Bücher mit dem Tag "1939"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "1939" gekennzeichnet haben.

81 Bücher

  1. Cover des Buches Die Bücherdiebin (ISBN: 9783570403235)
    Markus Zusak

    Die Bücherdiebin

     (4.519)
    Aktuelle Rezension von: Nette

    Ich bin etwas schwierig ins Buch eingestiegen, da ich zunächst nicht verstanden hatte, wer die Geschichte erzählt. 

    Okay okay, manchmal sollte man (ich) noch mal den Klappentext lesen, dann fällt einem auch der Einstieg ins Buch nicht schwer. 

    Nach ein paar Seiten fängt die Geschichte rund um Liesel Meminger, die im Nazideutschland aufwächst, sehr berührend an. Das Leben, das im Jahre 1939 geführt wird, ist wahrlich kein leichtes und ist mit vielen Sorgen und Ängsten verbunden. Der Tod erzählt in dem Buch die Geschichte eines sehr besonderen Mädchens, Liesels Geschichte, die eine Schwäche für Bücher hat. Es gleicht fast einer Geschichte in einer Geschichte. Anfangs fand ich es schade, dass der Tod ein wenig spoilert, aber dann hat er mich wirklich um den Finger gewickelt, denn ich wollte unbedingt wissen, wie sich das Leben von Liesel und ihrer Familie entwickelt. 

    Eine Metapher des Buches fand ich gerade zu herzzerreißend. Es war wunderschön zu lesen, wie aus etwas schlechtem einfach etwas Wundervolles entstehen kann: Freude und Freundschaft. Liesel’s Familie und ihr Freund Rudi sind mir einfach ans Herz gewachsen. Dabei erwischt man sich als Leser:in dabei, dass man sich immer fragt, wie viel Leid ein Leben noch ertragen kann. Das Buch hat mich wirklich sehr berührt, sodass ich am Ende doch geweint habe.

     

    Leseempfehlung, die gerne mal eine andere, sehr berührende Geschichte aus Sicht des Tods im Nazideutschland lesen möchten. Ich hoffe, dass die Bücherdiebin sich ebenfalls in Euer Herz stehlen kann.

  2. Cover des Buches Gefährliche Empfehlungen (ISBN: 9783462049220)
    Tom Hillenbrand

    Gefährliche Empfehlungen

     (101)
    Aktuelle Rezension von: Schattenfrau

    Xavier Kieffer wird in sein nächstes Abenteuer geschubst.

    In diesem Buch finden sich auch mehrere Flashbacks aus der Kriegszeit wieder, die im weiteren Verlauf der Handlung für Aufschluss sorgen.

    In diesem Band tauchen wir in historische Materie ein, was ich persönlich total spannend fand. Geheimdienste, mysteriöse Verschlüsselungen und Anschläge auf Xavier und sein Restaurant und seinen Freund Pekka gehören in diesem Band zum Alltag.
    Xavier bangt mehrmals um sein Leben und eine Person, die in den anderen Bänden schon eine tragende Rolle gespielt hat, wechselt die Seiten. Lest es selbst. Und was uns zum Ende des Buches erwartet, was für ein Geheimnis die Zeit überdauern konnte, damit habe ich am wenigsten gerechnet. Der Showdown wäre kinoreif, da bin ich mir sicher.

    Und nun lehnt euch zurück, schenkt wich einen Riesling ein und lüftet das Geheimnis von 1939. 📘

  3. Cover des Buches Libellenschwestern (ISBN: 9783734103773)
    Lisa Wingate

    Libellenschwestern

     (168)
    Aktuelle Rezension von: hamburgerlesemaus

    Eine Geschichte in den USA über Kinderhandel während der 1930er bis 1950er Jahre. 

    Mit List und Betrug und unter dem Namen „Fürsorglichkeit“ werden Kinder ihren Eltern weggenommen und anschließend an reiche Paare vermittelt. In der Zwischenzeit werden sie in Heimen misshandelt und missbraucht. 


    Eine wahre dunkle Geschichte der USA, verknüpft mit einer fiktiven Protagonistin, die dieser „barmherzigen“ Organisation auf die Schliche kommt...


    Der Roman ist gut geschrieben. Der Spannungsbogen ist hoch und man kann das Buch einfach nicht zur Seite legen. Ein Buch, das mich sehr berührt hat. #leseempfehlung 


    🐭🐭🐭🐭🐭/ 5

  4. Cover des Buches Der Empfänger (ISBN: 9783608964639)
    Ulla Lenze

    Der Empfänger

     (112)
    Aktuelle Rezension von: Jan-Spelunka

    Wie in Ulla Lenzes letztem Roman geht es auch in ihrem neuen Buch „Der Empfänger“ vorrangig ums Überleben. Diesmal allerdings nicht im indischen Mumbai, sondern im New York der dreißiger und vierziger Jahre sowie im zerstörten Neuss der Nachkriegsjahre. Hauptfigur des Romans ist Josef Klein, ein Großonkel der Autorin, den es schon früh nach New York zieht. „Joe“ wirkt auf mich trotz seiner gewiss mutigen Entscheidung, Deutschland zu verlassen, etwas naiv, aber nicht unsympathisch. Vielleicht eine verträumte Art eines Hans-guck-in-die-Luft. Als Amateurfunker gerät Josef Klein allmählich in das Netz deutsch-amerikanischer Nazisympathisanten, für die er zunächst unbedacht verschlüsselte Nachrichten nach Hamburg sendet. Mit wachsendem Unbehagen widersetzt er sich schließlich ihren Forderungen, ohne seine Landsleute dabei allerdings dauerhaft loszuwerden. Eine wichtige Rolle in Kleins amerikanischem Leben spielt auch Lauren – allerdings wird nicht ganz klar, wie viel sie ihm tatsächlich bedeutet. Auf der einen Seite versucht er mit Weitsicht ihr Strapazen und Ärger zu ersparen, bei Gesprächen und Diskussionen hat man dagegen oft den Eindruck, dass Joe sich wenig Mühe gibt, auf Lauren einzugehen. Möglicherweise ist das aber eine typische Erscheinung jener Epoche, in der Vertrauen und Offenheit nicht wirklich gelebt wurden. Gleiches gilt auch für die Zeit seiner vorübergehenden Heimkehr ins Haus seines jüngeren Bruders nach Neuss. Beide finden nur schwer zu einander – man spürt als Leser geradezu die Sprachlosigkeit, das Misstrauen, die Verklemmtheit, den Mief.

    Fazit: „Der Empfänger“ ist ein weiteres geschickt geschriebenes Buch von Ulla Lenze. Die meist kurzen Kapitel sowie die häufigen Orts- und Zeitsprünge sind nachvollziehbar und stören den Lesefluss nicht. Als Niederrheiner hätte ich mir mehr Details aus dem Neuß (Schreibweise bis 1968) der Nachkriegszeit gewünscht, wirkliche Bilder wollen gerade in diesen Kapiteln nicht entstehen – die Atmosphäre aus dem Haus von Carl und Edith Klein wird dagegen sehr gut eingefangen. Bildhaft und genial sind im Übrigen auch viele originelle Formulierungen! Nur ein Beispiel: „Der Fahrtwind raucht ihm die Zigarette weg.“ Solche Sätze sind einfach ein Lesegenuss …

  5. Cover des Buches Die Blechtrommel (ISBN: 9783423138192)
    Günter Grass

    Die Blechtrommel

     (543)
    Aktuelle Rezension von: Lorenz1984

    Danke Herr Grass für diesen längeren Ausflug in die Welt von Oskar Matzerath. 

