Bücher mit dem Tag "16. jahrhundert"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "16. jahrhundert" gekennzeichnet haben.

349 Bücher

  1. Cover des Buches Wo die Nacht beginnt (ISBN: 9783442381388)
    Deborah Harkness

    Wo die Nacht beginnt

     (497)
    Aktuelle Rezension von: Katerle

    Im Vergleich zum 1. Band ist dieses Buch viel spannender und flüssiger geschrieben: keine so ausufernde alchemistische Ausschweifungen mehr, dafür sehr spannende Handlungen! Habe "nachts" weitergelesen, weil ich es nicht aus der Hand legen wollte. 

    Mit dem letzten Band 3 ging es mir übrigens genauso. 

    Übrigens können die 3 Bücher dieser Reihe  unabhängig voneinander gelesen werden! 

  2. Cover des Buches Das Mädchen, das den Himmel berührte (ISBN: 9783404167777)
    Luca Di Fulvio

    Das Mädchen, das den Himmel berührte

     (466)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    Luca Die Fulvio entführt uns nach Venedig und beginnt im Jahr 1515. Die unterschiedlichsten Menschen kommen in die Lagunenstadt und jeder hat ein ganz eigenes Ziel, eine eigene Vorstellung. So will der Jude Isacco Negroponte mit seiner Tochter Giudetta neu anfangen und anerkannt werden. Er kommt aber von wo anders und ist Jude und das erschwert seine Situation erheblich. Juden sind wie Dirnen und Tagelöhner in der Unterschicht angesiedelt und hier müssen sie jeden Tag aufs neue kämpfen. Mercurio und seine Freunde gehören zu den vielen Straßenkindern, die sich von Rom auf den Weg nach Venedig gemacht haben. Für die Freunde geht es aber auch um etwas anderes, denn sie sehen sich der Anschuldigung gegenüber, einen Arzt getötet zu haben. Shimon Baruch ist der Arzt und auch seine Geschichte ist bewegend und vielseitig. Durch verschiedene Umstände kreuzen sich die Wege, die Leben der unterschiedlichen Protagonisten und so entsteht ein Sittengemälde, dass uns die vergangene Zeit Venedigs erleben lässt und auch die Geschichte der Juden näher bringt. Es geht um das Recht sein Leben leben zu dürfen, seine Liebe zu finden und einfach glücklich zu sein. In einer leichten und blumigen Sprache lässt Luca Di Fulvio einen großartigen Roman entstehen. Toll!

  3. Cover des Buches So finster, so kalt (ISBN: 9783426514931)
    Diana Menschig

    So finster, so kalt

     (144)
    Aktuelle Rezension von: BUCHWURM20

    Merles Oma ist verstorben, weshalb sie zum Ort ihrer Kindheit zurückkehrt. In Omas Knusperhäuschen, mitten im Wald, stößt sie auf ihre makabere Familiengeschichte. Denn die uralte Erzählung ist wahr! Doch nicht die Alte ist hier die Hexe, sondern vielmehr Greta scheint dämonischer Natur zu sein. 

    Eine bunte Mischung verschiedener Märcheninhalte wurde hier in einen Topf geworfen, ein Hauch"Exorzist" und eine Prise (leider oft kitschige) Romantik zugefügt. Die Ambivalenz und (teils tussig nervige) Unsicherheit der Protagonistin übertragen sich auf den Leser. Eine Einschätzung der Ereignisse ist lange nicht eindeutig möglich, die Entwicklung unvorhersehbar. Es bleibt somit spannend bis zum Schluss. Alles in allem eine gute Lektüre für Zwischendurch. 

  4. Cover des Buches Plötzlich Shakespeare (ISBN: 9783499268274)
    David Safier

    Plötzlich Shakespeare

     (1.092)
    Aktuelle Rezension von: Christin87

    Rosa hasst ihren Job, ihre Figur, ihr Leben. Denn seit sie vor einigen Jahren von ihrem Freund Jan beim Fremdknutschen erwischt wurde, er sie daraufhin verließ und nun mit der hübschen Zahnarztkollegin Olivia liiert ist, leidet sie unter Liebeskummer.

    Nach einem halbherzigen Date in einem Zirkus, lässt sie sich dort auf eine Rückführung ein. Sie landet im England des 16. Jhdt., in einem männlichen Körper - William Shakespeares Körper. Und der einzige Weg in ihre Zeit zurückzukommen ist es, die wahre Liebe zu finden.

    Ein lustiger Roman mit einer guten Moral am Ende. Es war wirklich amüsant Rosa und Shakespeare dabei zu folgen, wie sie sich in ihren fremden Körpern und Zeiten zurechtfinden müssen. Zugleich waren hier und da auch einige weitere historische Personen eingeflochten und so wurde die Geschichte, zwischen all dem Klamauk, auch noch ein bisschen lehrreich.

    Rosa und William sind beide ziemlich schrullige Typen, aber man schließt sie schnell ins Herz.

    Einzig die Wechsel in den Dialogen, zwischen zwei Menschen in einem Körper, waren zu Beginn etwas verwirrend. Nachdem ich drei Seiten später aber dahinter gestiegen war, dass Williams Parts stets kursiv gedruckt wurden, ließ sich das Buch wunderbar lesen.

    An einer Stelle zu Beginn des Buches hatte ich sogar einen kleinen Lachflash, der meinen Mann aus seiner Einschlafphase riss - als die Konsonantenschwäche von einem von Rosas Schülern eine fantastische Wortschöpfung kreierte. :D

    Insgesamt ein äußerst unterhaltsames, empfehlenswertes Buch, wenn man mal keine Lust auf Krimi, Dramen oder Schnulzen hat, sondern einfach leicht und amüsant in eine andere Welt getragen werden möchte.

  5. Cover des Buches Witch Hunter (ISBN: 9783423717557)
    Virginia Boecker

    Witch Hunter

     (921)
    Aktuelle Rezension von: Christiane_Vini

    Ein tolles und spannendes Buch. 

    Ich habe es gekauft weil mich die Leseprobe nicht los gelassen hat. 

    Meine Erwartungen wurden definitiv erfüllt. Spannend und mitreißend. Gefühlschaos. Tolle Charaktere und schön geschrieben 

  6. Cover des Buches Judith und Hamnet (ISBN: 9783492070362)
    Maggie O’Farrell

    Judith und Hamnet

     (49)
    Aktuelle Rezension von: birdies_buecherwelt

    Schon der Titel dieses Buches hat mich neugierig gemacht, der Klappentext dann noch mehr. Sofort hatte ich die Assoziation zu William Shakespeare und seinem Drama Hamlet. Doch hier geht es nicht um den berühmten englischen Dramatiker, sondern um seine Zwillinge Judith und Hamnet. Eigentlich geht es auch nicht um die beiden, jedenfalls nicht hauptsächlich. Den Schwerpunkt der Handlung nimmt die Mutter der Zwillinge ein, Agnes.
    In der Historie gibt es diese Person nicht, aber darüber möchte ich gerne hinwegsehen. Agnes ist eine Frau, die sich nicht leicht in die Gesellschaft einfügt. Sie liebt die Natur, kennt sich mit Kräutern und Heilkünsten aus, besitzt einen Falken, hat dunkle Vorahnungen und ist insgesamt ein sehr mysteriöser Charakter.
    Den Schreibstil möchte ich nicht als extravagant beschreiben, allerdings ist er sehr ungewöhnlich. Nur selten werden Namen verwendet. Der Name William Shakespeare taucht nicht ein einziges Mal in diesem Buch auf. Immer gibt es Umschreibungen: Lateinlehrer, Ehemann, der Vater. Es werden sehr viele Adjektive verwendet und die Erzählweise gleicht der von Märchen oder Sagen.
    Ich habe einige Seiten gebraucht um dieses Buch zu mögen, dann hat es mich aber gepackt und nicht mehr losgelassen. Vor allem zum Ende hin, musste ich das ein oder andere Mal schwer schlucken.
    Wer nicht auf historische Korrektheit achtet, dem Mystischem und Unerklärlichem eine Chance geben und eine tolle Geschichte über eine Mutter und ihre Liebe zu ihren Kindern lesen möchte, wird von diesem Roman nicht enttäuscht werden.

