Bücher mit dem Tag "1942"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "1942" gekennzeichnet haben.

70 Bücher

  1. Cover des Buches Die Bücherdiebin (ISBN: 9783570403235)
    Markus Zusak

    Die Bücherdiebin

     (4.519)
    Aktuelle Rezension von: Nette

    Ich bin etwas schwierig ins Buch eingestiegen, da ich zunächst nicht verstanden hatte, wer die Geschichte erzählt. 

    Okay okay, manchmal sollte man (ich) noch mal den Klappentext lesen, dann fällt einem auch der Einstieg ins Buch nicht schwer. 

    Nach ein paar Seiten fängt die Geschichte rund um Liesel Meminger, die im Nazideutschland aufwächst, sehr berührend an. Das Leben, das im Jahre 1939 geführt wird, ist wahrlich kein leichtes und ist mit vielen Sorgen und Ängsten verbunden. Der Tod erzählt in dem Buch die Geschichte eines sehr besonderen Mädchens, Liesels Geschichte, die eine Schwäche für Bücher hat. Es gleicht fast einer Geschichte in einer Geschichte. Anfangs fand ich es schade, dass der Tod ein wenig spoilert, aber dann hat er mich wirklich um den Finger gewickelt, denn ich wollte unbedingt wissen, wie sich das Leben von Liesel und ihrer Familie entwickelt. 

    Eine Metapher des Buches fand ich gerade zu herzzerreißend. Es war wunderschön zu lesen, wie aus etwas schlechtem einfach etwas Wundervolles entstehen kann: Freude und Freundschaft. Liesel’s Familie und ihr Freund Rudi sind mir einfach ans Herz gewachsen. Dabei erwischt man sich als Leser:in dabei, dass man sich immer fragt, wie viel Leid ein Leben noch ertragen kann. Das Buch hat mich wirklich sehr berührt, sodass ich am Ende doch geweint habe.

     

    Leseempfehlung, die gerne mal eine andere, sehr berührende Geschichte aus Sicht des Tods im Nazideutschland lesen möchten. Ich hoffe, dass die Bücherdiebin sich ebenfalls in Euer Herz stehlen kann.

  2. Cover des Buches NSA - Nationales Sicherheits-Amt (ISBN: 9783785726259)
    Andreas Eschbach

    NSA - Nationales Sicherheits-Amt

     (300)
    Aktuelle Rezension von: Sato

    NSA heißt dieses Buch von Andreas Eschbach, NSA das steht für "Nationales Sicherheits Amt" mit Sitz in Weimar und dort werden die Computerdaten überwacht. Soweit nichts ungewöhnliches, aber die Geschichte spielt 1942 und der 2. Weltkrieg tobt. Das Gedankenspiel ist, was wäre wenn es damals schon Computer, Handys, Kreditkarten und Internet gegeben hätte. Ein interessantes Gedankenspiel und teilweise erschreckend realistisch. Die Datensammlungen geben auch die letzten Geheimnisse der Menschen preis, was sich ein totalitäres System ebenso zu Nutze macht, wie ein skrupelloser Beamter, der über Zugriffsmöglichkeiten auf diese Daten verfügt.

    Eingepackt ist diese Dystrophie in die Geschichte zweier Mitarbeiter des NSA, der grauen Maus Helene, die als Programmstrickerin (Programmierer) die Abfragen kreiert, welche zum aufspüren von versteckten Juden genutzt werden und die erst durch ihre Liebe zu einem Deserteur versucht das Netz zu manipulieren um ihn zu schützen. Die andere Hauptfigur, Eugen Lettke, arbeitet als Analyst beim NSA und nutzt seine Erkenntnisse zur persönlichen Rache und Erpressung.

    Hervorragend sind auch die der Zeit angepassten Begriffe, sei es der Komputer, das Votel - Volkstelephon statt Handy oder das Weltnetz statt Internet. Eschbach verwebt historische Ereignisse, wie die Verhaftung von Anne Frank und ihrer Familie oder die Enttarnung der Widerstandsgruppe "Weiße Rose" in München geschickt in seine Erzählung.

    Doch sein Finale ist dann sowas von überraschend, das muss man erst einmal verdauen.

    In Summe eine brillante Idee, durch die Geschichte seiner beiden Hauptprotagonisten ein wenig verwässert aber - auch noch im Nachgang - beängstigend, denn die Szenarien sind realistisch. Wer hat Zugriff auf unsere Daten und wofür werden bzw. könnten sie genutzt werden.

    Klare Leseempfehlung

  3. Cover des Buches Solange am Himmel Sterne stehen (ISBN: 9783442381210)
    Kristin Harmel

    Solange am Himmel Sterne stehen

     (781)
    Aktuelle Rezension von: Cora_Jeffries

    Da ich bereits "Über uns der Himmel" gelesen habe, war ich neugierig, was mich hier erwarten wird. Schon der Klappentext und der Titel hatten mich neugierig gemacht, dennoch stand das Buch noch eine Weile in meinem Regal.

    Kaum hatte ich angefangen, war ich sofort in der Geschichte drin. Hope ist eine geschiedene Frau, die mit Annie, die mitten in der Pubertät steckt, zu kämpfen hat. Außerdem hat die Bäckerei, die seit 60 Jahren im Familienbesitz ist, arge finanzielle Schwierigkeiten. Wenn das nicht schon alles wäre, würde Hope ganz gut klar kommen. Doch ihre demente Oma Rose, die sie gerne Mamie (frz für Großmutter) nennt, hatte sie im klaren Zustand gebeten, nach Paris zu fahren, um ihre Verwandten, die sie namentlich auf einen Zettel aufgeschrieben hatte, zu suchen.

    Hope ist anfänglich skeptisch, ob das nicht irgendein Scherz von Rose war. Aber Annie und Gavien redeten mit ihrer und letztendlich reist sie nach Paris. Mit einer Handvoll an Recherchematerial begibt sie sich vor Ort auf die Suche und kommt langsam hinter der Geschichte von Rose.

    Der Roman hatte mich so gefangen genommen, dass ich kaum vom Buch wegkam. Ich war gefangen in Paris und wer nah am Wasser gebaut ist, sollte sich definitiv Taschentücher bereit legen. Habt ihr euch schon mit der Frage befasst, welche Religion die bessere ist? Sicherlich kommt es euch vom Deutschunterricht aus Gotthold Ephraim Lessing "Nathan der Weise" bekannt vor. Hier wird alles in einer rührenden Geschichte erklärt und dennoch ist es nicht zu viel. Kristin Harmel schreibt bewegende Romane, die dich weiterhin begleiten werden.

    Wenn ihr das nächster Mal zu den Sternen seht und ihr sie nicht benennen könnt, gebt ihnen Namen. So habt ihr euren Lieblingsmenschen immer bei euch.

  4. Cover des Buches Stella (ISBN: 9783446259935)
    Takis Würger

    Stella

     (316)
    Aktuelle Rezension von: EmmaWinter

    Der 20-jährige Schweizer Friedrich kommt Anfang 1942 nach Berlin. Er will sich umsehen in der Hauptstadt, von der behauptet wird, dass Juden dort mit Möbelwagen abgeholt werden und nicht wieder zurückkommen. In einer Kunstschule lernt er Kristin kennen, die ihn sofort fasziniert. Mit Tristan von Appen, einem eleganten, vermögenden Mann, verbindet ihn bald eine Art Freundschaft. Im Mai erfährt Friedrich die Wahrheit über beide. Tristan ist Mitglied der gefürchteten SS (Schutzstaffel der Nationalsozialisten) und Kristin heißt eigentlich Stella Goldschlag und ist ein "Köderjude", wie Tristan sie nennt. Sie sucht und verrät untergetauchte Berliner Juden an die Gestapo. Erst am Heiligabend verläßt Friedrich Berlin - allein.

