Bücher mit dem Tag "1960er jahre"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "1960er jahre" gekennzeichnet haben.

111 Bücher

  1. Cover des Buches Die geliehene Zeit (ISBN: 9783426518106)
    Diana Gabaldon

    Die geliehene Zeit

     (1.426)
    Aktuelle Rezension von: geBUCHt

    Zu Beginn der Geschichte befinden wir uns im Jahr 1968 und erfahren, dass Claire vor 20 Jahren in ihre Zeit zurückgereist ist. Sie besucht zusammen mit ihrer Tochter Brianna Schottland, um ihr von ihrer Vergangenheit zu erzählen. Wir Leser erfahren, wie sie damals mit Jamie in Frankreich eintraf und welcher Mission die beiden nachgegangen sind. Und später auch, welche Umstände Claire in ihre Zeit zurückgetrieben haben. 

    Dieser Band unterscheidet sich etwas von seinem Vorgänger. Der Reihenauftakt war sehr temporeich und es passierte sehr viel. Hier in diesem Buch hat sich die Autorin merklich mehr Zeit genommen und die Geschichte hatte ihre ruhigen Stellen. Der Schreibstil war ebenso detailliert und bildhaft, was ich sehr mochte. Diana Gabaldon hat die schottische Mentalität wirklich toll eingefangen und beschrieben. Auch die damaligen Gepflogenheiten und insbesondere das Strafverfahren wurden präzise erklärt. 

    In der ersten Hälfte des Buches begleiten wir Claire und Jamie nach Frankreich, wo es prachtvoller und intriganter zugegangen ist als im vertrauten schottischen, rauen Setting. Es war zwar interessant über das Leben am Hof zu lesen, nur hat es sich etwas gezogen, was daran lag, dass es sehr politisch zuging und die geschichtlichen Hintergründe genau erläutert wurden. Ich war froh als das Paar in der zweiten Hälfte wieder in die Highlands zurückgekehrt ist und die Spannung gestiegen ist. Besonders die letzten 200 Seiten konnte ich das Buch gar nicht mehr weglegen. 

    Claire und Jamie mussten eine Menge durchmachen. Ihre Beziehung musst das ein oder andere Tief erleben und sie mussten dagegen ankämpfen auseinanderzudriften. Neue Nebencharaktere wurden eingeführt. Allen voran Brianna deren hitzige und freche Art mir gut gefallen hat. Aber auch der zehnjährige Fergus und seine entstehende Verbindung zu den Frasers ist mir nahe gegangen.

    Fazit:

    Eine gelungene Fortsetzung, auch wenn das französiche Setting in der ersten Hälfte etwas fad war. 

  2. Cover des Buches Die drei Sonnen (ISBN: 9783453317161)
    Cixin Liu

    Die drei Sonnen

     (180)
    Aktuelle Rezension von: Nackt_und_Gluecklich

    Er ist spannend und aufregend, das was ein SF verspricht, hält er durchgehend ein. Die nachfolgenden Teile konnte ich kaum erwarten und es passierte, was passieren musste. Sie haben mich weder überzeugt, noch so gefesselt wie der erste Teil. Die drei Sonnen allerdings bekommen eine Leseempfehlung!

  3. Cover des Buches 4 3 2 1 (ISBN: 9783498000974)
    Paul Auster

    4 3 2 1

     (107)
    Aktuelle Rezension von: Emili

                                                                                                                                         

    Es tut mir so leid, doch diese großartige Geschichte von der Idee her, hat mich in ihrer Ausführung gar nicht gepackt. Ich hatte mich so auf diesen umfangreichen Roman gefreut und habe wahrscheinlich andere Erwartungen gehabt, wie z.B. bei "Ein wenig Leben" oder "Das achte Leben. Für Brilka."

    Aber der Reihe nach. Die Idee zu der Geschichte ist grandios, man muss aufmerksam lesen, um durchzublicken. Es wird ein Leben in vier Variationen erzählt. Was wäre wenn? Eine spannende Frage, die man sich auch schon sicher, gestellt hat.  Ich finde es sehr ausgefallen, einen Roman so zu strukturieren. Allerdings nur die einzelnen Variationen des Lebens des Hauptprotagonisten haben mir wirklich gefallen. Die restlichen Lebensläufe fand ich eher belanglos und langatmig.  Ich habe die Handlung in diesem Roman vermisst, es wurde zwar viel geredet, aber der Autor hat mit seinen Ausführungen nichts Nennenswertes ausgedrückt. Den Archibald Ferguson erlebte ich als emotional flach, wenig engagiert, uninteressant.

    Auch bei dem Erzählstil bin ich ambivalent.     Ich habe die Art der Erzählung als schön empfunden, es war bildreich und auch lebendig, aber mir hat es nicht gefallen, dass die Sätze ohne Punkt und Komma vorgetragen worden sind. Manche zogen sich über eine Seite hinaus.

    Ich habe mal eine Rezension gelesen, wo der Rezensent den Roman als "Langatmig und mühsam, wie Joggen im Sand" charakterisiert, da bin ich seiner Meinung.

    Paul Auster hätte vielleicht sich selbst einen Gefallen getan, wenn er die verschiedenen Leben eins nach dem anderen dargestellt hätte. Oder wenn diese vier Variationen des Lebens gravierende Unterschiede aufweisen würden. Ich weiß es nicht.

    Fraglos hat Paul Auster eine bemerkenswerte Leistung abgeliefert, doch Meisterwerk ist es keinesfalls. Und für mich leider langatmige Geschichte, die mich nicht packen konnte.

                                                                                                                                  

  4. Cover des Buches Die Nickel Boys (ISBN: 9783446262768)
    Colson Whitehead

    Die Nickel Boys

     (178)
    Aktuelle Rezension von: Runenmädchen

    In „Die Nickel Boys“ rollt Colson Whitehead die Missstände einer bekannten Besserungsanstalt in Florida auf, die tatsächlich erst 2011 geschlossen worden ist. Er schreibt über straffällig gewordene Jungen, die der Willkür ihrer Wärter ausgesetzt sind. Es geht um Folter, Unterdrückung und Missbrauch. Und natürlich geht es um Rassismus- das wird insbesondere auch durch Auslegung der Bedeutung von >>Straffälligkeit<< deutlich. Hierzu der Hinweis, dass der Roman in den 60er Jahren beginnt.

    Whiteheads Schreibstil gefällt mir unheimlich gut. Durch seine eher sachliche Erzählweise dringt er förmlich zu dem Leser durch, ohne offensichtlich Anklage zu erheben, was er natürlich zweifelsfrei und berechtigt hätte machen können. Zudem schreibt er keineswegs emotionsgeladen, was sich äußerst gewinnbringend auf die Quintessenz auswirkt. Zugegebenermaßen hätte dieses Buch auch anders funktioniert, auf diese Art gefällt es mir jedoch besser. Denn man kann sich die benannten Grausamkeiten auch ohne emotionsgeladene, detailverliebte Darstellungen vorstellen. Das alles macht das Buch und den Autor zu etwas Außergewöhnlichem. Er wird gehört.

    Ich habe noch Underground Railroad und Harlem Shuffle hier liegen und freue mich jetzt schon aufs Lesen!

  5. Cover des Buches Die Wunderfrauen: Von allem nur das Beste (ISBN: 9783596705658)
    Stephanie Schuster

    Die Wunderfrauen: Von allem nur das Beste

     (114)
    Aktuelle Rezension von: SandraSommer

    Der 2. Band kann gut mit dem 1. Band mithalten: Luise erweitert ihren kleinen Tante-Emma Laden und dort spielen auch viele Kapitel des Buches. Immer amüsant geschrieben, sodass ich mich immer gut in die 60er Jahre hineindenken konnte. Außerdem  hat Luise in ihrem Tanzkurs eine verhängnisvolle Begegnung. Auch diese Geschichte ist spannend und sehr gut beschrieben. Die Orte, an denen das Buch spielt kenne ich zum größten Teil selbst, was das Lesen natürlich noch interessanter macht.

    Marie kämpft um ihre Familie und um ihre Gesundheit. Auch sie hat leider familiäre Probleme. Im 2. Band spielt das Thema Alkohol, besonders bei den Ehemännern eine große Rolle.

    Annabel bekommt endlich ihr heißersehntes Wunschkind, das sie enorm fordert. 

    Helgas Geschichte ist auch sehr spannend geschrieben. Sie hat mittlerweile Medizin studiert und arbeitet nun in der Seeklinik mit Annabells Mann zusammen. Was für eine tolle Frau! Tatsächlich ist sie für mich DIE Wunderfrau! Sie riskiert sehr viel, um vielen Frauen in der Klinik zu helfen.. 

    Eine sehr schöne Geschichte, die mal nicht im Krieg spielt, sehr authentisch und spannend geschrieben. Der 2. Band hat mir genau wie der 1.Band sehr gut gefallen - absolute Weiterempfehlung!

  6. Cover des Buches Gute Geister (ISBN: 9783442714506)
    Kathryn Stockett

    Gute Geister

     (680)
    Aktuelle Rezension von: dominona

    Bücher begeistern mich immer dann, wenn ich die Figuren in meinem Kopf sprechen hören kann und das Bedürfnis habe, mit ihnen in Kontakt zu treten und meine Güte, was hat mich dieses Buch mitgenommen. 

    Es geht um Geschichten, die erzählt werden müssen, um Kommunikation zwischen Lebenswelten, die teils weit voneinander entfernt sind, aber eben oft auch nicht und um Grenzen im Kopf, die keine sein müssen. 

    Uneingeschränkte Leseempfehlung! 

  7. Cover des Buches Die Physiker (ISBN: 9783257208375)
    Friedrich Dürrenmatt

    Die Physiker

     (3.782)
    Aktuelle Rezension von: Alexandra-H

    In der Schulzeit gelesen und nun, fünfzig Jahre später, wieder aus dem Regal gezogen. Was für ein Meisterwerk der Groteske! Die Frage, wer denn eigentlich in einer Gesellschaft „verrückt“ ist und wer nicht, wird von Dürrenmatt perfekt inszeniert in den Raum gestellt und bleibt letztlich unbeantwortet. Schauplatz ist, wie passend, ein Irrenhaus, in das sich hier flüchtet, wer Skrupel hat, mit seinen wissenschaftlichen Erkenntnissen die Grundlage für den von Menschenhand initiierten Untergang der Menschheit zu liefern. Die immer aktuelle Frage ist also, ob die Wissenschaft an ihre Grenzen stößt, wenn es um Ethik geht und ob sie verpflichtet ist, ethische Aspekte zu berücksichtigen und sich damit zu limitieren. Das klingt als solches nicht nach einer lustvollen Lektüre, stünde nicht der großartig Dürrenmatt dahinter, der mit den Physikern mit seinem Sinn fürs absurd Komische ein wunderbares Bühnenstück geschaffen hat. 

  8. Cover des Buches Meine geniale Freundin (ISBN: 9783518469309)
    Elena Ferrante

    Meine geniale Freundin

     (585)
    Aktuelle Rezension von: Jana_hat_buecher

    Im ersten Band der neapolitanischen Saga lernen wir die zwei Freundinnen Lila und Elena kennen. In Neapel der fünfziger Jahre müssen sie lernen, dass Mädchen nicht viel zu melden haben, aber jede setzt sich auf ihre Weise zur Wehr. Lila mit ihrer auflehnenden Art, ihren Zukunftsvisionen aus der väterlichen Schusterei ein großes Schuhimperium zu erschaffen und der Idee, dass die Mafia sich nicht in ihre privaten Angelegenheiten einmischen darf. Elena darf auf Drängen ihrer Lehrerin eine weiterführende Schule besuchen und sieht sich immer im Zwiespalt zwischen ihren schulischen Ambitionen und ihrer Herkunft. 

    Endlich schaffe auch ich es diese Saga in Angriff zu nehmen. Der erste Band hat mir schon sehr gut gefallen. Als Leser fühlt man sich in das mafiöse Italien zurückversetzt und lernt es aus der Sicht von Kindern kennen. Die Freundschaft der beiden Mädchen ist etwas verwirrend und immer von Rivalität geprägt, daher interessiert es mich sehr wie es weitergeht. 

  9. Cover des Buches Mehr als nur ein Traum (ISBN: 9783957344601)
    Elisabeth Büchle

    Mehr als nur ein Traum

     (56)
    Aktuelle Rezension von: BettinaLausen

    Felicitas hat mit jüdischen Wurzeln Nazideutschland überlebt. Ein unerwartetes Erbe führt sie in den 1960er Jahren nach Mississippi. Trotz aller Warnungen freundet sie sich mit ihren schwarzen Nachbarn an. In der Stadt findet sie schnell Freunde, obwohl sie auch als die „Fremde“ beäugt wird. Sie gerät mitten in die brodelnden Rassenunruhen der Zeit. Und dann ist dort dieser Deputy Landon - von dem sie nicht weiß, ob er Freund oder Feind ist.


    Meine Meinung: Ich habe etwas gebraucht, um mit der tollpatschigen und naiven Hauptfigur anzufreunden. Aber bald hatte sie mein Herz erobert. Das Buch ist aus verschiedenen Perspektiven geschrieben, was die Spannung hochhält. Alle aus dem Dorf scheinen Geheimnisse zu haben. Irgendwann bringt der Roman eine Wendung mit einem Thema auf den Plan, mit dem ich nicht gerechnet habe. Zudem gibt es einen fulminanten Shwodown mit einem schönen Schluss. Eine absolute Leseempfehlung. 

  10. Cover des Buches Es (ISBN: 9783453504080)
    Stephen King

    Es

     (2.273)
    Aktuelle Rezension von: Buecherphantasie

    Stephen King liefert mit dem Buch einen Roman mit etwas 1500 Seiten. Es ist ein typischer Roman und vorab möchte ich direkt sagen, dass das Buch definitiv nichts für Leser ist, die es nicht mögen viele Seiten ohne Spannung zu lesen. Bei Es ist der Einstieg in der Geschichte sehr langsam. Zunächst lernt man die Protagonisten kennen und alles ist sehr detailliert beschrieben. Man lernt auch die Geschichte von Derry, der Stadt in der das Buch spielt, kennen. Durch die Liebe fürs Detail von Stephen King  konnte ich mir alles hautnah vor meinem geistigen Auge vorstellen. Die Emotionen meinerseits haben einer Achterbahn geglichen. Es war zwar nicht durchgehen gruselig, aber ab und an kamen echt gruselige Szenen.

    Insgesamt ist es für mich definitiv ein Klassiker, den man als Stephen King Liebhaber lesen sollte.

    Trotzdem konnte ich nur 4 Sterne vergeben, da ich manchmal die intensiven Phasen der Erzählungen und Beschreibungen irgendwann einfach als zu viel empfand. 

  11. Cover des Buches Kaltblütig (ISBN: 9783036959030)
    Truman Capote

    Kaltblütig

     (317)
    Aktuelle Rezension von: Surari

    Die Clutters sind eine Farmerfamilie aus Kansas. Sie haben viele Freunde und sind gut angesehen in der Gemeinde. Zwei  der vier Kinder sind bereits ausgezogen als die Eltern und die verbliebenen zwei Kinder ermordet werden. Aber wer hat es auf die Clutters abgesehen gehabt. Vor allem da Mr. Clutter so gut wie alles mit Schecks bezahlt und nie groß Bargeld im Haus hat? Später wird es heißen wir haben zwischen 40 und 50 Dollar erbeutet. Dafür musste vier Menschen sterben.

    Dieses Buch ist schon etwas älter und beruht auf einer wahren Begebenheit. Es wurde 1965 von Truman Capote geschrieben, der beweisen wollte, dass ein auf Tatsachen basierender Roman genauso spannend sein kann wie eine erdachte Geschichte. Allein deshalb hat es mich interessiert und weil es damals ein Bestseller wurde. Mich hat das Buch leider nicht überzeugt. Ich habe jetzt zwei Monate benötigt um es zu beenden. Capote erzählt sehr viel was einfach nicht relevant ist für die eigentliche Handlung. Z.b. sind oft Erzählungen wie die Städte aussehen und ich brauch nicht jeden Grashalm der im Wind weht als Bild erzählt. Auch wenn Nebenfiguren erwähnt werden sind da oft Monolog oder Dialoge die einfach nicht benötigt werden für die Geschichte. Ich fand es für 350 Seiten sehr mühsam zu lesen. Schade, war es doch eines meiner 21 für 21 Bücher.

  12. Cover des Buches Ein Koffer voller Schönheit (ISBN: 9783426308356)
    Kristina Engel

    Ein Koffer voller Schönheit

     (111)
    Aktuelle Rezension von: Nady

    Ich war sehr gespannt auf diesen Roman, zumal ich ja selber Naturkosmetik vertreibe.  Voller Vorfreude habe ich also mit dem Buch begonnen.  Doch leider war ich dann doch etwas enttäuscht.

    Die Hauptprotagonistin Anne Jensen möchte nicht nur für Kinder und Haushalt zuständig sein und beginnt mit der Ausübung als AVON Beraterin. Sie ist eine der ersten Damen, die diese Tätigkeit als Kundenberaterin beginnt.
    Doch ihr Mann Benno glaubt nicht daran, dass Anne damit einen Erfolg erziehlt. Er selber arbeitet als Tischler und macht sich zusammen mit einem Freund mit einem Möbelgeschäft selbstständig.
    Doch Benno scheint sich immer mehr zu verändern und das nicht im positiven Sinne.  In der Ehe scheint es immer mehr zu krieseln. 

    Ich habe mir erhoft, sehr viel mehr über die Tätigkeit als Kosmetikberaterin von Avon zu erfahren. Doch in dem Roman geht es doch hauptsächlich um die Ehekrise von Anna und Benno. KIar schreibt Kristina Engel auch darüber, wie Anne die Kosmetikprodukte an die “Frau” bringen möchte, was zur damaligen Zeit alles andere als leicht war, da die Frauen mehr mit Kinder, Hof und Haushalt zu tun hatten.
    Aber die Krise zwischen Anna und Benno, sowie dessen Möbelgeschäft sind der Hauptplot in dem Roman. 

    Der Roman war gut zu lesen und auch interessant, aber eben nicht das, was ich erwartet habe.
    Trotzdem gebe ich gerne 3 von 5 Sterne und werde die Autorin weiterhin verfolgen.

  13. Cover des Buches Die Geschichte eines neuen Namens (ISBN: 9783518469521)
    Elena Ferrante

    Die Geschichte eines neuen Namens

     (330)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Der zweite Band dieser neapolitanischen Saga erzählt die spannende Freundschaftsgeschichte von Elena und Lila weiter. Es geht nun um die jungen Erwachsenenjahre der beiden Frauen. Die eine widmet sich mit ganzem Ehrgeiz ihrem Studium, die andere gleitet immer tiefer in familiäre Schwierigkeiten. Zeitweise verlieren sich die beiden aus den Augen und leben vollständig ihr eigenes Leben, doch bleiben sie verbunden unter anderem durch die Liebe zu demselben Mann.


    Man liest sich einfach und schnell in die Fortführung der Geschehnisse und auch dieser Band kann als Unterhaltungsliteratur auf gehobenem Niveau bezeichnet werden.

  14. Cover des Buches 84, Charing Cross Road (ISBN: 9783455650747)
    Helene Hanff

    84, Charing Cross Road

     (293)
    Aktuelle Rezension von: Lalalenii

    Helene Hanffs unverhoffte Brieffreundschaft mit einem Londoner Buchantiquariat lässt die Herzen aufgehen. Durch geteilte Leidenschaft hält eine Freundschaft über Jahrzehnte hinweg über den Atlantik fest. Noch dazu ein faszinierender Einblick in den Alltag in London und New York der 1950er und 1960er Jahre. 

  15. Cover des Buches Vaterland (ISBN: 9783453421714)
    Robert Harris

    Vaterland

     (351)
    Aktuelle Rezension von: Archer

    April 1964: Das dritte Reich hat den Krieg vor zwanzig Jahren gewonnen. Die Nazis beherrschen Europa und Deutschland, insbesondere Berlin, bereitet sich auf den 75. Geburtstag des Führers vor. Ausgerechnet jetzt wird die Leiche eines hochrangigen SS-Offiziers gefunden. Xaver March, Ermittler der Mordkommission, wird auf den Fall angesetzt. Doch überall wird gemauert, er findet keinen Zugang zu dem Fall und plötzlich mischt sich auch noch der Sicherheitsdienst ein und entzieht ihm das Ganze. Doch Xaver hat Blut geleckt und je tiefer er gräbt, desto scheußlicher werden die Verbrechen und desto lauter schreit sein Gewissen.

    Ich mag ja diese Was-wäre-wenn-Szenarien sehr. Mit diesem Buch hat der Autor wohl vor 25 Jahren in Deutschland einen Skandal heraufbeschworen, hat er doch Ängste und Schuldbewusstsein ordentlich wieder aufgewühlt. Andererseits finde ich das Ganze gar nicht abwegig, schon gar nicht im Licht heutiger Ereignisse betrachtet. Es war eine beklemmende, spannende und durchaus authentische Lektüre, die zwischendrin manchmal ein bisschen langatmig daherkam, ganz besonders, wenn es um das amerikanische Loveinterest von Xaver ging. Dafür riss der Schluss vieles wieder heraus; er war unglaublich intensiv, hoffnungslos, realistisch und vor allem - offen. Nicht was das Schicksal einzelner Beteiligter angeht, aber dafür das Schicksal der ganzen Welt. Fast wie im echten Leben. 

  16. Cover des Buches Eine Handvoll Worte (ISBN: 9783499266911)
    Jojo Moyes

    Eine Handvoll Worte

     (1.774)
    Aktuelle Rezension von: schaetzelein83

    Ellie ist Journalistin und findet bei einer Recherche im Archiv einen 40 Jahre alten Liebesbrief, der sie nicht mehr loslässt. Sie macht sich auf die Suche nach dem Verfasser und der angeschriebenen Person, nicht ahnend wie sehr diese Geschichte auch noch in die Gegenwart ausstrahlt und wie ähnlich sich die beiden Frauen möglicherweise sind.

    Über das Cover lässt sich nicht streiten: es ist wunderschön und hat einen hohen Wiedererkennungswert. Auch der Klappentext klang interessant und mir gefallen Geschichten, die Handlungsstränge in der Vergangenheit und der Gegenwart miteinander verknüpfen. Das ist aber eigentlich auch schon alles was ich Positives über das Buch berichten kann, denn das was im Klappentext angedeutet wird, wurde leider nicht zu meiner Zufriedenheit umgesetzt.
    Die Handlungsstränge sind völlig ungleich verteilt, der Gegenwartsstrang wird nur kurz angerissen und taucht erst nach mehr als der Hälfte des Buches wieder auf, außerdem hätten Jahreszahlen am Anfang der Kapitel als Orientierung sehr geholfen.

    Die Protagonisten blieben leider auch recht farblos und undurchsichtig, so dass es mir schwer fiel irgendwen sympathisch zu finden. Es gibt kurze interessante Momente, doch dann verliert sich die Geschichte wieder in Belanglosigkeiten, Beschreibungen und unwichtigen Passagen. Rückblickend betrachtet hätte man, ohne der Story etwas zu nehmen, das Buch um einige Seiten kürzen können, es war stellenweise dann doch recht langatmig.

    Der Klappentext hat Lust auf das Buch gemacht, es konnte meine Erwartungen jedoch überhaupt nicht erfüllen, weshalb es von mir leider nur 2 von 5 Sternen gibt.

  17. Cover des Buches Deutsches Haus (ISBN: 9783548061177)
    Annette Hess

    Deutsches Haus

     (209)
    Aktuelle Rezension von: ingaburg

    Geschichtsstunde

     

    Der Roman erzählt ein unbequemes Kapitel der Nachkriegsgeschichte um das 1963. Die Zeit des Wirtschaftswunders und die Zeit, in der sich niemand mehr an den Krieg erinnern möchte, nicht an die Traumata der Opfer, nicht an die Mitläufer und nicht an die Täter. Die Nachkriegsgesellschaft versucht hartnäckig zu schweigen, zu verleugnen oder zu bagatellisieren.

     

    Worum geht es?

    In Frankfurt wird die junge Dolmetscherin Eva für einen Gerichtsprozess engagiert, bei dem es um die Gräueltaten im Konzentrationslager Ausschwitz geht. nach und nach wird sie mit dem Unfassbaren konfrontiert und hat auch mit ihrer eigenen Familiengeschichte zu kämpfen.

     

    Meinung:

    Annette Hess hat sich bereits als Drehbuchautorin in den TV-Serien "Weissensee" und "Ku'damm" mit den frühen 60iger Jahren beschäftigt. Der Roman ist auch ein bisschen wie ein Film, leicht und anschaulich und voller historischer Hintergründe. Die eigentliche Geschichte zieht sich manchmal ein bisschen ins Klischeehafte. Aber insgesamt gefällt mir die Frage nach der Erbschuld, deshalb gebe ich eine Leseempfehlung mit 4 von 5 Sternen.

     

  18. Cover des Buches Die Geschichte der getrennten Wege (ISBN: 9783518469538)
    Elena Ferrante

    Die Geschichte der getrennten Wege

     (244)
    Aktuelle Rezension von: Herbstrose

    Die „Neapolitanische Saga“ geht weiter: Lila lebt weiterhin in Neapel. Ihre Ehe ist zerbrochen, sie hat sich von Stefano Carracci getrennt und lebt jetzt mit Enzo Scanno zusammen. Dieser kümmert sich auch rührend um Lilas Sohn Gennaro, dessen vermeintlicher Vater Nino Sarratore sein soll, der Mann, in den Elena seit ihrer Schulzeit heimlich verliebt ist. Nach einigen schlecht bezahlen Jobs haben sich Lila und Enzo auf die neuen elektronischen Rechner spezialisiert und arbeiten nun für ihren ehemaligen Erzfeind, den Camorra-Boss Michele Scolara. Elena hat Neapel verlassen und in Pisa studiert, wo sie auch Pietro Airota, einen jungen Professor aus angesehener Familie, kennen lernt. Sie hat ihr erstes Buch veröffentlich, heiratet Pietro und bekommt im Laufe der Jahre zwei Mädchen, Dede und Elsa. Die Familie lebt nun in Florenz. Die beiden Freundinnen haben kaum noch Kontakt. Lila erinnert sich nur an Elena als sie dringend deren Hilfe brauchte, sonst bricht sie alle Kontaktversuche von Elenas Seite ab. Wider Erwarten geht deren Ehe geht gut, die Mädchen wachsen heran, und sie beginnt ein neues Buch zu schreiben. Dann taucht plötzlich wieder Nino in Florenz auf …                                                     

    Elena Ferrante ist das Pseudonym einer italienischen Schriftstellerin, deren Debütroman „L’amore molesto“ bereits 1992 in Italien und unter dem Titel „Lästige Liebe“ 1994 auf Deutsch veröffentlicht wurde. Internationale Bekanntheit erreichte sie durch ihre Neapolitanische Saga, deren erster Band „Meine geniale Freundin“ 2016 in Deutschland erschienen ist, der zweite Teil „Die Geschichte eines neuen Namens“ folgte 2017. In einem schriftlichen Interview gab die Autorin einige Informationen zu ihrer Person bekannt. Sie sei in einem Außenbezirk von Neapel geboren und aufgewachsen, heiße im realen Leben auch Elena und sei Mutter von Töchtern. Die Schriftstellerei sei nicht ihr Hauptberuf … 

    „Die Geschichte der getrennten Wege“ ist der dritte Band der „Neapolitanischen Saga“, die insgesamt vier Bände umfasst. Er erschien bereits 2013 im italienischen Original und 2017 in deutscher Übersetzung beim Suhrkamp-Verlag und behandelt das weitere Leben der beiden Freundinnen als reife Frauen. Wir befinden uns in den 70er-Jahren des vorigen Jahrhunderts, einer Zeit, in der Italien von politischen und gesellschaftlichen Umbrüchen und von Studentenunruhen geprägt war. Ehescheidungen sind nun auch in Italien möglich. Diese Umbrüche, die Stellung der Frauen und wie die beiden Freundinnen darin involviert sind, bilden überwiegend den Hintergrund dieser Geschichte. Sie sind jetzt Mitte Dreißig und während Elena eher intellektuell in Frauengruppen rebelliert, ist Lila aktiv an gefährlichen Aktionen beteiligt. Ihre Lebenswege haben sich getrennt, sie sind sich fremd geworden und bleiben doch auf seltsame Art verbunden, denn jede sieht in der anderen etwas, das sie selbst nie erreichen konnte. Da die Geschichte aus der Erinnerung Elenas erzählt wird (Band 1), erhält man naturgemäß tiefere Einblicke in deren Leben und Entwicklung, über das sie des Öfteren reflektiert. Die bisher meist unspektakulär verlaufene Geschichte nimmt gegen Ende zu deutlich Fahrt auf und der übliche Cliffhanger der Autorin lässt uns doch gerne zu Band 4 greifen. 

  19. Cover des Buches Große Freiheit (ISBN: 9783446262560)
    Rocko Schamoni

    Große Freiheit

     (35)
    Aktuelle Rezension von: Chris666

    Mir persönlich hat das Buch gut gefallen. Es ist kurzweilig und unterhaltsam. Keine Hochkultur, aber das erwartet glaube ich auch niemand von den Büchern Schamonis. Eine nette Gute-Nacht-Lektüre, welche die intellektuellen Fähigkeiten sicherlich nicht überstrapaziert.

  20. Cover des Buches Die Präparatorin (ISBN: 9783740808297)
    Andreas Wagner

    Die Präparatorin

     (38)
    Aktuelle Rezension von: Buchwurm05

    Inhalt:

    Felicitas Booth ist Präparatorin. Genau wie es ihr Vater war. Dieser nahm in den 60er Jahren an Expeditionen nach Afrika teil, bei denen es zur Großwildjagd ging. Viele Präparationen von ihm stammen aus den geschossenen Tieren. Das damals irgendetwas vor sich ging, wird Felicitas spätestens klar, als jemand in ihre Werkstatt einbricht und an ungewöhnlichen Stellen etwas sucht. Sie beginnt eigene Recherchen und stößt anhand des Nachlasses ihrer Eltern auf einige Ungereimtheiten.....

    Leseeindruck:

    Wenn man "Die Präparatorin" liest muss man sich klar sein, dass das Thema über die Ausbeutung Afrikas emotional mitnimmt. Jedoch hat der Autor das gut gelöst, in dem er einen neutralen Schreibstil gewählt hat. Hierbei urteilt er nicht. Überlässt es seinen Lesern sich eigene Gedanken zu machen. Sehr bildlich hat er dabei die Jagd anhand Projektoraufnahmen dargestellt, bei denen ich den Eindruck hatte, sie selbst anzuschauen. Das hat mir gut gefallen. Weniger gut fand ich die detaillierten Beschreibungen zur Präparationsarbeit, zumal sich diese im Laufe der Geschichte wiederholt haben. Trotzdem baut sich in dieser Anfangsphase eine unterschwellige Spannung auf, da vieles nur angedeutet wird und mich neugierig werden lassen hat. Leider verliert sich das im Mittelteil aber. Irgendwie kam es mir so vor als würde sich alles im Kreis drehen. Gerade was Felicitas Gedankenwelt angeht. Aus ihrer Sicht ist der Krimi auch geschrieben. Mir ist es zunehmend schwerer gefallen mich in sie hineinzuversetzen. Was vielleicht auch der Grund war, dass ich am Ende nicht alles ganz verstanden habe und ich mich in einer Szene wiedergefunden habe, die meines Erachtens schon abgehandelt war. Der Schluss kommt überraschend daher, auch wenn ich eine kleine Vorahnung hatte, wer im Endeffekt involviert ist.

    Fazit:

    Die Grundidee fand ich gut. Auch den neutralen Schreibstil des Autors, den ich dafür genau passend gefunden habe. Ein bisschen kam mir das Lesen wie eine Achterbahnfahrt vor. Erst hatte ich Anfangsschwierigkeiten, um in die Geschichte zu kommen. Dann habe ich gerätselt was wohl damals in Afrika passiert sein könnte und ich durchaus spannend fand. Leider konnte dieser Spannungsbogen nicht ganz gehalten werden. Wozu auch die vielen Wiederholungen beigetragen haben. Ein bisschen schade fand ich, dass der Krimi zwar in Mainz spielt, man aber nur am Anfang etwas davon gemerkt hat. Ich fand "Die Präparatorin" gut. Zu mehr hat es aber leider nicht gereicht.

  21. Cover des Buches Atlantis (ISBN: 9783453435711)
    Stephen King

    Atlantis

     (221)
    Aktuelle Rezension von: MaBoy

    Der Gedanke an den darauf basierenden Film "Hearts in Atlantis" mit Anthony Hopkins erweckt in mir stets ein Gefühl der Nostalgie. Dennoch bezieht sich der Film lediglich auf die erste Teilgeschichte des Buches. Die übrigen widmen sich dem Leben einzelner "Nebencharaktere". Leider ziehen sich die Geschichten etwas in die Länge und verlieren dabei ihre Essenz. In kürzester Zeit wirkten Einzelheiten wie im Meer versenkt.

  22. Cover des Buches Black Rabbit Hall (ISBN: 9783734105272)
    Eve Chase

    Black Rabbit Hall

     (259)
    Aktuelle Rezension von: Meggiberlin38

    🔖📚  FERTIG   🔖📚


    Black Rabbit Hall 

    Eve Chase

    Roman 

    412 Seiten 

    blanvalet 


    Kurzbeschreibung


    Eine Familie. Ein Geheimnis. Ein Sommer, der alles verändert ...


    Amber Alton weiß, dass die Stunden auf Black Rabbit Hall, dem Sommersitz ihrer Familie, anders vergehen, ihren eigenen Takt haben. Es ist ruhig und idyllisch. Bis zu einem stürmischen Abend 1968. Vereint durch eine unfassbare Tragödie, müssen sich die vier Alton-Geschwister mehr denn je aufeinander verlassen. Doch schon bald wird diese Verbundenheit auf eine harte Probe gestellt.


    Jahrzehnte später fahren Lorna Smith und ihr Verlobter Jon auf der Suche nach einem Ort für ihre Hochzeitsfeier durch die wilde Landschaft Cornwalls – und stoßen auf ein altes, leicht verfallenes, aber wunderschönes Haus. Ein Haus, das Lorna nach und nach seine schönsten Geschichten und traurigsten Momente verrät ...


    Meine Meinung 

    ☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆


    Eine wunderschöne, wenn auch zum Teil traurige Geschichte. 

    Mit sehr viel Liebe zum Detail geschrieben. 


    In der Vergangenheit erzählt uns Amber Alton ihre Geschichte.  Über ihre Mutter und Geschwister.  Eine sehr glückliche Kindheit verleben sie mit ihrer Mutter auf Black Rabbit Hall. 

    Bis das Schicksal alles verändern wird. 

    Sehr bewegend geschrieben.


    In der Gegenwart lernen wir Lorna kennen.

    Sie ist auf der Suche mit ihrem Verlobten nach einer geeigneten Hochzeitslokalität.  Und aus nicht erklärbaren Gründen kommt für sie das in die Jahre gekommene Black Rabbit Hall Haus in Frage.


    Manchmal dachte ich, wie naiv und uneinsichtig Lorna ist.  Mit Sturheit  versucht sie unbedingt ihren Willen durchzusetzen.  Alleine die Beschreibung des Zustandes von Black Rabbit Hall, läd nun wirklich nicht für eine große Feierlichkeit ein.

    Aber das ist genau das, was diese Geschichte aus macht.

    Der Leser möchte in die Geheimnisse eintauchen, möchte wissen warum Lorna wie besessen von diesem Haus ist. 


    Alles baut sich nach und nach auf.  Abwechselnd in der Vergangenheit und Gegenwart. 


    Das Ende rührte mich sehr und es machte mich auch glücklich. 


    Der Schreibstil flüssig. Bildhaft die Landschaft  Cornwalls beschrieben. 


    Ein sehr schönes Buch. 


    Von mir eine klare Leseempfehlung.

  23. Cover des Buches Die Berlinreise (ISBN: 9783442749973)
    Hanns-Josef Ortheil

    Die Berlinreise

     (38)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Wie schon seine Mutter gesagt hat: es braucht nicht viel Schmuck, sondern ein Stück genügt, an welchem man besondere Freude hat …

    Dieses kleine literarische Juwel bereitet einem sehr viel Freude. Es ist eine ruhige und trotzdem spannende Reisebeschreibung ins Berlin der 60-Jahre. Der Autor selber, damals noch ein Jugendlicher, erstaunt mit einer sprachlichen Präzision, die man einem Jungen in seinem Alter nicht unbedingt zutraut. Sehr klug und interessiert beschreibt er aus seiner jugendlichen Sicht die Dinge, die ihn erstaunen, ärgern oder langweilen. Hanns-Josef Ortheil unternimmt die Reise allein mit seinem Vater, die Mutter bleibt in Köln zurück. Sehr liebevoll beschreibt er seine Gedanken, verbindet sie mit Entdeckungen, die er auf der Reise macht und man spürt die innige Liebe, die er zur Mutter hat und durch viele Postkarten an sie ausdrückt. Als Leser lernt man einiges über das damals noch geteilte Berlin und man erfährt viel Bestürzendes der tragischen Familiengeschichte.

    Eine ganz besondere Lese-Empfehlung von mir. Das Buch hat mir sehr gut gefallen und ich freue mich schon auf weitere (Reise-)Erzählungen dieses wunderbaren Autors.

  24. Cover des Buches Der Gott der kleinen Dinge (ISBN: 9783596521685)
    Arundhati Roy

    Der Gott der kleinen Dinge

     (289)
    Aktuelle Rezension von: Lese_Lisel

    "Der Mai in Ayemenem ist ein heisser, brütender Monat. Die Tage sind lang und feucht. Der Fluss schrumpft, und schwarze Krähen laben sich an leuchtenden Mangos in reglosen, staubgrünen Bäumen. Rote Bananen reifen. Jackfrüchte platzen auf. Schmeissfleigen brummen stumpfsinnig in der nach Früchten duftenden Luft. Dann prallen sie gegen Fensterscheiben und sterben verdutzt in der Sonne"

    "Der Gott der kleinen Dinge" ist ein Roman, den ich vor etlichen Jahren gelesen habe: Ein aussergewöhnlicher Lesegenuss, schillernd, saftig, ergreifend, bildgewaltig, brutal und dicht. Noch ganz genau erinnere ich mich an die wachsende Faszination für diese tragische Familiengeschichte und wie tief ich abgetaucht bin in das ländliche Kerala, in die indischen Machtverhältnisse, in die Auswirkungen des Kastensystems. Wie mich diese ganz eigene Magie von Roys Sprache verhext hat, wie ich gebannt hineingezogen wurde in diesen eigenwilligen, farbenprächtigen Roman. Ein absolutes Lesehighlight. Irgendwann werde ich zurückkehren nach Kerala und dieses Buch noch ein mal lesen. 

    Roy schildert in "der Gott der kleinen Dinge" die Geschichte einer der oberen Kaste angehörenden Familie: Das Zwillingspaar Rahel und Estha wachsen in den 60er Jahren im ländlichen Kerala auf und erleben, wie sich das Leben von einem Moment auf den anderen für immer dramatisch verändern kann. Jahrzehnte stehen sich die Zwillinge nach langer Trennung wieder in Ayemenem, dem Ort ihrer Kindheit, gegenüber...

    Bei aller Begeisterung muss ich allerdings sagen, dass "Der Gott der kleinen Dinge" keine einfache Lektüre ist! Der Roman ist komplex und die Vielzahl an Figuren kann anfangs verwirrend sein. Zeitsprünge und kurze, nur angerissene Absätze erfordern Konzentration. Roy schreckt nicht davor zurück, auch Unglück, Elend und Ekelerregendes bildhaft und ungeschminkt darzustellen. Allen, die anspruchsvolle Familiengeschichten ohne Kitsch mögen, kann ich den Roman jedoch wärmstens empfehlen. Neben der Geschichte an sich sind die kraftvoll geschilderten Figuren wie auch die Einblicke in die indische Geschichte und Gesellschaft unvergesslich. Für mich ein ganz grosser, zeitloser Roman!

    (unbezahlte Werbung | alle Rechte beim btbVerlag)

    Erstveröffentlichung 1997

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks