Bücher mit dem Tag "1. weltkrieg"

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438 Bücher

  1. Cover des Buches Sturz der Titanen (ISBN: 9783404166602)
    Ken Follett

    Sturz der Titanen

     (1.223)
    Aktuelle Rezension von: Monika_Brigitte

    Teil I einer Trilogie (Jahrhundert-Saga: Sturz der Titanen-Winter der Welt-Kinder der Freiheit)

    „Die Herrscher Europas haben etwas Schlimmes und Dummes getan, das zehn Millionen Menschen das Leben gekostet hat.“ (S. 899)

    Drei Länder. Drei Familien. Ein Jahrhundert. In seiner Jahrhunderttrilogie nimmt uns Ken Follett mit in ein bewegendes Jahrhundert europäischer Geschichte.

    Inhalt

    Der Auftakt STURZ DER TITANEN beginnt in den Zehner Jahren des 20. Jahrhunderts. In England spüren die Bergleute die Auswirkungen der Industrialisierung körperlich – nie ausbleibende Unfälle, mangelnde Sicherheitsvorkehrungen und ein selbstgefälliger Adel, der die rechtelosen Bürger ausbeutet. Ausbeutung durch die privilegierten Fürsten spürt auch das russische Volk -nachdem 1905 ein Bürgeraufstand blutig niedergemetzelt wurde, brodelt es gefährlich im Zarenreich. Im deutschen Kaiserreich herrscht ein arrogantes Machtstreben nach einem „Platz an der Sonne“ -eine Vereinbarung mit dem Nachbarreich Österreich-Ungarn bringt die Schwarzpulverfässer in Stellung, ein Funke aus Sarajevo entzündet sie. Der Machthunger nach der Vorherrschaft in Europa unter den Obersten der Staaten entfacht einen verlustreichen Krieg und Revolutionen in Politik und Gesellschaft folgen.

    Tipp: lest nicht den Klappentext! Ich bin froh, dass ich ohne viel Vorwissen in die Geschichte eingestiegen bin.

    Schreibstil

    Downton Abbey trifft auf einen Politthriller. Ken Follett, der Stephen King des historischen Romans, erzählt authentisch und so charakterstark wie ein Lew Tolstoi. Seine unterschiedlich angelegten Figuren haben Tiefe, Ausstrahlungskraft und Gefühl. Die Charakterentwicklungen sind authentisch und machen Spaß zu Lesen. Die verwobenen Liebesgeschichten lockern den ernsten Hintergrund auf, aber wirken ab und an etwas zu seicht, schmachtend, groschenromanhaftig. Es hält sich aber noch in annehmbaren Rahmen.

    Protagonisten

    Der Einstieg gelingt leicht. Billy Williams, ein Junge aus dem englischen Volk, erlebt seinen ersten Arbeitstag untertage. Der Leser bekommt ein Gefühl für die miserablen Arbeitsbedingungen und mangelhaften Sicherheitsvorkehrungen in der Industrialisierung und erlebt im Laufe der Geschichte wie sich eine Arbeiterbewegung etabliert. Billys Schwester, Ethel arbeitet im Gutshaus der adeligen Familie Fitzherbert, was bei mir ein Gefühl von Downton Abbey aufkommen ließ. Das Familienoberhaupt Earl Fitz engagiert sich im britischen Oberhaus, dem House of Lords. Seine Schwester Maud ist Frauenrechtlerin, abwertend: Suffragette. Politische Spannungen sind da vorprogrammiert.

    Durch sein politisches Engagement unterhält Fitz Beziehungen zu Diplomaten und Attachés u.a. aus Deutschland, Österreich und Amerika. Die Männer treffen sich in England, bauen Bekanntschaften, sogar Freundschaften auf. Der Deutsche Sozialdemokrat Walter von Ulrich, der immer wieder gegen seinen konservativen Vater ankämpfen muss, verliebt sich in Fitz Schwester Maud. Walters österreichischer Cousin Robert unterstützt die beiden. Der Amerikaner Gus ist auch noch mit von der Partie, wird aber erst spät in der Handlung interessant.

    Durch seine Ehe mit der Russin Bea unterhält Fitz auch Beziehungen zum Zarenreich, in dem zwei junge Brüder durch das zaristische Regime zu Waisen wurden. Grigori musste schon früh lernen für sich und seinen jüngeren Bruder Lew aufzukommen. Während er unerbittlich für seinen großen Traum -nach Amerika zu emigrieren- schuftet, lebt Lew von einem Tag auf den nächsten und bringt sich in folgenreiche Schwierigkeiten.

    Nach und nach verschachteln sich die einzelnen Handlungsstränge der Protagonisten. Es ist ein Fest, diese Verbindungen nachzuverfolgen, noch dazu, weil auch historische Persönlichkeiten gekonnt einbezogen werden. So kann sich der Lesende über die Auftritte von Woodrow Wilson, König George V., David Lloyd George, Kaiser Wilhelm II, Trotzki und Lenin „freuen“.

    Contra: Gerne hätte ich auch noch eine französische Perspektive gelesen…aber wahrscheinlich hätte das doch den Rahmen gesprengt. Das Buch hat immerhin schon 1020 Seiten…nicht unbedingt ein Buch, dass man überallhin mitnimmt.

    Fazit

    STURZ DER TITANEN von Ken Follett ist ein opulentes Familiendrama rund um den ersten Weltkrieg (Zeit der Handlung: ca. 1911-1923)  mit differenzierten Charakterzeichnungen à la Tolstoi. Follett schreibt polithistorisch fundiert, spannend & gefühlvoll! Politische Spannungen wie in einem Politthriller, Geschlechter- und Standeskonflikte und tragische Liebesgeschichten sind vor dem historischen Setting authentisch verwebt. Dieser Roman ist eine Mahnung zum Frieden und ein Ruf nach Völkerverständigung ganz in der Tradition der Antikriegsromane, jeder sollte es lesen!

    Tipp: Der Roman wird auch grandios vertont von Philipp Schepmann (Lübbe Audio, ca. 37 Std).

     

    STURZ DER TITANEN. Die Jahrhundertsaga. | Ken Follett| aus dem Englischen von Dietmar Schmidt und Rainer Schumacher| Illustrationen von Tina Dreher| Bastei Lübbe Hardcover| 2010| 1020 Seiten| 28,00€ (erhältlich nur noch die Taschenbuchausgabe für 15,00€)

  2. Cover des Buches Ein Bild von dir (ISBN: 9783499269721)
    Jojo Moyes

    Ein Bild von dir

     (800)
    Aktuelle Rezension von: Cora_Jeffries

    Da ich bereits "Die Tage in Paris" gelesen habe, war ich auf dieses Buch sehr gespannt. Es ist die Geschichte von Sophie und Edouard. Aber auch von Liv.

    Kaum hatte ich mit Lesen begonnen, war ich komplett in der Story abgetaucht. Habe Sophie auf Schritt und Tritt begleitet. Ich finde es immer interessant, wie die Menschen um 1912 gelebt haben und vor allem war dies kein schönes Jahr für sie. Überall waren Soldaten, verängstigten die Menschen in Frankreich. Jeder Schritt wurde überwacht und wenn dies schon nicht genug war, musste sie aufpassen, was die anderen über sie erzählt wird.

    Liv ist seit vier Jahren Witwe und weiß nicht so wirklich, was sie tun soll. Sie hat Schulden und lebt im Haus, dass ihr Mann David erbaut hat. Sie lernt Mo, eine Kellnerin, kennen. Kurzerhand zieht sie übergangsweise bei Liv ein. So recht schlau bin ich aus Mo nicht geworden. Sie ist sprunghaft und hat zwei Jobs.

    Paul ist ein verständnisvoller Mann und lernt Liv durch einen Zufall kennen. Was er aber nicht weiß, ist, dass sie das Bild hat, nachdem er schon lange sucht.

    Der Roman hat mich so in seinem Bann gezogen, dass ich komplett die Zeit vergessen habe. Der Schreibstil ist flüssig und herzergreifend.