    Ein schmales Büchlein, von gerade mal 222 Seiten Text, dazu noch mit reichlich Zeilenabstand und einem schlichten Cover, vermochte bei Erscheinen eine große Diskussion auszulösen. Auf dem insgesamt schwarzen Cover strahlt den Lesern das Gesicht der realen Stella Goldschlag entgegen. Kann das Leben der "Greiferin", auch "Blondes Gift" oder "Blondes Gespenst" genannt, mittels einer Liebesgeschichte in einem historischen Roman dargestellt werden, angesichts des Schreckens und Gräuels, die sie verursacht hat?

    Takis Würger hat über dieses Jahr 1942 in Berlin in kühler Sprache und ganz aus der Sicht von Friedrich geschrieben. Kurze Sätze, die wenig mehr als das wiedergeben, was Friedrich sieht und erlebt. Wenig Reflexion und Gefühle. Friedrich ist oft sprachlos, während Kristin/Stella und Tristan die Führung übernehmen, im Sprechen und Handeln. Dazu wird zu Beginn jeden Kapitals, das immer einem Monat entspricht, ein kurzer Abriss über tatsächliche historische Ereignisse vorangestellt. Dies verschärft den Eindruck eines eher nüchternen Berichts und hält den Lesenden vor Augen, was "im Hintergrund" geschieht. Rationierung des Essens, Geburten berühmter Persönlichkeiten, politische Entwicklungen etc. Eingestreut in den Text sind kursiv gedruckte Abschnitte, die aus Gerichtsakten stammen und über einzelne Schicksale jüdischer Personen oder Familien berichten, die durch Stella Goldschlag verraten wurden.

    Eine schwierige Lektüre, die zwar schnell gelesen, aber nicht schnell verarbeitet ist. Erwähnenswert ist das Nachwort von Professor Sascha Feuchert, dessen Forschungsschwerpunkt Holocaust- und Lagerliteratur innerhalb der Neueren deutschen Literatur ist. 

    "Stella" regt zur weiteren Auseinandersetzung mit dem Thema an und hält die Diskussion lebendig. Als ein spezielles Buch gegen das Vergessen hat es eine wichtige Aufgabe erfüllt. Ich vergebe vier Sterne und eine Leseempfehlung für alle, die sich dem Thema nähern wollen.




  5. Cover des Buches DOORS ? - Kolonie (ISBN: 9783426523889)
    Markus Heitz

    DOORS ? - Kolonie

     (111)
    Aktuelle Rezension von: Kerstin_Lohde

    Auf die Reihe von Markus Heitz war ich sehr gespannt da ich manche seiner anderen Romane gern gelesen habe und sie auch gut fand. Zuerst habe ich überlegt mit welchem Buch ich zuerst beginnen sollte, aber nachdem ich mitgekriegt habe das es eigentlich egal ist welches Buch man zuerst liest habe ich mich für das Buch „Kolonie“ entschieden. Und das war vielleicht mal spannend, actionreich und interessant. Und nachdem ich das erste Buch der Staffel 1 gelesen habe, werde ich auch so nach und nach die anderen beiden Bücher der Staffel lesen. Denn ich bin mir sicher, das die beiden anderen Geschichten auch sehr interessant sein werden. Es wurde auch schon verkündet das es eine weitere Staffel mit 3 Doors Büchern geben wird, da bin ich ja mal gespannt wie die Titel lauten werden.


    Man hat hier wieder mal ein rundum gelungenes Werk von Markus Heitz in der Hand. Das nicht nur interessant, sondern auch spannend und actionreich geschrieben wurde. Man kann diese 3 Bücher unabhängig voneinander lesen.

  6. Cover des Buches Stadt der Diebe (ISBN: 9783453407152)
    David Benioff

    Stadt der Diebe

     (619)
    Aktuelle Rezension von: iGirl

    Lew und Kolja sind nicht einfach so Freunde, nein, die Freundschaft entsteht heraus aus der Angst vor ihrer eigenen Hinrichtung. Der Plünderer Lew und der Deserteur Kolja erhalten die Chance zu überleben, wenn sie dem Chef des Geheimdienstes eine schier unmögliche Aufgabe erfüllen: 1942, mitten im belagerten Leningrad, das von Hunger und Tod gebeutelt ist, sollen sie ihm ein Dutzend Eier für die Hochzeitsfeier seiner Tochter auftreiben. Lew ist kein Kämpfer, sondern eher intellektuell geprägt, wohingegen Kolja mit seiner soldatischer Vergangenheit, hinter jedem Mädchenrock her und ein wahrhaft unerschrockenes Organisationstalent ist. Die Aussicht auf das Überleben schweißt die beiden jungen Männer zusammen und sie gehen auf ihre schier unlösbare, grausame Mission.

    Fast unmöglich scheint es, dass, neben all dem kriegsbedingten Irrsinn, den Grausamkeiten, dem ständigen Hunger und der Hoffnungslosigkeit, Raum bleibt für Ironie und Komik. Und doch gelingt es dem Autor, David Benioff, eine bildgewaltige, lebendige Geschichte, aus der Ich-Perspektive Lews, zu erzählen, die von witzigen Dialogen durchzogen ist. An vielen Stellen schien es mir, als Lesende, fast rücksichtslos, anhand des allgegenwärtigen Grauens zu lachen - und doch macht der subtile Humor den Horror und die Exzesse des Krieges erträglich und es gelingt die Hoffnung auf ein gutes Ende aufrecht zu erhalten, was wahrlich nicht leicht gemacht wird. Geschildert anhand von winzigen Ereignissen schwebt über allem die Basis des Menschseins: die Menschlichkeit, die Freundschaft, die Gemeinsamkeit, die Hilfsbereitschaft und auch ein wenig die Liebe. Und dennoch bleibt es uns, als Lesende, nicht erspart, verfolgt von Angst, gemeinsam mit den Protagonisten, durch diese rasende Geschichte gejagt zu werden. Zeit zum Verharren, Verschnaufen bleibt nicht.

    Mein Fazit: Ich hätte etwas verpasst, wenn ich dieses rastlose Buch nicht gelesen hätte!

  7. Cover des Buches Bernsteinsommer (ISBN: 9783749900206)
    Anne Barns

    Bernsteinsommer

     (98)
    Aktuelle Rezension von: ShalimaMoon

    Die Handlung: Christina hat sich ihren Traum vom eigenen Café erfüllt. Bis ein Wasserrohrbruch ihre Pläne über den Haufen wirft. Da ihr Vater mit Alzheimer in einem Pflegeheim ist, findet sie in seinen Sachen eine Reihe von Gemälden. Die Spurensuche führt sie nach Rügen und Hiddensee. 

    Meine Meinung: Mit Anne Barns bin ich die letzten beiden Jahre im Sommer stets zufrieden gewesen. Daher musste sie auch dieses Jahr wieder in meine Sommerlektürenliste auftauchen. Meine Erwartungen waren wie bisher, dass die Protagonisten irgendwann an der deutschen Küste landen und dort ein paar schöne Tage verbringen, gerne mit einem Familiengeheimnis. Diesmal jedoch braucht die Handlung eine ganze Weile um so weit in Schwung zu kommen, dass wir es bis nach Rügen geschafft haben. Dabei ist diese umfassende Handlung nicht uninteressant, aber eben nicht die, die ich von einer Sommerlektüre erwarte. Der Abschnitt auf Rügen und Hiddensee hingegen war genau das, was ich erwartet habe. Hier kommt Urlaubsehnsucht auf und man träumt sich zum Meeresrauschen an die Küste. Christina ist auch wieder eine sehr sympathische Protagnistin, die diverse Rückschläge zu bewältigen hat. So ist es ein rundes Buch, nur eben schade, dass der Küstenanteil diesmal so gering ist.