    Dieses Buch kann ich definitiv mit nichts vergleichen was ich bisher gelesen habe... 

    Jedem zu empfehlen der Lust auf etwas unkonventionelles hat! 

  6. Cover des Buches Das Herz ist ein einsamer Jäger (ISBN: 9783257242249)
    Carson McCullers

    Das Herz ist ein einsamer Jäger

     (178)
    Aktuelle Rezension von: Tausendléxi

    Carson McCullers schrieb diesen Roman mit gerade Mal 23 Jahren. Er wurde 1940 veröffentlicht. Ich habe ihn nun das zweite Mal gelesen und finde für dieses beeindruckende Buch wohl nicht die richtigen Worte. Doch kurz zum Inhalt:

    John Singer, ein sanfter Taubstummer, ist die tragische Hauptfigur dieser Geschichte. Er übt eine besondere Anziehungskraft auf seine Mitmenschen aus. Sie kommen mit ihren Sorgen zu ihm. 

    Mick Kelly, ein Mädchen in der Pubertät, träumt von Musik und Erfolg. Sie lebt mit ihrer Familie, die mit großen finanziellen Problemen geplagt wird. Mick wird um ihre Träume und ihre Zukunft betrogen.

    Jake Blount, ein zorniger und aufbrausender Revolutionär. Eckt immer wieder mit seinen großen Reden überall an und hält es nie lange an einem Ort aus.

    Biff Brannon, Besitzer eines Cafés, ist ein gütiger, wenn auch schon etwas melancholischer Zeitgenosse.

    Dr. Copeland, will die Ungerechtigkeit aus der Welt vertreiben. Ein großes Ziel für einen schwarzen Mann in den Südstaaten.

    Carson McCullers ist hier ein großartiger Roman über die Einsamkeit gelungen. Sie zeigt auf, dass die Liebe bedingungslos ist. Ihre Protagonisten* sind alle miteinander verbunden. Sie alle scheitern an ihren Träumen und Lebensplanungen. Zu Beginn erscheint John Singer noch als der Erlöser, doch nimmt die Story einen verhängnisvollen Verlauf. Trotz dieser ins Detail gezeichneten Schicksale verliert der Roman nicht an seinem einfühlsamen Charme. Carson McCullers hat mit > Das Herz ist ein einsamer Jäger < ein berührendes Buch mit dem Blick auf das ungeschönte Leben kreirt. Große Leseempfehlung!

  7. Cover des Buches Brennen muss Salem (ISBN: 9783453441088)
    Stephen King

    Brennen muss Salem

     (743)
    Aktuelle Rezension von: sina_liest

    4,5 Sterne

    Vampire sind normalerweise jetzt nicht so mein Thema. Das letzte Buch mit dieser Thematik war Twilight - ich denke das sagt schon viel aus :D Normalerweise würde ich auch einen Bogen um solche Bücher machen, aber hier geht nun mal um Stephen King und er hat mir mehr als einmal bewiesen, dass es keine falschen Thematiken gibt, sondern dass man nur den richtigen Autor dafür finden muss. Und wer wäre da besser geeignet als der Meister des Horrors?

    Und er hat es tatsächlich geschafft! Ich fand "Brennen muss Salem" wirklich großartig. Und das hat einen simplen Grund: es ist in jeglicher Hinsicht einfach klassisch. Es ist ein klassischer King mit den typischen Elementen, die er gerne einbaut (der Protagonist ist Autor, die Handlung spielt in einer kleinen Stadt usw) und es ist eine klassische Vampirgeschichte ohne Schnickschnack, dafür aber mit Weihwasser, Kruzifix und Co.

    King lässt sich wie immer Zeit für den Aufbau der Geschichte, stellt gefühlt alle Bewohner der kleinen Stadt Salem´s Lot vor und sorgt so für eine Basis, die sich am Ende doppelt und dreifach auszahlt. Die Spannung steigt konstant und der Horrorfaktor ist sowas von da! Zwischendurch hatte ich tatsächlich Gänsehaut.

    Mein einziges Problem war, dass ich leichte Schwierigkeiten beim Einstieg in die Geschichte hatte. Das Problem hat sich zum Glück aber recht schnell von alleine gelöst, ansonsten bin ich begeistert und kann es nur empfehlen.

  8. Cover des Buches Das verborgene Lied (ISBN: 9783453356801)
    Katherine Webb

    Das verborgene Lied

     (103)
    Aktuelle Rezension von: Pitzi

    Der Galeriebesitzer mit Schreibambitionen Zach, hat ein besonderes Faible für Gemälde des berühmten Malers Charles Aubrey, was auch ein wenig daran liegt, dass Zach glaubt, seine Großmutter hätte einst eine Liaison mit Aubrey gehabt. Als Zachs Galerie schwächelt und er auch noch von seiner Frau verlassen wird, die mit ihrem neuen Mann und Zachs kleiner Tochter ans andere Ende der Welt zieht, braucht Zach unbedingt ein neues Betätigungsfeld.

    Als er durch Zufall die alte und sehr zurückgezogen lebende Dimity Hatcher kennenlernt, die in dem Ort lebt, in dem Charles Aubrey einst mit seinen Töchtern und seiner Lebensgefährtin seine Urlaube verbrachte und die sich als eine der bevorzugten Musen entpuppt, die Charles einst auf seinen Bildern verewigte, kommt Zach die Idee ein Buch über das persönliche Leben von Charles Aubrey zu schreiben, doch dafür braucht Zach Dimitys Einverständnis und mehr noch, er hofft, dass die vorsichtige alte Dame sich darauf einlässt, aus vergangenen Zeiten zu erzählen. Zeiten, in denen sich Dimity unsterblich in den viel älteren Charles verliebte. Was Zach nicht ahnt, dass er in dem kleinen idyllischen Ort am Meer nicht nur eine neue Liebe findet, sondern auch ein Geheimnis lüften kann, dass ihn und alle Beteiligten in den Grundfesten erschüttern wird.

    Im Jahre 1937 ist Dimity noch ein junges Mädchen, das eher eine Außenseiterposition im Dorf inne hat, da ihre Mutter als Dorfhexe und Prostituierte verschrien ist. Als Charles Aubrey mit seiner Familie dort Urlaub macht und sich seine jüngste Tochter mit Dimity anfreundet, fühlt sich Dimity wie im Paradies. Doch Unheil naht, als Dimity sich Hals über Kopf in den viel älteren Mann verliebt…

    Der dritte Roman von Katherine Webb ist wieder mit den gleichen Zutaten gewürzt, wie auch die Vorgängerbände. Gleich auf zwei Zeitebenen treibt die Autorin ihre Story voran, doch im Gegensatz zu „Das geheime Vermächtnis“ und „Das Haus der vergessenen Träume“ kommt die Geschichte diesmal sehr langsam in Fahrt. Erst nach knapp 150 Seiten stellte sich beim Lesen bei mir der übliche Sog ein, der mich bislang stets an Bücher der Autorin gefesselt hat und offenbart dann Stück für Stück ein Puzzleteilchen mehr, das nötig ist, um die Handlungsstränge am Ende zu einem Ganzen zu verknüpfen und das Geheimnis, das Dimity und noch eine weitere Person umgibt, zu lüften.