  3. Cover des Buches Winter der Welt (ISBN: 9783404169993)
    Ken Follett

    Winter der Welt

     (765)
    Aktuelle Rezension von: Monika_Brigitte

    Teil II einer Trilogie (Jahrhundert-Saga: Sturz der Titanen-Winter der Welt-Kinder der Freiheit)

    „>>Wenn man kein Interesse für das Geschehen aufbringt, macht man sich mitschuldig an dem, was passiert.<< – >>Ich nehme an, das haben wir alle gelernt.<< (…) >>Was soll nur aus der Welt werden, Charlie? Ganz Europa ist faschistisch.<<“ (S.641)

    Vier Länder. Vier Familien. Ein Jahrhundert. In seiner Jahrhunderttrilogie nimmt uns Ken Follett mit in ein bewegendes Jahrhundert europäischer Geschichte.

    Inhalt - von der Machtergreifung der Faschisten bis zur Berliner Blockade

    Die Handlung umfasst die Jahre von 1933 bis 1949, von der Machtergreifung Hitlers bis zur Berliner Blockade und der Währungsreform. Dabei begleiten die Leser:innen wieder die Protagonisten aus dem ersten Teil bzw. deren Kinder, daher fangt bitte zwingend mit dem ersten Teil an.

    Deutschland: Die Weimarer Republik scheitert, die Weltwirtschaftskriese schürt Nöte und Ängste, Inflation und Arbeitsmangel führen dazu, dass die Bürger radikal wählen. Die Familien von Ulrich erlebt die Wahl Adolf Hitlers zum Reichskanzler und das Zustandekommen des Ermächtigungsgesetzes durch den Reichstagsbrand.

    England: Die Appeasement-Politik von Chamberlain ignorierte lange die sich dramatisierende Lage im „Dritten Reich“. Der junge Engländer Lloyd Williams ist beunruhigt von der Hochkonjunktur der Faschisten in Europa. Entschlossen, diesen totalitären Kräften etwas entgegenzusetzen, meldet er sich freiwillig für den spanischen Bürgerkrieg.

    Sowjetunion: Die Verhältnisse seit der russischen Revolution haben sich geändert, der Kommunismus frisst seine Kinder. Der Geheimdienst KGB bespitzelt erbarmungslos. Stalin schließt einen Nicht-Angriffspakt mit dem Nationalsozialistischen Regime. Tja, und dann ist Polen buchstäblich offen. Der junge Mann Wolodja Peshkov nutzt seine Verbindungen und installiert ein deutsches Untergrundnetzwerk, das die Kriegspläne der Nazis an die Russen verrät.

    USA: Das amerikanische Volk will sich nicht in einen europäischen Krieg hineinziehen lassen, doch am 7. Dezember 1941 trifft ein Angriff völlig aus dem Nichts die amerikanische Ehre. In die Ecke getrieben schlägt die Regierung um sich, die alles vernichtende Atomwaffe vernichtet in Sekundenbruchteilen Leben, das Wettrüsten mit der UdSSR beginnt. Die reiche Erbin Daisy Peshkov sehnt sich nach Anerkennung der Oberschicht, nach sozialem Aufstieg. Bald erkennt sie, was wirklich wichtig ist im Leben, während ihr Halbbruder Greg auf fatale Weise lernen muss, wie wenig Wert das Leben von tausenden Menschen eines Landes im Unterschied zum wissenschaftlichen Fortschritt hat, er studiert (Atom-)physik. Woody Drewer hilft seinem Vater im Parlament, während sein jüngerer Bruder als Matrose in Pearl Harbor stationiert ist.

    Der Winter ist über die Welt hereingebrochen

    Es ist nicht möglich, alle Geschehnisse der Jahre 1933 bis 1949 in Europa, Asien und den USA auf etwas über 1000 Seiten abzubilden. Das wäre auch zu viel verlangt, immerhin bemüht sich Follett sichtlich, möglichst viele bedeutende Ereignisse abzubilden. Gerne hätte ich noch 1000 Seiten mehr gelesen über bspw. die Attentate auf Hitler, den Uboot-Krieg, die Spionageaktivitäten des KGB, die Auswirkungen der Atombombenabwürfe auf Nagasaki und Hiroshima. Was ist eigentlich mit den schlesischen Flüchtlingen oder der französischen Résistance im besetzten Frankreich? Wieder habe ich die gleiche Kritik wie im ersten Band: Ich hätte mir eine französische Sichtweise gewünscht. Nur kurz in Verbindung mit dem D-Day werden französische Bürger beschrieben.

    Relativ gefährlich finde ich auch Folletts Darstellung der Nationalsozialisten als dumme, grüne Jungen. Sicherlich gab es viele Mitläufer -wie Follett auch beschreibt-, allerdings war die Ideologie und die Machtansprüche nach der „Schande von Versaille“ stark von den Eliten unterstützt. Follett nimmt hier zu stark die Untergrundkämpfer in den Fokus und lässt dabei die Schuldfrage weitestgehend unberührt.

    Schreibstil

    Ken Follett verschachtelt meisterlich seine Handlungsstränge und Protagonisten miteinander. Jeder kennt sich über höchstens zwei Ecken… etwas unrealistisch, ja, aber ok. Auch, dass immer mindestens eine Person dabei ist, wenn etwas Entscheidendes für die Weltgeschichte geschieht, ist konstruiert. So taucht Stalin auf einer Hochzeit eines Protagonisten auf, ein anderer Protagonist hält Hitler die Tür zum Reichstag auf, einer ist auf Seiten der USA bei der Atombomben-Produktion dabei - wieder ein anderer bei den Forschungen der UdSSR zu diesem Thema. Wenn man erst einmal auf diese keineswegs zufällig so dargestellten Situationen aufmerksam gemacht wurde, wird es sehr augenscheinlich. Doch ist der Roman über diese Vorwürfe erhaben. Ein Roman IST ein Konstrukt und kein Erfahrungsbericht.

    Follett wird sehr emotional – ob Schmerz, Trauer, Ängste oder Leidenschaft- alles ist aufgeputscht und soll die Empathie des Lesenden wecken und ihn unterhalten. Gerade zu anfangs hat mich die gehäufte Darstellung von leidenschaftlichen Liebesszenen genervt. Als die Handlung weiter vorankam, gab sich die Häufigkeit etwas. Ich bin mir sicher, weniger Groschenroman-Szenen würden dem Romankonzept Folletts nicht schaden.

    Illustration

    Es ist ja ganz nett, dass es auf den Einbandseiten jeweils eine Karte Europas vor dem II. Weltkrieg gibt, aber hilfreich ist das nicht. Mir fehlt hier klar eine Weltkarte, oder zumindest eine Karte vom Pazifik mit Hawaii.

    Fazit

    WINTER DER WELT von Ken Follett ist ein historischer Roman, der von den sozialen und politischen Ereignissen rund um den II. Weltkrieg handelt. Ken Follett bringt die verstaubten Erinnerungen des Geschichtsunterrichts wieder ins Gedächtnis der Lesenden. Der Autor schreibt polithistorisch fundiert, emotional und spannend. Auf 1000 Seiten können selbstverständlich nicht alle Geschehnisse um den 2. Weltkrieg angesprochen werden, nagut, in einem Geschichtsbuch schon, aber nicht in einem Roman. Da muss der Autor Kompromisse eingehen. Ich vergebe vier Sterne, da mich das Verhältnis zwischen Liebesszenen und historischen Ereignissen gestört hat. Gerne mehr geschichtliche Details und weniger Bettsport…aber Follett braucht ja auch wieder neue, frische Protagonisten für den Folgeband… . Als Roman für einen guten Überblick kann man es auf jeden Fall lesen und dann zu interessanten Details recherchieren.

    Tipp: Der Roman wird auch grandios vertont von Philipp Schepmann (Lübbe Audio, ca. 35 Std).

