wichtigen, um nicht zu sagen den Kern ihrer Identität berührenden Konflikten wie beispielsweise ihrer Haltung in der Abstimmung zu den Kriegskrediten im ersten Weltkrieg an zwei Hauptfiguren erzählt wird, die ebenso sehr miteinander wie mit ihrer Überzeugung ringen. Man könnte sagen, die Bruchlinie zwischen verschiedenen Parteiflügeln zieht sich in einer Zeit, in der das mehr als nur hitzige Auseinandersetzungen in Familien- oder Freundeskreis bedeutet, mitten durch eine Liebe. Man sieht und erlebt, wie in einer Zeit, in der der Glaube vorherrschte, dass der Mensch dem Lauf der Geschichte seinen Stempel aufzudrücken hat, die Geschichte den Menschen überrollt.
Der Roman ist sehr gut recherchiert und informativ aufgebaut. Indem ganze historische Diskurskomplexe an zwei Hauptfiguren gebunden werden, wird die Möglichkeit eröffnet, das zugrundeliegende Konfliktpotential rational wie emotional wahrzunehmen und sich damit auseinanderzusetzen. In manchen Teilen des Romans wirkt die Darstellung dadurch etwas vereinfacht, verkürzt . Vielleicht spielt auch der Zufall eine etwas zu bedeutende Rolle. Aber man fühlt sich trotzdem ebenso gut informiert wie unterhalten.
- Andreas Izquierdo
Schatten der Welt
(152)Aktuelle Rezension von: schmoekerstundeEin bewegender Roman über Freundschaft, Mut und Menschlichkeit in einer Zeit, in der die Welt aus den Fugen gerät.
Carl, Artur und Isi wachsen in den 1910er Jahren in einer preußischen Kleinstadt auf, in einer Welt des Wandels: Nachkriegselend, politische Extreme, gesellschaftliche Zwänge.
Mit feinem Humor und viel Gespür für Zwischenmenschliches erzählt der Autor über Figuren , die lebendig und voller Ecken und Kanten sind. Man leidet und hofft mit ihnen.
Der Roman ist keine kitschige Rückschau, sondern ein ehrlicher, tiefgründiger Roman über das Erwachsenwerden in düsteren Zeiten. Und doch schimmert immer wieder Licht durch: Freundschaft, Liebe, Bücher – sie geben Halt, wo alles zu zerbrechen droht.
Absolute Empfehlung für alle, die emotionale Entwicklung und historische Atmosphäre lieben. - Anne Jacobs
Die Töchter der Tuchvilla
(272)Aktuelle Rezension von: ArgentumverdeMarie hat ihren Paul geheiratet und auch Pauls Schwestern Kitty und Elisabeth sind glückliche Ehefrauen. Aber dann bricht der 1. Weltkrieg aus und nicht nur, dass die Männer an die Front müssen, auch daheim wird das Leben immer schwieriger. Die Lebensmittel sind knapp, die Fabrik steht still, die Tuchvilla selbst wird zum Lazarett und jeden Tag wächst die Angst vor schlechten Nachrichten.
Im 2. Teil der Reihe begleitet der Leser unterschiedliche Charaktere mit den verschiedensten Lebensgeschichten. Er erlebt nicht nur das Leben in der Tuchvilla, sondern auch das der Familienmitglieder drumherum. Auch einige Angestellte rücken stärker in den Fokus. Dadurch bleibt es abwechslungsreich und man bekommt einen besseren Blick auf das gesamte Geschehen. Der Schreibstil ist leicht und flüssig, es wird nie zäh oder langatmig. Nicht jede Storyline ist gleich spannend und manchmal möchte man gerne zu bestimmten Themen schneller zurückkehren, aber man möchte auch keinen Handlungsstrang missen. Marie selbst gerät als Protagonistin leider ein kleines bisschen mehr in den Hintergrund und hätte gerne etwas mehr Raum im Buch haben dürfen. Ihre Liebesgeschichte kann der Leser hauptsächlich in Briefform mitverfolgen, durch den regen Briefverkehr den sie mit ihrem Mann Paul während seiner Zeit an der Front unterhält. Eine gut gestaltete Abwechslung im Buch.
