Bücher mit dem Tag "1900"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "1900" gekennzeichnet haben.

104 Bücher

  1. Cover des Buches Der Nachtzirkus (ISBN: 9783548285498)
    Erin Morgenstern

    Der Nachtzirkus

     (966)
    Aktuelle Rezension von: Astralelfe

    Celia und Marco haben eine unglaubliche Welt erschaffen. Der lebendige Zirkus, indem die Magie nicht Hokuspokus, sondern Realität wird. Sie wollen sich gegenseitig retten, doch nur gemeinsam schaffen sie es zu überleben. Die Regeln der Zauberer gelten nicht mehr für sie, sie haben ihre eigenen Pläne geschmiedet. Unsichtbar leben sie durch den Zirkus weiter.

  2. Cover des Buches Der Junge, der Träume schenkte (ISBN: 9783404160617)
    Luca Di Fulvio

    Der Junge, der Träume schenkte

     (1.120)
    Aktuelle Rezension von: Peter_Pilz

    Der Titel verspricht einen positiven Inhalt, auch der Klappentext des Buches lässt eher an einen Aufbruch in der neuen Welt Anfangs des 20. Jahrhunderts glauben. Es werden mehrere Personen, teilweise in verschiedenen Jahrzehnten, zwischen welchen hin- und hergesprungen wird, beschrieben. Alles befremdlich, beängstigend, Vergewaltigungen, unpersönlicher Sex, Mord, Verstümmelung, Traumatisierung, Psychopathie, Erniedrigung. Ich habe es nach fast 300 Seiten abgebrochen und kann es nicht empfehlen. Zwei Sterne nur deswegen, weil es ja nach 300 Seiten eventuell doch noch ein gutes Buch werden kann. Meines Erachtens muss ein Buch allerdings nach spätestens 40 Seiten inhaltlich auf eine klare Linie kommen, mittel derer ich es beurteilen kann.

  3. Cover des Buches Die Tage in Paris (ISBN: 9783499267901)
    Jojo Moyes

    Die Tage in Paris

     (610)
    Aktuelle Rezension von: Vivien_Neudek

    Ein kleines kurzes Buch, gefile mir aber sehr gut!

  4. Cover des Buches Die Teerose (ISBN: 9783492242585)
    Jennifer Donnelly

    Die Teerose

     (902)
    Aktuelle Rezension von: bingereading

    "Die Teerose" von Jennifer Donelly gehört zu der Sorte Buch, die man am liebesten gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Die Charaktere sind sehr nahbar und man fühlt mit ihnen. Obwohl das Buch ziemlich dick ist, gab es keinen Moment, an dem ich mich gelangweilt hätte. Mehrere Handlungsstränge wurden gekonnt miteinander verwoben und am Ende wird klar, dass sie alle zusammenhängen. Der Krimianteil des Buches war sehr spannend, doch für meinen Geschmack etwas zu blutrünstig. Die Liebesgeschichte würden manche Leute wohl als kitschig bezeichnen, doch ich fand sie wunderschön, auch wenn es mich manchmal genervt hat, dass die Protagonisten sich ständig verpassen und es durch Missverständnisse dutzende fehlgeschlagene Versuche der Versöhnung zwischen den beiden gab. 

    Das Einzige, was mich am Buch wirklich etwas gestört hat, war, dass teilweise Fehler bei den Namen der Personen gemacht wurden. So hieß Joe zu Beginn des Buches mit vollem Namen noch Joseph, während er am Ende Jonathan ist. Das ist zwar eine Kleinigkeit, die für die Handlung nicht weiter schlimm war, sollte aber meiner Meinung nach nicht passieren dürfen. Auch wirken alle Hauptfiguren für das Ende des 19. Jahrhunderts sehr modern und die Frauen sehr emanzipiert. Einige kleine Details finde ich auch historisch fragwürdig, beispielsweise, dass ein Londoner Straßengangster in den 1890ern ein Telefon hat. Für Leser, die auf so etwas Wert legen, ist "Die Teerose" vielleicht eine kleine Enttäuschung.

    Dennoch finde ich, dass "Die Teerose" ein wirklich gutes Buch ist, in dem man dank der guten Beschreibungen der Szenerie und der Personen leicht versinken und ein bisschen der Realität entfliehen kann.


  5. Cover des Buches Die Schokoladenvilla (ISBN: 9783328103226)
    Maria Nikolai

    Die Schokoladenvilla

     (217)
    Aktuelle Rezension von: books_and_a_blue_sky

    Ich wollte die Schokoladen-Saga schon länger lesen, da mich der Klappentext so gereizt hat. Eine Schokoladen-Manufaktur, das historische Setting, Heiratspläne für die Protagonistin, die überhaupt nicht begeistert davon ist… das hat mich alles schon sehr begeistert. Das Cover mag ich auch echt gerne. Nur stelle ich mir Judith, die Hauptprotagonistin, anders vor wie auf dem Cover. Aber das macht ja nichts.

    Marias Schreibstil ist unfassbar angenehm und auch wenn mich der Anfang nicht catchen konnte, war ich nach den ersten 100 Seiten dem Buch verfallen. Ich habe 607 von 650 Seiten innerhalb von zwei Tagen verschlungen. Ich glaube, das sagt alles aus. Auch der Schreibstil in der dritten Person hat mich überhaupt nicht gestört. Außerdem wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, was mir wiederum gut gefallen hat.

    Die Handlung war zu keiner Zeit langweilig, obwohl das Buch 650 Seiten hat. Judith, die Tochter des reichen Schokolademanufaktur-Besitzers Wilhelm Rothmann, ist gut behütet aufgewachsen und eine reizende junge Dame. Sie wurde den gesellschaftlichen Normen und Regeln entsprechend erzogen. In ihr jedoch brodelt Neugier und ganz viel Begeisterung für Schokolade. So hilft sie in der Fabrik mit, wird von ihrem Vater aber nicht als Nachfolgerin in Betracht gezogen, denn Frauen sollten ja heiraten und sich im Haus und Kinder kümmern. Als Judith dann auch noch erfährt, dass und wen sie heiraten soll, versucht sie einen Ausweg zu finden. Währenddessen bekommt Victor, der einen Neuanfang in Stuttgart wagt, durch einen Zufall einen Job in der Rothmann-Fabrik. Judith und Victor verbringen immer mehr Zeit miteinander und alles wäre perfekt, wäre da nicht die eingefädelte Heirat, diese eine verhängnisvolle Nacht, Victors Vergangenheit und Wilhelms ganz persönlichen Probleme. Die Handlung ist mit vielen Wendungen, die man teilweise erahnen, teilweise aber auch nicht vorhersehen konnte, geschmückt. In diesem Buch findet man alles, was das Herz eine*s*r Liebesromanliebhaber*s*in höherschlagen lässt. 

