Bücher mit dem Tag "1942"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "1942" gekennzeichnet haben.

68 Bücher

  1. Cover des Buches Stella (ISBN: 9783446259935)
    Takis Würger

    Stella

     (325)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    Das Cover hat mich angelacht und ich bin immer wieder an dem Buch vorbei gekommen und immer wieder sah ich es auch in Zeitschriften. Dann habe ich mich mit ihm und dem Thema beschäftigt und jetzt habe ich es gelesen. Es ist das Jahr 1942 und Friedrich kommt nach Berlin. Er ist Schweizer und möchte sich anschauen, was man sich über die Deutschen erzählt. Was geht da wirklich vor sich und ist die politische Lage wirklich so ernst? Er lernt durch einen Zufall Stella kennen und folgt ihr in einen Club und wird ein Fan, ihr Liebhaber und kennt die Frau doch nicht. Juden werden deportiert und die Lage spitzt sich immer mehr zu und plötzlich sieht sich Friedrich mitten drin in den Ereignissen und Geschehnissen und sein Herz spielt verrückt. Takis Würger hat die wahre Geschichte von Stella in eine großartige Liebesgeschichte gewandelt und man taucht in die Geschichte ein. Schon wieder ein Buch das in den 40ern spielt, ja, aber Würger macht das so lebhaft so toll, dass man nicht los kommt von dem Buch. Es wird immer bedrückender und Takis Würger lässt alle Gefühle aufflammen.      

  2. Cover des Buches DOORS ? - Kolonie (ISBN: 9783426523889)
    Markus Heitz

    DOORS ? - Kolonie

     (114)
    Aktuelle Rezension von: Kerstin_Lohde

    Auf die Reihe von Markus Heitz war ich sehr gespannt da ich manche seiner anderen Romane gern gelesen habe und sie auch gut fand. Zuerst habe ich überlegt mit welchem Buch ich zuerst beginnen sollte, aber nachdem ich mitgekriegt habe das es eigentlich egal ist welches Buch man zuerst liest habe ich mich für das Buch „Kolonie“ entschieden. Und das war vielleicht mal spannend, actionreich und interessant. Und nachdem ich das erste Buch der Staffel 1 gelesen habe, werde ich auch so nach und nach die anderen beiden Bücher der Staffel lesen. Denn ich bin mir sicher, das die beiden anderen Geschichten auch sehr interessant sein werden. Es wurde auch schon verkündet das es eine weitere Staffel mit 3 Doors Büchern geben wird, da bin ich ja mal gespannt wie die Titel lauten werden.


    Man hat hier wieder mal ein rundum gelungenes Werk von Markus Heitz in der Hand. Das nicht nur interessant, sondern auch spannend und actionreich geschrieben wurde. Man kann diese 3 Bücher unabhängig voneinander lesen.

  3. Cover des Buches Bernsteinsommer (ISBN: 9783749900206)
    Anne Barns

    Bernsteinsommer

     (103)
    Aktuelle Rezension von: Buchfresserchen1

    Christina lässt sich gerade nach drei Jahren Ehe scheiden, ihr Vater vergisst durch seine Alzheimer Demenz immer mehr und nun muss sie auch noch aus ihrer Wohnung und ihr Café schließen. Es ist somit Zeit für einen Neuanfang auf ganzer Linie. Dabei sind ihre Familie und ihre Freunde eine große Stütze.


    Das Cover des Buches hat mich sofort angesprochen. Außerdem kannte ich schon Anne Barns locker , leichten Schreibstil durch die Bücher Apfelkuchen am Meer und Kirschkuchen am Meer.


    Dieses Buch las sich genau so gut. Ein Heileweltroman, der zwar auch ein paar traurige Momente hat, aber in dem sich ansonsten alles gut fügt.

    Der kurze Rückblick  in eine andere Zeit hätte für mich etwas mehr in die Geschichte eingebunden sein können, da er irgendwie erklärend war,aber für mich eher an der Stelle wie gezwungen eingesetzt schien.


    Die Charaktere der  Christina und ihrer Familie sind sehr angenehm. Es gibt so niemanden den ich nicht mag. Alle sehr sympathisch. Natürlich läuft alles wie am Schnürchen und der Zufall bringt immer sofort eine Lösung sobald ein Problem auftaucht,aber wer die Bücher von Anne Barns mag, der erwartet es nicht wirklich anders.


    Ein schöner Roman für einen Sommertag in der Hängematte. Viel heile Welt ohne große Tiefe. Wer aber genau das sucht der wird hier gut unterhalten. Mir hat das Buch gefallen.

  4. Cover des Buches Die Farben der Schönheit - Sophias Triumph (Sophia 3) (ISBN: 9783864931185)
    Corina Bomann

    Die Farben der Schönheit - Sophias Triumph (Sophia 3)

     (149)
    Aktuelle Rezension von: Katjuschka

    Henny, die Sophia nach New York gefolgt, und vor deren Tür zusammengebrochen ist, ist schwer opiumsüchtig.

    Aber so wie Henny für Sophia in ihrer größten Not da war, so ist es jetzt umgekehrt. 

    Die beiden Freundinnen stehen auch weiterhin zusammen!

    Henny überwindet ihre Sucht und Sophia findet nach ihrer Kündigung bei Elizabeth Arden wieder Arbeit - erneut bei Helena Rubinstein!

    Von ihr bekommt Sophia auch die Möglichkeit geboten ihr Chemie-Studium zu beenden - die Ehe mit Darren läuft gut.

    Also alles bestens?

    Nachdem Sophia erfahren hat, dass sie keine Kinder mehr bekommen kann, vergräbt sie sich immer mehr in ihrer Arbeit und die Eheleute entfernen sich immer mehr voneinander.

    Kurz nach dem Angriff auf Pearl Harbour haben sie einen schrecklichen Streit und Darren verpflichtet sich freiwillig bei der Army.

    Wird Sophia nach Sohn Louis erneut einen geliebten Menschen in Frankreich verlieren?


    Der dritte und letzte Teil der Reihe um Sophia Krohn fügt sich nahtlos an den Vorgänger an.

    Ein nicht unwesentlicher Teil der Handlung dreht sich zu Anfang um die zwei Freundinnen, was den Charakter (beider) Frauen gut hervorhebt.

    Aus der jungen, naiven Studentin ist eine starke Frau geworden.

    Dies zeigt sich z.B. sehr deutlich, als sie sich gegen "Madame" behauptet und sogar kündigt, um nicht gegen ihre Überzeugung zu handeln!

    Mir hat gefallen, dass alle offenen Fragen zum Ende hin geklärt und beantwortet wurden.

    Die Suche nach Louis ist für weite Teile etwas in den Hintergrund getreten, die finale Erklärung war aber stimmig.

    Das Ende fand ich in Summe hoffnungsfroh. Vieles über die Zukunft wurde nur angedeutet, aber das passte zu einer Grundstimmung direkt nach Ende eines großen Krieges.

    Wie bei allen Büchern der Autorin, war auch dies wieder ein Pageturner.

    Schade, dass die Reihe schon beendet ist....

