Bücher mit dem Tag "19. jahrhundert"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "19. jahrhundert" gekennzeichnet haben.

923 Bücher

  1. Cover des Buches Stolz und Vorurteil (ISBN: 9783150207680)
    Jane Austen

    Stolz und Vorurteil

    (4.067)
    Aktuelle Rezension von: Schnudl

    Elizabeth Bennett und ihre vier Schwestern sollen standesgemäß unter die Haube gebracht werden. Der attraktive und vermögende Mr. Darcy scheint der perfekte Schwiegersohn und Ehemann zu sein. Doch in einer Gesellschaft, in der sich der Heiratsmarkt weniger nach Gefühlen und mehr nach Stand und Vermögen richtet, wird die Liebe auf eine harte Probe gestellt …

    Ich habe das Buch schon einmal in jüngeren Jahren angefangen zu lesen und habe es dann nach einer Weile abgebrochen, da ich mich mit dem Schreibstil doch eher schwierig getan habe. Mit der neuen Jubiläumsedition, die ich wunderschön finde, wollte ich dem Klassiker nochmal eine Chance geben. 

    Ich kam viel besser rein als damals und die Geschichte gab mir ein bisschen Bridgerton Flair, sodass ich mich rund um wohl fühlte.

    Es ist eine der größten und großartigsten Liebesgeschichten, die man auch heute noch lesen kann und die auch immer noch geliebt wird. Sie gehört nicht umsonst zu den größten Klassikern unserer Geschichte. 

    Auch diese rund um gelungene Schmuckausgabe vom Coppenrath Verlag hat mein Herz wieder zum Schmelzen gebracht. Ich liebe einfach die Schmuckausgaben, die liebevollen Details und die wunderschönen Illustrationen. 

    Eine starke Protagonistin unsere Elizabeth Bennet, die sich in der damaligen Zeit stark behauptet hat und ihren eigenen Kopf durchgesetzt hat, auch wenn es nicht immer Anklang fand. Daher ist und bleibt sie auch heute noch ein starkes Vorbild für viele Frauen. 

    Ich kann es empfehlen und es wird nicht das Letzte Buch der berühmten Autorin sein.

  2. Cover des Buches Anna Karenina (ISBN: 9783730609828)
    Leo Tolstoi

    Anna Karenina

    (1.103)
    Aktuelle Rezension von: Malte_Hermann

    Wenn ich Leo Tolstois „Anna Karenina“ lese, spüre ich von der ersten Bahnhofsszene an ein leises Grollen unter den Füßen: metallisches Zischen, neugierige Blicke, ein Vorzeichen von Unheil. Anna tritt für mich wie ein warmer Lichtkegel in eine kalte Gesellschaft; ihr Blick auf Wronskij entzündet eine Liebe, die zugleich Befreiung und Sturz bedeutet. Ich folge ihr durch Salons, Waggons und Gerüchte, durch die starre Höflichkeit von Petersburg und die klatschenden Kreise Moskaus. Ihr Ehemann Karenin wirkt korrekt wie ein Protokoll: Er schützt die Form und übersieht den Menschen. Ich schäme mich stellenweise über eine Welt, die Skandal wittert, aber Mitgefühl spart. (Mehr zu Anna Karenina: https://love-books-review.com/de/anna-karenina-von-leo-tolstoi/ )

    Parallel gehe ich mit Lewin über Felder. In Gesprächen mit Bauern, in Mühen und Zweifeln sucht er Sinn, Gott und Arbeit zu verbinden. Zwischen abgewiesenem Antrag, Rückzug und Rückkehr wächst in mir Ruhe: In Kittys Blick und der Geburt des Kindes erkennt Lewin eine demütige, leise Wahrheit. Diese zweite Geschichte erdet die erste; sie zeigt mir, dass Glück nicht flackert wie Feuerwerk, sondern glüht wie eine kleine Flamme, die man gegen Wind schützt.

    Je weiter ich lese, desto enger wird Annas Raum. Eifersucht, Schlaflosigkeit, Morphium und die Unmöglichkeit einer ehrlichen Zugehörigkeit lassen ihre Sprache spröde werden. Am Ende schneiden die Zugräder durch meine Gedanken: ein Entschluss, grausam klar. Ich bleibe erschüttert und zugleich dankbar, weil Tolstoi mir beides schenkt – das Porträt einer Gesellschaft, die Menschen zu Rollen verengt, und die Ahnung, dass Sinn im einfachen Guten liegt. Anna bleibt ein brennender Schatten; Lewin, ein stilles Versprechen von Alltag und Gnade.

  3. Cover des Buches Biblioteca Obscura: Das Bildnis des Dorian Gray (ISBN: 9783845854403)
    Oscar Wilde

    Biblioteca Obscura: Das Bildnis des Dorian Gray

    (2.021)
    Aktuelle Rezension von: Frieke

    Oscar Wildes Roman ist ein glänzendes Spiel mit Schönheit, Moral und Verführung. Die Geschichte des jungen Dorian, dessen Portrait an seiner Stelle altert und seine Sünden sichtbar trägt, entfaltet eine düstere Faszination.

    Wilde verbindet elegante Sprache mit scharfem Witz und zeichnet eine Gesellschaft, die äußere Perfektion über innere Schönheit stellt. Besonders eindrucksvoll ist die Dynamik zwischen Dorian, dem zynischen Lord Henry und dem idealistischen Künstler Basil.