    Die Protagonisten haben mir alle überaus gut gefallen und haben sehr gut in die Zeit gepasst. Vor allem Judith ist eine kleine Heldin für mich. Sie ist erst 21 Jahre alt und schon sehr reif für ihr Alter. Sie weiß, was sie will, nämlich die Schokoladenmanufaktur ihres Vaters übernehmen, und kämpft dafür. Gerade weil sie aus gutem Hause kommt und es sich in der damaligen Gesellschaft für Damen nicht geziemt eine Firma zu übernehmen, finde ich es toll, dass sie ihre Ziele trotzdem verfolgt. Sie ist klug, selbstbewusst und ihre Leidenschaft für Schokolade inspiriert. Victor ist ein wahrer Gentleman und ebenfalls ein kluger junger Mann. Ich bewundere es wie er für Judith kämpft, obwohl die Situation ab und zu unlösbar scheint. 

    Besonders gefallen haben mir auch Charlotte und Dorothea, Judiths Freundinnen, die sie jederzeit unterstützen. Für einige brenzlige, aber oft auch lustige Momente haben Judiths Brüder, die Zwillinge Anton und Karl, gesorgt. Die zwei sind einfach Lausbuben und man kann ihnen ihre Streiche irgendwie nicht böse nehmen – außer natürlich ihr Vater Wilhelm, der die zwei regelmäßig bestraft. Auch Dora, Judiths Zofe, habe ich gleich ins Herz geschlossen. Ich finde es so schön, dass sie für Judith da ist und gleichzeitig auch eine freundschaftliche Verbindung zu ihr hat.

    Ich freue mich schon total auf den zweiten Band der Reihe, der inzwischen bei mir Zuhause eingezogen ist.

    Fazit: Ein wundervoller Roman mit historischem Setting und bezaubernden Hauptprotagonisten. In diesem Buch findet man alles, was das Herz eine*s*r Liebesromanliebhaber*s*in höherschlagen lässt. Ich kann es auf jeden Fall allen empfehlen, die ab und zu gerne eine Zeitreise in die Vergangenheit wagen und dabei nicht auf den Liebesaspekt verzichten möchten.

  6. Cover des Buches Das Haus in der Nebelgasse (ISBN: 9783453358850)
    Susanne Goga

    Das Haus in der Nebelgasse

     (162)
    Aktuelle Rezension von: stellas-books

    London im Jahr 1900. Die junge Lehrerin Matilda Gray erhält von einer Schülerin eine Ansichtskarte aus Neapel. Diese enthält neben den unbekümmerten Worten auch eine geheime Botschaft, die Matilda beinahe übersehen hätte. Laura, die Verfasserin dieser Karte, war nach den Ferien nicht wieder an die Schule zurückgekehrt, obwohl sie kurz zuvor in einem Gespräch mit Matilda sagte, wie sehr sie die Schule und das Lernen mag und sich auf ihren Abschluss freue. Matilda kann die Botschaft entschlüsseln und begibt sich auf die Spur eines Geheimnisses. Die Suche führt sie in das frühere London bis ins Jahr 1665. 

    Der Schreibstil ist flüssig und unkompliziert. Nach ein paar Seiten findet man gut in die Geschichte ein. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und die Handlungen logisch und sehr gut nachvollziehbar. Lediglich das Ende kommt etwas abrupt und war mir persönlich zu schnell abgehandelt. Auch hatte ich aufgrund des Titels des Buches mit etwas mehr Mystischem gerechnet, was ich nicht wirklich gefunden habe. 

    Aber auch ohne Mystik - alles in allem ein sehr lesenswertes Buch. 

  7. Cover des Buches Der verborgene Garten (ISBN: 9783453354760)
    Kate Morton

    Der verborgene Garten

     (1.183)
    Aktuelle Rezension von: buchstaben_worte_buecher

    Eines meiner liebsten Büchern ist "Der verborgene Garten" von Kate Morton aus dem Diana Verlag. 

    Es handelt dabei von der jungen Australierin Cassandra, die nach dem Tad ihrer Großmutter ein kleines Cottage an der Küste Cornwalls erbt - ein Cottage, von dem sie noch  nie etwas gehört hat - ein Cottage das von einem verwunschenen Garten umgeben ist und das an ein geheimnisvolles Anwesen, Blackhurst Manor, grenzt. Der Frage, was hat dieses Haus mit ihrer Großmutter und auch mit ihr selber zu tun, versucht Cassandra auf den Grund zu gehen. Dabei muss sie in die Vergangenheit eintauchen zu zwei Freundinnen, die sich ein folgenschweres Versprechen gaben. Was geschah wirklich vor hundert Jahren auf Blackhurst Manor?

    Es ist ein wunderbares Familiendrama mit einem verwunschenem Garten, einer adlingen Famliie, einem dunklen Geheimnis. Es handelt von Liebe, Freundschaft, Eifersucht, Verlust und Verrat. 

    Kate Morton schreibt sehr ausführlich und bildlich. Gleichzeitig ist es aber nicht langatmig. Es ist wie ein Film, der sich vor dem inneren Auge abspielt. Vor allem die Atmosphäre ist großartig eingefangen. Sie ist geheimnisvoll, mysteriös, sogar etwas unheimlich. Sie erinnert an die Stimmung in den Klassikern Jane Eyre oder Sturmhöhe von den Brontë-Schwestern. 

    Da es auf drei Zeitebenen spielt, wirkt es am Anfang etwas verwirrend, bis man die Charaktere und die Umgebung kenenn gelernt hat. Aber das Durchhalten lohnt sich, denn es ist wirklich wundervoll. 

    Wer die Bücher von Lucinda Riley mag, der wird dieses Buch lieben. Es ist eine absolute Leseempfehlung!

  8. Cover des Buches Die Winterrose (ISBN: 9783492252812)
    Jennifer Donnelly

    Die Winterrose

     (485)
    Aktuelle Rezension von: Muschel

    Die Buecher von Jennifer Donnelly sind wahre Pageturner. Der zweite Teil der Rosentrilogie hat mich mitgerissen, genau wie der erste. Spannung, Dramatik, Abenteuer und Gefuehl, alles dabei. Die Geschichte von India und Sid ist unglaublich dramatisch. Es passiert sehr viel Spannendes. Ich freue mich jetzt auf den dritten Band. 

  9. Cover des Buches Töchter einer neuen Zeit (ISBN: 9783499272134)
    Carmen Korn

    Töchter einer neuen Zeit

     (197)
    Aktuelle Rezension von: FREIFUEHLIG

    Kann man lesen, muss man aber nicht. Der erste Band einer Trilogie, die sich um die Irrungen und Wirrungen eines Familien- und Freundeskreises in Hamburg dreht. Was für diesen Band gilt, gilt für die gesamte Trilogie: Akzeptable Urlaubslektüre, speziell für Leute, die selbst irgendwann in ihrem Leben in Hamburg gelebt haben und daher die Plätze der Handlung kennen. Besser noch für Leute, die – wie ich - während der 70er und 80er in Hamburg gelebt haben, denn die von Carmen Korn beschriebene Lebens-Atmosphäre dieser Zeit deckt sich ziemlich genau mit dem tatsächlichen Lebensgefühl damals. Ein schöner nostalgischer Wiedererkennungseffekt!  

    Was sich allerdings gar nicht mit der Realität deckt – nicht mit der der 70er und 80er Jahre, aber auch mit keiner anderen Realität -, ist, dass gegensätzlichste Lebensentwürfe und größte menschliche Enttäuschungen bis hin zu ausgewachsenem Betrug und Kriminalität von dem im Mittelpunkt der Geschichte stehenden eingeschworenen Familien- und Freundeskreis stets mit tolerantem Gleichmut und geradezu freundlich nickend hingenommen werden. Abgesehen von einer einzigen Situation, in der eine Denunziation auch immerhin den Tod der Mutter einer Protagonistin zur Folge hatte, leiden die Freundschaften – wenn überhaupt – allenfalls temporär unter derartigen Konflikten. Betrug unter Liebenden: Kein Problem! Keine Szenen, keine Zerwürfnisse – ein ernstes Gespräch (oder vielleicht zwei) und alles ist wieder gut. Auch wenn die Lebensentwürfe der Kinder geradezu diametral im Gegensatz zu denen der Eltern stehen: Kein Problem! Man liebt die kriminelle Tochter im Terroristenmilieu weiterhin mit ausgesuchter Innigkeit. Generationenkonflikt? Ja, die Großmutter hat eine nörglerische Natur, die man mehr oder weniger klaglos hinnimmt, aber Generationenkonflikt? Was ist das überhaupt? Enkel kommen hervorragend mit ihren Großeltern aus, genau wie die Eltern mit den Kindern und umgekehrt. Alles bene! Man scheint auch immer Lust auf dieses Miteinander zu haben, was in mir zusätzlich eine gewisse Ungläubigkeit auslöst. Aber wahrscheinlich steht mir mein antisoziales Wesen hier in Wege ... und es ist ja auch ein Roman - nicht Realität. 

    Aber es zieht sich durch: Der Plot leidet beileibe nicht an einem Mangel von ernsten – sogar lebens- und existenzbedrohlichen – Problemlagen. Allem wird mit besagter unaufgeregter, freundlicher Gleichmütigkeit begegnet: Die langjährige Lebensgefährtin hat ein Alkoholproblem? Auch kein Thema – man lebt halt damit. Sie nimmt sich schließlich das Leben? Nun ja, nicht schön, aber man kommt ohne erkennbare Blessuren darüber hinweg. Keine Vorwürfe, keine Selbstzweifel, keine Verzweiflung. Erbstreitigkeiten? Nein, doch nicht hier! Alles löst sich wie von selbst. Die gesamte Trilogie kommt ohne gewaltige Gefühlsausbrüche aus. Dementsprechend werden die Leben der Protagonisten durch solche auch nicht aus der Bahn geworfen. 

    Gleiches gilt für die Positiv-Seite der Gefühlsbilanz: Liebe, wohin man schaut: Jeder Topf findet seinen Deckel. Jede Liebe ist weitgehend klar und frei von jeglichem Hadern. Und dort wo gehadert wird, steht glücklicherweise ein ausgesprochen leidensfähiges Individuum auf der anderen Seite, das einfach duldsam abwartet, bis es sich beim geliebten Partner ausgehadert hat. Keine Frustration, keine Drohungen, kein Ausbruch aus der Beziehung. Absolute Sicherheit, dass, was immer auch passiert, man durch diesen wunderbaren Familien- und Freundeskreis aufgefangen wird. Ein schönes Bild! Kann ich gut verstehen – wünscht sich jeder. Mit der Realität aber nur schwer in Einklang zu bringen. Muss es allerdings auch nicht, denn - wie schon gesagt - schließlich handelt es sich bei der Trilogie ja um einen „Roman“ und nicht um ein „Sachbuch“.  Eine Schicht von unverbrüchlich heiler Welt, die sich - wie die Marzipandecke einer Torte - über die gesamte Handlung legt. Und die die gesamte Handlung – genau so, wie durch die zuckrige Marzipandecke schließlich die gesamte Torte einfach nur noch süß und daher fade schmeckt – am Ende etwas seicht erscheinen lässt. Aber eben schön – seicht! Daher genau das Richtige für einen entspannten Urlaub. Besonders, wenn es sich um einen Urlaub mit der Familie handelt, denn die Trilogie hinterlässt einen Hauch des irrigen Gefühls, dass alle Differenzen in der Familie doch eigentlich unbedeutend sind. Das kann ja bei einem Familienurlaub ganz hilfreich sein!

  10. Cover des Buches Das Spiel des Engels (ISBN: 9783596512645)
    Carlos Ruiz Zafón

    Das Spiel des Engels

     (1.367)
    Aktuelle Rezension von: glasratz

    Während ich Der Schatten des Windes eines meiner Lieblingsbücher ist,  kann ich bei der Fortsetzung nicht mehr als zwei Sterne springen lassen. Dies hat drei Hauptgründe: Die einseitige Handlung, die übernatürlichen Elemente und zu guter Letzt den Film "Angel Heart" von 1987. Auch wenn vermutlich der letzte Punkt die meisten Ausführungen nötig hat, so möchte ich doch von Anfang an mit der Bewertung beginnen.

