Bücher mit dem Tag "1950er"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "1950er" gekennzeichnet haben.

148 Bücher

  1. Cover des Buches Flavia de Luce 1 - Mord im Gurkenbeet (ISBN: 9783442376247)
    Alan Bradley

    Flavia de Luce 1 - Mord im Gurkenbeet

     (1.378)
    Aktuelle Rezension von: Frea

    Ich hatte mich schon auf dieses Buch gefreut, da der Klappentext erahnen ließ, dass Flavia nicht die typische Figur ist und ich muss sagen, dass ich ihre Eigenheit mag. Ich finde es immer toll, wenn Charaktere sich von der Maße abheben. Allerdings haben mich oft die vielen Ausschweifungen genervt, da mich einfach keine Seitenlangeerklärungen zur Physik interessiert haben. Generell war mir am Anfang zu wenig los und die Spannung hat sich nur langsam aufgebaut. Auch das Ende war für mich nicht wirklich eine Überraschung. Deshalb gebe ich mit beiden Augen zugedrückt drei Sterne für eine tolle, eigensinnige Protagonistin und einen flüssigen Schreibstill. 

  2. Cover des Buches Der Besuch der alten Dame (ISBN: 3257230451)
    Friedrich Dürrenmatt

    Der Besuch der alten Dame

     (1.753)
    Aktuelle Rezension von: buecherlesenundleben

    Ich habe das Buch gelesen, weil wir es als Klassenlektüre begonnen haben. Die Schreibweise war sehr interessant. Man konnte in die Sätze der Figuren hineininterpretieren was man wollte. Es lohnt sich sicher das Buch einmal gelesen zu haben. 

  3. Cover des Buches Flavia de Luce 2 - Mord ist kein Kinderspiel (ISBN: 9783442378258)
    Alan Bradley

    Flavia de Luce 2 - Mord ist kein Kinderspiel

     (651)
    Aktuelle Rezension von: gabelingeber

    Nachdem mir schon der erste Band sehr gefallen hat, bin ich vom zweiten restlos begeistert.
    Alan Bradley kann schreiben! Kein 08/15-Stil, sondern wirklich originell und unverwechselbar. Dabei versetzt er sich in die Haut seiner Protagonistin und erzählt mit der Stimme einer hochintelligenten Minderjährigen aus den 50er-Jahren - und das absolut überzeugend und mit umwerfendem Witz! Passagen wie etwa die Bescheibung der Pfarrersfrau - "selbst bei geschlossenem Mund hatte sie eine bemerkenswerte Anzahl von Zähnen zu bieten, was mich veranlasste, meine Rebellion gegen die Zahnspange noch einmal zu überdenken" - zaubern einem ein permanentes Schmunzeln aufs Gesicht, und sie lassen die skurrilen Figuren plastisch von unseren Augen aufscheinen. Und davon gibt es reichlich: Ein genialer, aber misanthropischer Puppenspieler, ein deutscher Kriegsgefangener mit Vorliebe für Englische Literatur, ein kriegstraumatisierter Butler, eine verrückte Waldbewohnerin - und natürlich die Titelheldin, die ein eigenes Chemielabor und ein Flair fürs Giftmischen besitzt.

    Die Geschichte ist ein unwiderstehlicher Mix aus Schauergeschichte, Krimi, Farce und historischem Roman, die Auflösung des komplizierten Kriminalfalls ist nicht nur überraschend, sondern auch überzeugend. Kurzum: Das Buch macht Lust auf mehr.
    Zum Glück sind weitere Bände der Serie auf Deutsch erschienen!

  4. Cover des Buches Der Fänger im Roggen (ISBN: 9783499235399)
    J. D. Salinger

    Der Fänger im Roggen

     (1.519)
    Aktuelle Rezension von: Papiertiger17

    Ein genervter siebzehnjähriger Jugendlicher erzählt schrullige Anekdoten aus seinem missliebigen Leben. Für Erzählweise und -inhalt konnte ich mich überhaupt nicht erwärmen. Nach 60 von 155 Seiten hatte ich die Lektüre dann abgebrochen.

  5. Cover des Buches Gottes Werk und Teufels Beitrag (ISBN: 9783257218374)
    John Irving

    Gottes Werk und Teufels Beitrag

     (986)
    Aktuelle Rezension von: LottenTotten

    Er schafft es immer wieder mit seinem, wie ich finde, trockenen,  unromantischen Stil über seine kuriosen-skurilen Beschreibungen  einen in die Geschichte zu ziehen.  

    Ich möchte den Inhalt nicht widergeben, denn entweder liest man Irving oder halt nicht 😁

  6. Cover des Buches 4 3 2 1 (ISBN: 9783498000974)
    Paul Auster

    4 3 2 1

     (106)
    Aktuelle Rezension von: Dirk-Jaeger


    Ich war (wieder einmal) an dem Punkt zu glauben, ein großartiges Buch gefunden zu haben.
    Auster beginnt großartig. Ein guter Erzählstil, den er beibehält. Leider! Leider erzählt er von der Gedankenwelt eines Kindes mit der selben Abgeklärtheit und Analytik, mit der er auch die allgemeinen Lebensumstände einer Familie beschreibt.
    Die Darstellung einer kindlichen Gedankenwelt gelingt ihm schlichtweg nicht. Bleibt unglaubwürdig. Kein Kind denkt so präzise und analytisch.
    Im ersten Kapitel stieß ich auf eine Aufzählung von Gründen für eine Heirat, verdrehte zunächst die Augen, las weiter und war gefesselt, begeistert. Aufzählungen werden in diesem Buch fortan ein probates Stilmittel um... ich habe keine Ahnung. Es bleibt bei dieser einen grandiosen Aufzählung. Alle folgenden sind nichts weiter als das. Filmtitel, Lieder, Schauspieler, Sänger, Komponisten werden derart aneinandergereiht, dass man in der schieren Menge zu ertrinken droht.
    Vielleicht ist es dieses amerikanische Streben nach MEHR, dem sich auch Paul Auster nicht entziehen kann.

