Bücher mit dem Tag "1950er jahre"
80 Bücher
- Delia Owens
Der Gesang der Flusskrebse
(1.427)Aktuelle Rezension von: koechlDieses Buch hat sich komplett anders entwickelt, als ich es erwartet habe. Als ich den Klappentext gelesen habe, bin ich davon ausgegangen, dass es sich um einen etwas ungewöhnlichen Krimi handelt. Ja, es ist ein Krimi, aber die eigentlichen Kriminalelemente (mit Ausnahme des Gerichtsprozesses in hinteren Teil) bilden nur einen ganz kleinen Teil der Handlung.
In den Sümpfen North Carolinas wird die Leiche von Chase Andrews gefunden. Der Sheriff geht nicht von einem Unfall aus und stellt Untersuchungen an. Sein Verdacht fällt schnell auf Kya Clark, die abgeschieden und isoliert von allen anderen im Marschland wohnt und von jedermann nur "das Marschmädchen" genannt wird.
Erzählt wird hauptsächlich aus Kyas Perspektive, wie sie als Kind zunächst von ihrer Mutter, später vom Rest der Familie verlassen wird. Sie schlägt sich alleine, mit der Hilfe von sehr wenigen Freunden, durchs Leben, geht nicht zur Schule, lebt von Fisch- und Muschelfang. Ihr Freund Tate bringt ihr lesen bei und hilft ihr, zwei Bücher zu veröffentlichen.
Ich fand das Buch schön zu lesen, auch wenn es ganz anders war, als erwartet. Allerdings war ich bis zum überraschenden Ende hin und her gerissen, wie ich es nun bewerten sollte. Mir kam doch vieles zu unwahrscheinlich vor (Kya kann zwar lesen und schreiben und verbringt viel Zeit in der Natur, aber wissenschaftliche Bücher zu verstehen und sogar selbst zu schreiben, scheint mir doch etwas weit hergeholt). Wenn man darüber hinwegsieht, ist es aber eine schöne Lektüre, die mich am Schluss sogar zu Tränen gerührt hat. - Bonnie Garmus
Eine Frage der Chemie (Schmuckausgabe)
(739)Aktuelle Rezension von: sprachagentin"Eine Frage der Chemie" ist der Debütroman der Autorin Bonnie Garmus, der 2022 sowohl international als auch in Deutschland die Bestsellerlisten eroberte und zu Recht als einer der herausragenden Romane des Jahres gefeiert wurde.
Im Zentrum steht Elizabeth Zott, eine brillante Chemikerin in den 1960er Jahren, die im von Männern dominierten Wissenschaftsbereich gegen Sexismus kämpft. Ihre Geschichte beginnt tragisch: Nach einem Übergriff ihres Doktorvaters und ihrer Weigerung, sich bei ihm zu entschuldigen, wird sie aus dem Promotionsprogramm geworfen. Sie findet Arbeit als Labortechnikerin am Hastings Research Institut, wo sie dem Nobelpreiskandidaten Calvin Evans begegnet. Die beiden verlieben sich, teilen ihre Leidenschaft für Chemie – doch das Schicksal meint es nicht gut mit ihnen.
Als alleinerziehende Mutter und nach weiteren Rückschlägen in ihrer wissenschaftlichen Karriere landet Elizabeth schließlich in der Fernsehshow "Essen um sechs". Doch für sie ist Kochen eben Chemie, und Chemie bedeutet Veränderung – nicht nur in der Küche, sondern auch in der Gesellschaft. Mit ihrer direkten, unverblümten Art ermutigt sie Hausfrauen zur Eigenständigkeit und wird zum unerwarteten TV-Star.
Was diesen Roman so besonders macht, ist seine Vielschichtigkeit. Garmus gelingt der Spagat zwischen leichter, humorvoller Unterhaltung und ernsten Themen wie Sexismus, häuslicher Gewalt und den eingeschränkten Möglichkeiten von Frauen in den 1950er und 60er Jahren. Der Schreibstil ist schwungvoll, witzig und niemals belehrend. Elizabeth Zott ist eine Protagonistin, wie man sie selten findet: kratzbürstig, kompromisslos klug, ihrer Zeit voraus und absolut authentisch.
Manche Kritiker bemängeln, dass die Darstellung historisch nicht ganz akkurat sei oder dass manche Wendungen etwas konstruiert wirken. Doch genau das ist die Stärke des Romans – er ist keine wissenschaftliche Abhandlung, sondern eine unterhaltsame, inspirierende Geschichte, die zeigt, was möglich gewesen wäre, wenn Frauen die Chancen gehabt hätten, die ihnen zustanden.
"Eine Frage der Chemie" ist mehr als nur ein feministischer Roman. Es ist eine Geschichte über Leidenschaft, Durchhaltevermögen und den Mut, man selbst zu bleiben – auch wenn die Welt etwas anderes von einem erwartet. Ein Buch, das zum Lachen und Nachdenken anregt und dabei durchweg unterhält. Absolut lesenswert! - Elena Ferrante
Meine geniale Freundin
(681)Aktuelle Rezension von: ZamsIch bin unglaublich beeindruckt von Elena Ferrantes Art, Charaktere zu schreiben, außerdem ein großes Lob an die Arbeit der Übersetzerin, die es mir ermöglicht hat, das Buch in dieser Qualität zu lesen.
Ich hab mich gefühlt, als stünde ich mit den Mädchen in den heißen Straßen Neapels, ich verstand ihre Beweggründe und die historische sowie gesellschaftliche Situation der Charaktere, alles machte Sinn und zog mich in den Bann dieses Buches, ich kanns kaum erwarten, den Rest der Serie in die Finger zu kriegen.
- Paul Auster
4 3 2 1
(126)Aktuelle Rezension von: Steve914 3 2 1 wurde 2017 auf deutsch veröffentlicht und ist Paul Austers Opus magnum. In diesem über 1200 Seiten langen Roman stellt Auster vier verschiedenen ablaufende Leben ein und derselben Person vor, nämlich die Leben des Archie Ferguson.
Die einzelnen Versionen von Archies Leben werden dabei in zeitliche Abschnitte unterteilt, von der Kindheit bis zum jungen Erwachsenenalter, also circa bis zum Ende des Studiums.
Es sind nicht nur die Entscheidungen Archies sondern auch die Entscheidungen seiner Mitmenschen und deren Handlungen, die Zufälle und Schicksale, die deren Leben bestimmen, die die jeweils andere Version von Archies Leben entstehen lassen und vorantreiben.
Es gibt einige zentrale Figuren, wie natürlich seine Eltern, Freunde und Verwandte, die sich in allen Varianten von Archies Leben wiederfinden. Aber auch hier ändert sich, je nach Vergangenheit und Ereignissen, der Umgang miteinander. Diesen Entwicklungen zu folgen ist dabei nicht immer einfach, 4 3 2 1 ist kein Werk, das man zwischendurch liest. Wer aber durchhält, und dazu kann ich nur jedem raten, wird mit einer bzw. vier Geschichten belohnt, die sich intensiv mit der Frage nach Schicksal, nach Zufall und der Selbstbestimmtheit unseres Lebens auseinandersetzen.
Austers Sprachgewalt ist dabei beeindruckend. Manche Sätze gehen über mehrere Seiten, sind dabei aber nicht langatmig und treiben die umfangreiche Handlung weiter voran. Die Dialoge sind pointiert und genau, jede Figur wird auf ihre Weise durch ihre Tätigkeiten und ihre Sprache unverwechselbar.
Neben den zentralen Fragen des Romans, Schicksal und Zufall und die Konsequenzen unserer Entscheidungen, findet sich hier auch ein Ritt durch die amerikanische Nachkriegsgeschichte, vor allem durch die Veränderungen der Gesellschaft der USA in den 1960er Jahren. Eine Auseinandersetzung mit den Studentenprotesten, mit dem Vietnam Krieg, mit Baseball und Basketball, mit Literatur, nicht zuletzt mit der Sexualität.
Austers Werk hat mich tief beeindruckt. Seine Sprachgewalt, seine Auseinandersetzung mit den zentralen Fragen des Schicksals und des Zufalls sowie die umfangreiche Darstellung so vieler Themen - Geschichte, Politik, Sport, Literatur und viele mehr - machen 4 3 2 1 für mich zu einem Roman, den Liebhaber anspruchsvoller Literatur gelesen haben müssen. - Tom Rob Smith
Kind 44
(775)Aktuelle Rezension von: SternenstaubfeeDie Geschichte spielt in Moskau/ in der Sowjetunion 1953. Auf Bahnschienen wird ein toter Junge gefunden, der ganz offensichtlich ermordet wurde, doch zu Stalins Zeiten hat es keine Verbrechen zu geben. Also ist der Junge verunglückt. Auch Geheimdienstoffizier Leo Demidow glaubt zunächst daran, doch im Laufe der Geschichte beginnt er, die Dinge zu hinterfragen und seine Meinung zu ändern...
** Die Geschichte ist beklemmend, bedrückend, manchmal schwer zu ertragen. Ab der ersten Seite herrscht eine unglaublich düstere Atmosphäre. Gleichzeitig ist der Roman sehr spannend. Einerseits möchte man den Roman weglegen, weil die Stimmung so bedrückend ist, andererseits möchte man unbedingt weiterlesen, um zu erfahren, was als nächstes geschieht. So ging es mir.