    Der erste Punkt ist vermutlich der Schwächste, denn er ist nur zu berücksichtigen, wenn man Der Schatten des Windes als Vergleich heran zieht. Ich tue dies, weil ich sehr wohl finde, dass sich eine Fortsetzung an ihrem Vorgänger messen lassen muss. Um so mehr, wenn dieser ein so grandioses Werk war. Der Schatten des Windes brachte dem Leser eine kleine Anzahl an sehr verschiedenartigen Charakteren mit ihren eigenen Geschichten, alle mit einer eigenen Stimmung - zumeist düster und melancholisch, doch nicht ohne den hin und wieder aufflammenden Funken an Humor. Das Spiel des Engels bietet so gut wie nichts dergleichen. Die Sicht auf die Geschehnisse wird auf den Blickwinkel des Protagonisten eingeengt.

    Die vielen Geschichten des ersten Teils vereinten sich am Schluss des Buches zu einer schlüssigen, wenn auch sehr unwahrscheinlichen und fast übernatürlichen Lösung. Dies ist im Spiel des Engels nicht der Fall. Das Buch bleibt dem Leser eine echte Erklärung schuldig, das Ende ist offen und die losen Enden der Geschichte flattern traurig im Wind. Mag sein, dass es oft ein gutes Stilmittel sein kann, zu verschleiern, was real ist und was der Fantasie des Protagonisten entspringt - jedoch nicht hier, nicht im Vergleich zum Schatten des Windes und nicht im Vergleich zu Angel Heart.

    Ja, Angel Heart. Der Titel ist bereits so ähnlich. Und so ist es auch mit dem einzigen Plotstrang, welcher mehr als andeutungsweise aufgeklärt wird - er ist zu einem nicht geringen Teil so weit identisch, dass jeder, der entweder das Buch oder den Film kennt, ab der Hälfte von beidem sagen können wird, wie der Hase läuft.
    Um zu sagen, Zafon hätte sich von diesem Film inspirieren lassen, sind die Ähnlichkeiten meiner Ansicht nach zu groß. Eher schon könnte man von einer Hommage reden - doch dann hätte sie nicht einen so großen Teil des Buches ausmachen dürfen.
    Kurz: Zafon hat abgekupfert. Ob bei dem Film Angel Heart mit (immerhin mit Rourke und DeNiro, als kein unabhängiger Nischenfilm, bei welchem es nicht aufgefallen wäre) oder direkt bei der Romanvorlage "Falling Angel" von William Hjortsberg aus dem Jahr 1978 ist relativ irrelevant. Ich schließe eher auf Ersteres, da verschiedene Kritiker im Internet zwar eine Nähe zwischen "Das Spiel des Engels" und "Falling Angel" erkennen, aber keine solchen vorwürfe erheben. Titel und Komposition lassen darauf schließen, dass es sich nicht um einen reinen Zufall handeln kann.

    Interessant finde ich, dass ich mir bereits beim Schatten des Windes -vor allem beim "Showdown"- dachte, dass sich der Autor wohl gerne eine Verfilmung wünschen würde, beschreibt er doch viele Szenen so, dass man meint, sie schon einmal in einem Hollywood-Film gesehen zu haben. Diese Vorstellung bleibt im ersten Band jedoch generell und ist mehr in Stilmittel - im zweiten Band leider nicht mehr.

  11. Cover des Buches Das geheime Vermächtnis (ISBN: 9783453355460)
    Katherine Webb

    Das geheime Vermächtnis

     (303)
    Aktuelle Rezension von: Pitzi

    Nachdem ihre Großmutter Meredith im hohen Alter verstarb, erben ihre beiden Enkelinnen Erica und Beth überraschend das Anwesen Storton Manor, das sich schon viele Jahre im Familienbesitz befindet. Bereits Merediths Mutter, Caroline, die das hohe Alter von hundert Jahren erreichte, bevor sie starb, lebte dort.

    Erica und Beth waren in ihrer Kindheit oft in den Sommerferien zu Besuch auf Storton Manor und liebten es im Park herumzutollen und im Teich zu baden. Auch Griesgrämigkeit und Standesdünkel der damals schon betagten Caroline und ihrer Tochter Meredith konnten den Mädchen das Leben nicht schwer machen. Einzige Ausnahme war jedoch ihr bösartiger Cousin Henry, der ebenfalls seine Sommerferien in Storton Manor verbrachte und sich einen Spaß daraus machte, Beth, Erica und ihren Freund Dinny zu quälen.
    Eines Tages verschwand Henry spurlos und wurde nie wieder aufgefunden, obwohl die Polizei ermittelte und Erica und Beth kehrten seit diesem Sommer nie wieder zurück nach Storton Manor. Als sie jedoch nun nach so vielen Jahren zurückkehren, ahnt Erica instinktiv, dass Beth ihr über Henrys damaliges Verschwinden etwas verschweigt. Mehr noch, es scheint Beth immer noch, nach so vielen Jahren zu beschäftigen- denn Beth ist hochgradig depressiv und weicht Erica, die nachbohrt, stets aus.

    Um Beth ein wenig Ablenkung zu beschaffen, beginnt Erica damit, sich näher mit der weiter zurückliegenden Familiengeschichte zu beschäftigen und findet bei ihren Nachforschungen auf dem Dachboden ein Photo dass Caroline mit einem dunkelhaarigen Baby zeigt. Doch laut Papieren hatte Caroline zu der Zeit als das Bild gemacht wurde, noch kein Kind und war auch noch unverheiratet. Wie kann das sein? Und dann fallen Erica auch noch Briefe in die Hände, die in ihr einen bösen Verdacht aufkommen lassen und ihr den Grund für Carolines und Merediths unterkühltes Verhalten anderen Dörflern und den Zigeunern zu denen auch Dinny gehörte, gegenüber liefern.

    Der Kreis schließt sich, als nach Beth und Erica auch noch Dinny nach so vielen Jahren wieder zurückkehrt nach Storton Manor. Ist er der Schlüssel zur Auflösung rund um Henrys Verschwinden?

    Wer rätselhafte Romane liebt, in denen zugleich die Geschichte einer Familie geschildert wird, wird genauso wie ich, sicherlich sehr viel Lesefreude an „Das geheime Vermächtnis“, haben, denn der Roman verbindet die Elemente Familiensaga und Spannung auf gekonnte Art und Weise zu einer unterhaltsamen Lektüre.