  5. Cover des Buches Die Bücherdiebin (ISBN: 9783570403235)
    Markus Zusak

    Die Bücherdiebin

     (4.604)
    Aktuelle Rezension von: birdies_buecherwelt

    Im Alter von neun Jahren kommt Liesel Meminger zu Pflegeeltern. Es ist das Jahr 1939, Liesels Mutter wollte ihre Kinder beschützen, doch als Liesel in der Himmelstraße 33 in Molching ankommt, ist sie allein. Ihr jüngerer Bruder hat die Zugfahrt aufgrund einer Krankheit nicht überlebt. Bei seiner Beerdigung stielt Liesel ihr erstes Buch, weitere werden folgen und ihr so den Namen "Bücherdiebin" einbringen. Liesels Pflegeeltern Rosa und Hans Hubermann lieben das Mädchen auf ihre eigene Weise und werden für sie schnell zu einer geliebten Familie. Doch die Zeiten sind alles andere als unbeschwert, denn der Krieg rückt unaufhaltsam näher an den Alltag heran.
    Schon nach den ersten Seiten, ach was, nach den ersten Zeilen war mir bewusst, dies ist ein besonderes Buch. Der Erzähler ist niemand geringeres als der Tod. Der Tod wirkt alles andere als bedrohlich, er ist beinahe sympathisch. Seine Worte sind mit Bedacht gewählt und häufig zynisch, über viele Aussagen musste ich intensiv nachdenken. Diese Perspektive macht das Buch so besonders. Aber auch Liesel, ihre Sicht auf die Welt, ihre Liebe für Worte und für Bücher haben mich sehr berührt. Trotz der Tragik des Krieges ist die Handlung ruhig gehalten, viel mehr geht es um Familie, Zusammenhalt, Menschlichkeit und Zuversicht. Mehr möchte ich gar nicht verraten, denn wer dieses Buch noch nicht gelesen hat, sollte das unbedingt nachholen und sich selbst überzeugen. Markus Zusak ist ein Meisterwerk gelungen, zurecht wurde "Die Bücherdiebin" mit dem Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung, für Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen.

  6. Cover des Buches Ein unmögliches Leben (ISBN: 9783100278272)
    Andrew Sean Greer

    Ein unmögliches Leben

     (56)
    Aktuelle Rezension von: Scheherazade

    Greta Wells lebt 1985 und hat gerade ihren Bruder verloren. Eine spezielle Behandlung schickt sie auf eine Reise der besonderen Art. Nämlich auf eine Zeitreise, bei der sie in alternativen Versionen ihres Lebens landet. So findet sie sich in 1918 und 1941 wieder. In jeder Epoche trifft sie die Menschen wieder, die ihr wichtig sind, ihre Liebe, ihren Zwillingsbruder, den Geliebten, ihre Tante Ruth. Aber jede Zeit ist anders und so sind auch die Menschen, die in ihr Leben nicht immer gleich. Es gibt verschiedene Träume, andere Tode und Greta ist in jedem Leben eine andere, aber welche Greta möchte sie wirklich sein?

    Die Story an sich fand ich großartig. Der Aufbau war wirklich interessant. So ist die Geschichte in Tagen aufgeteilt und Grete erlebt wirklich wichtige Ereignisse der Weltgeschichte, die aber unterschiedlicher nicht sein können. In der einen Zeit das Ende eines Krieges und in der anderen den Anfang. Auch sind die Lebensgeschichten der einzelnen Protagonisten an die Zeiten angepasste, was ich sehr überzeugend fand.

    Weniger überzeugen fand ich den Grund für Gretas Zeitreisen. Sie litt an einer Depression und bekam Behandlungen. Allerdings hatte ich beim Lesen immer das Gefühl, diese Depression war nur Mittel zum Zweck. Ich habe schon einige Bücher mit depressiven Protagonisten gelesen und so wie Greta, ihr Leben und ihre Handlungen hier beschrieben werden, passt es für mich nicht zu einer depressiven Person. Deshalb war Greta mir anfangs auch nicht sehr sympathisch. Da die Depression aber irgendwann auch gar nicht mehr erwähnt wurde (obwohl sie natürlich noch Behandlungen dagegen bekam), störte es mich im Laufe des Buches weniger.

    Den Erzählstil fand ich zu Anfang wirklich schrecklich und ich wusste nicht, ob ich das Buch zu Ende lesen würde. Für mich war es einfach zu überladen mit Bildern und wahnsinnig kitschig.

    Ein Beispiel: „…, wenn meine kleine Gasse alle Farben gegen Blau tauschte und im Westen der helle, lavendel zerfließende Sonnenuntergang über dem Hudson stand.“ (S. 26) Aber zum Glück wurde dieser Kitsch mit der Zeit weniger.

    Insgesamt ein Buch, dessen Geschichte ich eigentlich sehr interessant fand, bei dem mich der Erzählstil allerdings nicht überzeugt hat. Deshalb gibt es 3 Sterne von mir.

  7. Cover des Buches Herz aus Jazz (ISBN: 9783499269004)
    Sara Lövestam

    Herz aus Jazz

     (43)
    Aktuelle Rezension von: Kitsune87

    Rezension zu Herz aus Jazz von Sara Lövestam


    Titel: Herz aus Jazz

    Autor: Sara Lövestam

    Übersetzer: Stephanie Elisabeth Baur

    Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag

    Genre: Gegenwartsliteratur/Jugendbuch

    Preis: TB 9,99 €, ebook 2,9 €

    Erscheinungsdatum: 27.05.2015

    Isbn: 978-3499269004


    Vielen Dank an das Feelings-Team für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.


    Klappentext:


    An ihrer Schule in der schwedischen Provinz wird Steffi gemobbt. Dem Alltag entflieht die talentierte Fünfzehnjährige, indem sie Musik macht und hört. Am liebsten Swing und Jazz. Als ihr iPod eines Tages den Geist aufgibt, reißt die Musik nicht ab. Sie dringt aus dem Fenster eines Altenheims. Und der alte Mann, der dort wohnt, lädt Steffi zu sich ein. 

    Schnell stellt sich heraus, dass Alvar Steffis musikalische Helden persönlich kannte. Denn er war selbst ein erfolgreicher Bassist im Stockholm der Swinging Fourties. Während sie gemeinsam seinen alten Platten auf dem Grammophon lauschen, entwickelt sich zwischen den beiden eine enge Freundschaft. Steffi erzählt dem alten Herrn von ihren Problemen, Alvar ihr im Gegenzug die Geschichte seiner großen Liebe. Für beide ist es eine Auseinandersetzung mit tiefsten Gefühlen und Verletzungen. Und eine Chance auf die Zukunft.


    Meinung:


    Romane über ungewöhnliche Freundschaften sind genau mein Ding, weswegen ich mich sehr gefreut hatte, dieses ebook lesen zu dürfen. 


    Cover und Klappentext suggerieren einen Roman für alle Altersklassen. Aufgrund des doch recht gewöhnungsbedürftigen Schreibstils würde ich ihn jedoch eher als Jugendbuch deklarieren wollen. Sehr kurze und präzise Sätze, die nicht viel Wert auf Beschreibungen legen, haben meinen Lesefluss ab und an doch stocken lassen.


    Die beiden Protagonisten Steffi und Alvar mochte ich schnell ins Herz schließen. Auch wenn ich bei Steffi immer noch ein bisschen das Gefühl habe, dass dies aus Mitleid passiert ist, denn das Thema Mobbing spielt neben der Musik eine wichtige Rolle. Was dies angeht, hätte ich mich auf eine andere Art der Auseinandersetzung damit gefreut. Das echte Leben ist da schon hart genug. Alvar ist der große Sympathisant des Romans und die Erzählungen der 40er Jahre aus seiner Sicht haben mir gut gefallen.


    Trotz der guten Thematik und den beiden tollen Charakteren musste ich mich an manchen Stellen wirklich am lesen halten. Das Buch weist einige Passagen auf, die sich sehr ziehen und der oben erwähnte, einfache, Schreibstil und einige musikalische Beschreibungen, dir mir als Nichtmusiker nichts gesagt haben, machten es da nicht gerade leicht, weiter lesen zu wollen. Ich mochte es alles in Allem trotzdem gerne lesen. Ohne diese Längen wäre das Lesevergnügen jedoch höher gewesen. Es werden nicht alle offenen Fragen geklärt, dies ist meiner Meinung nach jedoch nicht wichtig und lässt Raum für eigene Gedankengänge.


    Fazit:


    Trotz einiger Schwächen mochte ich die Charaktere von „Herz aus Jazz“ sehr gerne. Der Schreibstil ist mein größter Kritikpunkt und wenn man über ihn hinwegsehen kann, hat man interessante Lesestunden vor sich. Allerdings würde ich es einem eher jüngerem Publikum ans Herz legen.

  8. Cover des Buches Solange am Himmel Sterne stehen (ISBN: 9783442381210)
    Kristin Harmel

    Solange am Himmel Sterne stehen

     (790)
    Aktuelle Rezension von: graphida

    Solange am Himmel Sterne stehen von Kristin Harmel


    Aufgrund des Titels hätte ich mir dieses Buch sicher nicht gekauft, aber nachdem mich die Autorin bereits positiv überrascht hat, wollte ich es gern lesen. Der Roman greift auch frühere Themen wieder auf. Ein scheinbar in ruhigen Bahnen verlaufendes Leben und die plötzliche Wende durch eine verschwiegene Vergangenheit.


    Im Roman begleiten wir Hope, die Massachusetts eine Bäckerei führt; ein Familienunternehmen mit traditionellen Backwaren, die an sich gut ankommen, aber wirtschaftlich kann sie kaum gegen Bäckereiketten ankommen und so steht das Geschäft eines Tages kurz vor dem Aus. Damit nicht genug kämpft Hope mit dem Ex-Ehemann um Erziehungsfragen, erlebt die täglichen Auseinandersetzungen mit ihrer pubertierenden Tochter und kümmert sich noch um die Großmutter, Rose, mit einer beginnenden Demenz.


    In einem 'lichten' Moment vertraut die ihr eine Liste mit Namen an, französische Namen, die ihr etwas bedeuten, aber was, verrät sie nicht. Hope hat diese Namen niemals gehört und kann sich keinen Reim darauf machen, aber sie beginnt nachzuforschen und deckt ein Familiengeheimnis auf. Ohne zu viel zu verraten stellt sich heraus dass die Großmutter eine aus Paris geflohene Jüdin ist, die ihre Familie und auch ihre grosse Liebe in Auschwitz verloren hat.

    Hope gibt die Hoffnung nach anfänglicher Skepsis dennoch nicht auf und die Geschichte nimmt eine überraschende Wendung...


    Der Roman war gut zu lesen, nach stellenweise etwas langatmigen Passagen nimmt das Schicksal die LeserIn mit und am liebsten möchte man Hope bei der Suche unterstützen und Rose Mut machen und bitten nicht aufzugeben, noch nicht.


    Lesenswerte und bewegende Geschichte; Cover und Titel zu seicht.

  9. Cover des Buches Erinnerungen aus Glas (ISBN: 9783963621895)
    Melanie Dobson

    Erinnerungen aus Glas

     (80)
    Aktuelle Rezension von: alenadesi

    Vier Freunde, deren Jugend durch die Ereignisse des zweiten Weltkrieges schnell beendet ist. Ein Krieg, der Tausende das Leben kostet. Josie, Eliese, Samuel und Klaas. Ganz unterschiedlich werden die vier durch den Krieg geprägt. Wem kann man in diesen Zeiten noch vertrauen? Wer ist Freund? Wer Feind?

    Auch in der Gegenwartsgeschichte ist es spannend: Was haben die Ereignisse aus der Vergangenheit mit Ava‘s Leben zu tun? Was hat ihre Familie schreckliches getan, dass sie oder sonst jemand keinesfalls jemals erfahren darf? Zur Handlung möchte ich auch gar nicht mehr verraten, als im Klappentext steht, damit es spannend bleibt.

    Es ist äußerst spannend, die Verwebungen aus Vergangenheit und Gegenwart zur verstehen. Es ist schwer, das Buch aus der Hand zu legen, wenn man einmal darin abgetaucht ist.

    Gekonnt nimmt die Autorin ihre Leser mit auf eine Reise in die Vergangenheit. Es ist spannend und fesselnd und an vielen Stellen unglaublich traurig, was sich vor ein paar Jahrzehnten tatsächlich so ereignet hat. Ich finde es wichtig, dass wir uns immer wieder daran erinnern, damit sich solch schreckliche Ereignisse nie wieder wiederholen. Es ist unfassbar, davon zu lesen, wie unschuldige Menschen ihr Leben lassen müssen, aus reiner Boshaftigkeit und Schadenfreude durch andere. Und noch erschreckender, wie einfach die Morde durch Vergaßungen möglich waren. Die Machtlosigkeit der Menschen lässt einem das Blut in den Adern gefrieren.

    Fazit: Die Handlung ist gut durchdacht, teilweise komplex. Die Fäden aus Vergangenheit und Gegenwart werden gekonnt zusammen gesponnen. Klare Leseempfehlung für gemütliche Lesestunden!

  10. Cover des Buches Fischermord (ISBN: 9783746634463)
    Katharina Peters

    Fischermord

     (31)
    Aktuelle Rezension von: Sato

    Auch der mittlerweile 8. Fall für Romy Beccare und ihr Team ist nach dem bekannten Muster seiner Vorgänger aufgebaut - ein Opfer welches dunkle Flecken in seiner Vergangenheit hat und jede Menge Personen welche bei näherer Betrachtung in einer Beziehung zum Opfer standen und ein Motiv haben. Aber auch diesmal schafft es Katharina Peters von der ersten Seite an Spannung aufzubauen, welche den Leser packt und durch die Geschichte Begleitet bis es zum - auch wie immer - überraschenden Finale kommt. Ganz große Klasse.

    Zunächst wird ein erfolgreicher Pferdezüchter an seinem Geburtstag im Stall erhängt aufgefunden, ein Suizid kann schnell ausgeschlossen werden und bei den Recherchen zur Vita des Opfers stoßen die Ermittler schnell auf Ungereimtheiten. Kurze Zeit später wird ein beliebter Lehrer in Stralsund ermordet und es finden sich Verknüpfungen zwischen den Opfern und dunkle Geheimnisse werden ans Tageslicht geholt. Jedes neues Puzzleteil vergrößert die Zahl der Personen, die ein Motiv hätten einen oder beide Opfer zu töten.

    Dieses Mal wird Romy bei den Ermittlungen hauptsächlich Ruth Kranold unterstützt, die im letzten Band erstmals in Erscheinung trat. Die anderen Teammitglieder bleiben im Hintergrund und auch ihr frisch angetrauter Mann und Kollege Jan spielt nur eine Statistenrolle. So sind es die beiden Frauen die die einzelnen Fäden des Falles aufrollen, die Vergangenheit der Opfer beleuchten und somit Motive und Tatverdächtige ermitteln - wobei nicht nur mancher Leser der Meinung ist, das den Tätern eher Applaus als Strafe zusteht.

    In Summe ist auch dieses Buch wieder ein spannendes Lesevergnügen und macht Lust auf die Fortsetzung beziehungsweise einen Besuch der Insel.

  11. Cover des Buches Schicksalhafte Zeiten (ISBN: 9783746635965)
    Linda Winterberg

    Schicksalhafte Zeiten

     (55)
    Aktuelle Rezension von: Katjuschka

    Nach "Aufbruch in ein neues Leben" und "Jahre der Veränderung" jetzt der dritte Teil der Hebammen-Saga von Linda Winterberg. 

    Band 1 startete 1919 als die recht unterschiedlichen jungen Frauen Margot, Luise und Edith ihre Ausbildung zur Hebamme beginnen.