  7. Cover des Buches Das letzte Ritual (ISBN: 9783442714407)
    Yrsa Sigurdardottir

    Das letzte Ritual

     (249)
    Aktuelle Rezension von: Blackfairy71

    In der Universität von Reykjavik wird die Leiche eines jungen Deutschen gefunden. Der Geschichtsstudent Harald Guntlieb war fasziniert von alten Hexenkulten und sein Mörder hat ihm ein merkwürdiges Zeichen in die Haut geritzt. Die isländische Polizei glaubt an ein Drogendelikt und verhaftet einen Dealer. Die Eltern des Opfers misstrauen den Ermittlungen. Sie beauftragen die Anwältin Dora Gudmundsdottir, den Fall noch einmal aufzurollen. Zusammen mit dem Deutschen Matthias Reich, einem ehemaligen Polizisten und Mitarbeiter der Familie Guntlieb, begibt Dora sich auf die Suche nach dem wahren Mörder und findet mehr über dunkle Rituale heraus, als ihr lieb ist.


    Skandinavische Krimis oder Thriller und ich, das ist eigentlich immer eine schwierige Sache. Nicht so mit "Das letzte Ritual", welches mir gut gefallen hat. 

    Sicher liegt das auch am Thema der Hexenverfolgung und Rituale, die Geschichte Islands und die des wohl berüchtigsten Buches der Welt: Malleus Maleficarum, der Hexenhammer. Eine Art Gebrauchsanweisung, wie man im Mittelalter mit angeblichen Hexen verfahren sollte. Damit wurde die Hexenverfolgung quasi legitimiert. Geschrieben wurde das Buch von einem deutschen Theologen, Heinrich Kramer. 


    Mir hat auch der Schreibstil gut gefallen, er ist lebendig und die Geschichte durchweg spannend. Aber es gibt auch Szenen zum Schmunzeln, wenn Dora und Matthias sich gegenseitig aufziehen und z. B. die Unterschiede zwischen Deutschen und Isländern aufzeigen. Die Hintergrundinfos über die Hexenverfolgung sowohl in Island als auch in Deutschland sind gut in die Krimihandlung eingebaut. Nach und nach werden die Puzzleteilchen zusammen gesetzt und der Leser wird zum Miträtseln animiert. 


    Dora als Hauptfigur war mir sehr sympathisch. Sie ist allein erziehende Mutter eines Teenagers und einer jüngeren Tochter, voll berufstätig und versucht allen gerecht zu werden. Sie ist taff und mutig und glaubt an das Gute im Menschen. Auch ihr Verhalten, als ihr Sohn in Schwierigkeiten gerät, fand ich gut. 


    Wie ich gesehen habe, gibt es noch weitere Bücher der Reihe, die ich sicher auch noch lesen werde. 

  8. Cover des Buches Feuer und Glas - Der Pakt (ISBN: 9783453267381)
    Brigitte Riebe

    Feuer und Glas - Der Pakt

     (238)
    Aktuelle Rezension von: cecilyherondale9
    Ich rezensiere das Buch "Feuer und Glas  der Pakt" von Brigitte Riebe, welches der erste Band einer Reihe ist.

    Cover:
    auf dem Cover sieht man ein hübsches Mädchen mit halblangen feuerroten Haaren und grünen Augen. Sie blickt, beinahe sehnsüchtig, jemanden an, den der Leser nicht sieht. Im hintergrund sieht man Venedig.

    Inhalt:
    Für die sechzehnjährige Milla scheint die Zeit stehen zu bleiben, als sie an einem heißen Frühlingstag dem jungen Gondoliere Luca begegnet. Wie ein Aristokrat aus einer anderen Zeit gleitet er, gemeinsam mit einer Katze, auf einer blauen Gondel durch einen stillen Kanal. Milla ist verzaubert und kann den jungen Mann nicht vergessen. Als kurze Zeit später dieselbe geheimnisvolle Katze im kleinen Lokal ihrer Mutter und Tante auftaucht, folgt sie ihr durch die Gassen Venedigs. Sie gelangen zu einem reichen Stadthaus - und Milla sieht Luca wieder. Er ist jedoch nicht allein, und plötzlich wird Milla in den Strudel dunkler Vorkommnisse um das Ende der mächtigen Lagunenstadt gezogen. Stammt sie wirklich von den Feuerleuten ab, die seit jeher gemeinsam mit den Wasserleuten Venedig beschützen? Was empfindet Luca, einer der Wasserleute, wirklich für sie? Und hat all das mit dem Verschwinden ihres Vaters zu tun? Zwischen Liebe und Zweifel hin- und hergerissen, kann Milla niemandem vertrauen - außer einer Katze und ihrem Gespür für die Wahrheit...


    Das Buch ist sehr spannend und fesselnd geschrieben. Es wurde aus der Erzähler-Perspektive verfasst. Ich freue mich schon auf den zweiten Band und möchte wissen wie es weitergeht. Das Ende ist zwar klar als solches zu erkennen, aber es ist dennoch offen. Ich finde besonders das Glossar am Ende auch hilfreich, denn ich wusste vorher kaum etwas über Venedig im 16.Jahrhundert und dadurch kam ich in dem Buch besser zurecht.
    Ich kann das Buch nur weiterempfehlen und gebe 4 1/2 sterne..
  9. Cover des Buches Der Pirat (ISBN: 9783426517482)
    Mac P. Lorne

    Der Pirat

     (48)
    Aktuelle Rezension von: wanderer-of-words

    »Der Pirat« ist ein Buch bei dem ich ins Schwärmen geraten könnte! Schon das Thema, Francis Drake und englische Geschichte, faszinieren mich schon seit Langem. In Kombination mit guter Recherche und spannender Vermittlung ergibt das für mich nicht weniger als den perfekten historischen Roman!

    An historische Romane stelle ich sehr hohe Erwartungen was Recherche und Wahrheitsgehalt angeht. Das Werk von Mac P. Lorne konnte mich in beiderlei Hinsicht absolut überzeugen, ja mehr noch: begeistern! Auch die Vermittlung der geschichtlichen Inhalte gelingt ihm meisterhaft. Er lässt Drake, Elizabeth I und andere historische Figuren lebendig werden, nimmt den Leser mit auf spannende Kaperfahrten und erklärt ganz nebenbei Englands beginnenden Aufstieg zur Weltmacht. 

    Ein gewisses Interesse für Seefahrt sollte der Leser aber mitbringen, denn Lorne schildert die Seemanöver sehr detailliert und geht auch auf die Besonderheiten bei der Konstruktion der neuen englischen Schiffe ein. Dabei verwendet er natürlich einige nautische Fachbegriffe, den Lesefluss hat das aber nicht gestört und notfalls hilft das angehängte Glossar gut weiter. Für mich war dieser Teil sehr faszinierend und lehrreich, denn dass die Engländer so große Vorteile aus moderneren Schiffen mit besseren Kanonen zogen wusste ich noch gar nicht. Der Leser kann mitverfolgen wie England modernisiert und aufrüstet, Spanien aber an vergangenem festhält, während alle Zeichen auf einen Krieg hindeuten.

    Der Höhepunkt des Romans ist natürlich die Schlacht gegen die Spanische Armada. Lorne beschreibt diese so detailreich, dass man sich die Manöver und die Scharmützel sehr gut vorstellen und den Kanonendonner fast hören kann. Kurze Perspektivwechsel zu den Spaniern ermöglichen dem Leser auch einen Einblick in deren Denkweise und runden die Erzählung ab.

  10. Cover des Buches Krone der Welt (ISBN: 9783404183074)
    Sabine Weiß

    Krone der Welt

     (75)
    Aktuelle Rezension von: AddictedToBooks

    Vincent will als Architekt prächtige Stadthäuser bauen. Ruben sehnt sich nach Abenteuern auf hoher See. Betje ist eine begnadete Köchin. Zusammen sind die Geschwister in Amsterdam gestrandet, einem Ort der märchenhaften Möglichkeiten. Doch es ist auch die Zeit der großen Auseinandersetzungen. Katholiken und Calvinisten streiten um den rechten Glauben, Engländer und Spanier um den Einfluss auf das Land am Meer, Kaufleute um die wirtschaftliche Macht. Können sich die Geschwister in dieser schwierigen Situation behaupten?

    Wie immer hat mich dieser historische Roman der Autorin Sabine Weiß überzeugt, aber ich hatte auch nichts anderes erwartet. "Krone der Welt" war mein erster Roman überhaupt, der in den Niederlanden spielt. Das Buch hat mich richtig gut unterhalten und strotzte nur so von gut recherchierten Informationen. In der Mitte des Buches gab es mal ein paar Abschnitte, die sich ein bisschen länger gezogen haben, aber das Durchhalten hat sich gelohnt.

    Wer gerne historische Romane liest oder sich als Newbie an das Thema herantrauen möchte, hat hier das Buch seiner Wahl gefunden.

    "Krone der Welt" erhält von mir 5 von 5 möglichen Sternen.

  11. Cover des Buches Das Fundament der Ewigkeit (ISBN: 9783404177707)
    Ken Follett

    Das Fundament der Ewigkeit

     (214)
    Aktuelle Rezension von: Jossele

    Es handelt sich um den dritten Teil der umfangreichen Geschichte von Kingsbridge. Das Original ist 2017 unter dem Titel „A Column of Fire“ (Eine Feuersäule) erschienen. Beide Titel passen nicht so recht zum Werk, sind also nicht besonders gut gewählt. Wie zwischen Band 1 und Band 2 hat Follett wieder ca. 200 Jahre vergehen lassen, bevor er die Geschichte Kingsbridges fortschreibt. Der Roman spannt sich über einen Zeitraum von über 60 Jahren von 1558 bis im Grunde 1605. Er beginnt also im letzten Regierungsjahr von Maria Tudor und endet im Wesentlichen nach dem Tod ihrer Nachfolgerin Elisabeth I. im Jahr 1603 und dem aufgedeckten Anschlag auf Maria Stuarts Sohn und Elisabeths Nachfolger James im Jahr 1605. Der Sprung ins Jahr 1620 ist mehr ein Anhängsel als echte Romanhandlung. Oder vielleicht auch eine Art Ankündigung für eine Fortsetzung der Geschichte wieder 200 Jahre später mit einem Handlungsort in Amerika. Prägend für diesen Roman sind die Auseinandersetzungen zwischen Katholiken und Protestanten in Frankreich und England, garniert mit erzählerischen Ausflügen nach Spanien, die Niederlande und sogar Hispaniola. Neben der eigentlichen Romanhandlung, die chronologisch erzählt wird, wobei kapitelweise zwischen den Schauplätzen hin und her gesprungen wird, gibt es immer kurze Einschübe, in den jemand auf sein Leben zurückblickt. Recht bald wird dem Leser klar, dass dieser jemand Ned Willard ist, einer der Hauptprotagonisten des Romans und Nachfahre von Merthin, dem Erbauer des Kingsbridger Kathedralenturms und der Brücke über den Fluss (vgl. Die Tore der Welt).

    Aus meiner Sicht ist das ein ganz typischer Ken Follett Historienschinken. Ein umfangreiches Werk, in leicht verständlicher Sprache gehalten und unterhaltsam geschrieben. Typisch ist auch die schablonenhafte, holzschnittartige Figurenzeichnung, die einem Groschenroman ähnelt. Als meistenteils gut gemacht wiederum empfinde ich die Anbindung an reale historische Ereignisse und die Einbindung historischer Persönlichkeiten. Dahinter steckt eine Menge geschichtlicher Recherchetätigkeit. Die umfangreiche Liste der im Roman erwähnten historischen Persönlichkeiten legt ein bisschen Zeugnis dafür ab. Die Verarbeitung des Bildersturms von Antwerpen, der Bartholomäusnacht, des Untergangs der spanischen Armada ist hervorragend gelungen. An manchen Stellen aber schwächelt der Roman ungewöhnlicherweise auf diesem Gebiet, z.B. wenn es um die Entscheidung im Machtkampf zwischen den katholischen Höflingen Guise und den Bourbonen geht, die sehr lückenhaft beleuchtet wird. Ebenso finde ich Behandlung der Ridolfi-Verschwörung zu kurz geraten. Da war Follett schon besser und genauer unterwegs. Wie gewohnt enthält der Roman auch einige logische Fauxpas, wie die Gerichtsverhandlung, die Alice Willard um das verliehene Geld bringt. (Bastei Lübbe Tb 2017, S. 252 ff) Ebenso ist nach dem Frieden von Saint-Germain der Verkauf verbotener Bücher einmal nicht mehr lebensgefährlich (ebd., S. 697), um ein paar Seiten weiter wieder lebensgefährlich zu sein (ebd., S. 733), ohne dass sich an der historischen Situation etwas geändert hätte. Und auch sehr vorhersehbare Teile fehlen nicht. So weiß jeder einigermaßen erfahrene Follett-Leser mit Bestimmtheit, dass Margery nach der Vergewaltigung durch den Grafen Swithin von Shiring (ebd., S. 540 ff) schwanger sein wird.

    Ein schönes Zitat habe ich auch gefunden, wobei ich nicht weiß, ob das eine Art Redewendung ist, die ich bisher nur nicht kannte. Jedenfalls lässt Follett Ned Willards Großtante Betsy aus Sevilla sagen: „Wer eine Hexenjagd beginnt, der wird auch Hexen finden.“ (ebd., S. 156)

    Zusammenfassend wieder ein Werk Folletts, über das das Feuilleton die Nase rümpfen wird, das aber aufgrund seiner Massentauglichkeit hohe Auflagen erzielen wird. Wenn man seine Erwartungen an die literarische Qualität nicht allzu hoch ansetzt, dann erwartet einen eine unterhaltsame, leicht lesbare, handwerklich ordentlich gemachte Lektüre, bei der sich der Denkaufwand in Grenzen hält. Drei Sterne.

  12. Cover des Buches Die Schwester der Königin (ISBN: 9783746633701)
    Philippa Gregory

    Die Schwester der Königin

     (244)
    Aktuelle Rezension von: BookEla

    Es fühlte sich beim lesen wirklich so an als ob ich an Ort und Stelle war. Ich habe mit allen Protagonisten mitgefühlt, sämtliche Emotionen wurden beim lesen spürbar. Dieses Buch macht süchtig und kann ich nur jedem ans Herz legen der gerne Historische Roman liest!!! 

  13. Cover des Buches Der Onyxpalast: Die Schattenkönigin (ISBN: 9783959816861)
    Marie Brennan

    Der Onyxpalast: Die Schattenkönigin

     (25)
    Aktuelle Rezension von: aly53

    Auf den Auftakt rund um die 4teilige Reihe des Onyxpalastes von Marie Brennan, war ich immens gespannt.
    In das Cover hab ich sofort verliebt.
    Klassisch, elegant, aber auch sehr fantastisch und magisch angehaucht.
    Etwas, was den Inhalt einfach perfekt wiedergibt.

    Der Schreibstil der Autorin ist sehr einnehmend und leicht. Leicht verständlich, in seiner Ausführung. Es wird eine gehobene Sprache verwendet. Da es im 15. Jahrhundert spielt, passt das einfach perfekt.
    Hinzu kommt, dass es stückweise wirklich sehr weise und poetisch wirkt.
    Am Anfang hätte ich nie erwartet, dass mich dieses epische Werk so begeistern würde.
    Denn ich brauchte eine geraume Zeit um hineinzufinden. Die Konstellationen untereinander zu verstehen und einfach die Komplexität zu begreifen.
    Dabei haben es die Charaktere geschafft mich am meisten zu beeindrucken.
    Ich war fasziniert von den beiden Königinnen Elisabeth und Invidiana.
    Licht und Schatten. So lässt es sich am besten umschreiben.
    Zwei Frauen ,die unterschiedlicher kaum sein könnten und aufgrund dessen ,diese Story so herausragend gut machen.
    Die eine geliebt, die andere gefürchtet.
    Ich war begeistert von ihrer Intensität. Wobei ich tatsächlich sagen muss, dass sie zwar recht blass blieben, aber wie Herrscher über allem schweben.
    Allein die Atmosphäre, die Explosivität des Ganzen, ist so gewaltig, dass man sich dem nicht entziehen kann.

    Eine ganz besondere Verbindung konnte ich zu Deven und Lune aufbauen. Zwei Charaktere, die diese Geschichte beherrschen und zum zentralen Punkt werden. Zum größten Teil begleiten wir die beiden, was Ihnen enorm viel Tiefe und Ausdruck verschafft.
    Lune kam mir erst etwas kühl und kalkuliert vor. Aber je mehr ich sie kennenlernte, umso mehr schloss ich sie in mein Herz.
    Verletzlich, loyal, aber dennoch sehr stark und mutig. Sie geht über ihre Grenzen hinaus, ohne sich nur einmal umzublicken.
    Und das ist einfach so großartig.
    Ebenfalls haben mich die Schwestern Goodmeade begeistert. Weise und voller Elan, den man Ihnen gar nicht zutraut.

    Die Story selbst brauchte erst etwas Anlaufzeit, um sich richtig entfalten zu können. Dabei hat dies die Autorin in fünf Akte unterteilt.
    Man wird hineingezogen in eine Welt aus Dunkelheit und Schmerz.
    Trauer und Angst.
    Intrigen und Manipulationen.
    Von dieser Kombination war ich unglaublich begeistert. Denn anfangs hatte ich nicht das Gefühl, dass sich die Emotionen so Bahn brechen könnten, wie sie es letztendlich taten.
    Doch die Welt, die Charaktere entwickelten sich immer mehr und zeigten, dass sie einfach mehr sind.
    Lune und Deven haben am meisten zu kämpfen und geraten in einige gefährliche Situationen, die sie alles kosten könnten.
    Doch sie sind raffiniert und nicht auf den Kopf gefallen, weshalb sie immer wieder ein Schlupfloch fanden.
    Beängstigend hingegen waren die Fae und die Magie an sich.
    Wenn man die Story versteht, begreift man erst, wie gefährlich.
    Es ist verstörend, wozu sie imstande sind.
    Wie sie manipulieren und intrigieren.
    Aber nicht jeder ist gleich. Weshalb es auch sehr abwechslungsreich und unglaublich spannend gehalten ist.
    Dabei verliert sich die Autorin in sehr vielen Details, was der Story aber noch mehr Intensität und Konturen verschafft.
    Ich hab einfach ununterbrochen mitgefiebert und mitgezittert.
    Denn hier geht es nicht um den einzelnen Menschen. Es geht um alles. Um die ganze Welt.
    Um die Dunkelheit, die alles beherrscht und in Ketten legt.
    Besonders der psychologische Aspekt wiegt hier so verdammt schwer.
    Zarte, reine Seelen werden zerstört und umgekehrt. Doch wenn keine Hoffnung mehr da ist, was bleibt dann noch?

    Etwas aufgelockert wird das Ganze durch eine sanfte, sehr zarte Liebesgeschichte. Die kaum wahrnehmbar, aber dennoch sehr intensiv ist und einfach die Emotionen unglaublich verstärkt.
    Die Handlung lebt von Entwicklungen, die den Nervenkitzel erhöhen.
    Stellenweise ist es sehr grausam und beklemmend. Aber nicht weil es so brutal ist.
    Sondern weil man es hier mit Machtspielen und Niedertracht zutun bekommt.
    Es gab einige Wendungen, die ich so gar nicht erwartet habe. Die mich sprachlos gemacht und gleichzeitig so viel nachvollziehbarer gemacht haben.
    Die Blickwinkel verschieben sich.
    Es wird reiner, klarer .
    Das Ende beinhaltet keinen Cliffhanger, hat mich dennoch unsagbar berührt.

    Ich bin sehr gespannt, was im nächsten Band passiert.
    Denn ohne Frage, hat die Autorin etwas sehr Einzigartiges und faszinierendes zu Papier gebracht, das trotz der Perfidität, einen Hoffnungsschimmer schenkt.

  14. Cover des Buches Flammen des Himmels (ISBN: 9783426504093)
    Iny Lorentz

    Flammen des Himmels

     (62)
    Aktuelle Rezension von: Buchfresserchen1

    Inhaltsangabe (übernommen)

    Münster im 16. Jahrhundert: Schon dreimal musste die Familie der jungen Frauke Hinrichs fliehen, um nicht als Wiedertäufer entlarvt und umgebracht zu werden. FRaumes Vater glaubt seine Familie durch den Schutz des Rates selbst dann noch in Sicherheit, als der Inquisitor Jacobus von Gerwardsborn in der Stadt auftaucht. Doch der Rat braucht ein Opfer ...


    Das Cover zeigt gleich auf das es sich um einen historischen Roman handelt.

    Ich habe allerdings nicht das Buch gelesen, sondern es als Hörbuch gehört. Die Sprecherin hat dabei einen guten Job gemacht und den einzelnen Charakteren unterschiedliche Stimmen gegeben, auch wenn das Holländische nicht so echt rüber kam, wie vielleicht erhofft.