    Im Mittelpunkt der Geschichte steht zwar Erica, die die Geschehnisse der unmittelbaren Gegenwart in „Ich-Form“ erzählt und den Leser auch immer wieder in Rückblenden an Geschichten ihrer Kindheit teilhaben lässt, doch man erfährt auch abwechselnd die Lebens und Liebesgeschichte von Urgroßmutter Caroline, die um die Jahrhundertwende ihr Glück im wilden Westen suchte. So wird das Geheimnis der Großmutter für die Leser etwa ab der Mitte des Romans gelüftet, während Erica immer noch im Dunklen tappt. Dennoch ist dieser Roman ein echtes Lesehighlight für mich gewesen, denn die Autorin hat einen wunderbar eindringlichen, sehr bildhaften Schreibstil und die Atmosphäre rund um Storton Manor bleibt trotz allem nicht weniger düster. Schließlich gilt es auch noch für Erica herauszufinden, was damals mit ihrem Cousin geschah. Ich kann nur allen neugierigen Lesern empfehlen, es tunlichst zu unterlassen zunächst die letzten Seiten zu lesen, es würde viel von der Spannung nehmen und das wäre schade.

    Während Erica eine sympathische Hauptfigur ist, die man sehr schnell in sein Leserherz schließt, hat man dafür mich Sicherheit größere Probleme bei Caroline. Man wird sie nicht unbedingt mögen, aber dank der Tatsache dass die Autorin Caroline sehr gut charakterlich beleuchtet und auch schildert, was sie zu der unterkühlten Frau hat werden lassen, kann man zumindest Verständnis für sie aufbringen. Sowohl Spannung, Dramatik, Liebe und Familiensinn werden in diesem Roman groß geschrieben und man liebt und leidet mit den Romanfiguren mit.

  12. Cover des Buches Die australischen Schwestern (ISBN: 9783746631202)
    Ulrike Renk

    Die australischen Schwestern

     (77)
    Aktuelle Rezension von: Netti13

    Anhand der Beschreibung, bin ich davon ausgegangen, dass es hier ausschließlich um 3 Schwestern geht. Das Gegenteil war der Fall: Andere Familienmitglieder haben meiner Meinung nach viel zu viel Platz eingenommen. Vor allem Carola, die nach Deutschland gehen musste, kam viel zu kurz. Anhand der Beschreibung hatte ich vor allem in Bezug auf sie andere Erwartungen bzgl. der Handlung. Das Ende hat diese Enttäuschung noch verstärkt. 

  13. Cover des Buches Unter dem Südseemond (ISBN: 9783453411531)
    Regina Gärtner

    Unter dem Südseemond

     (108)
    Aktuelle Rezension von: Keltica
    Unter dem Südseemond


    Inhalt:
    Köln/Samoa 1899: Vom Vater gedrängt heiratet Alma den älteren Hermann, Leiter einer Kolonialhandelsgesellschaft, und begleitet ihn in die Südsee. Für Alma bedeutet es das Ende ihrer Welt – in jeder Hinsicht. Sie muss sich an das unkonventionelle Leben in der Kolonie und die Riten ihrer exotischen Einwohner gewöhnen und sich als Frau behaupten. In dem australischen Seemann Joshua findet Alma ihre große Liebe, aber sie ist verheiratet. Doch nicht nur das macht ihr das Herz schwer, denn es wird immer deutlicher, dass ein bedrohliches Geheimnis über ihrer Familie liegt.

    Fazit:
    Dieser Roman ist der erste von zwei Teilen.
    Wer sich zu einem historischen und romantischen Abenteuer in die Südsee begeben möchte, findet hier genau die richtige Unterhaltung. Die Autorin hat es geschafft, mich von Anfang an, an das Buch zu fesseln. Die Beschreibung der Menschen und der Landschaft und ihren Schicksalen, lässt keine Langeweile aufkommen. Ganz nebenbei erfährt man auch noch geschichtliches aus der Kolonialzeit.
    Ich habe mit Alma gelitten und gebangt und manchmal auch gedacht: “Das darf doch nicht wahr sein!“
    Die überraschenden Wendungen in der Geschichte sorgen dafür, dass der Spannungsbogen immer schön erhalten bleibt.
    Den zweiten Band über Alma und Joshua werde ich mir auf jeden Fall auch noch holen.  Er heißt:  Der Glanz von Südseemuscheln

    Über die Autorin:
    Regina Gärtner ist am Niederrhein aufgewachsen, hat an der RWTH Aachen Germanistik und Politikwissenschaften studiert, und danach als Pressereferentin, Werbefachfrau und PR-Manager für internationale Kinofilme gearbeitet. Zuletzt war sie lange Jahre als Anzeigenleiterin in einem Fachverlag tätig, bevor sie sich als Projektmanagerin selbstständig gemacht hat. Seit 2012 widmet sie sich ganz dem Schreiben.

    Gemeinsam mit ihrem Mann lebt Regina Gärtner in Köln, ist aber häufig in der Welt-Geschichte unterwegs: Sie hat bereits alle fünf Kontinente mehrfach bereist. Von der pazifischen Region ist sie aber besonders angetan.
  14. Cover des Buches Timeless (ISBN: 9783453267589)
    Alexandra Monir

    Timeless

     (278)
    Aktuelle Rezension von: WriteReadPassion

    Klappentext:
    Nacht für Nacht hat die 17-jährige Michele denselben Traum: In einem Spiegelsaal steht sie einem jungen Mann mit saphirblauen Augen, rabenschwarzen Haaren und einem geheimnisvollen Lächeln gegenüber. Kurz bevor sie erwacht, sagt der Fremde stets: »Ich warte auf dich.« Aber als ein furchtbares Unglück Micheles Leben für immer verändert, begegnet sie dem Mann ihrer Träume plötzlich in der Wirklichkeit ...


    Autorin:
    Alexandra Monir wuchs in der Nähe von San Francisco auf und entdeckte schon als Kind ihre Liebe zu Musik, Theater und Literatur. Sie nahm Gesangs- und Schauspielunterricht, bevor sie im Alter von siebzehn nach Los Angeles zog, um dort Sängerin und Songrwiterin zu werden. Sie arbeitete unter anderem mit den Produzenten von Aretha Franklin und Mariah Carey zusammen. Mit ihrem Romandebüt Timeless verwirklichte sich Alexandra Monir ihren großen Traum und wurde Schriftstellerin. Die Autorin lebt in New York und Los Angeles.

    Übersetzerin:
    Antoinette Gittinger studierte Philosophie, Romanistik, Anglistik und Germanistik in Tübingen und München. Sie übersetzt aus dem Französischen, Spanischen und Englischen. Zu den von ihr übersetzten Autoren gehören u.a. der Dalai Lama, Eric Orsenna, Henry Miller, Agatha Christie, Steve Jobs, Guillaume Musso und Nicolas Vanier.


    Bewertung:
    Das Cover sieht mysteriös und zauberhaft aus, also genau passend zum Genre. Das Mädchen darauf ist unsere Protagonistin. Mit dem Titel alles in allem stimmig zur Geschichte. Das Cover ist an sich nichts besonderes, passt aber zum Buch.