    Der Roman wirkt wie ein ästhetisches Märchen, das langsam in eine moralische Tragödie kippt. Er bleibt zeitlos, weil er die Frage stellt, was passiert, wenn Genuss, Narzissmus und Verantwortungslosigkeit die Oberhand gewinnen. 

    Ein kurzer, aber intensiver Klassiker, der sowohl sprachlich als auch thematisch nachhallt. 

  4. Cover des Buches Krieg und Frieden (Leo Tolstoi) (ISBN: B0CH3HX6TW)
    Leo Tolstoi

    Krieg und Frieden (Leo Tolstoi)

    (515)
    Aktuelle Rezension von: Itsnotabout_Happyendings

    Tolstois "Krieg und Frieden" ist ein zeitloses Meisterwerk, das die Schicksale russischer Adelsfamilien während der napoleonischen Kriege verfolgt, insbesondere die Entwicklungen von Pierre Besuchow, Andrej Bolkonski und Natascha Rostowa. Der Roman verbindet persönliche Geschichten mit historischen Ereignissen und zeigt die psychologische Tiefe der Charaktere. Besonders eindrucksvoll sind Pierres und Nataschas Wandlungen. Tolstois schonungslose Darstellung des Krieges, insbesondere der Schlacht von Borodino, entlarvt heroische Mythen und thematisiert die Sinnlosigkeit des Krieges sowie die Rolle des Individuums in der Geschichte.

    Die Detailtreue des russischen Gesellschaftslebens im 19. Jahrhundert ist bemerkenswert, auch wenn die Vielzahl an russischen Namen und die Länge des Romans eine Herausforderung darstellen können.

    Empfohlen für:

    • Liebhaber komplexer Literatur
    • Geschichtsinteressierte
    • Leser philosophischer Themen
    • Fans tiefgehender Charakterentwicklung

    Weniger geeignet für:

    • Leser, die schnelle Unterhaltung suchen
    • Personen, die lange philosophische Passagen vermeiden
    • Leser, die Schwierigkeiten mit vielen Charakteren und Handlungssträngen haben

    Ein hilfreicher Tipp für das Lesen ist, eine Liste der Hauptcharaktere und deren Beziehungen zu erstellen.


  5. Cover des Buches Die Vermessung der Welt (ISBN: 9783499013225)
    Daniel Kehlmann

    Die Vermessung der Welt

    (3.454)
    Aktuelle Rezension von: Jossele

    Der sehr erfolgreiche Roman von Daniel Kehlmann über die Lebensgeschichten des Mathematikers Carl Friedrich Gaus und des Naturforschers Alexander von Humboldt erschien 2005. Es handelt sich offensichtlich um eine Mischung zwischen historisch realer und fiktiver Handlung. Im ersten Kapitel erhält Gauß eine Einladung von Humboldt nach Berlin und macht sich auf die Reise. In den folgenden Kapiteln wird die teils fiktive Lebensgeschichte der beiden Wissenschaftler abwechselnd und episodenweise erzählt. Manches bleibt dabei ungeklärt, z.B. wie Humboldt und sein Begleiter sich von der Insel im Orinoko retten können, nachdem ihr Boot abgetrieben ist. Das wirkt unvollständig und ein wenig beliebig.

    Die Erzählweise ist durchweg ironisch und teilweise schwarzhumorig, die beiden Wissenschaftler erscheinen geradezu kindlich bzw. kindisch in ihrem Streben nach Erkenntnis. Das ist zwar ganz lustig, mehr aber auch nicht. Es wird den beiden Hochkarätern in jedem Fall aus meiner Sicht nicht wirklich gerecht.

    Dem Buch fehlt aus meiner Sicht auch ein roter Faden respektive ein innerer Zusammenhang. Zwar sind die Kapitel teilweise chronologisch erzählt, aber dazwischen befinden sich mitunter große Zeitsprünge, so dass die Kapitel einzeln für sich allein stehen, mit nur marginalem Bezug zueinander. Aus meiner Sicht wirkt das eher wie ein Manuskript oder ein Entwurf, der noch an einigen Stellen der Ergänzung bedarf, denn wie ein fertiges Buch.

    Insgesamt bin ich von dem Buch daher eher enttäuscht als angetan, was vielleicht auch an den übergroßen Erwartungen liegen kann, die ich nach all den zahlreichen Lobpreisungen der Literaturwelt daran hatte. Zwei Sterne.

  6. Cover des Buches Clockwork Angel (ISBN: 9783442493227)
    Cassandra Clare

    Clockwork Angel

    (2.087)
    Aktuelle Rezension von: tines_bookworld

    "One must always be careful of books," said Tessa, "and what is inside them, for words have the power to change us."

    Mit dem Auftaktband der "Infernal Devices"-Reihe wenden wir uns nun Tessa, Jem und Will zu, die wir in dieser Kombi bereits in den "Legenden der Schattenjäger-Akademie"-Reihe kennengelernt haben. Hier geht es nun um die Anfänge ihrer Beziehung und das Kennenlernen der eigenen Persönlichkeit. Die Geschichte spielt in London des 19. Jahrhunderts, Sprachstil und Gepflogenheiten (Können Frauen überhaupt Schattenjäger sein und Hosen tragen?) sind entsprechend angepasst. Das hat der Geschichte einen ganz neuen Touch in der bereits gewohnten Handlungslinie verpasst. Auch Charaktere wie Magnus und Camille sind wieder kurz am Start.