    Ein wenig sperrig sind diesmal leider trotz aller Spannungsmomente auch die weiblichen Charaktere geraten. Besonders Dimity machte es mir etwas schwer, sie zu mögen, denn ihre Vernarrtheit in Charles mag zwar im Kern nachvollziehbar erläutert werden, hat sie aber auch eine Spur unsympathisch wirken lassen, da ihre Besessenheit Charles gegenüber ein wenig „too much“ auf mich wirkte. Auch hinsichtlich Hannahs Figur benötigte ich eine gewisse Eingewöhnungszeit um sie in mein Leserherz schließen zu können, doch dafür fand ich diesmal die männliche Hauptfigur des Romans, Zach sehr gut charakterisiert. Hier hat die Autorin sehr gut Zachs Unsicherheit was seine berufliche und private Zukunft angeht verdeutlichen können und zudem trägt er auch sein Herz auf dem rechten Fleck.
    Auch die dunklen Geheimnisse, die am Ende aufgelöst werden, haben es durchaus in sich und diesmal konnte ich noch nicht einmal im Ansatz erahnen, was sich die Autorin für ihre Leser hat einfallen lassen. Der Schreibstil von Katherine Webb ist wie gewohnt sehr eingängig und die bildhaften Beschreibungen des Settings runden den Roman sehr gut ab.

  9. Cover des Buches Die Zeit der Birken (ISBN: 9783746635446)
    Christine Kabus

    Die Zeit der Birken

     (32)
    Aktuelle Rezension von: ConnyKathsBooks

    Schleswig-Holstein, 1977: Die Liebe zwischen der 18-jährige Gesine und dem russischen Pferdetrainer Grigori endet jäh, als dieser plötzlich verschwindet. Einzig eine Kette mit einem Eichenlaubhänger bleibt Gesine als Andenken. Erst Jahre später kommt sie damit einem Familiengeheimnis auf die Spur. Estland,1938: Die 19-jährige Charlotte von Lilienfeld wird von ihrer deutschbaltischen Familie als Haushaltshilfe zu ihrem Onkel auf den Birkenhof geschickt, wo sie sich in den jungen Stallmeister Lennart verliebt. Doch ihre Beziehung muss geheim bleiben, denn ihre Eltern würden eine Ehe mit einem Esten niemals erlauben. Als Charlotte ein Kind von Lennart erwartet, beginnt der Zweite Weltkrieg - und die beiden Liebenden werden getrennt.

    "Die Zeit der Birken" stammt aus der Feder von Christine Kabus, deren Romane ich immer wieder gerne lese. Diesmal konnte mich die Autorin aber nur bedingt überzeugen.

    Interessant fand ich auf alle Fälle den Schauplatz. Wir erfahren viel Wissenswertes über die wechselvolle Geschichte Estlands und vor allem der Deutsch-Balten. Einer deutschsprachigen Minderheit, deren Spuren heute noch überall in Estland und Lettland zu finden sind. Auch ich habe einiges dazugelernt, zum Beispiel über die Umsiedlung der Deutsch-Balten Anfang des Zweiten Krieges. Im Rahmen der "Heim ins Reich"-Aktion mussten damals mehrere Tausend Esten und Letten ihre Heimat verlassen und sich größtenteils in annektierten polnischen Gebieten niederlassen. Die historischen Fakten sind dabei fundiert recherchiert und werden hier mit zwei fiktiven Schicksalen und Liebesgeschichten verknüpft.

    Die beiden Erzählstränge von Charlotte in der Vergangenheit und Gesine in der Gegenwart wechseln sich dabei ab. Mit Gesine und ihrer aufmüpfigen, rebellischen Art konnte ich ehrlich gesagt nicht so viel anfangen, auch nicht mit ihrer Liebe zu Grigori. Charlottes Part hat mir hingegen deutlich besser gefallen. Mit ihr konnte ich auch mitfühlen, denn ihre kaltherzige, strenge Mutter macht ihr das Leben schwer.

    Der Schreibstil an sich ist auch nicht schlecht, allerdings viel zu langatmig und detailverliebt. Mit zu viel Historie, Politik, Nebensächlichkeiten und Passagen, die sich zum Teil wie ein Auszug aus dem Geschichtsbuch oder Lexikon lesen. An einer Stelle wird zum Beispiel der Unterschied zwischen Plutokratie und Oligarchie erklärt, was für die Story überhaupt nicht von Belang ist. An anderer Stelle wird detailliert auf die RAF eingegangen. Oder gibt es Referenzen auf Filme und Musik der 70er Jahre, was zwar ganz nettes Beiwerk ist, aber auch nicht wirklich wichtig. Und so zieht sich das durch das ganze Buch. Teilweise fühlte ich mich vor lauter Details richtig erschlagen und meine Gedanken schweiften immer wieder ab. Die Geschichte konnte mich daher nur wenig fesseln und viele Seiten habe ich nur quergelesen.

    Die Zusammenführung der Erzählstränge und die Auflösung am Ende wird dagegen viel zu schnell abgehandelt. Gerade hier hätte sich die Autorin mehr Zeit lassen können. Erstens sind die Familienkonstellationen doch etwas verwirrend und zweitens bleiben auch noch zwei wichtige Fragen offen. Was nach knapp 600 Seiten doch etwas unbefriedigend war.

    Insgesamt kann ich daher "Die Zeit der Birken" nur eingeschränkt empfehlen. Liebe, Familiengeheimnisse und estnische Geschichte - durchaus interessant, aber für mich zu langatmig und detailverliebt erzählt. 3 Sterne von mir.

  10. Cover des Buches Das Gewicht aller Dinge (ISBN: 9783957712875)
    Britta Röder

    Das Gewicht aller Dinge

     (23)
    Aktuelle Rezension von: milkysilvermoon

    Angelica, eine junge Frau, hat alle Erinnerungen verloren, als sie eines Morgens auf einer Parkbank in einer Grünanlage in Frankfurt erwacht - barfuß und nur in ein leichtes Sommerkleid gehüllt. Ohne zu wissen, wer sie selbst ist, lässt sie sich treiben. Auf ihrer Spurensuche sammelt sie fremde Lebensgeschichten auf, indem sie für andere Menschen ein offenes Ohr hat…

    „Das Gewicht aller Dinge“ ist ein Roman von Britta Röder.

    Meine Meinung:

    Der Roman besteht aus 27 kurzen Kapiteln und endet mit einem Epilog. Erzählt wird in wechselnden Perspektiven.

    Der Schreibstil gefällt mir ausgesprochen gut. Der Roman ist atmosphärisch dicht, bisweilen poetisch und voller starker Bilder. Allerdings habe ich etwas gebraucht, um in die Geschichte zu finden, denn der Anfang war ein wenig verwirrend für mich.

    Zwar steht die Frau ohne Gedächtnis im Vordergrund der Geschichte. Aber auch weitere Charaktere wie der Hochschullehrer Rolf und die alte Charlotte Ehrhardt nehmen viel Raum ein. Das breite Spektrum an Personen hat mich überrascht. Trotzdem ist es nicht schwierig, den Überblick zu behalten. Was das Innenleben der unterschiedlichen Figuren angeht, beweist die Autorin viel Einfühlungsvermögen.

    Die Grundidee des Romans finde ich kreativ und ungewöhnlich. Auch die Umsetzung hat mich überzeugt. Auf nur knapp 200 Seiten geht es um die existenziellen Themen: Leben und Tod, Liebe und Trauer, Glück und Leid. Mehrere Schicksale werden beleuchtet. Auf diese Weise hat mich die Geschichte immer wieder berührt und zum Nachdenken angeregt. Hin und wieder verschwimmen die Grenzen zwischen Realität, Traum und Illusion.

    Das geschmackvolle Cover passt meiner Ansicht sehr gut. Auch der Titel ist treffend gewählt.

    Mein Fazit:

    „Das Gewicht aller Dinge“ von Britta Röder ist ein besonderer Roman. Die Geschichte ist facettenreich, tiefgründig und sehr bewegend. Eine empfehlenswerte Lektüre.

  11. Cover des Buches Ich, der Roboter (ISBN: 9783453528420)
    Isaac Asimov

    Ich, der Roboter

     (47)
    Aktuelle Rezension von: Horatio-Buecherliebe

    In der vorliegenden Erzählungssammlung aus den 1940er Jahren befasst sich Isaak Asimov frühzeitig mit moralischen und ethischen Fragestellungen, die mit dem Zusammenleben von Menschen und "intelligenten" Robotern verbunden sind. Grundlage bilden die von ihm entwickelten (zunächst) drei Robotergesetze, die auch über sein Werk hinaus im Bereich der Roboter-Ethik erhebliche Beachtung gefunden haben. Wegen ihrer großen Bedeutung für sein gesamtes Werk nachfolgend kurz aufgeführt:

    1. Ein Roboter darf keinem Menschen schaden oder durch Untätigkeit einen Schaden an Menschen zulassen.

    2. Ein Roboter muss jeden von einem Menschen gegebenen Befehl ausführen, aber nur, wenn dabei das erste Gesetz nicht gebrochen wird.

    3. Ein Roboter muss seine eigene Existenz bewahren, es sei denn, dies spricht gegen das erste oder das zweite Gesetzt.

    Mögen diese Gesetze auf den ersten Blick auch einleuchtend erscheinen, sind sie in der alltäglichen Anwendung jedoch sehr problematisch und interpretierbar. Genau mit diesen Unschärfen befasst sich Asimov in den vorliegenden Erzählungen.

    Die aus den drei Gesetzen der Robotik resultierenden moralischen Fragestellungen und Dilemmata und überhaupt das Thema Roboter-Ethik sind gerade heute in den Zeiten von künstlicher Intelligenz, erster humanoider Roboter, Drohnen und autonomen Fahrens wieder von höchster Aktualität!

    Der Band bildet zudem auch als theoretische Grundlage einen hervorragenden Einstieg in Asimovs monumentalen und spannenden "Foundation-Zyklus" und sei schon aus diesem Grund jedem und jeder Interessierten ans Herz gelegt.

    Die recht bekannte Verfilmung "I, Robot" (2004) von Alex Proyas mit Will Smith beruht allerdings nur sehr locker auf Motiven der Erzählungssammlung und steht als "SF-Actionfilm" mehr eigenständig daneben.

    Auf Seiten der literarischen Qualität sind bei derart auf das Sachthema "Roboter-Ethik" bezogenen Erzählungen allerdings einige Abstriche zu machen, was sich etwas auf meine Sterne-Bewertung auswirken musste.

    Das ändert allerdings nichts an meiner großen und uneingeschränkten Leseempfehlung für alle Interessierten, die sich mit anspruchsvoller Science Fiction Literatur auseinandersetzen möchten.


  12. Cover des Buches Der rote Sarg (ISBN: 9783426513101)
    Sam Eastland

    Der rote Sarg

     (28)
    Aktuelle Rezension von: Sky

    Der Panzer, der den Krieg verändert

    Pekkala, ehemaliger Sonderermittler des Zaren und im ganzen Land als das Smaragdauge bekannt, steht nun unter Stalins Führung im Dienste der russischen Regierung. Er ist einer der Wenigen, die das Wort gegen Stalin erheben können ohne das ihm der Kopf abgeschlagen wird oder um sein Leben fürchten muss. Sein neuester Auftrag verschlägt ihn zu der Entwicklung eines Panzers. Der T-34, der von Stalin große Bedeutung hat und für dessen Entwicklung höchste Geheimhaltung gilt, soll alles bisherige in den Schatten stellen. Doch Oberst Nagorski, hauptverantwortlich für dieses Projekt, scheint von seinen eigens konstruierten Panzer zerquetscht worden zu sein. Pekkala soll der Sache auf den Grund gehen, denn jemand steckt hinter diesem Tod, der als vermeidlicher Unfall gilt. Ist Nagorski wirklich einem Attentat zum Opfer gefallen? War es nur ein Unfall? Wer weiß vom Panzerprojekt und will es verhindern? Steckt der Feind in den eigenen Reihen?


    In Pekkalas zweiten Fall stehen wir kurz vor dem zweiten Weltkrieg, der über Europa hereinbricht. Pekkala versucht dies zu verhindern und kann mit seinen Schattenpass durch Russland marschieren ohne das ihm jegliche Konesequenzen drohen. Er darf sich alles nehmen, man darf seine Motive nicht hinterfragen, jeder ist gezwungen ihm zu gehorchen und ihm zu geben, was er verlangt.. Nur sehr wenige sind im Besitz eines solches Passes, der ihnen alle möglichen Rechte einräumt. Gemeinsam mit seinem Assistenten Kirow, der im ersten Fall zu ihm gestoßen ist und nun zum Major erhoben wurde, ermittelt er diesen politisch wichtigen Fall und liefert sich mit ihm witzigen und teilweise ernsten Schlagabtausch. Während beide im ersten Fall noch ziemlich blass wirkten, entwickeln sie sich zu vollwertigen Charakteren mit eigenwilligen Eigenschaften. Kirow, als leidenschaftlicher Koch und Genießer, verurteilt gerne und oft Pekkalas einfache Art, seine Essgewohnheiten und vor allem seinen Hang zur Kleidung, die andere Menschen zu ihrer Beerdigung tragen. Im Gegensatz ist das Mysterium Pekkala eine bodenständige und herzensgute Person.

    Die Menschlichkeit der Beiden trägt den Roman. Sie sind keine Übermenschen mit fast schon übernatürlichen Fähigkeiten, sondern vielmehr Persönlichkeiten mit gewissen Talenten, die sie zum Einsatz bringen können. Doch hier fangen die Probleme an: Pekkalas absolutes Gedächtnis wird im zweiten Fall nicht einmal genutzt, geschweige denn erwähnt und oftmals wirkt er fast schon hilflos herumirrend, darauf wartend, dass einfach irgendetwas geschieht. Der Ermittelungsprozess ist dadurch eher schleppend und entstehende Ergebnisse kratzen nur an der Oberfläche, obwohl sie pointiert sind und den Anstoß für interessante Wendungen geben oder geben könnten.

    Das Geschehene stoßt sich seine Knie leider oft an den Kanten der Logik. Zwar fängt Sam Eastland die kalte russiche Stimmung ein, aber es gelingt ihm nicht das Diktatorische und Stalins Herrschaft auszuarbeiten oder in irgendeiner Weise das Leiden der Bevölkerung abzulichten. Nicht einmal kommen die beiden Ermittler damit in Berührung und so wirkt die Geschichte im historischen Kontext, in dem sie steht, ziemlich deplatziert. Auch die Handlung selbst hat mit seinen Problemen zu kämpfen. Die Ereignisse können einfach so geschehen ohne das plausibel erklärt wird, warum in einem kontrollierten Staat, vor allem bei einem solchen Projekt, solche Fehler passieren können ohne das jemand davon Wind bekommt. Das Pekkala, auch wenn er fast eine Art Legende darstellt, einen solchen Sonderstatus bei Stalin genießt und ihn sogar verhöhnen darf, schadet der authentischen Seite des Romans anstatt ihr interessante Facetten zu verleihen. Es schadet zudem den Spannungsmomenten, die "Der rote Sarg" besitzt, aber durch solche logischen Fehler reduziert werden.