    Mich hat  der Klappentext, also die Handlungen in zwei verschiedenen Jahrhunderten, neugierig gemacht. Das birgt viel Potenzial für eine schöne Geschichte. Leider ist die Umsetzung weder spannend noch fesselnd. Das Potenzial hat die Autorin nicht genutzt. Das Buch hat 339 Seiten, in der die Geschichte spielt. Ich bin mir nicht sicher, ob es weniger Seiten spannender gemacht hätten oder nur etwas Tempo reingemusst hätte - wahrscheinlich beides. Die Handlungen sind sehr lahm, gar fast nicht erwähnenswert. Die Charaktere sind etwas undurchsichtig - bis auf unsere Protagonistin -, da es sich um eine Reihe handelt. Das lässt sich also nicht im ersten Band bewerten. Etwas Gespür für die einzelnen Charaktere konnte ich gewinnen, ist im gängigen Akzeptierrahmen. 

    Magie im Form von Vergangenheits- und Zukunftsreisen sind gegeben und recht vorstellbar niedergeschrieben. Ich konnte mich gut da reinversetzen. Hin und wieder dauerte es etwas, da diese Reisen stets anders beschrieben werden. Und mal geht es so schnell, dass ich nochmal lesen musste, was in dem Moment passierte, und dann war es wiederum ganz deutlich zu lesen, dass eine Reise folgte. Verknüpfungen von der Gegenwart in die Vergangenheit lässt sich hier nicht ganz knüpfen, dafür ist trotz vieler Seiten zu wenig erzählt worden. Das lässt sich nur nach allen gelesenen Bänden bewerten.

    Zum Schluß hat die Autorin zu der Kulisse, der Windsor-Familie und zu Zeitreisen ein Nachwort geschrieben. Das gefällt mir sehr gut, sodass sich auch Fakten zu den jeweiligen Bereichen lesen lässt. Sowas mag ich sehr gerne.

    Fazit:
    Alles in allem ist es ein Buch, dass meine Erwartungen nicht erfüllen konnte und mich schon etwas in der Umsetzung enttäuscht hat. Ich hatte es mir fesselnder vorgestellt, sowie im Bezug auf die Zeitreisen an sich, als auch die Beziehung zu den beiden Hauptcharakteren. Hier ist sehr viel Potenzial nicht aufgegriffen worden, auch wenn es erst Band 1 ist. Da habe ich dennoch etwas mehr erwartet. 

    Das Ende ist zwar schön spannend gehalten - natürlich! - und endet offen, aber dennoch reicht meine Neugier derzeit nicht aus, Band 2 zu lesen. Vielleicht irgendwann mal, wenn mich nichts anderes interessiert. Für Zwischendurch lässt sich das Buch schnell lesen. Ist allerdings kein Muss. Schade. Mehr als 3,5 Sterne gibt es von mir nicht.


  15. Cover des Buches Imperium (ISBN: 9783596185351)
    Christian Kracht

    Imperium

     (155)
    Aktuelle Rezension von: Der_Buchklub

    Die volle Buchbesprechung gibt es in unserem Podcast:

    https://www.podbean.com/media/share/pb-exid6-f399f7

    Aber Vorsicht, Spoiler!
  16. Cover des Buches Calpurnias (r)evolutionäre Entdeckungen (ISBN: 9783446241657)
    Jacqueline Kelly

    Calpurnias (r)evolutionäre Entdeckungen

     (66)
    Aktuelle Rezension von: Nadezhda

    Die Geschichte von Calpurnia Tate hat mir sehr gut gefallen, da sie auf ruhige und kindgerechte Weise das Leben und die leider meist recht einseitigen Perspektiven eines Mädchens im ländlichen Texas des Jahres 1899 zeigt und somit einen schönen Gegenpol zu den aktuell oft sehr rasant erzählten und fantasylastigen Kinderbüchern darstellt. Calpurnia findet Magie ganz woanders: Im Laboratorium ihres Großvaters, unterm Mikroskop, in der Lektüre von Darwins skandalösen Schriften, beim leidenschaftlichen Beobachten der Natur... Nur bedauerlicherweise nicht im Produzieren von Stricksocken, Mustertüchern und Apfelkuchen, wie ihre Mutter es gern sähe. Auch ihr Vater und ihre sechs Brüder beäugen Calpurnias spezielle Interessen mit einigem Argwohn und versuchen immer mal wieder, sie an den ihr zugedachten Platz in der Gesellschaft zu lotsen.

    Wie die naturwissenschaftlich interessierte Elfdreivierteljährige mit den Ansprüchen ihrer Familie und der damaligen Gesellschaft hadert und es schließlich schafft, sich von ihnen zu lösen, ist feinfühlig und anschaulich erzählt. So kann heutigen Kindern ohne pädagogischen Zeigefinger klarwerden, dass Chancengleichheit im Blick auf Bildung und selbstbestimmte Lebensentwürfe einst hart erkämpft wurde und auch im 21. Jahrhundert noch nicht immer eine Selbstverständlichkeit darstellt. Und sie bekommen vielleicht ebenfalls Lust, das Leben in einem Wassertropfen vergrößert auf einem Objektträger zu betrachten oder sich die Grashüpfer und Zaunwinden beim nächsten Besuch einer Wiese genauer anzugucken.

    Besonders hervorheben möchte ich noch das wunderschöne Cover der deutschen Ausgabe, das mich ein bisschen an Albrecht Dürers Wiesenausschnitte, aber noch viel mehr an die Krabbelviehzeug-Zeichnungen von Maria Sibylla Merian erinnert.

    Der Verlag empfiehlt die Altersspanne 12-14 Jahre; ich würde eher 10-12 Jahre vorschlagen. Aber auch für mich als Erwachsene war das Buch angenehm zu lesen und ich freue mich schon sehr auf den 2. Band, den ich mir nach der Lektüre des 1. Bandes direkt auf den Reader gezogen habe.

  17. Cover des Buches Ich erwarte die Ankunft des Teufels (ISBN: 9783150112564)
    Mary MacLane

    Ich erwarte die Ankunft des Teufels

     (53)
    Aktuelle Rezension von: simone_richter

    Das schmale Buch von Mary MacLane erschien schon 1902 in Butte, Montana und war ein Skandal. Über 100 Jahre später gibt es nun erst die deutsche Übersetzung, und es hat sich gelohnt diese Wiederentdeckung. Ein sprachgewaltiges Pamphlet, wütend, selbstbewusst und manchmal verzweifelt. MacLane war damals erst 19 Jahre alt und ihr liebstes Forschungsobjekt war sie selbst als unglückliches Genie und sie wünscht sich am besten gleich den Teufel als Liebhaber. Sie hadert mit ihren häuslichen Pflichten und der öden Landschaft.