    Auch ist es Auster nicht gelungen, in mir wenigstens ein wenig Mitgefühl für einen verstorbenen und dessen Familie zu empfinden, da er auch hier einfach nur präzise und analytisch seinen Text herunterschreibt.

    Ebenso dachte ich einen Roman zu lesen und keine Abhandlung über die amerikanische Politik dieser Zeit. Auch hier bin ich wieder an diesem Punkt, an den ich in letzter Zeit immer häufiger gelange. Müssen Verlagsautoren zwingend dicke Bücher schreiben um einen gewissen Endpreis zu generieren? Diese Frage habe ich mir nicht zuletzt bei Fitzeks Geschenk gestellt.

    Leider habe ich auf Seite 410 abbrechen müssen, da mich auch der letzte Funke Leselust verlassen hatte. Schade, schade, schade!

    Zwei Sterne gibt es für diese überaus originelle, ja grandiose Buchidee, deren Umsetzung viel zu massig und mit viel zu wenig Gefühl betrieben wurde.


  7. Cover des Buches EVIL (ISBN: 9783453677005)
    Jack Ketchum

    EVIL

     (871)
    Aktuelle Rezension von: Miia

    Inhalt:

    Jack Ketchums beunruhigender, grenzüberschreitender Horrorthriller gilt unter Experten als eines der großen Meisterwerke des Genres. Die Geschichte eines Jungen, der inmitten einer amerikanischen Vorstadtidylle mit unvorstellbaren Grausamkeiten konfrontiert wird, steigt tief hinab in die Abgründe der menschlichen Psyche. Nachdem der brillant geschriebene Roman viele Jahre unter der Hand als geheimer Klassiker die Runde gemacht hatte, erhält er jetzt nicht zuletzt dank Stephen King, der zu diesem Werk auch eine ausführliche Einleitung verfasst hat, die verdiente Aufmerksamkeit und erscheint nun endlich auch als deutsche Erstausgabe.


    Meine Meinung:

    Ich wurde letztens von einem Freund nach einer Buchempfehlung gefragt. Er suchte etwas Brutales, eher blutig - ein Hauch von "The Punisher" (falls jemand die Serie kennt?!). Mir ist ehrlich gesagt, nichts eingefallen. Ich lese in der Regel eher Psychothriller. Die sind oft faszinierend und dunkel, aber eigentlich nie wirklich brutal und heftig. Deshalb habe ich gegoogelt und bin auf "EVIL" gestoßen. Laut vieler Rezensionen eins der brutalsten und heftigsten Bücher - viele konnten es nicht mal zu Ende lesen. Ich wollte mal selbst reinschnuppern, um meinem Freund doch noch eine Empfehlung geben zu können... Ich nehme mal vorweg: Ich habs ihm nicht empfohlen. Weil es absolut nicht das ist, was ich erwartet habe und auch nicht das ist, was er sucht. Sollte also jemand eine andere Idee haben - gerne her damit. 

    Aber nun zu EVIL: 

    Diese Geschichte ist wirklich einfach nur krankhaft. Die Idee an sich ist schon echt verstörend, die Umsetzung gleichermaßen. Man kann einfach in keiner Weise verstehen, warum der Autor diese Geschichte schreibt. Ich will nicht zu viel verraten, aber ich habe am Ende darauf gehofft, dass der Autor uns eine kleine Moral oder eine Sinnhaftigkeit seiner Geschichte präsentiert - aber das macht er nicht. Es geht ihm glaube ich nur darum, seine Leser zu schocken. Dabei fehlt aber der psychologische Effekt, also der Tiefgang und der Sinn, die schockierende Erkenntnis einer Figur.... oder irgendwas in der Richtung. Hier ist es einfach nur eine Beschreibung von Folter. Und das ist irgendwie zu wenig - sogar dann, wenn man einfach nur etwas Brutales lesen will. 


    Fazit:

    Ich war auf der Suche nach einer brutalen, heftigen, vielleicht blutigen Geschichte - ein bisschen wie in der Serie "Punisher". Bekommen habe ich mit EVIL einfach nur eine krankhafte Beschreibung von Folter. Ohne Moral, ohne tieferen Sinn, ohne schockierende Erkenntnis. Das ist nicht mal ausreichend, wenn man einfach nur etwas Brutales lesen will. 2 Sterne!

  8. Cover des Buches Die Tochter des Malers (ISBN: 9783746631820)
    Gloria Goldreich

    Die Tochter des Malers

     (62)
    Aktuelle Rezension von: Diiana

    Der Roman aus der Bücherserie "Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe" handelt von dem Leben der Familie Chagall. Der berühmte Maler Marc Chagall, seine Frau Bella und seine Tochter Ida leben, nach der Flucht aus Russland, in einem sehr ansehnlichen Haus in Paris. Sehr behütet wächst Ida in diesem Haus auf. Als sie den Studenten Michel kennenlernt, verschlechtert sich die einst innige Beziehung zu ihrem Vater. Dann wird Frankreich von den Deutschen besetzt und der Familie droht Gefahr. Sie fliehen in die Vereinigten Staaten und bauen sich dort ein neues Leben auf, das jedoch viel Veränderung und viele Probleme mit sich zieht. 