    Erzählt ist das Ganze wieder, wie im Vorgänger, in zwei Zeitebenen. Einmal die Haupthandlung, die aus Sicht von Pekkala den Verlauf schildert, wie er den Fall rund um dem Tod von Nagorski und die Gefährdung des Projektes um den T-34 bearbeitet, und die Rückblenden aus seinem Leben, als er noch Sonderermittler des Zaren war, Anschläge überlebt und Rasputin ein Berater der Zarenfamilie war. Dieser Wechsel führt dazu, dass Pekkalas Persönlichkeit tief beleuchtet wird und gerade seine menschliche Seite immer spürbarer wird. Gerade die Rückblenden geben Erkenntnisse preis, die einen immer wieder verwundern und dem Roman eine gewisse Dynamik verleihen.

    Nichtsdestotrotz bleiben die logischen Lücken, die sich im Laufe der Geschichten nur vergrößeren statt verschlossen werden. Vor allem am Ende kommen immer wieder kopfschüttelnde Momente, die den endgültigen Showdown hervorrufen, bei dem man sich die Frage stellt, wie das alles möglich gewesen ist ohne auch nur eine einzige Antwort zu erhalten. So bleibt nur die durch den Schreibstil entstehende Spannung, aber keine schlüssige Abschließung des Falles an sich.


    Fazit

    Sam Eastland macht in "Der rote Sarg" charatkertechnisch Boden gut, hat eine spannende, wenn auch karge, Schreibe, die sich aber an den logischen Fehlern und der fehlenden Authenzität die Finger blutig kratzt. "Der rote Sarg" ist unterhaltsam und pointiert, aber auch hier wurde wieder Potenzial verschenkt.

  13. Cover des Buches Sibirisch Rot (ISBN: 9783426513934)
    Sam Eastland

    Sibirisch Rot

     (19)
    Aktuelle Rezension von: Sato

    Sibirisch Rot - Pekkalas dritter Fall

    Kurz vor Beginn des zweiten Weltkrieges muss Pekalla auf Befehl Stalins zurück nach Sibirien, genauer nach Borodok, dem Arbeitslager in welchem er neun Jahre verbracht hatte. Er soll dort den Mord an einem Häftling aufklären, ungewöhnlich, das Stalin das Ende eines Häftlings interessiert - und er muss verdeckt ermitteln, was bedeutet das Pekalla als Häftling in diese Hölle zurückkehrt.

    Aber das ist nicht alles, was sich aus seiner Vergangenheit ans Licht bewegt. Der getötete Gefangene hatte während der Revolution zu den Truppen gehört, welche das Zarengold nach Sibirien in Sicherheit bringen sollten. In den Wirren der Kämpfe geriet ein Großteil des Goldes in die Hände der Roten und die Truppen wurden geschlagen, die Überlebenden landeten in den Gulags.

    Als Pekalla in Borodok eintrifft leben noch drei ehemalige Weißgardisten, noch immer hoffend, ihr ehemaliger Ko0mmandeur kommt sie befreien. Doch dieser ist eigentlich tot, erschossen vor Pekallas Augen, jedoch stellt sich heraus, das es sich dabei um einen Doppelgänger handeltet und der Oberst bereits im Lager versteckt lebt. Und sein Erscheinen gilt weniger der Befreiung seiner Leute als vielmehr jenem Teil das Zarengoldes, welchen er retten konnte und auf der Flucht versteckt hat.

    Ein von Anfang bis Ende spannendes Buch, die Erzählung ist durchsetzt von Rückblenden in die Zeiten vor und während der Revolution. Geschichtlich gut recherchiert bietet Sam Eastland einen interessanten Überblick der Ereignisse in Sibirien zwischen 1918 und 1920, insbesondere zum Zug der tschechoslowakischen Legion, eine heutzutage weithin unbekannte Partei in dem Spiel um die Macht.

    Für mich der bislang beste Pekalla - vorbehaltlos zu empfehlen. 

  14. Cover des Buches Geliebter Roboter (ISBN: 9783453528437)
    Isaac Asimov

    Geliebter Roboter

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Letztlich hatte ich ja bereits „Ich, der Roboter“ von Asimov konsumiert und war von den 1950 erstveröffentlichten Werk begeistert. Somit war es klar dass der Nachfolger auf jeden Fall auch konsumiert werden musste.

    Klappentext:
    Claire Belmont, Ehefrau eines Angestellten der U. S. Robot Company, soll das Modell TN3, genannt Tony, als Haushaltshilfe testen. Nur widerwillig stimmt sie dem Projekt zu, Robots sind ihr nicht ganz geheuer. Aber Tony ist darauf programmiert, ihr jeden Wunsch zu erfüllen – und er erkennt mehr als nur die offensichtlichen … In insgesamt zehn Kurzgeschichten wirft Isaac Asimov in „Geliebter Roboter“ einen Blick in die Zukunft, deren Grundsteine heute schon gelegt werden. Zusammen mit „Ich, der Roboter“ und „Der Zweihundertjährige“ legt Asimov hier auch den Grundstein zu seiner gigantischen Future History, dem Foundation-Zyklus.

    Zum Inhalt:
    Isaac Asimov welcher während seiner Studienzeit mit dem Schreiben von SF-Kurzgeschichten begonnen hat, dürfte den meisten durch „I, Robot“ oder durch seine Robotergesetze ein Begriff sein. Hier liegt nun der zweite Teil der dreiteiligen Reihe aus dem Heyne Verlag vor.

    Zwischen den Buchdeckel befinden sich zwölf Geschichten welche Asimov zwischen 1951 und 1957 erschaffen hat.

    Auch in diesem Werk versetzt Asimov in eine damals Fiktive Zukunft, welche sich heute fast wie eine Vorhersage anhört, allerdings immer noch top aktuelle erscheint.

    Die hier versammelten Storys drehen sich um Fragen wie etwa ob das menschliche Handeln von Maschinen vorherberechnet werden kann oder aber ob ein Zusammenleben zwischen Mensch und KI/Maschine ohne Vorbehalte oder Diskriminierung möglich ist.

    Die Storys hangeln sich dabei immer wieder um einen festen Pro- und Antagonistenstamm auf, welches einem das „reinkommen“ wohlwissend erleichtert.

    Meine Meinung:
    „Ich, der Roboter“ war schon ein gelungenes Leseerlebnis, und „Geliebter Roboter“ steht diesem in nichts nach und ich kann absolut nachvollziehen warum diese Werke als must-read Klassiker gehandelt werden.

    Auch wenn dieses Werk Mitte des letzten Jahrhunderts den Weg zwischen die Buchdeckel gefunden hat, es ist aus meiner Sicht, aufgrund der technischen Entwicklungen z.B. bei Künstlichen Intelligenzen immer noch aktuell und stellt heute immer noch die richtigen Fragen.

    Die kleine Meckerei vom ersten Teil muss ich hier auch übernehmen, aber das Cover ist mir einfach nicht passend genug. Und ein Hinweis noch, der Heyne Verlag kann in die Zukunft schauen, zu mindestens wenn es ums Copyright geht, da steht dann „2018“.