Mein Fazit: Mir hat der 2. Teil der Reihe fast besser als Teil 1 gefallen, da es nicht mehr ganz so realitätsfern zugeht und das Buch trotz seiner Länge sehr abwechslungsreich gestaltet ist. Die Vielzahl der unterschiedlichen Erzählstränge macht das Buch um ein Vielfaches interessanter. Nun freue ich mich definitiv auf Teil 3.
- Betty Smith
Ein Baum wächst in Brooklyn
(127)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerDieses Buch ist absolut bemerkenswert. Die Darstellung der alltäglichen Lebensumstände ist mir sehr nahe gegangen und hat mich betrübt. Zum Teil erschien es mir als so hoffnungslos, dass ich es kaum ertragen habe. Aber immer wenn es besonders schlimm kam, wurde es im Anschluss auch wieder besser. Der Baum, welcher in einem Hinterhof mitten in Brooklyn wächst, in ein schönes Bild der Hoffnung. Wer sich etwas mit deutscher Gesschichte auskennt und mit den Lebensumständen der eigenen Großeltern oder auch Eltern, wird erkennen, dass starke Parallelen vorhanden sind. Um diese Zeit und die daraus resultierenden Lebenseinstellungen unserer Vorfahren besser nachvollziehen zu können, habe ich mich durch meinen "Schmerz" gequält und bis zum Schluss durchgehalten. Darüber bin ich sehr froh! Aber wer nun denkt, dieses Buch sei nur voller Qualen, der irrt sich. Die kleinen Rituale, welche die Familie lebt sind besonders schön. Auch die Lebensumstände und die Chancen auf Entwicklung verbessern sich langsam und kontinuierlich. Eine Mahnung nicht aufzugeben!
- Sarah Lark
Der Ruf des Kiwis
(238)Aktuelle Rezension von: AlinchenIch mag die Geschichten von Lilian und Jack, aber ich liebe die Geschichte von Gloria. Dabei hat sie das härteste Schicksal von allen. Lilys Leben erinnert mich hingegen ein wenig an das ihrer Großmutter Fleurette. Aber so schlimm wie Gloria ging es niemandem, nicht einmal Elaine.
Ich habe dieses Buch als Erstes in der Trilogie gelesen und kann es auch beim erneuten Lesen kaum aus den Händen legen.
- Jennifer Donnelly
Die Wildrose
(335)Aktuelle Rezension von: annilittleIch muss schon sagen, dass ich ein wenig traurig darüber bin, dass ich meine geliebten Finnegans / Bristows und Baxters gehen lassen muss, aber ich kann ja immer wieder zu ihnen zurückkehren, das beruhigt mich dann doch ein bisschen. Für mich war der Abschluss der Trilogie definitiv der beste Teil der Trilogie und es ärgert mich immer noch, dass am Ende diese eine Sache passiert ist bzw. nicht passiert ist, die mich dann so gestört hat, dass ich am Ende einfach keine 5 Sterne vergeben konnte.
In diesem Band geht es um Seamie, den jüngsten der Finnegans, und Willa , die man bereits im Vorgänger kennengelernt hat und ich muss sagen, dass ich nicht erwartet hätte, dass sie mir so sehr ans Herz wachsen würden.
Zum Schreibstil brauche ich nach drei dicken Büchern, glaube ich, nicht mehr allzu viel sagen. Die Frau hat’s drauf und man kann trotz der Seitenzahl einfach nur so durch die Kapitel fliegen. Ich mag die Kombination aus Spannung, Emotionen (positiven wie negativen) und Herzklopfen.
Nachdem ich den zweiten Band so geliebt habe, konnte ich mir nicht vorstellen, dass ich Seamie oder Willa so gern haben könnte wie Sid und India, weil ich mich mit Letzterer auch so gut identifizieren konnte. Willa und ich könnten unterschiedlicher nicht sein, aber dennoch habe ich so sehr mit ihr mitgefiebert und vor allem mit ihr mitgelitten. Auch Seamie mochte ich gern, ich hatte nur manchmal etwas Probleme, ihn mit dem kleinen Jungen aus »Die Teerose« zusammenzubringen.
Das ganze Buch war einfach spannend, wir befinden uns auf drei unterschiedlichen Kontinenten und das vor dem Hintergrund des Ersten Weltkriegs, wodurch man ganz viele Perspektiven eröffnet bekommt und auch viele Dinge erfährt, die man mit dieser Zeit nicht unbedingt in erster Linie erfährt, die aber trotzdem enorm wichtig waren.
Fazit: Ein würdiger Abschluss für eine super Trilogie mit wundervollen Charakteren, die mir viele tolle Lesestunden bereitet hat.
Bewertung Band 3: 4,5/5
Bewertung gesamte Trilogie: 4,5/5 - Ulrike Schweikert
Die Charité: Aufbruch und Entscheidung
(143)Aktuelle Rezension von: Saphir610Als absolute Ausnahme fängt Rahel Hirsch 1903 in Berlin in der Charite als erste Ärztin an. Sie bekommt zu spüren, dass Gleichberichtigung in diesem Berufsstand noch einen weiten Weg vor sich hat. Auch die Arbeiterin Barbara bekommt zu spüren, dass Männer Frauen oft als eine Art Besitz betrachten. Rahel und Barbara werden Freundinnen und beide engagieren sich für Frauenrechte. Dann beginnt der erste Weltkrieg und stellt alles auf den Kopf.
Der Roman behandelt eine interessante Zeit und Thema. Man muss sich mal vorstellen als Frau kein Wahlrecht zu haben und als Ärztin eine Rarität zu sein.
Leider hat mir beim Lesen der entsprechende Funke gefehlt um mich in die Geschichte rein zu ziehen. Die Protagonisten konnten mich nicht abholen. Vielleicht habe auch einfach etwas anderes erwartet. Auch hätte ich gerne mehr über die Charite, die Fortschritte in der Medizin erfahren. Im Ganzen hat der Roman eine eher bedrückende Stimmung, die dann mit dem ersten Weltkrieg und am Ende mit dem Jahr 1938 seine Berechtigung findet.
- Hanni Münzer
Heimat ist ein Sehnsuchtsort
(108)Aktuelle Rezension von: KleinerVampirBuchinhalt:
Schlesien, 1928: Nach dem Tod des Vaters muss der Komponist Laurenz den elterlichen Hof übernehmen. Mit seiner Frau Annemarie und den beiden Töchtern Kathi und Franzi findet Laurenz auch als Bauer sein Glück und die beiden Kinder wachsen auf dem elterlichen Hof auf. Während Kathi mathematisch hochbegabt ist, leidet Franzi an einer seltenen Krankheit und kann nicht sprechen. Als die Nationalsozialisten im Deutschen Reich die Macht übernehmen, scheint auch die dörfliche Idylle, in der die schlesische Familie lebt, zusehends betroffen. Denn Kathi gerät in den Fokus der Behörden, als sie einen Mathematikwettbewerb gewinnt und auch Annemarie hütet ein großes Geheimnis....
Persönlicher Eindruck:
Hanni Münzer erzählt im ersten Band ihrer Heimat-Dilogie vom Leben einer schlesischen Bauersfamilie. Das Leben auf dem Land, das Aufwachsen der beiden Kinder und die politischen Gegebenheiten, die Ende der 1920er Jahre zweifelsohne einen Umbruch in der Geschichte des Deutschen Reiches bringen, sind allesamt Thema dieses spannenden und mitreißenden Romans.
Im Mittelpunkt stehen letztendlich die beiden Töchter der Sadlers, Kathi und Franzi. Kathi ist schon seit früher Kindheit ein Wunderkind – sie interessiert sich für komplexe Zusammenhänge, liebt Mathematik und Physik. Ihre kleine Schwester Franz hingehen leidet an einer seltenen Krankheit, weshalb sie auch nie sprechen lernt und sich mit Kathi lediglich durch Summen verständigt. Zudem scheint Kathi auch geistig etwas zurückgeblieben, wird aber dennoch von allen geliebt und wächst scheinbar glücklich und unbeschwert auf dem elterlichen Hof auf.
Die Erzählung ist eingängig, der Schreibstil sehr mitreißend und man kann das Buch kaum aus der Hand legen. Die Figuren sind mit Tiefe und Profil angelegt und man kann sich ein gutes Bild machen von diesem Stück Deutschland, das so sehr mit Polen verbunden war.
Gut gefallen hat mir Dorota, die polnische Haushälterin der Sadlers. Sie ist ein mütterlicher Charakter für de Familie und für die beiden Kinder der Mittelpunkt ihrer Kindheit.