Das Buch regt zum Nachdenken an.
27.08.2024
- Bonnie Garmus
Eine Frage der Chemie
(129)Aktuelle Rezension von: ValesskaIch wusste gar nicht mehr, aus welchem Grund ich das Buch gekauft hatte - vielleicht wegen einer begeisterten Kritik im Spiegel. Jedenfalls war es eine gute Entscheidung. Das Buch war unterhaltsam, klug und an vielen Stellen bewegend. Ich habe mich jedes Mal darauf gefreut, weiterlesen zu können. Die Geschichte hat mich abwechselnd wütend gemacht, berührt und oft auch zum Lachen gebracht.
- Harper Lee
Gehe hin, stelle einen Wächter
(146)Aktuelle Rezension von: SofiaCuorDiLeoneIch persönlich verfasse meine Rezensionen gerne eine gute Weile, nachdem ich manche Bücher gelesen habe. Der Grund dafür ist der, dass ich dann das Gefühl habe, das Gelesene vollständig verarbeitet zu haben und noch einmal Zeit hatte, gründlich darüber nachzudenken, was ich dazu zu sagen habe. Bei diesem Werk von Harper Lee bin ich leider etwas gespalten - an sich liest sich das Buch gut und ich verstehe durchaus seinen Kultstatus (zumindest bis zu einem gewissen Grad), aber leider muss ich sagen: Nach dem lesen ist wenig bei mir hängen geblieben. Damit meine ich keineswegs, dass ich mich nicht an das Buch erinnere (in dem Fall würde ich mich nicht darüber äußern, da ich das unangebracht fände), sondern viel mehr, dass der Inhalt und Sprachstil für mich nicht stark genug waren, um wirklich einen nennenswerten Eindruck zu hinterlassen. Das ist schade, da das Buch keinesfalls schlecht ist - es ist nur für mich persönlich einfach nicht stark genug, um mir anderen Werken mitzuhalten, die sich entweder mit ähnlichen Themen befassen oder aus der gleichen Zeit stammen.
- Carlos Ruiz Zafón
Das Labyrinth der Lichter
(264)Aktuelle Rezension von: Boris_GoroffDer Autor vermag wie kein zweiter eine spannende Geschichte zu erzählen. Diese Barcelona Tetralogie kann in der Reihenfolge beliebig gelesen werden. Es entsteht ein Gesamtkunstwerk, das je nach Lesereihenfolge und aktuellem Roman einen neuen Blickwinkel auf die Geschichte und seine Protagonisten wirft.
Steht in den Top 5 meiner Lieblingsbücher!
- Friedrich Dürrenmatt
Der Richter und sein Henker / Der Verdacht
(1.284)Aktuelle Rezension von: Lassmallesen_chrisEin Krimi, der eigentlich alles mitbringt. Eine interessante Handlung um einen ermordeten Polizisten, ein eigenwilliger Ermittler und in der zweiten Hälfte einige Plot-Twists sowie ein großer Knall am Ende, auf den es im Verlauf der Handlung aber schon den einen oder anderen Hinweis gibt. Sprachlich ist das Buch natürlich nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit, ließ sich aber trotzdem gut lesen. Mich persönlich regte Kommissar Bärlach im Handlungsverlauf auf, weil er sich mehrmals selbst verschuldet in Todesnähe begab und er mehr durch Glück als durch Geschick am Leben blieb. Wer lässt bitteschön freiwillig seine Haustür offen stehen??? Dazu geriet mir Bärlach teilweise zu sehr ins Philosophieren. Das schmälerte ein wenig meinen Lesespaß. Außerdem blieb auf nur 117 Seiten natürlich auch das eine oder andere an der Oberfläche, wo ich mir mehr Tiefgang gewünscht hätte. Dennoch zurecht ein Klassiker.
- Bettina Klusemann
Die Unschuld der Kastanienblüten
(11)Aktuelle Rezension von: abetterwayInhalt:
"Die Kinder Sophie und Hanno finden in der Nachkriegszeit am katholischen Niederrhein zueinander. Hannos Eltern haben Auschwitz überlebt. Noch ist der Geist des Nationalsozialismus überall deutlich spürbar. Die Familien kämpfen gegen Ablehnung und Vorurteile, an denen Hannos Vater zerbricht. Er nimmt sich das Leben. Für Hanno beginnt eine rastlose Zeit des Suchens nach Identität. Als aus der kindlichen Freundschaft Liebe wird, hofft Sophie auf eine gemeinsame glückliche Zeit. Wird Hanno ihr diesen Wunsch erfüllen können? Sophie gibt die Hoffnung nicht auf."