    Meine Wertung:
    4,75 von 5 Robbie`s

  15. Cover des Buches Die Nadel (ISBN: 9783898970983)
    Ken Follett

    Die Nadel

     (592)
    Aktuelle Rezension von: BuecherwurmNZ

    Die Geschichte wird aus verschiedenen Sichtweisen erzählt. Zum einen natürlich aus der Sicht des Spions Henry Faber, bekannt als „Die Nadel“. Sehr schön erfährt man hier, wie das Leben eines Spiones ist. Henry Faber spielt immer eine Rolle, um nicht aufzufliegen. Dabei geht er sehr überlegt vor und ist sehr vorsichtig, weshalb er besser ist als andere deutsche Spione in England. Wird er entdeckt oder besteht auch nur der Verdacht, tötet er die betreffenden Personen.
    Zum anderen gibt es auch die Sicht der zwei Agenten Godliman und Bloggs, die deutsche Spione in England aufdecken wollen. Sie kommen auf Henrys Spur und versuchen ihn zu fassen, bevor er die wichtige Information über die Täuschung der Engländer an Hitler weitergeben kann.
     Zudem gibt es zu Beginn ein paar Kapitel aus Sicht einer Frau, Lucy, die aber erst später wieder eine Rolle spielen wird, und gegen Ende des Buches einige Kapitel, die Besprechungen Hitlers mit einigen Generälen erzählen, was für mich nicht hätte sein müssen. Ich fand es schwer, diese zu lesen.

    Zu diesem Buch kann man nicht viel sagen, nur, dass es wahnsinnig spannend ist. Und das durchgehend. Man taucht zunächst in Henrys Welt mit seinen aufgebauten Identitäten ein. Als er das Täuschungsmanöver der Briten entdeckt, beginnt seine gefährliche Reise nach Deutschland. Diese ist an sich schon sehr spannend und es wird noch nervenaufreibender, weil man die beiden englischen Agenten dabei begleitet, wie sie Faber fangen wollen und den Stand ihrer Ermittlungen und Vermutungen erfährt. Am Ende des Buches steigt die Spannung noch weiter an, als es zum großen Schowdown kommt.

    Fazit

    Ein unglaublich spannender Thriller über den Spion „Die Nadel“ zur Zeit des zweiten Weltkrieges. 

  16. Cover des Buches Bubis Kinnertied. Tüsken Wieken un Wullgras (ISBN: 9783862824700)
    Detlef M. Plaisier

    Bubis Kinnertied. Tüsken Wieken un Wullgras

     (11)
    Aktuelle Rezension von: Harpo

    Die Originalgeschichte, welche aus den sogenannten Memoiren des Vaters des "Autors", bezogen wurde, hätte eigentlich das Potential zu einer wahrhaft erzählenswerten sein können. Leider macht es der Autor - wir mögen ihn so nennen - einem unmöglich die Geschichte zu genießen. Der Grund: Langweilig und überaus langatmig erzählt. Dazu auch noch schriftstellerisch wenig ausgereifte Stil, der es fast schon zum Kraftakt macht, sich durch das Ganze durchzuarbeiten.

  17. Cover des Buches 2086 - Sturz in die Zukunft (ISBN: 9783945493519)
    Robert A. Heinlein

    2086 - Sturz in die Zukunft

     (12)
    Aktuelle Rezension von: einz1975
    Der Name des Autors regt schon die Fantasie an und man erinnert sich an unzählige seiner Science Fiction Geschichten. „2086 - Sturz in die Zukunft“ gilt als der lang verschollene erste Roman von Robert A. Heinlein, denn bereits 1939 soll dieses Manuskript entstanden sein. Damals nicht angenommen, geriet der Roman in Vergessenheit, bis er letztendlich in die Hände des Mantikore Verlages gelangte. Sie haben sich viel Mühe gegeben, dem Autor wirklich gerecht zu werden. Mit einer neuen Übersetzung, kleinen Erläuterungen zwischendurch und einer ausführlichen Geschichte hinter diesem Schriftstück, wird nicht nur der Fan belohnt, sondern auch der Neueinsteiger. Kommen wir auch gleich zum Inhalt des Romans, welcher doch recht skurril anfängt.

    1939 – Der Pilot Perry Nelson gerät in einen Autounfall. Eigentlich sollte man so einen Sturz nicht überleben. Doch wie es das Schicksal wohl so will, erwacht er 147 Jahre später und kann sich nicht erinnern, wie er in dieses Bett gekommen ist. Eine junge Frau versucht ihn langsam an die neue Welt heranzuführen und genau hier zeigt der Roman schon, dass Heinlein eben nicht einfach nur eine Geschichte schreiben wollte. Vielmehr denkt er sich haarklein eine durchdachte eigene Zukunft aus. Dabei geht es von dem Zusammenleben zwischen Mann und Frau, bis hin zu Geschichte, Politik und Wirtschaft. Es gibt seitenweise Abhandlungen über das, was die letzten hundert Jahre alles passiert ist. Da haben wir den Krieg in Europa, der mehrere Jahrzehnte tobte und mittlerweile kaum noch Menschen hier leben.

    Selbst bei dem Wirtschaftskreislauf nimmt er den Kapitalismus und die freie Marktwirtschaft ordentlich unter die Lupe. Technische Errungenschaften, wie kleine Fluggeräte, ähnlich wie Autos, sind dann fast nur Beiwerk und als Perry vor Raketen steht, welche zum Mond fliegen sollen, da staunt man schon nicht schlecht, wie weit Heinlein in seinen Gedanken der Geschichte voraus war. Als begeisterter Mathematiker und Physiker, war es nur logisch, dass er sein Wissen auch in seinen Storys unterbringt und das dabei auch weltpolitische Fragen zum Vorschein kommen, sollte ebenfalls nicht verwundern.Doch muss man sich für dieses Buch wirklich Zeit nehmen. Es gibt zwar einen Rahmen und Perry spielt seine Figur als Hauptcharakter gut, doch bleibt der Autor dem Leser viele Antworten schuldig.

    Vielleicht auch einer der Gründe, warum der Roman damals scheiterte und auch heute noch den Zugang deutlich erschwert. Dafür gibt es aber sehr interessante Denkanstöße und vor allem erstaunliche Parallelen zu echten Ereignissen unseres Jahrhunderts. Der gesamte Text wird allerdings erst durch die Erläuterungen und durch das Vorwort wirklich erhellend. Zum Teil hätte man Heinlein gewünschte mehr Erfolg von Anfang an feiern zu können, doch vielleicht waren auch solche Rückschläge, wie die Nichtveröffentlichung dieses Romans, ausschlaggebend für viele andere Geschichten, denn man erfährt später, dass bereits einige Teile des Romans in Form von Kurzgeschichten doch schon den Weg in die Hände der Leser gefunden hat.

    Fazit:
    Das kleine Manifest des Robert A. Heinlein! Er schrieb Geschichte und begab sich dabei immer wieder weit in die Zukunft der Menschheit. Ob Aliens, Zeitreisen oder ferne Welten, Heinlein war im Geist ein Visionär und auch als Autor schuf er man Meisterwerk. Der Mantikore Verlag bietet hier für Fans des Autors die seltene Gelegenheit noch einmal tiefer in seine Gedankenwelt abzutauchen. Wer eine typische Science Fiction Story erwartet, wird sie hier leider nicht bekommen. Wer allerdings eine Abhandlung, über eine nicht eingetroffene Zukunft lesen will, wird hier definitiv fündig.

    Matthias Göbel

    Autor: Robert A. Heinlein
    Broschur: 328 Seiten
    Verlag: Mantikore Verlag
    Sprache: Deutsch
    Erscheinungsdatum: 18.02. 2016
    ISBN: 978-3945493519
  18. Cover des Buches Das Versprechen der Freiheit (ISBN: 9783734105074)
    Rachel Rhys

    Das Versprechen der Freiheit

     (10)
    Aktuelle Rezension von: Lesender_Vicinger

    Vor dem Lesen, war ich wegen einer Rezension hier auf Lovelybooks besorgt, es handelt sich hier um einen Krimi... Doch zum Glück überhaupt nicht!