    In Band 2 haben die drei Freundinnen ihre Ausbildung beendet, arbeiten gemeinsam im Krankenhaus und wohnen zusammen in einer kleiner Wohnung. Der Alltag bestimmt ihr Leben.

    Band 3 "Schicksalhafte Zeiten" startet 1942.


    Die jungen Freundinnen sind endgültig erwachsen geworden.

    Der Krieg hat nicht nur in der Stadt, sondern auch in ihrem Leben Spuren hinterlassen.

    Auch wenn sie beruflich auf verschiedenen Wegen unterwegs sind, eint sie der Wille zu helfen und Unrecht zu bekämpfen. Auch wenn sie dadurch selbst in Gefahr geraten.

    Die Beschreibungen des Alltags in Berlin während des Krieges und dem täglichen Horror des Naziregimes, sind der Autorin wieder hervorragend gelungen!

    Der historische Rahmen wird authentisch und bildhaft vermittelt.

    Ich habe schon allein beim lesen die allgemeine Lage, besonders aber auch bei den Aspekten mit medizinischen Belangen, als beklemmend empfunden!

    Das menschenverachtende Gebaren der damaligen Machthaber und ihrer Handlager hat bei mir regelrechtes Entsetzen ausgelöst.

    Das Schicksal der unterschiedlichen Protagonist(inn)en zeichnet dann auch leider ein allzu realistisches Bild der damaligen, dunklen Zeit.

    Aber auch der kleine Funke Hoffnung ist Teil der Handlung und lässt die Leser(innen) an der Seite von Margot, Luise und Edith ausharren.

  12. Cover des Buches Die Frauen von der Purpurküste – Claires Schicksal (Die Purpurküsten-Reihe 3) (ISBN: 9783548062136)
    Silke Ziegler

    Die Frauen von der Purpurküste – Claires Schicksal (Die Purpurküsten-Reihe 3)

     (30)
    Aktuelle Rezension von: Hexenlady70

    Leseeindruck zur

    Trilogie, Die Frauen von der Purpurküste von Silke Ziegler  


    Ich bin ehrlich, als ich das erste Buch begonnen habe, hatte ich mit einer locker leichten Sommer Lektüre gerechnet. 

    Ich wurde mehr als angenehm überrascht.


    Die Reihe handelt von unterschiedlichen Protagonistinnen die aus verschieden gründen nach Collioure einen Ort an der Purpurküste kommen.


    Die Romane sind auf 2 Zeitebenen geschrieben. Man wird in jedem Roman in die Zeit um 1941-1944 katapultiert und erlebt ein Stück Zeitgeschichte aus der Besatzerzeit in Frankreich mit.

    Die Bücher sind viel tiefgreifender als sie aussehen und ich bin rundweg einfach begeistert. Silke Ziegler schafft es zwischen Leichtigkeit und Tiefgang solch eine tolle Kombination herzustellen das man sich damit einfach nur wohl fühlt. Etwas Liebesgeschichte mit ganz viel landschaftlichen Erzählungen die einen eigentlich schon die Tasche packen lässt um es sich gerne selber anzuschauen. Ausserdem auch sehr kulinarisch, jedes Buch beschäftigt sich mit einer anderen Köstlichkeit. Im Gegenzug das Leid, Angst der Kampf, Hoffnung und auch gleichzeitig Hoffnungslosigkeit, Liebe und Verlust. Die Bücher sind so einfühlsam und für mich auch sehr emotional gewesen. 

    Einfach ein wunderschönes Leseerlebnis.


    Jedes dieser Bücher bekommt von mir daher 5

    ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

    und eine absolute Leseempfehlung.


    Klapptext Teil 1

    Isabelles Geheimnis: 

    Vom Zauber eines Neuanfangs Für Amélie liegt seit dem Verlust ihrer Familie ein grauer Schleier auf ihrem Leben – bis sie nach Collioure kommt und dort in der alten Baguetterie ihrer Großmutter Ablenkung, ja, sogar Erfüllung findet. Dank der südfranzösischen Leichtigkeit, der Nähe zum Meer und ihrem ungebetenen, aber dennoch attraktiven Mitbewohner Benjamin beginnt die Welt um sie herum bald in allen Farben zu strahlen. Sie ahnt noch nicht, wie sehr ein schicksalhaftes Familiengeheimnis ihr Leben erneut ins Wanken bringen wird …


    Klapptext Teil 2

    Julies Entscheidung

    Eine kleine Crêperie, ein großes Familiengeheimnis und die eine schicksalhafte Liebe Der Tod ihrer Mutter entreißt Lara den Boden unter den Füßen. Sie hofft, auf der Suche nach ihren Wurzeln zu sich selbst zurückzufinden, und folgt einer Spur ihres unbekannten Vaters nach Südfrankreich. In dem malerischen Dorf Collioure verwirklicht sie ihren Traum vom Backen und lernt den charmanten Félix kennen. Sie fühlt sich endlich angekommen – bis sie von einer schicksalhaften Entscheidung erfährt, die sich von 1944 bis in ihre Gegenwart auswirkt …


    Klapptext Teil 3

    Claires Schicksal

    Briefe aus vergangenen Zeiten, eine unvergessene Liebe und eine kleine Patisserie an der Purpurküste Tausend Kilometer liegen zwischen Emma und ihrer Vergangenheit, als ein Schlaganfall ihres Vaters sie zurück in ihre südfranzösische Heimat holt. Kaum ist sie im malerischen Collioure angekommen, trifft sie auf ihre erste große Liebe Léon – und bemerkt, wie sehr sie ihn all die Jahre vermisst hat. Wie in Kindertagen stürzt sie sich ins Backen, um ihrem Gefühlschaos zu entkommen. Sie findet neben neuen Chancen alte Briefe, die sie ihre eigenen Entscheidungen überdenken lassen. Kann sie sich mit ihrer Vergangenheit aussöhnen, ehe es zu spät ist?

  13. Cover des Buches Ich, der Roboter (ISBN: 9783453528420)
    Isaac Asimov

    Ich, der Roboter

     (52)
    Aktuelle Rezension von: Horatio-Buecherliebe

    In der vorliegenden Erzählungssammlung aus den 1940er Jahren befasst sich Isaak Asimov frühzeitig mit moralischen und ethischen Fragestellungen, die mit dem Zusammenleben von Menschen und "intelligenten" Robotern verbunden sind. Grundlage bilden die von ihm entwickelten (zunächst) drei Robotergesetze, die auch über sein Werk hinaus im Bereich der Roboter-Ethik erhebliche Beachtung gefunden haben. Wegen ihrer großen Bedeutung für sein gesamtes Werk nachfolgend kurz aufgeführt:

    1. Ein Roboter darf keinem Menschen schaden oder durch Untätigkeit einen Schaden an Menschen zulassen.

    2. Ein Roboter muss jeden von einem Menschen gegebenen Befehl ausführen, aber nur, wenn dabei das erste Gesetz nicht gebrochen wird.

    3. Ein Roboter muss seine eigene Existenz bewahren, es sei denn, dies spricht gegen das erste oder das zweite Gesetzt.

    Mögen diese Gesetze auf den ersten Blick auch einleuchtend erscheinen, sind sie in der alltäglichen Anwendung jedoch sehr problematisch und interpretierbar. Genau mit diesen Unschärfen befasst sich Asimov in den vorliegenden Erzählungen.

    Die aus den drei Gesetzen der Robotik resultierenden moralischen Fragestellungen und Dilemmata und überhaupt das Thema Roboter-Ethik sind gerade heute in den Zeiten von künstlicher Intelligenz, erster humanoider Roboter, Drohnen und autonomen Fahrens wieder von höchster Aktualität!