    Der erste Band der Trilogie ist leicht als solcher zu erkennen. Viele Handlungsstränge sind erst in der Anfangsphase, es bleiben viele Fragen offen, und die Suche nach dem Magister hat gerade erst begonnen. Die Spannung leidet darunter etwas. Zwar hat das Buch auch ein Finale und gerade die letzten Hundert Seiten haben ordentlich angezogen, nichtsdestotrotz passiert nicht wirklich viel. Vielmehr geht es um den Charakteraufbau der drei Protagonist*innen sowie die frühere Politik zwischen Schattenjägern und Unterweltlern. Wenn man die "aktuelle Situation" aus der Hauptreihe rund um den Kalten Frieden kennt, kann man die damalige fast als Freundschaft bezeichnen.

    Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und sehr bildlich, so dass ich trotz der eher gemächlichen Handlung förmlich durch die Seiten geflogen bin. Mit Will als Charakter bin ich bisher noch nicht ganz warm geworden, er ist sehr arrogant, überheblich und trieft nur so vor Sarkasmus. Erinnert das nicht an einen anderen Charakter? Ich kann verstehen, dass Clare den Herondale-Männern ähnliche Charakterzüge verpassen wollte, aber bisher ist mit die Ähnlichkeit zu Jace zu groß, zumal Will auch eine geheimnisvolle, aber gleichwohl tragische Familiengeschichte hat. Ich bin gespannt, wann das erste Zusammentreffen zwischen ihm und Magnus erzählt wird, und wie sich Will noch zu dem liebevollen und sympathischen Ehemann von Tessa entwickeln wird, den wir aus den "Legenden der Akademie" kennen.

    "Clockwork Angel" ist ein interessanter Auftakt mit Steampunk-Elementen, der bereits das Potenzial dieser Reihe zeigen kann. Ich vergebe 4/5 Sterne.

  7. Cover des Buches Buddenbrooks (ISBN: 9783596712731)
    Thomas Mann

    Buddenbrooks

    (2.425)
    Aktuelle Rezension von: HarryPlotter

    Die Buddenbrooks ist kein optimistischer Roman. Im Mittelpunkt stehen Johann Buddenbrook und später seine Kinder Thomas und Tony; am Ende bleibt nur noch Hanno. Man erlebt, wie die Familie nicht nur an gesellschaftlichem Ansehen verliert, sondern allmählich zerfällt.

    Schon zu Beginn wird deutlich, dass alles auf einen Niedergang hinausläuft. Während sich gesellschaftliche Verhältnisse und Machtstrukturen verändern, versuchen Thomas und Tony, den Namen und die Würde der Familie zu bewahren – doch die neuen Zeiten sind unerbittlich. Viele Nebenfiguren verstärken dieses Bild einer Welt, die zunehmend überholt wirkt.

    Mir hat das Buch sehr gut gefallen, auch wenn einige Passagen – besonders um Hanno – etwas schwerfällig waren. 

  8. Cover des Buches Die Geschichte der Bienen (ISBN: 9783442717415)
    Maja Lunde

    Die Geschichte der Bienen

    (1.081)
    Aktuelle Rezension von: i1arie

    Ich muss gestehen, dass „Die Geschichte der Bienen“ schon über 4 Jahre bei mir im Schrank lag. Jetzt allerdings habe ich mich bereit für den Roman von Maja Lunde gefühlt.

    In dem Roman geht es vereinfacht gesagt um Bienen. Die Geschichte der Bienen wird von drei Generationen betrachten. Dem 1870er, dem 2007 und der 2098. Konkret der Vergangenheit, der Gegenwart und auch der Zukunft.

    Es geht um die Beginne der Bienen und der Imkerei. Das spielt vorwiegend in der Vergangenheit. Wie die Bienen nützlich sind und wie man als Menschen und Bevölkerung von ihnen profitiere kann.

    Die Gegenwart betrachtet das Absterben der Bienen durch Krankheiten. Diese sind ausgelöst durch den Klimawandel und haben Auswirkungen auf die Welt und Lebensmittel.

    Der letzte Abschnitt ist die Zukunft. Hier sind die Bienen schon gestorben und es gibt keine mehr. Die Gesellschaft muss die Pflanzen händisch bestäuben, um noch den Prozess am Laufen halten zu können.

    Es ist wirklich sehr spannend und zeigt die Tragweite der Bienen und auch die Folgen mit dem Verlust dieser. Wirklich eine sehr wichtige Lektüre, welche gelesen werden sollte.

    Auf dem Cover ist eine kleine süße Biene abgebildet. 

  9. Cover des Buches Dracula (ISBN: 9783755300298)
    Bram Stoker

    Dracula

    (1.173)
    Aktuelle Rezension von: HenriLMatos

    Dracula funktioniert auf einer Metaebene, die über Horror hinausgeht. Der Graf ist eine Metapher für jede externe Kraft, die in ein Bewusstsein eindringt und es langsam überschreibt — die Opfer verlieren nicht ihr Leben, sondern zuerst ihre Identität. Was Stoker beschreibt, ist die Auflösung von Grenzen zwischen Selbst und Anderem, die Infiltration von innen heraus. Als Horrorgeschichte ist das Buch ein Klassiker; als Identitätsstudie ist es unterschätzt.

