Bücher mit dem Tag "1963"
21 Bücher
- Annette Hess
Deutsches Haus
(235)Aktuelle Rezension von: carowbrEva ist eine junge Frau Anfang der 60er Jahre in der BRD und soll als Dolmetscherin beim ersten NS-Prozess arbeiten. Dadurch wird sie mit der Vergangenheit ihres Landes und ihrer Familie konfrontiert.
Das Buch stellt eine Zeit da, in der jeder nach vorne blicken und niemand sich mit der Vergangenheit und der entstandenen Schuld auseinandersetzen wollte. Eindringlich schildert die Autorin immer wieder die Aussagen der Zeugen, die auf den echten Prozessakten beruhen. Besonders treffend ist der Widerspruch beschrieben, dass einerseits niemand von etwas gewusst haben will, nur ‚die Anderen‘ mitgemacht haben und man selbst nichts machen konnte. Andererseits haben eben (fast) alle dazu beigetragen, dieses System zu stützen und dadurch über die Jahre auszubauen.
Auch das Privatleben von Eva wird thematisiert und damit einhergehend die Rechte und Rolle der Frau in den 60er Jahren dargestellt.
Der Schreibstil war einerseits angenehm zu lesen, anderseits war es nicht zu 100% meins - ich kann allerdings nicht genau festmachen, an was es lag. - Vicki Baum
Menschen im Hotel
(134)Aktuelle Rezension von: CountofcountSchon ein echt besonderes Buch.
Vicky Baum beschreibt verschiedene Personen und Episoden, die in einem Berliner Großhotel spielen.
In behäbiger Langatmigkeit werden die Personen eingeführt und beleuchtet, im Weiteren kreuzen sich immer wieder die Wege und Geschichten der Protagonisten.
Für mich war besonders der Anfang etwas schwerer zu lesen, weil ich mit der recht zähen Erzählweise nicht wirklich in einen guten „Leseschwung“ kam. Dieser Schwung kam dann für mich, als die Geschichten etwas mehr Geschehen bekamen und sich Wege kreuzten.
(Putzigerweise ging das einem Mitleser komplett anders, der fand den Anfang sehr spritzig und erst das Ende etwas träger.)
Die Sprache trägt einen unmittelbar direkt zurück ins Berlin zu Beginn des letzten Jahrhunderts, und viele Dinge sind einfach herrlich „alt“ („Fräulein vom Amt“ / „Liftboy“ / …).
=> ein wirklich schön unterhaltsames Buch, welches -bei aller Sperrigkeit- wirklich Spaß gemacht hat.
- Felicitas Fuchs
Die Akte Schneeweiß
(47)Aktuelle Rezension von: Leseschneckchen555Mathilde und ihr Bruder Rudolf verloren ihre Eltern schon früh und kamen seitdem bei der Verwandtschaft unter. 1936 bekommt Mathilde eine Anstellung in einer Apotheke. Ihre Aufgaben bestehen nicht nur darin im Haushalt anzupacken, sie darf auch sehr schnell in der Apotheke und im Fotolabor mitwirken. Sie genießt diese Zeit, in der sie fast täglich etwas Neues lernt und saugt alles auf. Leider ist es schnell mit der Harmonie vorbei, denn die Familie, in der sie lebt, ist jüdischer Abstammung. Von einem Tag auf den anderen muss sie das Haus verlassen und Mathilde steht ohne Unterkunft und Arbeit da. Auf Empfehlung kommt Mathilde bei einem Frauenarzt unter. Sie darf dort assistieren und bald darauf verliebt sie sich in ihren Chef. Doch auch diese Freude ist nicht von langer Dauer. Mathilde lernt die Schattenseiten des Krieges kennen und begibt sich nicht selten selbst in größte Gefahr.
Über dreißig Jahre später spielt Mathildes Bruder Rudolf, der Großvater von Katja und Heidi, eine bedeutende Rolle in der Familiengeschichte. Die Kinder lieben ihn. Doch als er von einem Tag auf den anderen verschwindet, wirft das eine Menge Rätsel für die beiden Mädchen auf. Die Großmutter und die Eltern schweigen. Erst als Außenstehende ein paar Anmerkungen fallen lassen, werden die Kinder hellhörig und forschen nach. Besonders Katja vermisst ihren Großvater, der ihre Zielstrebigkeit als einziger so richtig verstanden zu haben scheint.