    Der Band bildet zudem auch als theoretische Grundlage einen hervorragenden Einstieg in Asimovs monumentalen und spannenden "Foundation-Zyklus" und sei schon aus diesem Grund jedem und jeder Interessierten ans Herz gelegt.

    Die recht bekannte Verfilmung "I, Robot" (2004) von Alex Proyas mit Will Smith beruht allerdings nur sehr locker auf Motiven der Erzählungssammlung und steht als "SF-Actionfilm" mehr eigenständig daneben.

    Auf Seiten der literarischen Qualität sind bei derart auf das Sachthema "Roboter-Ethik" bezogenen Erzählungen allerdings einige Abstriche zu machen, was sich etwas auf meine Sterne-Bewertung auswirken musste.

    Das ändert allerdings nichts an meiner großen und uneingeschränkten Leseempfehlung für alle Interessierten, die sich mit anspruchsvoller Science Fiction Literatur auseinandersetzen möchten.


  14. Cover des Buches Wofür es lohnte, das Leben zu wagen (ISBN: 9783958901209)
    Christian Hardinghaus

    Wofür es lohnte, das Leben zu wagen

     (9)
    Aktuelle Rezension von: mabuerele

    „...Angesichts des Todes werden die Werte des Lebens ein Nichts...“


    Das Sachbuch beginnt mit einem Vorwort von Hans Machemer. Dort legt er kurz dar, wie und weshalb es zur Veröffentlichung der Geschichte kam. Es sind die Briefe seines Vaters, die den Inhalt des Buches bilden.

    Anschließend folgen von Christian Hardinghaus eine geschichtliche Beurteilung und die Vorgeschichte.

    Helmut Machemer ist Augenarzt. Mit 36 Jahren und auf Grund seines Berufs wäre er vom Kriegsdienst freigestellt gewesen. Doch seine Frau Erna ist nach Lesart der damaligen Zeit halbjüdisch. Damit gelten sie und die drei kleinen Söhne als Mischlinge. Erna musste deshalb schon ihr Medizinstudium aufgegeben. Da sich Helmut nicht von seiner Familie trennen will, sieht er nur eine Chance. Wenn er sich freiwillig zum Heer meldet und dort alle Tapferkeitsauszeichnungen erhält, kann er damit erreichen, dass seine Familie arisiert wird. Diese Sonderregelung gibt es im Rassengesetz.

    Hans Machemer ist dabei, als die Deutsche Wehrmacht am 22. Juni 1941 ohne Kriegserklärung über die sowjetische Grenze marschiert. Er ist Unterarzt der Aufklärungs-Abteilung der 16. Panzerdivision. Gleichzeitig schreibt er in Briefen seine Erlebnisse und Gedanken nieder und fotografiert das Geschehen. Die Vielzahl dieser Briefe bildet den Hauptinhalt des Buches.

    Der erste Brief datiert vom 5. Oktober 1941. Die Deutsche Wehrmacht befindet sich auf einem fast ungebremsten Vormarsch. Deshalb zeigen die ersten Briefe auch seinen Optimismus. Deutlich wird die Überlegenheit der deutschen Truppen herausgestellt. Es ist nicht zu überlesen, dass die Propaganda der letzten Jahre Spuren hinterlassen hat. Das zeigt sich in einer gewissen Überheblichkeit. Andererseits überwiegt auch im Verhalten gegenüber dem Gegner die Menschlichkeit. Das Regiment zieht durch die Ukraine und trifft dabei nicht nur auf Feinde. Exakt werden die Dörfer und das dortige Leben beschrieben. Schnell machen sie Bekanntschaft mit Wanzen und Flöhen.

    Die ganze Widersprüchlichkeit der Gedankenwelt wird hier an einer Stelle besonders deutlich. Helmut möchte, dass seine Familie arisiert wird, nimmt aber den Judenhass in der Ukraine als gegeben hin.

    Mit dem ersten Wintereinbruch ändert sich der Schriftstil leicht. Plötzlich geht es nicht mehr nach vorn. Die Langeweile des Stellungskrieges, erste Erfrierungen, fehlende Winterbekleidung gewinnen zunehmend Raum in den Briefen. Nachdem er im ersten Teil davon berichtet hat, dass die Rote Armee beim Rückzug verbrannte Erde zurückgelassen hat, verwendet nun die Deutsche Wehrmacht ebenfalls diese Taktik. Doch immer überwiegt die Hoffnung auf den Sieg.

    Hinzu kommt, dass Helmut in den Briefen darauf drängt, Maßnahmen zu ergreifen, um die Arisierung der Familie voranzutreiben. Er hat Angst um seine Kinder. Auf seine Beförderung wartet er seit zwei Jahren. Das ärgert ihn, ändert aber wenig an seinem Pflichtbewusstsein.

    Deutlich wird, wie hart das Leben eines Arztes direkt an der Front ist. Es geht um die Erstversorgung der Verwundeten. Die nächste Schwierigkeit besteht darin, sie in ein Lazarett zu bringen. Das ist nur noch bedingt möglich. Der russische Winter lässt nicht nur Wasser gefrieren, sondern auch Füße und Hände. Fahrzeuge fallen aus. Der Stellungskrieg zermürbt. Bisher registrierte Helmut in seinen Briefen die Menge der gefallenen Russen. Nun werden zunehmend eigene Kameraden beerdigt. Außerdem gibt es Probleme mit der Post. Die mit Sehnsucht erwarteten Päckchen aus der Heimat bleiben aus.

    Berührend zu lesen sind die Briefe der Kinder, die sie an ihren Vater schreiben. Im letzten Drittel des Buches sind auch Briefe von Erna veröffentlicht. Dort tauschen sich die Eheleute über Schreibstil und Lesbarkeit aus. Erna schreibt alle Briefe ihres Mannes ab.

    Wie ein roter Faden zieht sich durch das Buch die Hoffnung auf Sieg und Heimkehr. So schreibt Helmut:


    „...Dass der Russe seine letzten Reserven ausschöpft, ist keine Frage...“


    Auch das Eingangszitat stammt aus einem der letzten Briefe. Seine Zeilen sprechen von Kameradschaft selbst in schwierigen Situationen, setzen sich mit Fehlverhalten auseinander und bescheinigen dem Regiment einen Hauch preußischer Disziplin. Doch gerade in der letzten Zeit kommt er auch mit Ärzten in Kontakt, die die Situation wesentlich kritischer sehen. Helmut hat aber nur ein Ziel vor den Augen, und dafür setzt er sich mit ganzer Kraft ein: die Sicherheit seiner Familie. Dabei ahnt er aus meiner Sicht nicht einmal, wie groß die Gefahr für sie wirklich ist. Trotzdem gibt er Verhaltensratschläge, was zu tun ist, falls er nicht zurückkehrt. Die lange Zeit wirkt zermürbend. Heimaturlaub ist nicht in Sicht oder wird gestrichen.

    Und dann stellt er eine Frage, die Monate vorher überhaupt nicht im Raum stand.


    „...Dankt uns die Heimat einmal, was wir für sie tun?...“


    Die Briefe ermöglichen mir als Leser einen Einblick in eine Gedankenwelt, die schwierig nachzuvollziehen ist. Die Soldaten sahen sich als Verteidiger der Heimat. Sie taten ihrer Ansicht nach ihre Pflicht. Dass es zunehmend von beiden Seiten Grausamkeiten gab, wurde registriert, aber kaum bewertet.

    Die politische Beeinflussung des Gegners durch Kommissare wird häufig angesprochen, die Wirkung der eigenen Propagandamaschinerie nicht registriert.

    Eingebunden im Buch sind viele Originalfotos. Sie veranschaulichen die Situation.

    Außerdem gehört zum Buch eine DVD. Auch dort befinden sich bisher unveröffentlichte Bilder. Gut gefallen hat mir der Kommentar des Autors. Unter anderen führt er aus, welchen Gefahren sich Helmut mit diesen Aufnahmen ausgesetzt hat.