    Im Allgemeinen ist der Schreibstil sehr angenehm; es liest sich flüssig und fesselt von Beginn an. Lily ist eine kluge, ehrgeizige und sympathische junge Frau, die sich während der Reise entwickelt. Auch ihre neuen Bekanntschaften sind interessante und komplexe Persönlichkeiten, die dem Buch ihr Charme und die Spannung verleihen. Während der Schiffsfahrt ecken diese auch mal an, was ihre politischen Meinungen betreffen. Dass sie die damaligen gesellschaftlichen Verhältnisse widerspiegeln, gefällt mir an historischen Romanen. Hier ist es auch wichtig zu wissen, dass reale Memoiren einer jungen Frau, die damals an solch einer Überfahrt teilnahm, als Grundlage für diesen Roman dienten.

    Die ausführliche Rezension findet ihr auch auf: https://lesendervicinger.wordpress.com/2021/03/08/rezension-zu-das-versprechen-der-freiheit-von-rachel-rhys/

  19. Cover des Buches Die Stahlhöhlen (ISBN: 9783453527942)
    Isaac Asimov

    Die Stahlhöhlen

     (51)
    Aktuelle Rezension von: Gallert-Oktaeder

    Auf einer Erde in der die Weltbevölkerung auf 8 Billionen angewachsen ist, haben die Menschen sich gigantische Stadtkomplexe unter stählernen Kuppeln erschaffen. Stahlhöhlen, wenn man so will. Wie lange dieses System noch bestehen kann, ohne dass es zu einer Katastrophe kommt ist nur eine Frage der Zeit. Wenn die Lebensmittelversorgung irgendwo auch nur für kurze Zeit ausfallen sollte, könnte das schwerwiegende Folgen haben. Die Medievalists sprechen von einer Rückkehr zu einem Leben unter freiem Himmel (in den Augen der meisten Menschen ein mittlerweile völlig unvorstellbarer und grauenerregender Gedanke), während die Spacer, die selbst die Erde vor langer Zeit verlassen hatten als einzigen Ausweg die Kolonisierung neuer Planeten sehen.

    Als ein Mord auf der Station der Spacer nahe der Megapolis von New York geschieht, fällt der Fall dem Polizeibeamten Elijah „Lije“ Bailey in die Hände. Schnell ist klar, dass dieser Mord die Beziehungen zwischen Stadtbewohnern und Spacern stark beeinträchtigen könnte. Für die Aufklärung wird Elijah von den Spacern R. Daneel Olivaw zur Seite gestellt, einer der von ihm so sehr verhassten Roboter.


    Auch wenn sich Isaac Asimovs Zukunftsvision nicht mit der Welt, in der wir heute leben, gleichsetzen lässt, sind seine Thematiken immer noch aktuell. Die Erdbevölkerung wächst weiter an – im Jahr 2100 sollen es knappe 11 Milliarden sein. Die Angst, dass irgendwann ein Roboter den eigenen Job ersetzt ist momentan weniger spürbar, doch verstärkter Einsatz von Robotern ist ein fortschreitender Prozess, der im Laufe der nächsten Jahrzehnte bestimmt noch an Bedeutung zunehmen wird. Dafür das dieser Roman also nun schon vor fast siebzig Jahren geschrieben wurde, hat er kaum etwas von seiner Aktualität verloren.

    Auch was den Schreibstil angeht, empfand ich beim Lesen, dass der Text gut gealtert ist. The Caves of Steel ließen sich für mich sehr flüssig lesen, insbesondere die Dialoge zwischen Elijah Bailey und seinem Roboterkollegen Olivaw stellten sich als sehr unterhaltsam heraus. Die Kombination dieser beiden Charaktere und ihr Vorgehen als Ermittlerduo war wirklich großartig und machte Spaß zu verfolgen.

    Die Geschichte lässt sich insgesamt als eine Mischung zwischen Krimi und Sci-Fi-Literatur beschreiben, wobei sich Isaac Asimov vor allem intensiv mit dem Thema Roboter auseinandersetzt. Intelligent und spannend geschrieben. 

  20. Cover des Buches Das Leuchten jenes Sommers (ISBN: 9783499273209)
    Nikola Scott

    Das Leuchten jenes Sommers

     (86)
    Aktuelle Rezension von: Pixibuch

    Ein Buch voller Emotionen, Melancholie und sehr großer Trauer.      Es  sind zwei Handlunggstränge, einmal die Jahre um 1939 und      einmal im heute. Maddy und ihre Schwester Georgiane leben auf dem      Anwesen Summerhill in Cornwall. Die Mutter starb bereits bei      Maggies Geburt, der Vater kam bei einem Unfall ums Leben. Der      Landsitz ist schon etwas heruntergekommen. Georgiane bringt aus      London eine Schar junger Leute mit, die sich auf dem Landsitz      vergnügen. Mit Victor scheint sie eine ganz besondere Verbindung zu haben. Aber Maddy hat ein  sehr unangenhmes Gefühl. Es herrscht Kriegsstimmung, Deutschland ist bereits in      Polen eingedrungen. Und dann stürzt ein Flugezug ab und Maddy ist      seit diesem Zeitpunkt sehr verändert. Chloe lebt im heute und hat      einen strebsamen Arzt geheiratet, der sie zwar auf Händen trägt,      sie aber in einem goldenen Käfig gefangenhält. Maddie ist      inzwischen eine alte Dame und Chloe, vor ihrer Ehe Fotografin wird      beauftragt, die alte Damen zu fotografieren, da sie schon seit      ihrer Jugend Bücher schreibt. Die beiden unterschiedlichen Frauen      freunden sich und und Beide lehnen sich plötzlich gegen die      Konventionen auf, in denen sie bisher lebten. Ein Buch voller      Dramatik. Besonders die Landschaftsbeschreibungen Cornwalls lassen      die Leser träumen, die rauhe Küste, das alte Landhaus. Und      demgegenüber die moderne und sterile Villa des Arztehepaares. Ich      liebe die Bücher dieser Autorin, denn sie geht voll auf ihre      Protagonisten ein. Man fühlt mit ihnen und man leidet mit ihnen.      Gekonnt erzählt sie, dass Geld und Vermögen nicht alles sind. Da      Chloe einen behinderten Bruder hat, wird auch dieses Thema nicht      ausgespart. Ein Roman über Geschwisterliebe, alten Traditionen und      voller Geheimnisse, die erst im Laufe des Buches gelöst werden. Der      Schreibstil der Autorin ist derart fesselnd und jedes Kapitel      endet so spannungsgeladen, dass man nicht mehr aufhören kann und      sich in das Leben der beiden Frauen integriert. Ein Buch, das einem      noch lange in Erinnerung bleiben und beschäftigen wird. Zwei      furchtlose Frauen, die alle ihre ihnen auferlegten Zwänge brechen      und jede für sich trotz großer Schwierigkeite tapfer ihren Weg      gehen und weiterverfolgen. Das Cover zeigt eine Frau, die verträumt mit dem Wasser spielt.

  21. Cover des Buches Der Zweite Weltkrieg (ISBN: 9783596161133)
    Sir Winston Churchill

    Der Zweite Weltkrieg

     (16)
    Aktuelle Rezension von: Tobias_Damaschke
    Dieses Buch verbindet zwei meiner absoluten Lieblingshobbys: Lesen und Geschichte.
    Der Zweite Weltkrieg ist der Urknall der modernen Weltordnung, der folgenschwerste Konflikt des 20. Jahrhunderts, dessen Folgen bis heute überall zu spüren sind. Es gibt wohl kaum ein geschichtliches Thema, das so oft in Filmen, dem Fernsehen oder Büchern verwendet wird. Doch kaum ein Werk reicht an das von dem Mann heran, der 1940 durch seine unerschütterliche Unbeugsamkeit vielleicht das zivilisierte Europa vor den Nazis rettete.