     

    WINTER DER WELT| Ken Follett| aus dem Englischen von Dietmar Schmidt und Rainer Schuhmacher| illustriert von Tina Dreher| Bastei Lübbe| 2012| 1022 Seiten| 28,00€ (erhältlich nur noch die Taschenbuchausgabe für 15,00€)

  4. Cover des Buches The Diviners - Aller Anfang ist böse (ISBN: 9783423760966)
    Libba Bray

    The Diviners - Aller Anfang ist böse

     (290)
    Aktuelle Rezension von: Wuschel

    Ehrlich gesagt, weiß ich so überhaupt nicht was ich von dem Buch halten soll. Wirklich nicht. Das Setting war einfach super genial. Anfangs fand ich es auch toll, dass es so gemischt war - also die Story und eben aus dem Leben raus erzählt wurde. Dann wurde es aber irgendwie konfus, weil die Autorin in den Zeiten herum sprang, aber ohne das es richtig Hand und Fuß hatte. Zudem sprang die Autorin zusätzlich im laufenden Kapitel in Zeit und Ort, wodurch die Kapitel stellenweise extrem lang wurden und das Chaos komplett.  Bitte nicht falsch verstehen, ich hab kein Problem mit langen Kapiteln, aber bei dieser Umsetzung hätte man eigentlich auch einfach komplett auf Kapitel verzichten können. Die anfängliche Euphorie verflog und machte der Langeweile Platz. Es wurde so viel geredet ohne das etwas gesagt wurde. Immer wenn ich dachte, jetzt ist es soweit, war es auch schon wieder vorbei. Dennoch kam dann irgendwann der Punkt, an dem es wieder spannend wurde. Leider verpasste die Autorin dann das Ende und führte den Leser schon ein wenig an die Fortsetzung heran, was das Ganze, zumindest auch meiner Sicht, noch mal unnötig in die Länge zog und anödete. 

    So. Jetzt wisst ihr Bescheid. Nichtsdestotrotz, und das ist wohl das verwunderlichste dabei, fand ich das Buch gar nicht so schlecht. Wobei das so auch nicht richtig ist, denn eigentlich hasse ich es, weil es mich so genervt hat, mit den unnötigen Längen, dem holprigen bis katastrophalen Stils, furchtbar. Doch es war nicht schlecht. Irgendwie. Und nachdem wir das jetzt geklärt hätten, versteht ihr vielleicht, warum ich nicht weiß was ich davon halten soll. 

    Die Idee ist auf jeden Fall sehr cool. Schon allein mit der Gabe und was man noch so alles erfährt. Theoretisch würde ich sogar aufgrund dessen weiter lesen wollen, aber vermutlich werde ich warten, bis sich jemand erbarmt und mir eine Zusammenfassung schreibt. Die Charaktere sind definitiv sympatisch, die Dialoge manchmal einfach nur zu gut und die Atmosphäre top. Also eigentlich könnte ich sagen, dass es ein tolles Buch ist, aber leider das Potential nicht genutzt wurde - oder manche Dinge einfach an der falschen Stelle stehen. Das könnt ihr euch jetzt aussuchen. Ich glaube, dass es sich hierbei um eine Geschichte handelt, die man so wie sie geschrieben wurde, entweder liebt oder hasst und bei mir wurde es einfach eine Hass-Liebe. Alternativ hilft es vielleicht das Original und nicht die Übersetzung zu lesen. 

    Fazit: 

    Es gefiel mir so unglaublich gut, dass mich die ganzen Schwächen so sehr genervt haben, dass ich es hassen möchte. 

  5. Cover des Buches Die Mitternachtsrose (ISBN: 9783442479702)
    Lucinda Riley

    Die Mitternachtsrose

     (574)
    Aktuelle Rezension von: MissNorge

    ✿ Kurz zur Geschichte ✿

    Innerlich aufgelöst kommt die amerikanische Schauspielerin Rebecca Bradley im englischen Dartmoor an, wo ein altes Herrenhaus als Kulisse für einen Film dient, der in den 1920er Jahren spielt. Vor ihrer Abreise hat die Nachricht von Rebeccas angeblicher Verlobung eine Hetzjagd der Medien auf die junge Frau ausgelöst, doch in der Abgeschiedenheit von Astbury Hall kommt Rebecca allmählich zur Ruhe. Als sie jedoch erkennt, dass sie Lady Violet, der Großmutter des Hausherrn, frappierend ähnlich sieht, ist ihre Neugier geweckt. Dann taucht Ari Malik auf: ein junger Inder, den das Vermächtnis seiner Urgroßmutter Anahita nach Astbury Hall geführt hat. Und gemeinsam kommen sie nicht nur Anahitas Geschichte auf die Spur, sondern auch dem dunklen Geheimnis, das wie ein Fluch über der Dynastie der Astburys zu liegen scheint.

    (Quelle: Seite des Verlags)

    ✿ Meine Meinung ✿

    Ich bin Fan von Lucinda Riley und ihren tollen Romanen, aber von diesem hier bin ich sehr enttäuscht. Man weiß ja um ihren ausschweifenden Schreibstil, den ich sonst auch sehr gerne lese, nur diesmal fand ich den Plot einfach glanzlos heruntergeleiert. Mit den Hauptfiguren bin ich auch nicht eins geworden, wenn dann am ehesten noch mit der 100jährigen Anahita, die aber leider dann nur noch in den aufgeschriebenen Seiten ihres Lebens vorkommt. Mit der Ami-Schauspielerin Rebecca konnte ich gar nichts anfangen. Die Abschnitte aus Indien waren auch so gar nicht mein Ding, hier habe ich oftmals nur quergelesen und das heißt dann schon bei mir, das es mich nicht faszinieren konnte. Irgendwie hatte ich fast das Gefühl, das Lucinda Riley hier nicht selbst schreibt, sondern irgendeine Anfängerautorin, so enttäuscht war ich. Zum Glück konnten mich aber alle Bücher, die ich vorher von ihr gelesen hatte, begeistern und deswegen ist es nicht so schlimm, das ich einmal nicht so glücklich gemacht wurde. 

    ✿ Mein Fazit ✿

    An diesem Roman hat mir alles gefehlt, was ich sonst so an den anderen Büchern dieser Autorin liebe. Leider für mich keine Lektüre die ich weiterempfehlen würde.

  6. Cover des Buches Das Haus der vergessenen Bücher (ISBN: 9783455600124)
    Christopher Morley

    Das Haus der vergessenen Bücher

     (196)
    Aktuelle Rezension von: CorinaPf

    Inhalt:

    1919 Eine Buchhandlung, ein kurioser Buchverkäufer und ein gestohlenes Buch. 

    Was braucht man mehr um das Buch zu kaufen?


    Schreibstil:

    In diesem Buch liest man aus der dritten Person von mehreren Personen. Meist von Roger Mifflin dem Buchhändler sowie dem junge Mann Mr Gilbert. Ich fand die Buchliebe kommt richtig gut bei Roger Mifflin rüber. Doch die Ausschweifung die es im Buch zu genüge über die liebe zu den Büchern gibt sind nach etwa 50 Seite sehr langatmig. Das Buch baut erst bei den letzten 50 Seiten Spannung auf. Dann konnte ich das Buch auch nicht aus der Hand legen. 


    Charaktere:

    Roger Mifflin ist ein sehr kurioser Mann. Er liebt Bücher und glaubt das Bücher den 1 Weltkrieg verhindert hätte, wenn die Leute nur mehr "richitge" Bücher gelesen hätten. Man merkt aber in dem ganzen Buch das der erste Weltkrieg für Roger aber auch für die andere Charaktere eine wichtig Rolle ist. 

    Mr. Gilbert ist ein junger Mann, der etwas naiv in der Geschichte ist. Er kommt hier einem Geheimnis auf die Spur und will begibt sich dabei in Lebensgefahr. Seine Ermittlungen sind aber sehr gut. Auch wenn er falsche Schlüsse zieht. 


    Insgesamt


    Ich fand es eine anstrengende Geschichte, aber es erschien auch 1919 das erste mal. Die Charaktere sind alle etwas eigen. Den einzigen den ich wirklich mochte in diesem Buch war Bock der Hund. 

    Spannung kam am Ende auf das machte bei diesem Buch einiges aus. Ich verschlang die letzten Seiten. 

    Was das Buch aber ausmacht ist die Liebe zu den Büchern. Deshalb hat Buch 3 Sterne von mir bekommen

  7. Cover des Buches Als wir unsterblich waren (ISBN: 9783426512067)
    Charlotte Roth

    Als wir unsterblich waren

     (234)
    Aktuelle Rezension von: elycalxa
    Selten habe ich so ein schön geschriebenes Buch über den Ersten Weltkrieg gelesen, man kann sich gut in die Charaktere hineinversetzten und mit ihnen mitfühlen.
    Die junge Paula setzt sich für Frauenrechte und Arbeitsrechte ein. Sie will betroffene Frauen helfen und mietet dafür in den schweren Zeiten Notwohungen für die Frauen und deren Kindern ein. Doch als die Lage in Berlin schwerer wird, sind auch Paulas Mittel begrenzt und sie muss Wohnungen aufgeben. Bis Hitler an die Macht kommt.

    Der Roman ist sehr schön geschrieben, dass Buch lässt sich gut lesen, so dass man es eigentlich gar nicht aus der Hand legen möchte. Dies ist mein erstes Buch der Autorin, aber aufjedenfall nicht mein letztes!!
  8. Cover des Buches Madame Picasso (ISBN: 9783746631387)
    Anne Girard

    Madame Picasso

     (162)
    Aktuelle Rezension von: Marilix

    Eva Gouel kommt in die Metropole um einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen. Als Näherin ergattert sie eine Stelle im berühmten Theater Moulin Rouge. 

    Pablo Picasso lebt nun seit 10 Jahren in Paris. Als bekannter und leidenschaftlicher Künstler führt er ein kompliziertes und geprägtes Leben.

    Als Eva und Picasso aufeinandertreffen, verändert sich das Leben beider schlagartig. Eine hingebungsvolle und sinnliche Liebesgeschichte, über die Dramen und Tragödien des 20. Jahrhunderts hinweg.

    Meinung: 

    Wirklich bezaubernd zu lesen. Das alte Paris, Mode, Kunst und Kultur. Wunderschön bewegend. 


  9. Cover des Buches Das Haus am Alsterufer (ISBN: 9783442480289)
    Micaela Jary

    Das Haus am Alsterufer

     (137)
    Aktuelle Rezension von: Charlotte_Sometimes
    Die Autorin versteht es, Spannung, Dramatik sowie historische Kulisse zu verknüpfen. Gespannt begleitet man die einzelnen, sehr gut herausgearbeiteten Charaktere durch die Geschichte und hofft, trauert und liebt und leidet mit ihnen. Zusätzlich erhält man einen Einblick in das Hamburger Leben des frühen zwanzigsten Jahrhunderts - und eine Portion Fernweh obendrein. Hamburg steht nun auf meiner Reiseliste. Ich bin sehr gespannt auf die Fortsetzung.
  10. Cover des Buches Gut Greifenau - Abendglanz (ISBN: 9783426521502)
    Hanna Caspian

    Gut Greifenau - Abendglanz

     (133)
    Aktuelle Rezension von: NattensDrottning

    Abendglanz ist ein wirklich gelungener Auftakt der Reihe. 

    Ab Seite eins fühlt man sich direkt mitten in dem Geschehen um die Grafenfamilie, deren Bediensteten und den Dorfbewohnern. Die Charaktere sind wunderbar ausgearbeitet, die Geschichten gut miteinander verknüpft und natürlich hat man direkt die Wohlfühlatmosphäre aus Downton Abbey.

    Im Verlauf des Bandes sind mir viele der Protagonisten ans Herz gewachsen. Die Autorin hat wundervolle vielschichtige Personen mit ihren eigenen Geschichten geschaffen. Keine einzige ist eindimensional. Ebenfalls hat die Autorin in mir so viele Gefühle beim Lesen erweckt. Ich habe Leid und Trauer empfunden, mich gefreut, war wütend und habe mit dem Kopf geschüttelt. Die Handlung ist so gut geschrieben, dass man sich einfach nur "mittendrin" fühlen kann.

    Ich fand, dass sie das Zeitgeschehen gut widergespiegelt hat. Durch den schnellen Wechsel der Perspektive zu einzelnen Personen hat man so zu identischem Thema aufgrund von verschiedenen Standpunkten verschiedene Meinungen erhalten.

    Der schnelle Wechsel war jedoch anfangs etwas schwierig. Ich bin bis Mitte des Buchs immer wieder mit den Namen durcheinandergekommen und sehr sehr dankbar für das Personenverzeichnis am Anfang.

  11. Cover des Buches Ein Baum wächst in Brooklyn (ISBN: 9783458177203)
    Betty Smith

    Ein Baum wächst in Brooklyn

     (89)
    Aktuelle Rezension von: Nette

    Francie Nolan, die Haupt-Protagonistin im Buch, führt uns in die Welt der 1910er Jahre zurück. In ein Leben, dass gezeichnet ist von Armut, Schicksalsschlägen, den Träumen nach einem besseren Leben und harter Arbeit. Francies Phantasie rückt dabei die alltäglichen Dinge teilweise in ein neues Licht. Francie ist mir mit ihrer sensiblen Art und dem Schmerz den sie in einigen Passagen empfindet sehr ans Herz gewachsen. Sie hat aber einen großen Vorteil: Sie ist sehr strebsam und intelligent. Ich habe mir durchweg gewünscht, dass sie durch ihre Intelligenz den Sprung in ein besseres Leben schafft. Mit den ersten 300 Seiten des Buches habe ich mich wirklich schwer getan, da mir die Ausführungen zu detailreich waren. Es hat allerdings irgendwann zum Glück „klick“ gemacht und ich konnte den Buchtitel mit dem Buchinhalt in Verbindung bringen, sodass ich restlichen Seiten sich gut lesen lassen konnten, da viele Ereignisse im Leben von Francie passieren. Insgesamt ist es eine zauberhafte Geschichte.

  12. Cover des Buches Das Licht zwischen den Meeren (ISBN: 9783442384006)
    M. L. Stedman

    Das Licht zwischen den Meeren

     (360)
    Aktuelle Rezension von: Callso

    Ein großes Drama mit den ganz großen Gefühlen. Das Buch überzeugt auf klarer Linie: Ein fesselnde Story, die herrlich detailverliebt und liebenswert erzählt wird.

    Welch ein Werk, welch ein Debüt. Und auch wer den sehr guten Film dazu gesehen hat wird feststellen, dass Buch eben noch viel, viel mehr kann!

    Das Drama an der australischen Küste geht um einen Leuchtturm, ein unerwartetes Kind, um Strafe und die Frage, inwieweit man ein schlechtes Gewissen langfristig ausblenden kann. Leuchtturmwärter Tim kann es nicht. Auch wenn er die Liebe seines Lebens trifft, so ist das Glück für ihn nur ein längerer Moment.

    Großes Tennis, großes Kino - und ein überragendes Buch.

  13. Cover des Buches Das Haus der schönen Dinge (ISBN: 9783426519370)
    Heidi Rehn

    Das Haus der schönen Dinge

     (149)
    Aktuelle Rezension von: EmiliAna

    Der Roman beginnt im Jahr 1897 mit der Eröffnung des fiktiven Kaufhauses Hirschvogl im Herzen von München und führt den Leser bis in die Nachkriegszeit ins Jahr 1952. Er erzählt die wechselvolle Geschichte dreier Generationen der jüdischen Familie Hirschvogl vor dem historischen Hintergrund des Ersten Weltkriegs, der Weimarer Republik bis hinein in die Zeit nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten und dem unaufhaltsamen Weg in den Zweiten Weltkrieg. Drei Frauen vor allem sind es, die die Geschicke des Kaufhauses über die Jahre lenken: Thea, ihre Tochter Lily und ihre Enkelin Edna. Drei starke Frauen, die mit Phantasie, Tatkraft und einer gehörigen Portion Geschäftssinn das Hirschvogl zum ersten Haus am Platz machen und es auch über schwere Zeiten hinweg erhalten - bis es schließlich, wie alle jüdischen Geschäfte, ein Opfer der bösen braunen Zeit wird...

    Mit fundiertem Hintergrundwissen ausgestattet beschreibt Heidi Rehn die Welt der Kaufhäuser, der Orte, an denen "die schönen Dinge" ihren Platz haben, und ihrer Anfänge. Fasziniert lässt sich der Leser durch die Konsumtempel von einst führen, die exzellente Warensortimente von hoher Qualität zum Kauf anboten oder auch nur zum Schauen einluden. Die Autorin schildert dies so anschaulich und verführerisch, dass bei so manchem Leser der Wunsch geweckt werden mag, eine Zeitreise in die so liebevoll eingerichteten Märkte von damals zu unternehmen, für die das Hirschvogl stellvertretend ist und die so gar nichts mit den Kaufhäusern heutzutage gemein haben, um sich staunend dem Sinnesgenuss hinzugeben.