    Außerdem sind Originaldokumente dem Buch beigefügt.

    Helmut erreicht sein Ziel. Seine Familie wird deutschblütigen Personen gleichgestellt. Doch er zahlt dafür einen hohen Preis. Seine Söhne werden ohne ihn aufwachsen.

    Ich bin mir bewusst, dass diese Rezension dem Buch nicht allumfassend gerecht werden kann. Sie spiegelt nur einen Teil des Inhalts wider.

    Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Es ist ein wichtiges Zeitdokument, da es ungeschönt die Gedanken eines Arztes an der Front wiedergibt. Der meist sachliche Schriftstil wirkt besonders beeindruckend.

  15. Cover des Buches Unter Wölfen (ISBN: 9783734109843)
    Alex Beer

    Unter Wölfen

     (60)
    Aktuelle Rezension von: Catherine Oertel

    Nürnberg 1942 - Als Isaak Rubinstein Kontakt zu seiner ehemaligen Freundin Clara aufnimmt, geschieht das nur aus Sorge um seine Familie. Er hat einen Evakuierungsbescheid erhalten. Doch sein Bauchgefühl sagt ihm, dass das nicht einfach eine Umsiedlung wird. Die Gestapo hat es auf die Juden in der Stadt abgesehen und ihm Schwant Böses, denn von anderen jüdischen Familien hat man nie wieder etwas gehört. Er braucht Hilfe, Clara hat Kontakt zum Widerstand, sie ist seine letzte, seine einzige Hoffnung. Doch diese Hilfe hat ihren Preis.

    »Unter Wölfen« ist ein atmosphärisch dichter Krimi der einen packt und nicht mehr loslässt. Die Autorin schreibt sehr bildlich und realitätsnah was auf eine exzellente Recherchearbeit hinweist, auch wenn ihre Figuren und Schauplätze fiktiv sind, lässt sie doch ein brillantes Netz aus Lügen und Intrigen entstehen. In deren Mittelpunkt  Isaak Rubinstein steht, der jüdische Antiquar der keiner Fliege etwas zuleide tun könnte. Doch die Umstände zwingen ihn ein anderer zu werden, ein Spion des Widerstands, der in die Rolle des Kriminalermittlers Adolf Weissmann schlüpft. Dem Besten Ermittler des gesamten Deutschen Reichs.

    Gefesselt hänge ich an den Zeilen und fiebere mit Isaak mit. Während sich die Schlinge um seinen Hals immer weiter zuzieht. Was für eine spannende, emotional berührende Geschichte. Das Buch hat mich von der ersten Seite an begeistert und auch nachdem die Buchdeckel zugeschlagen sind lässt es mich nicht los. Ich will mehr…. Und deshalb freue ich mich sehr auf Band 2 - »Unter Wölfen – Der verborgene Feind«.

    Fazit: »Unter Wölfen« ist ein atmosphärisch dichter historischer Krimi der einen packt und nicht mehr loslässt. Ich bin total begeistert. Unbedingt Lesen, ihr werdet es nicht bereuen.

  16. Cover des Buches Geliebter Roboter (ISBN: 9783453528437)
    Isaac Asimov

    Geliebter Roboter

     (15)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Letztlich hatte ich ja bereits „Ich, der Roboter“ von Asimov konsumiert und war von den 1950 erstveröffentlichten Werk begeistert. Somit war es klar dass der Nachfolger auf jeden Fall auch konsumiert werden musste.

    Klappentext:
    Claire Belmont, Ehefrau eines Angestellten der U. S. Robot Company, soll das Modell TN3, genannt Tony, als Haushaltshilfe testen. Nur widerwillig stimmt sie dem Projekt zu, Robots sind ihr nicht ganz geheuer. Aber Tony ist darauf programmiert, ihr jeden Wunsch zu erfüllen – und er erkennt mehr als nur die offensichtlichen … In insgesamt zehn Kurzgeschichten wirft Isaac Asimov in „Geliebter Roboter“ einen Blick in die Zukunft, deren Grundsteine heute schon gelegt werden. Zusammen mit „Ich, der Roboter“ und „Der Zweihundertjährige“ legt Asimov hier auch den Grundstein zu seiner gigantischen Future History, dem Foundation-Zyklus.

    Zum Inhalt:
    Isaac Asimov welcher während seiner Studienzeit mit dem Schreiben von SF-Kurzgeschichten begonnen hat, dürfte den meisten durch „I, Robot“ oder durch seine Robotergesetze ein Begriff sein. Hier liegt nun der zweite Teil der dreiteiligen Reihe aus dem Heyne Verlag vor.

    Zwischen den Buchdeckel befinden sich zwölf Geschichten welche Asimov zwischen 1951 und 1957 erschaffen hat.

    Auch in diesem Werk versetzt Asimov in eine damals Fiktive Zukunft, welche sich heute fast wie eine Vorhersage anhört, allerdings immer noch top aktuelle erscheint.

    Die hier versammelten Storys drehen sich um Fragen wie etwa ob das menschliche Handeln von Maschinen vorherberechnet werden kann oder aber ob ein Zusammenleben zwischen Mensch und KI/Maschine ohne Vorbehalte oder Diskriminierung möglich ist.

    Die Storys hangeln sich dabei immer wieder um einen festen Pro- und Antagonistenstamm auf, welches einem das „reinkommen“ wohlwissend erleichtert.

    Meine Meinung:
    „Ich, der Roboter“ war schon ein gelungenes Leseerlebnis, und „Geliebter Roboter“ steht diesem in nichts nach und ich kann absolut nachvollziehen warum diese Werke als must-read Klassiker gehandelt werden.

    Auch wenn dieses Werk Mitte des letzten Jahrhunderts den Weg zwischen die Buchdeckel gefunden hat, es ist aus meiner Sicht, aufgrund der technischen Entwicklungen z.B. bei Künstlichen Intelligenzen immer noch aktuell und stellt heute immer noch die richtigen Fragen.

    Die kleine Meckerei vom ersten Teil muss ich hier auch übernehmen, aber das Cover ist mir einfach nicht passend genug. Und ein Hinweis noch, der Heyne Verlag kann in die Zukunft schauen, zu mindestens wenn es ums Copyright geht, da steht dann „2018“.

    Meine Wertung:
    4,75 von 5 Robbie`s

  17. Cover des Buches Rotkehlchen (Ein Harry-Hole-Krimi 3) (ISBN: 9783548061658)
    Jo Nesbø

    Rotkehlchen (Ein Harry-Hole-Krimi 3)

     (316)
    Aktuelle Rezension von: Read-and-Create

    Es gibt einige Rückblenden in die Zeit des 2. Weltkriegs. In diesen erfährt man viel über Norwegens Rolle im 2. Weltkrieg und das zwiespältige Verhältnis zu den deutschen Nazis.


    Ich kann dieses Buch nur empfehlen, wenn jemand eine spannende Lektüre ohne große Brutalität schätzt.
    Ich finde Frauen und die Vergangenheit sind die zentralen Themen in diesem Buch. Eine Schwäche ist die Vielzahl der Hauptprotagonisten, man muss sich beim Lesen schon etwas konzentrieren.