Wenn ich ein Buch von Felicitas Fuchs lese, fühle ich mich immer ein klein wenig in die Vergangenheit zurückversetzt, in der ich als kleines Mädchen bei meiner Oma auf der Eckbank saß und ihren Erzählungen von damals lauschte. Ihre Art zu Schreiben und sich auszudrücken, liefert mir immer ein Stück Geborgenheit. Auch wenn die Themen bei weitem nicht immer leicht sind, hinterlassen sie keine unerträgliche Schwere. Was vielleicht auch daran liegen mag, dass man in diesem Roman zwischen den Kriegsjahren und den sechziger bis siebziger Jahren wechselt. Wir erleben zum einen Mathilde, die sich in ihrem Leben durch ihren Mut größter Gefahr aussetzt und zum anderen die Nachkommen von Mathildes Bruder Rudolf mit der Enkelin Katja, die sich nicht unterkriegen lässt und für ihre Ziele kämpft. Mathilde und Katja sind zwei besonders starke und mutige Frauen aus zwei unterschiedlichen Generationen und doch durch den Bruder und Großvater Rudolf miteinander verbunden. Auch wenn sie sich nie persönlich kennenlernen konnten, weil Mathilde längst gestorben war als Katja auf die Welt kam, haben sie viele Gemeinsamkeiten. Beide entwickeln genau das richtige Gespür für Gut und Böse und es ist beeindruckend, wie sie damit umgehen und ihren Weg finden. Aber auch alle anderen Familienmitglieder nehmen in diesem Buch sehr interessante und spannende Rollen ein. Über die Jahre hinweg passiert viel und durch all diese Vorkommnisse wächst einem die Familie schnell ans Herz. Zudem wirkt sie so typisch und authentisch, ich mochte sie alle gern.
Dieser Familienroman, der von Schicksalsschlägen nur so geprägt wird, fesselte mich von der ersten Seite an. Ich finde die Autorin hat neben der Dramatik noch eine Extraportion Spannung ins Buch gepackt. Manche Passagen ließen sich wie ein Krimi lesen, andere berührten mich zutiefst. Es ist erstaunlich, obwohl ich schon von vielen Gräueltaten der Kriegsjahre gelesen habe, kommen immer wieder neue hinzu, die mich unfassbar zurücklassen. Wie auch die Vorgängerbücher, ist dieses Buch für mich ein Lesehighlight.
- Hanns-Josef Ortheil
Die Moselreise
(33)Aktuelle Rezension von: rose7474Nachdem mich die "Berlinreise" bereits so fasziniert hat musste ich auch unbedingt die "Moselreise" lesen, die der Autor ein Jahr früher mit seinem Vater unternahm.
Schon da merkt man die Begabung zum Schreiben des Autors. Auch dieser Reisebericht begeisterte mich sehr. Die Kapitel nach dem Reisebericht fand ich auch sehr interessant und ausschlussreich. Auf jeden Fall muss ich noch den autobiografischen Roman von Hanns-Josef Ortheil "Die Erfindung des Lebens" lesen.
Die "Moselreise ist sehr empfehlenswert und 5 Sterne von mir.
- Richard Laymon
The Traveling Vampire Show
(170)Aktuelle Rezension von: lucatrkis„Die Show“ war für Laymon-Verhältnisse recht mild … jedenfalls die ersten vierhundert Seiten. Die Geschichte las sich sogar fast wie ein Jugendbuch, bis es dann zu der Vampirshow kam. Ich mochte die Atmosphäre der ersten vierhundert Seiten sehr gern, besonders die Liebesgeschichte zwischen Dwight und Slim, die am Ende ja leider nicht mehr fortgeführt wurde. Als sie aber zusammen grillten, hatte das Buch für mich genau die richtige Mischung aus Liebesgeschichte und Spannung. Insgesamt war „Die Show“ allerdings sicherlich nicht Laymons spannendstes Werk, da bis zur Vampirshow nicht wirklich viel Grauen passierte. Dennoch las sich das Buch, wie bei ihm üblich, durch seinen Schreibstil und die diesmal recht sommerlich-lockere Jugendbuch-ähnliche Geschichte ziemlich schnell. Die Vamprishow, das lang angestrebte Finale, enttäuschte mich dann aber doch ein bisschen. Die Show lebte hauptsächlich von Gewalt und Sex. Beides gibt es in Laymons Werken immer zuhauf, bei der Vampirshow fehlte es mir jedoch an Spannung. Am Ende gab es dann einen Haufen Leichen, für mich wurde aber eine der wichtigsten Fragen nicht geklärt: Wer waren die Cadillac-Zwillinge und wieso wussten sie, dass Slim, Rusty und Dwight sich bei der Straße zur Lichtung im Gebüsch versteckt hatten? Generell, woher kommt ihre Obsession mit ihnen? Ich dachte, die beiden würden eine größere Rolle im Finale spielen, anstatt nur dazusitzen und zu lachen, bis Slim sie schließlich umbringt. Zudem wurde mehrmals angedeutet, dass Rusty seine Schwester möglicherweise missbraucht (zum Beispiel, als Bitsy sich auf dem Weg zur Vampirshow im Wald Dwights Sandalen anzog oder als Rusty mit Valeria zugange war), am Ende wurde das aber nicht aufgelöst. Den allerletzten Satz der Geschichte fand ich allerdings lustig. Noch eine kleine Anmerkung: Auf Seite fünfzig steht „gehen“ statt „gegen“, auf Seite 441 „Valerie“ statt „Valeria“ und auf Seite 464 „Hinter“ statt „Hintern“. Außerdem wird auf Seite 384 gesagt, Bitsy habe Slim im Streit mit ihr eine dreckige Nutte genannt, auf Seite 439 wird allerdings erwähnt, dass Slim nichts davon wisse.
Fazit: „Die Show“ wird unter Laymon-Fans als eines seiner besten Werke gefeiert, das kann ich allerdings nicht nachvollziehen. Das Buch war nicht schlecht, jedoch geschah auf den ersten vierhundert Seiten kaum Horror und die Vampirshow schließlich reihte stumpf Gewalt und Sex aneinander, ohne dabei sonderlich spannend zu sein. Für mich gibt es deutlich stärkere Laymons wie „Nacht“, „Die Insel“ oder „Finster“, die seinen typischen Stil besser darlegen. Nichtsdestotrotz konnte mich auch dieses Werk begeistern, wenn auch nicht so sehr wie manch anderes von ihm.
- Elisabeth Büchle
Mehr als nur ein Traum
(56)Aktuelle Rezension von: BettinaLausenFelicitas hat mit jüdischen Wurzeln Nazideutschland überlebt. Ein unerwartetes Erbe führt sie in den 1960er Jahren nach Mississippi. Trotz aller Warnungen freundet sie sich mit ihren schwarzen Nachbarn an. In der Stadt findet sie schnell Freunde, obwohl sie auch als die „Fremde“ beäugt wird. Sie gerät mitten in die brodelnden Rassenunruhen der Zeit. Und dann ist dort dieser Deputy Landon - von dem sie nicht weiß, ob er Freund oder Feind ist.
Meine Meinung: Ich habe etwas gebraucht, um mit der tollpatschigen und naiven Hauptfigur anzufreunden. Aber bald hatte sie mein Herz erobert. Das Buch ist aus verschiedenen Perspektiven geschrieben, was die Spannung hochhält. Alle aus dem Dorf scheinen Geheimnisse zu haben. Irgendwann bringt der Roman eine Wendung mit einem Thema auf den Plan, mit dem ich nicht gerechnet habe. Zudem gibt es einen fulminanten Shwodown mit einem schönen Schluss. Eine absolute Leseempfehlung.
- Tracy Guzeman
Das Gewicht des Himmels
(41)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerEin etwas ältere Roman, der mich durch den Klappentext neugierig gemacht hat, aber nur mittelmäßig überzeugen konnte.
Die Autorin schreibt zwar gut, detailliert, aber für mich persönlich ist sie zu viel in Details stecken geblieben. Zum Beispiel bei der Beschreibung eines Vogels, die Bilder von Thomas und im Allgemeinen zur Malerei. Würde mir zwar nichts ausmachen, aber dadurch wurde die tragische Geschichte der Kessler Schwester in den Hintergrund gerückt.
Leider kam auch nach etwa mehr als der Hälfte des Buches Spannung auf. Erzählt wird in Zeitepochen, 2007 und aus der Vergangenheit. In der Vergangenheit erfährt man auch, was es mit der Suche nach den Bildern von Thomas zu tun hat, die nicht im Katalog stehen.
Von mir gibt es 🌟 🌟 🌟 Sterne für mittelmäßige Lesestunden. Leider waren mir auch die meisten Charaktere nicht ganz sympathisch. Kann man lesen, muss man aber nicht.
- Sebastian Stammsen
Operation Westwind
(1)Aktuelle Rezension von: Wichella»Ich spreche hier von der Auslöschung der gesamten Bevölkerung der Sowjetunion.«
Juni 1963. Chris Steel und seine Familie werden mitten in der Nacht von einem Kommando brutaler Kämpfer überfallen. Als Chris der Spur der Attentäter folgt, stößt er auf einen Mann, mit dem ihn seit den letzten Kriegsmonaten eine erbitterte Feindschaft verbindet – und der einen Plan verfolgt, der weit über die Rache an Chris hinausgeht.
Was steckt hinter dem deutschen Impfprogramm in der Sowjetunion? Wer entführt John F. Kennedy? Eine Untergrundbewegung greift nach der Macht und steht kurz davor, eine furchterregende Waffe zum Einsatz zu bringen.
Inhalt
Die Geschichte beginnt mit viel Power. Einem Überfall auf eine Familie in ihrem Haus in England. Wir sind im Jahr 1963, dennoch gehen die Gründe auf Ereignisse im 2. Weltkrieg zurück. Es ist Zufall, dass man schnell erfährt, wer der Auftraggeber des Ganzen ist.
Weiter geht es in Westberlin. Unterwegs dahin erfährt man in einer Rückblicke mehr über die beteiligten Charaktere und Hintergründe aus dem Krieg.
Chris, der deutsche Kriegsheld ist nicht alleine in Berlin. Hier gerät er unerwartet, mit einigen Teilnehmern seiner Begleitung,in höchste Gefahr.
eigene Meinung
Das Buch ist durchweg spannend geschrieben. Dies, obwohl der Gegenspieler von Beginn an bekannt ist. Einige Informationen über den Weltkrieg und Ereignisse danach, treffen zu. Es bedarf keiner Rätselraten welche Geschehnisse frei erfunden sind.
Der Thriller ist actionreich und man liest ihn schnell weg. Kleine Details erscheinen nicht immer logisch. Dennoch hat mir das Buch gut gefallen. Es ist keine gehobene Literatur, aber gute Unterhaltung.
Ich werde sicher noch mehr von diesem Schriftsteller lesen, der für mich neu ist. - Dan Gordon
Murder in the First
(2)Aktuelle Rezension von: HoldenEine wahre Begebenheit, die traurige Geschichte von William Moore, einen Kleinkriminellen, der aufgrund eines Fluchtversuchs von der Gefängnisinsel Alcatraz ins pechschwarze "Loch" gesteckt wird, drei Jahre in völliger Dunkelheit gehalten wird, und als er aus der Isolationsfolterhaft entlassen wird, den vermeintlichen Verräter Avery Clark brutal vor aller Augen tötet. Sein Verteidiger Henry "Hank" Davidson schreibt Rechtsgeschichte, indem er das menschenunwürdige System Alcatraz anprangert, das Moores psychisches Leiden verursacht hat. Davidson gibt nicht auf, obwohl ihm beruflich und privat alle möglichen Steine in den Weg gelegt werden. Unglaublich, daß es laut Anhang bis 1963 gedauert hat (ca. 20 Jahre nach dem aufsehenerregenden Mordprozeß gegen Moore), bis man das Foltergefängnis endlich geschlossen hat. Direktoren und Wärter hat man wahrscheinlich nicht zur Rechenschaft gezogen, so ist das ja häufig.. "In the first" entspricht vielleicht dem Dolus directus 1. Grades, den man als Strafrechtsstudent kennengelernt hat. Erinnert an "Papillon" und "Die Verurteilten".
- Wylie Overstreet
Adam ist jetzt mit Eva befreundet
(43)Aktuelle Rezension von: HoldenEine interessante Idee: Was wäre passiert, wenn Mark Z. (bzw. die Winklevoss-Zwillinge) Facebook viel früher erfunden hätten, was hätte man damals nicht alles schon im Vorraus wissen können? Schön ironisch-humorvolle Gedankenspielereien, bei dem einem auch manchmal das lachen im Halse stecken bleibt, zB wenn Hitler Nationalismus bereits 1920 für eine "gute Idee" hält. Sehr amüsant so für zwischendurch, durchaus weiterzuempfehlen. - Herbert Günther
Der Widerspruch
(18)Aktuelle Rezension von: Ivonne_GerhardDas Cover ist schon sehr gut gewählt, es erinnert an Zeitungsausschnitte und soll diese auch darstellen,.. Dann der Ausbruch in der Mitte des Buches mit dem blauen Himmel und dem Widerspruch ,.. Im inneren sind dann auch nochmal verschiedenen zeitungssplitter als Einstieg beschrieben und man bekommt den ersten Eindruck,... Die Geschichte um die 4 Schüler ist sehr gut dargestellt. Die Handlungen sind sehr ausführlich beschrieben, auch die Charaktere und ihre verschiedenen Eigenschaften , Erlebnisse und wieso, sie so sind wie sie sind ist sehr real geschrieben,.. Man kann die Geschichte richtig gut verfolgen,.. Die Perspektiven mit erleben und wie jeder seinen Weg versucht zufinden,,, auch mit der ein oder anderen etwas unkonventionellen Methode oder einem komischen Weg,..die Handlungen der 4 einzelnen, bilden nach und nach ein ganzes,.. Immer eine Vorangegangene , bildet den Grundstein für die Nächste ,.. So findet man eine Runde und abgeschossenen Geschichte am Ende vor,... Das Buch regt zum nachdenken an und gibt Einblicke in das Leben von 1963 ,.... - Eliza Knight
Bernadette Swifts Gespür für Bücher
(23)Aktuelle Rezension von: schaukelsehnsuchtNew York in den 1960er Jahren: Bernadette Swift arbeitet als Juniorlektorin in einem Buchverlag. Ihr Traum ist es, eines Tages ganz nach oben zu kommen.
Leider ist das gar nicht so leicht.
Ihr Vorgesetzter ist ein Widerling, der mehr von ihr fordert, als überhaupt machbar, aber auch ihre männlichen Lektorenkollegen machen es ihr unnötig schwer.
In ihrem geheimen Frauen-Buchclub trifft sich Bernadette mit ihren Freundinnen. Dort lernt sie auch die Frau ihres Vorgesetzten kennen.
Getrieben vom Mut zur Veränderung und der Hoffnung, endlich für Gleichberechtigung kämpfen zu können, zettelt sie einen Streiktag für Frauen an – und stößt nicht nur auf Unverständnis. Stattdessen wird sie bedroht und runtergemacht.
Doch ihr süßer Hund ist für sie da.
Und einer ihrer Arbeitskollegen – dieser Mann hat mir als Frau beim Lesen Hoffnung gegeben.
Eine Geschichte über den Kampf einer Frau um Gleichberechtigung. Dabei ist es der Autorin gelungen, die Geschichte mit ihrem Schreibstil locker und stellenweise lustig zu gestalten.
Eine riesengroße Leseempfehlung meinerseits!
- Annie Proulx
Brokeback Mountain, 1 Blu-ray
(1)Aktuelle Rezension von: AngelsammyJuni. LGBTQI - Monat!
E. Annie Proulx glaubte schon selbst nicht mehr daran, daß ihre Novelle "Brokeback Mountain" jemals das Licht der Leinwand erblicken würde. Das erste Team, das sie verfilmen sollte sprang aus diversen Gründen verschreckt ab. Die Autorin war nicht unbedingt davon überzeugt, daß der Großstädter und taiwanesische Regisseur Ang Lee der Wichtige ist. Aber sie war sehr angenehm überrascht wie werkgetreu der Film dann wurde und wie kongenial Diana Ossana und Larry McMurtry die Novelle im Drehbuch erweitert hatten.
Ich kenne sowohl die literarische Vorlage als auch die Verfilmung und kann das deshalb vergleichen. Der 21jährige Student Matthew Shepard ist kurz hinter Laramie in Wyoming an einen Wildzaun gefesselt worden und durchlitt ein Martyrium, bevor er starb, nur weil er Männer liebte. https://de.m.wikipedia.org/wiki/Matthew_Shepard
Die Autorin betont, daß das keine Geschichte über zwei schwule Cowboys ist, sondern über destruktive Homophobie in solch konservativen Landstrichen wie eben beispielsweise Wyoming.
1963 kommen Ennis Del Mar ( Heath Ledger ) und Jack Twist ( Jake Gyllenhaal) als angeheuerte Cowboys am Brokeback Mountain zusammen, um Schafe zu hüten. Diejenigen, die Kühe betreuen schauen voller Verachtung auf solche Burschen herab.
Nichtsdestotrotz ist es gute Arbeit in jenen Monaten, aber sehr einsam. Beide betonen immer wieder nicht schwul oder bi zu sein, aber es kommt zur ersten Liebesnacht zwischen den beiden.
Daraus erblüht Passion und eine Romanze und ja, Liebe. Die beiden wollen es nur nicht in klaren Worten wahrhaben. In diesem Fall aber sind Körpersprache, Mimik und wortlose Gesten mehr als die manchmal schwache Sprache. In dieser Trias drückt sich doch deutlich ihre sehr starke Zuneigung aus.
Aber was nicht sein darf, darf nicht sein. Damals sowieso nicht und erst recht nicht in solchen speziellen Bundesstaaten. Ihre Wege trennen sich also. Ennis bleibt in Wyoming, heiratet Alma ( Michelle Williams ), bekommt mit ihr zwei Töchter. Jack ist gar Rodeoreiter, heiratet Lureen ( Anne Hathaway ), wird Vater eines Sohnes und hat einen herrischen Schwiegervater.
Über die Jahre treffen sich Ennis und Jack immer wieder, um dann ihrer Leidenschaft und Liebe zu frönen. Andere haben Paris, sie nur Brokeback Mountain. Alma bekommt die Affäre mit, weil sie beide sich leidenschaftlich küssen sieht. Die Ehe zerbricht. Ennis ist allein.
Ihm gefällt nicht, daß Jack ab und an nach Mexiko geht um dort eindeutigen maskulinmaskulinen Abenteuern nachzugehen. Er ist uneingestanden eifersüchtig. Er ahnt nicht, daß Jack einen neuen ( verheirateten ) Lebensgefährten hat, da unten in Texas.
Jack versucht alles um Ennis endgültig für ein gemeinsames Leben zu gewinnen, aber ist dieses Trachten nicht sinnlos? Unter diesen Umständen?
E. Annie Proulx hat einen scharfen, nuancierten und empathischen Blick für das allzu Menschliche und die feinsten Zwischentöne. Dieses Fragile ist superb in die Verfilmung eingeflossen und diese ist in der Tat äußerst werkgetreu. Viele Dialoge wurden wortwörtlich übernommen.
Der Film ist wunderschön, zerbrechlich, todtraurig, anrührend, melancholisch, hat einen Soundtrack, der eine Gänsehaut verursacht, vor allem das instrumentale Titelstück mit der Gitarre. Zum Weinen bringend und zurecht mit Oscars prämiert. Schade nur, daß der mit 28 Jahren viel zu früh verstorbene Heath Ledger nicht ausgezeichnet wurde. Denn er verkörpert Ennis Del Mar mit viel Einfühlungsvermögen, Vitalität und authentischer Tragik.
Nur eine Frage zum Schluß: Wie der queere Rupert Everett schon wissen wollte. Warum können und dürfen heterosexuelle Schauspieler Homosexuelle ( oft genug überzeugend ) spielen, aber Homosexuelle ( oft genug ) nicht heterosexuelle Lover? Hallo? Deswegen sind sie doch Schauspieler! Um jemanden zu impersonisieren, der sie im echten Leben nicht sind.
- Ruth Druart
Élises Geheimnis
(17)Aktuelle Rezension von: sollhabenLeider war dieses Buch nicht ganz so gut wie "Ein neuer Morgen für Samuel".
Die zwei Hauptfiguren konnte ich leider nicht ganz so fassen und der Liebesgeschichte fehlte die Emotion.
Die historischen Gegebenheiten waren gut dargestellt und ich denke, für Anfänger in diesem Genre oder Leserinnen, die sich in dieser Zeit und im besetzten Paris der 40er Jahre nicht so gut auskennen, passt dieses Buch ausgezeichnet.
Aber ich werde die Autorin auf jeden Fall weiter verfolgen, denn ich denke, dass sie noch jede Menge toller Geschichten auf Lager hat. - Kim Harrison
Der Wandel
(16)Aktuelle Rezension von: Thommy28Einen kurzen Blick auf die Handlung ermöglicht die Kurzinfo hier auf der Buchseite. Meine persönliche Meinung:
Ich habe das Buch gelesen weil mir alle vorhergehenden Bände sehr gut gefallen haben. Diesmal wurde ich aber schwer enttäuscht!
Die Handlung ist ziemlich wirrEs geht schlicht um das Ende der Manschet und auch der übernatürlichen Wesen. Ausgelöst durch eine Manipulation durch einen Virus an einer genetisch veränderten Tomate.
So weit so gut - oder auch nicht. Jedenfalls outen sich zum Schluss die Inerländer der Öffentlichkeit. Das alles spielt sich mit (weitestgehend) neuen Figuren ab. Selbst die der Reihe namengebende Rachel Morgan kommt überhaupt nicht vor. Sehr bedauerlich!
Das Finale hat mir persönlich auch nicht gefallen. Die Schreibweise habe ich als hektisch, aber mit Längen durchwachsen empfunden.
Für den Reihenleser mag das reichen, mir nicht. Ich hoffe im nächsten Band kommen die vertauten Figuren wieder zurück!
- Jim Garrison
Wer erschoß John F. Kennedy?
(18)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerDieses Buch hat mich zum nachdenken animiert, aber die Wahrheit ist auch mir bis heute nur schattenhaft klar. - Lea Benthin
Zitronensorbet-Stunden
(2)Aktuelle Rezension von: clematisEdith Waltz führt seit fast zehn Jahren ihre Koch- und Hauswirtschaftsschule auf sehr konservative Art und Weise, sehr zum Missfallen ihrer Tochter Inge, die das Institut einmal übernehmen soll. Ein neuer Jahrgang von acht Schülerinnen wird aufgenommen, darunter die eher desinteressiert wirkende Margarethe. Als die junge Dame einen Studenten im nahen Köln kennenlernt, wird ein dunkles Kapitel aus Ediths Vergangenheit aufgeworfen.
Teil Zwei der Kochschulreihe spielt knapp zehn Jahre nach Band Eins. Neben der Schulleiterin Edith Waltz begegnet der Leser ebenfalls ihrer Tochter Inge und deren Freund aus Kindertagen wieder, sowie einigen Lehrern und ehemaligen Schülerinnen. Ansonsten ist die Handlung abgekoppelt von früheren Episoden und somit gut auch allein für sich zu lesen.
Ganz unterschiedliche junge Damen starten hier ins neue Schuljahr, Ursula nimmt freudig am Unterricht teil und wird schnell als Streberin nach Fleißkärtchen kritisiert, Margarethe hätte ohne elterlichen Zwang niemals den Weg ins Institut gewählt, auch Karin wirkt unzufrieden, während andere eher Rollen von durchschnittlichen Schülerinnen am Rande spielen. Anders als im Vorgängerband kommt diesmal aber nicht so rege Lebendigkeit auf, obwohl unerwartete Überraschungen in der Stadt und Missgeschicke in der Küche den Leser unterhalten. Auch die Zeit des Nationalsozialismus wird aufgearbeitet und Vorurteile über Studenten oder andere „Nichtsnutze“ diskutiert. Dass Inga die Rolle der Frau anders sieht als ihre Mutter, führt zu großen Differenzen, wie sie die Schule der Zukunft sieht, darf man gespannt in der Fortsetzung Pfirsichbowlen-Tage lesen.
Titel Zitronensorbet-Stunden
Autor Lea Benthin
ASIN B0C1P92CDH
Sprache Deutsch
Ausgabe e-book, ebenfalls erhältlich als Taschenbuch (304 Seiten)
Erscheinungsdatum 30. November 2023
Reihe Die Kochschule
Verlag Piper
- Katja Maybach
Dem Himmel entgegen
(26)Aktuelle Rezension von: anne_foxEs ist die Familiengeschichte der Heloise und ihren Töchtern Emmanuelle und Isabelle. Der Vater ist leidenschaftlicher Flieger bei der Luft-Hansa, so schrieb sie sich vor dem Krieg. Auch Isabelle würde gerne fliegen, doch ist es ihr als Frau noch versagt Linenflugzeuge zu fliegen. Emmanuelle hat es dagegen nicht mit der Fliegerrei, sie baut sich nach und nach ein bekanntes Modehaus in Paris auf. Ihr Freund ist ebenfalls Pilot und verschwindet plötzlich, warum erfährt Emmauelle erst 30 Jahre später. Bis dahin dachte sie nur, weil er Halbjude war und aus Deutschland raus mußte. Die Luft Hansa hat damals allen jüdischen Mitarbeiter sofort gekündigt als Hitler an die Macht kam. Doch alles ist viel geheimnisvoller. Doch das größte Geheimnis trägt Heloise mit sich herum. Ihr Gewissen läßt ihr keine Ruhe. Die Handlung ist sehr dramatisch und gefühlvoll. Die Autorin schafft es immer einen durch ihren fesselnden Schreibstil mitzureißen. - Jan-Christoph Nüse
Vier Tage im Juni
(28)Aktuelle Rezension von: buecherwurm1310Ich kann mich noch gut an den Besuch von John F. Kennedy in Berlin im Juni 1963 erinnern. Wem sind nicht seine Worte „Ich bin ein Berliner“ im Ohr.
Vor diesem Hintergrund spielt der Politthriller von Jan-Christoph Nüse. Während die einen dem amerikanischen Präsidenten zujubeln, gibt es andere, die seinen Tod wollen, den Kennedys Politik gefällt ihnen nicht. Man hält ihn für zu nachsichtig der Sowjetunion gegenüber. Gleich am ersten Tag des Besuches kommt es zum einem Attentatsversuch.
Das Coverbild war es, was mich gleich angezogen hat. Es ist ein sehr spannender Thriller vor den realen historischen Geschehnissen. Auch wenn ich anfangs ein wenig Probleme hatte, so habe ich mich dann doch schnell eingelesen. Die Atmosphäre der sechziger Jahre ist sehr gut dargestellt.
Die Meinungen zum politischen Geschehen sind in Zeiten des Kalten Krieges sehr kontrovers. Der charismatische Präsident John F. Kennedy kommt bei vielen Menschen gut an. Aber es gibt auch die, die noch wütend sind über den Mauerbau und Kennedy dafür verantwortlich machen, weil er der Sowjetunion gegenüber zu nachgiebig ist. Auch der Wunsch einiger deutscher Politiker nach der Atombombe bietet Sprengstoff. Kompetenzgerangel sorgt dafür, dass die Sicherheitsmaßnahmen recht lasch sind und so konnte es zu dem Attentatsversuch kommen.
Mir hat dieser Thriller, der historische Begebenheiten mit Fiktivem verknüpft, gut gefallen. Das Personenverzeichnis sowie die „Kleine Chronologie“ am Anfang des Buches waren informativ und hilfreich.
Ein spannender Politthriller, der politisch und historisch Interessierten gut gefallen wird.
- 8
- 12
- 24




