    Ich habe schon ein paar Bücher aus dieser Reihe gelesen und war ziemlich begeistert. Deshalb war ich sehr interessiert an diesem Buch, vorallem weil ich mit Marc Chagall zunächst nicht viel anfangen konnte. Das Buch hat ganz gut angefangen, als in der Familie noch alles ziemlich friedlich war. Doch mit der Zeit wurde es teilweise sehr langweilig und langatmig. Sätze waren zu detailliert, denn viele Informationen waren unwichtig. Vieles hat sich wiederholt, weshalb wenig spannendes hinzukam. Die Person Marc Chagall war teilweise sehr nervig, aber auch Ida und andere Figuren waren oft unsympathisch. 

    Deshalb hat mich dieser Roman leider nicht überzeugt.

  9. Cover des Buches Die Physiker (ISBN: 9783257208375)
    Friedrich Dürrenmatt

    Die Physiker

     (3.775)
    Aktuelle Rezension von: Clari52

    Der Klassiker „die Physiker“ ist ein bekanntes Drama in zwei Akten, welches von drei Physikern erzählt, die in einer Irrenanstalt wohnen. 

    Sehr kurzweilig präsentiert sich das Stück mit sehr viel Witz und knappen Dialogen, die einen ab und an schmunzeln lassen. 

    Es lässt sich locker an einem Nachmittag lesen.

  10. Cover des Buches Ein Traum vom Glück (ISBN: 9783785726709)
    Eva Völler

    Ein Traum vom Glück

     (87)
    Aktuelle Rezension von: page394

    Eigentlich mag ich Bücher, die in den 50er-Jahren spielen, sehr gerne und habe auch Freude beim Lesen, wenn die Handlung nicht allzu viel Tiefgang hat, aber Ein Traum vom Glück war selbst mir zu langweilig. 

    Die Handlung hätte Potenzial gehabt, doch sie bleibt von vorne bis hinten vorhersehbar. Man denkt, irgendwann wird schon eine Wendung kommen, aber das Buch hat genauso geendet, wie ich es mir nach dem ersten Kapitel schon gedacht habe. 

    Dazu kommt die wahnsinnig schlecht und unsympathisch dargestellte Protagonistin Katharina. Sie soll wohl eine starke Frau, die ihren Weg geht, darstellen, dennoch wird in jedem Kapitel mindestens zwei Seiten lang nur darüber schwadroniert, wie wunderschön sie ist und dass alle Männer ihr verfallen sind. Jeder männliche Charakter im Buch hat Interesse an ihr und Katharina, *Spoiler- und Triggerwarnung* genießt diese Auswahl und ein für die damalige Zeit ausschweifendes Sexleben in vollen Zügen, obwohl sie Opfer einer brutalen Vergewaltigung wurde (ein Thema, an das man in meinen Augen als Autorin mit deutlich mehr Feingefühl rangehen sollte!), welche sie aber selbstverständlich wie alles andere in ihrem Leben problemlos wegsteckt. *Spoiler/Trigger Ende* Katharina kann alles, sei es Nähen, Tanzen, Geschäftsführung, perfekte Erziehung ihrer Kinder oder natürlich gutes Aussehen, Katharina sagt stets das Richtige und hat dabei so viel Charakter oder Charme wie ein Eimer. Auch die anderen Charaktere wie Katharinas Kinder, ihre lebhafte polnische Freundin Hanna oder Oma Mine entsprechen nur einem Klischee, ohne jegliche Feinzeichnung der Charakterzüge. 

    Das Buch ist leider reine Zeitverschwendung und weder spannend oder interessant, noch auch nur im Geringsten unterhaltsam.

  11. Cover des Buches Meine geniale Freundin (ISBN: 9783518469309)
    Elena Ferrante

    Meine geniale Freundin

     (579)
    Aktuelle Rezension von: Nikola-Marie

    Neapel vergessen - das geht scheinbar nicht. Auch den beiden genialen Freundinnen gelingt es nicht, dem Dreck, der Schönheit, der Engstirnigkeit, der Lebenslust, der Primitivität und der Kultur ihrer Geburtsstadt zu entkommen.

    Ein unglaublich gut geschriebenes Buch, wie auch die drei Folgebände. Der Leser wird augenblicklich in die Geschichte hineingezogen, wird zum Beobachter, Vertrauten und Freund der beiden großartigen Hauptcharaktere Lila & Lenu. Das einzige Problem dabei ist, dass sich nach dem letzten Teil die Frage auftut: Und was mache ich jetzt?

  12. Cover des Buches Das Haus der Düfte (ISBN: 9783471360408)
    Pauline Lambert

    Das Haus der Düfte

     (112)
    Aktuelle Rezension von: _julibuechertraum

    Meine Rezension: Vielen Dank  an den Ullstein Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars. Dies beeinflusst nicht meine Bewertung. In meiner Rezension drücke ich lediglich mein persönliches Empfinden aus, dies sagt nichts darüber aus ob ein Buch gut oder schlecht ist.

     „Eine junge Frau, die Erinnerung an einen Duft und ein altes Geheimnis.“ 

    Die Geschichte beginnt im November 1946,  der zu diesem Zeitpunkt
    14-jährigen Anouk Romilly. Durch einen sehr tiefgründigen, flüssigen und leicht verständlichen Schreibstil gelang mir der Einstieg gut. Die Autorin konnte mich sofort mir ihrer gesamten Erzählweise fesseln, Orte und Situationen beschreibt sie bildlich, detailliert und mitreißend, sodass ich immer eine genaue Vorstellung davon hatte worum es geht. Als Leserin bekommt man das Gefühl, selbst anwesend zu sein. Das Buch wird in 7 Haupteile und einem Epilog eingeteilt und in diesen lernt man  die unterschiedlichen Protagonisten besser kennen. Es sind wirklich einige, aber die Erzählstränge wurden gut miteinander verflochten, sodass neben einem kleinen Spannungsbogen auch mitgerätselt werden kann und viele Geheimnisse und Verstrickungen aufgezeigt werden. Am besten haben mir Florence und Anouk gefallen, zwei starke Frauen, die kämpfen um gesehen und anerkannt zu werden, umso ihrem Traum näher zu kommen. Aber auch die Nebencharaktere wurden authentisch und fließend mit eingebracht und brachten eine tolle Dynamik mit ein. Die Thematik rund um das Thema „Düfte“ war wirklich interessant und vieles war mir völlig neu. Die Autorin erklärt einige Recherchehinweise noch einmal in einem Nachwort. Das Cover ist wunderschön. Buchtitel und Buchinhalt passen zueinander.