  10. Cover des Buches Emma (ISBN: 9783150207673)
    Jane Austen

    Emma

    (1.024)
    Aktuelle Rezension von: itwt69

    Mein zweites Buch von Jane Austen kann "Stolz und Vorurteil" bei Weitem nicht das Wasser reichen. Unendliche lange zwei Drittel der Geschichte bestehen aus Langeweile und nichtssagenden Unterhaltungen, wen man mit wem verheiraten könnte und wer gesellschaftlich davon profitiert. Erst als es "Schlag auf Schlag" geht, wird es am Ende dann doch noch interessant. Deswegen gerade einmal 3 Sterne

  11. Cover des Buches Der Nachtzirkus (ISBN: 9783453321601)
    Erin Morgenstern

    Der Nachtzirkus

    (1.078)
    Aktuelle Rezension von: Daniel_Roger

    Der Nachtzirkus hat für mich viele faszinierende Figuren, aber mein Lieblingscharakter ist der Uhrenmacher. Er steht nicht ständig im Mittelpunkt, und genau das macht ihn für mich so besonders. Für mich ist er das Herz der ganzen Geschichte. Man spürt seine Präsenz auch dann, wenn er gerade nicht auf der Seite ist. Seine Arbeit, seine Geduld und seine leise Art geben dem Zirkus etwas Warmes und Menschliches. Und wenn dieses Herz aufhört zu schlagen, merkt man erst, wie sehr alles davon abhängt. Dann braucht es ein neues Herz, damit die Geschichte weiterleben kann. Genau dieser Gedanke hat mich tief berührt.

  12. Cover des Buches Pride and Prejudice (ISBN: 9783458684084)
    Jane Austen

    Pride and Prejudice

    (513)
    Aktuelle Rezension von: springtime

    Ich habe das Buch gern gelesen, auch wenn der Erzählstil etwas gewöhnungsbedürftig war. Manchmal kam mir das Ganze vor als würde ich einen zusammenfassenden Bericht lesen und keinen Roman, weil es mir zeitweise an Beschreibungen und Tiefe fehlte.
    Der Plot war allerdings überzeugend und es ist eine eher ruhigere Liebesgeschichte, die ohne intensive Emotionen und Tragik auskommt.
    Das Buch kann ich allen weiterempfehlen, die nach einer angenehmen Lektüre suchen zum Entspannen und Abschalten.

  13. Cover des Buches Animant Crumbs Staubchronik (ISBN: 9783959913935)
    Lin Rina

    Animant Crumbs Staubchronik

    (1.197)
    Aktuelle Rezension von: Kaci

    Mein erstes Highlight im neuen Jahr! Animant Crumbs Staubchronik ist ein wunderschöner, ruhiger und unglaublich cozy Roman – perfekt für gemütliche Lesestunden mit Tee und Decke. Die Geschichte lebt von ihrer Atmosphäre, von Büchern, Bibliotheken und einer wunderbar eigensinnigen Protagonistin, die man einfach mögen muss.

    Der Slow Burn ist sehr sanft und leise, aber nie langweilig. Auch wenn ich mich auf den ersten rund 100 Seiten öfter gefragt habe, was eigentlich der rote Faden der Geschichte ist, hat mich das Buch trotzdem getragen – durch Animants Gedankenwelt, ihren trockenen Humor und das liebevolle Setting.

    Gegen Ende wird es dann deutlich dramatischer, fast schon überraschend intensiv. Hier ging mir das Finale allerdings etwas zu schnell, vor allem im Vergleich zu den vielen Entwicklungen der letzten Seiten. Trotzdem bleibt ein rundum schönes Leseerlebnis zurück.

    Für mich ein echtes Wohlfühlbuch mit Charme, Herz und literarischer Seele. 4,5 Sterne ⭐⭐⭐⭐✨ – und ich freue mich sehr darauf, mit Animants Welt und Elisa Hemmiltons Kofferkrimi noch länger in dieser Welt zu bleiben.

  14. Cover des Buches Babel (ISBN: 9783847901846)
    Rebecca F. Kuang

    Babel

    (456)
    Aktuelle Rezension von: DHarwardt

    Rebecca Kuang hat hier ein aus meiner Sicht sehr beeindruckendes Buch geschrieben. Die Handlung spielt im phantastisch umgedeuteten akademischen Setting von Oxford, die ProtagonistInnen erleben den akademischen Alltag zwischen Faszination und Frust, Freundschaften und Prüfungsstress in einer magischen Schule. Im Gegensatz zu Hogwarts in Harry Potter ist Babel aber der realen Welt nicht entrückt und in einem seltsamen Paralleluniversum angesiedelt, sondern in jeder Hinsicht mit der realen Welt und ihrer düsteren Geschichte verknüpft. Der Schreibstil ist detailverliebt, intellektuell, symbolisch und ausschmückend und dabei dennoch flüssig, die Liebe zur Sprache im gesamten Buch sichtbar. Ein Buch, dass nicht nur die ProtagonistInnen, sondern auch mich sehr zum Nachdenken gebracht hat mit einer sich fulminant entfaltenden Geschichte. Großartig!

  15. Cover des Buches Jane Eyre (ISBN: 9783966375146)
    Charlotte Brontë

    Jane Eyre

    (1.413)
    Aktuelle Rezension von: calidocreates

    Jane Eyre beeindruckt mit gesellschaftskritischen Botschaften und einer mutigen Protagonistin, die sich gegen die Konventionen ihrer Zeit stellt, konnte mich aber nicht komplett abholen. Dennoch verdient das Werk Anerkennung für seine kritische Auseinandersetzung mit sozialen Ungerechtigkeiten und der Rolle der Frau in einer patriarchalen Gesellschaft. Ein guter Roman, der jedoch nicht zu den persönlichen Favoriten zählt.

  16. Cover des Buches Moby Dick (ISBN: 9783958390430)
    Herman Melville

    Moby Dick

    (543)
    Aktuelle Rezension von: CCC

    Moby Dick ist ein literarischer Gigant – unbestritten ein Klassiker, der in seinem thematischen Kern bis heute Relevanz besitzt. Die Geschichte von Kapitän Ahabs wahnhaftem Rachefeldzug gegen den weißen Wal ist eine tiefgründige Allegorie auf menschliche Besessenheit, Macht und Selbstzerstörung. Gerade dieser Teil – das Psychogramm eines Getriebenen – hat mich fasziniert und gepackt. Hier wird ein innerer Abgrund sichtbar, der auch heute noch in vielen Figuren unserer Welt wiederzuerkennen ist.


    Aber so eindrucksvoll die Erzählung um Ahab und Ishmael auch ist, so sperrig sind weite Teile des Romans. Die detaillierten Abhandlungen über den Walfang, die Biologie der Wale, das Leben auf See und technische Erläuterungen wirken aus heutiger Sicht oft ermüdend. Zwar merkt man Melville seine enorme Bildung und sein literarisches Können an – manches Kapitel liest sich fast wie ein philosophischer Essay –, doch gerade diese Abschweifungen fordern einiges an Geduld. Wer sich darauf einlassen kann oder will, findet in dem Buch eine tiefe, vielschichtige Welt. Wer vor allem an der eigentlichen Handlung interessiert ist, wird jedoch oft ausgebremst.


    Der Sprachstil ist reich, teils poetisch, aber auch altmodisch und komplex – eine Herausforderung, insbesondere in der deutschen Übersetzung. Dennoch: Es lohnt sich, dieses Werk gelesen zu haben. Nicht weil jede Seite begeistert, sondern weil es einen Eindruck hinterlässt. Einen bleibenden.


    Fazit: Ein wichtiges Buch, das nicht leicht zugänglich ist – aber wer durchhält, wird mit einer zeitlosen Erzählung über Obsession, Menschlichkeit und Schicksal belohnt.


  17. Cover des Buches Effi Briest (ISBN: 9783328110729)
    Theodor Fontane

    Effi Briest

    (1.834)
    Aktuelle Rezension von: MC_Nele

    Der Autor schildert das Leben von Effi Briest so eindrucksvoll, dass ich bereits als Jugendliche die Träume, Wünsche und Gefühle von Effi Briest mitempfinden konnte. Gesellschaftliche Zwänge stehen im krassen Gegensatz zu Entfaltung und selbstbestimmtem Leben.

    Auch wenn sich Vieles gravierend verändert hat, ist es noch heute aktuell und ein lesenswerter Klassiker.

  18. Cover des Buches Reise um die Erde in 80 Tagen (ISBN: 9783401068688)
    Jules Verne

    Reise um die Erde in 80 Tagen

    (550)
    Aktuelle Rezension von: meineweltauspapier

    𝐈𝐧 𝟖𝟎 𝐓𝐚𝐠𝐞𝐧 𝐮𝐦 𝐝𝐢𝐞 𝐖𝐞𝐥𝐭 𝐯𝐨𝐧 𝐉𝐮𝐥𝐞𝐬 𝐕𝐞𝐫𝐧𝐞


    Übersetzung: Gisela Geisler | Erschienen am: 27.08.2021 | Verlag: Reclam Verlag | Werbung, selbstgekauft 


    Eben erst hat Jean Passepartout seinen Dienst bei seinem extrentrischen Herrn angetreten, als dieser ihn mit einer waghalsigen Unternehmung überrumpelt.


    Im Reform Club hat Phileas Fogg bei einer leidenschaftlichen Partie Whist gewettet, er könne die Welt in 80 oder weniger Tagen umreisen. Der Wetteinsatz: 20.000 Pfund, das halbe Vermögen von Mister Fogg.


    Und so bricht der englische Gentleman mit seinem französischer Diener und den restlichen 20.000 Pfund im Gepäck von London aus in östliche Richtung auf in ein Rennen gegen die Zeit.


    ▶︎Am Anfang läuft alles noch nach Plan für die zwei Reisegefährten, kein Wunder bei einem Mann wie Fogg, der die Pünktlichkeit liebt. Nach und nach aber stolpern die Zwei von einem Abenteuer in das nächste und werden sogar heimlich von Mister Fix, von der englischen Polizei verfolgt.


    Die Charaktere sind mir während ihrer abenteuerlichen, temporeichen Geschichte ans Herz gewachsen. Wer vor Klassikern nicht zurückschreckt, sollte zupacken.

    Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

  19. Cover des Buches Clockwork Princess (ISBN: 9783442493241)
    Cassandra Clare

    Clockwork Princess

    (1.283)
    Aktuelle Rezension von: tines_bookworld

    „If there is a life after this one,” he said, “let me meet you in it, James Carstairs.” “There will be other lives.” Jem held his hand out, and for a moment, they clasped hands, as they had done during their parabatai ritual, reaching across twin rings of fire to interlace their fingers with each other. “The world is a wheel,” he said. “When we rise or fall, we do it together.”

    Hachja, die „Infernal Devices“-Reihe… Ich muss ehrlich sagen, dafür dass sie so gut bewertet war und das auch steigend mit jedem Band, hatte ich mir ehrlich gesagt mehr erhofft. Band 1 war ein guter Anfang, Band 2 ein langwieriger Filler und Band 3 hat das Ruder jetzt doch noch mal ganz gut rumgerissen.

    “Clockwork Princess“ hat zwar wieder einen recht ermüdenden Einstieg, fängt sich aber nach knapp 100 Seiten verhältnismäßig schnell. Anschließend kommen Spannung und Emotionen echt nicht zu kurz! Sämtliche Nebenhandlungen und rote Fäden kommen in diesem letzten Band endlich zusammen und werden miteinander verwoben, wobei die Auflösungen mal mehr, mal weniger gut gelungen waren. Besonders das Mysterium um Tessas Herkunft war für mich den Hype aus den Vorbänden nicht wert, hier hatte ich etwas Spektakuläreres erwartet. 

    Die Spannung war meiner Meinung nach hier auch so gut gelungen, weil es viel mehr Nebencharaktere gab, die alle etwas zu erzählen und ihre eigene Rolle zu spielen hatten. Gideon, Gabriel, Cecily, Sophie - sie alle waren mehr oder weniger in Band 2 schon vorhanden, aber absolut blass. Hier haben sie der Handlung mehr Tiefe und mehr Fülle gegeben, was im absolut positiven Gegensatz zu Band 2 stand, wo es eigentlich nur um Tessa, Jem und Will ging.

    Die drei Hauptprotas kommen in diesem Finale natürlich auch nicht zu kurz und müssen jede Menge erleiden. Die Emotionen kamen bei mir als Leserin wunderbar an, und gerade der ganze Abschied von Jem und natürlich der Epilog haben mich im positiven Sinne gut mitgenommen. Ich musste zwar (leider) nicht weinen, aber es war trotzdem unendlich traurig und gefühlvoll. Diese Liebe, die die drei verbindet, ist einfach so stark und als Handlungsstrang in Büchern auch verhältnismäßig selten vertreten - kein schnödes Liebesdreieck, in dem sich jemand entscheiden muss, sondern einfach ein Sein dürfen und Lieben dürfen.

    “They say you cannot love two people equally at once,” she said. “And perhaps for others that is so. But you and Will—you are not like two ordinary people, two people who might have been jealous of each other, or who would have imagined my love for one of them diminished by my love of the other. You merged your souls when you were both children. I could not have loved Will so much if I had not loved you as well. And I could not love you as I do if I had not loved Will as I did.”

    Ich muss jedoch echt sagen, dass ich die Liebe von Tessa zu Jem nicht so stark gespürt habe wie die zu Will. Bei jedem Kontakt, Gespräch oder generell jeder Situation mit Jem hat Tessa irgendwie an Will gedacht. Das fand ich nicht fair. Durch Jems Jahre als Stiller Bruder hatte Tessa die Möglichkeit, ihr Leben mit beiden nacheinander zu verbringen, aber hätte sie Jem trotzdem geheiratet und wäre vor allem glücklich mit ihm geworden, wenn er nicht so krank geworden wäre? Jem war irgendwie in jeglicher Hinsicht der Leidtragende und tat mir einfach im Herzen weh.

    Ich empfehle es auch sehr, nach diesem Buch nochmal die Zusammenhänge zu vorherigen Büchern zu lesen, da man auf den Kontext nun einen ganz anderen Blickwinkel hat und die Charaktere viel besser einschätzen kann. Spezifisch meine ich hier das Ende in „City of Heavenly Fire“, wo Tessa und Jem das erste Mal zusammen auftreten und Jem kein Stiller Bruder mehr ist, und das Kapitel „Der Teufel von Whitechapel“ aus „Die Legenden der Schattenjäger-Akademie“, in der Zeit aus Tessas und Wills Ehe mit Kindern, deren Alltag auch von Jem sowie Cecily, Gabriel und Jessamine begleitet wird. Das macht die ganze Story nochmal runder.

    Alles in allem vergebe ich für „Clockwork Princess“ 4,5/5 Sterne.

  20. Cover des Buches Clockwork Prince (ISBN: 9783442493234)
    Cassandra Clare

    Clockwork Prince

    (1.430)
    Aktuelle Rezension von: tines_bookworld

    „I've never minded it," he went on. "Being lost, that is. I had always thought one could not truly be lost if one knew one's own heart. But I fear I may be lost without knowing yours.”

    Vier Monate ist der letzte Band der Reihe nun für mich her und dank Clares Schreibstil, beiläufig vergangene Ereignisse zu wiederholen, bin ich auch gut wieder in die Geschichte eingetaucht. Das war es dann aber leider auch schon und das ist auch mein allergrößter Kritikpunkt an diesem zweiten Band: An Handlung passiert eigentlich gar nichts. Die ersten 300 Seiten plätschern nur so vor sich hin, ehe es einen winzigen Schritt vorangeht und dann auch wieder auf der Stelle trampelt. Das hat mich wirklich überrascht, denn die „Infernal Devices“-Reihe ist sehr gut bewertet und das tatsächlich auch von Buch zu Buch besser. „Clockwork Prince“ jedoch fand ich leider am langweiligsten vom bisherigen Shadowhunter-Universum.

    Ich verstehe, dass der Fokus hier wesentlich auf dem Liebesdreieck zwischen Will, Jem und Tessa liegt und somit auch auf dem character development, doch etwas Handlung und Spannung müsste doch drin sein! Bei der Suche nach Mortmain geht es eigentlich keinen Schritt weiter, Tessas wahre Identität ist immer noch ein Rätsel. Immerhin erfahren wir, warum Will immer so gehässig ist/war und die Nate-Storyline wird auch abgeschlossen. Das war es im Grunde schon.

    Das genannte Liebesdreieck ist leider auch nicht zu hundert Prozent mein Geschmack. Mir gefällt die Dynamik zwischen den dreien eigentlich sehr und auch die Kurzgeschichte aus „Legenden der Schattenjägerakademie“, die in der Zukunft spielt, war sehr emotional. Nachdem sich Tessa hier am Ende aber nun für Jem entscheidet und Will ihr dann vom Fluch erzählt, wird sehr deutlich, dass Jem nur ein Lückenfüller war, und das finde ich einfach nicht fair ihm gegenüber. Dass das trotzdem als Liebe dargestellt wird, Tessa aber nun immer nur Gedanken für Will hat, schmerzt mich einfach. Das verleiht dem Ganzen, dass Tessa und Jem ja viel später nach Wills Tod auch noch heiraten, irgendwie einen faden Beigeschmack. Ich bin sehr gespannt, wie sich das noch entwickelt, auch wenn ich das Ende ja kenne.

    “Clockwork Prince“ war für mich leider ein typisches Fillerbuch, mit dessen Weiterlesen ich mich aufgrund starker Langeweile sehr schwer getan habe. Ich vergebe 3/5 Sterne und hoffe, dass der Abschlussband wieder besser wird.

  21. Cover des Buches Little Women (ISBN: 9783988287519)
    Louisa May Alcott

    Little Women

    (181)
    Aktuelle Rezension von: xx_yy

    Inhalt
    Das Buch erzählt die Geschichte der vier March-Schwestern, die in den 1860er Jahren in Amerika aufwachsen. Ihr Vater ist im Bürgerkrieg und so wohnen sie alleine mit ihrer Mutter in eher ärmlichen Verhältnissen und unterstützen ihre Mutter, wo sie nur können. Und dennoch fehlt es den Mädchen an nichts, haben sie doch so viel Liebe füreinander. Die Mädchen haben alle eigene Interessen und Stärken und genauso haben sie auch alle eine ganz eigene Vorstellung für ihr zukünftiges Leben.
    Man erfährt, wie die vier Mädchen langsam zu erwachsenen Frauen werden und versuchen, ihren eigenen Platz in der Welt zu finden.

    Meinung
    Louisa May Alcott schreibt über vier völlig normale Mädchen und verarbeitet in dem Werk ihr eigenes Leben. Es passiert nichts Außergewöhnliches, was das Buch so toll macht. Die Charaktere sind alle so unfassbar greifbar und liebenswürdig. Alles, was in dem Buch geschieht, ist nachvollziehbar und schlüssig.
    Das Buch lässt den/die LeserIn mit einem warmen Gefühl im Bauch zurück.
    Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen, vor allem wenn sie in manchen Szenen den/die LeserIn direkt angesprochen hat. Jedoch gab es vereinzelte Kapitel, in denen absolut nichts passiert ist und die sich unfassbar in die Länge gezogen haben.

  22. Cover des Buches Oliver Twist (ISBN: 9783690430074)
    Charles Dickens

    Oliver Twist

    (740)
    Aktuelle Rezension von: Pegasus1989

    Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen. Oliver musste sehr viele unschöne Dinge durchmachen, die den Leser mitfiebern und mitleiden lassen. Gut aufgebaute Spannungsbögen und ein sehr angenehmer Schreibstil kommen oben drauf. Hinzu kommt, dass ich den Krimi in diesem Klassiker sehr schätze, aber auch, dass gezeigt wird, dass früher alles vom Ablauf her anders war, als es heute der Fall ist. Am besten finde ich jedoch, dass nicht nur nach Olivers Vergangenheit gesucht wird, sondern dass Oliver als Charakter sehr bodenständig und höflich rüber kommt und die Grundwerte, wie sich zu bedanken, jemanden begrüßen etc. nicht unter gehen. Ein Buch, das ich sehr gerne nochmal lesen möchte und das ich hier auch sehr gerne weiterempfehle.

  23. Cover des Buches Gustave Flaubert, Madame Bovary (ISBN: 9783730612842)
    Gustave Flaubert

    Gustave Flaubert, Madame Bovary

    (633)
    Aktuelle Rezension von: JohnSmith

    Es gibt zu diesem Buch bereits unzählige Rezensionen, bei denen Emma Bovary sämtlichst nicht gut wegkommt, sogar eine Verhaltensstörung ist nach ihr benannt. Derart voreingestellt habe ich mich auf den Roman eingelassen, doch ich wurde überrascht, denn: ich mochte Emma sehr!

    Doch im Einzelnen: dank der vielberühmten Sprache Flauberts ist es leicht, in die Geschichte einzutauchen. Man sieht die Landschaften, man erlebt die gesellschaftlichen Zwänge, und dies durch die Augen der jeweiligen Protagonisten. Besonders diese Perspektivwechsel, die ich beim Lesen kaum bemerkt habe, finde ich beeindruckend! 

    In drei Abschnitte unterteilt, die sich an dem Leben von Charles, dem Ehemann orientieren, wird die Geschichte von Emma Bovary erzählt, eine Figur, mit der Flaubert das Leben und Sterben einer realen Frau nacherzählt- "True-Crime" sozusagen. 

    Diese Geschichte (für genaue Inhaltsangaben bitte in andere Rezensionen schauen ;) ) lässt sich problemlos in die heutige Zeit übertragen: Emma wächst behütet auf und heiratet, voll romantischer Träumereien, besagten Charles, der Emma, oder besser gesagt, das Leben mit Emma, wirklich liebt - allerdings sind seine Ansprüche auch nicht sonderlich hoch, er ist glücklich, wenn seine hübsche Frau ruhig neben ihm sitzt, während er gemütlich vor dem Kamin wegschlummert. Besagte hübsche Frau gibt sich auch wirklich Mühe, glücklich zu sein und den gesellschaftlichen Konventionen zu entsprechen und gibt sich mit harmlosen Flirts und Träumereien zufrieden. 

    Naja, zumindest bis Leon, das Ziel der Schwärmerei - bevor etwas nennenswertes passiert - wegzieht. 

    Denn kaum hat Emma sich von ihrem Liebeskummer etwas erholt, wird sie selbst zum Objekt der Begierde, und der professionelle Schürzenjäger Rodolpho beginnt mit der Jagd auf sie. Und der Mann konnte jagen, mannomann.... Schnell begann also eine Liebesbeziehung, er gaukelt ihr vor, mit ihr abzuhauen, kneift aber und trennt sich im letzten Moment von ihr - durch ein weinendes Smiley! (frei in die heutige Zeit übersetzt...) Emma verkraftet das kaum.

    Und wieder - kaum hat sich Emma erholt, trifft sie Leon wieder, der mittlerweile auch so seine Erfahrungen gemacht und daher weniger Hemmungen hat, die Ebene der Träumereinen in Richtung Fleischeslust zu verlassen - direkt in einer durch die Stadt rasenden Kutsche! 

    Da Emma parallel zu diesen (sehr eindrücklich geschilderten) Affären auch noch etwas zuviel Gefallen an "schönen Dingen" findet, fällt sie auf die Betrügereien ihres Nachbarn herein, bis die Schulden sie erdrücken und sie nur einen Ausweg sieht- Suizid durch Selbstvergiftung.

    Als bekennende "Krimi-Mimi" sage ich: selten so eine gruselige Sterbeszene gelesen!

    Und damit noch nicht genug, die Geschichte geht weiter, bis Charles, der mittlerweile von Allem erfahren hat, kurz darauf als runinierter und gebrochener Mann stirbt. Dadurch wird das gesamte Lieben und Leiden von Emma auf eine reine Episode in Charles´ Leben reduziert. Wer also ein Happy End oder ein Mutmach-Buch zur Erbauung sucht - der ist hier falsch.

    In der Gesamtbetrachtung erscheint mir das gesamte Buch wie eine einzige Warnung, aber gleichzeitig eine Aufforderung an alle Frauen: 

    lasst Euch nicht einlullen durch schöne Worte, sondern fangt an zu denken!

  24. Cover des Buches Jonathan Strange & Mr. Norrell (ISBN: 9783827078896)
    Susanna Clarke

    Jonathan Strange & Mr. Norrell

    (214)
    Aktuelle Rezension von: argenteum

    Es war mehr die Idee einer Farbe, als träumten die Bäume grüne Träume oder dachten grüne Gedanken.

    Dieses Buch ist ein verrücktes Labyrinth, bestehend aus Türen und Wege, die anfangs etwas zusammenhanglos erscheinen. Sie können auch für Verwirrungen sorgen und die Träume vernebeln. Was aber alle Türen und Wege gemeinsam haben, ist, dass sie Teile des Labyrinths und somit die Reise wert sind. Für mich ist hiermit ein Herzensprojekt beendet. 


    Würde ich es dennoch jedem empfehlen? -Nein!

    Bei wem dieses Buch anklopft, sollte wissen, dass es unfassbar komplex und tiefgründig ist. Es ist nichts für zwischendurch und erfordert die volle Aufmerksamkeit & Geduld. 1050 Seiten sind wirklich heftig- für mich hat sich aber alles gelohnt 🖤

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks