Bücher mit dem Tag "1956"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "1956" gekennzeichnet haben.

47 Bücher

  1. Cover des Buches Smaragdgrün (ISBN: 9783401063485)
    Kerstin Gier

    Smaragdgrün

     (6.486)
    Aktuelle Rezension von: jasminekebmarck

    ✨Der letzte Band handelt von der Wahrheit über den mysteriösen Graf von Saint Germain, dem Gwendolyn, der Rubin, von Anfang an nicht vertraut hat. Und natürlich von der so verzwickten Liebesgeschichte von ihr und Gideon, dem Diamant.

    ✨ Am dritten Band ist mir die Charakterentwicklung von Charlotte die liebste, sie wächst über sich hinaus und zeigt, dass Neid schnell einen wundervollen Charakter überdecken kann, aber nicht muss. Außerdem macht sie deutlich, dass Blut wohl wirklich dicker ist als Wasser - hier ja sowieso.

    Das Finale ist unglaublich nervenraubend und wundervoll geschrieben, es passiert so viel und man kommt trotzdem bei allem hinterher. Noch immer ist mir persönlich Gwendolyn Gideon ein bisschen zu leicht verfallen, aber sie erleben ja auch die außergewöhnlichsten Dinge zusammen, da kann das wohl Mal passieren🙌🏼

  2. Cover des Buches Rubinrot (ISBN: 9783401506005)
    Kerstin Gier

    Rubinrot

     (13.980)
    Aktuelle Rezension von: Epos45

    Es ist ja schon etwas her, als diese Trilogie richtig gehypt wurde. Doch sie ist einfach zeitlos, man kann sie immer wieder lesen. Was mich an den Büchern besonders freut, ist, dass ein deutschsprachiges Buch so einen großen Erfolg für sich verbuchen kann. Und der ist durchaus gerechtfertigt.

    Der erste Teil ist zwar in seiner Handlung noch etwas zurückhaltend und nur teilweise spannend, dennoch wird es beim Lesen nicht langweilig. Dies ist vor allem den wunderbar ausgarbeiteten und sehr authentisch wirkenden Charakteren geschuldet, die den Dialogen einen gewissen Drive verleihen und auch das ein oder andere Mal Humor erkennen lassen. Die Hauptcharaktere wirken sympathisch und sind nicht übertrieben heldenhaft, weshalb man sich sehr gut in sie hineinversetzen kann. 

    Die Liebesgeschichte der Charaktere ist herzerwärmend aber nicht allzu kitschig, werden doch in den richtigen Momenten bei allen Teilen überraschende Wendungen eingebaut, die der Geschichte Niveau verleihen und deshalb den Hype rechtfertigen. 

    Auch die Geschichte rund um das Zeitreisen ist durchdacht ausgearbeitet, vielschichtiger und weitgreifender als es der erste Teil vermuten lässt, was dafür sorgt, dass man sich auch in den folgenden Teilen nicht langweilt.

  3. Cover des Buches Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins (ISBN: 9783596510979)
    Milan Kundera

    Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins

     (1.134)
    Aktuelle Rezension von: Novella_Romana

    In Anbetracht der Tatsache, dass Geschichten mit ihren Figuren stehen und fallen, kann man diesem Roman nur 5 Sterne geben. Er ist sehr poetisch gechrieben und gespickt mit sinnvollen Weisheiten und Reflexionen. Zwar wird er für meinen Geschmack gegen Ende hin zu politisch, eine solche subjektive Empfindung zieht ihm aber bestimmt keinen Stern ab.

  4. Cover des Buches Du sagst es (ISBN: 9783257069747)
    Connie Palmen

    Du sagst es

     (49)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Du sagst es ist eine fiktive Autobiografie von Connie Palmen, veröffentlicht 2015 im Diogenes-Verlag. Darin schildert die Niederländerin das Eheleben der 1963 verstorbenen Schriftstellerin Sylvia Plath und ihrem Ehemann Ted Hughes, ebenfalls Dichter und Autor. Plath nahm sich Anfang der Sechziger Jahre das Leben und galt als schwierige Persönlichkeit, die unter schweren Depressionen litt. In diesem fiktiven Roman kommt Hughes zu Wort, der Zeit seines Lebens kein Wort über seine Ehe verlor.

    Darum gehts
    Sylvia Plath und Ted Hughes lernen sich 1956 an der Cambridge University in England kennen. Wenig später heiraten beide. In den Jahre 1957 bis 1959 lebt das Ehepaar in Amerika. Währenddessen begibt sich Plath das zweite Mal in psychologische Behandlung (zuvor 1953 nach ihrem ersten Suizidversuch). Plath und Hughes kehren 1959 zurück nach England, wo 1960 ihre gemeinsame Tochter Frieda zur Welt kommt. Beide arbeiten an ihren Gedichten und Romanen, Hughes aber hat zunächst mehr Erfolg als seine Frau, weswegen diese immer mehr an sich zweifelt. 1962 wird ihr Sohn, Nicholas, geboren. Vier Wochen nach Veröffentlichung ihres einzigen Romans, im Januar 1963, nimmt sich Silvia Plath das Leben.

    Sie gelten noch immer als berühmtestes, aber auch tragischstes Ehepaar der modernen Literatur: Sylvia Plath und Ted Hughes. Während sie nach ihrem Tod auf den Tron gehoben wurde, hat man Hughes verurteilt, ihn als Verräter hingestellt. Bis zum seinem Tod im Jahr 1998 hat er sich nie zu all dem geäußert. Palmen möchte, so scheint es, mit dieser fiktiven Biografie Hughes´ein wenig für Gerechtigkeit sorgen, den Mann zu Wort kommen lassen, der es besser wusste, der Plaths schwierige Phasen bis zu ihrem Selbstmord ertrug und bedingungslos an ihrer Seite stand.

    Palmen gelingt ein spannender, bewegender Roman, indem sie darauf verzichtet ihre Protagonisten zu verurteilen. Sie schildert das Leben realistisch und einfühlsam, beschreibt das Kennenlernen von Plath und Hughes im Jahr 1957, erzählt vom beruflichem Erfolg von Ted Hughes, den Rückschlägen von Silvia Plath als Dichterin, der Geburt ihrer Kinder, dem Leben in den USA und England, sowie dem entsetzlichen Suizid von Plath im Februar 1963. Palmens Sprache ist klar und frei von Schuldzuweisungen, geizt mit Emotionen und bewegt doch sehr.

    Die turbulente Ehe beider wird insbesondere durch die Stimmungsschwankungen Plaths, als Folge ihrer psychischen Erkrankung, deutlich. Sie gilt als kompliziert, unzufrieden und leicht zu verunsichern. Hughes unterstützt seine Ehefrau in jeder Lebenslage, steht ihre beruflichen Rückschläge mit ihr gemeinsam durch, hört nie auf an sie zu glauben und verliert vor allem nie ein schlechtes Wort über sie. Seine tiefe und aufrichtige Liebe gegenüber Sylvia Plath ist einmalig.

    Plaths immenser Schaffensdrang und ihre fortwährenden Selbstzweifel machen es ihrem Ehemann nicht leicht. Hinzu kommen ihre herausfordernde Persönlichkeit und ihre Eifersucht. Im Jahr 1962 kommt es schließlich zur Trennung. Plath wird nach ihrem Tod zur Ikone der Frauenbewegung, während Hughes als Schuldiger abgestempelt wird. Er habe mit seinen Affären und der Trennung von Plath zu ihrem Tod beigetragen, heißt es. Er wird öffentlich denunziert und dennoch bleibt er stumm.

    Die Autorin erzählt die Geschichte des Dichter-Paares in chronologischer Reihenfolge, schweift aber hin und wieder in die Vergangenheit oder Zukunft ab. So ist schon schnell klar, dass Plath sich umbringen wird und weshalb sie dies tut. Da es sich allerdings um eine Art der Biografie handelt und das Leben beider bekannt sein dürfte, stört das überhaupt nicht. Ich verfolge beide Leben und ihre Werke schon ziemlich lang, weswegen ich die Idee, Ted Hughes, acht Jahre nach seinem Ableben, sprechen zu lassen, aufregend finde.