    Dieses lebenshungrige Tagebuch ist wunderschön verlegt von Reclam. Schön, dass der Verlag dieses Debüt als Hardcover mit einem purpurnen Umschlag, worauf uns eine junge trotzige Frau ansieht, gewählt hat. Die Umschlaggestaltung ist ebenso furios mit mit der herausfordernden Frau als stilsichere s/w-Aufnahme und dunkelblauem Lesebändchen. Eine Würdigung der r rebellischen jungen Frau mit dem Ansinnen nach Glück und Ruhm. Ansonsten muss man die Ekstase lieben und das Seelenleben der kaprizösen jungen Frau, die jedoch alles genauestens betrachtet und sprachgewaltig einnimmt. Ein Statement gegen die Mittelmäßigkeit und für die Einzigartigkeit.
     Ein Organ der die heutige Selbstinszenierung auf Facebook, Instagram und Co.  in nichts nachsteht und wortgewandt daherkommt. Außergewöhnlich, wenn auch nicht leicht.

  18. Cover des Buches Golem und Dschinn - Eine Liebe nicht von dieser Welt (ISBN: 9783734101205)
    Helene Wecker

    Golem und Dschinn - Eine Liebe nicht von dieser Welt

     (109)
    Aktuelle Rezension von: BlueLeo

    „Golem und Dschinn“ ist ein Buch, welches dem Genre Historical Fantasy zugeordnet ist. Die Autorin Helene Wecker erschuf eine Geschichte, die ganz anders ist als alles was ich bisher gelesen habe. Das Buch spielt großteils in Manhattan in den Jahren 1899/1900 und die Protagonisten sind, wie der Titel schon erahnen lässt, einen Golem und einen Dschinn. Beide suchen ihren Platz im Leben und vermitteln dem Leser dabei ganz neue Eindrücke von Glück, Freiheit und Liebe. 

     

    Was mir besonders gut gefallen hat sind die Beschreibungen von Charakteren, Orten, Gefühlen und dem Leben an sich. In der Erzählung stecken so viel Liebe und Herz, dass ich es einfach nur genossen habe alle Einzelheiten in mich aufzusaugen. Den Orten wird so viel Leben eingehaucht, dass ich beim Lesen beinahe den Staub in der Luft schmecken konnte. Mit stattlichen 600 Seiten ist das Buch natürlich auch ein ganz schöner Wälzer, wer die lebendigen Beschreibungen jedoch zu schätzen weiß, wird jede einzelne Seite genießen.


    Bis zum Ende bin ich mit den Hauptprotagonisten leider nicht ganz warm geworden, was ich wirklich schade fand. Trotz allem muss ich ihnen zugestehen, dass sie perfekt zur Geschichte gepasst haben. Bei einem so dicken Buch gibt es natürlich auch sehr viele Nebencharaktere, die unglaublich gut ausgearbeitet und beschrieben sind. 

     

    Auch wenn das Buch zum Genre Historical Fantasy zählt, so ist es doch viel mehr als das. Es geht um tiefgreifende Themen wie Freundschaft, Andersartigkeit, Gefühle und Liebe. Das Buch erreicht eine Tiefe, die zum Nachdenken und Träumen anregt. 

     

  19. Cover des Buches Feuer in der Hafenstadt (ISBN: 9783740810160)
    Anja Marschall

    Feuer in der Hafenstadt

     (59)
    Aktuelle Rezension von: Maddinliest

    Der ehemals stolze Kapitän Hauke Sötje hat alles verloren, was sein Leben ausgemacht hat. Nach einer familiären Tragödie musste er kurz darauf sein Schiff und einen Großteil seiner Mannschaft den Wellen überlassen. Sein Ruf ist beschädigt und der Freitod scheint ihm der letzte Ausweg aus seiner persönlichen Situation zu sein. Vorher möchte er sich aber noch von seinen Lieben, die er bei der gescheiterten Geburt seines ersten Kindes verloren hat, verabschieden und kommt nach Glückstadt zurück. Hier wird er aber direkt in einen Mordfall verwickelt, bei dem er auch noch selbst verdächtigt wird. Er beschließt, den Täter zu entlarven, um so auch der jungen und verzweifelten Fabrikantentochter Sophie zu helfen, deren Vater angeblich durch Betrügereien die Existenz der neu gegründeten Heringsfischerei AG bedroht.

    "Feuer in der Hafenstadt" ist der Auftaktband einer neuen Krimi-Reihe, die uns in das späte 19. Jahrhundert führt. Die Autorin Anja Marschall erzählt die Geschichte in einem temperamentvollen und sehr flüssig zu lesenden Schreibstil, der mir die Geschehnisse lebendig vor Augen führte. Der Spannungsbogen wird direkt zu Beginn des Buches gut aufgebaut und über die ereignisreichen und für die damalige Zeit authentisch wirkenden Ermittlungsarbeiten auf einem hohen Niveau gehalten. Die Protagonisten werden interessant charakterisiert, wobei gerade der Kapitän Hauke Sötje schnell Sympathiepunkte sammeln konnte. Der historische Hintergrund wirkt sehr gut recherchiert und gewährt einen spannenden Blick in die damalige Zeit. Der clever konzipierte Fall findet mit einer für mich überraschenden und gut nachvollziehbaren Auflösung einen gelungenen Abschluss.

    Insgesamt ist "Feuer in der Hafenstadt" ein aus meiner Sicht gelungener Auftaktband einer neuen Krimi-Reihe, die mit einem sympathischen Hauptprotagonisten, einem spannenden und nicht allzu oft thematisierten historischen Hintergrund und dem Erzähltalent der Autorin überzeugen kann. Ich freue mich schon auf den Folgeband, so dass ich das Buch gerne weiterempfehle und mit den vollen fünf von fünf Sternen bewerte.

  20. Cover des Buches Winterblüte (ISBN: 9783548289953)
    Corina Bomann

    Winterblüte

     (172)
    Aktuelle Rezension von: Nika488

    Corina Bomann ist in  meinem Bücherregal schon mit einigen Büchern vertreten. Ihr Schreibstil ist mir immer wieder eine Freude und sie entführt mich damit immer in eine andere Zeit. Die detaillierte Schreibweise und die anderen Epochen ziehen mich vollends in ihren Bann. 