Meinung:
Beide Kinder sind unterschiedlich aufgewachsen. Für Sophie kann man es als Kulturschock bezeichnen was im Krieg passiert ist und Hanno kann irgendwie damit leben...
Ich finde die Autorin hat eine gut Geschichte geschrieben welche sehr interessant ist wenn man sich für die 50er Jahre und die Geshcichte nach dem 2. Weltkrieg interessiert. Der Schreibstil ist großteils flüssig und git nachzuvollziehen. Die Kurze Kapitel machen es leicht das geschehene zu verarbeiten.
Fazit:
Ein Buch welches einem die Zeit des und nach dem 2. Weltkrieg aus einer anderen Sciht näher bringt. - Heinrich Böll
Irisches Tagebuch
(213)Aktuelle Rezension von: NoradosIch habe mir dieses Buch 2013 vor einem 3 Monate langen Aufenthalt in Irland gekauft, es jedoch für die Zeit danach zur Seite gelegt, da ich Irland möglichst offen Begegnen wollte. Im Anschluss habe ich dieses Buch gelesen und die Zeit ein zweites Mal erlebt... bis heute lese ich immer wieder gerne einzelne Kapitel und erinnere mich an die 3 traumhaften Monate zurück. Heinrich Böll beschreibt Irland wie es ist und wie man es vorfindet, wenn man es offen angeht. Sicherlich wird heute nicht mehr in Kinos geraucht, aber die Seele Irlands, die in diesem Buch transportiert wird, ist literarisch perfekt dargestellt und entspricht 1:1 dieser wunderbaren Insel und ihrem absolut freundlichen Volk.
- Ian Fleming
James Bond
(94)Aktuelle Rezension von: HoldenDer Auftakt zur Bond-Reihe von Ian Fleming, und das Buch, mit dem die Filme mit Daniel Craig begannen: Bond wird beauftragt, sich nach Royale-les-Eaux in Nordfrankreich zu begeben, um es dem Sowjetagenten Le Chiffre zu verhindern, daß dieser sich am Bakkarattisch bereichern kann. Das Geld benötigt dieser dringend, um die Gewerkschaftskasse der kommunistischen Gewerkschaft auszugleichen auszugleichen, die dieser zuvor geplündert hatte. Sehr spannend und die Geburtsstunde einer Filmfigur für die Ewigkeit. Ich fände eine wortgetreue Verfilmung interessant, mit Le chiffre als Agent der UdSSR und Vesper als MWD-Agentin, aber natürlich ohne Bonds Sexismen. - Elena Ferrante
Meine geniale Freundin - Das Hörspiel
(56)Aktuelle Rezension von: NelebooksInhalt (LB): "Im Alter von 66 Jahren erfüllt sich Lila einen Traum: Sie verschwindet von einem Tag auf den anderen. Zurück bleibt ihre beste Freundin Elena und schreibt ihre gemeinsame Geschichte nieder: In den 1950er Jahren wachsen sie am Rande Neapels auf. Elena erzählt vom Alltag der kleinen Leute, vom Zugschaffner Donato, der Gedichte schreibt, vom tyrannischen Don Achille, von den Solara-Brüdern, die sonntags mit ihrem Auto den Corso abfahren. Von Mädchenträumen und erster Liebe. Doch auch wenn ihre Lebenswege nicht parallel verlaufen, da Elena das Gymnasium besuchen darf, als Lila schon auf ihre Hochzeit zusteuert, bleibt eines unverbrüchlich: ihre Freundschaft."
Cover: Das Cover finde ich sehr harmonisch. Es wirkt ruhig und zeigt und zeigt schon zwei Mädchen als Freundinnen, was zu dem Titel passt. Ich finde es ansprechend.
Sprecherin: Die Sprecherin liest sehr gut, so dass man ungestört hören konnte. Auch werde ich gerne wieder etwas von ihr anhören.
Meinung: Immer wieder musste ich mich bei dieser Geschichte auf das Zuhören konzentrieren, da es doch einige langatmige (und damit uninteressantere) Stellen gab. Durchaus gab es auch interessante Stellen und zeitweise fühlte ich mich ganz gut unterhalten, aber alles in allem konnte mich diese Geschichte leider nicht wirklich erreichen und begeistern.
- Amanda Smyth
Das Hibiskusmädchen
(6)Aktuelle Rezension von: MelliSt13Celia wird von ihrer Tante großgezogen und wird mit ihren beiden Cousinen groß.
Doch eines Tages,als sie 16 Jahre ist, hat sie eine grausame Begegnung mit ihrem Onkel und flieht nachts mit dem Schiff nach Trinidad.