    Bewegend, erschütternd, aufwühlend. Grausam, liebevoll, bedingungslos. Lebendig, dramatisch, tödlich. Diese Gegendarstellung war lange überfällig.

    Ich danke dem Diogenes-Verlag für das Rezensionsexemplar. 
  5. Cover des Buches Kolyma (ISBN: 9783442472352)
    Tom Rob Smith

    Kolyma

     (279)
    Aktuelle Rezension von: nord_zeilen

    Bereits ab der ersten Szene des Buches, baut der Autor Spannung auf. Diese Spannung wird immer wieder durch kleine Verfolgungsjagden oder anderen Zwischenereignissen gesteigert. Die Atmosphäre ist detailreich beschrieben, sodass mir das Buch an manchen Stellen sogar zu brutal war. Ab und zu musste ich es weglegen, um die Geschehnisse im Buch zu verarbeiten. Grundlegende Geschichtskenntnisse sind in diesem Fall sinnvoll, um den Geschichtsstrang zu verstehen.

    Der Hauptcharakter Leo Demidow ist mir zu Anfang sehr sympathisch, allerdings ändert sich das im Laufe des Buches. Leo setzt sein Leben auf`s Spiel, um seine Tochter zu retten, die ihn hasst und seine Liebe nicht erwidert. Dieses Verhalten erscheint mir naiv und ich kann seine Handlungen nicht immer nachvollziehen.

    Obwohl das Buch immer wieder in Zeitabschnitte gegliedert ist, gehen mir manche Geschehnisse zu schnell. Dabei geht es nicht um fehlendes Verständnis, sondern darum, dass die Ereignisse in der Realität nicht so schnell ablaufen können.

    Insgesamt kann das Buch den Leser durch die durchgehende Spannung sowie den lebhaften und detailreichen Schreibstil fesseln, weshalb ich das Buch mit vier Sternen bewerte.

  6. Cover des Buches Kind 44 (ISBN: 9783442481859)
    Tom Rob Smith

    Kind 44

     (748)
    Aktuelle Rezension von: Nimmie_Aimee

    In der Sowjetunion unter der Macht von Stalin gibt es offiziell keine Verbrechen. Und die Verbrechen die Begangen werden, werden als Unfall deklariert. So auch in Moskau 1953 als der Sohn von dem besten Freund des Geheimdienstoffiziers Leo Demidow tot aufgefunden wird. Der Obduktionsbericht ist deutlich, es kann kein Unfall gewesen sein. Nach und nach tauchen weitere Morde auf, die nicht als solche Ausgewiesen werden und Leo beginnt zu ermitteln. Damit stellt er sich aber dem Regime entgegen und gerät so selbst in Gefahr.

    Ein super tolles Buch! Ein packender Thriller, der einen nicht loslässt. Es lässt sich sehr gut lesen, sodass man richtig in die Geschichte eintauchen kann. Die Geschichte ist grausam und brutal über die Ermordung von Kindern. Die Zeit in der Sowjetunion wird gut und glaubhaft dargestellt. Man kann sich gut vorstellen wie es dort wohl tatsächlich gewesen ist.

    Eine absolute Leseempfehlung!

    Es gibt auch einen Film dazu, den ich nach dem Buch gesehen habe. Mir hat er gut gefallen, tolle Schauspieler (Tom Hardy, Noomi Rapace, Gary Oldman) und das schreckliche Verbrechen wird gut umgesetzt. Man sollte das Buch aber vorher gelesen haben, da sonst einige Sachen die wichtig sind nicht deutlich genug rüberkommen. Der Film allein ist also etwas schwer verständlich. Aber in Kombination mit dem Buch ist er gut.

    Kind 44 ist der erste Teil (meines Wissens) einer Trilogie. Die anderen Bände habe ich noch nicht gelesen, freue mich aber schon drauf, denn ich bin gespannt wie es weitergeht. Man kann das Buch aber auch gut alleinstehend lesen.

  7. Cover des Buches Die Sonnenschwestern (ISBN: 9783471351697)
    Tracy Rees

    Die Sonnenschwestern

     (81)
    Aktuelle Rezension von: heinoko

     

    Wie nur kam der Verlag darauf, das Buch „Die Sonnenschwestern“ zu nennen anstelle des so viel passenderen Originaltitel „Das Stundenglas“? Wollte man eine falsche Fährte legen zu Lucinda Riley, „Die Sonnenschwester“?

     

    Der Verlag beschreibt den Inhalt ungefähr so: 

    London 2006: Nora, 40, weiß so gut wie nichts über ihre Familiengeschichte. Sie kündigt Job und Wohnung und reist nach Tenby, Wales, auf der Suche nach den Spuren ihrer Familie. 

    Tenby, 1956: Llew und Chloe sind von Kindheit an enge Freunde. Ein dramatischer Vorfall bringt die beiden auseinander und sie sehen sich nie wieder, ohne einander zu vergessen.

    50 Jahre später findet Nora in Tenby nicht nur ihren Frieden, sondern auch die Lösung eines alten Familiengeheimnisses.

     

    Irgendwie konnte ich mit dem Buch nicht warm werden. Vielleicht weil die Zeitsprünge nur jeweils so kurz sind und man als Leser dadurch nicht wirklich die Chance bekommt, sich wirklich in die jeweiligen Situationen einzufühlen. Kaum weiß man, wer wo wann und warum, schon springt die Geschichte wieder um in die andere Zeitebene und die Orientierungsphase beginnt von vorne. Zwar ist der Schreibstil gut lesbar, aber das reicht einfach nicht. Das Erzählte plätschert irgendwie nur so dahin, was auch daran liegen mag, dass die Protagonisten recht farbloss und blass beschrieben werden. Bildlich und atmosphärisch besser werden dagegen die jeweiligen Schauplätze geschildert. Doch insgesamt bleibe ich während der gesamten Lektüre leicht gelangweilt. Wirklich gepackt hat mich das Buch an keiner einzigen Stelle.

  8. Cover des Buches Der Schwimmer (ISBN: 9783596510207)
    Zsuzsa Bánk

    Der Schwimmer

     (159)
    Aktuelle Rezension von: Tefelz

    Normal liebe ich Geschichten einfach aus dem Leben heraus. Es muss dabei kein großer Adrenalinstoß sein oder eine immense Biographie aber es sollte eine nette und unterhaltsame Geschichte sein, bei der man sich wohlfühlt und eingekuschelt in seine Decke auf der Couch liegt und einfach genießt. So habe ich mir diese Geschichte irgendwie vorgestellt, aber es lief anders...

    Geschichte: Ungarn, in den 60er Jahren. Isti und seine Schwester müssen den Verlust ihrer Mutter verkraften, die anscheinend einfach ohne ihre Kinder auf und davon gegangen ist. Der Vater , ein Träumer, der einfach Stunden oder Tagelang in seinem Kopf "wegtauchen " kann und Egoist und zu der Zeit auch ein Macho vor dem Herrn, ist sicher nicht in der Lage die beiden Kinder zu versorgen, zieht zur Verwandtschaft um die Kinder unterzubringen und sich weiter bekochen zu lassen. Doch auch das funktioniert nicht auf Dauer...

    Personen und Schreibstil:

    Davon abgesehen, dass mir fast alle Personen zu 100% Unsympathisch sind, ist der Schreibstil sicherlich nicht schlecht, aber die ganze Geschichte stößt mich derart ab, dass auch nicht der Mitleids-oder ich habe alle Lieb Effekt eintreten kann. 

    Meinung:

    Es gibt Geschichten wie Bsp. zuletzt gelesen Tender Bar oder Der Gesang der Flußkrebse, in denen die Autoren wirklich etwas zu erzählen hatten, oder mir etwas wie Natur oder eine Bar nahe bringen konnten. Im Vordergrund stehen natürlich die Personen und Ihr Verhalten. So auch bei Zsuzsa Bank, aber die Personen sind alle Verhaltensgestört. Warum sollte ich mir die Geschichte einer komplett verhaltensgestörten Familie in Ungarn antun ? Menschen die Tagelang auf einen Stuhl ins nichts schauen können, Menschen die absolut keine Verantwortung übernehmen wollen, Mütter die ohne Kinder in den Westen fliehen, Kinder die sterben, weil niemand aufpasst. Väter die nicht arbeiten wollen und zur Not auch im freien schlafen. Das hier hat nichts mit Romantik oder mit verklärter Schönheit zu tun. Das ist auch kein Schicksal welches auf unerklärliche Art einer Familie widerfährt, sondern einfache Dummheit und Verwahrlosung, bei denen die Verwandten reagieren sollten, aber selbst voller Probleme stecken, die wir nicht nachvollziehen können.

    Fazit:

    Das Buch hat mich angesprochen, aber auf eine Art und Weise , dass ich einfach nur wütend wäre, wenn ich auf solch dumme Menschen treffen würde. Ich kann leider den angeblichen Erfolg des Buches nicht nachvollziehen, da es mir einfach nichts gegeben hat aber Geschmäcker sind zum Glück verschieden.




  9. Cover des Buches Das Fundament der Hoffnung (ISBN: 9783453424630)
    Ladina Bordoli

    Das Fundament der Hoffnung

     (31)
    Aktuelle Rezension von: AnnetteTraks

    Die Familie Mandelli wohnt in dem norditalienischen Städtchen Cerano d'Intelvi am Comer See, wo sie ein kleines Bauunternehmen besitzt.

    Als der 22-jährige Sohn und Erbe im Jahr 1956 einen tödlichen Arbeitsunfall erleidet, stürzt dies den Vater und Firmeninhaber in eine schwere Depression, die ihn handlungsunfähig macht.

    Um den Betrieb zu retten und somit das Überleben der Familie zu gewähr-leisten, übernimmt die 19-jährige Tochter Aurora die Geschäftsführung. Von Kindheit an hat sie sich sehr für das Handwerk interessiert, lässt sich von dem seit Jahren für die Firma arbeitenden Maurer Michele in die Arbeiten einweisen und packt kräftig mit an. Nach Feierabend macht sie sich noch mit den Geheimnissen der Buchführung vertraut.

    Damit verstößt die junge Frau jedoch gegen das starre Rollenverständnis der damaligen Zeit, und auch ihre innovativen Gestaltungsideen finden bei den Kunden wenig Gegenliebe.

    Doch Michele ist stets an ihrer Seite und setzt sich für die Interessen des Betriebs ein.

    Aurora verliebt sich in den gut aussehenden, hilfsbereiten Mann, und sie heiraten schließlich.

    Doch die Skepsis einiger Personen gegenüber dieser Verbindung ist nicht unbegründet.

    Resümee:

    Das Buch gibt am Beispiel der Familie Mandelli einen kleinen Einblick in die wirtschaftliche Lage Italiens ab dem Jahr 1956, in das Rollenverständnis der damaligen Zeit sowie in die italienische Lebensweise.

     Im Mittelpunkt steht dabei Aurora, die Tochter der Bauunternehmer Daniele Mandelli. Ihre Person ist ambivalent angelegt: Wenn es um den Erhalt der Firma sowie die Planung und Ausführung von Aufträgen geht, ist sie emanzipiert, couragiert, hat klare Vorstellungen und erträgt den gesellschaftlichen Widerstand. 

    In ihrer Ehe mit Michele ist sie jedoch oft verhaltensunsicher, wenig selbstbewusst und entscheidungsfreudig und erträgt die schlimme häusliche Situation mit zunehmender Verzweiflung.

    Diesen Gegensatz und die damit jeweils einhergehenden Emotionen hat die Autorin klar und überzeugend herausgearbeitet, sodass sich letztlich ein stimmiges Bild ergibt.

    Was seine Beziehung zu Aurora angeht, wird im Laufe der Handlung die Taktik Micheles immer durchschaubarer, wenn auch nicht in ihrer ganzen Tragweite. Aber auch in Bezug auf ihn ist der Leser – ebenso wie einige Akteure – durchaus im Zwiespalt: Einerseits ist es anerkennenswert, dass er nach dem Tod von Auroras Bruder und der anschließenden Krankheit des Chefs der Firma die Treue hält, sich um die Geschäfte kümmert und nicht nur akzeptiert, dass Aurora mitarbeitet, sondern sie auch gegenüber anderen verteidigt. Andererseits lässt er nach der Heirat sehr schnell – für mich zu abrupt – die Maske fallen, mutiert vom fürsorglichen, liebevollen Verehrer zum jähzornigen, Alkohol trinkenden Ehemann, offenbart unmissverständlich seine eigentlichen Interessen und hat kein Interesse mehr an Aurora.

    Die Entwicklung der zunächst rein geschäftlichen Beziehung Auroras zu Micheles Antagonisten, dem Anwalt Lorenzo Baroni, ist absehbar. Man gönnt sie Aurora von Herzen, und sie legt „das Fundament der Hoffnung“ (siehe Titel) nicht nur für ihr Privatleben, sondern auch für den Fortbestand der Firma.

    Die Autorin erzählt das Geschehen sehr lebendig und lässt quasi als Würze immer wieder Landschafts- und architektonische Beschreibungen einfließen – und zwar so anschaulich, dass vor dem geistigen Auge des Lesers ein realistischer Film abläuft.

    Durch Auroras Cousin Antonio, der in die Schweiz ausgewandert ist, um dort als Bauarbeiter ein besseres Einkommen zu erzielen, entsteht bereits eine Verbindung zu dem Land, die im Folgeband eine bedeutende Rolle spielen wird.

    Fazit: ein unterhaltsamer, ebenso lebendiger wie spannender 1. Teil der Mandelli-Saga

  10. Cover des Buches Queen of Passion – Lenora (ISBN: 9783499001208)
    Emma Chase

    Queen of Passion – Lenora

     (60)
    Aktuelle Rezension von: xthelittleRose

    Obwohl Lenora ihr ganzes Leben darauf vorbereitet wurde ein Königreich zu reagieren, war sie auf eine Sache nicht gefasst. Dass sie den Thron bereits mit 19 Jahren besteigen wird. Ihre Mutter verstarb bereits in Lenoras Jugend. Als nun auch ihr Vater ums Leben kommt, bleibt ihr keine Zeit zu trauern, denn Wessco braucht eine neue Regentin. Und obwohl sie sich meisterlich schlägt, ist das dem Parlament ihres Reiches nicht genug. Die alten Gepflogenheiten verlangen, dass Lenora heiratet. Sie versucht sich zunächst gegen diese veralteten Regeln zu wehren, doch irgendwann muss sie einsehen, dass sie gegen ein ganzes Parlament voller alter Männer alleine nicht ankommt. Die einzigen beiden, auf die sie sich immer verlassen kann, sind Alfie und ihr bester Freund Thomas. Thomas ist schließlich auch derjenige, der Lenora anbietet sie zu heiraten, um dem Parlament zu geben, was es schon so lange fordert. Doch schnell wird klar, dass Thomas schon lange viel kranker ist, als er Lenora hat glauben lassen. Sie gibt ihr bestes, um sich um ihn zu kümmern, doch schlussendlich beschließt Thomas, dass es an der Zeit wird seinen Bruder zu benachrichtigen. Edward kommt direkt nach Wessco, um seinem Bruder beizustehen. Dabei kommen sich Lenora und er unerwartet näher.

    Charaktere:

    Ich war mir anfangs sehr unsicher, ob ich Lenora mögen werde, da sie in den drei „Prince of Passion“ Teilen nicht ganz so gut weggekommen ist. Doch die Sorge war absolut unbegründet. Ich finde das die Lenora von „Queen of Passion“ nichts mit ihrer älteren Version zu tun hat. In ihrer eigenen Geschichte ist sie wirklich eine ganz fantastische Protagonistin. Ich war absolut begeistert davon, wie stark, klug und strategisch sie ist. Als Leser hatte ich das Gefühl wirklich mitzubekommen, wie zielstrebig und vor allem zukunftsorientiert sie geplant hat. Ihre Züge waren immer sorgfältig im Voraus überlegt. Mir hat außerdem ihre Art zu regieren wahnsinnig gut gefallen. Man hat gemerkt, wie sehr sie ihr Land liebt und wie ernst es ihr mit ihrer Verantwortung für ihr Volk ist. Beispielsweise hat sie sich auch immer um die Unterschicht gekümmert und nicht nur um den wohlhabenden Teil des Volkes. Ich fand traurig, dass sie sich aufgrund des Parlaments in eine Ehe beugen sollte, die sie so gar nicht wollte.

    Auch Edward hat mir als Charakter wahnsinnig gut gefallen. Als er am Anfang nebenbei erwähnt wurde, hatte ich absolut nicht damit gerechnet, dass er noch eine so entscheidende Rolle spielen würde. Mir hat wirklich gut gefallen, dass er Lenora die ganze Zeit unterstützt hat, aber auch dafür gesorgt hat, dass sie ein bisschen lockerer wird und sich auch etwas Spaß gönnt.

    Neben den beiden fand ich außerdem Thomas und Alfie wirklich tolle Charaktere, die einem schnell ans Herz gewachsen sind. Mir hat wirklich viel Spaß gemacht sie alle kennenzulernen und ihre Geschichte zu verfolgen. 

    Schreibstil/Spannungsbogen:

    Da ich bereits die drei „Prince of Passion“ Teile gelesen habe, könnt ihr euch wahrscheinlich bereits denken, dass ich den Schreibstil der Autorin sehr angenehm finde. Ich habe das Buch zum Teil auch als Hörbuch gehört und ich muss sagen, dass ich die Sprecher wirklich gut fand. Also, wenn ihr Hörbücher mögt, dann dafür auch eine ganz klare Empfehlung meinerseits. spannungstechnisch war es ebenfalls sehr gelungen. Man konnte mit Lenoras Geschichte richtig mitfiebern und teilweise sogar mit ihr leiden. Mich hat es an einigen Stellen emotional berührt und in einer Szene hätte ich sogar fast geweint.

    Fazit:

    Nach Henrys Geschichte dachte ich ja eigentlich, dass es nichts mehr toppen könne. Aber Lenora hat es geschafft! Sie war einfach so eine taffe, intelligente und trotzdem liebenswürdige Protagonistin, dass man sie eigentlich nur bewundern kann! Und auch Edward konnte mich total von sich überzeugen. Die beiden hatten eine wahnsinnig schöne Beziehung, sodass man nachträglich gut nachvollziehen kann, dass Lenora noch Jahre nach seinem Tod in gewisser Weise um ihn trauert. Da man diesen Band auch vollkommen losgelöst, von den anderen der Reihe lesen kann, möchte ich ihn euch wirklich sehr ans Herz legen. Selbst wenn ihr die anderen Teile bisher nicht gelesen habt oder allgemein nicht lesen möchtet, dieses Buch ist wirklich, wirklich toll! Ich liebe ja starke Protagonistinnen total und ich fand es so schön, dass es Edward war, der ihre weichere Seite hervorbringen konnte. Große Liebe für dieses Buch. Ich hoffe, zukünftig noch mehr von Emma Chase lesen zu können.

  11. Cover des Buches Das Haus der Verlassenen (ISBN: 9783453423190)
    Emily Gunnis

    Das Haus der Verlassenen

     (161)
    Aktuelle Rezension von: colour_hunter_books

    „Das Haus der Verlassenen von Emily Gunnis“


    Inhalt:

    England im Jahre 1956, die junge Ivy Jenkins begibt sich auf Grund ihrer Schwangerschaft in das Heim für ledige Mütter, St. Margaret's. Was sie dort erwartet ist unmenschliches Leiden. 60 Jahre später findet die Journalistin Samantha Harper alte Briefe von eben dieser. Sie beginnt mit ihren Nachforschungen und stösst auf dunkle Geheimnisse und zerstörtes Leben.


    Meinung:

    Mein erstes Buch dieser Autorin und eins, das mir auf anhieb unglaublich gut gefallen hat. Die Geschichte spielt abwechselnd in der Vergangenheit, als auch in der Gegenwart. Durch den rhythmischen Perspektivenwechsel erhält der Leser verschiedene Einblicke.

    Der Schreibstil ist flüssig und sehr spannend, wodurch es mir schier unmöglich schien das Buch aus der Hand zu nehmen. Inhaltlich wird beschrieben mit wie viel Ungerechtigkeit Ivy im Kloster konfrontiert wird.

    Die Nonnen des Hauses behandeln die jungen Mütter mit einer unsäglichen Grausamkeit. Ivy, so wie ihre Genossinnen müssen sowohl Missbrauch als auch schreckliches Leid ertragen. Es ist unfassbar, was der Stolz der Familie einen einzelnen Menschen ertragen lässt. 5/5


    „Bitte, mein Liebster, ich flehe dich an, bitte hol mich schnell von hier weg.“


    🇺🇸„The Girl in the Letter by Emily Gunnis"


    Opinion:

    My first book by this author and one that I immediately liked incredibly well. The story alternates between the past and the present. The rhythmic change of perspective gives the reader different insights.The writing style is fluent and very exciting, which made it almost impossible to take the book out of my hand. The content describes how much injustice Ivy is confronted with in the monastery.

    The nuns of the house treat the young mothers with unspeakable cruelty. Ivy, like her comrades, has endured abuse and terrible suffering. It is incredible what family pride can make a single person endure. 5/5 ⭐


    "Please, my love, I beg you, please get me out of here quickly."


  12. Cover des Buches Die Schweigende (ISBN: 9783328108092)
    Ellen Sandberg

    Die Schweigende

     (119)
    Aktuelle Rezension von: Lesebegeisterte

    Dieser Roman spielt abwechselnd in der Gegenwart in München im Jahre 2019 und in der Vergangenheit 1956. Erzählt wird die Geschichte von den drei Schwestern Imke, Angelika und Anne.


    Deren Mutter war schon immer etwas komisch, aber so ist sie halt. Als der Vater überraschend stirbt, ist sein letzter Wunsch an Imke, dass sie einen gewissen „Peter“ findet. Sie hat ja keine Ahnung, was sie mit dieser Suche alles erfährt und unter anderem auch warum ihre Mutter so ist wie sie ist.

    Das Buch ist sehr spannend, tragisch und unheimlich schockierend. Die Kapitel in den Kinderheimen regen schon zum Nachdenken an. Das Cover finde ich sehr passend. Als ich dieses Buch empfohlen bekommen habe, ahnte ich nicht, dass die Thematik so schrecklich sein wird. Aber trotzdem kann ich mich den zahlreichen Rezensionen vor mir nur anschließen und dieses Buch empfehlen.

     

  13. Cover des Buches Was vom Tage übrig blieb (ISBN: 9783896677037)
    Kazuo Ishiguro

    Was vom Tage übrig blieb

     (239)
    Aktuelle Rezension von: Elachan

    Ich fand das Buch durch Zufall, Dank der neuen Auflage stand es wieder auffällig im Regal der Buchhandlung.

    Ich bin durch den gebürtigen japanischen Autor auf das Buch aufmerksam geworden. Dieser allerdings in England aufgewachsen ist. Der Klappentext machte mich neugierig, mal ein neues Thema, dachte ich mir. So etwas hatte ich noch nicht gelesen.

    Auf den ersten Seiten war ich anfangs durch die Ich-Perspektive des Buches etwas verschreckt doch schon nach wenigen Seite war ich in der geheimnisvollen Welt des Butlers gefangen. Ich war begeistert von den Dialogen und die Ausdrucksweise des Butlers. Es kam mir vor als würde der Protagonist tatsächlich mir seine Geschichte erzählen, so flüssig lies es sich lesen.

    Die Gedanken eines Mannes, welcher für seinen Beruf lebt und nach Perfektion strebt und zugleicht bemerkt, wie unplanbar das Leben ist und wie sich kleine Wellen zu großen entwickeln können. 

    Sehr zu empfehlen. 


  14. Cover des Buches Sunset (ISBN: 9783492274180)
    Klaus Modick

    Sunset

     (51)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Die beiden Zeitgenossen Lion Feuchtwanger und Bertold Brecht verband nicht nur ihr schriftstellerisches Schaffen sondern vielmehr eine tiefe Freundschaft. Trotz grossen Gegensätzen haben sich die beiden gegenseitige immer wieder inspiriert. In dieser feinsinnigen und stillen Erzählung von Klaus Modick verwebt sich Vergangenheit und Gegenwart. Lion Feuchtwanger erinnert sich in seinem Haus am Meer Kaliforniens an die wunderbare Zeit mit seinem Weggefährten und die Nachricht vom Tode Brechts, der um einige Jahre jünger war als er selbst, trifft ihn schwer. Im Inneren oft als eigenen Sohn betrachtet, führt er geistige und träumerische Zwiegespräche mit seinem fernen Freund.

    Lion Feuchtwanger reflektiert aber auch über seine literarische Arbeit, über die Umstände der Zeit, die Geschichte Israels und Palästinas und die persönlichen und weltpolitischen Katastrophen. Er hat keine Wahl, wie Klaus Modick schreibt, sondern er muss sich der Wahrheit stellen, da er an den Sieg der Vernunft glaubt.

    Ein kleines Meisterwerk, das wie ich finde, sehr lesbar und lehrreich ist, in einer gepflegten und aussergewöhnlich schönen Sprache, die jeden Satz zu einem Lesegenuss macht.

  15. Cover des Buches The Remains of the Day (ISBN: 9780571275588)
    Kazuo Ishiguro

    The Remains of the Day

     (67)
    Aktuelle Rezension von: histeriker
    Inhalt:
    Stevens ist ein alternder Butler, der einige Tage Urlaub bekommt. Während seiner Reise erinnert er sich an seine Zeit in Darlington Hall und siniert über die Eigenschaften guter Butler.

    Bewertung:
    Wer England und Engländer nicht mag, wer sich mit einem Buch woller Monologe langweilt, der sollte zu diesem Buch nicht greifen. Für die anderen, die das nicht stört oder sie sogar England lieben, ist dies ein Buch zum Empfehlen.
    Dies Buch ist so englisch, dass man es auf jeder Seite spürt und förmlich riechen kann. Es fängt natürlich mit dem Beruf des Butlers, der wahrscheinlich etwas sehr typisches für England ist, auch wenn ich nicht mit Stevens Äußerung einverstanden bin, dass nur Engländer gute Butler sein können. Dieser Beruf wird hier von fast jeder Seite beleuchtet und die Überlegungen Stevens sind interessant, auch wenn vielleicht jemand sagen würde, dass sie langatmig sind. Dies macht aber das Buch aus, die Monologe bereichern das Buch und der Leser kann sich in den älteren Herren hineinversetzen, der diese hält. Was natürlich nicht unbedingt bedeutet, dass der Leser Stevens unbedingt versteht oder seine Handlungen nachvollziehen kann.
    Aber dies war der nächste Vorteil des Buches für mich. Stevens ist so in seiner Epoche verfangen (das Buch spielt 1956 mit Rückblicken auf dei 1920er und 30er Jahre), dass er einen in diese Welt entführen kann, auch wenn man als Mensch des 21. Jahrhundert manchmal nur Kopf schütteln kann. Zusätzlich ist Stevens auch noch komplett Butler, was diesen für uns schon fremden Beruf näher bringen kann.
    Und dann kommen noch die Beschreibungen von Englands Landschaft, die Politik der Zwischenkriegsjahre und tolle Sprache und man hat ein Buch zum Genießen!
  16. Cover des Buches Walküre (ISBN: 9783404166909)
    Craig Russell

    Walküre

     (46)
    Aktuelle Rezension von: Captured_Inside_Books

    Zum Inhalt:

    Der fünfte Fall von Jan Fabel sorgt ziemlich schnell für großes Aufsehen. Das Opfer ist ein britischer Popstar, der vor seinem Tod noch ausrichtet, dass die Tat von dem sogenannten “Engel von St. Pauli“ begangen wurde. Unter diesem Namen verbirgt sich eine Frau, die vor mehr als 10 Jahren mehrere brutale Morde an Männern begangen hat und nie gefasst wurde. Doch ist sie wirklich zurückgekehrt oder steckt etwas anderes dahinter?


    Meine Meinung:

    Mit einigen Zögern habe ich mich diesem Teil der Reihe gewidmet. Bisher haben mir die meisten Bände ja eher nicht so gefallen und dementsprechend war meine Motivation am Anfang relativ gering.

    Das Cover ist auf den ersten Blick nicht besonders aussagekräftig, passt aber definitiv zur Handlung.

    Mit dem Schreibstil bin ich immer noch nicht ganz warm geworden. Allerdings bin ich dieses Mal besser vorangekommen mit dem Lesen. Das liegt zum einen wahrscheinlich daran, dass mich die Thematik mehr interessiert hat und zum anderen sicherlich auch daran, dass ich inzwischen etwas besser mit dem Schreibstil zurechtkomme.

    Meine Meinung zu den meisten Charakteren ist im Großen und Ganzen unverändert geblieben. Allerdings ist mir Jan zwischendrin ein bisschen unsympathisch geworden. Das liegt an seiner Haltung gewissen Themen gegenüber und seinem Verhalten in manchen Situationen.

    Die neu aufgetauchten Charaktere fand ich alle ziemlich interessant. Aufgrund der verschiedenen Perspektiven konnte man einiges über sie und ihre Gedankengänge erfahren. Nur Karin Vestergaard ist mir bis zum Schluss ein Rätsel geblieben. Dafür, dass sie einen großen Teil der Ermittlungen dabei war, hat man kaum etwas über ihre Person und Gefühle erfahren.

    Der Thriller startet mit einem Prolog, der zwar mein Aufmerksamkeit geweckt hat, aber nichts Besonders war. Allerdings geschieht im Laufe des Buches etwas, was dazu führt, dass man den Prolog mit ganz anderen Augen sieht.

    Insgesamt fand ich die Handlung in diesem Band viel interessanter und spannender als bei den Vorgängern. Das beruht auf der Tatsache, dass es mal um eine Mörderin geht, aber auch auf dem Bezug zur Stasi und dem Schwerpunkt auf Feminismus. Es wurden einige Fakten und Geschichten aufgegriffen, die ich noch nicht kannte.

    Was mich aber nach kurzer Zeit genervt hat, ist die ständige Feststellung, das Jan Frauen nicht versteht. Das wurde meiner Meinung nach viel zu oft bei jeder annähernd passenden Situation erwähnt und war auch einer der Gründe, warum mir der Gute etwas unsympathisch wurde.

    Die Mordfälle fand ich dieses Mal um einiges spannender. Besonders weil anfangs noch keine ersichtlichen Zusammenhänge zu sehen sind und der Modus Operandi auch nicht jedes Mal genau der Gleiche war.

    Trotzdem gibt es zwischendurch auch wieder einige Abschnitte, die mich etwas gelangweilt haben. Das waren hauptsächlich die, in denen es um Wirtschaft und Politik geht. Das ist einfach nichts, worüber ich gerne Bücher lese. Ich verstehe, dass diese Thematiken wichtig für die Handlung waren, aber ich fand sie teilweise etwas zu lang ausgeführt.

    Die ganzen Hintergründe zu den Walküren waren wiederum unglaublich spannend und faszinierend. Ich möchte da nicht zu sehr ins Detail gehen, um Spoiler zu vermeiden, aber alles zu der Vergangenheit und den ganzen Abläufen damals habe ich regelrecht verschlungen. Besonders interessant finde ich auch, wie unterschiedlich sich das alles auf die einzelnen Walküren ausgewirkt hat und was diese aus ihrem Leben gemacht haben.

    Das Ende war dann auch mega spannend. Das lag besonders an der extrem professionellen Vorgehensweise der Mörderin. Allerdings finde ich, dass es dafür am Ende etwas zu einfach für die Ermittler war.

    Der Epilog hat das eigentliche Finale sogar noch in den Schatten gestellt. Zumindest was überraschende Wendungen angeht. Mehr kann ich dazu jetzt so nicht sagen XD


    Fazit:

    “Walküre“ ist zusammen mit dem zweiten Teil bisher der beste der Reihe. Die Tatsache, dass es sich bei der Täterin mal um eine Frau handelt verbunden mit der extremen Professionalität, macht das ganze wirklich spannend. Zudem waren die ganzen Hintergründe, wie sie zu der Person geworden ist, die sie jetzt ist, mega interessant. Trotzdem kann ich nur 3,5 Sterne vergeben, da ich immer noch mit dem Schreibstil hadere und es einige Thematiken gibt, die ich langweilig oder sogar nervig fand.

  17. Cover des Buches Fräulein Kiss träumt von der Freiheit (ISBN: 9783426307205)
    Beatrix Mannel

    Fräulein Kiss träumt von der Freiheit

     (2)
    Aktuelle Rezension von: schnaeppchenjaegerin
    Elf Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges herrscht Kalter Krieg und der Einfluss der Alliierten in Deutschland ist noch groß. Die Halbungarin Elizabeth Kiss macht sich Sorgen um ihre Schwester Zsuzsa, die sich zusammen mit ihrer Mutter in Budapest befindet und den Repressalien der Staatssicherheit AVH ausgesetzt ist. 
    Liz möchte Zsuzsa nach Deutschland holen und geht deshalb einen Deal mit der CIA ein. Sie wird als Assistentin in der ungarischen Abteilung in den Radiosender Radio Free Europe eingeschleust und soll herausfinden, wer der Maulwurf ist, der heimlich Informationen an die Ostblockstaaten liefert. Liz fällt es nicht leicht, als Spionin zu agieren. Sie verliebt sich in ihren Chef Béla Simon, der so leidenschaftlich gegen Kommunismus und Kapitalismus und für die Freiheit kämpft, hat ihn aber auch in Verdacht, der Verräter zu sein. Gleichzeitig beäugt er sie misstrauisch und durchschaut ihre unvorsichtigen Ausforschungsversuche und Manipulationen, während sich in Ungarn die Ereignisse politisch überschlagen. 

    Der Roman ist von einer wahren Geschichte inspiriert, denn die Schwiegereltern der Autorin haben sich bei Radio Free Europe kennengelernt. Die Figuren, aber auch die Beschreibung des Radiosenders, der von den Westmächten in München installiert wurde, um die Menschen hinter dem Eisernen Vorhang mit Informationen aus dem Westen zu versorgen, wirken authentisch. Aufgrund des Einflusses der CIA auf die Arbeit des Senders, wurde dieser und seine Mitarbeiter zum einem Feindbild der Sowjets, gegen den Geheimdienstoperationen durchgeführt wurden. Die Arbeit für den idealistischen Béla, aber auch für Liz, die für die Sicherheit und Freiheit ihrer Schwester kämpft, ist nicht ungefährlich. Es fällt schwer, Kollegen Vertrauen zu schenken, Misstrauen und gegenseitige Bespitzelung gehören zum Alltag. Auch für den Leser ist deshalb nicht leicht zu durchschauen, wer welche Absichten hegt und ob die intelligente Simultandolmetscherin, aber etwas dilettantische Agentin Liz, den wahren Verräter entlarven und der CIA ausliefern wird. Schwierigkeiten bereiten ihr dabei ihre Gefühle für Béla, die es ihr unmöglich machen, ihn objektiv zu betrachten, der seinerseits aber keinerlei Skrupel hat, ihr zu drohen. 
    Während man einen guten Eindruck über die Arbeit bei Radio Free Europe erhält, fehlten mir zum besseren Verständnis der politischen Verhältnisse in Ungarn direkte Eindrücke aus Budapest. 

    "Fräulein Kiss träumt von der Freiheit" ist eine spannende Spionagegeschichte, die zur Zeit des Ungarn-Aufstandes 1956 in München handelt und die aufgrund der politischen Gegebenheiten und der Liebesgeschichte, die jedoch nie in den Vordergrund rückt, den Leser auch emotional fesselt. 
  18. Cover des Buches Kältezone (ISBN: 9783785745786)
    Arnaldur Indriðason

    Kältezone

     (19)
    Aktuelle Rezension von: mandalotti

    Am Anfang hab ich mich ziemlich gequält. Die beiden Handlungsstränge wollten irgendwie nicht zusammen passen und so hatte ich auch etwas Probleme mitzukommen. Das klärt sich zwar später, aber wirklich Spannung kommt dann trotzdem nicht auf und man langweilt sich beim Hören etwas. 

  19. Cover des Buches Parallelgeschichten (ISBN: 9783499227318)
    Péter Nádas

    Parallelgeschichten

     (16)
    Aktuelle Rezension von: Xirxe
    Ich glaube es kaum, ich habe es geschafft. 1724 Seiten sind gelesen - und die waren nun wirklich keine Wonne. Wer immer sich an dieses Buch heranwagt, der/dem sollte klar sein, dass es sich um keine durchgängige Geschichte handelt. Einzelne Personen bzw. Familien tauchen zwar immer wieder auf, doch stets wird auch die Gelegenheit genutzt, den Spuren anderer Personen zu folgen. Hauptsächlich ereignen sich die Begebenheiten in Ungarn zu Ende der 60er Jahre und kurz oder während des Ungarnaufstandes 1956/57 sowie in Deutschland kurz vor (oder nach) der Jahrtausendwende und während des Dritten Reiches. Die Geschichten springen hin und her und das einzig Verbindende sind insbesondere im ersten und zweiten Teil die Fixiertheit des Autors auf die Beschäftigung mit Geschlechtsorganen und der Verdauungstätigkeit. Ach ja, und die fast durchgehend meist zutiefst unglücklichen Protagonisten, eingebunden in Zwänge und Pflichten die sie nicht wollen. Zudem sind sie fast alle zumindest latent schwul oder lesbisch. So etwas mag im Einzelfall vielleicht schön zu lesen sein, aber über 1724 Seiten wieder und wieder - sorry, das ist einfach nervig. Falls es so etwas wie einen roten Faden oder einen Mittelpunkt gibt, ist der vielleicht am ehesten bei der Familie Lehr aus Budapest zu finden. Professor Lehr, frührer Berater der Nazis, jetzt der Kommunisten, liegt im Sterben. Seine unglückliche Ehefrau Erna trauert der Liebe zu einer Niederländerin nach, die einzige Tochter wurde verschleppt und tauchte nie wieder auf und Agóst, der einige Sohn, lebt seit seiner Rückkehr aus dem Ausland, wo er als Spion arbeitete, mit seiner momentanen Freundin Gyöngyver wieder daheim. Dazu kommt noch Kristof, der Neffe Ernas, dessen Mutter mit einer Frau nach Paris verschwand und dessen Vater von seinen Genossen hingerichtet wurde. Er träumt von Erlebnissen mit Männern, traut sich aber kaum, diese Träume auch zu verwirklichen. Gyöngyver träumt von einer Karriere als Sängerin, bisher aber recht erfolglos und fühlt sich erstaunlicherweise von Erna angezogen, wie auch andersherum. Dann gibt es noch Agósts Freunde, von denen aus eine Verbindung ins Dritte Reich besteht, die ebenfalls erzählt wird. Ernas Kartenrunde, ein deutsches KZ mit Wärtern und Aufsehern, deren Nachkommen ebenfalls eine Rolle spielen undundund. Dies könnten alles wirklich spannende und unterhaltende Geschichten sein, wenn Nádas nicht so unglaublich langatmig erzählen würde. 50 Seiten über einen Geschlechtsakt, der weder unterhaltsam noch erotisch ist sondern schlicht sachlich technisch und unterkühlt. Seitenlange Pseudobeziehungsgespräche oder Selbstreflexionen, die ohne Ergebnis enden - 700 bis 800 Seiten weniger hätten dem Buch sicherlich gut getan. Dass Nádas jedoch gut erzählen kann, merkt man auch in diesem Mammutwälzer: Einzelne Kapitel sind packend und fesselnd erzählt und immer wieder kommt es vor, dass man vor Spannung oder Abscheu die Luft anhält. Leider viel zu selten. Zuguterletzt kann ich nur noch schreiben dass ich hoffe, dass der Autor nicht dieselbe Überzeugung hat, die dieses Buch mir vermittelt. Dass die Menschen grundsätzlich triebhafte Lebewesen sind, die nur durch Zwänge von außen bzw. selbstauferlegte unter Kontrolle zu halten sind. Fallen diese Zwänge weg, bricht das Animalische aus, dass sich ansonsten nur beim Sex oder diesen vielfach beschriebenen Verdauungstätigkeiten einen Weg bahnt. Und dieses Animalische endet dann in einer Katastrophe, wie uns das Schicksal Balters im letzten Kapitel zeigt, oder beispielsweise die Geschichte der Juden im Dritten Reich. Denn machten sich die Nazis nicht frei? Arbeit macht frei?
  20. Cover des Buches Der Ghost Writer (ISBN: 9783499238628)
    Philip Roth

    Der Ghost Writer

     (21)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Ein interessantes, aber auch etwas merkwürdiges Buch. Kurz zum Inhalt: Ein junger, angehender Schriftsteller jüdischer Herkunft mit Namen Nathan Zuckerman besucht für einen Abend sein großes literarisches Idol E. I. Lonoff und stellt im Laufe des Gesprächs fest, dass die Vorstellungen eines Menschen oftmals nicht mit der Realität übereinstimmen.
    Die Dialoge zwischen den beiden sind gewohnt tiefgründig und intelligent von Roth geschrieben, sein Stil ist einfach hervorragend, klug und jederzeit gut formuliert, auch wenn mir hier einige Sätze etwas umständlich erscheinen, was aber vermutlich an der Eindeutschung liegt. Mit Werner Schmitz als Übersetzer würde der Text garantiert eleganter und flüssiger klingen.

    An einer Stelle kippt das Buch, und zwar als von einer jungen Studentin die Rede ist, die derzeit in Lonoffs Haus wohnt und seine Manuskripte ordnet. Leider paßt der Inhalt dieser Passagen nicht wirklich zum Rest und reißt die Grundstory etwas auseinander. Und...wer der titelgebende "Ghost Writer" sein soll, hat sich mir auch nicht wirklich erschlossen.

    "Der Ghost Writer" ist der Auftakt zur Nathan Zuckerman-Trilogie und der jüdische Protagonist spielt auch immer wieder mal in Roth' Büchern eine kleinere oder größere Rolle, unter anderem ist er der Erzähler von "Der menschliche Makel", einem der bekanntesten Werke von Philip Roth.

    Fazit: Gut erzählt aber etwas unstrukturiert. Als Einstiegslektüre eignen sich andere Bücher von Roth sicher besser. Bemerkung am Rande: Für ein Buch des renomierten Rowohlt-Verlages wimmelt der Roman geradezu vor Druckfehlern, etwas nervig, aber das hat natürlich nicht der Autor verbrochen.
  21. Cover des Buches Verlorene Engel. Ein Fall für Max Heller (ISBN: 9783742418135)
    Frank Goldammer

    Verlorene Engel. Ein Fall für Max Heller

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Irve

    Angst macht sich breit in Dresden, denn in letzter Zeit sind Frauen vergewaltigt worden, und einige von ihnen mussten ihr Leben lassen. Der Schock sitzt tief – nicht nur bei den Betroffenen, auch Max Heller und seine Kollegen sind sehr bestürzt und bemüht, die Verbrechen möglichst schnell aufzuklären und dem Täter alsbald Einhalt zu gebieten. Aber das ist gar nicht so leicht, denn trotz zahlloser Überstunden, Tricks der Polizei und umfangreichen Ermittlungen kommt man nicht so recht voran. Hinweise führen zu mehreren Verdächtigen, darunter auch zwei entflohenen Russen, was Heller ein Wiedersehen mit Saizev beschert.

    Neben der Verbrechensbekämpfung thematisiert „Verlorene Engel“ zudem – wie die vorherigen Bände der Reihe auch – das Verhältnis Deutschlands zu Russland, aber auch die Entwicklungen durch die Diskrepanzen von Ost und West. Auf politischer Ebene wird es angerissen, auf privater Ebene jedoch greifbarer dargestellt, denn die Hellers haben zwei Söhne, von denen der eine im Westen lebt, der andere auf höherer Ebene im Osten tätig ist.
    Und dann ist da noch Anni, die Adoptivtochter der Hellers, die sich plötzlich ganz merkwürdig verhält. Ob es etwas mit ihrer Freundin Vera zu tun hat, bei der es häusliche Probleme gibt? Oder liegen die Ursachen ganz woanders?

    Max Heller wird erneut an jeder Front des Lebens gefordert und macht seine Sache wie immer sehr gut. Er beweist Geduld und Einfühlsvermögen und bleibt sich treu. Er ist einer meiner Lieblingsermittler und es hat wieder viel Spaß gemacht, ihn eine Zeit lang zu begleiten, ihm dienstlich und privat über die Schulter zu schauen, mit ihm zu bangen und auf eine positive Wende der Dinge zu hoffen.

    Nicht nur seine Figur ist wieder gut gelungen, sondern sowohl der gesamte altbekannte Personenkreis als auch die für diesen Fall relevanten Personen – die Opfer, die Verdächtigen. Das gilt ebenfalls für die Schilderungen des Nachkriegs-Dresdens, das auch gute zehn Jahre nach Kriegsende einiges an Aufholbedarf hat, aber vor allem für die ganz eigentümliche Stimmung, die bei mir jedes Mal bei einem Buch der Reihe um Max Heller aufkommt.
    Die Atmosphäre ist intensiv, greifbar und wird von Spannung und Sympathie genährt. Das liegt neben dem einnehmenden, packenden Stil des Autors auch am Sprecher, denn Heikko Deutschmann vertont auch diesen Fall so lebendig, dass sich das Damalige wie ein eindrucksvolles Kopfkino verselbstständigt.

    Nun freue ich mich – allerdings wehmütig – auf den nächsten Fall, der leider auch der letzte für den Kommissar sein wird.

    Mehr über mein liebstes Hobby gibt es auf der Facebookseite „Irve liest“ und dem Instagram-Account „irveliest“ zu erfahren. Hier zeige ich zeitnah, was ich gerade höre oder lese und gebe dabei gerne einen ersten Eindruck preis. Über virtuelle Besucher und einen freundlichen, buchigen Austausch freue ich mich dort sehr.

    Inhalt

  22. Cover des Buches Sojus (ISBN: 9783869139746)
    Martin von Arndt

    Sojus

     (10)
    Aktuelle Rezension von: diebuchrezension

    Der  Autor: 

    Martin Arndt wurde 1968 als Sohn ungarischer Eltern in Ludwigsburg geboren. Er hat Religionswissenschaft, Germanistik und Psychologie in Saarbrücken, Budapest und Würzburg studiert. Er lebt heute als Freier Schriftsteller, Musiker und Dozent in der Erwachsenenbildung in der Nähe von Stuttgart, in Essen und Pécs (Ungarn). Martin Arndt ist Stellvertretender Vorsitzender des Verbands deutscher Schriftsteller (VS) in Baden-Württemberg, und Mitglied im Förderkreis deutscher Schriftsteller. Für seinen Roman "Der Tod ist ein Postmann mit Hut " hat Martin Arndt die Goldmedaille beim "Leserpreis - Die besten Bücher 2009" in der Kategorie Bester Buchtitel gewonnen. (Quelle: www.lovelybooks.de)

    Das Buch

    1956 - Ex-Kommissar Andreas Eckart wird von einem früheren Mitstreiter kontaktiert, der für den MI6 ein explosives Dossier erwerben will: ein ungarischer Geheimpolizist möchte sich in den Westen absetzen und bietet eine Liste mit den Namen von KGB-Agenten und Doppelagenten. Eckart lehnt zunächst ab. Doch dann erfährt er, dass er einen Sohn hat, von dem er bislang nichts wusste, und dass dieser unter dem Decknamen Sojus ebenfalls auf der Liste steht. Er lässt sich umstimmen und begibt sich auf eine heikle Mission nach Budapest, wo gerade die sowjetische Invasion in vollemGange ist und die Stadt in Chaos und Gewalt versinkt ...

    Die Reihe:

    Dieses Buch ist der dritte Band einer Reihe. Sie sollten in folgender Reihenfolge gelesen werden. 

    Band 1: Tage der Nemesis

    Band 2: Rattenlinien

    Band 3: Sojus

    Wer Band 3 lesen möchte, sollte auf jeden Fall die Vorgängerbücher kennen. Ich hatte am Anfang einige Probleme mit den Personen und den Hintergründen, die schon in den vorigen Büchern gehandelt wurden. 

    Fazit: 

    Dies ist der dritte Band einer Reihe von Martin von Arndt. Ich habe die ersten beiden Bücher, "Tage der Nemesis" und "Rattenlinien", nicht gelesen. Vor allem am Anfang fand ich es daher schwierig in die Geschichte hreinzukommen und mich mit den Charakteren anzufreunden. Deswegen blieben mir auch die Charaktere fern und ich hatte eher ein distanziertes Verhältnis zu ihnen, als dass ich die Geschichte mit ihnen erleben konnte. Mir fehlte einfach jegwede Beziehung zu den Charakteren, was ich sehr schade fand. Aber dafür konnte der Autor nichts. 

    In "Sojus" geht es eher um den gesellschaftlichen Aspekt des Ungarnaufstandes. Die politischen Konflikte traten für mich doch sehr in den Hintergrund. Auch wenn ich es immer spannend finde, wenn Zeitzeugenerinnerungen in Büchern verarbeitet werden, fand ich bei diesem Buch die Verknüpfung von historischen Fakten, politischen Ereignissen und dem sozialen Miteinander nicht sehr gelungen. Das Gleichgewicht zwischen den Dingen war sehr unausgeglichen. 

    Verwirrt hat mich auch, dass es zu Beginn des Buches mehrere Zeitsprünge gab und ich bis zum Schluss nicht verstanden habe, warum es diese Sprünge gab bzw. warum diese Ereignisse so wichtig waren im Leben von Andreas Eckart, dass sie unbedingt erzählt werden mussten. Meiner Meinung nach hätte die Geschichte auch an einem anderen Punkt anfangen können. Da ich aber nicht weiß, wie der Vorgängerband endet, kann es natürlich auch sein, dass die Anfangssituation auch die Endsituation im vorigen Buch ist und daher aufglöst werden musste. 

    Der Erzhlstil des Autors ist sehr spannungsreich und actiongeladen gewesen. Bei vielen Szenen habe ich nur gedacht: "Gut, dass es in den 40er und 50er Jahren die heutige Technik noch nicht gegeben hat." Sehr interessant fand ich einige erzählte Passagen, die das Gefühl der Hilflosigkeit verstärkt haben. Die Aspekte mit den russischen Provokateuren fand ich wirklich interessant. Obwohl ich mit dem Thema des Ungarnaufstandes vertraut bin, habe ich davon nichts gewusst. So war ich doch tatsächlich überrascht, dass es gezielt von der Sowjetunion eingesetzte Provokateure gegeben haben soll, die dazu beigetragen haben, den Konflikt zu eskalieren und das Militär nach Ungarn zu bringen. 

    Insgesamt war das Buch schön geschrieben, man konnte es gut lesen.  Ich finde allerdigns, dass die politische und historische Aspekte nicht gut genug rüberkamen. Natürlich ist immer das persönliche Schicksal der Menschen in diesen Aufständen wichtig und auch sehr emotionsgeladen, aber man darf darüber nicht die Fakten vergessen und sollte dem spanennden subjektiven Teil auch einen fundierten historischen /politischen Background geben. Zusammenfassend war das Buch ok, aber mir fehlte daran einfach das Besondere.  


    https://diebuchrezension.de/#/books/book/250

  23. Cover des Buches Das Beste von allem (ISBN: 9783548290645)
    Rona Jaffe

    Das Beste von allem

     (64)
    Aktuelle Rezension von: engineerwife

    Das Faszinierende an den Büchern der überaus interessanten und zum Glück wiederentdeckten Autorin Rona Jaffe ist, dass wenn sie Romane schreibt, die in den 50er Jahren spielen, sie diese Zeit auch live und in Farbe miterlebt hat. Sie selbst hat – wie auch eine ihrer Protagonistinnen – das Radcliffe College besucht, das nicht nur in diesem ihrer Romane eine Rolle spielt. Doch diesmal haben die jungen Damen ganz unterschiedliche Hintergründe. Eins haben sie jedoch gemeinsam, alle scheinen sie auf der Suche nach Erfolg, Spaß, Liebe und Geborgenheit. 

    Auf die Idee zu diesem Roman kommt Rona Jaffe durch eine Stellenanzeige, die mit ihren Zeilen: "Sie verdienen das Beste von allem. Den besten Job, die beste Umgebung, die beste Bezahlung, die besten Kontakte!" junge Frauen anlocken wollte. So kreiert sie für ihren Roman, der fünf junge Frauen über einen Zeitraum von drei Jahren begleitet, die hübsche, kluge und von der Liebe enttäuschte Caroline Bender, die mit ihrer Stelle als Schreibkraft in einem Verlag schnell Karriere macht. Auch die junge Mary Agnes arbeitet in diesem Verlag, hat aber wenig Ambitionen sich hochzuarbeiten. Sie spart für ihre Aussteuer und träumt von der Liebe und dem berühmten kleinen Häuschen mit dem „white picked fence“. Die 21jährige Barbara, bereits einmal verlassen, findet eine Nische im Verlag und kann von Glück sagen, denn sie muss nicht nur sich sondern auch noch ihre kleine Tochter und ihre Mutter mit durchfüttern. Schließlich haben wir da noch die flatterhafte April, die vom Show Business träumt und die bezaubernde Gregg, die diesen Sprung geschafft zu haben scheint. 

    Mit „Das Beste von allem“ hat die Autorin seinerzeit sicher einen kleinen Skandal ausgelöst. Es war damals nicht üblich so freizügig über die körperliche Liebe aber auch über die Folgen zu schreiben. Gepredigt wurde noch Jungfräulichkeit bis zur Ehe und nach der Heirat für die Frau ein Leben ganz getreu der drei Ks … Küche, Kinder, Kirche. Der Begriff „sexuelle Belästigung“ war noch nicht geprägt und Frauen, die Karriere machen wollten, waren den Männern noch ein Dorn im Auge. Doch Rona Jaffe schert sich einen feuchten Kehricht um die Konventionen und lässt uns eintauchen ins pulsierende New York der frühen 50er Jahren mit all seinen Höhen und Tiefen. Sie lässt uns die Welt durch die Augen von Caroline, Mary Agnes, Barbara, April und Gregg erkunden. Lässt uns Überstunden schinden, Kater auskurieren und Tränen des Liebeskummers weinen. Vor allem aber hält sie uns ein realistisches und ehrliches Bild vor Augen. Das dürfte in den 50er Jahren nicht jedem geschmeckt haben …

    Der Roman erhält von mir viereinhalb von fünf Sternen. Mir waren ein paar zu viele Länge darin, um ganz mit der Bestnote zu glänzen. Aber trotzdem habe ich mich gefreut mal wieder eintauchen zu dürfen in die Welt von gestern, die gar nicht so anders war als unser heutiges Leben …. 

  24. Cover des Buches Königsallee (ISBN: 9783862315277)
    Hans Pleschinski

    Königsallee

     (6)
    Aktuelle Rezension von: Pongokater
    Binsenweisheit: Für einen guten Roman braucht es mehr als eine gute Idee. Auf das Buch von Hans Pleschinski trifft diese Binsenweisheit aber voll zu. Denn Thomas Mann noch einmal mit seinem Angebeteten Klaus Heuser zusammentreffen zu lassen, ist eine gute Idee. Die Ausführung misslingt Pleschinski jedoch weitgehend, was diese Hörspielfassung nicht verdecken kann. Bekannte Klischees über die Familie Mann werden fad aufgewärmt, die Begegnung mit Heuser bleibt belanglos.

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