Bücher mit dem Tag "1950er jahre"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "1950er jahre" gekennzeichnet haben.

125 Bücher

  1. Cover des Buches Flavia de Luce 1 - Mord im Gurkenbeet (ISBN: 9783442376247)
    Alan Bradley

    Flavia de Luce 1 - Mord im Gurkenbeet

     (1.372)
    Aktuelle Rezension von: Frea

    Ich hatte mich schon auf dieses Buch gefreut, da der Klappentext erahnen ließ, dass Flavia nicht die typische Figur ist und ich muss sagen, dass ich ihre Eigenheit mag. Ich finde es immer toll, wenn Charaktere sich von der Maße abheben. Allerdings haben mich oft die vielen Ausschweifungen genervt, da mich einfach keine Seitenlangeerklärungen zur Physik interessiert haben. Generell war mir am Anfang zu wenig los und die Spannung hat sich nur langsam aufgebaut. Auch das Ende war für mich nicht wirklich eine Überraschung. Deshalb gebe ich mit beiden Augen zugedrückt drei Sterne für eine tolle, eigensinnige Protagonistin und einen flüssigen Schreibstill. 

  2. Cover des Buches Flavia de Luce 2 - Mord ist kein Kinderspiel (ISBN: 9783442378258)
    Alan Bradley

    Flavia de Luce 2 - Mord ist kein Kinderspiel

     (645)
    Aktuelle Rezension von: DorGer

    Das Buch ist nicht so genial wie das erste, bietet trotzdem eine gut aufgelegte Minidetektivin und einen soliden Kriminalfall.

  3. Cover des Buches Der Fänger im Roggen (ISBN: 9783499235399)
    J. D. Salinger

    Der Fänger im Roggen

     (1.513)
    Aktuelle Rezension von: JulieG

    "Der Fänger im Roggen" erzählt die Geschichte des sechzehnjährigen Holden Caulfield, der nach seiner Flucht aus dem ungeliebten Internat drei Tage lang durch New York irrt. 

    Ich hatte bereits im Vorfeld viel über das Buch gelesen - vor allem viel negative Meinungen und Bewertungen. Es sei sehr kompliziert zu lesen, der Protagonist sei unsympathisch und eine äußerst schreckliche Person. Lediglich mein Drang danach, soviele Klassiker wie möglich wirklich selbst zu lesen, hat mich dazu gebracht, diesen Roman zu lesen. Und ich habe mit dem schlimmsten gerechnet. 

    Allerdings bin ich nach der Lektüre sehr überrascht und berührt von dem Roman. Ja, Holden ist ein ziemlich komischer Typ. Und ja, er gibt einige unpassende Äußerungen von sich. Aber er ist auch einer, der die Welt um sich herum genau beobacht und versucht, sie zu verstehen. Und dabei merkt er, dass er sie in vielen Punkten einfach nicht verstehen kann. Der Roman zeigt uns also einen Protagonisten, der seinen Platz in der Gesellschaft, auch aufgrund seines Alters, noch nicht gefunden hat und seine Umwelt und die Menschen um sich herum stattdessen analyisert und hinterfragt. Es gab einige Stellen, an denen ich Holdens Gedanken sehr gut nachvollziehen konnte - sowohl aus heutiger Sicht, als auch aus der Sicht meines eigenen 16jährigen Ichs. 

    Gleichzeitig zeigt uns das Buch aus Holdens Sicht auch auf, wie oberflächlich, verwirrend und auch sinnlos manche Gewohnheiten, die wir als Gesellschaft haben, sind. Man wird auf unbequeme Art und Weise gezwungen, über sich, sein Leben und seine Wünsche und Ziele nachzudenken, eben weil man diesem ziellosen Protagonisten durch New York folgt. Genau das hat mir an dem Buch so gut gefallen. 

    Also traut euch und lest "Der Fänger im Roggen". Es ist besser, als ich vorher angenommen hatte!

  4. Cover des Buches 4 3 2 1 (ISBN: 9783498000974)
    Paul Auster

    4 3 2 1

     (106)
    Aktuelle Rezension von: Dirk-Jaeger


    Ich war (wieder einmal) an dem Punkt zu glauben, ein großartiges Buch gefunden zu haben.
    Auster beginnt großartig. Ein guter Erzählstil, den er beibehält. Leider! Leider erzählt er von der Gedankenwelt eines Kindes mit der selben Abgeklärtheit und Analytik, mit der er auch die allgemeinen Lebensumstände einer Familie beschreibt.
    Die Darstellung einer kindlichen Gedankenwelt gelingt ihm schlichtweg nicht. Bleibt unglaubwürdig. Kein Kind denkt so präzise und analytisch.
    Im ersten Kapitel stieß ich auf eine Aufzählung von Gründen für eine Heirat, verdrehte zunächst die Augen, las weiter und war gefesselt, begeistert. Aufzählungen werden in diesem Buch fortan ein probates Stilmittel um... ich habe keine Ahnung. Es bleibt bei dieser einen grandiosen Aufzählung. Alle folgenden sind nichts weiter als das. Filmtitel, Lieder, Schauspieler, Sänger, Komponisten werden derart aneinandergereiht, dass man in der schieren Menge zu ertrinken droht.
    Vielleicht ist es dieses amerikanische Streben nach MEHR, dem sich auch Paul Auster nicht entziehen kann.

    Auch ist es Auster nicht gelungen, in mir wenigstens ein wenig Mitgefühl für einen verstorbenen und dessen Familie zu empfinden, da er auch hier einfach nur präzise und analytisch seinen Text herunterschreibt.

    Ebenso dachte ich einen Roman zu lesen und keine Abhandlung über die amerikanische Politik dieser Zeit. Auch hier bin ich wieder an diesem Punkt, an den ich in letzter Zeit immer häufiger gelange. Müssen Verlagsautoren zwingend dicke Bücher schreiben um einen gewissen Endpreis zu generieren? Diese Frage habe ich mir nicht zuletzt bei Fitzeks Geschenk gestellt.

    Leider habe ich auf Seite 410 abbrechen müssen, da mich auch der letzte Funke Leselust verlassen hatte. Schade, schade, schade!

    Zwei Sterne gibt es für diese überaus originelle, ja grandiose Buchidee, deren Umsetzung viel zu massig und mit viel zu wenig Gefühl betrieben wurde.


  5. Cover des Buches Der alte Mann und das Meer (ISBN: 9783499267673)
    Ernest Hemingway

    Der alte Mann und das Meer

     (968)
    Aktuelle Rezension von: AndreaKiesling

    Puh, eines der wenigen Bücher für die ich, obwohl es ziemlich dünn war, mehrere Wochen Lesezeit brauchte. Es wurde mir als „muss“ empfohlen. Würde es jedoch nicht noch einmal lesen.

  6. Cover des Buches Bühlerhöhe (ISBN: 9783471351260)
    Brigitte Glaser

    Bühlerhöhe

     (148)
    Aktuelle Rezension von: abuelita

    was zur Zeit Adenauers so passierte.

    Rosa Silbermann ist eine deutschstämmige Jüdin. Im Auftrag des israelischen Geheimdienst 1952 reist sie nach Deutschland um ein Attentat auf Bundeskanzler Konrad Adenauer zu verhindern. Da Rosa bereits als Kind im Schwarzwald war und sich dort auskennt, scheint sie gut geeignet dafür. Allerdings hat sie null Erfahrung als Agentin und das Nobelhotel Bühlerhöhe verunsichert sie genauso wie die Tatsache, dass ihr angeblicher Ehemann, der diese Mission leiten soll, erst mal gar nicht ankommt ….

    Die Zeit der damals noch ganz jungen Bundesrepublik beschreibt die Autorin sehr gut. Manche Handlungsstränge aber wären wirklich nicht nötig gewesen und auch die vielen Personen kann der Leser eher mühsam im Blick behalten.

    Mir gefiel es ganz gut, aber die Spannung fehlte. Von daher auch nur 3 Sterne.

     

     

     

  7. Cover des Buches Flavia de Luce 4 - Vorhang auf für eine Leiche (ISBN: 9783442379019)
    Alan Bradley

    Flavia de Luce 4 - Vorhang auf für eine Leiche

     (313)
    Aktuelle Rezension von: DorGer

    Zum ersten Mal merkt man das kindliche Alter von Flavia - bei der Frage, ob es den Weihnachtsmann denn gibt, trotz rational versuchter Angehensweise.

    Die Hintergrundgeschichte der Familie wird hier auch etwas näher beleuchtet, obwohl vieles weiterhin im Dunkeln bleibt. 

    Ungeachtet dessen hat dieser Fall in mir das Gefühl ausgelöst, dass vielleicht ein Kapitel ausgelassen wurde. Hinweise wurden nicht aufgeklärt, Mord & Motiv waren schwach und die Auflösung innerhalb von gefühlten 2 Sätzen innerhalb einer Situation, die sich mir nicht erschlossen hat. Warum war Flavias Leben plötzlich in Gefahr? Wegen der Kratzspuren? So what? 

    Die letzten Bücher waren genial, das nächste hab ich bereits gekauft, die Serie bekommt somit noch eine Chance von mir.

    Aja, perfekt lektoriert. Merci dafür!

  8. Cover des Buches All die Jahre (ISBN: 9783552063662)
    J. Courtney Sullivan

    All die Jahre

     (112)
    Aktuelle Rezension von: renee

    Dieses Buch ist eine Familiengeschichte, eine richtig intensive Familiengeschichte über Schuld und das Umgehen damit, wo ich leider die Begeisterung anderer Leser nicht unbedingt und vollkommen unbedarft teilen kann. Zwei Schwestern wandern in den späten 50ern aus Irland kommend in die USA ein. Dabei bringt das Buch den Lesern den Mief und das eingeengte Denken dieser Zeit nahe und zeigt das Leben der beiden ungleichen Frauen bis in die heutige Zeit hinein und besonders eine der beiden Schwestern hätte ich fast durchweg schütteln können. Nora, die ältere Schwester, ein wirklich furchtbarer Charakter, bis in die 2000er hinein kann sie ihrem Naturell schlecht entfliehen, ist ein Kind ihrer Zeit und ihrer ländlichen und etwas bildungsfernen Herkunft, merkt kaum was sie durch ihre strenge, unnahbare und schwer abänderliche Art ihrer Umgebung antut, angetan hat. Dabei muss man Nora aber zugutehalten, sie ist durch den frühen Tod ihrer Mutter zu einem Mutterersatz für die jüngere Schwester Theresa geworden, hat deshalb ihre Jugend eingebüßt, eine Zeit der Unbeschwertheit. Diese Mutterrolle ist aber auch viel verlangt von der jungen Frau, deren Denken sich fortan um ihren Ruf, um den Ruf der Familie dreht, die dadurch in eine Rolle hineingedrängt wird, sich hineingedrängt empfindet, der sie eigentlich nicht gewachsen sein kann und, was eigentlich fast noch schlimmer ist, diese Entscheidung/ dieses Geschehen hat auch Folgen für die weitere Entwicklung der Nora, in ihrer eigenen Familie. Die jüngere Theresa ist etwas lebenslustiger, ist ja auch noch jugendlich unbeschwert. Beide Schwestern stehen dann durch ein Geschehen vor Entscheidungen, die erst viele Jahre später etwas abgeändert werden können. Erst stand für mich eine Drei Sterne Bewertung fest, denn das Geschehen ist wirklich etwas seifig und die Denkweisen der Charaktere haben schon etwas verstaubtes und altbackenes an sich. Dennoch ist die Geschichte spannend geschrieben, besonders das chronologisch nicht geordnete Schreiben fasziniert mich und ein gewisser Wandel in engen Grenzen lässt mich das Buch dann doch noch etwas höher bewerten. Wäre dieser Wandel in Noras Wesen nicht zu bemerken gewesen, wäre dies ein Drei-Sterne-Buch für mich geworden. Denn dieser Charakter Nora hat es mir nicht leicht gemacht, hat wohl etwas in mir getriggert. Keine einfache Lektüre für mich!

  9. Cover des Buches Der Vorleser (ISBN: 9783257261349)
    Bernhard Schlink

    Der Vorleser

     (5.680)
    Aktuelle Rezension von: Lisaleseratte

    Im Buch der Vorleser geht es um die geheime leidenschaftliche Affäre zwischen dem 15-jährigen Michael und um eine viel ältere Frau namens Hanna. Bevor sie miteinander schlafen, muss er ihr vorlesen. Eines Tages gehen beide eigene Wege und keiner ahnt wann und wo sie sich wieder treffen, denn Hanna hat einige tiefe Geheimnisse.

    Das Buch thematisiert eine außergewöhnliche Liebesbeziehung, Analphabetismus, sowie ein historisches Verbrechen in der Kriegszeit.

    Die Geschichte wurde in der Ich-Erzählung verfasst, somit erhält man keinen konkreten Einblick in die weibliche Protagonistinnen Rolle,  jedoch empfinde ich dieses Buch als sehr ergreifend und besonders. Das Buch ist keine leichte Lektüre für zwischendurch, da dieses Buch den Leser zum Nachdenken anregt, da viele offene Fragen verbleiben. Ich denke soll auch der Sinn dieses Buches sein. Das Ende ist sehr überraschend.

  10. Cover des Buches Meine geniale Freundin (ISBN: 9783518469309)
    Elena Ferrante

    Meine geniale Freundin

     (578)
    Aktuelle Rezension von: Nikola-Marie

    Neapel vergessen - das geht scheinbar nicht. Auch den beiden genialen Freundinnen gelingt es nicht, dem Dreck, der Schönheit, der Engstirnigkeit, der Lebenslust, der Primitivität und der Kultur ihrer Geburtsstadt zu entkommen.

    Ein unglaublich gut geschriebenes Buch, wie auch die drei Folgebände. Der Leser wird augenblicklich in die Geschichte hineingezogen, wird zum Beobachter, Vertrauten und Freund der beiden großartigen Hauptcharaktere Lila & Lenu. Das einzige Problem dabei ist, dass sich nach dem letzten Teil die Frage auftut: Und was mache ich jetzt?

  11. Cover des Buches Gehe hin, stelle einen Wächter (ISBN: 9783328100188)
    Harper Lee

    Gehe hin, stelle einen Wächter

     (138)
    Aktuelle Rezension von: Runenmädchen

    Harper Lee brillierte natürlich mit Wer die Nachtigall stört- keine Frage. Dieser Roman kann seinem Vorgänger nicht das Wasser reichen. Dennoch ist Gehe hin, stelle einen Wächter absolut lesenswert.

    Wir begleiten Scout, die jetzt zumeist Jean Luise genannt wird, auf Heimaturlaub. Die Mittzwanzigerin lebt mittlerweile in New York, ist erwachsen und reifer geworden. Zu Hause muss sie sich jedoch wieder mit (bspw.) Rassismus auseinandersetzen, der bereits 20 Jahre zuvor ein zentrales Thema war. Es ist spannend zu erkennen, wie sich die einzelnen Charaktere verändert haben, zudem wird der Leser eingeladen, in tiefgründige Dialoge einzutauchen.

    Harper Lee war eine tolle Autorin, ich kann auch dieses Buch (was eigentlich ein Manuskript ist, wie ich gelesen habe) sehr empfehlen. 

  12. Cover des Buches Du sagst es (ISBN: 9783257069747)
    Connie Palmen

    Du sagst es

     (49)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Du sagst es ist eine fiktive Autobiografie von Connie Palmen, veröffentlicht 2015 im Diogenes-Verlag. Darin schildert die Niederländerin das Eheleben der 1963 verstorbenen Schriftstellerin Sylvia Plath und ihrem Ehemann Ted Hughes, ebenfalls Dichter und Autor. Plath nahm sich Anfang der Sechziger Jahre das Leben und galt als schwierige Persönlichkeit, die unter schweren Depressionen litt. In diesem fiktiven Roman kommt Hughes zu Wort, der Zeit seines Lebens kein Wort über seine Ehe verlor.

    Darum gehts
    Sylvia Plath und Ted Hughes lernen sich 1956 an der Cambridge University in England kennen. Wenig später heiraten beide. In den Jahre 1957 bis 1959 lebt das Ehepaar in Amerika. Währenddessen begibt sich Plath das zweite Mal in psychologische Behandlung (zuvor 1953 nach ihrem ersten Suizidversuch). Plath und Hughes kehren 1959 zurück nach England, wo 1960 ihre gemeinsame Tochter Frieda zur Welt kommt. Beide arbeiten an ihren Gedichten und Romanen, Hughes aber hat zunächst mehr Erfolg als seine Frau, weswegen diese immer mehr an sich zweifelt. 1962 wird ihr Sohn, Nicholas, geboren. Vier Wochen nach Veröffentlichung ihres einzigen Romans, im Januar 1963, nimmt sich Silvia Plath das Leben.

    Sie gelten noch immer als berühmtestes, aber auch tragischstes Ehepaar der modernen Literatur: Sylvia Plath und Ted Hughes. Während sie nach ihrem Tod auf den Tron gehoben wurde, hat man Hughes verurteilt, ihn als Verräter hingestellt. Bis zum seinem Tod im Jahr 1998 hat er sich nie zu all dem geäußert. Palmen möchte, so scheint es, mit dieser fiktiven Biografie Hughes´ein wenig für Gerechtigkeit sorgen, den Mann zu Wort kommen lassen, der es besser wusste, der Plaths schwierige Phasen bis zu ihrem Selbstmord ertrug und bedingungslos an ihrer Seite stand.

    Palmen gelingt ein spannender, bewegender Roman, indem sie darauf verzichtet ihre Protagonisten zu verurteilen. Sie schildert das Leben realistisch und einfühlsam, beschreibt das Kennenlernen von Plath und Hughes im Jahr 1957, erzählt vom beruflichem Erfolg von Ted Hughes, den Rückschlägen von Silvia Plath als Dichterin, der Geburt ihrer Kinder, dem Leben in den USA und England, sowie dem entsetzlichen Suizid von Plath im Februar 1963. Palmens Sprache ist klar und frei von Schuldzuweisungen, geizt mit Emotionen und bewegt doch sehr.

    Die turbulente Ehe beider wird insbesondere durch die Stimmungsschwankungen Plaths, als Folge ihrer psychischen Erkrankung, deutlich. Sie gilt als kompliziert, unzufrieden und leicht zu verunsichern. Hughes unterstützt seine Ehefrau in jeder Lebenslage, steht ihre beruflichen Rückschläge mit ihr gemeinsam durch, hört nie auf an sie zu glauben und verliert vor allem nie ein schlechtes Wort über sie. Seine tiefe und aufrichtige Liebe gegenüber Sylvia Plath ist einmalig.

    Plaths immenser Schaffensdrang und ihre fortwährenden Selbstzweifel machen es ihrem Ehemann nicht leicht. Hinzu kommen ihre herausfordernde Persönlichkeit und ihre Eifersucht. Im Jahr 1962 kommt es schließlich zur Trennung. Plath wird nach ihrem Tod zur Ikone der Frauenbewegung, während Hughes als Schuldiger abgestempelt wird. Er habe mit seinen Affären und der Trennung von Plath zu ihrem Tod beigetragen, heißt es. Er wird öffentlich denunziert und dennoch bleibt er stumm.

    Die Autorin erzählt die Geschichte des Dichter-Paares in chronologischer Reihenfolge, schweift aber hin und wieder in die Vergangenheit oder Zukunft ab. So ist schon schnell klar, dass Plath sich umbringen wird und weshalb sie dies tut. Da es sich allerdings um eine Art der Biografie handelt und das Leben beider bekannt sein dürfte, stört das überhaupt nicht. Ich verfolge beide Leben und ihre Werke schon ziemlich lang, weswegen ich die Idee, Ted Hughes, acht Jahre nach seinem Ableben, sprechen zu lassen, aufregend finde.

    Bewegend, erschütternd, aufwühlend. Grausam, liebevoll, bedingungslos. Lebendig, dramatisch, tödlich. Diese Gegendarstellung war lange überfällig.

    Ich danke dem Diogenes-Verlag für das Rezensionsexemplar. 
  13. Cover des Buches Lebenssekunden (ISBN: 9783426282649)
    Katharina Fuchs

    Lebenssekunden

     (105)
    Aktuelle Rezension von: R_Manthey

    Wenn einem solche Sätze in einem Buch entgegentreten, weiß man, dass die Autorin die hohe Kunst der gut klingenden, aber nichtssagenden Phrase beherrscht. Sie fällt, als eine der Hauptheldinnen dieses Buches ihre beginnende Ausbildung zur Fotografin verkündet. Zu dieser Zeit lebt sie noch in Kassel. Später wird sie nach Berlin ziehen und als Pressefotografin am 13. August 1961 die dramatischen Ereignisse um den Mauerbau für die Nachwelt festhalten. In Berlin wohnt die andere Hauptheldin. Sie gehört zum Elitekader der DDR-Turnerinnen, deren Sterne allerdings erst nach dem Mauerbau aufgehen. Der Roman endet 1961.

    Da Katharina Fuchs sich offenbar sehr intensiv mit den 15 Jahren deutscher Geschichte nach dem Ende des letzten Weltkrieges auseinandergesetzt hat, weil sie die Geschichte ihrer Familie verstehen wollte. Obwohl sie daraus schon zwei erfolgreiche Bücher gemacht hat, blieben ihr noch genug Kenntnisse und Geschichten, die sie nun in diesem Buch erzählt.

    Eigentlich verlaufen die Lebensbahnen von Angelika in Kassel und Christine in Berlin in ganz unterschiedlichen Universen. Und sie bewegen sich auch im Buch zunächst scheinbar zusammenhanglos nebeneinander. Ein Kapitel Angelika, ein Kapitel Christine. Aber es existiert eine Verbindung zwischen ihnen, und das ist der in Kassel lebende Vater von Christine, der später die Ausbildung von Angelika übernehmen wird. Erst am Ende des Romans laufen die Lebensbahnen der beiden Mädchen auf einander zu und treffen sich zum ersten Mal drei Jahre bevor die Mauer Ost und West für fast 30 Jahre trennen wird.

    Das wird alles ziemlich geschickt konstruiert und auch recht spannend erzählt. Nun kennt die Autorin diese Zeit nicht aus eigenem Erleben, denn sie erblickte erst zwei Jahre nach dem Mauerbau das Licht der Welt im Westen Deutschlands. Dennoch vermittelt sie den Eindruck recht tiefer Kenntnisse, wenngleich auch in diesem Buch einige Fehler enthalten sind. Beispielsweise wurden die Bauten in der Frankfurter Allee oder der Stalinallee in den 1950er Jahren nicht als Plattenbauten errichtet. Aber das sind Randnotizen. Die Autorin trifft die Funktionärssprache der DDR-Bonzen auf den im Buch geschilderten Ebenen ganz gut. Nur gelegentlich neigt sie dabei auch einmal zur Übertreibung.

    Den DDR-Alltag hingegen beschreibt sie kaum. Scheinbar ist das ein generelles Problem. Auch in totalitären Regimen gibt es so etwas wie ein normales Leben. Die Leute arrangieren sich mit den Zuständen, weil sie schließlich keine andere Wahl haben und richten sich ihr Leben entsprechend ein. Schriftsteller neigen jedoch hinterher dazu, nur die Auswüchse des Totalitären zu zeigen und zu übersteigern. Das ist auch hier nicht anders, wenngleich sich Katharina Fuchs dabei weitestgehend an der Realität orientiert.

    Lustig hingegen sind ihre Verwechslungen der beiden Mädchen, die den Leser gelegentlich verwirren, wenn Christine plötzlich zu Angelika wird. Oder umgekehrt. Die historischen Fakten gibt die Autorin hingegen korrekt wieder. Aber auch dort wird es lustig. An mir sind die "10 Gebote der sozialistischen Moral" (1958) in dieser Direktheit irgendwie vorbeigegangen. Schulstoff waren sie jedenfalls nicht, bekannt kommen sie mir aber dennoch vor. Auch daran sieht man, dass der Lebensalltag anders aussieht als er in einem Buch geschildert werden kann, das nur Momente an Lebenstagen erzählt, aber eben nicht das Leben.

    Kurz gesagt: Dies ist ein gut geschriebener Roman mit adäquat recherchiertem historischen Hintergrund, in dem sich deutsche Geschichte in zwei Schicksalen widerspiegelt.

  14. Cover des Buches Kind 44 (ISBN: 9783442481859)
    Tom Rob Smith

    Kind 44

     (748)
    Aktuelle Rezension von: Nimmie_Aimee

    In der Sowjetunion unter der Macht von Stalin gibt es offiziell keine Verbrechen. Und die Verbrechen die Begangen werden, werden als Unfall deklariert. So auch in Moskau 1953 als der Sohn von dem besten Freund des Geheimdienstoffiziers Leo Demidow tot aufgefunden wird. Der Obduktionsbericht ist deutlich, es kann kein Unfall gewesen sein. Nach und nach tauchen weitere Morde auf, die nicht als solche Ausgewiesen werden und Leo beginnt zu ermitteln. Damit stellt er sich aber dem Regime entgegen und gerät so selbst in Gefahr.

    Ein super tolles Buch! Ein packender Thriller, der einen nicht loslässt. Es lässt sich sehr gut lesen, sodass man richtig in die Geschichte eintauchen kann. Die Geschichte ist grausam und brutal über die Ermordung von Kindern. Die Zeit in der Sowjetunion wird gut und glaubhaft dargestellt. Man kann sich gut vorstellen wie es dort wohl tatsächlich gewesen ist.

    Eine absolute Leseempfehlung!

    Es gibt auch einen Film dazu, den ich nach dem Buch gesehen habe. Mir hat er gut gefallen, tolle Schauspieler (Tom Hardy, Noomi Rapace, Gary Oldman) und das schreckliche Verbrechen wird gut umgesetzt. Man sollte das Buch aber vorher gelesen haben, da sonst einige Sachen die wichtig sind nicht deutlich genug rüberkommen. Der Film allein ist also etwas schwer verständlich. Aber in Kombination mit dem Buch ist er gut.

    Kind 44 ist der erste Teil (meines Wissens) einer Trilogie. Die anderen Bände habe ich noch nicht gelesen, freue mich aber schon drauf, denn ich bin gespannt wie es weitergeht. Man kann das Buch aber auch gut alleinstehend lesen.

  15. Cover des Buches Es (ISBN: 9783453504080)
    Stephen King

    Es

     (2.258)
    Aktuelle Rezension von: Seitenwelt
    Es ist definitiv eines von Stephen Kings Monumentalwerken. Aber seien wir ehrlich, wäre es wirklich noch so gut, wenn es nur halb so lang wäre? Es ist gerade der für Stephen King übliche langsame, aber stetige Aufbau der Spannung, der dieses Buch ausmacht. Treibt er es damit auf die Spitze? Ja. Natürlich. Aber was soll ich sagen, er kann es eben. Das ist seine große Stärke und das merkt man in dem Buch ganz deutlich.
    Aber beginnen wir am Anfang. In diesem Buch geht es - ganz kurz gesagt - um eine Gruppe Kinder, die eine unbekannte Macht jagen, die Menschen umbringt, und die als Erwachsene zurückkehren, um ihre Taten zu vollenden. Und doch geht es um so viel mehr.
    Wir haben hier eine Gruppe Kinder, die sich mit Morden konfrontiert sehen. Allein das ist schon eine höchst sonderbare Konstellation, zumal diese Kinder nichts besonderes an sich haben. Sie sind einfach nur ganz normale Kinder. Wir lernen diese Kinder auf den vielen Seiten dieses Buches sehr gut kennen, ihre Sorgen, ihre Gedanken, ihre Freuden, aber vor allem ihre Ängste. Hier kommt nun auch schon das erste leider: Leider liegt der Fokus so stark auf den Kindern, dass die meisten andern Figuren eher blass bleiben. Sie verschwimmen im Hintergrund und viele Personen, die für die Kinder wichtig sein sollten, werden sogar nur erwähnt. Die Kinder werden in ihrer eigenen kleinen, kindlichen Blase dargestellt, und nur diese gemeinsame Welt wird gezeigt. Nun ja, andernfalls wäre das Buch vermutlich noch deutlich länger geworden. Und zwar unterscheiden sich die Kinder in ihrer Persönlichkeit und ihren Fähigkeiten sehr stark, der Fokus liegt aber ganz klar auf Bill. Die anderen Kinder haben ihre Momente, aber Bill ist die treibende Kraft, derjenige, der wirklich aktiv wird, derjenige, der alles vorantreibt und die Gruppe zusammenhält. Er ist allerdings auch derjenige aus der Gruppe, den Es am stärksten beeinflusst hat. Schnell wird für die Kinder klar, dass es nicht nur um Rache geht, sondern auch um ihr eigenes Überleben.
    Trotz seiner Länge verliert das Buch nie seine Spannung. Es ist keines der Bücher, von denen man sich nicht losreißen kann, die einen nachts nicht mehr schlafen lassen. Aber diese ständige, leichte Steigerung der Spannung hält einen die ganze Zeit bei der Stange. Was mich stellenweise völlig aus dem Lesefluss gerissen hat, waren die Perspektivwechsel mitten in der Szene, denen ich nicht immer ganz leicht folgen konnte. Aber auch das ist man von Stephen King ja gewöhnt.
    Die Auflösung und der Hintergrund der ganzen Geschichte waren höchst seltsam, Stephen King typisch eben. Obwohl ich mir an der Stelle tatsächlich noch etwas Erklärung gewünscht hätte, warum das denn alles so war und was es damit auf sich hatte. Aber das bleibt nun meiner Fantasie und Interpretation überlassen.
    Wie bereits erwähnt ging es in dem Buch um den Kampf gegen ein unbekanntes mörderisches Monster. Aber es geht um so viel mehr - und das wird sogar in einem Dialog im Buch aufgegriffen. Es geht um Freundschaften, Pflichtgefühl und um Kindheitsängste, und wie sie uns bis ins Erwachsenenalter hinein begleiten können, vielleicht sogar für den Rest unseres Lebens. Letzteres hat mich ganz besonders fasziniert. Wir wissen zwar als Erwachsene, dass es da kein Monster im Schrank oder unter dem Bett gibt (oder was auch immer einem als Kind Angst gemacht hat), aber wenn man dann in eine Situation kommt, in der man daran erinnert wird und in der es wieder so real erscheint… ist die Angst dann wirklich weg? Sind wir dann wirklich die rational denkenden Erwachsenen? Oder kommt das Kinder in uns wieder hervor, wenn wir an usnere Kindheit erinnert werden, und mit ihm all die Ängste? Sind diese Ängste als Erwachsene nicht sogar schlimmer, weil sie nicht in unser gefestigtes Weltbild passen, aber dennoch so echt erscheinen, es aber vernünftigerweise gar nicht sein können? Diese Themen ziehen sich durch das ganze Buch. Es sind Ängste, die jeder einzelne von uns verstehen und nachvollziehen kann. Und gerade das macht dieses Buch so mächtig. Es ist keine abstrakte Angst, die hier geschaffen wird, sondern eine verdammt reale, die in uns schlummert, und die man weckt.

  16. Cover des Buches 84, Charing Cross Road (ISBN: 9783455650747)
    Helene Hanff

    84, Charing Cross Road

     (292)
    Aktuelle Rezension von: Lalalenii

    Helene Hanffs unverhoffte Brieffreundschaft mit einem Londoner Buchantiquariat lässt die Herzen aufgehen. Durch geteilte Leidenschaft hält eine Freundschaft über Jahrzehnte hinweg über den Atlantik fest. Noch dazu ein faszinierender Einblick in den Alltag in London und New York der 1950er und 1960er Jahre. 

  17. Cover des Buches Ein Koffer voller Schönheit (ISBN: 9783426308356)
    Kristina Engel

    Ein Koffer voller Schönheit

     (86)
    Aktuelle Rezension von: sosa76

    Die aufblühende Nachkriegszeit der 60er Jahre. Der Alltag ist nicht mehr von Verzicht und Überleben geprägt sondern man beginnt das Leben zu genießen. Doch leider kämpfen noch viele mit Ihren Kriegserinnerungen ohne dies je zugeben zu wollen. Auch bei Benno und Anne Janson ist dass so. Sie lieben sich, haben 2 tolle Kinder und trotzdem entfernen Sie sich immer mehr voneinander. Während Benno versucht im Möbelgeschäft schnell Geld zu machen entdeckt Anne die Produkte von Avon. Sie wird Deutschlands erste Avon Vertreterin. Doch es geht hier nicht nur um den Verkauf. Mit ihrer Arbeit wird Anne selbstständig, hat immer ein offenes Ohr für Ihre Kundinnen und wird oft zur Lebensberaterin. 

    Ein wunderschönes Buch von Kristina Engel. Man taucht ein in das Leben der 60er Jahren. Der lebendige Erzählstil lässt einem voll in der Geschichte versinken. Und eigentlich unglaublich wie sehr sich das Leben der Frauen von heute zu damals, als man noch den Ehemann fragen musste ob man arbeiten darf, verändert hat. Ein Buch über starke Frauen dass ich nur empfehlen kann.

  18. Cover des Buches An einem Tag im Winter (ISBN: 9783492303910)
    Judith Lennox

    An einem Tag im Winter

     (83)
    Aktuelle Rezension von: Isaopera

    Dies war mein erster Roman von Judith Lennox und ich muss sagen, dass er mir schon gut gefallen hat, aber irgendwie bleibe ich ein kleines bisschen unbefriedigt zurück. Die Figren sind zwar gut beschrieben, allerdings sind manche Taten für mich trotzdem nicht so ganz nachvollziehbar. Recht oft gibt es Sprünge in der Handlung, die sehr schnell einsetzen. 

    Die Geschichte, wie sie auf dem Buchrücken beschrieben ist, umfasst ca. die ersten 100 Seiten. Die restlichen knapp 500 Seiten haben jedoch eine davon stark abweichende Handlung, daher finde ich, dass das Buch etwas irrtümlich verkauft wird. Den Lebensweg eigentlich zwei junger Frauen, nämlich der Wissenschaftlerin Ellen und auch ihrer früheren Mitschülerin India zu verfolgen, fand ich aber sehr interessant und eigentlich vereint die Autorin viele auch heute noch aktuelle Themen, auch wenn die Geschichte in den 1950er Jahren spielt. Die Vereinbarkeit von Karriere und Familie, die Liebe natürlich und der Wunsch nach Sicherheit. 

    Dieses Buch bekommt von mir schon eine Leseempfehlung, allerdings mit kleinen Vorbehalten.

  19. Cover des Buches Wörter auf Papier (ISBN: 9783551560018)
    Vince Vawter

    Wörter auf Papier

     (40)
    Aktuelle Rezension von: Becky_Bloomwood

    Du wirst eine Stimme finden, vielleicht nicht die Stimme, die du dir aussuchen würdest, aber sie wird dir gute Dienste leisten.

    Der elfjährige Victor steht im Sommer 1959 vor einer großen Herausforderung – er übernimmt vertretungsweise die Zeitungsroute seines besten Freundes. Einer Aufgabe, der Victor teils freudig, teils voller Angst entgegenblickt. Freudig, da er endlich eine Aufgabe erhält, für die er allein verantwortlich ist. Ängstlich, da Victor mit Fremden sprechen muss und sprechen ist für ihn eine Herausforderung. Er kann kaum ein Wort sagen, ohne zu stottern, nicht einmal seinen eigenen Namen bringt er hervor. Dennoch muss Victor jeden Freitag das Zeitungsgeld kassieren, Worte sind dafür unumgänglich. Für den Jungen wird dieser Sommer unvergesslich. Nicht nur wird er in viele schöne, aber auch schmerzhafte Situationen gestoßen und wird mit Rassenkonflikten konfrontiert; er trifft auch auf einen pensionierten Seefahrer der Handelsmarine, der Victor mit seiner ganz besonderen Art bei seinen Sprachproblemen unterstützt. Und am Ende kann Victor sagen: Bin ich vom Stottern geheilt? Nein. Habe ich es besiegt? Ja.

    Diese Worte sagt Victor nicht selbst, vielmehr nutzt der Autor Vince Vawter sie in seinem Nachwort und meint damit sich selbst! Denn Vince Vawter hat in Wörter auf Papier viel von seiner eigenen Biographie einfließen lassen. Auch er hatte und hat mit dem Stottern zu kämpfen und bringt uns dieses Thema durch diese wunderbare Geschichte nahe. Als sein Sprachrohr hat Vince Vawter einen sensiblen Jungen gewählt, der mir schon nach wenigen Seiten ans Herz gewachsen ist.

    Wörter in der Luft verwehen, kaum dass man sie gesagt hat, aber Wörter auf Papier bleiben für immer.

    In dem heißen Sommer 1959 wird Victor viel über sich und seine Mitmenschen herausfinden. Er entdeckt ein Familiengeheimnis, trifft auf gute und weniger gute Menschen und hegt das erste Mal Gefühle für ein weibliches Wesen, der schönen Mrs. Worthington, die einsam trinkend auf ihrer Veranda sitzt, einen lauten Ehemann hat und zwischendurch Besuch von ihrem „Cousin“ bekommt.

    Mrs Worthington und ihre roten Haare. Das war mein Gedankennachtisch.

    Gedanken macht sich Victor aber auch über die Rassentrennung, die nicht nur in seiner Heimatstadt Memphis allgegenwärtig ist. Seine schwarze Nanny, die er Mam nennt, darf z. B. nur hinten im Bus sitzen und nur an bestimmten Tagen ist es ihr erlaubt, mit ihm in den Zoo zu gehen. Oft fragt er seine Nanny, ob sie nicht wütend darüber ist, doch Mam sagt, so wären die Regeln. Das würde nicht bedeutet, dass sie richtig sind, aber es gibt sie nun einmal. Victor versteht das alles nicht und bezeichnet diese Drangsalierungen offen, wie es nur Kinder können, als „noch mehr alberne Erwachsenenregeln.“

    Fazit: Wörter auf Papier ist ein ganz bezauberndes Kinder- und Jugendbuch über einen Jungen, der sein Stottern besiegt. Doch auch Themen wie Freundschaft, Familie und Rassenkonflikte finden in Vince Vawters Debüt Platz. Ein Buch, das Kinder und Erwachsene gleichsam begeistern wird.

    (Königskind 9 von 42)

  20. Cover des Buches Die Schwestern vom Ku'damm: Jahre des Aufbaus (ISBN: 9783499291715)
    Brigitte Riebe

    Die Schwestern vom Ku'damm: Jahre des Aufbaus

     (164)
    Aktuelle Rezension von: lese_sternchen

    „Die Schwestern vom Ku'damm: Jahre des Aufbaus“ von Brigitte Riebe ist der Auftakt der 50er-Trilogie.

    Berlin, 1945, der Krieg ist gerade zu Ende und die Schwestern Thalheim stehen vor dem Nichts. Ihr Vater ist im Gefängnis und der Bruder ist während des Krieges verschollen. Sie werden aus ihrer Villa vertrieben und das Kaufhaus Thalheim ist, wie so viele Gebäude Berlins, zerstört. Die Menschen in der Stadt hungern und frieren. Auch Rike, Silvie und Florentine müssen sich durchkämpfen. Trotz aller Entbehrungen und Strapazen träumt Rike aber schnell davon, das Kaufhaus eines Tages wieder eröffnen zu können...

    Diese mitreißende Familiengeschichte beschreibt die harte Zeit nach dem Krieg und den Wiederaufbau der Stadt und des Familienunternehmens, emotional und sehr bewegend. Schön ist, wie unterschiedlich die Schwestern doch sind und wie sie mit der neuen Situation umgehen. Die Geschichte wird dadurch und durch andere tolle Charaktere sehr facettenreich. 

    Brigitte Riebe überzeugt durch anschauliche und authentische Beschreibungen, sowie einen fesselnden Schreibstil. Berlin als Schauplatz ist wunderbar und das Buch liest sich einfach toll.

  21. Cover des Buches Das Versprechen (ISBN: 9783866152298)
    Friedrich Dürrenmatt

    Das Versprechen

     (440)
    Aktuelle Rezension von: Monika_Brigitte
    „Wir könnten nur das Mögliche tun, und das hätten wir getan. Kinder seien immer in Gefahr. Man zähle über zweihundert Sittlichkeitsverbrechen im Jahr. Allein im Kanton. Wir könnten die Eltern aufklären, die Kinder warnen, das hätten wir alles getan, aber wir könnten nicht das Polizeinetz so dicht knüpfen, daß keine Verbrechen mehr geschähen. Verbrechen geschähen immer, nicht weil es zu wenig Polizisten, sondern weil es überhaupt Polizisten gebe. Wenn wir nicht nötig wären, gäbe es auch keine Verbrechen. Das müßten wir uns vor Augen halten. Wir müßten unsere Pflicht tun, da habe Matthäi recht, aber unsere erste Pflicht sei es, in unseren Grenzen zu bleiben, sonst würden wir nur einen Polizeistaat errichten.“ (K 18; S.71)

    Rahmenhandlung

    Nach einem Vortrag des Ich-Erzählers in Chur über seine Arbeit als Kriminalbuchautor kommt ein ehemaliger Polizeikommandant der Kantonspolizei Zürich auf ihn zu und kritisiert seine Realitätsferne. Im wahren Leben würden Täter nicht immer gefasst und der Zufall käme in Kriminalromanen allzu oft vor. Um seine Kritik zu untermauern, nimmt dieser den Autor in seinem Wagen mit nach Zürich und erzählt ihm vom Schicksal des ehemaligen Kommissar Matthäi, einstmals sein >fähigster Mann<.

    Ausgangslage Binnenhandlung

    Mägendorf (fiktiver Ort im Kanton Zürich, Schweiz), 1950er: Die 8 jährige Girtli Moser wird tot in einem Wald aufgefunden. Die Menschen im Dorf beschuldigen schnell den Mann, der sie aufgefunden hat -ein Hausierer namens ‚von Gunten‘. Der Kommissar Matthäi hat seine Zweifel an dessen Schuld und verspricht der Mutter von Girtli, den wahren Mörder zu fassen. Es beginnt eine aufwendige Jagd, die Matthäi alle Nerven kosten wird. Am Ende ist ihm jedes Mittel recht, um den Kindermörder seiner gerechten Strafe zu unterziehen.

    Kann ein Zweck die Mittel heiligen?

    Der Roman DAS VERSPRECHEN von Friedrich Dürrenmatt wirft viele Fragen auf. Am eindringlichsten: Wo liegen die Paarallelen und Unterschiede zwischen realer Polizeiarbeit und künstlerischer Fiktion in Romanen sowie Filmen? Der Roman entstand 1958 nach dem Film „Es geschah am hellichten Tag“ mit Heinz Rühmann und Gert Fröbe in den Hauptrollen. Im Mai 1957 erhielt Dürrenmatt vom Schweizer Filmproduzenten Lazar Wechsler den Auftrag, das Drehbuch für einen Kinofilm zu schreiben. Es sollte darin um Sexualverbrechen an Kindern gehen. Dürrenmatt nahm den Auftrag an und verfasste die Vorlage zum späteren Filmdrehbuch. Dürrenmatt schrieb zusammen mit Ladislao Vajda und Hans Jacoby das Filmskript, war aber nicht zufrieden mit dem Filmende. Es sei nicht realitätsnah, urteilte der Schriftsteller. So veröffentlichte er im selben Jahr DAS VERBRECHEN, ein „Requiem auf den Kriminalroman“ wie er ihn selbst bezeichnete.

    Der Roman regt zum Nachdenken an & bleibt lange im Gedächtnis.

    Ich selbst habe den Film (noch) nicht gesehen und enthalte mich daher jedes Vergleichs. Ich kann nur über Dürrenmatts schriftliche Umsetzung des ernsten, beklemmenden & grausamen Themas urteilen. Dürrenmatt entwürft, meiner Meinung nach, ein realitätsnahes Bild einer Ermittlung. Die Polizei möchte immer schnell Verbrechen aufklären, gerade bei Mord kann der öffentliche Druck die Ermittler schnell zu Aussagen wie „Wir werden den Täter kriegen!“ oder „Der wird uns in die Falle laufen!“ verleiten. Dass diese Versprechen allerdings nicht immer eingehalten werden können, zeigt dieser Roman auf eindringliche Weise. Auch die Ursachen und Folgen von Suggestion werden beleuchtet -ein großes Problem bei der Aufklärung von Straftaten zur damaligen Zeit.

    Sehr gut finde ich, dass Dürrenmatt, wenn es um die Darstellung des Verbrechens an sich geht, sehr umschreibend vorgeht. Er metaphorisiert die sexuelle Gewalt an den Mädchen mittels der Beschreibung eines Kleidungsstücks. Der Mörder habe es auf Mädchen mit roten Röcklein abgesehen. Es ist im ganzen Roman nie direkt die Rede von Schändung, alle Protagonisten sprechen von Mord bzw. „Lustmord“. Dadurch ist die Interpretation der Metaphern dem Rezipienten überlassen.

    Der Roman lässt sich in einem Rutsch durchlesen, ist spannend und erschütternd zugleich. Ich musste den Roman nach der Lektüre erstmal zur Seite legen und verdauen. Das Thema Sexualverbrechen an Kindern ist leider auch heute, fast 70 Jahre nach Erscheinen von DAS VERSPRECHEN traurige Realität.

    Fazit

    DAS VERSPRECHEN von Friedrich Dürrenmatt ist ein Klassiker des Kriminalromans mit trauriger Aktualität. Der Roman ist kurzweilig und spannend, wirft aber auch ethische Fragen auf: Kann ein Zweck die Mittel heiligen? Wenn ja, unter welchen Bedingungen? Ich empfehle die Lektüre jedem Polizisten und jedem Psychologen. Auch als Schullektüre kann es gut neben DIE PHYSIKER und DER BESUCH DER ALTEN DAME in den Kanon aufgenommen werden.

     

    Das Versprechen| Friedrich Dürrenmatt| Diogenes Taschenbuch Verlag| 1985| 158 Seiten| 10,00€

  22. Cover des Buches Das Labyrinth der Lichter (ISBN: 9783596522156)
    Carlos Ruiz Zafón

    Das Labyrinth der Lichter

     (247)
    Aktuelle Rezension von: Hortensia13

    Der geheime Auftrag der Politischen Polizei führt die junge, vom Krieg gezeichnete Alicia Gris zurück in ihre Heimatstadt Barcelona. Sie soll das mysteriöse Verschwinden des Innenministers Mauricio Valls aufklären, eine umstrittene Persönlichkeit mit düsterer Vergangenheit. Alicia findet in Valls Besitz ein seltenes Buch aus der Reihe «Das Labyrinth der Lichter». Wieso hielt er es versteckt? Hat es mit seinem Verschwinden zu tun? Alicia macht sich auf die Suche. Der Weg führt sich in ein Labyrinth von Intrigen und tödlichen Machenschaften.

    Der vierte und letzte Band der Reihe «Friedhof der Vergessenen Bücher» ist ein spannender Krimi, der schlussendlich alle offenen Fragen, auch aus den drei vorgängigen Büchern, beantwortet. Carlos Ruíz Zafon versteht es einen runden Abschluss zu machen. Sein Schreibstil ist nach wie vor philosophisch, sarkastisch und voller Humor. Mit 944 Seiten ist dieses Buch aber eine ziemliche Herausforderung.

    Mein Fazit: Ein ausgiebiges Ende der Reihe, dass alle Erzählstränge der einzelnen Bücher zusammenführt. Wer in die Vergangenheit Barcelonas eintauchen will, kann sich in diesem Labyrinth verlieren. 4 Sterne.

  23. Cover des Buches Ein feiner dunkler Riss (ISBN: 9783518464977)
    Joe R. Lansdale

    Ein feiner dunkler Riss

     (85)
    Aktuelle Rezension von: buchjunkie

    Das war mal wieder ein packender und mitreißender Roman. Landsdale ist aus Texas und so schreibt er auch- bodenständig und klar. Ich mag diesen Schreibstil.


    Texas, 1958 : Der dreizehnjährige Stan hat vor kurzem fast noch an den Weihnachtsmann geglaubt.Doch nun liegt eine Zeit voller Gewalt vor ihm. Sein bester Freund Richard wird von seinem Vater verprügelt, die schwarze Küchenhilfe RoseMae lebt mit ihrem gewalttätigen Mann und auch Stans Vater wird handgreiflich, wenn es um die Familienehre geht .Als Stan an  einem  heissen Sommertag im Wald ein Kästchen findet mit alten Briefen, beginnt er , Detektiv zu spielen. Begleitet wird er von seinem treuen Hund Nub und unterstützt von Buster, einem alten schwarzen Ex-Polizisten. Doch er ahnt nicht , auf was er sich einlässt . Stan muss sich plötzlich einer bitterbösen Realität stellen.


    Dieser temporeiche Roman ist grossartig. Es kommt zwar viel Gewalt vor, aber das gehört und passt zur Geschichte.Auch Rassismus ist ein Thema. Aber 1958 in Texas waren Schwarze benachteiligt und Kinder gehörten den Eltern. Stan reift während

     dieser Ereignisse . Und er hat eine tolle Familie, die für ihn da ist.


    Nach einem gemütlichen Anfang bleibt fast ständig die Spannung erhalten, ich konnte das Buch kaum weglegen und es liess sich schnell lesen.

    Es ist mein zweiter Roman von Landsdale und ich werde sicher noch mehr von ihm lesen. Übrigens, "Die Wälder am Fluss" von ihm ist ebenfalls ganz grossartig!

  24. Cover des Buches Flavia de Luce 8 - Mord ist nicht das letzte Wort (ISBN: 9783734100796)
    Alan Bradley

    Flavia de Luce 8 - Mord ist nicht das letzte Wort

     (97)
    Aktuelle Rezension von: kassandra1010

    Flavia de Luce ist frisch aus dem Internat aus dem weit entfernten Kanada zurück.

    Die alten Sorgen um das aufgebrauchte Vermögen der de Luces sind immer noch präsent. Flavia tritt das Erbe ihrer Mutter inklusive dem maroden Anwesen Buckshaw mit Sorge an. Zurück in England hofft sie auf ein Wiedersehen mit ihrem Vater und wird schwer enttäuscht. Der befindet sich mit einer fiesen Grippe in London im Krankenhaus und so muss Flavia mit dem Rest ihrer Familie vorliebnehmen.

    Ihre Schwestern und Cousine glänzen mit Ignoranz, also beschließt Flavia sich um der alten Zeiten willen im nahegelegenen Dorf umzusehen und stolpert direkt in einen dubiosen Mordfall.

    Der alte Mr. Sambridge hängt kopfüber an seiner Tür und starrt ins Leere. Flavia nutzt die Gunst der Stunde und sieht sich in aller Ruhe um und wird sogleich stutzig. Was will ein so alter Mann mit einem ganzen Pack Kinderbüchern?

    Die Kinderbücher stellen sich als Erstausgaben heraus und Flavia hat sogleich Lunte gerochen.

    Ihre Ermittlungen führen Sie zu einer Hexe, einer leidenschaftlich schlechten Sängerin und mehrfach nach London.

    Unterstützt wird sie von Gladys, ihrem alten treuen Rad und Dogger, dem urigen Butler, der stets ein Auge auf Flavia hat.

    Die junge Detektivin macht es dem ortsansässigen Inspektor nicht leicht, den Überblick zu bewahren und ihre Schnüffeleien tarnt sie gekonnt mit ihrer Art, sogleich mit der Tür ins Haus zu fallen.

    Alan Bradleys kleine Giftmischerin Flavia de Luce schließt man sogleich ins Leserherz. Gepiesackt von ihren älteren Schwestern und schon früh mit dem Tod der Mutter konfrontiert, hat es die junge Lady nicht gerade leicht, sich normale Freunde und ein einigermaßen normales Hobby zu suchen.

    Bepackt mit Neugierde, den Waffen der Chemie und einem guten Auge fürs Detail kann es Flavia de Luce mit fast jedem Ganoven aufnehmen.

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