  8. Cover des Buches Der Junge im gestreiften Pyjama (ISBN: 9783596856916)
    John Boyne

    Der Junge im gestreiften Pyjama

     (2.242)
    Aktuelle Rezension von: rotkehlchen

    Das Buch ist ein Jugendbuch, welches häufig als Schullektüre verwendet wird um mit den Schülern das Thema Holocaust zu bearbeiten. Das Buch ist aus Brunos Sicht geschrieben und mit 270 Seiten und größerer Schrift relativ kurz.

    Das Buch nimmt einen beim Lesen mit und ist sehr eingängig geschrieben. Bruno als Protagonist ist gut gelungen, allerdings dachte ich manchmal, dass er für seine neun Jahre vielleicht manchmal etwas zu naiv ist (damit meine ich keineswegs die Punkte bei denen es um den Holocaust geht), habe mich aber auch gefragt ob das altersgerecht ist. Andererseits ist es dem Autor wunderbar gelungen wie Bruno die Dinge hinterfragt, bspw. Was so schlimm an Juden ist und wenn „die anderen“ Juden sind, was sind dann sie? Oder wer entscheiden darf wer Pyjamas und wer Uniformen tragen darf?

  9. Cover des Buches Die Farben der Schönheit - Sophias Triumph (ISBN: 9783864931185)
    Corina Bomann

    Die Farben der Schönheit - Sophias Triumph

     (138)
    Aktuelle Rezension von: Dory

    Dies ist der dritte Band der „Die Farben der Schönheit“ Trilogie. Ich durfte also Sophia bereits im dritten Buch begleiten. Das Cover ist, wie bei den ersten beiden Bänden wunderschön und fügt sich gut in die Reihe ein. Auch der Schreibstil gefällt mir wieder sehr gut. Allerdings muss ich sagen dass ich mir für das große Finale irgendwie mehr erhofft hatte. Die Auflösung der großen Frage, die uns durch die drei Bücher nie losgelassen hat, fand ich irgendwie unbefriedigend. Im Vergleich zu den anderen beiden Bänden fand ich diesen hier fast langweilig. Spannend fand ich allerdings die Details um den dritten Weltkrieg. Ich werde definitiv noch weitere Bücher der Autorin lesen, sie ist inzwischen eine meiner Lieblingsautorinnen geworden. Dieses Buch gehört aber leider nicht zu meinen Lieblingen. Trotzdem würde ich die Reihe an sich weiterempfehlen, Die Geschichte um Sophia ist wirklich toll.

  10. Cover des Buches Ein unmögliches Leben (ISBN: 9783100278272)
    Andrew Sean Greer

    Ein unmögliches Leben

     (56)
    Aktuelle Rezension von: Scheherazade

    Greta Wells lebt 1985 und hat gerade ihren Bruder verloren. Eine spezielle Behandlung schickt sie auf eine Reise der besonderen Art. Nämlich auf eine Zeitreise, bei der sie in alternativen Versionen ihres Lebens landet. So findet sie sich in 1918 und 1941 wieder. In jeder Epoche trifft sie die Menschen wieder, die ihr wichtig sind, ihre Liebe, ihren Zwillingsbruder, den Geliebten, ihre Tante Ruth. Aber jede Zeit ist anders und so sind auch die Menschen, die in ihr Leben nicht immer gleich. Es gibt verschiedene Träume, andere Tode und Greta ist in jedem Leben eine andere, aber welche Greta möchte sie wirklich sein?

    Die Story an sich fand ich großartig. Der Aufbau war wirklich interessant. So ist die Geschichte in Tagen aufgeteilt und Grete erlebt wirklich wichtige Ereignisse der Weltgeschichte, die aber unterschiedlicher nicht sein können. In der einen Zeit das Ende eines Krieges und in der anderen den Anfang. Auch sind die Lebensgeschichten der einzelnen Protagonisten an die Zeiten angepasste, was ich sehr überzeugend fand.

    Weniger überzeugen fand ich den Grund für Gretas Zeitreisen. Sie litt an einer Depression und bekam Behandlungen. Allerdings hatte ich beim Lesen immer das Gefühl, diese Depression war nur Mittel zum Zweck. Ich habe schon einige Bücher mit depressiven Protagonisten gelesen und so wie Greta, ihr Leben und ihre Handlungen hier beschrieben werden, passt es für mich nicht zu einer depressiven Person. Deshalb war Greta mir anfangs auch nicht sehr sympathisch. Da die Depression aber irgendwann auch gar nicht mehr erwähnt wurde (obwohl sie natürlich noch Behandlungen dagegen bekam), störte es mich im Laufe des Buches weniger.

    Den Erzählstil fand ich zu Anfang wirklich schrecklich und ich wusste nicht, ob ich das Buch zu Ende lesen würde. Für mich war es einfach zu überladen mit Bildern und wahnsinnig kitschig.

    Ein Beispiel: „…, wenn meine kleine Gasse alle Farben gegen Blau tauschte und im Westen der helle, lavendel zerfließende Sonnenuntergang über dem Hudson stand.“ (S. 26) Aber zum Glück wurde dieser Kitsch mit der Zeit weniger.

    Insgesamt ein Buch, dessen Geschichte ich eigentlich sehr interessant fand, bei dem mich der Erzählstil allerdings nicht überzeugt hat. Deshalb gibt es 3 Sterne von mir.

  11. Cover des Buches Herz aus Jazz (ISBN: 9783499269004)
    Sara Lövestam

    Herz aus Jazz

     (42)
    Aktuelle Rezension von: Kitsune87

    Rezension zu Herz aus Jazz von Sara Lövestam


    Titel: Herz aus Jazz

    Autor: Sara Lövestam

    Übersetzer: Stephanie Elisabeth Baur

    Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag

    Genre: Gegenwartsliteratur/Jugendbuch

    Preis: TB 9,99 €, ebook 2,9 €

    Erscheinungsdatum: 27.05.2015

    Isbn: 978-3499269004


    Vielen Dank an das Feelings-Team für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.


    Klappentext:


    An ihrer Schule in der schwedischen Provinz wird Steffi gemobbt. Dem Alltag entflieht die talentierte Fünfzehnjährige, indem sie Musik macht und hört. Am liebsten Swing und Jazz. Als ihr iPod eines Tages den Geist aufgibt, reißt die Musik nicht ab. Sie dringt aus dem Fenster eines Altenheims. Und der alte Mann, der dort wohnt, lädt Steffi zu sich ein. 

    Schnell stellt sich heraus, dass Alvar Steffis musikalische Helden persönlich kannte. Denn er war selbst ein erfolgreicher Bassist im Stockholm der Swinging Fourties. Während sie gemeinsam seinen alten Platten auf dem Grammophon lauschen, entwickelt sich zwischen den beiden eine enge Freundschaft. Steffi erzählt dem alten Herrn von ihren Problemen, Alvar ihr im Gegenzug die Geschichte seiner großen Liebe. Für beide ist es eine Auseinandersetzung mit tiefsten Gefühlen und Verletzungen. Und eine Chance auf die Zukunft.


    Meinung:


    Romane über ungewöhnliche Freundschaften sind genau mein Ding, weswegen ich mich sehr gefreut hatte, dieses ebook lesen zu dürfen. 


    Cover und Klappentext suggerieren einen Roman für alle Altersklassen. Aufgrund des doch recht gewöhnungsbedürftigen Schreibstils würde ich ihn jedoch eher als Jugendbuch deklarieren wollen. Sehr kurze und präzise Sätze, die nicht viel Wert auf Beschreibungen legen, haben meinen Lesefluss ab und an doch stocken lassen.


    Die beiden Protagonisten Steffi und Alvar mochte ich schnell ins Herz schließen. Auch wenn ich bei Steffi immer noch ein bisschen das Gefühl habe, dass dies aus Mitleid passiert ist, denn das Thema Mobbing spielt neben der Musik eine wichtige Rolle. Was dies angeht, hätte ich mich auf eine andere Art der Auseinandersetzung damit gefreut. Das echte Leben ist da schon hart genug. Alvar ist der große Sympathisant des Romans und die Erzählungen der 40er Jahre aus seiner Sicht haben mir gut gefallen.