    Winston Churchill ist eine absolut faszinierende Persönlichkeit. Sicherlich kann man ewige Diskussionen über ihn führen, viele sehen ihn kritisch und dieser Text hier soll jetzt bestimmt nicht ins geschichtswissenschafftliche abdriften. Hier gehts nämlich um eine Fähigkeit dieses Briten, die man ihm nicht absprechen kann: Er konnte verdammt gut schreiben.

    Dieses Buch ist mehr als eine bloße Zusammenfassung des Krieges aus britischer Sicht. Teilweise liest es sich wie eine Autobiographie oder Churchills Memoiren. Es gibt tiefe Einblicke in das britische Regierungs- und Parteiensystem, Einzelschicksale werden eörtert, große Borgen gespannt und Details ans Licht gebracht, die zumindest mich beim ersten Mal Lesen sehr überraschen konnten. Zudem, bedingt durch den Autoren und die Zeit, aus der das Buch stammt, ist dies hier auch ein Zeugnis des Denkens eines Menschen aus der Zeit des Imperialismus. Sobald Churchill von der "britischen Rasse" spricht, sollte man nicht den Fehler machen, aus rein modernen Augen auf das Buch zu schauen - wie jeder Mensch war Churchill ein Kind seiner Zeit und da damals andere Ansichten vorgeherrscht hatten, sollte dieser Sprachgebrauch niemanden verwundern.

    Am Ende ist dieses Buch einfach nur hochinteressant und - obwohl man ja natürlich weiß, wie alles ausgeht - stellenweise sehr spannend. Ich lege dieses Buch jedem ans Herzen, der sich für die Geschichte des Zweiten Weltkriegs interessiert und auch mal einen Blick hinter die Kulissen der britischen/allierten Seite wagen will. es lohnt sich - den Nobelpreis für Literatur hat das Buch schließlich nicht aus purem Zufall gewonnen.
  22. Cover des Buches Das Dorf der Wunder (ISBN: 9783746627717)
    Roy Jacobsen

    Das Dorf der Wunder

     (18)
    Aktuelle Rezension von: sommerlese
    Der Roman "*Das Dorf der Wunder*" von Autor "*Roy Jacobsen*" erscheint seit 2012 im "*Aufbau Verlag*".

    Finnland im Winter 1939: Die Sowjets überfallen mit einer riesigen Armee Finnland. Auf finnischer Seite kämpfen gerade mal 2000 Männer.
    Der Holzfäller Timo Vatanen ist der Einzige von circa 4000 Einwohnern in Suomussalmi, der nicht flieht und in aller Seelenruhe auf die heranrückenden Truppen wartet. Bald wird sein Wissen für die Russen unentbehrlich. Denn er weiß, wie man im eisigen finnischen Winter bei minus 40 Grad überlebt.


    *Ein Menschenleben ist nicht viel wert, aber man klammert sich doch gern daran, wenn man es nun schon hat.* (Timo Vatanen)


    Der in Norwegen lebende Schriftsteller Roy Jacobsen, hat einen bemerkenswerten Erzählstil. Schon in "Die Unsichtbaren" hat mir seine Ausdrucksfähigkeit sehr gut gefallen. Diesem Roman liegen wahre Ereignisse von 1939 zugrunde. Es geht um Überleben, Kampf und die kleinen Freuden des Alltags in dieser schweren Zeit. Denn viele Zivilisten wurden unweigerlich in diesen Krieg hineingezogen, ohne ihn zu unterstützen oder auch zu verstehen.

    Jacobsen erzählt vom Finnen Timo Vatanen, einem einfachen, ungebildeten Holzfäller, der vor den näher kommenden russischen Truppen aus Überzeugung und Sturheit seinen Wohnort nicht verlassen will und dort zum Lebensretter einiger Männer im eisigen finnischen Winter wird. Zwischen Trümmern und Asche bleibt Timo zurück und zieht sich ins Haus von Krämer Antti zurück, besorgt sich nützliche Dinge, die er im Dorf findet, bunkert Feuerholz und alle Lebensmittel, die er finden kann. Damit wirkt sein Rückzugsort fast wie eine Oase inmitten der Gewalt. Dort nimmt er Menschen gleich jeder Nationalität oder Religion auf, versorgt Wunden oder Erfrierungen, kocht und wärmt und rettet so arme Seelen vor dem Tod. Auch die Russen können den stoischen Timo nicht zum Abzug bewegen. Aber auch sie profitieren von seinen Fähigkeiten und seinem Feuerholz.

    Interessant finde ich, wie die Grenzen zwischen den Militärmächten verschwimmen. Wie Menschen kämpfen, die Fronten wechseln und wie das Schicksal ihnen mitspielt. Wer ist Freund, wer Feind?
    Bei Timo ist das egal, seine Fürsorge ist spürbar. Nach dem Lesen des Romans noch lange Zeit.


    Diese Erzählung zeigt rührende Menschlichkeit, die nicht aus pazifistischer Überzeugung heraus wächst, sondern aus Timos tiefer Anteilnahme für seine Mitmenschen. Timo steht als wunderbarer Sonderling und Held und Retter der Geschichte da.
    Dieses Buch rührt an, wärmt mit angewandter Menschlichkeit und zeigt, wie unsinnig Kriege sind.
     

     
  23. Cover des Buches Rückkehr nach Abingdon Hall (ISBN: 9783734101151)
    Phillip Rock

    Rückkehr nach Abingdon Hall

     (5)
    Noch keine Rezension vorhanden
  24. Cover des Buches Nacht über den Wassern (ISBN: 9783404178094)
    Ken Follett

    Nacht über den Wassern

     (223)
    Aktuelle Rezension von: NattensDrottning

    Nacht über den Wassern ist ein weiteres Meisterwerk in dem unverkennbaren Stil. 

    Die Personen werden sehr ausladend beschrieben. Ihre Gedanken und Standpunkte sind gut nachzuvollziehen und die verschiedenen Handlungsstränge und Konversationen wunderbar ausgearbeitet. 

    Die eigentliche Handlung des Buches zieht sich dezent im Hintergrund von Anfang bis Ende wie ein roter Faden durch das Buch. Der Autor lässt den Leser irgendwann in einer Gewissheit, als würde er die Handlung und das Geschehen komplett verstehen. Man erwartet schon, wie das Buch enden wird und dann kommt da ein Plot twist mit dem man eben so gar nicht gerechnet hat. Dieser macht Sinn, wirft plötzlich auf die komplette Handlung ein anderes Licht und lässt den Leser erstaunt zurück. 

    Die Beschreibungen des Flugzeugs haben sich angefühlt, als wäre man mit auf diesem Boot. Alles war sehr detailreich beschrieben und die Abbildungen im Buch eine tolle Ergänzung.

    Die Handlung hat sich für mich angefühlt als wäre da eine Woche, wenn nicht sogar mehr Zeit, und nicht nur 3 Tage verstrichen. Es war sehr viel auf eine kurze Zeitspanne komprimiert und sehr große und starke Charakterentwicklungen bzw. -veränderungen in dieser gewesen. 

    Dieses Buch war, wie jedes von diesem Autor, für mich ein kleines Highlight. 

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