Bücher mit dem Tag "1970er jahre"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "1970er jahre" gekennzeichnet haben.

106 Bücher

  1. Cover des Buches Die Lichtung (Jan-Römer-Krimi 1) (ISBN: 9783548286365)
    Linus Geschke

    Die Lichtung (Jan-Römer-Krimi 1)

     (219)
    Aktuelle Rezension von: Fuexchen

    Damals wurde dein bester Freund getötet - jetzt jagst du seinen Mörder.
    Sommer 1986: Eine Kölner Clique verbringt ein Party- Wochenende in einer Blockhütte im Bergischen Land. Zwei Tage lang Bier, Musik, Baggersee und Flirts. Am Ende sind zwei junge Menschen tot – das Mädchen vergewaltigt und erstochen, der Junge brutal erschlagen. Der Doppelmord wird nie aufgeklärt. Der Kölner Zeitungsredakteur Jan Römer soll Jahre später über den ungelösten Kriminalfall schreiben. Römer erinnert sich gut, denn das Wochenende im Wald war das Ende seiner Jugend – er gehörte selbst zu jener Clique. Gemeinsam mit seiner besten Freundin Mütze will er herausfinden, was damals wirklich geschah. Zu spät merkt er, in welche Gefahr er sich dadurch bringt.

    Da dies nicht das erste Buch ist, das ich vom Autor Linus Geschke las, war ich gespannt, ob es mir ebenso gut gefallen würde. 

    Der Einstieg fiel mir leicht und ich hatte keine Startschwierigkeiten. Geschrieben wird das Buch aus Sicht von Jan Römer in der Ich-Form. Da mir der Protagonist gut ausgearbeitet erschien, konnte ich mich problemlos auf ihn einlassen.
    Es gibt immer wieder Rückblicke und der Leser bekommt erzählt, was damals passierte bzw. was Jan Römer in den 80ern erlebte. Da ich selbst ein Kind der 80er Jahre bin, fand ich auch gerade die Erwähnung von verschiedenen Liedern, die Jan mit Erinnerungen verbindet als erfrischend und fühlte mich selbst in die damalige Zeit zurückversetzt.

    Der Schreibstil ist unkompliziert und dabei sehr direkt, jedoch ausschweifend. Das muss man mögen, ich mag es. Es mangelt nicht an notwendigen Infos und so erschien mir alles schlüssig ohne auf mich langatmig zu wirken. Viel ausführlicher hätte es jedoch nicht sein dürfen.

    Bis zum Schluss hin blieb ich völlig im Dunkeln und hatte keine Ahnung, wer denn nun der Täter war. Daher blieb es für mich spannend und ich war von der Handlung gefangen.

    Das Cover ist so typisch Crime. Teils duster und doch ansprechend. Mir gefällt es jedenfalls. Die Inhaltsbeschreibung konnte meine Neugierde wecken und ich bin froh, dass ich dieser nachgegeben habe.

    Insgesamt konnte mich dieser Kriminalroman mit seiner spannenden und nicht vorhersehbaren Story überzeugen. So werde ich die Reihe um Jan Römer auf jeden Fall weiter verfolgen. Ich fühlte mich toll unterhalten und hatte eine packende Lesezeit. Daher vergebe ich fünf Sterne. Natürlich gibt es auch eine Leseempfehlung.

  2. Cover des Buches Der Ruf der Trommel (ISBN: 9783426518267)
    Diana Gabaldon

    Der Ruf der Trommel

     (894)
    Aktuelle Rezension von: geBUCHt

    Im 4. Band der Outlander-Reihe bauen sich Claire und Jamie ein neues Zuhause in Amerika auf. Um Land in Anspruch nehmen zu können, musste Jamie Bedingungen zustimmen, welche zukünftig Ärger versprechen. Der Aufbau der Ortschaft Fraser's Ridge beginnt. In der Zeit verfolgt der Leser auch das Schicksal von Brianna und Rodger. Denn die junge Frau hat zunehmend das Bedürfnis zu erfahren, wer sie eigentlich ist. Was sie mit ihrem echten Vater verbindet und die Sehnsucht nach ihren Wurzeln zu suchen, wird immer größer.

    Dieser Band unterscheidet sich von den Vorgängern. Der Fokus liegt nicht mehr allein auf Claire und Jamie, sondern auch auf deren Tochter. Dieser neue Erzählstrang gibt der Reihe einen neuen Reiz, verleiht ihr eine ebenso mitreißende und spannende, neue Liebesgeschichte. Dabei bleibt die Autorin sich treu und beschreibt weiterhin alles sehr detailliert, naturlieb und überzeugend. Und was ich am besten finde, es bleibt unvorhersehbar.

    In der ersten Hälfte des Buches ging es noch viel um Claire und Jamie. Und da die beiden in den ersten 3 Büchern so viele Hürden und Streitigkeiten überwinden mussten, hat meine schiere Begeisterung leider kurze Zeit langsam abgenommen, weil bestimmte Szenen oder Konzepte sich wiederholten oder ähnlich abliefen. Bei der Hälfte wurde die Geschichte rund um Brianna und Roger intensiver aufgenommen und ab diesem Zeitpunkt konnte ich das Buch nicht mehr weglegen. Es kam frischer Wind rein. Neue Aspekte wurden aufgenommen, allein schon deswegen, weil man das ursprüngliche Paar Claire und Jamie, nunmehr aus einer anderen Perspektive gesehen hat. Nämlich als Eltern. Vor allem war es interessant zu sehen, was für Charaktereigenschaften Brianna von ihren Eltern geerbt hat. Wie gut diese beschrieben worden sind.

    Es waren lustige Momente vorhanden, insbesondere dann, wenn Jamie „altmodische“ Ansichten äußerte, doch der Leser nur zu gut wusste, dass die sture, freiheitsliebende Brianna damit überhaupt nicht einverstanden wäre.

    Mit Roger haben wir einen neuen Helden näher kennengelernt. Anders als Jamie, aber nicht weniger mutig und liebenswert. Ich habe genauso mitgefiebert mit seinem Handlungsstrang, wie schon damals bei Claire und Jamie.

    Indianer haben eine große Rolle in dieser Fortsetzung gespielt. Von ihnen lief eine schaurige, raue Atmosphäre aus. Man lernte neue Bräuche und Verhaltensweisen kennen. Besonders Jamies Neffe Ian trat in Zusammenhang mit den „Wilden“ ins Spiel. Es passierten skurrile und gefährliche Begebenheiten. Auch hier hat Diana Gabaldon es geschafft einen neuen Schauplatz zum Leben zu erwecken. Ich staune immer wieder, wie vielfältig sie schreiben kann. Nachdem wir im 2. Band glaubwürdig am französischen Hof waren, sind wir hier ebenso glaubwürdig mitten in der Wildnis bei Indianern.

    Ich freue mich auf den 5. Band! Und wenn es jemanden gibt, der zwischenzeitlich auch einen Abschnitt nicht mehr ganz so fesselnd findet, dann bleibt dran. Es lohnt sich.   

  3. Cover des Buches Was ich euch nicht erzählte (ISBN: 9783423145992)
    Celeste Ng

    Was ich euch nicht erzählte

     (352)
    Aktuelle Rezension von: Dawnie

    Fangen wir damit an das dieses Buch nicht für jeden Leser geeignet ist.

    Zum einen Eröffnet es damit das ein Mädchen tot ist und man nicht weiß was passiert ist, aber herauszufinden was genau passiert ist ist nicht das Hauptthema des Buches -wie es bis zu dem Moment des Todes gekommen ist, ist das Hauptthema.
    Für einige Leser könnte das sehr frustrierend sein.

    Ich fand es super gemacht.

    Das Buch hält den Ton des leisen dunklen Untertones durch das gesamte Buch, während es über verschiedene Themen spricht die nicht sonderlich oft besprochen werden.

    Wie zum Beispiel das Eltern ein Lieblingskind haben können.
    Und was passiert wen dem Lieblingskind etwas passiert und was möglicherweise dazu beigetragen hat das es überhaupt zu dem Tot des Kindes gekommen ist.

    In dem Buch springen wir vor und zurück in verschieden Zeiten, teilweise bekommt man die Geschichte der Eltern und wie sie sich kennen gelernt haben und sich entschieden haben eine Familie zu gründen. In anderen Teilen bekommen wir die Geschichten von Lydia -die Tote am Anfang des Buches- teilweise während sie lebt, teilweise danach.

    Manche Autoren scheitern darin verschiedene Zeiträume und Geschichten zusammen kommen zu lassen, so das alles Sinn ergibt und der Leser das Buch beendet, verstehend wieso erzählt wurde was erzählt wurde und wieso es so erzählt wurde.
    Dieses Buch macht dies perfekt. Es tanzt auf den Linen zwischen den Zeiten ohne Probleme hin und her, gibt die wichtigen Information die der Leser braucht um zu verstehen was in der Familie passiert und wieso die Familienmitglieder sich verhalten wie sie es tun.


    Ich denke dieses Buch ist wunderbar geschrieben worden, die Geschichte toll erzählt und einzigartig gemacht worden.

    Ich könnte noch über so viel von diesem Buch reden und in mehr einzelheiten gehen ohne wirklich zu viel zu verraten aber ich denke das wichtigste ist dies:

    Wer etwas andere Familiengeschichten liebt und verstehen will wieso manche Menschen sich verhalten wie sie es tun?
    Dies ist das richtige Buch!

  4. Cover des Buches Bittere Wunden (ISBN: 9783734102288)
    Karin Slaughter

    Bittere Wunden

     (222)
    Aktuelle Rezension von: Anja_liebt_Buecher


    Diesesmal sind zwei inhaltliche Stränge miteinander verknüpft.
    Zum einen gibt es das Jahr 1975 in dem wir viel über Amanda Wagners Vergangenheit erfahren. Es ist ihr Weg in den damals männerdominierenden Beruf der Polizei. Ihre erste Bekanntschaft mit Evelyn und die Erklärung woher Will Trent stammt. Eine absolut erschreckender Fall bringt hier Licht ins Dunkle.
    In der Gegenwart wird Wagner wieder mit diesem Fall in Berührung geraten; Will erfährt endlich die Wahrheit über seine Vergangenheit und hat schwere Erkenntnisse zu verkraften. Und dann muss er auch noch irgendwie die Beziehung zu Sara Linton pflegen.

    Ein hervorragend geschriebener Thriller, der durchgehend ein enorm hohes Spannungslevel hatte. Es gab kein einziges schwaches Kapitel. Diesesmal war jede einzelne Information von großer Wichtigkeit. Die Auflösung des Falls und der Vergangenheiten war einfach nur krass.
    Sprachlos hinterlassen hat mich der Umgang im Jahre 1975. Wie dort mit Frauen und oder schwarzen Frauen geredet und gehandelt wird ist einfach nur abartig.  Umso wichtiger war es hier zwei so starke Charaktere wie Amanda und Evelyn zu erschaffen! Hut ab!

    Wer also Lust auf einen der besten Thriller von Slaughter hat, sollte sich schleunigst dieses Buch besorgen!

  5. Cover des Buches Honig (ISBN: 9783257243048)
    Ian McEwan

    Honig

     (130)
    Aktuelle Rezension von: Stephanus

    In den 1970er Jahre geht die junge Serena Frome zum britischen Geheimdienst, weil ihr Liebhaber diese Arbeit ihr schmackhaft machen kann und sie selbst nicht so richtig weiß, was sie nach ihrem Studium, eigentlich machen soll. Weil sie gerne liest wird Serena auf eine literarische Mission geschickt. Sie soll ein Projekt betreuen, das Autoren unterstützt, die dann unbewusst positiv über die Demokratie und den Kapitalismus schreiben und den Kommunismus ablehnen. Sie verliebt sich dabei in den Autor, den sie betreut und findet heraus, dass ihr ehemaliger Liebhaber offenbar ein Verräter war. Immer tiefer in der verbotenen Liebe zum Autor gefangen wird das Erstlingswerk des Autors ein Erfolg, gleichzeitig kommt die Unterstützung durch den Geheimdienst ans Licht. Serena will alles gestehen und liest das neue Manuskript und muss dabei feststellen, dass nicht sie den Autor beobachtete, sondern dieser sie und letztlich alle Informationen sich bereits zusammengetragen hat.

    McEwan kann mit seiner Sprache und seinem Schreibstil wieder einmal überzeugen und widmet sich einer Geschichte aus Liebe, Spionage und Spannung. Die Geschichte ist zwar gut erzählt, konnte mich dieses Mal aber nicht überzeugen. Das Thema franst aus und es werden zu viele Nebenpersonen installiert. Das Ende ist überraschend, aber gut passend. Eine Auflösung ist das Ende aber nicht. Ein gutes Buch mit einigen Schwächen. Nicht das beste Buch von McEwan.

  6. Cover des Buches Nachtzug nach Lissabon (ISBN: 9783442746248)
    Pascal Mercier

    Nachtzug nach Lissabon

     (1.367)
    Aktuelle Rezension von: nymphe--

    Wer träumt nicht mal einfach in einen Zug zu steigen und davon zu fahren? Alles aus seinem Leben hinter sich zu lassen?

    Für Raimund Gregorius ist dies nun kein Tagtraum mehr, als er mitten am Schultag das Gymnasium, in dem er als Lehrer für alte Sprachen arbeitete, verließ und nie wieder kam. Nachdem er einer jungen Portugiesin das Leben rettete, stieß er in einer Buchhandlung auf die Veröffentlichungen eines gewissen Amadeu Padro, dessen Aufzeichnungen und Gedanken Gregorius so sehr faszinierten, dass er den Nachtzug nach Lissabon nahm, um den Spuren des Autors zu folgen. 

    Der Sinn des Romans besteht schon in den Aufzeichnungen Padros, der seine Gedanken zu verschiedenen Stationen seines Lebens zu Papier brachte. Er war ein Feind des Kitsch, glaubte nicht an die Liebe, sondern nur an die Loyalität, welches das Einzige wäre, dass annähernd Bestand hätte. Er war kritisch und aufrichtig zu sich selbst, schonungslos aufrichtig, so dass einem der Roman vorkommt wie ein Essay.

    Versteht mich nicht falsch, Essays sind wunderbar und viele Dinge in Nachtzug nach Lissabon haben mich tatsächlich zum Nachdenken angeregt, aber für jemanden, der auf Spannung steht, ist der Roman nichts.

    Zudem hat Nachtzug nach Lissabon für mich einige Probleme. Das erste ist der wesentlichste: Es ist kaum zu übersehen, dass Amadeu Padro der eigentliche Hauptcharakter des Romans ist. Nur kommt er kein einziges Mal vor und wird nur durch die Erinnerung andere oder seine Aufzeichnungen beschrieben. Eigentlich finde ich das Konzept sehr spannend. Doch verhält es sich hier ein wenig mit John Greens Eine wie Alaska und zwar wird hier mal wieder eine Person idealisiert und das Leiden dieser Person. Das geht mir inzwischen ziemlich auf die Nerven.

    Zunächst sieht niemand gut aus, wenn er leidet. Niemand sagt: "Gott, wie ist die Person tiefgründig!" Niemand wird sich wünschen, an ihrer Stelle zu sein, denn Leiden ist - tut mir leid, wenn ich das mal so drastisch sagen muss - nichts erstrebenswertes! Und es ist auch nicht ästhetisch. Ich weiß nicht, woher diese Illusion kommt. Vielleicht liegt es auch daran, dass es oft heißt Künstler würden ihre größten Werke im Schmerz vollbringen. Also wird Leiden für uns zu etwas, dass uns besonders macht, dass uns gut macht und uns Anerkennung bringt.

    Und das tat es auch bei Amadeu Padro. Sein Buch wurde vielleicht kein Bestseller, aber jeder Mensch, den Gregorius im Laufe des Buches traf, hat Amadeu angehimmelt und vergöttert und das wortwörtlich, obwohl er selbst so einsam war Das halte ich auch für problematisch und höchst unrealistisch. 

    Denn in Wahrheit leiden wir alle allein und wir wünschen uns zwar, dass irgendjemand auf uns blickt und uns dafür bewundert, aber das passiert in den wenigsten Fällen und es sollte auch nicht passieren. Man sollte Leute bewundern, die es geschafft haben, glücklich zu sein und sich selbst reflektieren und vergeben können. 

    Keine Person kann so toll sein und meist liegt die Verehrung einer Person nicht besonders an dieser Person, sondern eher an der, die sie verehrt. Menschen sind so, wie wir sie sehen und welche Personen uns was bedeuten, das liegt an uns.

    Hier kommen wir zum zweiten Problem und zwar Gregorius, der eigentliche Hauptcharakter oder zumindest Erzähler des Buches. Doch hier liegt das Problem, denn er ist weder noch. Man erfährt schon etwas über ihn und kann durch gewisse Handlungen auf sein Inneres schließen, doch im Endeffekt ist er nicht wichtig für die Handlung. Er erzählt Padros Geschichte nicht und wenn er mit Personen aus seinen Leben spricht, dann merkt man kaum, dass er anwesend ist und er spricht so gut wie nie. 

    Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, warum er das alles macht und warum er sein Leben verlässt. Denn seine Ambivalenz habe ich ihm nie ganz abgenommen, so wie sein Fernweh. Seine Handlungen sind mir so melodramatisch beschrieben, als das ich es ernst nehme könnte und für jemanden, der Kitsch hasst, ist der Roman fast zu romantisch. Denn es geht auch alles viel zu einfach. Natürlich hatte Gregorius auch keine Geldprobleme, sodass er wochenlang in verschiedenen Hotels wohnen und quasi von Genf und Lissabon pendeln konnte. Die Sprachbarriere war nie ein Problem. Entweder sprachen alle Französisch oder Gregorius konnte nach einen Kurs Portugiesisch schon ein Gespräch anfangen. Und Padros Texte konnte er natürlich auch einfach wie einen Lateintext übersetzen. 

    Obwohl Gregorius vielleicht kein Paul Varjak ist, gibt es doch eine Sache, die ihn für mich einfach unwichtig und sinnlos erscheinen ist und zwar, dass er nichts am Ende davon mitnimmt. Er verändert sich nicht durch die Gespräche mit den anderen. Das Leben von Padro verändert ihn nicht, außer dass er wahrscheinlich am Ende auch tot krank wird und wahrscheinlich genau so stirbt wie Amadeu Padro. Diese Spannung mit Gregorius "Schwindelanfällen" haben mich nicht gepackt und das offene Ende fand ich auch etwas zu gewollt. 

    Letztendlich führte Gregorius kein anderes Leben nach seinem Aufenthalt in Lissabon. Er kehrt zurück nach Bern und lässt sich dann in eine Klinik einweisen. 

    Ich hätte gern nochmal so einen abschließenden Epilog gehabt, indem erklärt wird, was Gregorius jetzt so macht, nachdem er diese Reise gemacht hat, denn so hatte das Buch am Ende keine Message und nichts, worauf irgendwas hinauslief.

    Und nochmal zum Schluss finde ich es auch sehr merkwürdig, dass das Erlebnis mit der Frau am Anfang, die von Brücke springen wollte und Gregorius diese Telefonnummer auf die Stirn schrieb. Das war nämlich das eigentliche Ereignis, was Gregorius zu seiner Reise bewegt hatte und es kam NIE wieder zur Sprache. Oder wenn nur so am Rande, was ich sehr schade finde. Es wäre cool gewesen, wenn Gregorius sie am Ende vlt nochmal angerufen hätte diese Nummer und vielleicht jemand aus Padros Leben abnahm. Das hätte den Bogen nochmal zurück gespannt. Es hätte auch irgendjemand ran gehen können.

    Erst dachte ich ja auch, Gregorius geht nach Portugal, um diese Frau zu finden, aber was soll's. Ich verstehe dann nur ihren Zweck in der Handlung nicht, denn so hätte man Gregorius auch anders aufs Buch stoßen können.


    Nachtzug nach Lissabon ist keines Falls ein schlechtes Buch, aber meines Erachtens vielleicht ein bisschen überbewertet und es handelt von Dingen, von denen ich mir wünschen würde, dass man auch mal über etwas anderes schreiben könnnte.



  7. Cover des Buches Die Geschichte der getrennten Wege (ISBN: 9783518469538)
    Elena Ferrante

    Die Geschichte der getrennten Wege

     (258)
    Aktuelle Rezension von: Willson

    Ich mochte die ganze Reihe von Elena Ferrante sehr gerne und mir fällt es schwer jedes Buch einzeln zu bewerten, da ich fand es gehört alles zusammen. Ich fand alle Charakäre wurden sehr detailliert und realistisch beschrieben und eine Entwicklung von Buch zu Buch ist bei allen vorkommenden Personen vorhanden. Auch wenn sich Teile etwas zogen, war stets Spannung vorhanden und am Ende war es so als ob man Abschied von einer Familie nimmt, die einem ein paar Wochen begleitete.  

  8. Cover des Buches Das Glück kurz hinter Graceland (ISBN: 9783548289120)
    Kim Wright

    Das Glück kurz hinter Graceland

     (54)
    Aktuelle Rezension von: airbusat

    Klappentext:

    Cory Ainsworth schlägt sich nach dem Tod ihrer Mutter als Blues-Sängerin durch. Bis sie im alten Schuppen ihres Elternhauses ein Erinnerungsstück der Rock 'n' Roll-Geschichte entdeckt: den Blackhawk, das legendäre Auto von Elvis Presley. Für Cory ist das der langgesuchte Beweis: Elvis muss ihr biologischer Vater sein! Vor 37 Jahren war ihre Mutter Honey Backgroundsängerin beim King persönlich. Alles, was sie weiß, ist, dass Honey nach einem Jahr reumütig nach Hause zurückkehrte, um ihre Jugendliebe zu heiraten. Kurzerhand startet Cory das Auto und fährt dieselbe Route ab, die Honey damals genommen hat. Dabei erfährt sie nicht nur viel über ihre Mutter, sondern auch über Elvis, die 70er und ihren eigenen Platz in dieser Geschichte. 

    Der Autorin gelang es, mir das Gefühl zu geben, diese Zeit mitzuerleben, als ob ich selbst im legendären Blackhawk von Elvis mitgefahren wäre. Die mir von einer eigenen Reise nach Graceland bekannten Handlungsorte waren sehr real beschrieben. Diese Reise hätte ruhig länger dauern können. Nicht nur für Elvis-Fans eine schön zu lesende Geschichte.


  9. Cover des Buches Dr. Siri und seine Toten (ISBN: 9783442466795)
    Colin Cotterill

    Dr. Siri und seine Toten

     (153)
    Aktuelle Rezension von: likeastorm
    Aber ein Mordversuch war etwas völlig anderes. Er zielte nicht nur auf ihn persönlich, sondern war obendrein grob unhöflich.

    Der 72-jährige Dr. Siri ist eigentlich Pathologe gegen seinen Willen im kommunistischen Laos der 70er Jahre. Noch dazu der einzige. Doch mit seinen nächsten Fällen ändert sich seine Einstellung und er übt sich nicht nur erfolgreich als Pathologe, sondern auch als Detektiv! Damit macht er sich jedoch Feinde, die ihn loswerden wollen.

    Dieser Krimi war genau das, wonach ich gesucht habe. Mir war nicht nach todernstem Krimi oder Thriller, sondern ich hatte Lust auf etwas lockeres, witziges wie die Serien, die im zdf usw. laufen. Obwohl ich anfangs nur durch die wunderschönen bunten Cover auf die Reihe aufmerksam geworden bin, habe ich das mit Dr. Siri gefunden. Auch wenn die Ausgangssituation total neu für mich war (Laos, Kommunismus, 70er) und dadurch auch die Art des Sprechens und der Gewohnheiten des Landes, hat es mich nicht abgeschreckt, war gut nachzuverfolgen und leicht verständlich, wenn auch gewöhnungsbedürftig.

    Die Hauptcharaktere sind sehr liebenswürdig und humorvoll, insbesondere Dr. Siri, der es schafft eine gefährliche Situation mit Humor aufzulockern. Ich war über die Inklusion von Frauen und Behinderten in der Geschichte positiv überrascht, denn das war sehr geschmackvoll dargestellt, gegeben der Zeit in der sie spielt. Sie waren und sind eben ganz normale Menschen.

    Es gilt gleich mehrere Fälle zu lösen, die nebeneinander herlaufen. Ich bin dabei aber nicht durcheinander gekommen und man fliegt dadurch auch durch das Buch, da es nie eine langweilige Situation gibt.

    Was manche stören könnte, ist der übernatürliche Aspekt und die Geister. Ich persönlich finde es sehr witzig und mag die Art von Geschichten. Die Toten helfen eben, ihren Fall aufzudecken. Ob es stimmt, was die Hmong über Dr. Siri gesagt haben? Das scheint mir ja doch etwas weit hergeholt, aber das sind Geister wohl auch. Ich bin gespannt, wie es weitergeht!

  10. Cover des Buches Das indiskrete Leben der Alice Horn (ISBN: 9783458176138)
    Anne Lise Marstrand-Jørgensen

    Das indiskrete Leben der Alice Horn

     (21)
    Aktuelle Rezension von: schafswolke
    Das Buch spielt in den 70er Jahren in einer Kleinstadt in Dänemark. Alice und Eric Horn haben drei Kinder und scheinen eine perfekte Ehe zu führen. Aber irgendwann erscheint alles so eintönig und auch sie wollen sich der sexuellen Revolution anschließen. Obwohl auch Alice davon fasziniert ist, verliert sie sich selbst immer mehr aus den Augen und trifft dann eine Entscheidung, die keiner erwartet hat.

    Das Buch dreht sich nicht nur um Alice, denn im Laufe der Geschichte wird die mittlere Tochter Flora zur Hauptperson, von daher finde ich den deutschen Titel schon etwas irreführend.  

    Ich habe mich mit dem Buch sehr geschleppt. Am Schreibstil lag es nicht, eher an der Geschichte selbst. Das Buch plätschert so dahin und immer wenn es mal ein wenig in Schwung kommt, wird dieser Schwung nicht über einen längeren Zeitraum mitgenommen:
    ich musste mich immer dazu aufraffen in dem Buch weiterzulesen. Abbrechen wollte ich das Buch auch nicht, dafür war ich zu neugierig und wollte dann doch wissen, worauf das Ganze noch hinausläuft.

    Bei diesem Buch bin ich sehr zwiegespalten. Es ist nicht schlecht, aber durch die vielen langatmigen Stellen konnte ich mich nicht für die Geschichte der Familie Horn erwärmen. Ich mag gerne dicke Wälzer lesen, aber in diesem Fall, wäre für mich weniger mehr gewesen.
    Als Einblick in eine eher nach außen spießig wirkende Gesellschaft, die sich im Umbruch befindet, ist das Buch gut geeignet.


  11. Cover des Buches Schwimmen in der Nacht (ISBN: 9783406659393)
    Jessica Keener

    Schwimmen in der Nacht

     (28)
    Aktuelle Rezension von: Looony

    Jessica Keener - Schwimmen in der Nacht *****

    Inhalt

    Boston in den 70er Jahren. Aus der Perspektive der 15 Jährigen Sarah wird der Leser mitgenommen an diesen Ort, in diese Zeit und in die Lebenwelt von Sarah und ihrer Familie. Eine Mutter, die an Depressionen leidet, liebevoll und bewundernswert, aber für Ihre Familie nie ganz greifbar ist, bis sie bei einem ungeklärten Autounfall stirbt. Ein Vater, Literaturprofessor, cholerisch, der viel Wert auf Außenwirkung, Regeln, Gehorsam und Bildung legt. Ein großer Bruder, der mit Hilfe der Musik einen Weg in die Freiheit und Selbstständigkeit sucht. Zwei kleine Brüder, - der Eine still, phantasievoll, sensibel, scheinbar unerschütterlich, der Andere aufbrausend, jähzornig, zerbrechlich - die mit ihren Eigenarten eine Niesche zum (Über)Leben in der Familie suchen. Und mitten drin und doch alleine Sarah, auf ihrem holprigen Weg zum Erwachsenwerden. Sie geht zur Schule, sie trauert, sie rebelliert, sie verliebt sich, macht große und kleine Fehler. Voller Trauer, Angst und Zweifel. Aber auch mit Hoffnung und Zuversicht.

    Meine Meinung

    Schwimmen in der Nacht ist ein Zeitportrait, Entwicklungsroman und Familiendrama zugleich. Jessica Keener hat mich von der ersten Seite hineingezogen und mitgenommen in die Welt der 70er Jahre des gehobenen amerikanischen Bürgertums, in die Welt von Sarah, in die Welt ihrer jüdischen Familie. Ihre einfachen, klaren und doch sehr poetischen, bildhaften Worte und Sätze haben Bilder in schwarz-weiß in meinem Kopf entstehen lassen. Farbe haben bei mir nur die Melodien von Peters und Sarahs Musik und die Rosen, die Sarahs Mutter mit leidenschaft im Garten pflegt und züchtet erzeugt.

    „Die Metallsaiten schenkten dem Weaver’s-Folk-Song einen wunderschönen, runden Klang. Peter griff kräftiger in die Saiten und unsere Harmonien fügten sich zu einem *I’d hammer out love-* zusammen bis unsere Stimmen und Peters Gitarrenklang weit oben in den Bäume ein Versteck schuf, unerreichbar für alle, solange ich sang (…)“ (S. 44)

    Das zeigt: Das Buch ist kein einfaches. Die Stimmung ist oft düster und bedrückend. Die Themen oft schwer. Doch wie ein Hoffnungsschimmer stiehlt sich hier und da ein Satz, ein Gedanke, eine Melodie dazwischen, die den Leser wissen lässt, dass es nicht so einsam ist, dass es nicht so bleiben muss, dass Sarah ihren Weg finden und gehen kann, wenn sie nicht aufhört zu suchen.

    Fazit

    Schwimmen in der Nacht ist ein berührender Roman ohne auf die Tränendrüse zu drücken. Er hat mich länger begleitet, auch über die Lesezeit hinaus. Ein besonderer Roman - sprachlich und inhaltlich. Eine eindeutige Leseempfehlung für alle, die es nicht bunt und laut brauchen, sondern die Botschaft auch gerne zwischen den Zeilen und hinter den Melodien suchen!

    „Mein jüngster Bruder kam mit der unsichbarsten aller Gaben auf die Welt: Glauben. Er kam weise auf die Welt. Elliot konnte mit den emotionalen Strömungen, die die Wogen in underen Zusammenleben hochgehen ließen, von Geburt an mitschwimmen. Und zwar ganz intuitiv und unschuldig, als ob jeder Sturm in unserem Familienmeer ganz natürlich wäre.“  (S 191)

  12. Cover des Buches Der Pinguin meines Lebens (ISBN: 9783596036028)
    Tom Michell

    Der Pinguin meines Lebens

     (26)
    Aktuelle Rezension von: LuisasBuecherliebe

    Perfekt für eine lange Zugfahrt!

    Ich habe dieses Buch fast in einem Rutsch auf einer langen Zugfahrt gelesen und sehr genossen. Ich liebe Pinguine und da ist dieses Buch perfekt für.
    Es ist so interessant gewesen, von dieser außergewöhnlichen Freundschaft zu lesen und nebenher noch so viel von Südamerika und den ökonomischen und politischen Verhältnissen dort zu erfahren.
    Mir war es manchmal etwas lang gezogen und es plätscherte nur so vor sich hin, der Autor baut aber immer wieder tolle und wichtige Erkenntnisse mit ein.

  13. Cover des Buches Ich bin Legende (ISBN: 9783453501553)
    Richard Matheson

    Ich bin Legende

     (119)
    Aktuelle Rezension von: SebastianKorndoerfer

    Was habe ich aus dem Roman von Richard Matheson mitgenommen?

    Besonders bleibt mir die Erinnerung an das Ende des Romans. Wenn Robert Neville die bekannten Worte spricht: I am legend.

    Das interessante ist: Am Anfang und in der Mitte des Buches werden die Vampire als das Böse beschrieben. Immerhin sind sie es, die Robert das Leben zur Hölle machen.

    Doch am Ende kippt der Fokus. Plötzlich sind nicht die Vampire die bösen Jäger, sondern Robert Neville. Denn er ist in der Unterzahl. Die Vampire bilden die große Masse einer neuen vampiresken Gesellschaft, zu der Robert Neville nicht mehr zählt. Plötzlich ist nun er der Böse.

    Da kommt die Frage auf: Wenn einer die Wahrheit spricht, aber hundert Menschen bezeichnen das als Lüge, wird dann aus der Wahrheit plötzlich Lüge?

    Der Er-Erzähler beschreibt das auf Seite 160 so: "Abruptly that realization joined with what he saw on their faces - awe, fear, shrinking horror - and he knew that they were afraid of him. To them he was some terrible scourge they had never seen, a scourge even worse than the disease they had come to live with."

    Erstaunliches Buch!



















  14. Cover des Buches Loney (ISBN: 9783548289878)
    Andrew Michael Hurley

    Loney

     (90)
    Aktuelle Rezension von: Shoko

    Ich bin enttäuscht! Der Klappentext und das Cover haben mich total in die Irre geführt. Ich dachte, es wird Horror und/oder Mystery sein. Gleich am Anfang wird klar, dass es um eine wundersame Heilung eines tauben, stummen Minderbegabten geht. Natürlich wollte ich wissen was "damals" in Loney passiert ist und wie Hanny geheilt wurde. Also quälte ich mich durch das ganze Buch, durch langweilige und unnötige Gespräche. Ich habe tatsächlich irgendwann angefangen Textpassagen zu überspringen... Auf der Vorletzten Seite kam endlich die Lösung und man hätte daraus so ein gutes Buch schreiben können. Grauenvollen Horror mit ein wenig Mystery.  Schade.

  15. Cover des Buches Liebe und Verderben (ISBN: 9783746635767)
    Kristin Hannah

    Liebe und Verderben

     (138)
    Aktuelle Rezension von: schnaeppchenjaegerin

    1974 zieht Lenora Allbright im Alter von dreizehn Jahren mit ihren Eltern Cora und Ernt nach Kaneq in Alaska. Sie alle haben die Hoffnung auf einen Neuanfang und dort glücklich zu werden, nachdem sie inzwischen so oft umgezogen sind. Ernt ist Kriegsveteran aus Vietnam und war dort sechs Jahre in Gefangenschaft, weshalb er unter Flashbacks und Posttraumatischen Belastungsstörungen leidet. Seinen Frust darüber ertränkt er in Alkohol oder münzt ihn in Gewalt um. 

    Die Anfangszeit in Alaska ist hart und arbeitsreich, aber Ernt steht damit vor neuen Herausforderungen und ist beschäftigt und selbst Leni, die sich immer als "die Neue" in diversen Schulen vorstellen musste, fühlt sich in dem kleinen abgeschiedenen Ort bald wohl. In Matthew, dem einzigen gleichaltrigen Mitschüler, findet sie sogar einen guten Freund. Doch der lange Winter drückt auf die Stimmung und Ernt verfällt in alte Muster. Zudem spaltet er den einst friedlichen Ort, indem er aus Eifersucht und Neid Streit mit alteingesessenen Bewohnern anfängt. 

    Leni wächst heran und wird langsam zur Frau und verliebt sich in Matthew, zu dem Ernt ihr jedoch jeden Kontakt untersagt. Seine Wutausbrüche werden immer schlimmer, seine Ansichten und Weltuntergangsszenarien immer extremer, bis er seine Familie komplett von allen anderen abschottet, um sie zu schützen. Doch die Gefahr droht weniger von außen, sondern geht allein von ihm aus. Als Cora und Leni Ernt nicht mehr länger aus Liebe in Schutz nehmen können und endgültig beschließen, ihn zu verlassen, kommt es zur Katastrophe. 

    "Liebe und Verderben" ist ein ebenso dramatischer wie treffender Titel für einen Roman, der eine spannende und emotionale Geschichte voller Liebe, Tragik, Angst und den Kampf ums Überleben erzählt. Alaska ist dabei eine besondere, einerseits bezaubernde und wunderschöne Kulisse, andererseits aber auch ein unheimlicher und gefährlicher Ort. 

    Die Schilderung des einfachen Lebens in den 1970er-Jahren ohne Strom und fließendes Wasser, die Landschaftsbeschreibungen von Wäldern, Fjorden und den dort lebenden Tieren sind beeindruckend und so anschaulich, dass man als Leser tief in die Geschichte eintaucht. Die Erschwernisse durch Klima und Natur, aber auch durch die Einsamkeit, di die Menschen absonderlich werden lässt, sind eindrucksvoll und nachvollziehbar geschildert und sorgen für Beklemmung. 

    Diese unheimliche Grundstimmung passt perfekt zu der tragischen Familiengeschichte der Allbrights. Sie schildert die toxische Beziehung zweier Liebenden, die nicht ohne einander leben können, aber miteinander nicht glücklich werden. Ernt ist krankhaft eifersüchtig und verliert über die Jahre immer mehr die Kontrolle über sich, während Cora den Fehler macht, ihm immer wieder zu verzeihen und ihn provoziert, um seine Liebe zu spüren. Je älter Leni wird, desto mehr durchschaut sie die Situation, kann aber nichts an ihr ändern, was sich für sie am Ende besonders tragisch auswirkt. 

    Trotz der Weite des Landes sind sie gefangen und kämpfen bald wenige gegen die Wildheit der Natur, sondern vielmehr gegen die Wildheit, die im Menschen selbst innewohnt. 

    Nicht nur die außergewöhnliche Kulisse, auch die authentisch geschilderte dramatische Familien- und Liebesgeschichte machen das Buch zu einer Reise in ein beeindruckendes Land und zu Menschen, denen man erschüttert, aber doch nachvollziehbar folgerichtig zusieht, wie sie sich ins Verderben stürzen. Die Geschichte steckt voller individueller Charaktere, ist abwechslungsreich, realitätsnah und vor allem emotional mitreißend erzählt. 

  16. Cover des Buches Raumpatrouille (ISBN: 9783462053739)
    Matthias Brandt

    Raumpatrouille

     (116)
    Aktuelle Rezension von: rose7474

    Der Schreibstil ist recht nett und die Geschichten um Matthias Brandt unterhaltsam. Jedoch nichts besonderes. Ich hätte gerne mehr über Willy Brandt erfahren. Kann man lesen muss man aber nicht. Es ist kein Buch was mir lange in Erinnerung bleiben wird. Daher 3 Sterne. 

  17. Cover des Buches Ozelot und Friesennerz (ISBN: 9783550200649)
    Susanne Matthiessen

    Ozelot und Friesennerz

     (95)
    Aktuelle Rezension von: berybooks

    Ich habe das Buch von einer Freundin geschenkt bekommen, die wusste, dass ich das erste Mal nach Sylt fahren werde. Und was soll ich sagen: Es war der Hammer! Es hat solchen Spaß gemacht, Susanne Matthiessens Kindheits- und Jugenderinnerungen an Sylt in den 60er und 70er Jahren zu lesen, vor allem weil ich dann natürlich im Lauf des Urlaubs die Straßen, Cafés und Restaurants, Plätze und... wiedererkannt habe, von denen sie erzählt. Am Ende habe ich mich praktisch als "Sylt-Insiderin" gefühlt, ohne es auch nur ansatzweise zu sein. So farbig, lustig und privat plaudert die Autorin aus dem Nähkästchen. Promis und ihre Pelzmäntel, das Gefühl, wenn im Sommer die Urlauber einfallen - und dagegen die stillen Winter der Einheimischen auf der Insel -, Gunter Sachs im Fischrestaurant und der Krupp-Erbe exzentrisch in einer Sänfte in dem Café, in dem ich auch gerade Kuchen gegessen habe.

    Wer nach Sylt fährt, braucht meiner Meinung nach unbedingt dieses Buch im Gepäck, um es am Strand von Westerland oder in einer gemütlichen Teestube in Keitum zu lesen und die Insel auf diese Art ganz anders und unterhaltsam kennenzulernen. Toll!

  18. Cover des Buches Ausgesetzt (ISBN: 9783426508800)
    James W. Nichol

    Ausgesetzt

     (359)
    Aktuelle Rezension von: Julitraum

    Der Krimi spielt in Kanada. Man findet einen dreijährigen Jungen auf einer einsamen Landstraße in Ontario, der sich krampfhaft an einem Drahtzaun festhält. Die Identität wird nie festgestellt, obwohl man sich alle Mühe gibt. Der Junge scheint Walker zu heißen und er trägt ein altes Foto von 2 Mädchen bei sich und einen Brief eines Teenagers, der wohl an einen anderen Teenager gerichtet ist, bei sich. In dem Brief scheint es um Walker, seine Mutter und seinen Vater zu gehen, die die frühere Schulfreundin der Mutter besuchen wollen. Mehr Hinweise gibt es nicht und leider nutzen sie auch nichts. Man findet einfach nicht heraus, woher der Junge stammt, da ihn niemand vermisst.

    16 Jahre später ist Walker 19 Jahre alt und hat seine Schule abgeschlossen. Er lebte die letzten Jahre bei einer sehr liebevollen Familie, die ihn adoptiert hat. Er hat noch 6 weitere Schwestern, teilweise älter und schon verheiratet. Der Familienzusammenhalt ist innig und liebevoll, dennoch lässt Walker seine Vergangenheit, an die er sich natürlich nicht erinnern kann, nicht los. Mittels des Fotos und des Briefes, den man damals bei ihm gefunden hat, begibt er sich auf die Suche nach seinen Wurzeln und dabei kommt er einem Geheimnis viel zu nahe. Einem tödlichen Geheimnis, bei dem es um Leben und Tod geht und bei dem sein Gegner ein gefährlicher Psychopath ist.

    Der Krimi ist ausgezeichnet geschrieben und ein guter Pageturner. Vor allem die verschiedenen Zeitebenen machen den Thriller sehr spannend. Erst nach und nach kann man den anderen Jungen aus der Vergangenheit zuordnen, ahnt da jedoch nicht die ganzen Umstände, die sich nach und nach erst eröffnen. Ein Krimi mit Thrillerelemten, den ich absolut empfehen kann. Was mir auch besonders gefiel war, dass der Autor die brutaleren Geschenisse nur am Rande streift und nicht wie manche Thriller-Autoren das gerne tun, in akribischster Weise beschreiben.

  19. Cover des Buches Liebe machen (ISBN: 9783492307499)
    Moses Wolff

    Liebe machen

     (23)
    Aktuelle Rezension von: sab-mz

    Moses Wolff, Komiker und Autor, hat den Roman " Liebe machen " geschrieben.
    Auf dem Cover prangt eine Tapete, die mich an die Jugend erinnert. Ebenso erinnert das tragbare Radio an die Zeit so um die 70er, die Zeit meiner Jugend.
    Ich hatte auf ein witziges Buch aus der Flower-Power- Zeit gehofft.

    Letzendlich ist es die Geschichte von Dagmar und Götz.

    Diese startet 1970, Dagmar wird früh, 4:25 h, in Köln wach. Sie hat geträumt.
    Götz wird in Hamburg ungefähr auch um diese Zeit wach nach einem wirren Traum.

    Dagmar lernt die Band "Die Brigadisten" kennen bei einer Vorstellung in der Uni.
    Ulrich hat es ihr gleich angetan was ihrem Freund Eberhard nicht gefällt.
    Letztendlich fährt sie mit der Theatergruppe und Hinnerk auf ein Festival nach Fehmarn.

    Götz lernt Karen und ihre Clique kennen. Er gerät in die Hausbesetzerszene.

    Und irgendwann treffen lernen sich Götz und Dagmar in München auf dem Oktoberfest kennen und verlieben sich.

    Aber nur dies ist nur keine kurze Affäre.
    Der Alltag der beiden geht getrennt weiter, bis...

    Das Buch ist nett, aber nicht mehr.
    Wenn man selber in der Zeit aufgewachsen ist, stellt man schnell fest, dass so ziemlich alle Klischees, die man über das Leben in der Zeit finden kann, bedient werden.

    Den Anfang fang ich noch in Ordnung, irgendwann fing es an mich zu langweilen.
    Es ist für Leute, die nicht in der Zeit gelebt haben, möglicherweise ganz nett das Buch zu lesen. Man bekommt alle Großen der Zeit mit von Jimi Hendrix bis ...
    Es ist eine eher kitschige Liebesgeschichte. Mir erscheint es so, als hätte der Autor seine Lebenserinnerungen so wie eine Art Tagebuch aufgeschrieben, denn über den Kapiteln stehen Datum und Ort.

  20. Cover des Buches Der goldene Handschuh (ISBN: 9783499271274)
    Heinz Strunk

    Der goldene Handschuh

     (282)
    Aktuelle Rezension von: KarenAydin

    Der Roman, der im Jahr 2016 mit dem Wilhelm-Raabe-Literaturpreis ausgezeichnet wurde, erzählt einen Ausschnitt aus dem Leben des kleinwüchsigen, missgestalteten und geistig minderbemittelten Serienkillers Fritz („Fiete“) Honka, der im Jahr 1976 nach einem Brand in dem Wohnhaus gefasst wurde, in dem er zahlreiche Frauenleichen versteckt hatte. Die Opfer nahm er aus der Kneipe „Zum Goldenen Handschuh“ mit, neben Honkas Wohnung einer der Hauptschauplätze des Romans.

    Strunk hat lange an dem Roman gearbeitet, er hat Einsicht in die Akte Honka bekommen und war nach eigener Aussage selbst 150 Mal im Goldenen Handschuh. Eine so akribische Charakterstudie der verkrachten Existenzen, die sich mit Alkohol versuchen, die Realität wegzutrinken, wäre sonst auch wohl kaum möglich gewesen. Die Handlung ist ja den meisten, die von Honka gelesen haben, ähnlich wie bei anderen Serienkillern, grob bekannt. Daher gehe ich darauf jetzt nicht ein, sondern nur auf meinen ganz persönlichen Leseeindruck.

    „Drei Uhr morgens an einem eisigen Tag im Februar 1974, der kleine, schiefe Mann mit dem eingedrückten Gesicht und den riesigen Händen sitzt seit zwölf Stunden auf seinem Stammplatz an der kurzen Seite des L-förmigen Tresens und redet auf den Nebenmann ein: «Ich kannte da ma eine, die hab ich geliebt. Irgendwann war sie weg. Das ganze parfümierte Fleisch, da denk ich noch mein Leben dran. Der Leberfleck und alles … aber wenn die ein so sieht wie jetzt grad, so tief kann eine ja nich sinken, dass ihr das egal ist …».“ (15).

    Bei allem Lustekel zeigt der Roman aber natürlich auch die Anti-Karrieren der Personen, die ihr klägliches Dasein im Goldenen Handschuh fristen und auch die aus unterschiedlichen Gründen zum Scheitern verurteilten qualvollen Versuche von Fiete diesem Limbo zu entkommen und ein normales fast schon bürgerliches Leben zu führen. Doch der Goldene Handschuh wirkt magnetisch. Wer einmal in den Sog gekommen ist, kommt immer wieder. Und eben dieses Leben steht auch eigentlich im Zentrum des Romans, nicht so sehr die Morde selbst. Wer auf die gespannt ist, dem könnte vielleicht Fatih Akins Film besser gefallen, den ich gesehen habe, bevor ich das Buch gelesen habe. Sie sind beide gut – jeder auf seine eigene Art und Weise.

    Das, was an diesem Roman so faszinierend und so anders ist, ist das tiefe Eindringen in das Gehirn eines Mannes, das wohl (hoffentlich) so völlig unterschiedlich von dem der Leser funktioniert, aber einer ganz eigenen, perversen und verdrehten Logik folgt. Das macht Strunk stimmig, drastisch und erschreckend. Das Buch ist grobsinnlich, die Sprache derbe und bildhaft. Ich kann mich nicht erinnern jemals so etwas gelesen zu haben. Vielleicht erinnert es mich am ehesten an das „Parfum“. Nach zwei Romanen bin ich nun sicher, ich bin Strunk-Fan, er ist für mich ein Meister der Tragikomik und ich werde weitere Bücher von ihm lesen, von denen er hoffentlich noch viele schreiben wird. Darauf einen „Fako“ (Fanta-Korn).

     

  21. Cover des Buches Das Fundbüro der Wünsche (ISBN: 9783499271205)
    Caroline Wallace

    Das Fundbüro der Wünsche

     (56)
    Aktuelle Rezension von: june_london

    Inhalt: Die 16-jährige Martha Lost wurde als Baby am Bahnhof in Liverpool ausgesetzt. Wie es sich für eine Fundsache gehört, landete sie im Fundbüro und leitet es mittlerweile selbst, nachdem ihre bösartige Ziehmutter gestorben ist. Sie hat den Bahnhof noch nie verlassen, denn sie ist ziemlich abergläubisch und verträumt. Als sie einen Hinweis auf ihre Herkunft erhält, macht sie sich jedoch mit der Unterstützung ihrer merkwürdigen Freunde auf die Suche nach ihrer Mutter. Dabei spielen die Beatles eine nicht ganz unbedeutende Rolle.

    Eindruck: Mich hat zunächst das Cover angesprochen. Ich habe allerdings eine ältere Ausgabe (Paperback 2015) mit blauem Himmel, einem Ast mit rosa Blüten und einem Mädchen, das auf einem Stapel Koffer steht und sich den Blüten entgegen streckt. Eins der schönsten Cover überhaupt, finde ich. 

    Und so verträumt wie das Cover, ist auch die Geschichte. Mich hat der Schreibstil sehr angesprochen. Er ist lebendig und doch nicht zu aufgeregt. Die Geschichte wird langsam erzählt und hat Zeit sich zu entfalten. Nach und nach erfährt man mehr über die Ausgangssituation der Handlung und die einzelnen Charaktere. 

    Charaktere: Martha ist ein sehr verträumtes und für ihr Alter eher kindliches Mädchen. Sie sieht in allem etwas besonderes und magisches. Sie hat eine schwäche für Fundsachen und ihre Geschichten, vermutlich weil sie selbst eine "Fundsache" ist und ihre eigene Geschichte nicht kennt. Sie ist leider auch sehr naiv und stur, weshalb sie in manche schwierige Situation gerät, aus die ihr ihre Freunde heraus helfen müssen. Zu ihren seltsamen Freunden gehören unter anderem ein römischer Legionär, eine Cafe-Besitzerin, ein Mann mit einem Koffer, der möglicherweise mal den Beatles gehört hat, ein Postbote und der Mann aus dem Gulli.

    In der Geschichte passiert sehr viel gleichzeitig, was ich am Anfang noch nicht als störend empfunden habe, doch etwa ab der Hälfte wird es leider immer verwirrender. In der Hauptsache geht es um Martha und ihre Suche, doch dann kommt noch die Nebengeschichte mit den Beatles dazu, sowie eine Liebesgeschichte und dann noch die interessante und traurige Geschichte des Mannes aus dem Gulli. Diese Handlungsstränge sind spannend, aber doch irgenwie zu viel auf einmal.

    Trotzdem empfehle ich dieses Buch weiter, denn es hat mich berührt und auch im Nachhinein noch beschäftigt. 

  22. Cover des Buches Schwanensterben (ISBN: 9783839212301)
    Liliane Skalecki

    Schwanensterben

     (14)
    Aktuelle Rezension von: Moorteufel

    Im Wassergraben des Reiterhofs wird die Leiche der jungen Rusiin gefunden,die auf den Hof geputzt hat.
    Auf den ersten Bick scheint der Fall rasch,geklärt zu sein und ein Verdächtiger ist auch schon gefunden.
    Aber als dann Kriminalhauptkommissar Hölzle mit seinen Team mehr über die Tote erfährt,erfahren sie auch mehr über ihre Vergangenheit.
    Und das die Ganze Geschichte mit den Mord ,viel mit der Vergangenheit zutun hat.
    Sie tappen lange im dunkeln,aber so nach und nach kommt licht in die Geschichte.

    Eine Toller und spannender Fall,mit vielen Rückblende,die aber viel geholfen haben zum lösen des Falles.Und dann noch an Orten die man Kennt,und wer Bremen kennenlernen will,der bekommt hier schon mal gute Tipps,was man sich ansehen sollte.
  23. Cover des Buches Durchgeknallt (ISBN: 9783442726592)
    Susanna Kaysen

    Durchgeknallt

     (89)
    Aktuelle Rezension von: missmangafox
    "In der parallelen Welt sind die physikalischen Gesetze außer Kraft gesetzt. Was aufsteigt, muss nicht unbedingt wieder herunterkommen; ein Körper in Ruhestellung hat nicht die Tendenz, in Ruhestellung zu bleiben; und man kann nicht davon ausgehen, dass jeder Handlung eine gleichwertige entgegengesetzte Reaktion hervorruft. Auch die Zeit ist anders. Sie kann im Kreis laufen, rückwärts fließen und von jetzt auf später springen. Die Anordnung der Moleküle an sich ist fliessend: Tische können Uhren sein, Gesichter Blumen."
    DURCHGEKNALLT
    Susanna hat viele Schmerztabletten mit Alkohol runter gespült, daraufhin wird ihr der Magen ausgepumpt. Ein Selbstmord Versuch wird ihr "unterstellt ". Sie kommt in die Psychiatrie.

    Bei ihr wird eine Borderline Persönlichkeitsstörung diagnostiziert. Es gibt kein grau, es gibt nur schwarz oder weiß. Sie ist ambivalent und ihre zwischenmenschlichen Beziehungen sind intensiv, instabil und haben eine emotionale Krise zur Folge.
    Mit der Zeit lernt Susanna ihre Klinikgenossinnen kennen.
    "Sie hieß Poly. In den Tagen-oder Monaten-, als sie plante, sich anzuzünden, musste dieser Name ihr lächerlich vorgekommen sein, aber in ihrer Existenz als Überlebende mit Schonbezug passte er gut zu ihr. Sie war nie unglücklich. Sie war freundlich und tröstete die, die unglücklich waren. Sie klagte nie. Sie hat immer Zeit, die Klagen andere anzuhören. In ihrem undurchlässigen, rosa weißen Gehäuse war sie fehlerlos. Was immer sie dazu gebracht hatte, was immer ihr "Stirb!" ins einst vollkommene und jetzt vernarbte Ohr geflüstert hatte, sie hatte es geopfert. Warum hatte sie das getan? Niemand wusste es. Niemand wagte zu fragen. Denn-welcher Mut! Wer hatte schon den Mut, sich selbst zu verbrennen? 20 Aspirin, ein kleiner Schlitz an den Armvenen entlang, vielleicht sogar eine üble halbe Stunde auf einem Dach: sowas hatten wir alle gemacht."
    Susanna beginnt zu verstehen, und nach dem Kontakt mit Lisa, der alles egal zu sein scheint, rafft sie sich wieder auf und findet den Weg zurück in ein geregeltes Leben.
    Bis dahin, musste sie viele emotionale Torturen durchstehen. Typisch für Borderline ist, dass diese Patienten emotional instabil sind.

    Ich finde Susanna Kaysen schildert hier sehr eindrucksvoll, was typisch ist für die Borderline Persönlichkeitsstörung. Mir gefallen besonders ihre Beschreibungen der anderen Welt. Spannend mit Auszügen aus der Krankenakte macht es die Geschichte real.
  24. Cover des Buches Balzac und die kleine chinesische Schneiderin (ISBN: B00523CCEC)
    Dai Sijie

    Balzac und die kleine chinesische Schneiderin

     (409)
    Aktuelle Rezension von: Nadja_Kosney

    Der Autor Dai Sijie hat selbst die Kulturrevolution in den 1970er Jahren in China miterlebt und wurde selbst als Schüler aufs Land geschickt, um dort "umerzogen" zu werden. Da es in seinem Roman um zwei Schüler geht, denen dasselbe passiert, kann man davon ausgehen, dass der Autor hier viel seiner persönlichen Erfahrungen hat einfließen lassen.

    Trotz dieses ernsten Themas und dieser schwierigen Zeit, schafft Dai Sijie es die Geschichte mit einer gewissen Leichtigkeit zu erzählen, sodass ich nur durch die Seiten geflogen bin. 

    Wir begleiten in diesem Roman den Ich-Erzähler (ich meine sein Name wurde nicht erwähnt) und dessen Freund Luo. Beide sehen sich selbst nicht gerade als Intelektuelle, doch da ihre Eltern dem Regime unter Mao negativ aufgefallen sind, landen die beiden in einem ärmlichen Bergdorf und sollen dort von den regimetreuen Bauern "umerzogen" werden. Während wir die beiden Jungs in ihrem täglichen Leben und bei der harten Arbeit auf den Feldern begleiten, lernen wir mehr über die Kulturrevolution und ihre Auswirkungen für das Land China und dessen Bevölkerung. Einfach war es nicht, vor allem nicht für diejenigen, die selbstständig denken und offen leben wollten.

    Neben der Liebe und der Freundschaft spielt auch Literatur eine wichtige Rolle in diesem Roman, vor allem die westliche Literatur. Nach einigen Schwierigkeiten gelangen die beiden Freunde in den Besitz strengst verbotener westlicher Literatur (Bücher von Balzac, Dumas, etc.). Ins besondere unser Ich-Erzähler saugt den Inhalt dieser Bücher in sich auf und die Literatur schenkt ihm und seinem Freund ein wenig Hoffnung und Zuversicht, in ihrem trostlosen Dasein.


    Fazit:

    Balzac und die kleine chinesische Schneiderin ist ein wundervoller Roman, der eine mitreißende Story mit historischen sowie politischen Ereignissen verknüpft und dabei noch eine Verbindung zur Liebe für die Literatur, Freundschaft und Zusammenhalt schafft. Dies ist mein erstes Buch von Dai Sijie, wird aber nicht mein letztes von ihm sein.

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