    Trotz der guten Thematik und den beiden tollen Charakteren musste ich mich an manchen Stellen wirklich am lesen halten. Das Buch weist einige Passagen auf, die sich sehr ziehen und der oben erwähnte, einfache, Schreibstil und einige musikalische Beschreibungen, dir mir als Nichtmusiker nichts gesagt haben, machten es da nicht gerade leicht, weiter lesen zu wollen. Ich mochte es alles in Allem trotzdem gerne lesen. Ohne diese Längen wäre das Lesevergnügen jedoch höher gewesen. Es werden nicht alle offenen Fragen geklärt, dies ist meiner Meinung nach jedoch nicht wichtig und lässt Raum für eigene Gedankengänge.


    Fazit:


    Trotz einiger Schwächen mochte ich die Charaktere von „Herz aus Jazz“ sehr gerne. Der Schreibstil ist mein größter Kritikpunkt und wenn man über ihn hinwegsehen kann, hat man interessante Lesestunden vor sich. Allerdings würde ich es einem eher jüngerem Publikum ans Herz legen.

  12. Cover des Buches Der Fremde (ISBN: 9783499253089)
    Albert Camus

    Der Fremde

     (566)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    "Der Fremde" des französischen Nobelpreisträgers Albert Camus erschien 1942 und wurde als Meisterwerk berühmt. Die Erzählung entstand parallel zu einer philosophischen Abhandlung des Schriftstellers über das Absurde.

    Die Geschichte handelt von einem jungen Franzosen, Meursault, dessen Antriebslosigkeit keine Grenzen kennt. In seinem Persönlichkeitsprofil könnten fast autistische Züge vermutet werden. Sein Verhalten führt zu einem Mord, den er aus Notwehr begeht. Das richterliche Urteil führt aufgrund mehrerer sinnloser Schüsse, die er zusätzlich abgibt, seiner fehlenden Reue und der kompletten Gefühl- und Gottlosigkeit zur Todesstrafe. Selbst der Geistliche, der ihn am Abend vor seiner Hinrichtung aufsucht, wird Zeuge einer schockierenden Gleichgültigkeit gegenüber der Welt.

    Die schlichte Sachlichkeit und Intelligenz, seine ruhige und pflichtbewusste Art machen aus dem Protagonisten trotz allem einen Menschen, den man eigentlich ganz gern hat. Darin liegt das Absurde der Geschichte.

    Der lakonische Schreibstil hat mich angesprochen und macht den kurzen Essay zu einer leicht zu lesenden Lektüre.

  13. Cover des Buches Der Täter (ISBN: 9783426505342)
    John Katzenbach

    Der Täter

     (174)
    Aktuelle Rezension von: P_Gandalf

    Der Täter spielt in Miami Beach Mitte der 90er Jahre des letzten Jahhunderts und beschäftigt sich mit den Schatten der Vergangenheit - der Judenverfolgung im Dritten Reich und hier im Speziellen mit den sogenannten Greifern. 

    Simon Winter, Detective des Miami Police Departments a.D. ist für mich zentrale Charakter des Romans. Nachdem seine Nachbarin Sophie ermordet wurde, gibt es sich nicht mit der nahe liegenden Erklärung ein Junkie habe Sophie ermordet zufrieden, sondern stellt auf eigene Faust Nachforschungen an. Kurz vor ihrer Ermordung hatte Sophie ihm verängstigt über einen Schatten aus der Vergangenheit - dem Schattenmann - berichtet, dem sie zufällig begegnet sei. Wenn Stunden später liegt sie erdrosselt in ihrem Bett.

    Katzenbach baut die Geschichte geschickt auf. Die diffuse Idee, der Schattenmann - ein jüdisch stämmiger Greifer, der in den 40er Jahren in Berlin Juden an die Nationalsozialisten verriet - morde nun im Rentenalter Überlebende, die ihn vielleicht wiedererkennen könnten, Gestalt an. Seite um Seite wird das Netz um diese nebulöse Gestalt enger gezogen bis es zum unweigerlichen Show Down kommt.

    Fazit: 

    Gut geschriebener Roman mit überzeugenden Figuren. Durchaus lesenswert, aber kein "muss"; daher nur 4 Sterne.


  14. Cover des Buches Erinnerungen aus Glas (ISBN: 9783963621895)
    Melanie Dobson

    Erinnerungen aus Glas

     (76)
    Aktuelle Rezension von: anne_fox

    Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen, einmal im Zweiten Weltkrieg 1942, dann wieder in der Gegenwart. Es geht um die Freundinnen Josie und Eliese die in Amsterdam lebten und alles versuchten jüdische Kinder zu retten. In der Gegenwart kommt dann heraus das die Familie sich an den konfizierten Sachen der Juden bereichert haben und auch das Gas zur Vernichtung an Hitler vertrieben hatten. Eigentlich eine spannende und interessante Handlung, die die Autorin leider nur mehr schlecht als recht umgesetzt hat, sodas keine Spannung aufkam und teilweise langatmig war. vielleicht ging auch durch die Übersetzung ins Deutsche etwas von der Dramatik der damaligen Geschehnisse verloren.

  15. Cover des Buches Schicksalhafte Zeiten (ISBN: 9783746635965)
    Linda Winterberg

    Schicksalhafte Zeiten

     (53)
    Aktuelle Rezension von: tinstamp

    Bewertung: 3 1/2 Sterne

    Zehn Jahre sind seit dem letzten Band vergangen. Diesmal stehen Luise und Margot im Mittelpunkt, denn Edith ist in die neutrale Schweiz geflüchtet. Luise arbeitet weiterhin in der Frauenklinik Neukölln, ist jedoch keine Oberhebamme mehr, weil sie sich weigerte der NSDAP beitzutreten. Margot und Luise können ihrer Arbeit in der Klinik nur schweren herzens nachgehen. Die offensichlichen Zwangssterilisationen zur Verhinderung "unwertes Leben" können beide nicht ertragen. Deswegen nimmt sich Luise neben ihrer Arbeit in der Klinik den Neugeborenen von Zwangsarbeiterinnen an. Dabei begibt sie sich auf gefährliches Terrain. Auch Margot versucht der Kontrolle im Krankenhaus zu entgehen und verlässt die Frauenklinik Neukölln. Sie sucht sich einen nicht minder schwierigen Job und beginnt im Frauengefängnis zu arbeiten und den schwangeren Insassinnen zu helfen. Diesen Frauen bleiben nur wenige Monate für ihre Neugeborenen, bis sie zum Tode verurteilt werden. Schon beim Lesen ist dieses Thema ziemlich heftig und auch Margot geht in ihrem neuen Job fast zugrunde, vorallem nachdem sie sich mit einer jungen Widerstandskämpferin angefreundet hat, die sie unbedingt vor dem Tode retten möchte.

    Ich würde raten die Bände der Reihe nach zu lesen, denn die Handlung setzt sich immer weiter fort. Die drei Frauen habe ich seit dem ersten Band, als sie noch junge Mädchen waren, ins Herz geschlosssen. Seitdem verfolge ich gespannt ihren weiteren Lebensweg. Edith, die wegen ihrer jüdischen Herkunft in die Schweiz geflohen ist, tritt diesmal nur durch Briefe an ihre Freundinnen in Erscheinung, während sich der Rest durch Luftangriffe und Überwachung ihrer Tätigkeiten durch diese schlimme und dunkle Zeit schlägt.

    Trotzdem war für mich der dritte Band bisher der Schwächste. Es gab jede Menge Wiederholungen und ich hatte oftmals das Gefühl, dass hier einfach nur die Seiten aufgefüllt werden. Trotz der dunklen Zeit und den Gefahren, denen sich die Hebammen aussetzen, empfand ich die Handlung oftmals etwas oberflächlich - besonders im Vergleich zum ersten Teil. Erst mit Luises gefahrenvoller Rettung der Neugeborenen von Zwangsarbeiterinnen und die Auszüge aus dem Frauengefängnis, kommt etwas mehr Spannung und Tiefe in die Handlung. Sonst empfinde ich den dritten Teil eher wie einen klassischen Mittelteil einer Reihe, die oftmals schwächer sind. Die stetig wiederholenden Geburtsbeschreibungen gehören zwar zur Geschichte, erscheinen aber oftmals zu ähnlich....was natürlich auch an der Natur der Sache liegt.
    Positiv finde ich die wunderbare Freundschaft der drei Frauen, die auch in Kriegszeiten durch dick und dünn gehen und immer für den Anderen da sind.

    Der Schreibstil ist unkompliziert und lässt sich leicht lesen. ich habe mit Luise und Margot mitgefiebert, gehofft und gebangt. Die Autorin ist auch nicht zimperlich mit einigen ihrer Figuren. Schon seit dem ersten Band haben wir so einige Charaktere verloren, die man lieb gewonnen hatte. Nach diesem dritten Teil können wir uns noch auf einen weiteren vierten Band freuen.

    Fazit:
    Für mich war dieser dritte Teil der bisher schwächste, trotzdem habe ich auch diesmal wieder gerne am Schicksal der drei Freundinnen gerne teilgenommen und freue mich bereits auf den vierten Teil, der hier schon bereit liegt.

  16. Cover des Buches Fischermord (ISBN: 9783746634463)
    Katharina Peters

    Fischermord

     (25)
    Aktuelle Rezension von: claudi-1963

    "Der Siegeskranz ist eine Schlinge, fuhr es ihm durch den Kopf. Sie töten mich, dachte er. Ich sterbe." (Buchauszug)
    Kommissarin Romy Beccare aus Rügen und Leiter der Kripo Stralsund, Jan Riechter haben sich endlich das Ja-Wort gegeben. Zurück aus den Flitterwochen erwartet Romy dann gleich ein neuer Fall. Auf einem Pferdehof wird der Besitzer Torsten Fischer erhängt vorgefunden. Alles spricht zuerst für einen Suizid, doch dann geben Spuren am Tatort Beweise dafür, dass man Fischer getötet hat. Eine große Überraschung ist es, als Romy feststellt, dass Fischer eine neue Identität angenommen hat und ursprünglich aus Südamerika stammt. Ebenso scheint er eine heimliche Affäre gehabt zu haben. Doch das eigentliche Mordmotiv finden die Ermittler erst nach und nach.

    Meine Meinung:
    Der durchaus interessante Anfang lässt auf eine spannende Geschichte schließen. Was ich jedoch gemerkt habe, ist, dass es vielleicht besser gewesen wäre, die älteren Fälle von Romy Beccare davor zu lesen. Den einige Verbindungen gibt es zu älteren Kriminalfällen und zu Ermittlerin Ruth Kranold, die nun ebenfalls wieder in Romys Team mitarbeitet. Zwar ist der Fall durchaus interessant, besonders durch die vielen Wendungen, die in Richtung Argentinien führen. Durch Missbrauch, Rache und Drogen ist mir lange nicht klar, wo das genaue Motiv stecken könnte. Allerdings leidet ein wenig die Spannung darunter, die bei mir nicht so recht aufkommen will, wie ich es sonst von der Autorin kenne. Beeindruckend dagegen bin ich, dass Rügen nun mit zwei toughen Frauen ein wirklich grandioses Duo als Kommissare bekommt. Selbst wenn ich am Anfang meine Zweifel habe, ob die so unterschiedlichen Frauen sich wirklich zusammenraufen. Doch das tun sie und sie ergänzen sich sogar prächtig und ich freue mich auf weitere Fälle mit den beiden. Dass der Pferdewirt bei seinem Tod mit einer Überraschung zum Geburtstag rechnet, hat der Täter wirklich schlau eingefädelt. Keiner hätte vermutet, dass er seine Familie auf einem Lügengerüst gegründet hat und so sind selbst diese überrascht. Dass in Fischers Leben noch viele weitere Überraschungen auf uns warten, fand ich schon recht beeindruckend und erschreckend zugleich. Da sieht man eben doch wieder, dass in einem guten Menschen durchaus Böses schlummern kann. Man sollte nur ganz bei der Sache sein bei diesem Krimi, den er ist sehr anspruchsvoll durch die vielen verschiedenen Charaktere und Ereignisse aus der Vergangenheit. Allerdings hat sich die Autorin hier wirklich einen facettenreichen Plot einfallen lassen. Ein wenig zu kurz kam mir diesmal das junge Eheglück und speziell Jan Riechter. Mit etwas mehr Spannung hätte es von mir die volle Punktzahl gegeben, so gebe ich dem Buch 4 von 5 Sterne.

  17. Cover des Buches Die Frauen von der Purpurküste – Claires Schicksal (ISBN: 9783548062136)
    Silke Ziegler

    Die Frauen von der Purpurküste – Claires Schicksal

     (29)
    Aktuelle Rezension von: peedee

    Die Frauen von der Purpurküste, Band 3: Emmas Rückkehr nach Collioure ist nicht ganz freiwillig. Vor ein paar Jahren ist sie im Streit mit ihrem Vater auseinandergegangen und nun hatte er einen Schlaganfall! Zurück in ihrer alten Heimat trifft sie auf ihre erste grosse Liebe, Léon, und merkt, wie sehr sie ihn vermisst hat. Sie findet im Haus etliche Briefe einer Mutter an ihre Tochter, die 1942 in einem Internierungslager zur Welt gekommen ist. Das Schicksal der ihr unbekannten Frau geht Emma sehr zu Herzen. Wer war sie? Was ist aus ihr oder der Tochter geworden?

    Erster Eindruck: Auf dem Cover ein malerisches Haus vor einer schönen Aussicht – gefällt mir.

    Dies ist Band 3 der Reihe, kann aber unabhängig von den Vorgängerbänden gelesen werden. Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen: im Jahr 1942 in Briefform von einer lange unbekannten Verfasserin und in der Gegenwart. Der Wechsel war jeweils aufgrund unterschiedlicher Schriftarten sehr gut erkennbar.

    Seit sieben Jahren war Emma nun in Deutschland, hat eine Ausbildung zur Tierpflegerin gemacht und arbeitet im Tierpark Wilhelma in Stuttgart. Eigentlich war doch alles prima, oder? Doch der Anruf ihres Bruders Olivier, der sie bittet, nach dem Schlaganfall des Vaters nach Collioure zurückzukommen, bringt ihre vermeintliche Zufriedenheit ins Wanken und sie überdenkt vergangene Entscheidungen. Bei der Ankunft in der alten Heimat stürzen viele Gefühle auf Emma ein: ihren Vater so zu sehen, nimmt sie sehr mit. Sie hat ihm die Schuld gegeben, dass ihre Mutter einst die Familie verlassen hat. Er hat dazu nichts gesagt. Der Stiefmutter Camille hat sie keine Chance gegeben, doch sie stellt fest, dass sie eine sympathische Frau ist. Und sie lernt auch noch Oliviers Frau und Kinder kennen. Was hatte sie alles verpasst? Das Wiedersehen mit Léon wühlt sie auf. Sie hat ihm noch nicht verziehen, wie sie damals auseinandergegangen sind. Gibt es vielleicht eine Chance auf einen Neuanfang?

    Verlust, Trauer, Zweiter Weltkrieg, Liebe und Hoffnung – dies sind einige der behandelten Stichworte. Ich war sehr gespannt auf die Auflösung in punkto Verfasserin der Briefe. Ich habe diese Reihe in sechs Tagen gelesen (und dazwischen noch je ein anderes Buch eingeschoben) – das zeigt doch schon, dass mich die Geschichten völlig überzeugen konnten. Es ist der Autorin auch im dritten Band gelungen, Emotionen zu transportieren, hier insbesondere in der Vergangenheit, in den Briefen an eine Tochter namens Claire. Es hat mein Herz tief getroffen, wenn ich mir auch nur ansatzweise versuchte vorzustellen, was Menschen in jener Zeit erlebt und erlitten haben müssen. Von mir gibt es für den Abschluss erneut 5 Sterne.

  18. Cover des Buches Über die Grenze (ISBN: 9783825151515)
    Maja Lunde

    Über die Grenze

     (49)
    Aktuelle Rezension von: Anna0807

    1942, Norwegen ist von den Nationalsozialisten besetzt und auch hier nimmt die Feindlichkeit gegen die Juden zu. Zwei jüdische Kinder sind auf der Flucht und warten auf ihren Begleiter über die Grenze nach Schweden. Doch dann geht alles schief und die beiden Flüchtlinge sind auf die 10 jährige Gerda und ihren wenig älteren Bruder Otto angewiesen. Auf ihrem gemeinsamen Weg lernen sich die vier unterschiedlichen Weggefährten besser kennen und erleben ein Abenteuer auf Leben und Tod. 


    Die Thematik Nationalsozialismus ist eine der schwersten Thematiken die in meinen Augen in der Kinder- und Jugendliteratur verarbeitet werden können. Und es dennoch ein sehr wichtiges Thema, das betroffen und nachdenklich macht, egal um welche Geschichte es sich dabei handelt. 


    Auf diese Geschichte bin ich durch Zufall gestoßen und war schon durch den Titel sehr neugierig auf die Handlung.

    Der Einstieg in die Geschichte fiel mir nicht ganz so leicht, da ich Gerda von Beginn an nicht wirklich mochte. Sie ist zwar jung, aber besonders zu Beginn in meine Augen für ihr Alter doch etwas zu naiv. Leider bin ich auch bis zum Ende der Geschichte nicht so richtig mit ihr warm geworden, auch wenn sich ihr Verhalten und auch ihre Denkweise durchaus weiterentwickeln. 


    Die Handlung an sich war spannend, mitreißend und hat mich durchaus berührt. Viele Eigenschaften wie Mut und Loyalität werden hier stark herausgestellt. Auch merkt man wie sehr die Charaktere sich trotz ihres jungen Alters in der kurzen Zeitspanne, in der wir sie begleiten weiterentwickeln. Diese Entwicklung hat mir eigentlich ganz gut gefallen. Besonders die Entwicklung ihres Bruders war nachvollziehbar und gefiel mir gut. Auch die Beziehungen zwischen den einzelnen Figuren verändern sich. 


    Insgesamt empfinde ich die Geschichte für das empfohlene Alter als Angemessen. Es werden nicht zu viele Details gegeben und das Thema Nationalsozialismus altersgerecht dargestellt. Auch ist es interessant aus der Sichtweise von Kindern zu lesen, die nicht in dem System der Nationalsozialsisten eingebunden sind. Für mich als erwachsene Leserin war die Geschichte allerdings etwas zu sehr an die empfohlene Altersgruppe angepasst. Insgesamt gebe ich gut 4 Sterne. 

  19. Cover des Buches Ich, der Roboter (ISBN: 9783453528420)
    Isaac Asimov

    Ich, der Roboter

     (47)
    Aktuelle Rezension von: Horatio-Buecherliebe

    In der vorliegenden Erzählungssammlung aus den 1940er Jahren befasst sich Isaak Asimov frühzeitig mit moralischen und ethischen Fragestellungen, die mit dem Zusammenleben von Menschen und "intelligenten" Robotern verbunden sind. Grundlage bilden die von ihm entwickelten (zunächst) drei Robotergesetze, die auch über sein Werk hinaus im Bereich der Roboter-Ethik erhebliche Beachtung gefunden haben. Wegen ihrer großen Bedeutung für sein gesamtes Werk nachfolgend kurz aufgeführt:

    1. Ein Roboter darf keinem Menschen schaden oder durch Untätigkeit einen Schaden an Menschen zulassen.

    2. Ein Roboter muss jeden von einem Menschen gegebenen Befehl ausführen, aber nur, wenn dabei das erste Gesetz nicht gebrochen wird.

    3. Ein Roboter muss seine eigene Existenz bewahren, es sei denn, dies spricht gegen das erste oder das zweite Gesetzt.

    Mögen diese Gesetze auf den ersten Blick auch einleuchtend erscheinen, sind sie in der alltäglichen Anwendung jedoch sehr problematisch und interpretierbar. Genau mit diesen Unschärfen befasst sich Asimov in den vorliegenden Erzählungen.

    Die aus den drei Gesetzen der Robotik resultierenden moralischen Fragestellungen und Dilemmata und überhaupt das Thema Roboter-Ethik sind gerade heute in den Zeiten von künstlicher Intelligenz, erster humanoider Roboter, Drohnen und autonomen Fahrens wieder von höchster Aktualität!

    Der Band bildet zudem auch als theoretische Grundlage einen hervorragenden Einstieg in Asimovs monumentalen und spannenden "Foundation-Zyklus" und sei schon aus diesem Grund jedem und jeder Interessierten ans Herz gelegt.

    Die recht bekannte Verfilmung "I, Robot" (2004) von Alex Proyas mit Will Smith beruht allerdings nur sehr locker auf Motiven der Erzählungssammlung und steht als "SF-Actionfilm" mehr eigenständig daneben.

    Auf Seiten der literarischen Qualität sind bei derart auf das Sachthema "Roboter-Ethik" bezogenen Erzählungen allerdings einige Abstriche zu machen, was sich etwas auf meine Sterne-Bewertung auswirken musste.

    Das ändert allerdings nichts an meiner großen und uneingeschränkten Leseempfehlung für alle Interessierten, die sich mit anspruchsvoller Science Fiction Literatur auseinandersetzen möchten.


  20. Cover des Buches The Book Thief (ISBN: 9781439589052)
    Markus Zusak

    The Book Thief

     (241)
    Aktuelle Rezension von: butterflyinthesky
    Synopsis:
    HERE IS A SMALL FACT:
    YOU ARE GOING TO DIE.
    1939. Nazi Germany. The country is holding its breath. Death has never been busier.

    Liesel, a nine-year-old girl, is living with her foster family on Himmel Street. Her parents have been taken away to a concentration camp. Liesel steals books. This is her story and the story of the inhabitants of her street when the bombs begin to fall.

    SOME MORE IMPORTANT INFORMATION:
    THIS NOVEL IS NARRATED BY DEATH.

    My thoughts and opinion:
    OH MY GOD. You have no idea how much I cried during the last 100 pages of this book. It's heartbreaking. And beautiful. And so so real. Wonderfully written as well and my heart broke so much for Liesel. I can highly recommend it. Please do yourself the favor and read this book!
  21. Cover des Buches Unter Wölfen - Der verborgene Feind (ISBN: 9783809027362)
    Alex Beer

    Unter Wölfen - Der verborgene Feind

     (33)
    Aktuelle Rezension von: Motzbeck

    Wie schon in der Besprechung des ersten Roamsn der "Unter Wölfen" Reihe betont, der historische Kontext ist absolut unglaubwürdig, aber sieht man als Leser darüber hinweg, wird man auch dieses Mal bestens unterhalten.

    Nachdem Issac Rubinstein am Ende des ersten Teils der Reihe auf die angebotene Fluchtmöglichkeit verzichtet hat, um weiter als Adolf Weismann gegen die Nazis zu arbeiten, nutzt er die Zuneigung Ursula von Rahns, der Tochter eines hochrangigen Nazis aus, um deren Vater eine Blaupause zum Bau neuer Panzer zu stehlen, um diese dann dem Widerstand zukommen zu lassen. Das alles passiert während eines Abrendessens, zu dem neben Isaak/Adolf weitere Vertreter der Nürnberger Nazi-Elite eingeladen sind. Eigentlich hat Rubinstein nach der Aktion seine Flucht, die vom Widerstand vorbereitet worden ist, geplant, doch an dem Abend erfährt er von Geheimplänen, die einer der Gäste andeutet, weshalb er sich entschließt, mehr darüber in Erfahrung bringen zu wollen. So lässt er die erste Möglichkeit zur Flucht verstreichen.

    Kurze Zeit später wird die Tochter eines der Teilnehmer des Essens erwürgt aufgefunden, ihr Vater macht Druck bei der Gestapo, dass der als Vorzeige-Ermittler der Gestapo geltende Weismann den Fall übernimmt. So wird dieser dann telefonisch von Himmler persönlich mit den Ermittlungen betraut, was zu Eifersüchteleien des eigentlich zuständigen Kommissars Köhler führt, mit dem sich Rubinstein/Weissmann dann aber irgendwie zusammenrauft, zumal ihm ja eher an der Kenntins der Geheimpläne gelegen ist. Doch ein weiterer Mord bringt ihn dann dazu, doch ernsthaft zu ermitteln, zumal der Druck aus Berlin größer wird. Gemeinsam erkennen Rubinstein/Weissmann, dass es sich bei den Morden um Teile einer umfassenden Serie, die bis ins Jahr 1939 zurückreicht, handelt. Dabei entwickelt sich aufrund von Gemeinsamkeiten fast so etwas wie Sympathie zwischen Rubinstein und dem Täter, was aber keineswegs einen finalen Showdown verhindert.

    Wie gesagt, der Roman ist höchst spannend geschrieben, allerdings wird das Glück Rubinsteins, der mehrfach vor seiner Enttarnung steht, doch arg überstrapaziert. Am Ende bleibt ihm jedoch nichts anderes übrig, als das riskante Spiel weiterzuspielen, was auf eine Fortsetzung der Reihe hoffen lässt.

  22. Cover des Buches Wofür es lohnte, das Leben zu wagen (ISBN: 9783958901209)
    Christian Hardinghaus

    Wofür es lohnte, das Leben zu wagen

     (9)
    Aktuelle Rezension von: mabuerele

    „...Angesichts des Todes werden die Werte des Lebens ein Nichts...“


    Das Sachbuch beginnt mit einem Vorwort von Hans Machemer. Dort legt er kurz dar, wie und weshalb es zur Veröffentlichung der Geschichte kam. Es sind die Briefe seines Vaters, die den Inhalt des Buches bilden.

    Anschließend folgen von Christian Hardinghaus eine geschichtliche Beurteilung und die Vorgeschichte.

    Helmut Machemer ist Augenarzt. Mit 36 Jahren und auf Grund seines Berufs wäre er vom Kriegsdienst freigestellt gewesen. Doch seine Frau Erna ist nach Lesart der damaligen Zeit halbjüdisch. Damit gelten sie und die drei kleinen Söhne als Mischlinge. Erna musste deshalb schon ihr Medizinstudium aufgegeben. Da sich Helmut nicht von seiner Familie trennen will, sieht er nur eine Chance. Wenn er sich freiwillig zum Heer meldet und dort alle Tapferkeitsauszeichnungen erhält, kann er damit erreichen, dass seine Familie arisiert wird. Diese Sonderregelung gibt es im Rassengesetz.

    Hans Machemer ist dabei, als die Deutsche Wehrmacht am 22. Juni 1941 ohne Kriegserklärung über die sowjetische Grenze marschiert. Er ist Unterarzt der Aufklärungs-Abteilung der 16. Panzerdivision. Gleichzeitig schreibt er in Briefen seine Erlebnisse und Gedanken nieder und fotografiert das Geschehen. Die Vielzahl dieser Briefe bildet den Hauptinhalt des Buches.

    Der erste Brief datiert vom 5. Oktober 1941. Die Deutsche Wehrmacht befindet sich auf einem fast ungebremsten Vormarsch. Deshalb zeigen die ersten Briefe auch seinen Optimismus. Deutlich wird die Überlegenheit der deutschen Truppen herausgestellt. Es ist nicht zu überlesen, dass die Propaganda der letzten Jahre Spuren hinterlassen hat. Das zeigt sich in einer gewissen Überheblichkeit. Andererseits überwiegt auch im Verhalten gegenüber dem Gegner die Menschlichkeit. Das Regiment zieht durch die Ukraine und trifft dabei nicht nur auf Feinde. Exakt werden die Dörfer und das dortige Leben beschrieben. Schnell machen sie Bekanntschaft mit Wanzen und Flöhen.

    Die ganze Widersprüchlichkeit der Gedankenwelt wird hier an einer Stelle besonders deutlich. Helmut möchte, dass seine Familie arisiert wird, nimmt aber den Judenhass in der Ukraine als gegeben hin.

    Mit dem ersten Wintereinbruch ändert sich der Schriftstil leicht. Plötzlich geht es nicht mehr nach vorn. Die Langeweile des Stellungskrieges, erste Erfrierungen, fehlende Winterbekleidung gewinnen zunehmend Raum in den Briefen. Nachdem er im ersten Teil davon berichtet hat, dass die Rote Armee beim Rückzug verbrannte Erde zurückgelassen hat, verwendet nun die Deutsche Wehrmacht ebenfalls diese Taktik. Doch immer überwiegt die Hoffnung auf den Sieg.

    Hinzu kommt, dass Helmut in den Briefen darauf drängt, Maßnahmen zu ergreifen, um die Arisierung der Familie voranzutreiben. Er hat Angst um seine Kinder. Auf seine Beförderung wartet er seit zwei Jahren. Das ärgert ihn, ändert aber wenig an seinem Pflichtbewusstsein.

    Deutlich wird, wie hart das Leben eines Arztes direkt an der Front ist. Es geht um die Erstversorgung der Verwundeten. Die nächste Schwierigkeit besteht darin, sie in ein Lazarett zu bringen. Das ist nur noch bedingt möglich. Der russische Winter lässt nicht nur Wasser gefrieren, sondern auch Füße und Hände. Fahrzeuge fallen aus. Der Stellungskrieg zermürbt. Bisher registrierte Helmut in seinen Briefen die Menge der gefallenen Russen. Nun werden zunehmend eigene Kameraden beerdigt. Außerdem gibt es Probleme mit der Post. Die mit Sehnsucht erwarteten Päckchen aus der Heimat bleiben aus.

    Berührend zu lesen sind die Briefe der Kinder, die sie an ihren Vater schreiben. Im letzten Drittel des Buches sind auch Briefe von Erna veröffentlicht. Dort tauschen sich die Eheleute über Schreibstil und Lesbarkeit aus. Erna schreibt alle Briefe ihres Mannes ab.

    Wie ein roter Faden zieht sich durch das Buch die Hoffnung auf Sieg und Heimkehr. So schreibt Helmut:


    „...Dass der Russe seine letzten Reserven ausschöpft, ist keine Frage...“


    Auch das Eingangszitat stammt aus einem der letzten Briefe. Seine Zeilen sprechen von Kameradschaft selbst in schwierigen Situationen, setzen sich mit Fehlverhalten auseinander und bescheinigen dem Regiment einen Hauch preußischer Disziplin. Doch gerade in der letzten Zeit kommt er auch mit Ärzten in Kontakt, die die Situation wesentlich kritischer sehen. Helmut hat aber nur ein Ziel vor den Augen, und dafür setzt er sich mit ganzer Kraft ein: die Sicherheit seiner Familie. Dabei ahnt er aus meiner Sicht nicht einmal, wie groß die Gefahr für sie wirklich ist. Trotzdem gibt er Verhaltensratschläge, was zu tun ist, falls er nicht zurückkehrt. Die lange Zeit wirkt zermürbend. Heimaturlaub ist nicht in Sicht oder wird gestrichen.

    Und dann stellt er eine Frage, die Monate vorher überhaupt nicht im Raum stand.


    „...Dankt uns die Heimat einmal, was wir für sie tun?...“


    Die Briefe ermöglichen mir als Leser einen Einblick in eine Gedankenwelt, die schwierig nachzuvollziehen ist. Die Soldaten sahen sich als Verteidiger der Heimat. Sie taten ihrer Ansicht nach ihre Pflicht. Dass es zunehmend von beiden Seiten Grausamkeiten gab, wurde registriert, aber kaum bewertet.

    Die politische Beeinflussung des Gegners durch Kommissare wird häufig angesprochen, die Wirkung der eigenen Propagandamaschinerie nicht registriert.

    Eingebunden im Buch sind viele Originalfotos. Sie veranschaulichen die Situation.

    Außerdem gehört zum Buch eine DVD. Auch dort befinden sich bisher unveröffentlichte Bilder. Gut gefallen hat mir der Kommentar des Autors. Unter anderen führt er aus, welchen Gefahren sich Helmut mit diesen Aufnahmen ausgesetzt hat.

    Außerdem sind Originaldokumente dem Buch beigefügt.

    Helmut erreicht sein Ziel. Seine Familie wird deutschblütigen Personen gleichgestellt. Doch er zahlt dafür einen hohen Preis. Seine Söhne werden ohne ihn aufwachsen.

    Ich bin mir bewusst, dass diese Rezension dem Buch nicht allumfassend gerecht werden kann. Sie spiegelt nur einen Teil des Inhalts wider.

    Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Es ist ein wichtiges Zeitdokument, da es ungeschönt die Gedanken eines Arztes an der Front wiedergibt. Der meist sachliche Schriftstil wirkt besonders beeindruckend.

  23. Cover des Buches Geliebter Roboter (ISBN: 9783453528437)
    Isaac Asimov

    Geliebter Roboter

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Letztlich hatte ich ja bereits „Ich, der Roboter“ von Asimov konsumiert und war von den 1950 erstveröffentlichten Werk begeistert. Somit war es klar dass der Nachfolger auf jeden Fall auch konsumiert werden musste.

    Klappentext:
    Claire Belmont, Ehefrau eines Angestellten der U. S. Robot Company, soll das Modell TN3, genannt Tony, als Haushaltshilfe testen. Nur widerwillig stimmt sie dem Projekt zu, Robots sind ihr nicht ganz geheuer. Aber Tony ist darauf programmiert, ihr jeden Wunsch zu erfüllen – und er erkennt mehr als nur die offensichtlichen … In insgesamt zehn Kurzgeschichten wirft Isaac Asimov in „Geliebter Roboter“ einen Blick in die Zukunft, deren Grundsteine heute schon gelegt werden. Zusammen mit „Ich, der Roboter“ und „Der Zweihundertjährige“ legt Asimov hier auch den Grundstein zu seiner gigantischen Future History, dem Foundation-Zyklus.

    Zum Inhalt:
    Isaac Asimov welcher während seiner Studienzeit mit dem Schreiben von SF-Kurzgeschichten begonnen hat, dürfte den meisten durch „I, Robot“ oder durch seine Robotergesetze ein Begriff sein. Hier liegt nun der zweite Teil der dreiteiligen Reihe aus dem Heyne Verlag vor.

    Zwischen den Buchdeckel befinden sich zwölf Geschichten welche Asimov zwischen 1951 und 1957 erschaffen hat.

    Auch in diesem Werk versetzt Asimov in eine damals Fiktive Zukunft, welche sich heute fast wie eine Vorhersage anhört, allerdings immer noch top aktuelle erscheint.

    Die hier versammelten Storys drehen sich um Fragen wie etwa ob das menschliche Handeln von Maschinen vorherberechnet werden kann oder aber ob ein Zusammenleben zwischen Mensch und KI/Maschine ohne Vorbehalte oder Diskriminierung möglich ist.

    Die Storys hangeln sich dabei immer wieder um einen festen Pro- und Antagonistenstamm auf, welches einem das „reinkommen“ wohlwissend erleichtert.

    Meine Meinung:
    „Ich, der Roboter“ war schon ein gelungenes Leseerlebnis, und „Geliebter Roboter“ steht diesem in nichts nach und ich kann absolut nachvollziehen warum diese Werke als must-read Klassiker gehandelt werden.

    Auch wenn dieses Werk Mitte des letzten Jahrhunderts den Weg zwischen die Buchdeckel gefunden hat, es ist aus meiner Sicht, aufgrund der technischen Entwicklungen z.B. bei Künstlichen Intelligenzen immer noch aktuell und stellt heute immer noch die richtigen Fragen.

    Die kleine Meckerei vom ersten Teil muss ich hier auch übernehmen, aber das Cover ist mir einfach nicht passend genug. Und ein Hinweis noch, der Heyne Verlag kann in die Zukunft schauen, zu mindestens wenn es ums Copyright geht, da steht dann „2018“.

    Meine Wertung:
    4,75 von 5 Robbie`s

  24. Cover des Buches Unter Wölfen (ISBN: 9783734109843)
    Alex Beer

    Unter Wölfen

     (54)
    Aktuelle Rezension von: Motzbeck

    Ich schätze die August Emmerich-Reihe Alex Beer und die unter dem Namen Daniela Larcher publizierte Otto Morell Reihe der Autorin sehr, mit der Issak Rubinstein-Reihe dagegen konnte ich mich nicht so recht anfreunden. Die Grundidee, ein jüdischer Antiquar, der zu einem Gestapo-Ermittler wird, finde ich zu unglaubwürdig, als dass sie Interesse bei mir wecken konnte. Doch nach der Lektüre des letzten Emmerich Romans habe ich es dann doch mit dem Roman versucht, und siehe da, ich bin überraschenderweise nicht enttäuscht. Zwar halte ich die Ausgangssituation nach wie vor für hanebüchen, aber blendet man das als Leser aus, bleibt ein höchst spannender Roman übrig.

    Die Familie Rubinsteins steht kurz vor der Deportation aus Nürnberg in den Osten. In seiner Not wendet sich Isaak an eine ehemalige Freundin, von der er zu recht glaubt, sie habe Kontakte zum Widerstand. Sie willigt ein, möchte aber als Gegenleistung, dass sich Rubinstein als der wegen einers Mordeermittlung in der Nürnberger Burg, in der ein führendes Mitglied der Gauleitung Franken verwickelt ist, aus Berlin herbeigeorderte Adolf Weissmann ausgibt, der Vorzeigeermittler des dritten Reiches. Der tatsächloche Weismann wird ausgeschaltet, sodass die Geschichte an Glaubwürdigkeit gewinnen kann. Unter dem Inkognito stellen sich Rubinstein drei gewichtige Aufgaben, erstens, die geplante Aktion der "Fränkischen Freiheit", der lokalen Widerstandsorganisation zu retten, den schutz seiner familie zu organisieren und nicht zuletzt  um den Schein zu wahren, die Aufklärung des Mordes. Dabei gerät er des öfteren in Lebensgefahr, da es Gestapoangehörige gibt, die an seiner Identität zweifeln, doch mit einer wahrhaften Meisterleistung schafft er es, alle drei Probleme zu lösen. Am Ende entscheidet er sich gar dazu, als Weismann in Nürnberg zu bleiben um wweiterhin gegen die Nazis zu wirken.

    Wie gesagt, historisch alles andere als glaubwürdig (so wünscht man sich zwar, wie im Roman beschrieben, einen derrt vernetzten Widerstand, den es so leider nie gegeben hat) bietet der Roman ein Höchstmaß an Spannung, insofern historische Bedenken hinten anstellen und den Roman als einfachen Krimi lesen.

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