Im Laufe der Handlung schwingt der Roman ein bisschen ins Übersinnliche um, denn Dorota hat das „zweite Gesicht“ und öfter Visionen, die ihr die Zukunft verschiedener Personen voraussagen. Wenn ich ehrlich bin fand ich diese „Zufälle“ etwas zu sehr konstruiert. Ebenso die Tatsache, dass die Nationalsozialisten – nach allem, was man inzwischen über sie weiß – sich so rein gar nicht für die behinderte Franzi interessieren und eine kurze Rückmeldung an den Bürgermeister genügt, um sie aus dem Fadenkreuz zu bringen. Auch die Kommunikation von Franzi mttels Summen halte ich für unrealistisch - vor allem, dass dann auch nur Kathi diese Art der "Verständigung" verstehen soll und "übersetzen" muss. In meinen Augen schon sehr an den Haaren herbeigezogen, mit Verlaub. Ein bisschen zu viel Fantasy und Hokuspokus.....
Die über allem stehende Antagonistin der Familie ist die Frau eben dieses Bürgermeisters, eine überzeugte Nationalsozialistin und ein Biest wie es im Buche steht. Gerade deshalb wundert mich umso mehr, dass die Familie ihre jüngere Tochter bei sich behalten darf.
Kindheit und Jugend der beiden Mädchen sind sehr gut und unterhaltend geschildert, kleine und große Tragödien wechseln ab mit glücklichen Sommern, der Freundschaft zu anderen Kindern und auch zu Tieren, so hier der Hofhund oder ein zahmer Rehbock, den Kathi mit der Flasche aufzieht.
Gegen Ende des Romans kommt dann Annemaries Geheimnis aus ihrer Vergangenheit zum Tragen und die beiden Mädchen geraten in den Fokus der Roten Armee, was letztendlich in einem Cliffhanger zum zweiten Band überleitet. Jedenfalls bin ich sehr gespannt, wie die Geschichte weiter geht und kann hier trotz einiger Kritikpunkte eine Leseempfehlung aussprechen für alle, die historische Romane aus der Zeit der Weltkriege mögen und mehr über Schlesien uund seine Bewohner erfahren möchten.
- Micaela Jary
Das Haus am Alsterufer
(141)Aktuelle Rezension von: Kat.Ja"Das Haus am Alsterufer" ist der erste Band einer Familiensaga über die Hamburger Reederfamilie Dornhain.
Anfang des 19. Jahrhunderts:
Der verwitwete Victor Dornhain lebt mit seinen Töchtern Ellinor, Helene (Nele) und Lavinia sowie seiner Mutter Charlotte in einem herrschaftlichen Anwesen am Alsterufer.
Ellinor ist als Nachfolgerin von Victor Dornhain auserkoren und ihr Interesse liegen in den Frauenrechten und der Betriebswirtschaft.
Nele studiert Malerei und Grafik in München.
Die Jüngste, Lavinia ist sehr ichbezogen und naiv - stets versucht sie ihren Willen durchzusetzen.
Dies geschieht auch, als sie Konrad Michaelis kennenlernt - einen aufstrebenden und jungen Architekten.
Lavinia wählt ihn als ihren zukünftigen Ehemann aus und es gelingt ihr sogar mit unlauteren Mitteln ihr Ziel zu erreichen.
Dabei ist Schwester Nele die Frau, die Konrads Liebe gewonnen hat. Die beiden lernen sich kennen und lieben, wobei Konrad nichts vom familiären Hintergrund Neles weiß. Deshalb ist die Überraschung groß, als die Wahrheit an der Verlobungsfeier von Lavinia und Konrad ans Licht kommt.
Für wen wird Konrad sich entscheiden?
Und dann ist da noch Klara Thießen, das Hausmädchen. Victor Dornhain stellt sie auf eine Empfehlung hin ein, in dem Wissen, dass sie seine uneheliche Tochter ist.
Dunkle Wolken ziehen auf, als der 1. Weltkrieg ausbricht. Die Welt verändert sich - auch für die Dornhains...
Micaela Jary ist mit "Das Haus am Alsterufer" eine wunderbare Familiensaga gelungen.
Die ebenfalls empfehlenswerte Fortsetzung heißt "Sterne über der Alster" - Alex Capus
Eine Frage der Zeit
(153)Aktuelle Rezension von: Hubertus_FeldmannWie kann man dem testosterongesteuerten Kriegsgeheul Paroli bieten, wie die Unsinnigkeit jedweder kriegerischen Handlung bereits im Keim ersticken? Versuche gab und gibt es zuhauf, manche sogar erfolgreich, manch andere allerdings versandeten aus mancherlei Gründen. Der aktuelle Ukraine-Krieg ist hierfür ein geradezu klassisches Beispiel.
Doch darum geht es in diesem Roman des Schweizers Alex Capus nicht. Hier indes wird der ganze Irrwitz des Krieges in geradezu komödiantenhafter Überspitzung persifliert, allerdings angelehnt an tatsächliche Ereignisse: Zwei Kriegsparteien, Briten (sowie Belgier) und Deutsche, treffen während des Ersten Weltkriegs im tiefsten Afrika aufeinander, was allein schon geeignet wäre, sich verzweifelt die Haare zu raufen, selbst unter Berücksichtigung des seinerzeitigen kolonialen Machtgeschehens. Vollkommen abstrus wird es allerdings, wenn man erfährt, dass das Kriegsgeschehen sogar auf den Tanganjikasee ausgeweitet werden soll und hierfür die hierfür notwendigen „Boote“ über Land zum jeweiligen Ziel(hafen) gebracht werden müssen.
Die Duplizität der Ereignisse (hüben wie drüben) verdeutlicht, dass dieser Irrwitz offensichtlich seine Muster hat – und damit austauschbar erscheint. Die Schilderungen, so unterhaltsam sie auch daherkommen, machen indes deutlich, dass bei aller Kriegsdramatik hin und wieder auch die menschliche Seite zu ihrem (eigentlichen) Recht kommt. Insofern ist dieser lesenswerte Roman durchaus auch ein Beispiel dafür, dass einzelne Personen dem blutigen Machtgebaren einen versöhnlichen Aspekt zur Seite stellen können.
(18.7.2024)
- Boris Pasternak
Doktor Shiwago
(91)Aktuelle Rezension von: dunkelbuchNach dem Tod seiner Mutter kommt der zehnjährige Juri Schiwago zu seinem Onkel Nikolai Wedenjapin und reift bei ihm zum Mann heran. Er absolviert ein Medizinstudium und heiratet seine Jugendliebe Tonja. Parallel dazu lernen wir die hübsche Larissa Antipowa, genannt Lara, kennen und erfahren, wie sie als Erzieherin in einem Privataushalt anfängt und sich später zu einem Studium an der Universität entschließt. Bei einem tragischen Unfall lernen Juri und Lara sich kennen, verlieren sich aber wieder aus den Augen. Erst viele Jahre später, im großen vaterländischen Krieg, treffen sie einander wieder. Juri ist inzwischen ein angesehener Arzt, der von einer Gewehrkugel verletzt wurde. Lara hat sich als Krankenschwester freiwillig an die Front gemeldet und pflegt ihn im Lazarett gesund. Viel Zeit zum Durchatmen bekommen niemand, denn danach breitet sich die Februarrevolution von Moskau stetig weiter aus. Das ganze Land befindet sich im Umbruch und Dr. Schiwago wird von seiner Familie getrennt und zur Zwangsarbeit verurteilt. Als er nach vielen Jahren freikommt, trifft er Lara wieder und verliebt sich in sie. Anstatt zu seiner Familie zurückzukehren, bleibt er bei Lara, obwohl sie beide wissen, dass ihr Glück nicht von langer Dauer ist. Schließlich zwingen die Umstände sie zur erneuten Trennung und Juri versucht sein Leben allein unter Kontrolle zu bekommen. Doch nicht einmal seine Arbeit als Arzt sagt ihm mehr zu.
Boris Pasternaks berühmter Roman erzählt die Lebens- und Leidensgeschichte des Doktor Schiwago, festgemacht an vielen wichtigen Punkten der russischen Geschichte. Neben Hauptpersonen Juri und Lara tauchen mehrere hundert Personen auf – manche nur kurz, andere länger. Dadurch zeigt sich sowohl sein epochaler Umfang als auch seine größte Schwäche. Die Geschichte ist viel zu weitläufig erzählt. Vor allem ab dem Beginn der Februarrevolution ufert die Handlung immer weiter aus. Zig Kapitel haben nichts mit Juri oder Lara zu tun und man merkt deutlich, dass der Autor hier etwas den Fokus verloren hatte. Statt fortlaufender Handlung überwiegen ellenlange Dialoge und Monologe, damit scheinbar jede Person ihre Weltansicht detailliert erläutern kann. Leider setzt sich das bis zum Ende fort. Selbst nach Doktor Schiwagos unspektakulärem Tod ist die Geschichte nicht vorüber, sondern noch mehr Gespräche und Erkenntnisse müssen ausgetauscht werden. Hätte man da einiges gekürzt, es hätte dem Roman vermutlich nicht geschadet. Zumal die Geschichte durch (viel zu) vielen Ansichten eher sachlich erscheint und dadurch Gefühle und Leidenschaft meist ins Hintertreffen geraten. Man leidet daher auch nicht mit den Figuren, sondern weiß vorwiegend über die äußeren Umstände Bescheid. - Joseph Roth
Radetzkymarsch
(133)Aktuelle Rezension von: claudiaZDie Gesellschaft befindet sich im Umbruch. Dies wird anhand des Aufstieges und des Niedergangs der Familie von Trotta über mehrere Generationen dargestellt. Die Geschicke der Familie sind durch einen Zufall im Leben des Großvaters auf alle Zeiten mit dem Kaiser Österreich-Ungarns verbunden. Der Fokus liegt dabei ganz und gar auf dem männlichen Teil der Familie, was den tatsächlichen damaligen Verhältnissen entsprechen dürfte. Denn es geht um Themen wie Ehre, Pflichterfüllung, Standeskodex, die schon im Kindes- und Jugendalter maßgebend sind. Im familiären Bereich trägt dies dazu bei, dass das Verhältnis zwischen den Generationen formell und unpersönlich ist und die Schranken oftmals nicht überwunden werden können.
Sowohl für das Kaiserreich als auch für die Familie von Trotte nimmt die Handlung einen schicksalhaften Verlauf. Dabei empfand ich das Buch allerdings nicht niederschmetternd, was ich dem Schreibstil Joseph Roths zurechne. Aus diesem Grund wird dies nicht das letzte Buch gewesen sein, welches ich von dem Autor gelesen habe.
- Beatriz Williams
Das geheime Leben der Violet Grant
(80)Aktuelle Rezension von: PhiniZum ersten Mal fand ich die Geschichte in der Vergangenheit weniger interessant als die Story im heute.
Vivian hat mich mit ihrer lockeren spitzbübischen Art zwar nicht ganz von Anfang an mit sich gerissen - zu Beginn war sie mir einfach zu quirlig. Aber mit der Zeit hat mich ihr Witz dazu gebracht sie in mein Herz zu schließen.
Violet (die Protagonistin im Vergangenheitsplot) hingegen hatte so gar nix an sich, was mich irgendwie dazu brachte sie gern zu haben - abgesehen von ihren Schicksalsschlägen, bei denen ich schon mitgefühlt habe, habe ich keine große Sympathie für sie entwickelt. Ich fand sie eher langweilig. Dazu dieses ganze Physik und Chemie - Geschwafel. Hmmm... Neee...
Auch die Lovestory in der Vergangenheit konnte mich nicht überzeugen. Bei der im heute habe ich regelrecht mitgefiebert und -gelitten.
Ich hab das Ende des Buches dann so langsam herbeigesehnt. Vorausgeahnt hatte ich nichts. Mir kam das Ende dann aber doch irgendwie so hingeklatscht vor, auf 15 Seiten abgehandelt... Das fand ich wiederum wenig positiv.
Alles in allem gibt es für Vivian die 3 Sterne, empfehlenswert finde ich das Buch nicht.
- Steffen Kopetzky
Risiko
(71)Aktuelle Rezension von: sofie
Gleich im Prolog lernen wir den Protagonisten des Romans – Sebastian Stichnote, eigentlich Marinefunker – in der bis dahin vielleicht dunkelsten Stunde seines Lebens kennen. In Afghanistan, auf einer Mordmission. Danach nimmt uns Steffen Kopetzky auf etwas mehr als 700 Seiten mit auf die Reise und nach und nach erfahren wir, wie es dazu kommen konnte. Von Durazzo in Albanien kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs an Bord der BRESLAU bis nach Kabul. Vermeintlich weiß man natürlich schon wie es ausgeht – nicht nur durch den Prolog, sondern auch durch Geschichtswissen. Das Ende des Ersten Weltkrieges kennt man ja. In beiden Fällen weiß der Autor aber zu überraschen.
Mich hat “Risiko” sehr gut unterhalten und mir einen ganz neuen Aspekt des Ersten Weltkrieges nähergebracht, nämlich den deutschen Dschihad, der eine Expedition von Konstantinopel nach Kabul schickte. Der Protagonist Stichnote ist ein vielseitige und spannende Persönlichkeit. Aber auch die weiteren Figuren haben einiges zu bieten. Nur an interessanten Frauenfiguren mangelt es, aber das haben Kriegsromane wohl so an sich.
Ansonsten mangelt es an nichts – es gibt Intrigen und Verrat, Kameradschaft und Freundschaft, Abenteuer und Exotik. Und ganz nebenbei erzählt Kopetzky eine fiktive Geschichte wie das beliebte Brettspiel “Risiko” entstanden sein könnte- zugegebenermaßen musste ich nach dem Lesen erst einmal nachschlagen, ob es nicht vielleicht genau so war.
Für mich war es nicht das erste Buch des Autors und sicher auch nicht das letzte. Mit kleinen Abstrichen vergebe ich vier von fünf Sternen!
- John Boyne
Das späte Geständnis des Tristan Sadler
(91)Aktuelle Rezension von: buchjunkieJohn Boyne: Das späte Geständnis des Tristan Sadler
London, 1919. Er hat lange mit sich gerungen, doch endlich wagt er den Schritt: Tristan Sadler reist nach Norwich, um mit Marian Bancroft zu sprechen - der Schwester seines toten Kameraden Will, mit dem er Seite an Seite im Ersten Weltkrieg gekämpft hat. In der kleinen Stadt im Osten Englands trifft er die eigenwillige Frau schließlich in einem Café und erzählt ihr von Will: von der ersten Begegnung im Ausbildungslager Aldershot, von der Schiffspassage nach Nordfrankreich, vom Leben und Sterben im Grabenkampf, aber auch von der Freundschaft und dem Halt, den sich die beiden jungen Männer gaben.
Und vor allem legt Tristan Sadler Zeugnis darüber ab, wie Will sein Leben einsetzte, um sich trotz unmenschlicher Bedingungen einen Rest von Menschlichkeit zu bewahren.
Tristan hatte Träume- doch dann kam die Grundaubildung , dann zog er in den ersten Weltkrieg. Nur seine Freundschaft mit Will hält ihn aufrecht. Zwei verzweifelte junge Männer….
Dieser Roman ist wirklich großartig, feinfühlig und sehr berührend.
Kein bisschen langweilig, er ist großartig geschrieben.
Dieses Buch hat mir von der ersten bis zur letzten Seite sehr, sehr gut gefallen und die doch tragische Geschichte , wird mich noch ein bisschen beschäftigen.
Große Leseempfehlung!!!
- Chris Kraus
Das kalte Blut
(29)Aktuelle Rezension von: dunkelbuchIn diesem Roman geht es um die radikale, systematische Vernichtung von Menschen während des zweiten Weltkriegs. Aus Sicht des Täters. Zwei Brüder werden als SS-Männer mit der „Säuberung“ im Osten und Westen des „Großdeutschen Reichs“ beauftragt. Beide lieben sie die Jüdin Ev, die traumatisiert aus Auschwitz zurückkehrt, wo sie zur Folterung von Häftlingen gezwungen wurde. Nach dem Krieg wechseln die Brüder Hub und Koja zu anderen Geheimdiensten, CIA und KGB, dienen als Doppelagenten mal hier mal da der „Sache“. Harte Kost, die anfangs in schönen Bildern und einem lockeren Erzählstil in das Buch zieht. 1974 beichtet der Ich-Erzähler Koja einem Hippie-Leidensgenossen in einem Krankenhaus seine Vergehen. Dabei schweift er immer wieder in melancholische Erinnerungen ab. Koja ist ein Künstler, hält alles mit Graphit auf Papier fest, lernt Heinrich Himmler kennen und beeindruckt ihn. Sein Bruder Hub möchte den „Zartbesaiteten“ beschützen. Er sorgt dafür, dass Koja versetzt wird, sobald er zu Massenhinrichtungen abkommandiert werden soll, doch eines Tages kann Hub es nicht mehr verhindern. Und Koja ballert ein ganzes Magazin auf einen Säugling.
Es gibt wunderschöne Metaphern in dem Buch, aber die will man als Leser mit zunehmender Enthüllung der Grausamkeiten nicht mehr genießen. Der Roman erinnert an die wahren Schicksale und pflanzt sie damit in die Gedächtnisse von uns Nachgeborenen ein oder besser, er ätzt sie ein. Für „Das kalte Blut“ hat er penibel in seiner eigenen Familiengeschichte recherchiert. Trotz bester Absichten zerfällt der Roman für mich als Leser aber eher in einen Bericht als in eine runde Gesamterzählung.Ein bedrückendes aber gutesBuch.
- Monika Helfer
Die Bagage
(216)Aktuelle Rezension von: mtraunDie Bagage ist ein sehr besonderer Familienroman von Monika Helfer, in dem sie meisterhaft die Geschichte ihrer Großmutter erzählt.
Umgeben von Bergen und unter harschen Lebenskonditionen, sowohl klimabedingt als auch wirtschaftlich, und im zeitlichen Rahmen des Ersten Weltkrieges entwickelt sich der Alltag von Maria und ihrer Kinder. Die Tatsache, dass sie von den Dorfbewohnern als nicht dazugehörig betrachtet werden, und die Komplexität der menschlichen Beziehungen in diesem Kontext spiegelt Helfer in einem wundervollen Schreibstil wider, der sehr nah, spontan und leicht wirkt. Der Leser fühlt sich sekundenschnell in die Ereignisse hineintransportiert und involviert.
Die Autorin verwendet an manchen Stellen Zeitsprünge, wobei das Geschehen keinesfalls unterbrochen erscheint. Die Übergänge der verschiedenen Passagen ist dezent und harmonievoll.
Zu den Beschreibungen im Roman würde ich hervorheben, dass sie den exakten Umfang und Detail aufweisen: Der Leser wird nicht in ausführlichen, endlosen Darstellungen der Umgebung verfangen, bekommt jedoch genug Informationen, um sich selber ein realitätsnahes Bild der Situation zu machen.
Auch die Dialoge finde ich sehr gelungen. An ihnen kann man gut erkennen, wie die jeweilige Persönlichkeit der unterschiedlichen Charaktere zum Ausdruck gebracht werden.
Inhaltlich ist die Lektüre interessant und meiner Meinung nach ziemlich frei von Vorurteilen, obwohl es sich um die eigene Familie der Autorin handelt. In gewisser Weise lässt sich aber der Draht der Schriftstellerin zu ihrer Großmutter erkennen, und wie sie in ihrem Leben eine starke Verbindung zu ihr spürt.
Nichtsdestotrotz hat mir die Form viel besser als der Inhalt gefallen, nämlich wie die Erzählung fließt und wie die Autorin es jedes Mal schafft, mich in ihre Welt zu katapultieren.
Alles in allem ein empfehlenswertes Buch für diejenige, die eine ganz besondere Art von Erzählen erleben möchten.
- Charlotte Jacobi
Die Villa am Elbstrand
(52)Aktuelle Rezension von: NicolePIm Jahr 1912 rettet Sofie der Reederei-Erbin Anna das Leben. Nach einer zweijährigen Brieffreundschaft kommt Sofie als Gesellschafterin zu Anna nach Hamburg. Dort erwartet die Bauerstochter ein neues Leben. Doch der bald beginnende Erste Weltkrieg verändert alles.
Was auf den ersten Blick für eine glückliche Zukunft Sofies spricht, denn sie ist auch zum ersten Mal verliebt, wird zu einem dramatischen Abenteuer. Als Leser erfährt man hautnah, was die Männer während ihrer Zeit als Soldaten durchleben mussten. Zeitgleich kämpft Anna mit ihrem Cousin um den Erhalt der Reederei.
Die damalige Zeit wird von dem Autorenduo Eva-Maria Bast und Jørn Precht, welche sich hinter Charlotte Jacobi verbergen, dem Leser intensiv nahe gebracht. Man freut sich mit den gut ausgearbeiteten Charakteren und leidet mit ihnen mit. Der Buchtitel lässt auf Romantik in schweren Zeiten hoffen, und man wird nicht enttäuscht. Trotz der historischen Umständen erhalten auch die schönen Seiten des Lebens einen Platz.
Es hat Spaß gemacht, Sofie und die anderen Charaktere durch die Zeit zu begleiten. „Die Villa am Elbstrand“ ist der Auftakt einer Reihe.