    Ich habe bereits eine wundersame Weihnachtsreise von ihr gelesen und für dieses Jahr hatte ich mir winterblüte vorgenommen. Gesagt, getan und niemals bereut. 


    In diesem Buch werden wir von Corina Bomann in das Ostseebad Heiligendamm entführt. Die ganze Story spielt um kurz vor Weihnachten 1902 im Hause der Familie Baabe. Sie besitzen ein Hotel und die Tochter Johanna soll verheiratet werden. Nur was ist wenn ihr Herz für jemand anderen schlägt und sie gar kein Interesse an den Männern hat, welche ihre Mutter gern als Schwiegersohn hätte? Aber das ist noch nicht genug, nein das Herz der Tochter schlägt auch noch für den größten Feind. Das darf niemand erfahren, außer ihr Bruder.

    Eben dieser Bruder, Christian, findet eine Frau am Strand. Sie ist bewusstlos, in ein Segeltuch geschlagen und hat einen Barbarazweig bei sich. Natürlich nimmt Christian sie mit nach Hause. Sie kann sich an nichts erinnern. Wie grauenvoll. Aber Christian und Johanna geben die Hoffnung nicht auf. Beide schließen die junge Frau sehr ins Herz. Wird es ihnen gelingen sich gegen ihre Mutter durch zu setzen, der diese junge Frau ein Dorn im Augen ist?! 


    Also ich liebe diese Geschichte sehr. Sie ist gespickt mit einer wundervollen Atmosphäre. Es liegt der Flair der Weihnachtszeit, des Winters und der Liebe in der Luft. Nur die Mutter versprüht mit ihrer Art doch sehr negative Schwingungen. Aber wer weiß, vielleicht wird sie ja etwas besseren belehrt. 


    Corina Bomann hat die Charaktere in dieser Handlung super toll und detailliert ausgearbeitet. Es hat mir sehr viel Freude bereitet ins Geschehen und die Zeit an der Ostsee einzutauchen. 


    Von mir bekommt das Buch 5 von 5 Sterne

  21. Cover des Buches Die Einkreisung (ISBN: 9783453503984)
    Caleb Carr

    Die Einkreisung

     (92)
    Aktuelle Rezension von: Sebastian_Diesel

    Der Handlungsort und die Grundidee sind nicht schlecht. Anfänge von Kriminalistik und Psychologie im New York des späten 19. Jahrhunderts kommen gut an. Das hat schon bei Arthur Conan Doyle in London funktioniert.


    Die Schwäche dieses Buches ist, dass die Erzählerfigur zwar eigentlich gut eingesetzt ist, um den Leser/die Leserin in diese Welt einzuführen, dann aber leider sehr farblos bleibt. Selbst sehr stumpfe Schlussfolgerungen der anderen Figuren werden bestaunt und gleichzeitig bleibt der Erzähler extrem passiv und unternimmt kaum einmal selbst etwas, fühlt sich, sobald er allein gelassen wird stets unfähig und will aufgeben. 

    Mich persönlich hat das nicht gepackt, weil die interessanten Aspekte vor diesem Hintergrund zurückfielen und das Ende sehr schnell ablief, vielleicht auch deshalb, weil der Autor seinen Killer nicht zu sehr offenlegen wollte, obwohl die psychologische Auseinandersetzung von Dr. Kreisler mit dem Killer überaus spannend hätte ausfallen können.


  22. Cover des Buches Animant Crumbs Staubchronik (Digipak-Version) (ISBN: 9783964432704)
    Lin Rina

    Animant Crumbs Staubchronik (Digipak-Version)

     (28)
    Aktuelle Rezension von: Lysan73

    Ich habe dieses Buch geliebt. Es hat mich in seinen Bann geschlagen und nicht mehr losgelassen - und das, obwohl ich altersmäßig so gar nicht in die Zielgruppe passe.
    Das Thema Bücher lässt mein Herz ohnehin höher schlagen und die Kurzbeschreibung las sich sehr gut. Ich wurde nicht enttäuscht, denn so einiges spielt sich in der Londoner Bibliothek der Universität ab. Die Hauptfiguren und insbesondere deren Entwicklung haben mich überzeugt und begeistert. Natürlich ist das hier kein Sachbuch zum Verhalten der englischen Klassengesellschaft zur Jahrhundertwende! Es ist eine fantastische Liebeserklärung an das Leben und die Liebe! im Beisein ganz ganz vieler Bücher! Herrlich! Einzig der Schluss war für mich etwas abrupt, aber das lässt ja auf eine Fortsetzung hoffen.

    Danke an #netgalleyDE für das kostenlose Rezensionsexemplar (ebook). Meine Meinung wurde davon nicht beeinflusst!

  23. Cover des Buches Die Prinzessinnen von New York (ISBN: 9783548267791)
    Anna Godbersen

    Die Prinzessinnen von New York

     (66)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Ich liebe Historien Romane und tolle Liebesgeschichten. Durch das tolle Cover fühlte ich mich auch direkt angesprochen, aber ich wurde diesmal leider enttäuscht.

    Gleich am Anfang werden so viele verschiedene Figuren eingeführt, das der Leser sich nicht merken kann wer jetzt eigentlich wer ist. Die verschiedenen Sichtweisen waren teilweise so anstrengend langweilig, das ich zwischendurch Pausen einlegen musste.

    Die Frauen waren allesamt so durchtrieben und unmöglich vom Verhalten und es wurde gelogen, verheimlicht und intrigiert wo es nur ging. Die Männer waren alle Dandys, die sich zwischen allen Frauen je nach Laune die ein oder andere nehmen konnten. Regelmäßiger Alkoholgenuss wurde hier natürlich wider als völlig normal dargestellt.

    Wirklich Liebe hat man hier vermisst, ja es war eine andere Zeit, aber Romane müssen ja nicht so detailgetreu das wahre Leben widerspiegeln.

    Ich war eigentlich fest entschlossen alle drei Teile zu lesen, leider muss ich nach diesem Buch aufgeben. So ein Gezicke kann ich mir wirklich nicht noch zwei Bücher antun. Bis auf viel Gerede und die Beschreibungen der Anwesen und Kleider bleibt die ganze Geschichte ziemlich oberflächlich und die Charaktere einfach lieblos.
  24. Cover des Buches Die Eismalerin (ISBN: 9783104027821)
    Kristín Marja Baldursdóttir

    Die Eismalerin

     (111)
    Aktuelle Rezension von: wandablue

    Super schöne isländische Geschichte.

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