    Aber es ist nicht nur die schillernde Welt der Warenhäuser, die den Roman so reizvoll macht, - es sind vor allem auch die Charaktere, die Heidi Rehn zeichnet und an deren Schicksal man bis zur letzten Seite lebhaft Anteil nehmen muss, die bewegen, anrühren, beschäftigen, selbst dann, wenn man sie und ihre so unterschiedlichen Handlungsweisen nicht mag noch billigt. Und da die Sprache der Autorin so klar wie prägnant ist, bedarf es nicht vieler Worte, um sich ihre Figuren auf das Lebhafteste vorstellen zu können!

    Von Tragödien bleiben weder die Hirschvogls noch deren treue oder weniger treue Freunde verschont - wie denn auch, in einer Zeit, als den Deutschen jüdischen Glaubens das Leben zunehmend erschwert wurde, sie nicht nur den Schikanen eines unmenschlichen Systems sondern auch unzähliger ihrer Mitbürger ausgesetzt waren. Als Leser kann man hier nicht bloß Zuschauer sein! Man ist, ob man das nun möchte oder nicht, unwillkürlich mittendrin, ist entsetzt, voll ohnmächtigem Zorn und voller Trauer. Dies umso mehr, als man weiß, dass das, was den Hirschvogls zugestoßen ist, keineswegs der Phantasie der Verfasserin entsprungen ist, dass es tausendfach so oder so ähnlich geschehen ist. Auch was die Vorgänge in Hitlerdeutschland anbelangt, erweist sich die Autorin als genaue Kennerin der Materie!

    Als Schriftstellerin von hohem Niveau lässt sie sich zu keinem Zeitpunkt zu Sentimentalitäten hinreißen, ihre Sprache ist immer klar und sachlich, ihre Aussagen sind präzise. Und sicher übt ihr Roman gerade auch deshalb eine so nachdrückliche Wirkung auf mich als Leser aus. Sie zerredet nichts. Vieles lässt sie ungesagt, lässt sie zwischen den Zeilen erahnen. Sie überlässt dem Leser so manche Schlussfolgerung, gibt ihm Raum zum Nach- und Weiterdenken, Raum auch für eigene Interpretationen.

    Gerade das ist es, was für mich den Roman so besonders macht, denn es hebt ihn ab von der Flut der Bücher, die in der gleichen Epoche angesiedelt sind und die mit ausführlichsten Schilderungen der ungeheuerlichen und unfassbaren Dinge angefüllt sind, die keiner Erwähnung mehr bedürfen, weil hinlänglich bekannt ist, wie Nazideutschland mit der jüdischen Bevölkerung umsprang...

    So gesehen ist "Das Haus der schönen Dinge" ein wenig spektakulärer, ein leiser Roman, der gerade deshalb so eindringlich ist, so berührend, dass man ihn nach dem Lesen nicht einfach beiseite legen und rasch vergessen kann. Mir selbst wird er, bedrückend und verstörend, aber nachhaltig, im Gedächtnis bleiben!

  14. Cover des Buches Das Seehaus (ISBN: 9783453359468)
    Kate Morton

    Das Seehaus

     (370)
    Aktuelle Rezension von: Kathi90

    Auch in diesem Buch hat Kate Morton es wieder geschafft den geneigten Leser zu bezaubern. Man wird in die Welt von Alice und ihrer Familie in den 1930er Jahren mitgenommen und begleitet sie bei dem tragischen Schicksal des kleinen verschwundenen Theo. Ein Familiendrama das sich bin in unsere Zeit zieht. Sadie, eine Polizistin in beruflichen Schwierigkeiten, macht Anfang der 2000er Jahre bei ihrem Großvater in Cornwall Urlaub um ihrem Chef aus dem Weg zu gehen. Dabei stößt sie auf ein altes, verlassenes aber wunderschönes Haus am See und einen sehr alten Vermisstenfall der damit zusammenhängt. Gemeinsam mit Alice, die sie im Laufe der Ereignisse kennenlernt, und weiteren Verbündeten, deckt sie ein wirklich trauriges Schicksal auf.

    Trotz all der Mühen und Steine die ihnen in den Weg gelegt werden nimmt die Geschichte aber eine erstaunliche und wunderschöne Wendung!

  15. Cover des Buches Der Zauberberg (ISBN: 9783596904167)
    Thomas Mann

    Der Zauberberg

     (524)
    Aktuelle Rezension von: Federfee

    Nun gut, dann eben doch ;-) Aber es wird eher mein persönlicher Eindruck als eine systematische Rezension.

    Noch nie habe  ich ein Buch gelesen, das solche Widersprüche in mir hervorgerufen hat. Anfangs war ich nahe dran, es in die Ecke zu werfen und auch zwischendurch immer mal wieder ... anfangs, dann fand ich zunehmend faszinierende Passagen und Formulierungen und nun lese ich es ganz langsam und genussvoll noch einmal.

    Eine Novelle sollte es werden und und am Ende war es ein Roman von nahezu 1000 Seiten, 'ganz mit historischem Edelrost überzogen' (9), denn er spielt in der Zeit vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Der Inhalt braucht nur wenige Sätze: Der junge angehende Ingenieur aus gutem Hause – Hans Castorp aus Hamburg – besucht seinen lungenkranken Vetter in einem Sanatorium in Davos. Aus den geplanten drei Wochen werden sieben Jahre im Hochgebirge und wir nehmen als Leser an der Entwicklung / Verwandlung (?) des jungen Mannes teil und an der Faszination, die die abgeschottete Welt des Sanatoriums darstellt.

    Negatives

    Was mir nicht gefallen hat, kann ich klar benennen: die verschachtelte Sprache fand ich anfangs schwierig zu lesen, die langen Sätze – aber man gewöhnt sich dran. Schlimmer: die Dialoge zwischen dem Humanisten Settembrini und dem zynischen Jesuiten Naphta. Da wimmelt es nur so von Schlagworten – s. das Beispiel -  und ich vermute, Thomas Mann hat das extra so geschrieben, vielleicht als Kritik? An einer Stelle kommt Castorp zur gleichen Überzeugung wie ich, dass Naphta und Settembrini beide Schwätzer sind (am Ende der Schneeszene). Dabei ist mir Settembrini jedoch sympathisch.

    '...so wurzelte der Menschenwürde-Begriff derer, die das körperliche Zuchtmittel daraus verbannen wollten, in dem Liberal-Individualismus der bürgerlichen Humanitätsepoche, einen aufgeklärten Absolutismus des Ich...' (625).

    Gelangweilt haben mich die ausführlichen Schilderungen der Wissensgebiete, mit denen sich 'unser Held', der junge Hans Castorp intensiv beschäftigt: Medizin, Astronomie, etc.

    Wenn ich es aber recht bedenke, gibt es aber viel mehr, was mir gefallen hat:

    Das Thema Zeit (Auszüge)

    Die Zeit, fragwürdig und von 'eigentümlicher Zwienatur', ein geheimnisvolles Element (9), kommt immer wieder vor, natürlich auch in jedermanns Leben. 'Was ist die Zeit?' fragt Castorp. Eine geradezu philosophische Frage, auf die es wahrscheinlich keine endgültige Antwort gibt, weil Zeit relativ ist, vom Empfinden her mal schneller, mal langsamer vergeht, obwohl es vielleicht messbar der gleiche Zeitraum ist. Es scheint, als ob die Patienten im Sanatorium Probleme mit der Zeit haben, aus der Zeit gefallen sind...

    Prof. Kurzke schreibt in seiner Biographie, dass Thomas Mann selbst die Zeit ständig gemessen hat, dass er die runden Zahlen liebte (70. Geburtstag,...) und in seinem Tagebuch Monatsanfänge, Feiertage u.v.m. markierte.

    Einige schöne Szenen (Beispiele)

    Gleich am Anfang beschreibt Thomas Mann, was eine Reise, ein Ortswechsel, mit einem macht, wie der Alltag entschwindet, einiges unwichtig wird, was wahrscheinlich jeder im Urlaub auch schon so empfunden hat. Er kann diese Gedanken und Gefühle nur schöner und treffender ausdrücken als unsereins.

    Es gibt viele Schilderungen von großer sprachlicher Schönheit, z.B. ein erinnerter Spaziergang am Meer, die verschneite Bergwelt oder die Schneeszene, wo Castorp fast von der 'hexagonalen Regelmäßigkeit' (den Schneeflocken) zugedeckt wird, weil er im 'weißen, wirbelnden Nichts' die Orientierung verloren hat. (661)

    Auch eine traurige Sterbeszene ist sehr einfühlsam beschrieben. Allerdings wird über 'das Eigentliche' nicht geredet, wahrscheinlich vor lauter hanseatischer Zurückhaltung.  'Lebensunziemliche Angelegenheiten der Natur' (728) werden nicht thematisiert.

    Humor und Personenbeschreibungen

    Den Humor empfinde ich teilweise als zynisch, besonders im Angesicht von Krankheit und Tod, und die Personenbeschreibungen beruhen wohl auf sehr genauer Beobachtung, sind aber bissig bis boshaft.

    • Bei hohem Schnee werden die Toten von einem noch höher gelegenen Sanatorium mit dem Bobschlitten hinuntergeschafft.
    • Hofrat Behrens nennt seine Patienten 'Lungenpfeiferchen' (421).
    • Auf dem Friedhof in Davos liegt 'ungefestigtes Volk, das sich aus aller Welt hier zusammengefunden hat und zur horizontalen Daseinsform endgültig eingekehrt war.' (443)

    Nachdenkenswerte Sätze (nur wenige von vielen)

    Man kann mit dem Worte 'menschlich' jede Schlamperei und Schlappheit zudecken.' (406)
    '… jene Dummheit von Augenblickswesen, die nicht zu denken vermag, dass es noch wieder anders kommen kann, sowie vor allem Gier nach Abwechslung und zeitverschlingende Ungeduld.' (497)

    Die Sprache (Beispiele)

    Das Kreative und Wortschöpferische hat mir besonders gut gefallen:

    • 'Er probierte ihr den Namen an.' (194)
    • Der Husten eines Patienten: 'schauerlich kraftloses Wühlen im Brei organischer Auflösung' (23)
    • das Thermometer als 'Quecksilberzigarre' (70) – Hans raucht Zigarren.
    • Bei der Aussprache eines slawischen Namens: 'wildes Lautgestrüpp' (583)
    • Castorp wird im Flachland wieder 'im Dienst der völkerverbindenden Verkehrstechnik tätig sein' (226 unten)g anstatt 'Schiffbau'

    Fazit

    Je mehr ich schreibe, desto mehr fällt mir ein. Und ich habe nur annähernd und ganz wenig aufgeschrieben, aber es scheint schon ausufernd viel zu sein. Aber einmal muss Schluss sein.

    Kann ich den 'Zauberberg' empfehlen? Ich weiß es nicht. Nein, lieber nicht, zu groß ist die Gefahr, dass sich jemand langweilt. Mich hat dieser Roman zunehmend fasziniert und ich weiß nicht mal genau, warum. Zauber, Zauberberg, magic mountain.

  16. Cover des Buches Im Westen nichts Neues (ISBN: 9783462046335)
    E.M. Remarque

    Im Westen nichts Neues

     (1.174)
    Aktuelle Rezension von: julia-elysia

    Ich habe das Buch sowohl in der neunten Klasse als auch in der Universität im vierten Semester gelesen (ich studiere Germanistik/Geschichte). Beide Male wurde mir vor Augen geführt, wie wichtig dieses Buch ist und wie wichtig es auch ist, sich mit diesem auseinanderzusetzen.

    Es handelt sich nicht um eine biografische Erzählung, jedoch um eine Erzählung, die repräsentativ für die Erlebnisse der Soldaten im Ersten Weltkrieg stehen kann. Als Leser erhält man einen Eindruck, wie sich die Soldaten an der Front gefühlt haben, wie sie damit umgegangen sind, dass sie keinen persönlichen Bezug mehr zu den Gegnern hatten, und wie sie damit umgegangen sind, als sie dem Gegner erstmals von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen und realisieren, dass sie genauso Menschen sind wie sie selbst.

    Verluste, Umgang mit Entfremdung (vor allem in der eigenen Heimat und auch in Bezug auf die Gegner) und der Kampf ums Überleben sind zentrale Themen des Romans.

    Der Protagonist Paul steht nicht für ein einziges Individuum, sondern für viele Soldaten im Ersten Weltkrieg, die gemeinsam diese Erfahrungen gemacht, gelitten und ihre Seelen und ihre Leben geopfert haben.

    Selbst, nachdem ich den Roman zum zweiten Mal gelesen habe, kann ich sagen, dass es für mich immer noch ein 5-Sterne-Buch ist.

  17. Cover des Buches Der Sommer der Freiheit (ISBN: 9783426512166)
    Heidi Rehn

    Der Sommer der Freiheit

     (91)
    Aktuelle Rezension von: Akantha
    In „Der Sommer der Freiheit“ von Heidi Rehn begleitet der Leser Selma, die Tochter eines Bonner Zeitungsverlegers, zur Sommerfrische 1913 nach Baden-Baden. Während sie auf die Ankunft ihres Verlobten wartet, genießt sie das gesellschaftliche Leben in vollen Zügen. Dabei lernt sie auch den französischen Fotografen Robert Beck kennen und sie verlieben sich auf den ersten Blick. Mit dem Ausbruch des ersten Weltkrieges stehen sie allerdings fortan auf unterschiedlichen Seiten.

    Inhaltlich ist das Buch in drei Abschnitte unterteilt. Es beginnt mit dem „Aufbruch“ vom Sommer 1913 bis zum Sommer 1914. In der Nachbemerkung erläutert Heidi Rehn, dass es „weniger ein Roman über den Krieg als ein Roman über die gewaltigen Umwälzungen“ ist und sie aus diesem Grund schon vor dem Attentat auf den österreichisch-ungarischen Thronfolger mit ihrer Erzählung einsetzt. Hier lernt der Leser alle Charaktere kennen, was wichtig und notwendig ist. Darüber hinaus passiert leider gar nichts Interessantes oder Spannendes in diesem Abschnitt. Die Protagonisten machen viele Ausflüge, nehmen an gesellschaftlichen Veranstaltungen teil und die Politik wird zwischendurch am Rande erwähnt. Gepaart mit einem sehr anstrengenden, künstlichen Schreibstil und vor allem auch unnatürlichen Dialogen, wollte ich das Buch in Abschnitt eins bereits mehrfach abbrechen (das erste Mal auf Seite 10, da ich mir nicht vorstellen konnte, mit diesem Schreibstil warm zu werden).
    Es mag grausam klingen, aber ich hoffte, mit dem Kriegsausbruch in Abschnitt zwei würde zumindest die Spannung der Handlung steigen, darum hielt ich durch. „Ausbruch“ behandelt die Ereignisse vom Sommer 1915 bis zum Spätsommer 1917, trifft also den Kern des Krieges und müsste viele mitreißende Ereignisse zu bieten habe. Hier wurde ich allerdings enttäuscht. Die Protagonisten kommen dem Krieg zwar wortwörtlich näher, aber von Spannung nach wie vor keine Spur. Einem kleinen Handlungsstrang ist anzumerken, dass die Autorin sich hier um etwas Abwechslung bemüht hat, allerdings ist diese Geschichte sehr schnell abgehandelt und kann den Leser zudem emotional nicht abholen. Trotz Fliegeralarm und Kriegstragödien transportieren die Charaktere keinerlei Emotionen, die diesen Ereignissen gerecht werden. Sie führen weiter ein privilegiertes Leben ohne außergewöhnliche Ängste oder Entbehrungen.
    Einmal so weit durchgekämpft, beschloss ich mit „Umbruch“ dann auch noch den dritten Abschnitt von Sommer 1918 bis zum Frühjahr 1919 zu lesen. Wie Abschnitt eins eine sanfte Einleitung darstellt, lässt der letzte Teil die Geschichte ausklingen – genauso unaufgeregt. Wenn es Heidi Rehn wirklich um die großen Umwälzungen der Zeit ging, hätte ich mir gerade am Ende noch wesentlich mehr erhofft.

    Mit der Protagonistin Selma bin ich leider nicht warm geworden. Sie kam mir vor als würde sie die ganze Zeit schauspielern und niemandem ihre wahre Persönlichkeit zeigen. Gut gefiel mit, dass sie ein wenig als Rebellin und fortschrittliche Frau angelegt war (fährt selbst und gerne Auto, trägt Hosen u.ä.), aber ihre Art war einfach nur anstrengend und übertrieben. Im Verlauf der weiteren Geschichte wird sie zwar ein wenig ernster und vernünftiger, aber das hat nicht mehr ausgereicht, um mich noch für sie zu begeistern. Besonders störend waren für mich aber auch die Vielzahl von Dreiecksbeziehungen, die in der Geschichte durchlebt werden. Es lag ein viel zu großer Fokus auf den Fragen, wer für wen was empfindet und wie man diese Probleme löst. Auch bei mehr Spannung in der sonstigen Handlung hätte mich dieses Thema gestört.

    Für den Lesefluss anstrengend waren auch einige französische Sätze. Obwohl ich französisch spreche (und diese sonst auch im Anhang übersetzt wurden) ist der Leser hier auf die eine oder andere Art gestolpert. Die Autorin hatte sicherlich beste Absichten, die Dialoge authentischer zu gestalten. Das ist aber leider danebengegangen.
    Neben den Übersetzungen findet sich im Anhang noch ein hilfreiches Glossar und die Nachbemerkungen der Autorin, die mir bei jedem historischen Roman wichtig sind. Dass leider erst dort zur Sprache kommt, dass Rehn mehr über Umwälzungen, statt über den Krieg schreiben wollte (wäre vielleicht auf dem Klappentext angebracht gewesen), war schade und hätte mir andernfalls eine andere Erwartungshaltung beschert.

    Zusammenfassend passiert auf über 600 Seiten einfach viel zu wenig, als dass mich das Buch hätte fesseln können. Der Schreibstil war anstrengend und die Protagonistin unsympathisch, sowie viel zu sehr in komplizierte Beziehungsgeflechte verstrickt. Jetzt zur Überraschung: Trotz meiner Bewertung von 2 von 5 Sternen, werde ich es nochmal mit „Gold und Stein“ und/oder der Wundärztin-Trilogie versuchen, denn ich habe das Gefühl, dass Heidi Rehn vielleicht auch anders kann und eine zweite Chance von mir verdient hat.
  18. Cover des Buches Das geheime Spiel (ISBN: 9783453290310)
    Kate Morton

    Das geheime Spiel

     (487)
    Aktuelle Rezension von: Kathi90

    Bei diesem Buch von Kate Morton war ich zuerst etwas ernüchtert. Die Geschichte plätscherte meiner Meinung nach nur so dahin. Allerding wendete sich das Blatt recht bald und die Geschichte nahm Fahrt auf. Ich war wie gebannt und wollte unbedingt das Geheimnis der zwei Schwestern erfahren.

    Als es so weit war konnte ich nicht glauben was ich da gelesen hatte, einfach grandios und überraschend. Gerne mehr davon!

    Ebenso interessierte mich das Schicksal von Grace und ihrer heimlichen Liebe.. Als wir Grace am Ende ihres Lebens begleiten durften hatte ich sogar eine Träne im Auge.

  19. Cover des Buches Die Wildrose (ISBN: 9783492300384)
    Jennifer Donnelly

    Die Wildrose

     (324)
    Aktuelle Rezension von: Daphne1962

    Klappentext:

    Die Herzen von Willa Alden und Seamus Finnegan schlagen für die Gipfel der Welt – und füreinander. Doch auf einer schicksalhaften Bergtour erleidet Willa einen Unfall und ist fortan für ihr Leben körperlich gezeichnet. Voller Vorwürfe wendet sie sich von Seamus ab – die Trennung bricht ihm das Herz. Jahre später kreuzen sich ihre Wege ein zweites Mal, und ihre Liebe wird auf eine harte Probe gestellt.

    Das es ein doch etwas kitschiges Buch werden würde, hätte man sich denken können. Aber ich wollte es dennoch mal lesen, denn die ersten beiden Bände der Autorin hatten mir recht gut gefallen. Bei diesem Buch kann ich sagen, es war ein Fehlgriff. Vorhersehbar, in die Länge gezogen, zu viele Zufälle. Es war einfach nicht für mich gemacht und ich habe mich da durchgequält. Vielleicht hat sich im Laufe der Jahre ja auch mein Anspruch verändert.

  20. Cover des Buches Gut Greifenau - Nachtfeuer (ISBN: 9783426521519)
    Hanna Caspian

    Gut Greifenau - Nachtfeuer

     (104)
    Aktuelle Rezension von: Lerchie

    August 1914. Es beginnt der erste Weltkrieg. Auch Konstantin muss an die Front. Sein Vater hat keine Ahnung von der Gutsführung, so dass dieses bald hoch verschuldet ist. Katharina soll unbedingt den Neffen des Kaisers heiraten, damit das Gut überlebt. Aber Ludwig ist ein Mistkerl, de tritt nicht nur Katharina zu nahe. Ein Skandal ist fast unabwendbar. Und Katharina setzt ihre ganze Hoffnung auf Julius, den Industriellensohn. Doch sie beginnt zu zweifeln, ob er nicht nur den Eintritt in den Adelsstand möchte, denn sie hat etwas belauscht. Aber dann gibt es noch den Kutscher Albert, der unbedingt sein Geheimnis klären will, was nur im Dorf Greifenau möglich ist.

     

    Meine Meinung

    Auch dieser zweite Band   der Gute-Greifenau-Reihe ist wieder – bedingt durch den angenehm unkomplizierten Schreibstil der Autorin  - leicht und flüssig zu lesen, keine Unklarheiten im Text. In der Geschichte war ich gleich drinnen. Ich konnte mich gut in die Protagonisten hineinversetzen. In Konstantin, der sich gegen seinen Vater durchsetzen musste, dieser das Gut doch herunterwirtschaftete, als Konstantin an der Front war. In Alexander, der hoffte, durch seine Beinverletzung vor der Front bewahrt zu bleiben. Und natürlich in Katharina, die Julius heiraten wollte und durch ein belauschtes Gespräch in Zweifel gestürzt wurde. Und Ludwig von Preußen war ihr aus diversen Gründen zuwider. Die älteste Tochter der Greifenaus wurde mir in diesem Buch regelrecht unsympathisch. Sie war ein Miststück. Doch mehr davon jetzt nicht, denn wer wissen will, wie es mit den Greifenaus weiterging, der soll das Buch selbst lesen. Es ist spannend von Anfang bis zum Ende, hat mich gefesselt und ich bin richtig darin eingetaucht. Ich litt mit Katharina, die in diesen Büchern bisher meine Lieblingsperson ist, und ihre Mutter? Was das überhaupt eine Mutter? In meinen Augen nicht.  Es hat mich auch wieder sehr gut unterhalten und ich empfehle es   gerne weiter. Daher von mir die volle Bewertungszahl.

  21. Cover des Buches Das Haus der Schwestern (ISBN: 9783442375349)
    Charlotte Link

    Das Haus der Schwestern

     (798)
    Aktuelle Rezension von: PeytonS

    Die Geschichte in der Gegenwart sowie die Geschichte rund um Frances Gray gefallen mir beide. Die Geschichten sind sehr spannend beschrieben. Die Recherchen scheinen schlüssig zu sein und ich fand es sehr interessant von der Zeit damals zu lesen. 

    Bis zum Ende bleibt es sehr spannend. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. 

    Es gibt 1 Stern Abzug für sehr lange Kapitel und dafür, dass das Ende zu in die Länge gezogen wird. Außerdem bleibt eine Sache offen, was ich sehr schade finde. 

  22. Cover des Buches Aufbruch in ein neues Leben (ISBN: 9783746635460)
    Linda Winterberg

    Aufbruch in ein neues Leben

     (126)
    Aktuelle Rezension von: Buchbahnhof

    Mir hat der Auftakt der Hebammen Saga unglaublich gut gefallen. Margot, Luise und Edith sind alle drei ganz wundervolle, unglaublich sympathische Frauen, die mir schnell ans Herz gewachsen sind. Alle drei Frauen sind mit völlig unterschiedlichen sozialen Hintergründen aufgewachsen, aber sie vereint der Wunsch, Hebamme zu werden, und Frauen zu helfen. Nicht nur dies schweißt die Drei unglaublich schnell zu einer verschworenen Gemeinschaft zusammen.

    Luise kommt aus einem kleinen Dorf, wo bereits ihre Großmutter als Hebamme gearbeitet hat. Sie hat viel Vorwissen, benötigt aber die Prüfung. Dabei lässt sie ihr wissen aber nie heraus hängen, sondern sagt selbst, dass sie an der Schule noch viel lernen kann und möchte.

    Edith, Tochter aus reichem jüdischen Hause, hat es schwer, ihren eigenen Weg gegen den Willen der Eltern zu gehen. Denkt man zunächst, dass hier ein hochnäsiges Fräulein einfach nur ihren Willen durchsetzen will, so wird man schnell eines Besseren belehrt. Edith ist eine unglaublich sozial eingestellte junge Frau, die sich nicht zu fein ist an der richtigen Stelle mit anzupacken.


    Dritte im Bunde ist Margot, die in Neukölln aufgewachsen ist und die Armut der Menschen, die sie behandeln am eigenen Laib erfahren hat. Für sie ist es am schwierigsten, den Berufswunsch auch wirklich umzusetzen. Immer wieder legt das Leben ihr Steine in den Weg, die es zu beseitigen gilt. Margot wäre aber nicht die starke junge Frau, die sie ist, wenn sie es nicht irgendwie immer schaffen würde.

    Alle drei Fauen haben Schicksalsschläge hinzunehmen, wobei mit der letzte Schicksalsschlag (ich will hier nicht mehr verraten, um nicht zu spoilern) ehrlich gesagt ein bisschen drüber war. Das hätte nicht sein müssen und hat mich ein bisschen genervt. Vielleicht war das aber wichtig, um die Geschichte im zweiten Band weiter erzählen zu können. Wäre das, was passiert ist, nicht passiert, dann würde Band 2 auf jeden Fall anders sein, als er nun vermutlich ist. Zu kryptisch? Ich weiß, aber lest einfach selbst. Es lohnt sich wirklich!

    Schreibstil und Geschichte sind einnehmend. Man kann Hunger, Entbehrung, Kälte und auch die Verzweiflung der Menschen förmlich vor sich sehen und die Emotionen greifen. Linda Winterberg schafft es, selbst die Nebenfiguren so unglaublich real werden zu lassen, dass man mit trauert, wenn ein Baby, ein Kleinkind, ein Erwachsener aus dem Leben scheidet.

    Was tatsächlich ein bisschen kurz kommt, denn eigentlich geht es ja um den Beruf der Hebamme, ist die Ausbildung und die Arbeit an sich. Es geht immer alles sehr glatt, kaum Komplikationen, die es zu meistern gilt. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie schwer Berlin vom ersten Weltkrieg betroffen war, aber ich gehe mal davon aus, dass es, zu einer Zeit, als die meisten Menschen hungerten, nicht immer so einfach war, rechtzeitig ins Krankenhaus zu gelangen und gesunde Kinder auf die Welt zu bringen.

    Alles in allem konnte mich der Auftakt der Saga fesseln und Band 2 und 3 habe ich hier schon liegen. Spricht doch für die Reihe, oder? Ich vergebe gerne 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

  23. Cover des Buches Sterne über der Alster (ISBN: 9783492306973)
    Micaela Jary

    Sterne über der Alster

     (75)
    Aktuelle Rezension von: julestodo
    Der zweite Band von Micaela Jary um die Familie Dornhain aus Hamburg. Schon den ersten Band habe ich sehr gerne gelesen, nun wollte ich gerne erfahren, wie es der Familie weiterhin ergeht. Die Zeit um den 1. Weltkrieg und die Zeit danach sind gut wiedergegeben und das Schicksal der Menschen, die diese Zeit miterleben mußten. Nicht nur die Situation der Familie Dornhain ist gut wiedergegeben, auch die der Menschen aus nicht so gut situierten Schichten, die sich in der Zeit nach dem Krieg versuchen müssen sich über Wasser zu halten und zu überleben.
    Der Schreibstil von Micaela Jary gefällt mir sehr gut. Die Bücher, die ich bisher gelesen habe, und auch dieses hier sind flüssig zu lesen und die Personen scheinen authentisch.
    Gerne werde ich weitere Bücher von dieser Autorin lesen!

  24. Cover des Buches Der Glanz von Südseemuscheln (ISBN: 9783453418196)
    Regina Gärtner

    Der Glanz von Südseemuscheln

     (79)
    Aktuelle Rezension von: Schlehenfee

    Samoa, 1914: Mathilde Hinrichs wartet auf eine letzte Maschine, um mit ihrem Bruder Fritz endlich die Konservenfabrik für Ananas in Betrieb zu nehmen, die sie auf ihrer Plantage anbauen. Doch der Erste Weltkrieg kommt ihren Plänen zuvor. Mit der neuseeländischen Besatzung verliert die Insel nicht nur den Status als deutsches Hoheitsgebiet, auch die deutsche Bevölkerung verliert nach und nach ihren Besitz und ihre Rechte. Mathilde kämpft aber weiterhin für die Erfüllung ihres Traums.


    Mathildes Cousine Alma ist mit ihrem Mann Joshua nach Sydney gezogen, wo er als Kapitän meist auf See ist. Daher bekommt er zunächst gar nicht mit, dass mit dem Kriegsausbruch eine extrem antideutsche Stimmung in Australien herrscht, die Alma und den Sohn Max vor Schwierigkeiten stellt. Als Joshua schließlich während einer Tour als verschollen gilt, muss Alma ebenfalls mit ungeahnten Widrigkeiten kämpfen.


    Es ist schon mehrere Jahre her, dass ich das Vorgängerbuch „Unter dem Südseemond“ gelesen habe, und ich hatte etwas Sorge, nicht mehr zu den Charakteren und in die Handlung zurückzufinden. Doch Alma und Joshua sind mir in Erinnerung geblieben und die Sorge war unbegründet. Mathilde war ebenfalls ein sehr spannender und interessanter Charakter. Sie ist sehr unabhängig und unternehmerisch, das hat mir imponiert. Überhaupt sind die Frauen hier die Starken. Die Männer sind mit Ausnahme Scott Turners, beinahe ständig unterwegs oder interniert, so dass die Hauptlast der Versorgung bei den Frauen liegt. Das empfand ich als sehr authentisch.


    Man merkt, dass Regina Gärtner wieder sehr gut recherchiert hat, um die Atmosphäre während des Ersten Weltkriegs, sowohl in Australien als auch auf Samoa, einzufangen. Dies ist ihr hervorragend gelungen. In der Schule haben wir damals eher die Auswirkungen als die Details des Ersten Weltkriegs behandelt, daher war es mir zum Beispiel neu, dass deutsche Kriegsschiffe bis in den Indischen Ozean hinein in Kampfhandlungen verwickelt waren. Die Besetzung Samoas durch neuseeländische Soldaten bis hin zum Gewissenskonflikt bei Mathilde, als sie für Turner arbeitet und sich dann in ihn verliebt, sind authentisch und fesselnd dargestellt. 

    Im Gegensatz dazu war Almas Teil oft geradezu gemächlich erzählt. Bei beiden Frauen wünschte ich mir an einem Punkt, dass die Handlung nun den nächsten Schritt tut, sonst wäre es über kurz oder lang zu eintönig. Zum Glück geschah dieser Schritt dann auch kurz darauf.


    In einem Punkt war mir der glückliche Zufall dann etwas zuviel, nämlich als es um den Jungen Patrick und seine Herkunft ging. Daher vergebe ich „nur“ vier Sterne. Das obligatorische Happy End kommt aber sehr stimmig daher, wie ich es von einem Historischen Roman mit Liebesgeschichte erwarte. Insgesamt empfand ich sowohl „Unter dem Südseemond“ als auch „Der Glanz von Südseemuscheln“ als sehr stimmig und atmosphärisch erzählt. Dabei habe ich außerdem noch viel über das Leben in der ehemaligen deutschen Kolonie Samoa gelernt, einen literarischen Schauplatz, den ich bis dato noch nie „besucht“ habe.

    Ich kann die beiden Romane um Alma und Mathilde allen empfehlen!

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