Sie wird krank bei der Überfahrt und ein junger Mann steht ihr zur Seite und nimmt sie mit zu seiner Familie und pflegt sie gesund.
Der Arzt der sie untersucht bietet ihr eine Stellung in seinem Hause als Kindermädchen an.Celia ist froh untergekommen zu sein, doch das Leben
nimmt eine Wendung, die sie nicht geahnt hat.
Eine wirklich mitreißende Geschichte,über das Leben einer dunkelhäutigen in den 50gern, denn man wünscht Celia eine bessere Zukunft,doch wiederfahren ihr immer Dinge,auf die sie nicht so recht Einfluß hat.
Sie hat einfach Pech und die wahre Liebe lässt auf sich warten...
Das Ende war mir zu schnell und etwas unbefriedigent.
- Alena Schröder
Bei euch ist es immer so unheimlich still
(186)Aktuelle Rezension von: ElfeliyaEvelyn lebt in den 1950er Jahren in einer schwäbischen Kleinstadt - ihren Beruf als Ärztin pausiert sie um in das Bild der perfekten Vorstadtmutter zu passen.
1989 beschließt Sylvia mit ihrer kleinen Tochter Hannah von Berlin nach Hause zurückzukehren und zu ihrer Mutter Evelyn zu fahren. So viele Dingen stehen zwischen Mutter und Tochter und manche Gespräche müssen irgendwann geführt werden.
Die Autorin lässt uns in die Welt der beiden Frauen eintauchen. Treffend erzählt sie das Leben in den 1950er Jahren und lässt immer wieder wichtige historische Ereignisse und Bewegungen aus dieser Zeit einfließen. Die Kapitel wechseln sich zeitlich ab, ein Kapitel aus den 1950ern und dann wieder von 1989. In sich sind die einzelnen Kapitel abgeschlossen, was ich für den Lesefluss angenehm empfand.
Das Buch hat mich gut unterhalten und ich habe es schon weiterverschenkt.
- Patricia Highsmith
Ripley
(363)Aktuelle Rezension von: Julia_TaubDas Buch hatte für mich leider viel zu wenig spannung. Ich konnte nie so wirklich in das Buch reinfinden. Die Scenen waren mir zu ausgeschmückt. Richtung Ende des Buches kam dann doch ein bisschen Spannung auf, aber das war circa auf den letzten 100 Seiten. Die storyline an sich war schon Recht interessant, aber es wurde mir einfach zu viel Bildlich drumherum erzählt.
- Anne Prettin
Der Ruf des Eisvogels
(95)Aktuelle Rezension von: belli4charlotteCover:
Ich mag das Cover sehr gern mit dem Blumenstrauß und dem Eisvogel. Entsprechend passt eben auch das Cover zum Titel und der Eisvogel spielt eine Rolle im Buch, so dass es definitiv sehr gut gewählt wurde.
Inhalt:
Olga ist zur Kriegszeit aufgewachsen und musste schneller erwachsen werden als ihr lieb war. Sie hat ihren Vater vergöttert, denn er war Arzt. Doch zu der damaligen zeit hatte man als Frau keine Chance selbst als Ärztin zu arbeiten bzw, überhaupt zu studieren. Auch ihr Vater versteht nicht, warum sie nicht einfach das tut, was de Gesellschaft vorgibt. Olga liebt die Natur und beobachtet gern Eisvögel. Sie meint, dass sie so schwer sind wie eine menschliche Seele. Olga muss zur Kriegszeit fliehen und ihren eigenen Weg finden.
Meinung:
Die Story erzählt die Geschichte von Olga und wird in der Perspektive der dritten Person erzählt. Die Erzählweise ist allerdings nicht immer flüssig und klar, so dass man echt in dem Buch sein muss, um sich gedanklich nicht zu verhaspeln.
Teils fiel es dann eben schwer der Handlung zu folgen, da man das Große und Ganze gar nicht kannte, sondern nur der Autor. Da hat eben einfach hier und da etwas gefehlt. Klärt sich zwar zum Ende, aber dann ist das Kind eben schon in den Brunnen gefallen und zweimal würde ich das Buch nun auch wieder nicht lesen wollen.
Was den historischen Part des Romans angeht, so ist das echt gut umgesetzt. Die Jahre rund um den zweiten Weltkrieg und im Jahr 1991 im Wechsel ist sehr gut gelöst. Man taucht immer wieder ein in die Historie und das macht es sehr interessant. Die Zeit vor und nach dem Krieg wurde erschütternd beschrieben, vor allem die medizinische Notlage und die Not der Zwangsarbeiter wurde eindringlich erzählt. Viele Stellen zum Mitfühlen. Definitiv keine leichte Kost.
Die Figuren sind durchgehend authentisch und sehr gut charakterisiert. Gerade Olga als Hauptfigur ist prägend, denn man erkennt erst nach und nach was sie durchgemacht hat und was sie über Jahre hinweg verschwiegen hat.
Für mich dennoch echt schwerer Stoff, da es recht wirr ist und an einigen Stellen fehlt einfach für den Leser der Zusammenhang.
- Alan Bradley
Flavia de Luce 8 - Mord ist nicht das letzte Wort
(112)Aktuelle Rezension von: ClaudiaNeudoerferFlavia ist zurück aus Kanada. Leider wird sie von Ihrer Familie nicht sonderlich gut empfangen. Ihr Vater liegt im Krankenhaus und ist schwer erkrankt, sie darf nicht zu ihm. Der Fall den Flavia diesmal lösen soll ist etwas verworren. Es fiel mir schwer alles mitzuverfolgen. Flavia hat ihr Feuer noch nicht wieder zurück und kann nicht so richtig überzeugen.
- Dominic Smith
Das letzte Bild der Sara de Vos
(71)Aktuelle Rezension von: HEIDIZKunst und Liebe, Fälschungen und Authentizität - emotional und fein geschrieben hat mich dieses Buch mitgenommen in seine Handlung und emotional und inhaltlich angesprochen.
Das Buch ist mit einem edlen Lesebändchen ausgestattet. Es erzählt von Sara de Vos, der ersten Malerin die 1631 in die Malergilde aufgenommen wurde. Im New York des Jahres 1957 ist es Marty de Groot - Anwalg und Gentleman, bei dem im Schlafzimmer ein Gemälde der Malerin hängt. Seit Jahrunderten ist es im Besitz seiner Familie. Man stielt es ihm, er bemerkt es aber noch sofort, da die Diebe ihm eine Fälschung statt des echten aufhängen. Diese ist geradezu exzellent. Ellie Shipley (Kunststudentin) hat das Original kopiert. Die beiden verlieben sich .... wobei es eigentlich so ist, dass sie sich in ihn verliebt, er aber "nur" die Fälschung im Hinterkopf hat. Lange nach dieser Episode treffen Gemälde und Charaktere noch einmal aufeinander ...
Leseprobe:
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"Ich hätte gern Eleanor Shipley gesprochen."
"Ja, hier ist Ellie."
!Äh, entschuldigen Sie, dass ich so spät noch anrufe, ich habe Ihren Namen ..." Er stockt, setzt neu an: "Ich heiße Jake Alpert, und ich bin auf der Suche ...
Rundherum gelungen - Empfehlung !!! - Penelope Fitzgerald
Die Buchhandlung
(95)Aktuelle Rezension von: AlineCharlyNach dem Tod ihres Mannes beschließt Florence Green einen eigenen Buchladen aufzumachen. Obwohl das Haus renovierungsbedürftig ist und von einem Geist heimgesucht wird, lässt sie sich nicht von ihrem Vorhaben abringen. Zunächst bleibe die Dorfbewohner skeptisch, doch Stück für Stück schaffte es erste Stammkunden zu gewinnen und Umsatz zu generieren. Doch dann beschließt sie den neuen Roman des bisher unbekannten Autors Vladimir Nabokov auszustellen und sorgt so für einen Skandal in dem kleinen beschaulichen Örtchen.
Der Schreibstil der Autorin war angenehm und leicht und so bin ich ganz gut in die Geschichte gestartet. Leider ist das auch schon eines der wenigen Dinge, die ich positiv über dieses Buch berichten kann. Florence ist kein wirklich sympathischer Charakter. Auf mich wirkt sie furchtbar naiv (wer eröffnet einen Buchladen ohne Ahnung von Büchern oder wie man mit Geld umgeht?) und zwischendurch auch eher arrogant. Außerdem hat sich mir bis zum Ende nicht wirklich erschlossen um was es in diesem Buch überhaupt gehen soll. Sie kämpft gegen verschiedene Hindernisse, trifft schlechte Entscheidungen um am Ende eben doch zu verlieren. Wirklich Spannung kam dabei bei mir nicht auf und ich konnte auch bei Florence keine Leidenschaft für ihr Projekt erkennen. Ich habe die ganze Zeit auf den Plot Twist gewartet, der einfach nicht gekommen ist.
Das Buch war zwar leicht und angenehm zu lesen, aber es kam überhaupt keine Spannung auf und so würde ich es ehrlich gesagt auch nicht weiterempfehlen und nur 1,5 Sterne vergeben. - James Baldwin
Giovannis Zimmer
(123)Aktuelle Rezension von: JorokaEs waren ganz andere Zeiten, es würde noch eine Weile bis zur schwulen Emanzipationsbewegung dauern. Ein Amerikaner trifft auf einen jungen Italiener in Paris und verliebt sich in ihn. Heute würde man sagen: in der Szene. Auch damals gab es schon eine Subkultur. Doch David, so heißt der Amerikaner, hat auch eine Verlobte. Trotzdem zieht er zu Giovanni, da Hella gerade in Spanien weilt. Als sie von ihrer Selbstfindung zurückkehrt, werden die Karten neu gemischt …
Der Roman ist seiner Zeit verhaftet. Er ist in seinem Schreibstil immer noch gut zu lesen. Manches erscheint jedoch befremdlich. Klar, es ist ein Zeitsprung von über 70 Jahren zurück. Davids sexuelle Veranlagung wird nicht offengelegt. Doch darum geht es letztendlich auch gar nicht, aus meiner Sicht. Es ist die Vor-Coming-out-Zeit. Modelle für gelingende Mann-Mann-Beziehungen sind nicht vorhanden. Man(n) ist allgemein den Traditionen und Konventionen verhaftet.
Und es ist auch der Umgang eines privilegierten Amerikaners mit einem einfachen Mann vom Lande. Dass ausgerechnet Giovanni sich eine gemeinsame Zukunft zumindest vorstellen kann, ist aufgrund seiner Herkunft schon bemerkenswert. Vielleicht sind es aber auch einfach nur Luftschlösser eines geblendeten Verliebten.
Der Spannungsbogen ist ganz gut aufgebaut, obwohl im Verlauf nichts Weltbewegendes passiert, außer der Einblick in eine Parallelwelt. Nebenfiguren werden teilweise recht klischeehaft beschrieben und der Schluss muss ja fast zwingend sehr dramatisch enden. Wie gesagt, positive Modelle gab es wohl noch nicht.
Das ausführliche Nachwort von Sasha Marianna Salzmann war sehr informativ und hilfreich zur Einordnung des Werkes.
Fazit: Ich bin froh, das Buch gelesen zu haben, aber mehr aus historischen Erwägungen und seiner Bedeutung zur Erscheinungszeit.
- Brigitte Riebe
Die Schwestern vom Ku'damm: Jahre des Aufbaus
(184)Aktuelle Rezension von: Elkes_LiteraturwolkeInhaltsangabe:
Im Juni 1932 wird das Modekaufhaus der Thalheims am Berliner Ku’damm eingeweiht und eröffnet. Die 13jährige Rike Thalheim weiß nun, wo ihre Zukunft liegt, in diesem Hause, auch wenn der Vater seinen Sohn bevorzugt!
Mai 1945: Berlin liegt in Schutt und Asche. Der Zweite Weltkrieg ist vorbei und die Menschen kämpfen ums nackte Überleben. Die Villa der Thalheims wird erst von den russischen, dann von den britischen Besatzern beschlagnahmt. Das glanzvolle Kaufhaus ist den Bomben zum Opfer gefallen und der Vater ist noch immer in russischer Gefangenschaft.
Rike Thalheim fühlt sich inzwischen für die Familie verantwortlich, auch wenn ihre Mutter noch vor dem Krieg verstorben ist und sie mit einer Stiefmutter und einer Halbschwester beseelt ist. Und dann ist da noch Miriam, die als Jüdin irgendwie den Krieg in Berlin überlebt hat.
Aus ihren Verstecken holen sie Nähmaschine und Stoffe. In einer kleinen zugigen Wohnung planen und basteln sie an ihrer Zukunft, aber kleine und größere Schicksalsschläge machen ihnen immer wieder einen Strick durch die Rechnung.
Mein Fazit:
Brigitte Riebe kann historische Romane schreiben – das steht ohne Zweifel für mich fest. Ich habe schon einige Romane aus dieser Epoche gelesen, aber dieser Roman gibt mir noch einmal Einblicke in Bereiche, die ich nur vom Hören kann: Trümmerfrauen, Spruchkammer etc. Mir war nicht bewusst, wie beschwerlich das Leben nach dem Krieg war. Ständiger Hunger, strenge Winter, kaum Arbeit und überall verwundete Seelen und Körper.
Die Atmosphäre wurde von der Autorin wunderbar eingefangen, die Nöte und Sorgen, aber auch kleine Hoffnungsschimmer, Durchhalteparolen und kleine Freuden, die den harten Alltag etwas auflockerten und von den Problemen ablenkten. Es war auch eine Zeit der politischen Unsicherheiten. Berlin in vier Sektoren eingeteilt – wie würden die Siegermächte mit dem Volk umgehen? Wie sah die Zukunft der Stadt und ihrer Menschen aus?
Diese Unsicherheiten kamen immer wieder zum Vorschein. Rike ist mit ihren 26 Jahren schon das Familienoberhaupt, solange der Vater aus der Gefangenschaft nicht zurückgekehrt ist. Er gehörte noch zum Volkssturm, zum letzten Aufbegehren des Führers, ehe Berlin endgültig fiel. Die Verantwortung lasten auf ihr und die Umstände machen es ihr nicht gerade leicht. Aber die Familie hält auch zusammen, machen Pläne und arbeiten bis zum Umfallen. Fast vergisst sie ihre eigene Zukunft dabei.
Ich möchte nicht allzu viel verraten, aber es gibt viele interessante Szenen, die mir eine ganze Menge über die damalige Zeit erzählten. Bedauerlich ist das auch so ein Punkt, den ich zu kritisieren habe. Der Spannungsbogen fehlte so ein bisschen, als Leserin wusste ich nicht so recht, wohin die Reise geht und was da noch kommen mag.
Die Fortsetzung werde ich zu dieser Geschichte nicht lesen. Trotz der interessanten Details konnte es mich nicht mitnehmen und packen, deshalb gibt es nur eine Sterne.
- J. Courtney Sullivan
All die Jahre
(115)Aktuelle Rezension von: Johann_Baier„All die Jahre“ ist nicht nur ein Familienroman, wie der Klappentext schon verrät, sondern auch ein "Migrationsroman" – Emigration aus einem westirischen Dorf in den Fünfziger Jahren, Immigration in die USA, wo die Familie langsam immer amerikanischer wird. Wir begleiten die Familie über 50 Jahre, lernen die Figuren als Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Rentner kennen, in einem Fall auch als Nonne.
Der Roman wird abwechselnd aus der Sicht der beiden Hauptpersonen erzählt, den beiden Schwestern Nora und Therese, später dürfen auch Noras Kinder aus ihrer Sicht erzählen. Die Beziehung der beiden Schwestern ist kompliziert und wird durch ein uneheliches Kind und die katholische Kirche noch komplizierter und bricht fast ganz ab. Die Frage ist, ob und wie sie gegen Ende ihres Lebens wieder zueinander finden.
Der Kinderreichtum der katholischen irischen Familien führt zu einer Fülle von Geschwistern, Neffen, Nichten, Tanten. Alle Figuren werden mit langen Rückblenden vorgestellt. Phasenweise ist es schwierig, den Überblick zu behalten.
Die Unterschiedlichkeit der Charaktere selbst innerhalb einer Familie ist eine gute Impfung gegen Vorurteile und Klischees, die es in den USA gegenüber irischen Einwanderern gibt. Das einzige Klischee, das bedient wird, ist der irische Humor, und den hat man als Leser gern.
Mich hat besonders der Anfang des Romans berührt – der Aufbruch und die Ankunft in der Fremde –, sowie das Ende – der Rückblick 50 Jahre später auf das, was dabei herausgekommen ist, bzw. der Blick auf die alte Heimat, wo das Leben auch hätte stattfinden können.
- Sara Gran
Dope
(34)Aktuelle Rezension von: HoldenGanz schön rumgekommen in New York ist Josephine "Joe" Flannigan, Exjunkie, die Anfang der 50er Jahre von besorgten Eltern beauftragt wird, ihre verschwundene Tochter und Collegeabbrecherin zu finden, die womöglich im New Yorker Drogensumpf vor die Hunde geht. Die Bezahlung ist mehr als üppig, und so macht Joe sich ans Werk und trifft immer mehr von den ehemaligen Bekannten wieder, die sie nach zweijährigem Cleansein eigentlich hinter sich gelassen hatte. Der Abstieg der Tochter aus gutem Hause scheint immer tiefer gegangen zu sein, als Freund bzw. Zuhälter scheint sie sich einen besonders fiesen Typen ausgesucht zu haben. Besonders stark ist das Buch, wenn Joes Drogenverlangen beschrieben wird, wie der Körper auch nach zweijähriger Drogenfreiheit noch sofort in den verschiedenen Körperpartien reagiert, sobald das Teufelszeug in der Nähe ist. Sie trifft ihren Exmann wieder, der nach wie vor süchtig ist und sieht, wie er sich verändert hat durch den langjährigen Drogenmißbrauch, beschreibt seinen Selbstbetrug (das ständige Reden vom Aufhören "nächste Woche") genauso wie Altjunkies, die trotz allem lange überlebt haben, aber körperlich gezeichnet sind.