    Frauke ist eine taffe, junge Frau, die das Pech hatte das ihre Eltern zu den Wiedertäufern gehörten, die von der Inquistion verfolgt wurden.

    Gegenüber den Lutheranern, die auch so langsam immer mehr wurden, zeigten sie die Wiedertäufer nicht nur starke Zweifel an der römisch katholischen Kirche und lehnten sie ab, sondern spielten ihren Glauben als den alleinig wahren empor und träumten davon die Katholiken.beim jüngsten Gericht brennen zu sehen.

    Geschichtlich habe ich zuvor nie von denWiedertäufern gehört, aber das was ich nun hier im Hörbuch mitbekam hat mich doch sehr an eine Sekte erinnert. Ich war schockiert, wie die Menschen damals selbst nach mehrmaligem Verschieben des vorhergesagten Termins für das jüngste Gericht immer noch Anhänger hatten, die dafür sogar in den Tod gehen wollten.

    Leider gab es nicht so viel Handlung und Reisen,wie ich mir erhofft hatte. Eigentlich könnte man alles in wenigen Sätzen zusammen fassen, was ich hier wegen spoilern natürlich nicht tue.

    Die Verbindungen innerhalb der Familien und auch die Liebesbeziehungen bleiben mir hier zu starke Randnotizen und selbst die Charaktere der Verfolger sind nicht so herausgearbeitet, dass ich sie mir vor meinem inneren Augenvorstellen konnte.

    Das Buch war gut und hat mir auch geschichtliches Wissen gebracht, aber da bin ich vom Autorenpaar Iny Lorentz fesselndere Geschichten gewohnt.



  15. Cover des Buches Die Ratsherrentochter (ISBN: 9783839215029)
    Petra Waldherr

    Die Ratsherrentochter

     (29)
    Aktuelle Rezension von: Herbstrose

    Durch die Heirat ihrer Mutter müssen auch die 20jährige Anna, ihr Bruder Peter und die treue Magd Walburga ihre Heimat verlassen und im Februar 1523 nach Wymphen, dem Wohnort ihres Stiefvaters und Ratsherren Steffen Brel ziehen. Bereits wenige Monate nach ihrer Ankunft wird Anna durch eine gemeine Intrige des Mordes beschuldigt und zum Tod durch das Schwert verurteilt. Der junge Scharfrichter Michael Kremer soll sie hinrichten, doch er hat sich bereits seit Annas Ankunft in Wymphen heimlich in die hübsche junge Frau verliebt. So macht er von seinem Recht der „Freibitte“ Gebrauch, sie zu ehelichen und so vor der Hinrichtung zu bewahren. Damit entgeht Anna zwar dem Tode, lebt aber nun als Weib eines Henkers ausgestoßen und verachtet am Rande der Gesellschaft. Verzweifelt versucht sie, mit Michaels Hilfe, den wahren Mörder zu entlarven. Wird ihnen das gelingen und wird Anna ihre bürgerlichen Rechte zurück erhalten? … 

    Die Autorin Petra Waldherr wurde 1974 in Möckmühl (Kreis Heilbronn) geboren. Sie ist in der Finanzbuchhaltung tätig und schreibt nebenher historische Geschichten aus einer Vergangenheit, die sie schon immer faszinierte. Neue Ideen dafür findet sie in der Natur ihrer schönen Heimat, wo auch die Schauplätze des Romans „Die Ratsherrentochter“ angesiedelt sind. Sie lebt heute mit ihrer Familie in Süddeutschland nahe der Burgenstraße und der Württembergischen Weinstraße. 

    In einem angenehm gefälligen Schreibstil, die wörtliche Rede leicht der Zeit angepasst, entführt uns die Autorin ins ausgehende Mittelalter und lässt uns am damaligen Leben teilhaben. Da sie dabei sehr gut recherchiert hat und auch die örtlichen Gegebenheiten stimmen, kann man gut in das Geschehen eintauchen und fühlt sich bald selbst als Bewohner von Wymphen. Man erhält Einblick in das alltägliche Leben, erfährt Aufschlussreiches über den Beruf des Henkers, ist beim Sammeln von Kräutern dabei und lernt ganz nebenbei noch die Herstellung von Seife. Eine einfühlsame Liebesgeschichte und die spannende Verfolgung des tatsächlichen Mörders sind die Grundlage des Romans und machen das Lesen zu einem echten Erlebnis. Neben den fiktiven Protagonisten sind auch einige historische Personen in die Handlung einbezogen. Diese sind am Ende des Buches gelistet. Ein Glossar über die wichtigsten damals verwendeten Begriffe und ihre Bedeutung ist ebenfalls im Anhang zu finden. 

    Fazit: Ein historischer Roman vom Feinsten, informativ und unterhaltsam. 

  16. Cover des Buches Katharina von Bora & Martin Luther (ISBN: 9783451068836)
    Maria Regina Kaiser

    Katharina von Bora & Martin Luther

     (30)
    Aktuelle Rezension von: Rose75

    Da ich von der Autorin schon die Roman-Biographie  "Xanthippe - Schöne Braut des Sokrates" mit viel Freude gelesen habe,  war ich sehr neugierig auf dieses Buch mit der  Lebensgeschichte von Katharina von Bora (1499 - 1552).

    Die Erzählung beginnt mit einem   jungen Mädchen, das als Waise in die Obhut ihrer Tanten ins Kloster Mariathron übergeben wurde. Dort lernte sie lesen, schreiben und rechnen.  So gut es ging, verbrachte sie viel Zeit in der klostereigenen Landwirtschaft.   Aus Überzeugung wurde sie eine Braut Christi und ein späterer Aufstieg zur Priorin und Äbtissin zeichnete sich schon früh ab.   Durch einen Zufall bekamen sie und  Mitschwestern  Schriften des Ketzers Luther in die Hände.    Katharina fühlte sich sofort angesprochen davon und ihre Gelübde waren nur noch eine Last für sie.   An Ostern 1523  fliehen neuen  Nonnen aus dem Kloster Mariathron und finden Zuflucht in Wittenberg bei Martin Luther höchstpersönlich.  Katharina war dabei und über die Zeit entwickelte sich eine Beziehung zum Doktor Luther. 

    Frau Kaiser hat sehr glaubwürdig, den historisch - reformatorischen  Zeitgeist, die  Armut der einfachen Leute, den Bauernkrieg   und die Pest,  mit dem  Lebenslauf von Katharina von Bora verbunden. 

    Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich würde gerne weitere Biographien dieser Art lesen. 

  17. Cover des Buches Die falsche Patrizierin (ISBN: 9783839215784)
    Susann Rosemann

    Die falsche Patrizierin

     (33)
    Aktuelle Rezension von: Eggi1972

    Die falsche Patrizierin von Susann Rosemann, spielt im Jahre 1524 in Ulm. Mein erster Gedanke war, die Patrizier waren doch erst viel später und nicht in dieser Zeitspanne, also bin ich dem Buch gegenüber schon mal sehr skeptisch gewesen.

    Wobei ich mich hier auch bei der Autorin bedanke, die am Ende des Buches meine Gedanken bzgl. des Begriffes bestätigt und erklärt hat, dass dies nur ein kleiner Trick war, um es - wie soll ich sagen - flüssiger für den Leser zu beschreiben.

    Komme ich nun also einmal zu dem Buch. Susann Rosemann schafft es, eine sehr spannende Geschichte zu beschreiben, wie eine Gauklerin zu einer Patrizierin werden kann. Da sie einen wirklich sehr schnell auf die Reise in das alte Ulm mitnimmt. Auch werden die Intrigen, die gesponnen werden, sehr plastisch beschrieben und man kann sich einfach vorstellen, dass es genauso abgelaufen ist.

    Sie beschreibt die Figuren mit einfachen Mitteln aber trotzdem nicht eindimensional. Man kann sich in Laila sehr schnell hineinversetzen. Man spürt ihre Ängste, ihre Nöte.

    Ich hätte mir gewünscht, wenn sie die Geschichte um Ihren Vater noch etwas genauer beschrieben hätte und am Ende musste ich für mich feststellen, dass das Buch zu schnell zu Ende ging. Man kann sagen 100 Seiten mehr wären mir persönlich sehr recht gewesen aber ich denke, dass dieses Buch für Menschen die historische Romane aus der Zeit mögen, ein schönes Buch für trübe Tage mit einer Tasse Tee in der Hand genau das richtige ist.

    Und man sollte es einfach als einen flüssig und schnell erzählten Roman sehen, der auf alle Fälle lesenswert ist, und ruhig ein wenig mehr Beachtung bekommen sollte.

    Literaturlounge

  18. Cover des Buches Das Handelshaus (ISBN: 9783499274435)
    Axel S. Meyer

    Das Handelshaus

     (33)
    Aktuelle Rezension von: Viv29

    Bei „Das Handelshaus“ hat mich das ausgesprochen gelungene Titelbild (welch erfreuliche Abwechslung vom öden Einheitsbrei der ewig gleichen 08/15 „Frau vor Gebäude“-Titelbilder!) sofort angesprochen. Auch der Klappentext klang vielversprechend – ein bedeutendes Handelshaus wird vom Untergang bedroht, dazu familieninterne Konflikte und das Ganze vor dem Hintergrund des 16. Jahrhunderts. Leider konnte das Buch meine Erwartungen nicht erfüllen.

    Es beginnt mit einem spannenden und eindringlichen Rückblick in die Kindheit der Loytz-Brüder. Hier schon haben mir die historischen Details gefallen und auch der Einblick in die Familiendynamik war gelungen. Nach dem Rückblick geht die Geschichte dann erst mal recht geruhsam los, hier begegnen uns die Loytz-Brüder als erwachsene Männer. So richtig lernen wir sie leider im Laufe des Buches nicht kennen, die Charakterentwicklung ging mir allgemein nicht tief genug. Während uns der mittlere Bruder Stephan allmählich vertrauter wird, bleibt der jüngste Bruder eine Randerscheinung, kommt über weite Strecken gar nicht vor, so daß es etwas seltsam anmutet, als er im letzten Teil des Buches plötzlich eine größere Rolle einnimmt. Der älteste Bruder bietet in seiner verstörenden Art viel Potential, welches aber nicht ausgeschöpft wird, so daß spätere Entwicklungen befremdlich wirken. Die Großmutter wird zwar ständig erwähnt, bleibt aber nahezu eigenschaftslos. Vielleicht ist diese nicht so sorgfältige Charakterzeichnung mit ein Grund, daß Handlungen und Entscheidungen der Charaktere häufig nicht ganz nachvollziehbar sind, auch wenn sie uns gerne weitschweifig erklärt werden.

    Das erste Drittel des Buches ist fast episodisch, gerade am Anfang wechseln Schauplätze und Perspektiven so oft, daß ich keinen richtigen Bezug zu der Geschichte aufbauen konnte. Der Mittelteil ist dann fokussierter und widmet sich auch dem Kernthema mehr. Hier habe ich gebannt und mit Freude gelesen. Dann dreht der Autor plötzlich auf und das so plötzlich und extrem, daß es mir zu viel war. Die Geschichte wurde mit einem Mal viel zu übertrieben und ab da verlor ich die Leselust, so daß mir der Ausgang schließlich egal war. Insofern konnte die Geschichte mich ebenfalls nicht überzeugen. Am besten war sie, wenn sie sich auf die alltäglichen Gegebenheiten des Handelslebens und die Familiendynamik konzentrierte.

    Der Schreibstil ist leicht zu lesen. Ein wenig amüsiert hat mich die Tendenz, viele neue Abschnitte erst mal mit einem Wetterbericht zu beginnen. Absolut lobenswert ist die historische Recherche – hier habe ich eine ganze Menge gelernt und meistens war das Wissen gut eingearbeitet. Leider erstreckte sich das nicht auf die Dialoge. Nun müssen diese nicht künstlich auf altertümlich getrimmt sein, das wirkt oft eher lächerlich. Aber ein wenig Gefühl für die Zeit sollten sie schon vermitteln und moderne Ausdrücke wie „das kann er vergessen“ o.ä. sind in einem im 16. Jahrhundert spielenden Buch fehl am Platz. Die Dialoge haben mich meistens ziemlich aus der Epoche rausgerissen, was gerade angesichts der sorgfältigen historischen Hintergrundinformationen schade ist. Ebenfalls gestört haben mich die häufigen Wiederholungen und Erklärungen des Offensichtlichen.

    So widmet sich „Das Handelshaus“ einem interessanten Thema, welches uns sorgfältig recherchiert geschildert wird und zu dem der Autor sich viel hat einfallen lassen – vielleicht etwas zu viel. Leider wurde es für meinen Geschmack aber nicht überzeugend präsentiert.

  19. Cover des Buches Der Architekt des Sultans (ISBN: 9783036959467)
    Elif Shafak

    Der Architekt des Sultans

     (74)
    Aktuelle Rezension von: Moni2506

    Elif Shafak erzählt in „The Architect‘ Apprentice“ vom Leben Jahans, der im 16. Jahrhundert zusammen mit einem weißen Elefanten nach Istanbul kam und Lehrling Sinans wurde, der als berühmtester Architekt des osmanischen Reiches in die Geschichte einging. Erschienen ist der Roman bei penguin im November 2014. Das Buch ist auf Deutsch unter dem Titel „Der Architekt des Sultans“ erhältlich. 


    Istanbul im 16. Jahrhundert: Jahan erreicht als 12jähriger Junge Istanbul an Bord eines Schiffes zusammen mit einem weißen Elefanten, der ein Geschenk für den Sultan ist. Während eines Feldzuges des Sultans trifft er auf den Architekten Sinan, der ihn fortan unter seine Fittiche nimmt. Auch Chota, der weiße Elefant, ist auf den künftigen Baustellen gerne gesehen und so bauen sie gemeinsam Moscheen, Aquädukte, Paläste und Mausoleen, die viele Jahrhunderte überdauern sollen. Doch nicht alles läuft so gut wie es den äußeren Anschein hat. Jahan muss lernen mit den Unwägbarkeiten des Lebens zurechtzukommen und nicht jeder ist ihm auf seinem Weg wohlgesonnen. 


    2019 auf der Buchmesse hatte ich mir vorgenommen ein Buch von Elif Shafak zu lesen und nun habe ich dieses Vorhaben endlich umgesetzt. Während der Literaturgala hat sie mich sehr beeindruckt und auch die kurze Lesung aus einem anderen Buch hatte mir sehr gefallen. Meine Wahl ist auf Grund der Zeit, in der es spielt, auf „The Architect’s Apprentice“ gefallen. 

    Der Schreibstil zieht einen sofort in seinen Bann. Ich konnte mir Istanbul und seine Bauten sowie die Leute, die in dieser Stadt leben, sehr gut vorstellen. Mit dem Englisch im Buch kam ich gut zurecht. Ich habe aber auch neue Worte gelernt, für die ich bisher andere englische Begriffe im Kopf hatte. 

    Der Erzählstil hat mir gut gefallen. Die Geschichte wird chronologisch erzählt, aber es gibt auch jederzeit etwas fürs Leben zu lernen. Jahan kommt mit 12 nach Istanbul und die Geschichte endet am Ende seines Lebens mit fast 100 Jahren. Wir wachsen mit Jahan mit, mit seinen Erfahrungen, seinen Erfolgen, seinen Rückschlägen. Welchen Menschen kann er trauen und wem nicht. Ich habe Jahans Weg gerne verfolgt und mochte seine Freundschaft mit dem weißen Elefanten sehr. Es ist aber nichts, wo man total mitfiebert. Man verfolgt das Geschehen, genießt die tolle Sprache Elif Shafaks und versucht seine eigenen Schlüsse aus den Ereignissen zu ziehen. Ich glaube, jeder, der das Buch liest, wird etwas ganz eigenes für sich mitnehmen, je nachdem welchen Erfahrungshorizont diese Person besitzt. 

    Chota, den weißen Elefanten, mochte ich sehr gern. In jedem Teil der Geschichte hat er eine wichtige Rolle gespielt, war dabei aber nie Mittelpunkt der Geschichte. Er hat Krieg gesehen, auf Baustellen gearbeitet, Geheimnisse beobachtet, wurde von Jahan umsorgt und war ihm in allen Lebenslagen eine wichtige Stütze. Lediglich eine Sache fand ich sehr schade. Oft wurde Chota als Biest bezeichnet, selbst von Jahan, was ich sehr respektlos empfand. Es mag zu der Zeit so gewesen sein, dass man Elefanten oder große Tiere allgemein so bezeichnet hat und 1-2 mal im Buch hätte mich das in bestimmten Situationen auch nicht gestört. Meiner Meinung kam das zu häufig vor und hätte so manches Mal auch anders gelöst werden können. 

    In die Geschichte rund um Jahan und Chota ist die Stadt Istanbul und das Leben in dieser Stadt im 16. Jahrhundert eingewoben. Wir erfahren etwas über die Sultane jener Zeit und deren Kriege. Wir erleben, was es bedeutet, in einer Stadt zu wohnen, in der die unterschiedlichsten Menschen zusammen kommen und in der verschiedene Religionen ihren Platz finden müssen und dann ist da noch die Geschichte Sinans, des berühmtesten Architekten des osmanischen Reiches. Wir lernen etwas über seine Bauten, mit welchen Hindernissen er umgehen musste und wie lange er gelebt hat. Es ist viel Wissen in das Buch eingeflossen, dennoch werden nur selten Jahreszahlen genannt. Das hat mir gezeigt, dass man zwar viel Wissen für sich mitnehmen kann, es aber nicht so darauf ankommt, wann etwas genau stattgefunden hat. Dies wird im Nachwort so auch bestätigt. 

    Die Kultur des osmanischen Reiches wurde in diesem Buch zum Leben erweckt mit all seinen Facetten. Dazu gehören Bräuche und Verhaltensweisen, die einem eher fremd sind, aber man erkennt auch einiges wieder, was man in historischen Romanen liest, bei denen die Personen im Buch überwiegend christlich sind. So kommt in kleineren Abschnitten des Buches Antisemitismus und Hass gegenüber Roma zur Sprache, insbesondere in Situationen, wo ein Schuldiger für bestimmte Ereignisse gefunden werden muss. Es gibt aber auch Personen im Buch, die die unterschiedlichsten Menschen zusammenbringen und gerade denen helfen, die es am schwersten im Leben haben. An mancher Stelle wirkte mir einiges ein wenig zu konstruiert und mit zu viel Glück im Spiel, insgesamt wurde ich von der Geschichte gut unterhalten. 

    Viel Zusatzmaterial gibt es nicht. So werden einige arabische Begriffe eingebracht, die über Fußnoten erklärt werden und zum Schluss gibt es noch ein kurzes Nachwort sowie eine Danksagung. Ein Personenverzeichnis sucht man hingegen vergeblich, was einem verraten könnte, welche Personen historisch verbürgt sind und welche nicht. Ein wenig wird das im Nachwort aufgenommen und ich denke, dass man in der Geschichte auch gut erkennt, wen es wirklich gab und wen nicht. 


    Fazit: Eine Geschichte, die mich gut unterhalten und zum Nachdenken angeregt hat. Ich habe die Geschichte Jahan uns Chotas gerne verfolgt und mochte es sehr Gast im Istanbul des 16. Jahrhunderts zu sein. Empfehlenswert für Personen, die sich für Istanbul und seine Historie interessieren und es mögen, wenn Geschichten gleichmäßig dahinfließen und ein paar Weisheiten fürs Leben bereithalten.

  20. Cover des Buches Der Palast der Borgia (ISBN: 9783458360988)
    Sarah Dunant

    Der Palast der Borgia

     (83)
    Aktuelle Rezension von: BlondAngel
    ~+~ Inhalt ~+~

    Rom, im August 1492. Schon am frühen Morgen ächzt die Stadt unter der Gluthitze des Sommers. Der Lärm in der engen Gasse lässt Lucrezia aus dem Schlaf fahren. Kann es wahr sein, was der Bote schreit? Ihr Vater, Rodrigo Borgia, der neue Papst? Die Nachricht stellt Lucrezias Leben und das ihrer drei Brüder auf den Kopf: Plötzlich sind sie die mächtigste Familie der Stadt, und das zwölfjährige Mädchen muss in Windeseile erwachsen werden. Denn ihr ehrgeiziger Vater weiß nur zu genau, dass die Hand seiner Tochter mehr wert ist als alle italienischen Ländereien zusammen, und dann ist da noch ihr Bruder Cesare, der seine schöne Schwester mehr liebt als erlaubt …
    Mit Meisterhand öffnet Sarah Dunant die kupferbeschlagenen Türen des Palastes der Borgia, schlägt die schweren Brokatvorhänge beiseite und zeichnet den Aufstieg einer Familie in einer schillernd-verhängnisvollen Welt, in der es nur um eines geht: der Leidenschaft zu frönen und die Macht zu bewahren.

    (Quelle: amazon.de)

    ~+~ Mein Urteil ~+~

    Die Geschichte der Borgia gehört nun mal zu Italien. Italien, ein Land, welches mich sehr interessiert.
    In diesem Buch geht es um die Borgia, um ihre Machenschaften, Intrigen und ihre Macht.
    Die Autorin versteht es, geschichtliche Fakten in ihrer Geschichte perfekt einfließen zu lassen.
    Durch die vielen Details, egal ob frei erfunden, wahr oder spielerich ausgeschmückt, wird das Buch zu einem Lesevergnügen.

  21. Cover des Buches Die Burg der Könige (ISBN: 9783548286808)
    Oliver Pötzsch

    Die Burg der Könige

     (113)
    Aktuelle Rezension von: Thommy28

    Einen ersten Eindruck vom Geschehen kann sich der interessierte Leser hier auf der Buchseite verschaffen. Ich ergänze lediglich meine persönliche Meinung:

    Mit der Überschrift ist bereits einer der wichtigsten Punkte angesprochen: Die - überwiegend - gelungene Mischung aus historischen Fakten und Ereignissen kombiniert mit einer - sehr deutlich stärker ausgeprägten - fiktiven Handlung. Gleiches gilt auch für die handelnden Figuren. 

    Die Handlung ist spannend, allerdings ist der Spannungsbogen keineswegs durchgängig. Vielmehr sind in dem Buch doch eine Menge Längen zu bemerken, die das Lesevergnügen stellenweise recht einschränken.  Zwar gibt es einerseits eine grosse Anzahl von überraschenden Momenten, andererseits ist vieles auch sehr vorhersehbar. Auch eine ganze Reihe von Ausflügen des Autors in das Reich des "Übersinnlichen" waren sicher für den Fortgang der Geschichte - so wie er sie sich vorgestellt hat - unausweichlich, haben mir aber weniger gefallen. Die Protagonisten sind zwar ganz gut gezeichnet, bleiben aber doch flach und ohne Tiefe. Das hat mich ein wenig enttäuscht. So richtig "warm" werden konnte ich mit keiner der Figuren.

    Überhaupt fehlt dem Buch für meinen Geschmack der "letzte, entscheidende Kick" der aus einem sehr guten Buch ein Meisterwerk machen würde. Aber ein gutes, zufrieden stellendes Leseerlebnis war es allemal....!

  22. Cover des Buches Ein tödlicher Schatz (ISBN: 9783940258380)
    Rebecca Michéle

    Ein tödlicher Schatz

     (30)
    Aktuelle Rezension von: Bokmask
    Der vierte Fall für Mabel und Victor war für mich wie nach Hause kommen.
    Die rüstige Rentnerin und ihr Freund der Tierarzt Victor rutschen mal wieder in einen Fall hinein, dem sie nicht der Ortsansässigen Polizei überlassen wollen. Denn Abigail, die Cousine von Mabel, ist darin involviert. Der Kommissar hatte sich sosehr darin versteift das Abigail und niemand anderes Schuld in sich trägt. Auch als eine zweite Leiche gefunden wird rückt der Kommissar von seiner Theorie nicht ab.

    Gekonnt schreibt Rebecca Michéle auch den vierten Teil dieser Serie in mein Herz. Die Landschaft, die Leute, ob schrullig oder knuddelig. Alle haben ein sehr schön zu lesenden Charakter. Mir persönlich liegt dieser Schreibstil sehr und ich freue mich auf weitere Fälle der beiden.

    Die Spannung kam auch hier wieder nicht zu kurz. Die geschichtlichen Begebenheiten in dieser Story waren sehr interessant.
    Für mich ein rundum gelungenes Buch, welches ich nur schwer zur Seite legen könnte.
  23. Cover des Buches Die Eroberung Amerikas (ISBN: 9783552072275)
    Franzobel

    Die Eroberung Amerikas

     (25)
    Aktuelle Rezension von: ysmn

    Ferdinand Desoto hält sich für den bedeutendsten Eroberer aller Zeiten. Zusammen mit einer Gruppe von skurrilen, heimatlosen und kleinkriminellen Männern macht er sich im 16. Jahrhundert auf den Weg, um Florida zu erobern, den „schlimmsten Ort der Welt“, denn „die Indianer dort sind Menschenfresser, die Sonne und Mond anbeten und von unserem geliebten Jesus Christus noch nie etwas gehört haben“. Im Namen dieses geliebten Propheten und des Königs hinterlassen sie eine Spur der Verwüstung in Form von Folter, Mord und Krankheiten. Gold und Schätze, die sie sich so erhofft hatten, finden sie nicht und versinken stattdessen immer tiefer in den Sumpflandschaften Floridas. 


    Franzobel erzählt auf geistreiche und vor politischen Kommentaren strotzenden Art von der Eroberung des amerikanischen Kontinents. Er beschönigt nicht, idealisiert nicht und zeigt stattdessen, wie zutiefst unmenschlich es war, das Erobern, Ausbeuten und Töten. 

     

    Doch so interessant das Thema der erfolglosesten spanischen Expedition an sich auch sein mag, leider konnte es mich in dieser Umsetzung nicht immer restlos begeistern. In der zweiten Hälfte des Romans habe ich manche Szenen und Ausführungen als zu lang empfunden. Und obwohl Franzobel selbst in der Danksagung schreibt, dass sein Lektor mehrere hundert Seiten aus dem Manuskript gekürzt hat, glaube ich, dass dem Roman weitere Kürzungen durchaus gut getan hätten. Um fair zu bleiben, muss man auch sagen, dass dieses Sich-Hinziehen der Erzählung im zweiten Teil des Romans die qualvoll lange und nicht enden wollende Expedition widerspiegelt. Bloß trägt das leider nicht dazu bei, dass man mit mehr Elan liest. 


    Um vom Negativen aber abschließend wieder zum Überzeugenden zu kommen, muss Eines betont werden: Wie Franzobel konstruiert, Fäden zusammenlaufen lässt, zwischen Figuren, Zeiten und Orten wechselt, wie er die Erzählstimme einsetzt, Kritik, Urteile und Kommentare auf die Gegenwart einbaut, all das ist gekonnt und macht Spaß zu lesen.


    „Die Entdeckung Amerikas“ ist deshalb ein historischer Roman mit Pepp, der durch seine Scharfzüngigkeit besticht, zumindest immer dann, wenn er sich nicht in Längen verliert.

  24. Cover des Buches Luther und der Pesttote (ISBN: 9783746631899)
    Birgit Jasmund

    Luther und der Pesttote

     (23)
    Aktuelle Rezension von: BettinaLausen

    In Wittenberg bricht 1517 die Pest aus. Almuths Verlobter Tamme soll auch unter den Opfern sein, so behauptet es sein Stiefvater. Doch Almuth glaubt nicht daran. Sie versucht der Wahrheit auf den Grund zu gehen und bekommt dabei Unterstützung von Martin Luther. Dieser Kriminalfall ist einem echten Fall der damaligen Zeit nachempfunden und es tauchen viele historische Persönlichkeiten auf.

     

    In einem anderen Handlungsstrang wird die Geschichte Tetzels und Martin Luthers geschildert. Die Autorin hat eine tolle Idee gehabt, wie die Thesen Luthers an die Schlosskirche zu Wittenberg gekommen sind und nutzt hier die Forschungslücke geschickt aus.

     

    Insgesamt ist es spannender, mitreißender und solide recherchierte Roman. Es gibt jedoch kleine Ungereimtheiten, was Luther angeht. In dem Roman betet Luther für Verstorbene, was ein katholischer Brauch ist. Seine Thesen sprechen eine andere Sprache, nämlich von persönlicher Buße. Zudem denkt Luther an einer Stelle, dass Seelen auf ewig im Fegefeuer lodern. Laut der damaligen Vorstellung war es jedoch nur ein zeitweiliger Läuterungsort.

     

    Zudem gibt es einige Perspektivbrüche. Perspektivwechsel innerhalb von Szenen ohne Absatz, oder der plötzliche Einsatz eines allwissenden Erzählers, der sonst nicht auftaucht.

     

    Trotz dieser kleinen Ungereimtheiten, ein spannender Roman, den ich gerne gelesen habe.

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