  18. Cover des Buches Manhattan Beach (ISBN: 9783596702190)
    Jennifer Egan

    Manhattan Beach

     (98)
    Aktuelle Rezension von: Stephanie_Ruh

    Das Buch erzählt von Anna, die ihren Vater bei diversen "Botengängen" begleitet, von deren Familie und von Annas Traum, nicht nur am Hafen zu arbeiten, sondern Taucherin zu werden. Dabei wird Annas Geschichte mit weiteren Hauptfiguren erzählt, diese begegnen sich und die Verflechtungen beginnen.
    "Manhattan Beach" gibt einen Einblick in das New York der 30er und 40er Jahre, auch während des 2. Weltkrieges. Das ist mit Sicherheit gut recherchiert, aber nicht wirklich mitreißend geschrieben. Es gibt zu viele Erzählstränge, die jeweils eine eigene Geschichte darstellen und meiner Meinung nach zu arg aufgebläht wurden. Teilweise waren sehr interessante Passagen dabei, teilweise war es mir zu langatmig.
    Ich hatte mir mehr vom Buch versprochen, sehr schade.

  19. Cover des Buches Der Junge im gestreiften Pyjama (ISBN: 9783596856916)
    John Boyne

    Der Junge im gestreiften Pyjama

     (2.299)
    Aktuelle Rezension von: Vera-Seidl

    Ich hatte bereits den Film "Der Junge im gestreiften Pyjama" gesehen. Die dort dargestellte Freundschaft zwischen einem jüdischen Jungen, der im Konzentrationslager lebt und einem deutschen, der der Sohn des Lagerkommandanten ist, ließ mich nicht mehr los. Deshalb las ich auch das Buch von John Boyn.

     

    Er heißt Bruno, was ich mit der Braune übersetzen möchte, obwohl er noch nicht zu den Braunen gehört, sondern sein Vater, der SS-Obersturmbannführer Ralf.
    Letzterer wird vom "Furor" persönlich zum Kommandanten befördert, was bedeutet, dass er mit seiner Familie von Berlin wegziehen muss.

    Dem neunjährigen Bruno gefällt sein neues Heim in "Aus-Wisch" nicht. Vor allem vermisst er seine Freunde.
    Von seinem Zimmer aus entdeckt er einen Bauernhof, auf dem die Menschen gestreifte Pyjamas tragen. Dort gibt es auch Kinder.

     

    Die Einsamkeit und sein Forscherdrang führen ihn zum hohen Stacheldrahtzaun, von dem der vermeintliche Bauernhof umgeben ist. Dort lernt Bruno Schmuel kennen, der am selben Tag wie er Geburtstag hat.
    Den Namen Schmuel hat Bruno noch nie gehört. "Klingt schön, wenn man ihn ausspricht. Wie wenn der Wind weht", sagt der deutsche Junge zu dem im gestreiften Pyjama.


    Die kleinen Hände Schmuels eigenen sich hervorragend zum Polieren der Gläser. Deshalb wird er zum Dienst ins Haus des Lagerkommandanten geholt, wo die beiden neuen Freunde zusammentreffen. Bruno bietet dem hungrigen Jungen vom Hühnerbraten an. Gierig schlingt Schmuel ihn hinunter, wird aber von Obersturmführer Kurt Kotler erwischt.
    Des Diebstahls bezichtigt verteidigt sich Schmuel mit dem Hinweis auf seinen Freund Bruno.

    Der aber sagt: "Ich habe ihn noch nie im Leben gesehen. Ich kenne ihn nicht."
    Wie der biblische Petrus hat auch Bruno ganz offensichtlich Angst vor den möglichen Folgen eines Bekenntnisses. Deshalb verleugnet er seine Freundschaft zu dem jüdischen Jungen.

    Als Bruno Schmuel nach Tagen wieder am Lagerzaun trifft, hat der viele blaue Blutergüsse im Gesicht, ist aber bereit, Bruno zu vergeben. "Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen sie wissen nicht, was sie tun!" Lucas 23,34

    Bruno dagegen erkennt das zerschundene Gesicht nicht als Folge seines "Fehlers", sondern denkt an einen Fahrradunfall als mögliche Ursache.

     

    Wieder ist es Brunos Forscherdrang, der ihn dazu bewegt, seine Kleider gegen die eines Pyjamas zu tauschen und unter dem Zaun hindurch ins Lager zu kriechen.

    Als er schnell bemerkt, dass das Leben dort nicht seinen Vorstellungen entspricht, gibt es kein Zurück mehr. Beide Kinder enden Hand in Hand in der Gaskammer.

     

    Das Buch bleibt konsequent bei der naiven Sichtweise Brunos, der trotz Erdkundeunterricht und den Landkarten in Gretels Zimmer nicht einmal weiß, dass er sich in Polen befindet. Der Film rückt der Realität etwas näher. Zum Beispiel hat der Pyjama dort eine Nummer und muss vor dem Betreten der Gaskammer ausgezogen werden.

     

    Ich stimme Rabbiner Benjamin Blech zu, wenn er in Buch und Film eine Profanierung sieht. Neunjährige Kinder konnten in Auschwitz nicht überleben, weil sie nicht ausreichend arbeitsfähig waren. Wenn sie es trotzdem geschafft hätten, meine ich, hätten sie gewusst wohin ihre Familienangehörigen verschwanden. Als Folge des Überlebenskampfes wären sie vorgealtert und hätten nicht überwiegend schweigend am Boden gehockt.

     

    Wie kam der irische Schriftsteller dazu, ein solches Buch zu schreiben, frage ich mich. Er springt auf den deutschen Zug auf und schreit mit seinen Insassen im Chor: "Wir haben davon nichts gewusst!"

     

    Er selbst sagte zu seinem Roman: "Wenn du dieses Buch zu lesen beginnst, wirst du früher oder später an einem Zaun ankommen. Zäune wie diese existieren überall. Wir hoffen, dass du niemals einem solchen Zaun begegnest."

     

    Es gibt einen Fortsetzungsroman mit dem Titel "Als die Welt zerbrach". Dort beschäftigt sich der Autor mit den Schuldgefühlen von Gretel, Brunos älterer Schwester. 

     

    Ob er auch ein Buch aus der Sichtweise Schmuels schreiben wird, etwa mit dem Titel "Der Sohn des Lagerkommandanten" oder "Der Junge mit den kurzen Hosen und dem vielen Essen"?

     

    Ich danke John Boyne herzlich für seine Denkanregungen.

     

    Vera Seidl

     

     



     

  20. Cover des Buches Die Schuld jenes Sommers (ISBN: 9783453358256)
    Katherine Webb

    Die Schuld jenes Sommers

     (98)
    Aktuelle Rezension von: rose7474

    Dies ist mein 2. Roman, den ich von Katherine Webb gelesen habe. Er hat mir gut gefallen und erschütterte mich. Ich musste viel über den 2. Weltkrieg nachdenken. Es dauerte etwas um in die Geschichte reinzukommen und war zu Beginn etwas langatmig. Dann aber konnte mich de Roman fesseln. Daher empfehle ich diesen Roman gerne weiter und vergebe 4 Sterne. 

    Von dieser Autorin werde ich auf jeden Fall noch mehr lesen. 

  21. Cover des Buches Der Täter (ISBN: 9783426505342)
    John Katzenbach

    Der Täter

     (174)
    Aktuelle Rezension von: P_Gandalf

    Der Täter spielt in Miami Beach Mitte der 90er Jahre des letzten Jahhunderts und beschäftigt sich mit den Schatten der Vergangenheit - der Judenverfolgung im Dritten Reich und hier im Speziellen mit den sogenannten Greifern. 

    Simon Winter, Detective des Miami Police Departments a.D. ist für mich zentrale Charakter des Romans. Nachdem seine Nachbarin Sophie ermordet wurde, gibt es sich nicht mit der nahe liegenden Erklärung ein Junkie habe Sophie ermordet zufrieden, sondern stellt auf eigene Faust Nachforschungen an. Kurz vor ihrer Ermordung hatte Sophie ihm verängstigt über einen Schatten aus der Vergangenheit - dem Schattenmann - berichtet, dem sie zufällig begegnet sei. Wenn Stunden später liegt sie erdrosselt in ihrem Bett.

    Katzenbach baut die Geschichte geschickt auf. Die diffuse Idee, der Schattenmann - ein jüdisch stämmiger Greifer, der in den 40er Jahren in Berlin Juden an die Nationalsozialisten verriet - morde nun im Rentenalter Überlebende, die ihn vielleicht wiedererkennen könnten, Gestalt an. Seite um Seite wird das Netz um diese nebulöse Gestalt enger gezogen bis es zum unweigerlichen Show Down kommt.

    Fazit: 

    Gut geschriebener Roman mit überzeugenden Figuren. Durchaus lesenswert, aber kein "muss"; daher nur 4 Sterne.


  22. Cover des Buches Walhalla-Code (ISBN: 9783899778083)
    Uwe Klausner

    Walhalla-Code

     (33)
    Aktuelle Rezension von: solveig

    Mord oder Selbstmord? Ein Toter auf der Parkbank gibt Rätsel auf. Doch diesmal ist es für Kommissar Tom Sydow kein „normaler“ Fall; denn das Opfer ist ein hoher Beamter der Gestapo, ein Vertrauter Reinhard Heydrichs. Schon bald fühlen sich Sydow und sein Assistent Kalinke selbst verfolgt. Doch nicht nur die Gestapo-Schergen, sondern auch der englische und der russische Geheimdienst haben Interesse an den Umständen des Mordes. In dem letzten Telefongespräch zwischen Heydrich und dem Toten, das abgehört worden ist, fiel der Codename „Walhalla“. Welches Geheimnis verbirgt sich dahinter?

    Klausner verlegt seinen Kriminalfall in das Ambiente der Vierziger Jahre und verbindet ihn mit Ereignissen aus dem Zweiten Weltkrieg. Stimmungsvoll schildert er den zeitgeschichtlichen Hintergrund, das Leben im Berlin jener Zeit, die Angst vor dem Bombenkrieg, die Bespitzelung, die Verfolgung von Juden und Andersdenkenden. Der Roman ist gut recherchiert, spannend und flott geschrieben; dennoch fehlt mir das „I-Tüpfelchen“. Die Charaktere erscheinen mir nur skizziert, oberflächlich. Auch die Handlung empfinde ich als zu überladen und viel zu rasch ablaufend. Obwohl er für meinen Geschmack zu viel „Action“ und zu wenig Tiefe bietet, ist der Krimi trotzdem recht unterhaltsam und sorgt für angenehme Lesestunden.
  23. Cover des Buches Wiedergänger (ISBN: 9783423214629)
    Alexandra Kui

    Wiedergänger

     (12)
    Aktuelle Rezension von: nr-verlag
    Die Autorin fackelt nicht lange: Schon im Prolog präsentiert sie den ersten Toten. Ein deutscher Soldat auf Heimaturlaub im dritten Kriegsjahr wird lebendig begraben; von zwei Kindern. Und dann... Schnitt! Heutige Zeit. Zwei parallele Handlungsstränge entrollen sich in Lübeck und Island. Die wahrscheinliche Identität der Kinder aus dem Prolog wird relativ schnell offensichtlich. Doch das macht nichts. Die Geschichte bezieht ihre Spannung aus dem geheimnisvollen Verschwinden des Großvaters der Lübecker Sprengmeisterin Liv Engel und ihrer Suche nach ihm, die sie später bis nach Island führen soll. Dass sie dort auf den "Elfenbeauftragten" stößt, eine Figur, die es außer in Fernsehberichten über die ach so kuriosen elfengläubigen Isländer nicht wirklich gibt, wäre nicht wirklich nötig gewesen, ist aber zu verschmerzen, da sich das Buch ansonsten wirklich mit Genuss lesen lässt. Leider wird es zum Ende dann aber arg konstruiert und man mag der Autorin den Verlauf der Handlung nur mit Mühe abnehmen. Daran ändert auch die Behauptung eines der Protagonisten nichts, die Familie habe schon immer jähzornige Menschen hervorgebracht. Auch, was nun eigentlich der Tat der Kinder im Prolog vorausgegangen ist, bleibt im Dunkeln. Die wenigen gelieferten Andeutungen machen es nicht glaubhaft. Etwas mehr Hintergrund hätte hier gut getan. Gar nicht nötig gewesen wäre hingegen, dass im Epilog auch noch ein Geist zu Wort kommt. Wenn die greise Fritzi allein in ihrem Haus in Island an Geister glaubt, sich vor ihnen fürchtet und ihnen verschiedene Ereignisse zuschreibt, wirkt das durchaus schlüssig - aber auf den letzten Seiten einen Toten ans Rednerpult zu holen, damit er das Schlusswort spricht, hat für mich nicht dazu beigetragen, ein unbefriedigendes Ende erträglicher zu machen.
  24. Cover des Buches Todeströpfchen (ISBN: 9783954519699)
    Eva Bader

    Todeströpfchen

     (3)
    Aktuelle Rezension von: peedee

    Carla und Gitte, Band 2: Zuerst ein Massenfischsterben im Allinger Weiher. Und dann sterben mehrere Senioren aufgrund einer Quecksilbervergiftung – wie die Fische. Kommissar Roland Maessmer und sein Team tappen im Dunkeln. Seine hochschwangere Frau Carla und der hochbetagte Ex-Filmstar Gitte nehmen sich der Sache an…

    Erster Eindruck: Ein sehr schönes Cover mit einem Landschaftsbild am Wasser.

    Dies ist Band 2 der Reihe, kann aber unabhängig vom Vorgängerband gelesen werden (aber schöner ist es schon, da im ersten Band u.a. zu lesen ist, wie es zu den Beziehungskonstellationen kommt).

    Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen, nämlich im Jahr 1942 und in der Gegenwart. Der Einstieg im Jahr 1942 macht neugierig darauf, wie das alles mit der Gegenwart zusammenhängt.

    Bei Roland und Carla Maessmer hängt der Haussegen etwas schief. Nun gut, Carla ist hochschwanger und da hormonellbedingt sicher auch etwas empfindlicher als sonst. Roland wurde soeben zum Kommissar befördert und spürt von seiner Frau diesbezüglich zu wenig Anerkennung. Um jeweils etwas Dampf abzulassen, hat Roland seit Jahren ein grausiges Ventil (ich sage nur „Tauben“!). Gitte steht vor ihrem achtundneunzigsten Geburtstag und ist aufgrund der Ereignisse aus Band 1 wieder etwas ins Rampenlicht zurückgekehrt, was bei ihr zu einer pekuniären Verbesserung führte (sie kann endlich wieder den guten Rosé-Sekt kaufen, und nicht den aus dem Discounter).
    Das Fischsterben hat die Gilchinger schon betroffen gemacht, aber als dann mehrere Senioren aufgrund des gleichen Gifts versterben, ist die Unruhe gross. Da das Gift bei einem asiatischen Essen bei einer Gesundheitsmesse für alternative Heilmethoden eingebracht wurde, verbietet die Polizei per sofort sämtliche Ausgaben von warmem Essen oder Essen mit Flüssigkeiten. Nun bricht Panik aus!

    Alternative Heilmethoden, Zweiter Weltkrieg, Gift, Senioren und Beziehungsprobleme sind einige der angeschnittenen Themen. Es war sehr unterhaltsam, ohne Zweifel, aber für meinen Geschmack – wie bei Band 1 – auf zu vielen Seiten erzählt. Auch der häufige Wechsel der Perspektiven (es wird sogar aus der Sicht des 3-jährigen Lukas erzählt), war manchmal etwas ermüdend. Von mir gibt es dennoch sehr gute 4 Sterne.

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