    Mein Fazit: Eine wunderschöne Geschichte mit Spannung, vielen Emotionen und einer interessanten Thematik. Für mich ein absolutes Lesevergnügen.

  13. Cover des Buches Witwe für ein Jahr (ISBN: 9783257233001)
    John Irving

    Witwe für ein Jahr

     (463)
    Aktuelle Rezension von: Henri3tt3
    Ich habe den Film damals im Kino gesehen und fand ihn sehr schön. Das Buch hat mir noch besser gefallen. Es ist so schön, in John Irvings Geschichten einzutauchen. Auch wenn er oft peinliche Dinge schreibt, über die ich eigentlich nichts lesen will... 
    Als ich vor vielen Jahren "Gottes Werk und Teufels Beitrag" von Irving gelesen habe, fand ich den Roman großartig, war aber anschließend von der Verfilmung enttäuscht, weil viele Dinge, die mir im Buch wichtig waren, im Film gar nicht vorkamen. Bei der "Witwe für ein Jahr" war die Reihenfolge umgekehrt und mein Erleben entsprechend ein anderes: Einerseits bin ich angenehm überrascht, wieviel tiefer das Buch geht, wie viel Zeit die Geschichte wirklich umspannt. Andererseits habe ich bei dieser Reihenfolge immer das Problem, dass beim Lesen keine eigenen Bilder in meinem Kopf entstehen, sondern ich immer nur die Schauspieler aus dem Film sehe. Dieses Problem habe ich teilweise behoben, als ich nun mit etwas Abstand endlich die englische Ausgabe gelesen habe.
  14. Cover des Buches Gehe hin, stelle einen Wächter (ISBN: 9783328100188)
    Harper Lee

    Gehe hin, stelle einen Wächter

     (138)
    Aktuelle Rezension von: Runenmädchen

    Harper Lee brillierte natürlich mit Wer die Nachtigall stört- keine Frage. Dieser Roman kann seinem Vorgänger nicht das Wasser reichen. Dennoch ist Gehe hin, stelle einen Wächter absolut lesenswert.

    Wir begleiten Scout, die jetzt zumeist Jean Luise genannt wird, auf Heimaturlaub. Die Mittzwanzigerin lebt mittlerweile in New York, ist erwachsen und reifer geworden. Zu Hause muss sie sich jedoch wieder mit (bspw.) Rassismus auseinandersetzen, der bereits 20 Jahre zuvor ein zentrales Thema war. Es ist spannend zu erkennen, wie sich die einzelnen Charaktere verändert haben, zudem wird der Leser eingeladen, in tiefgründige Dialoge einzutauchen.

    Harper Lee war eine tolle Autorin, ich kann auch dieses Buch (was eigentlich ein Manuskript ist, wie ich gelesen habe) sehr empfehlen. 

  15. Cover des Buches Kaltblütig (ISBN: 9783036959030)
    Truman Capote

    Kaltblütig

     (316)
    Aktuelle Rezension von: Surari

    Die Clutters sind eine Farmerfamilie aus Kansas. Sie haben viele Freunde und sind gut angesehen in der Gemeinde. Zwei  der vier Kinder sind bereits ausgezogen als die Eltern und die verbliebenen zwei Kinder ermordet werden. Aber wer hat es auf die Clutters abgesehen gehabt. Vor allem da Mr. Clutter so gut wie alles mit Schecks bezahlt und nie groß Bargeld im Haus hat? Später wird es heißen wir haben zwischen 40 und 50 Dollar erbeutet. Dafür musste vier Menschen sterben.

    Dieses Buch ist schon etwas älter und beruht auf einer wahren Begebenheit. Es wurde 1965 von Truman Capote geschrieben, der beweisen wollte, dass ein auf Tatsachen basierender Roman genauso spannend sein kann wie eine erdachte Geschichte. Allein deshalb hat es mich interessiert und weil es damals ein Bestseller wurde. Mich hat das Buch leider nicht überzeugt. Ich habe jetzt zwei Monate benötigt um es zu beenden. Capote erzählt sehr viel was einfach nicht relevant ist für die eigentliche Handlung. Z.b. sind oft Erzählungen wie die Städte aussehen und ich brauch nicht jeden Grashalm der im Wind weht als Bild erzählt. Auch wenn Nebenfiguren erwähnt werden sind da oft Monolog oder Dialoge die einfach nicht benötigt werden für die Geschichte. Ich fand es für 350 Seiten sehr mühsam zu lesen. Schade, war es doch eines meiner 21 für 21 Bücher.

  16. Cover des Buches Owen Meany (ISBN: 9783257224917)
    John Irving

    Owen Meany

     (462)
    Aktuelle Rezension von: isatopbell
    Das Buch ist zwar etwas langatmig,jedoch lohnt es sich auf jeden Fall, es bis zum Ende zu lesen. 
  17. Cover des Buches Kind 44 (ISBN: 9783442481859)
    Tom Rob Smith

    Kind 44

     (748)
    Aktuelle Rezension von: Nimmie_Aimee

    In der Sowjetunion unter der Macht von Stalin gibt es offiziell keine Verbrechen. Und die Verbrechen die Begangen werden, werden als Unfall deklariert. So auch in Moskau 1953 als der Sohn von dem besten Freund des Geheimdienstoffiziers Leo Demidow tot aufgefunden wird. Der Obduktionsbericht ist deutlich, es kann kein Unfall gewesen sein. Nach und nach tauchen weitere Morde auf, die nicht als solche Ausgewiesen werden und Leo beginnt zu ermitteln. Damit stellt er sich aber dem Regime entgegen und gerät so selbst in Gefahr.

    Ein super tolles Buch! Ein packender Thriller, der einen nicht loslässt. Es lässt sich sehr gut lesen, sodass man richtig in die Geschichte eintauchen kann. Die Geschichte ist grausam und brutal über die Ermordung von Kindern. Die Zeit in der Sowjetunion wird gut und glaubhaft dargestellt. Man kann sich gut vorstellen wie es dort wohl tatsächlich gewesen ist.

    Eine absolute Leseempfehlung!

    Es gibt auch einen Film dazu, den ich nach dem Buch gesehen habe. Mir hat er gut gefallen, tolle Schauspieler (Tom Hardy, Noomi Rapace, Gary Oldman) und das schreckliche Verbrechen wird gut umgesetzt. Man sollte das Buch aber vorher gelesen haben, da sonst einige Sachen die wichtig sind nicht deutlich genug rüberkommen. Der Film allein ist also etwas schwer verständlich. Aber in Kombination mit dem Buch ist er gut.

    Kind 44 ist der erste Teil (meines Wissens) einer Trilogie. Die anderen Bände habe ich noch nicht gelesen, freue mich aber schon drauf, denn ich bin gespannt wie es weitergeht. Man kann das Buch aber auch gut alleinstehend lesen.

  18. Cover des Buches Brooklyn (ISBN: 9783423086493)
    Colm Tóibín

    Brooklyn

     (73)
    Aktuelle Rezension von: CocuriRuby

    Gleich mal vorweg, hierbei handelt es sich um ein ruhiges Buch, ohne großes Drama – das fand ich sehr angenehm. Trotzdem ist es nicht uninteressant und vor allem ist es gut geschrieben. Es fängt die Stimmung bzw. die Atmosphäre der Geschichte sehr gut ein.

    Auch die Stimmung der Protagonistin, wie sie sich eher unfreiwillig auf die große Reise macht und wie es ihr in der großen, fremden Stadt geht, fängt das Buch gut ein.

    Auch die jeweiligen Kulissen sind sehr schön eingefangen, egal ob es ein überfüllter kleiner Laden in der Provinz ist, ein dunkler enger Raum auf einen Schiff oder die Wohngemeinschaftsverhältnisse in New York.


    Die Charaktere sind gut ausgearbeitet. Jede Figur die auftaucht hat seine Eigenarten und diese werden (meist) charmant inszeniert.

    Ich mochte die Protagonistin und bin ihr sehr gerne durch ihre Geschichte gefolgt (außer zum Ende, aber dazu später mehr).

    Sie ist ein normales Mädchen, sie hat auch Ängste, lässt sich von diesen aber nicht einnehmen. Sie geht irgendwie ihren Weg – das hat mir wirklich gut gefallen.


    Viele Themen werden eher unterschwelliger behandelt, wie z.B. Rassismus. Trotzdem wird alles mit einer gewissen Ernsthaftigkeit und Respekt behandelt.

    Auch solche Themen wie Heimweh tauchen auf oder wie es ist in einer neuen Stadt (in einem neuen Leben) alleine klar kommen zu müssen.

    Das Buch erzählt die Geschichte von Eilis, wie sie von zu Hause weggeht und das erste Mal auf eigenen Beinen stehen muss. Demzufolge ist es irgendwie auch ein Buch über das erwachsen werden.


    Obwohl es auch um Liebe geht, ist das Buch diesbezüglich nicht unbedingt nüchtern, aber auch nicht gerade euphorisch. Es ist nicht gänzlich unemotional, aber auch nicht wirklich emotional, sondern fast schon abgeklärt. Das hat mir gelegentlich Schwierigkeiten bereitet.

    Das Buch hat Charme und auch einen gewissen unterschwelligen, leisen Witz. Das hat mir sehr gut gefallen.


    Das Buch ist in vier Teile untergliedert und die ersten drei haben mir wirklich richtig gut gefallen – im letzten Teil musste ich mich jedoch sehr über die Protagonistin ärgern.

    Es missfiel mir, sie beim selbstbelügen zu beobachten und wie sie sich die Tatsachen verdreht und einfach nicht ehrlich zu sich oder anderen ist.

    Ich fand es zwar gut dargestellt, wie sie nach langem wieder nach Hause zu Besuch kommt, wie schnell sie in alte Rollen verfällt, wie vertraut und anders sich das alte zu Hause anfühlt.

    Und dennoch, ich muss sagen, dass mich das Buch auf diesen letzten Seiten verloren hat. Es wirkte auch wie im Zeitraffer verfasst – es wurde mir als Leser keine Zeit gegeben, den Verlauf und Eilis Umschwung nicht nur zu lesen, sondern zu verfolgen und somit zu verstehen.

    Dadurch hat auch die Protagonistin bei mir sämtliche Sympathien verloren. Denn dadurch wurde mir klar, dass sie eine schwache Person ist. Sie ist wankelmütig, hat eigentlich bis zu Letzt keine Entscheidung aus eigener Kraft getroffen und hat sich nie für irgendein Verhalten verantwortet und das ist feige. Es ist nicht mal gänzlich unnachvollziehbar, vielleicht ist es sogar menschlich, aber für einen Roman hätte ich mir etwas anderes/mehr gewünscht.

    Kurzum, das Ende war totaler Rotz und hat mir fast das ganze Buch kaputt gemacht. Ich habe mir aber fest vorgenommen, von den paar Seiten, nicht das ganze Buch madig zu machen – aber leicht fällt mir das nicht.


    Wer sich übrigens nicht spoilern lassen möchte, sollte auf gar keinen Fall den Klappentext lesen! Der erzählt den kompletten roten Faden des ganzen Buches.


    Fazit

    Das Buch hat mir über weite Strecken sehr gut gefallen. Es ist ruhig, aber schön erzählt. Wenn nur das katastrophale Ende nicht wäre, was mir fast das ganze Buch kaputt gemacht hätte.

    (Wobei ich mit ihrer leider eben nicht ganz selbst getroffenen Entscheidung leben kann)

  19. Cover des Buches Frühstück bei Tiffany (ISBN: 9783036959344)
    Truman Capote

    Frühstück bei Tiffany

     (627)
    Aktuelle Rezension von: Jana_hat_buecher

    Die 18-jährige Holly Golightly wohnt in einem Apartment in New York und verdreht den Männern in der Stadt den Kopf. Doch was steckt hinter der selbstbewussten Frau, die eigentlich nur ihre Katze liebt? Aufgewachsen auf dem Dorf war ihr schon früh klar, dass sie am schnellsten an ihr Ziel kommt, wenn sie die Männer an der Nase herum führt. Diesen Klassiker musste ich unbedingt mal lesen (und den Film demnächst auch anschauen). Damals hat das Buch unfassbare 4,80 DM gekostet 😂 Das ist zudem mein erstes Buch von Capote. Prinzipiell mag ich den Schreibstil von ihm. Auch den Charakter Holly fande ich sehr gut dargestellt. Selbstsicher, ein kleines bisschen verrückt, melancholisch, unstet und doch so liebenswert. Leider hat das Buch mich nicht richtig gefangen genommen wie ich es erwartet hätte. In dieser Ausgabe waren noch drei Erzählungen dabei, die mir von mittelmäßig ("Eine Weihnachts-Erinnerung") bis sehr gut ("Das Blumenhaus" und "Die Diamanten-Gitarre") gefallen haben. PS: Audrey Hepburn war einfach eine wunderschöne Frau...

  20. Cover des Buches Der Schwimmer (ISBN: 9783596510207)
    Zsuzsa Bánk

    Der Schwimmer

     (159)
    Aktuelle Rezension von: Tefelz

    Normal liebe ich Geschichten einfach aus dem Leben heraus. Es muss dabei kein großer Adrenalinstoß sein oder eine immense Biographie aber es sollte eine nette und unterhaltsame Geschichte sein, bei der man sich wohlfühlt und eingekuschelt in seine Decke auf der Couch liegt und einfach genießt. So habe ich mir diese Geschichte irgendwie vorgestellt, aber es lief anders...

    Geschichte: Ungarn, in den 60er Jahren. Isti und seine Schwester müssen den Verlust ihrer Mutter verkraften, die anscheinend einfach ohne ihre Kinder auf und davon gegangen ist. Der Vater , ein Träumer, der einfach Stunden oder Tagelang in seinem Kopf "wegtauchen " kann und Egoist und zu der Zeit auch ein Macho vor dem Herrn, ist sicher nicht in der Lage die beiden Kinder zu versorgen, zieht zur Verwandtschaft um die Kinder unterzubringen und sich weiter bekochen zu lassen. Doch auch das funktioniert nicht auf Dauer...

    Personen und Schreibstil:

    Davon abgesehen, dass mir fast alle Personen zu 100% Unsympathisch sind, ist der Schreibstil sicherlich nicht schlecht, aber die ganze Geschichte stößt mich derart ab, dass auch nicht der Mitleids-oder ich habe alle Lieb Effekt eintreten kann. 

    Meinung:

    Es gibt Geschichten wie Bsp. zuletzt gelesen Tender Bar oder Der Gesang der Flußkrebse, in denen die Autoren wirklich etwas zu erzählen hatten, oder mir etwas wie Natur oder eine Bar nahe bringen konnten. Im Vordergrund stehen natürlich die Personen und Ihr Verhalten. So auch bei Zsuzsa Bank, aber die Personen sind alle Verhaltensgestört. Warum sollte ich mir die Geschichte einer komplett verhaltensgestörten Familie in Ungarn antun ? Menschen die Tagelang auf einen Stuhl ins nichts schauen können, Menschen die absolut keine Verantwortung übernehmen wollen, Mütter die ohne Kinder in den Westen fliehen, Kinder die sterben, weil niemand aufpasst. Väter die nicht arbeiten wollen und zur Not auch im freien schlafen. Das hier hat nichts mit Romantik oder mit verklärter Schönheit zu tun. Das ist auch kein Schicksal welches auf unerklärliche Art einer Familie widerfährt, sondern einfache Dummheit und Verwahrlosung, bei denen die Verwandten reagieren sollten, aber selbst voller Probleme stecken, die wir nicht nachvollziehen können.

    Fazit:

    Das Buch hat mich angesprochen, aber auf eine Art und Weise , dass ich einfach nur wütend wäre, wenn ich auf solch dumme Menschen treffen würde. Ich kann leider den angeblichen Erfolg des Buches nicht nachvollziehen, da es mir einfach nichts gegeben hat aber Geschmäcker sind zum Glück verschieden.




  21. Cover des Buches Clockwork Orange (ISBN: 9783608939903)
    Anthony Burgess

    Clockwork Orange

     (346)
    Aktuelle Rezension von: Gallert-Oktaeder

    Durch die Verfilmung von Stanley Kubrick 1971 weltweit bekannt geworden, ist die Thematik von Anthony Burgess‘ Clockwork Orange nach wie vor unverbraucht. Alex, der nachts mit seinen Droogs um die Häuser zieht, wehrlose Männer verprügelt, Frauen vergewaltigt, Raubzüge plant und sich mit anderen Gangs prügelt, gerät schließlich in die Hände der Staatsgewalt. Ein Experiment soll an ihm durchgeführt werden, welches das Böse in ihm abtöten soll. Jedes Mal, wenn er auch nur daran denkt in irgendeiner Form eine Gewalttat auszuüben, wird ihn eine gewaltige Übelkeit befallen, die ihn ohnmächtig und hilflos in seinem Handeln macht. Ist es in Ordnung in die Willensfreiheit des Menschen einzugreifen, damit er der Gesellschaft nicht mehr zur Last fällt? Oder liegt in diesem Eingriff nicht ein viel unmenschlicheres Böse, dass den Menschen dazu bringt gegen die eigene Natur zu handeln? Es ist ein kontroverses Thema, dass zu Burgess‘ Zeiten damals gerade diskutiert wurde. Seine Gesellschaftskritik besitzt bis heute Aktualität und zwingt den Leser sich mit dieser Thematik auseinanderzusetzen.  

    In dieser Neuübersetzung von Ulrich Blumenbach findet sich neben dem Roman selbst ein ausführlicher Anhang. Hier bespricht Burgess unter anderem das Nadsat, die an das Russische angelehnte Kunstsprache, die die ganze Handlung durchtränkt, seine Haltung zu Gewalt, die Entstehungsgeschichte des Buches und warum die Verfilmung ein anderes Ende nahm, als seine Vorlage. Sehr interessant für alle die sich nach dem Lesen von Clockwork Orange intensiver mit den Inhalten des Romans und dem Autor auseinandersetzen möchten.

     Man kann durchaus geteilter Meinung zum Inhalt von Clockwork Orange sein. Doch der Vorwurf es würde sich hier nur um eine sinnlose Gewaltorgie handeln, ist aus der Luft gegriffen. Anthony Burgess, der ein sehr pazifistisch lebender Mensch ist, schreibt hier einen Roman, der uns zum Nachdenken anregt über das menschliche Wesen und unsere Gesellschaft.

  22. Cover des Buches Ein Gefühl von Hoffnung (ISBN: 9783785726945)
    Eva Völler

    Ein Gefühl von Hoffnung

     (44)
    Aktuelle Rezension von: BettinaLausen

    Die Familiengeschichte im Ruhrgebiet geht weiter. Inge und Bärbel wohnen immer noch im Haus der Großmutter Mine. Inge ist mit ihrem Jugendfreund schon lange verlobt, doch sie merkt, dass ihre Gefühle nicht ausreichen. Die 17-jährige Bärbel hat Probleme in der Schule, weil sie gegen den nazifreundlichen Lehrer die Stimme erhebt. Und ihr jüngster Bruder Jakob droht die Versetzung auf eine Sonderschule, weil sein Schriftbild als Linkshänder mit rechts unleserlich ist. Zudem bahnen sich weitere Konflikte an.

    Meine Meinung: Ein phänomenaler Roman mit tiefgründigen Figuren zum Verlieben, immer wieder neuen Wendungen und Überraschungen, einem tollen Zeitporträt der Nachkriegszeit im Ruhrpott und einem flüssigen Sprachstil. Es ist eins der wenigen Bücher, das mich zu Tränen gerührt hat. Das Ende war tief emotional und bewegend. Ich hätte mir gewünscht, dass dieses Buch nicht zu Ende geht. Es hat noch lange nachgehallt.

    Der Roman hat den DELIA-Literaturpreis 2021 gewonnen. Und das zurecht! Es ist ein echtes Buchjuwel! Dafür gibt es meine absolute Leseempfehlung. Könnte ich zehn Sterne vergeben, würde ich es tun.

  23. Cover des Buches Das Versprechen (ISBN: 9783866152298)
    Friedrich Dürrenmatt

    Das Versprechen

     (440)
    Aktuelle Rezension von: Monika_Brigitte
    „Wir könnten nur das Mögliche tun, und das hätten wir getan. Kinder seien immer in Gefahr. Man zähle über zweihundert Sittlichkeitsverbrechen im Jahr. Allein im Kanton. Wir könnten die Eltern aufklären, die Kinder warnen, das hätten wir alles getan, aber wir könnten nicht das Polizeinetz so dicht knüpfen, daß keine Verbrechen mehr geschähen. Verbrechen geschähen immer, nicht weil es zu wenig Polizisten, sondern weil es überhaupt Polizisten gebe. Wenn wir nicht nötig wären, gäbe es auch keine Verbrechen. Das müßten wir uns vor Augen halten. Wir müßten unsere Pflicht tun, da habe Matthäi recht, aber unsere erste Pflicht sei es, in unseren Grenzen zu bleiben, sonst würden wir nur einen Polizeistaat errichten.“ (K 18; S.71)

    Rahmenhandlung

    Nach einem Vortrag des Ich-Erzählers in Chur über seine Arbeit als Kriminalbuchautor kommt ein ehemaliger Polizeikommandant der Kantonspolizei Zürich auf ihn zu und kritisiert seine Realitätsferne. Im wahren Leben würden Täter nicht immer gefasst und der Zufall käme in Kriminalromanen allzu oft vor. Um seine Kritik zu untermauern, nimmt dieser den Autor in seinem Wagen mit nach Zürich und erzählt ihm vom Schicksal des ehemaligen Kommissar Matthäi, einstmals sein >fähigster Mann<.

    Ausgangslage Binnenhandlung

    Mägendorf (fiktiver Ort im Kanton Zürich, Schweiz), 1950er: Die 8 jährige Girtli Moser wird tot in einem Wald aufgefunden. Die Menschen im Dorf beschuldigen schnell den Mann, der sie aufgefunden hat -ein Hausierer namens ‚von Gunten‘. Der Kommissar Matthäi hat seine Zweifel an dessen Schuld und verspricht der Mutter von Girtli, den wahren Mörder zu fassen. Es beginnt eine aufwendige Jagd, die Matthäi alle Nerven kosten wird. Am Ende ist ihm jedes Mittel recht, um den Kindermörder seiner gerechten Strafe zu unterziehen.

    Kann ein Zweck die Mittel heiligen?

    Der Roman DAS VERSPRECHEN von Friedrich Dürrenmatt wirft viele Fragen auf. Am eindringlichsten: Wo liegen die Paarallelen und Unterschiede zwischen realer Polizeiarbeit und künstlerischer Fiktion in Romanen sowie Filmen? Der Roman entstand 1958 nach dem Film „Es geschah am hellichten Tag“ mit Heinz Rühmann und Gert Fröbe in den Hauptrollen. Im Mai 1957 erhielt Dürrenmatt vom Schweizer Filmproduzenten Lazar Wechsler den Auftrag, das Drehbuch für einen Kinofilm zu schreiben. Es sollte darin um Sexualverbrechen an Kindern gehen. Dürrenmatt nahm den Auftrag an und verfasste die Vorlage zum späteren Filmdrehbuch. Dürrenmatt schrieb zusammen mit Ladislao Vajda und Hans Jacoby das Filmskript, war aber nicht zufrieden mit dem Filmende. Es sei nicht realitätsnah, urteilte der Schriftsteller. So veröffentlichte er im selben Jahr DAS VERBRECHEN, ein „Requiem auf den Kriminalroman“ wie er ihn selbst bezeichnete.

    Der Roman regt zum Nachdenken an & bleibt lange im Gedächtnis.

    Ich selbst habe den Film (noch) nicht gesehen und enthalte mich daher jedes Vergleichs. Ich kann nur über Dürrenmatts schriftliche Umsetzung des ernsten, beklemmenden & grausamen Themas urteilen. Dürrenmatt entwürft, meiner Meinung nach, ein realitätsnahes Bild einer Ermittlung. Die Polizei möchte immer schnell Verbrechen aufklären, gerade bei Mord kann der öffentliche Druck die Ermittler schnell zu Aussagen wie „Wir werden den Täter kriegen!“ oder „Der wird uns in die Falle laufen!“ verleiten. Dass diese Versprechen allerdings nicht immer eingehalten werden können, zeigt dieser Roman auf eindringliche Weise. Auch die Ursachen und Folgen von Suggestion werden beleuchtet -ein großes Problem bei der Aufklärung von Straftaten zur damaligen Zeit.

    Sehr gut finde ich, dass Dürrenmatt, wenn es um die Darstellung des Verbrechens an sich geht, sehr umschreibend vorgeht. Er metaphorisiert die sexuelle Gewalt an den Mädchen mittels der Beschreibung eines Kleidungsstücks. Der Mörder habe es auf Mädchen mit roten Röcklein abgesehen. Es ist im ganzen Roman nie direkt die Rede von Schändung, alle Protagonisten sprechen von Mord bzw. „Lustmord“. Dadurch ist die Interpretation der Metaphern dem Rezipienten überlassen.

    Der Roman lässt sich in einem Rutsch durchlesen, ist spannend und erschütternd zugleich. Ich musste den Roman nach der Lektüre erstmal zur Seite legen und verdauen. Das Thema Sexualverbrechen an Kindern ist leider auch heute, fast 70 Jahre nach Erscheinen von DAS VERSPRECHEN traurige Realität.

    Fazit

    DAS VERSPRECHEN von Friedrich Dürrenmatt ist ein Klassiker des Kriminalromans mit trauriger Aktualität. Der Roman ist kurzweilig und spannend, wirft aber auch ethische Fragen auf: Kann ein Zweck die Mittel heiligen? Wenn ja, unter welchen Bedingungen? Ich empfehle die Lektüre jedem Polizisten und jedem Psychologen. Auch als Schullektüre kann es gut neben DIE PHYSIKER und DER BESUCH DER ALTEN DAME in den Kanon aufgenommen werden.

     

    Das Versprechen| Friedrich Dürrenmatt| Diogenes Taschenbuch Verlag| 1985| 158 Seiten| 10,00€

  24. Cover des Buches Garp und wie er die Welt sah (ISBN: 9783257068153)
    John Irving

    Garp und wie er die Welt sah

     (784)
    Aktuelle Rezension von: CharlieKaya

    Ich habe sehr lange gebraucht, dieses Buch zu lesen, aber ich habe es durch und durch geliebt. Es handelt sich bei diesem Werk um eine umfangreiche Lebensgeschichte, die sehr unterschiedliche Faszetten und Handlungsweise aufbringt. Zudem ist Garp Schriftsteller und seine Arbeiten werden umfangreich, aber sehr, sehr interessant erzählt. Es ist nicht die Spannung, die dieses Buch ausmacht, sondern die Verbundenheit, die man schnell zu den Protagonisten einnimmt. Ich habe das Buch für ein paar Wochen weggelegt und trotzdem konnte ich unbekümmert weiterlesen, so als ob ein Familienmitglied ein paar Wochen in Urlaub war und nun wieder vor der Tür steht. Man freut sich, weiter zu lesen und Neues zu erfahren. Das Buch nimmt den Leser mit, es ist extrem einnehmend; es schwingt mit dem Leser im Einklang. 

    Obwohl das Buch bereits 1978 erschien, ist es unglaublich aktuell. Die Ansichten haben mich teilweise ehrlich überrascht.

    Mittlerweile "grübele" ich nicht mehr. Ich spüren den "Sog".

    Ich werde T.S.Garp aufrichtig vermissen.

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks