Bücher mit dem Tag "1972"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "1972" gekennzeichnet haben.

77 Bücher

  1. Cover des Buches Im Wald (ISBN: 9783548289793)
    Nele Neuhaus

    Im Wald

     (585)
    Aktuelle Rezension von: mixtapemaedchen

    "Im Wald" ist der achte Teil der Taunuskrimi-Reihe um Oliver von Bodenstein Pia Sander. Und es ist auch gleichzeitig der bisher persönlichste Fall für Oliver, denn die Ermittlungen im aktuellen Mordfall, einer Leiche in einem verbrannten Wohnwagen, führen ihn unerwartet zurück in seine Kindheit und reißen alte Wunden wieder auf. Die Erinnerungen und Selbstvorwürfe wegen des Verschwindens seines damals besten Freundes Arthur holen ihn wieder ein. Die Zahl der Toten steigt wird immer mehr und das Team des K11 steht bei den Bewohnern von Ruppertshain vor einer Wand des Schweigens. Doch viele von ihnen wissen mehr als sie sagen. Wie hängen die aktuellen Ereignisse mit dem Vorfall von damals zusammen und wer ist der Täter? Ich freue mich immer schon auf Neues aus dem Taunus von Nele Neuhaus. Auch der achte Fall ist wieder sehr spannungsgeladen von Anfang bis zum Ende. Die Mitglieder des Ermittlerteams sind fast schon wie alte Bekannte. Der flüssige Schreibstil von Nele Neuhaus macht das Lesen leicht. Einzig die vielen Namen, die im Laufe der Ermittlungen auf einen zukommen, sind teilweise etwas verwirrend. Aber da hilft einem zum Glück das Personenregister am Buchanfang schnell wieder auf die Sprünge. Im Wald" ist für mich ein sehr spannender und packender Taunuskrimi mit einigen überraschenden Wendungen. Ich hoffe sehr, dass noch viele weitere Fälle folgen.

  2. Cover des Buches Das Jahr, das zwei Sekunden brauchte (ISBN: 9783596195374)
    Rachel Joyce

    Das Jahr, das zwei Sekunden brauchte

     (320)
    Aktuelle Rezension von: uli123

    Die Geschichte spielt in England abwechselnd auf zwei Zeitebenen – 1972 und in der Gegenwart.

    Die elfjährigen Jungen Byron und James aus der upper class sind Schulfreunde. James ist etwas exzentrisch. Doch Byron schaut zu ihm auf und hält ihn für den klügsten Jungen. Als James Byron erzählt, in der Zeitung gelesen zu haben, dass der Zeit zwei Sekunden hinzugefügt werden sollen, beunruhigt das Byron zutiefst. Ein Ereignis, für das nach Byrons Ansicht gerade diese beiden Sekunden verantwortlich sind, lässt sein bis dahin so perfektes Leben völlig aus den Fugen geraten. Dabei ist das Ereignis selbst gar nicht so katastrophal, sondern nur Byrons Wahrnehmung von ihm sowie wie er und James mit einem akribisch ausgearbeiteten Plan und seine Mutter damit umgehen. Das ist die eigentliche Crux dieser tragischen und ergreifenden Geschichte.

    Der Mittfünfziger Jim ist ein früherer langjähriger Patient einer psychiatrischen Anstalt. Er ist besessen von täglichen Ritualen, ohne deren Einhaltung er sich nicht sicher fühlt. Trotz seiner Unbeholfenheit schließt er allmählich Freundschaft mit seinen Kollegen in dem Café, in dem er arbeitet.

    Beide Geschichten verbinden sich gekonnt am Ende zu einer Einheit. Die Romanfiguren werden so dargestellt, dass man einfach nur Sympathie mit ihnen und Verständnis für sie haben muss: die sich so unzulänglich fühlende Mutter; Byrons Bedürfnis, seine geliebte Mutter zu schützen; Jims Versuche, normal zu sein. Psychische Erkrankungen wie Depressionen und Zwangsneurosen werden mit Humor dargestellt. Auch atmosphärisch gibt es Besonderheiten, die auf die beinahe schon prosaisch wirkende Erzählweise zurückgehen – der vergangene Sommer und der gegenwärtige Winter sind fast spürbar.

    Ein Buch, das zu lesen ich nur empfehlen kann.

  3. Cover des Buches Ein fauler Gott (ISBN: 9783518425879)
    Stephan Lohse

    Ein fauler Gott

     (93)
    Aktuelle Rezension von: gst

    Jonas ist tot. Mami und Ben sind sehr traurig. Der Elfjährige glaubt, „Gott selbst ist faul in seiner Allmacht, und es bereitet ihm Freunde, den Brüdern die Brüder zu stehlen und den Müttern ihre Kinder. Er ist unersättlich. Es gibt im Himmel immer mehr Tote als Lebende auf der Erde.“ (Seite 8)


    Der deutsche Schauspieler und Theaterregisseur Stefan Lohse ist 1964 in Hamburg geboren und veröffentlichte mit „Ein fauler Gott“ 2017 seinen ersten, mit guten Kritiken überhäuften, Roman.

    Darin nähert er sich dem Schmerz von Mutter und Bruder an und zeigt, wie sich das Leben durch den Tod verändert. Doch der Alltag fordert weiterhin seinen Tribut. Ben findet neue Freunde, die ihm beim Weiterleben helfen, was schließlich auch seiner Mutter zugute kommt. 

    Dieser Entwicklungsroman spielt zu einer Zeit, als es noch Fotoapparate mit Blitzwürfeln gab und sich Jungs zu Weihnachten noch Plattenspieler wünschten. Und Reisen in die Ostzone gab es auch noch. Dieser Rückblick hat mir persönlich sehr gefallen, da er mich in meine eigene Jugend zurückgeführt hat.

    Das Buch ist zwar oft traurig, es enthält jedoch auch zahlreiche Stellen, die zum Schmunzeln und Lachen einladen. Noch nie war ich den Gedanken eines Jungen so nah wie in diesem Buch. Was mich beim Lesen allerdings etwas überforderte, waren die Erinnerungen der Mutter an die eigene Kindheit während der Nazizeit. Sie passten in meinen Augen nicht so recht zum sonstigen Buch, weshalb ich einen Stern von der Höchstpunktzahl abziehe.

  4. Cover des Buches Die Wunderfrauen: Freiheit im Angebot (ISBN: 9783596705641)
    Stephanie Schuster

    Die Wunderfrauen: Freiheit im Angebot

     (83)
    Aktuelle Rezension von: Leser44

    „Die Wunderfrauen: Freiheit im Angebot“ ist der dritte Band der Wunderfrauen-Trilogie von Stephanie Schuster. Aufregend und unterhaltsam! Ein schöner Abschluss der Reihe!


    Der Schreibstil der Autorin konnte mich wieder überzeugen. Angenehm und flüssig! Die Kapitel werden wieder aus den unterschiedlichen Perspektiven der vier Freundinnen erzählt. 


    Wir begleiten nun Helga, Luise, Annabel und Marie in den 70ern. Inhaltlich knüpft der letzte Band wieder an die Vorgänger an, daher sollte man auf jeden Fall die ersten beiden Bände gelesen haben. Es hat mir sehr gut gefallen die Entwicklung der Wunderfrauen mitzuerleben. Die Handlung ist mitreißend! Man möchte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen!


    Mein einziger Kritikpunk ist das Ende. Das Ende konnte mich inhaltlich leider nicht überzeugen. Es war zwar eine Abwechslung zum Rest des Buches. Allerdings hätte man aus meiner Sicht ein stimmigeres Ende wählen können.


    Fazit: Ein schöner Abschied! Mitreißend erzählt! Das Ende überzeugt leider nicht ganz!


  5. Cover des Buches Der Historiker (ISBN: 9783833303944)
    Elizabeth Kostova

    Der Historiker

     (305)
    Aktuelle Rezension von: David_Lindsam

    Der Titel des Buches (engl. „The Historian“) ist zugleich Motto, Charakterisierung aller Hauptpersonen und Auflösung eines großen Rätsels zum Ende hin – und könnte damit kaum treffender gewählt sein.
     Eingleisig oder gar schmalspurig wird der Roman deshalb nicht. Im Gegenteil. In drei Generationen spielt die Handlung und wir reisen in verschiedenen Zeiten des 20. Jahrhunderts (30er, 50er, 70er) von Amsterdam, nach Istanbul, Budapest, Südfrankreich und Rumänien, immer auf den Spuren Vlad III. und den Zeugnissen über ihn aus dem 15. Jahrhundert. Die treibenden Kräfte sind die großen Fragen: Wo ist das Grab des vermeintlichen Grafen Dracula? Und liegen dort wirklich seine sterblichen Überreste?

    Unerwarteter Erfolg für einen viktorianischen Roman …

    Als der Debütroman von Elizabeth Kostova 2005 in den USA erschien, landete er direkt auf Platz 1 der amerikanischen Bestsellerlisten (New York Times u.a.). Zwei Jahre zuvor war „The Da Vinci Code “ von Dan Brown (dt. „Sakrileg“) erschienen und zu den Topsellern in der Branche aufgestiegen. Das Publikum war begierig auf Thriller, die Action und die Suche nach Rätseln in der Geschichte verbanden, weshalb die Verlagswelt sich in einer Auktion um die Rechte für dieses Werk überbot und damit ein groteskes Stück Buchgeschichte schrieb. Nachdem der Verlag Little, Brown and Company bereits 2 Millionen als Honorar für die Autorin aufgewendet hatte, musste ein gigantisches Marketing mit TV-Werbung und zehntausenden Vorabexemplaren folgen. Ein riskantes Buchpokerspiel …

    Am ersten Tag des Erscheinens wurde in den USA 80.000 Exemplare verkauft. Nach nur einer Woche lagen die Verkaufszahlen bereits so hoch (ca. 700.000), dass The Historian sich auf den Platz 1 geschoben hatte. Das ist eine waschechte american success story und in diesem Fall ein besonderer Glücksfall für die Leserwelt. Durch spekulative Marktmechanismen wurde ein sonst eher leises und anspruchsvolles Werk in Welt der Massenware hochgepusht.  

    Niemand war mehr über den Erfolg erstaunt als die Autorin selbst: „It’s a literary novel, not a commercial novel“. Nach ihrer Meinung hatte sie einen langsamen, viktorianischen Roman geschrieben. Ihre Helden stolpern nicht abgebrüht, abenteuerlustig und plündernd wie India Jones durch unentdeckte Überreste der Vergangenheit, sondern sie sind echte Historiker und Bibliothekare, die sich in mühevoller Kleinarbeit durch vergilbte Karteikartenkataloge kämpfen und die Geheimnisse der Vergangenheit in unzugänglichen Faksimiles akribisch entziffern.

    In Deutschland erschien das Buch noch im gleichen Jahr (2005) bei Bloomsbury (engl. Verlag, bei dem Harry Potter im Original erschien), aber die Resonanz war sehr verhalten. Ich kann nur mutmaßen, ob das vergleichsweise schmale Marketing der Grund war, oder vielleicht die etwas eigene deutsche Leserschaft. Tatsächlich dominierten den deutschen Fantasy-Markt in dieser Ära Zwerge, Orks, Elfen und natürlich die Hogwartsschule für Hexerei und Zauberei. Obwohl ebenfalls 2005 (und auch bei Little, Brown and Company) Stephenie Meyer mit dem ersten Buch ihrer Twilight-Serie einen Vampir-Boom in den darauffolgenden Jahren auslöste, wurde Der Historiker von dieser Welle nicht mitgerissen. Mein böser Verdacht ist, dass das deutsche Fantasy-Publikum schlicht keine anspruchsvolle Kost gewohnt war und deshalb das Dargebotene nicht zu würdigen wusste. Das Urteil mildernd muss ich hinzufügen, dass der viktorianische Schauerroman eine lange und würdige Tradition in den englischsprachen Ländern besitzt und die Geschmacksnerven der Leserschaft besser auf einen über 800 Seiten langen Roman eingestellt sind, in dem der interessante, aber normale Historiker-Alltag nur an einzelnen Stellen von dem Unheimlichen durchbrochen wird. Hoch spannend bleibt es allemal – auf zum Inhalt:

    Geschichten über Geschichte

    In ihrer Kindheit bereiste Elizabeth Kostova (geb. 1964) mit ihrer Familie die südeuropäischen Ostblockstaaten und erinnert sich gerne an die Geschichten, die ihr Vater zur Unterhaltung auf den langen Fahrten über Dracula erzählte. Damit war nicht nur ihr Interesse an dieser schillernden Gestalt zwischen Mythos und historischer Realität geweckt, sondern auch die Erzählform für ihren ersten Roman gefunden. In dem fiktiven Epilog stellt sich eine amerikanische Geschichtsprofessorin vor, die in Rückblenden von ihren Erlebnissen als Sechzehnjährige berichtet, natürlich auf Reisen durch Europa mit ihrem Vater, dem sie ganz langsam das große Geheimnis um ein kleines Büchlein entlockt, das in seinem Inneren nur einen großen, zornigen Drachen beherbergt – das Zeichen des Ordo Draconis, dem Vlad der III. angehörte, weshalb er den Beinamen Drăculea trug.

    Ihr Vater, den wir als Paul kennenlernen, berichtet von den seltsamen Begebenheiten, wie er in den 50ger Jahren als Student in Oxford bei seinen Unterlagen plötzlich dieses leere Buch fand. Als er seinen Geschichtsprofessor Rossi zu Rate zieht, offenbart ihm dieser, dass auch er ein solches Buch besitzt und seine Nachforschungen ihn zu dem walachischen Fürsten (heutiges Rumänien) aus dem 15. Jahrhundert geführt haben. Aus unerfindlichen Gründen übergibt der sonst so rationale Professor Paul die Aufzeichnungen über seine Suche nach dem Grab und fügt fast ängstlich hinzu: „Dracula … Vlad Țepeș … lebt noch“ (35). Am gleichen Abend verschwindet Rossi spurlos; zurück bleiben nur ein paar Tropfen Blut. Verzweifelt sucht Paul in den Unterlagen nach Hinweisen, was seinem Professor passiert sein könnte, und trifft in der Bibliothek auf eine junge Doktorandin, die Rumänin Helen. Nach einer zaghaften Annäherung der beiden zeigt sich, dass Helen den Professor durch ihre Arbeit über Vlad III beeindruck möchte, weil sie dessen uneheliche Tochter ist. Paul erzählt ihr von seinem Verdacht, was mit dem Professor geschehen sein könnte, aber ein Bibliotheksangestellter belauscht das Gespräch und beißt Helen in den Hals. Überhastet brechen die beiden nach Istanbul auf, wohin eine erste Spur weist.

    Immer weiteren Dokumenten und ihren Geheimnissen folgend reisen Paul und Helen nach Ungarn, Rumänien und Bulgarien, werden von Untoten heimgesucht, entdecken nach langen Mühen tatsächlich das Grab des Fürsten, treffen auf den sterbenden Professor, erfahren die wahre Geschichte der Begegnung zwischen ihm und Helens Mutter aus seinen persönlichen Aufzeichnungen und begegnen dem leibhaftigen Vlad Dracula … Mehr kann ich leider nicht verraten, ohne doch auf gemeine Art zu spoilern.

    Inzwischen ist jedoch auch der Vater der Erzählerin spurlos verschwunden und die 16-Jährige macht sich in Südfrankreich auf die Suche nach ihm, denn sie vermutete ihn an einem der letzten Orte, wo Dracula noch eines seiner geheimen Gräber besitzt. Sie wird von unheimlichen Wesen verfolgt, aber auch von einem studentischen Gentleman wacker unterstützt.

    Die verschiedenen Erzählebenen verflechten sich im Laufe des Romans so stark miteinander, dass man als Leser die Geschehnisse in drei Zeiten fast synchron erlebt. Von Rossi erfahren wir durch seine Briefe und Tagebucheinträge, von Paul aus dessen eigenen Schilderungen auf der Reise mit seiner Tochter und zuletzt und parallel alles in der Erzählgegenwart von dieser selbst. Historik und die persönlichen Schicksale verweben sich auf brillante Art in den Historikern selbst.

    Durch Geschichten in der Kindheit der Autorin wird das Interesse an Geschichte geweckt und daraus entsteht wieder die Lust auf Geschichten … Das ist die Geschichte des Buches Der Historiker.

    Übrigens sind die historischen Hintergründe und Orte des Romans sehr gut recherchiert und stimmig, nur die Fakten um das Grab sind fiktiv und die Dokumente und Zeugnisse dazu fast komplett erfunden (ich habe selbst schon zum Thema Vlad III. geforscht).

    Eine eigenwillige Hommage an Bram Stoker

    Der Historiker liegt weitab vom üblichen Fantasy-Mainstream und ist durchaus ein Art Kunstwerk. Elizabeth Kostova hat 10 Jahre daran gearbeitet – manche der bekannteren Fantasy-Autoren bringen deutlich mehr als ein Werk pro Jahr heraus. Daraus lässt sich ersehen, welche Arbeit hinter diesem Buch steckt. Das macht einen Unterschied und der Unterschied ist spürbar.

    Die Autorin hat sich eine interessante Mischung ausgedacht, indem sie historische Briefe, Dokumente und persönliche Berichte mit der Rahmenhandlung einer Ich-Erzählerin verbindet, die uns als LeserIn zu einer Entdeckungsreise in die Vergangenheit einlädt. Dabei nutzt die Amerikanerin ein Gestaltungsprinzip ihrer großen literarischen Vorlage, Bram Stokers „Dracula“ (1897), der seine Vampir-Geschichte als Tatsachendokumentation in Form von Tagebucheinträgen und Zeitungsartikel präsentiert.

    Kostova stellt dieses Prinzip nicht in Frage, ironisiert es nicht. Eingebettet in eine rückblickende Erzählung umspinnt sie auf diese Weise unseren modernen, rational und historisch geprägten Geist und verführt uns für die Zeit des Lesens, daran zu glauben, dass Dracula tatsächlich noch bis ins letzte Jahrhundert sein Unwesen getrieben hat und, wenn ich den Epilog richtig verstehe, vielleicht sogar noch heute.

    Vampirisches?

    Kommen Vampir-Freunde auf ihre Kosten? Vielleicht nicht, je nach dem. Wer Bram Stokers Dracula mag, wird den Historiker noch weit mehr mögen, weil die Erzählweise viel moderner und weniger weitschweifig, blumig und umständlich ist. Und ein paar typische Gerne-Elemente finden sich durchaus. Bisse, Blut, Werkzeuge für die Vampirjagd (Silberdolch), Angriffe durch dienende Untote (Vampire), bezwingende Hypnose, Fledermausschatten, Särge und Grüfte …
    Am meisten enttäuscht am ganzen Buch hat mich die Begegnung mit Dracula selbst – er ist anders als meine Vorstellung von ihm … und nicht übermäßig böse. Schade – ich hätte mich gerne mehr gegruselt.
     Die Büchlein mit den leeren Seiten und dem Drachen hat er übrigens selbst gedruckt und verteilt … Warum? Wenn ich das mal so ganz verstanden hätte. Ich finde es nicht stimmig.

    Trotz der Umfänglichkeit des Buches bleibt vieles über Vlad Dracula offen, wie er zum Vampir wurde, wie viele seiner Art es noch gibt – reizvoll und unbefriedigend zugleich, aber in jedem Fall anregend für
     die eigene Fantasie. Und das schätze ich durchaus.

    Einordnung in der Literatur und Kritik

    Ein Feuilletonist der FAZ betitelte (2005) seine Rezension sarkastisch „wie man einen Roman pfählt“ und spielte damit auf die grausamen Hinrichtungsmethoden des historischen Vlads und auf Längen des Romans an, eine beliebte Kategorie der Literaturkritik, die wenig besagt. Tatsächlich ging es mir an einigen Stellen aber ähnlich und ich musste zwischendurch mein Durchhaltevermögen bemühen, um dran zu bleiben. Die Frage ist, wodurch diese Längen entstehen.
    Ausführlichere Berichte von der Reise, Beschreibungen der Landschaft und der Städte, Details des Interieurs – all das gehört zum Schmuckwerk und literarischen Gewand eines Romans, der sich an die viktorianische Erzählweise des 19. Jahrhunderts anlegen will, dennoch wirkt es ungewohnt. Die Gothic Novel lebt davon, dass in die alltäglich erlebte Wirklichkeit plötzlich das Übersinnliche hereinbricht und alles in Frage stellt, weshalb man in der Literaturforschung von magischem Realismus spricht.
    Die Längen haben also System. Trotzdem erwarten die Lesegewohnheiten des 21. Jahrhunderts etwas mehr Spannung. Mir hätte es geholfen, wenn die äußeren Orte ähnlich wie bei Dan Browns Thriller in einem direkten Zusammenhang mit der historischen Detektivarbeit gestanden hätten. Aber man kann auch nicht alles in einem Buch haben.
    Der Historiker bietet zudem eine wunderschöne und tragische Liebesgeschichte, lässt das Leben im Rumänien und Bulgarien der 30er und 50er Jahre szenisch vor Augen treten und erzeugt eine leicht gruselige, melancholische Stimmung, die perfekt zu der Erzählung passt.

    Und noch ein Zitat:

    „Es ist eine Tatsache, dass wir Historiker uns für Dinge interessieren, die zum Teil unser eigenes Ich widerspiegeln, vielleicht den Teil, den wir am liebsten nicht näher untersuchen würden, es sei denn auf dem Feld der Wissenschaft. Und je mehr wir in unsere Interessen eintauchen, desto mehr ergreifen sie von uns Besitz.“ (314)

  6. Cover des Buches Duell (ISBN: 9783404172207)
    Arnaldur Indriðason

    Duell

     (47)
    Aktuelle Rezension von: HighlandHeart1982
    Arnaldur Indridason gehört seit vielen Jahren zu meinen Absoluten Lieblingsautoren und so war es klar, dass ich dieses Werk früher oder später lesen werde.

    Die Geschichte spielt vor dem Hintergrund der Schachweltmeisterschaft auf Island und ist als Duell des Jahrhunderts bekannt.

    Mit dem Ermittler Marian Briem tritt hier eine Figur in Erscheinung, die in der Komissar Erlendur Reihe öfters auftritt bzw. erwähnt wird.

    Die Geschichte nimmt einen vom ersten Moment an gefangen, der Schreibstil ist wie gewohnt super, der Spannungsbogen perfekt aufgebaut.

    Neben der Haupthandlung, in der der Mord und die spürbaren Geplänkel des kalten Krieges im Vordergrund sind, gibt es auch eine Nebenhandlung, in der Marian Briem, uneheliches Kind eines Industriellen und einer Hausangestellten, an Tuberkulose erkrankt ist und sich in mehreren Sanatorien fernab der Heimat zur Erholung befindet. Und eben diese Nebenhandlung erklärt die eigenwillige Art des Ermittlers und warum er zeitlebens ein Einzelgänger war.

    Der Autor hat mit Duell ein weiteres Meisterwerk geschaffen, das unbedingt Lust auf mehr macht.
  7. Cover des Buches Unten am Fluss - 'Watership Down' (ISBN: 9783548290157)
    Richard Adams

    Unten am Fluss - 'Watership Down'

     (261)
    Aktuelle Rezension von: A_Kaiden

    Inhalt: Dunkle Visionen suchen den seherisch begabten Hasen Fiver heim - die große Kaninchenkolonie wird zerstört werden. Hazel, sein Bruder und bester Freund, rät zur Flucht. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach einem Ort, an dem sie ungestört leben können. Die Reise ist gefährlich und voller Hindernisse: Raubvögel und wilde Hunde, reißende Flüsse, ein despotischer Kaninchengeneral, Intrigen und Treuebruch - Die berühmte Sage vom langen Weg in die Freiheit.

    Ich kannte die Geschichte bereits aus Kindheitstagen - damals konnte ich mich an dem Film nicht sattsehen. Nun habe ich tatsächlich das Buch in einem Bücherschrank gefunden und musste es unbedingt mitnehmen. Das Buch begeistert mich noch mehr als der Film. Es wird mehr auf die Charaktere der Hasen eingegangen, man versteht das Handeln und Denken besser, und es wird viel auf das Naturell der Hasen eingegangen. Ganz große Klasse finde ich auch das Glossar am Ende der Kaninchensprache.

    Der Schreibstil des Autors ist flüssig und gut verständlich. Man sieht die Bilder und Abenteuer der Kaninchen direkt vor sich. Das Buch unterscheidet sich nur minimal, aber in schönen Details vom Film, was es umso besser macht. Wer den Film mag wird das Buch lieben. 



  8. Cover des Buches Der Baader-Meinhof-Komplex (ISBN: 9783442155972)
    Stefan Aust

    Der Baader-Meinhof-Komplex

     (307)
    Aktuelle Rezension von: hamburgerlesemaus

    Während meine Mutter beim Post-oder Bankschalter anstand (ATM gab es damals noch nicht), guckte ich mir das große Poster mit all den gesuchten RAF-Gesichtern an. In jeder Bank, Geschäft, Bahnhof oder öffentlichem Amt hing dieses Plakat! Wann immer wir mit unseren Eltern aus Hamburg nach Hause nach HH-Lemsahl fuhren, wurden wir von mindestens einer Polizeikontrolle gestoppt. Am Ende wohnte die RAF nur 5 Km von meinem Elternhaus in Poppenbüttel entfernt.

    #derbaadermeinhofkomplex war das erste Buch, das mir alle Zusammenhänge der RAF darstellte.
    Es ist schon länger her, dass ich es gelesen habe, aber ich weiß noch, das es sich wie ein Krimi las. 878 Seiten Spannung pur. Allerdings erinnere ich mich auch, dass ich über Baaders seitenlangen, intellektuellen Ergüsse ohne Punkt und Komma im Gerichtssaal hinweggelesen habe.
    Danke #stefanaust

  9. Cover des Buches Dead Zone – Das Attentat (ISBN: 9783641206130)
    Stephen King

    Dead Zone – Das Attentat

     (363)
    Aktuelle Rezension von: EllaEsSteff

    ⏱📚

    Dead Zone - mein neunter King und Auftakt des Castle-Rock-Zyklus. 📖




    Nach einem Unfall mit dem Taxi erwacht Johnny nach fast fünf Jahren aus dem Koma und hat nun die Fähigkeit in die Zukunft eines Menschen zu sehen, sobald er diesen berührt. Zumindest sieht er Teile davon, denn einige der Dinge, wie Orte, sind in seiner „Dead Zone“ - dem Teil seines Gehirns, welches durch den Unfall beschädigt wurde, sodass er diese nicht sehen kann.
Eines Tages trifft er auf Greg Stillson, ein Lokalpolitiker welcher sich zum Ziel gesetzt hat Präsident zu werden. Als Johnny ihm die Hand schüttelt, sieht er auch dessen Zukunft.
„Für Johnny war es noch nie so stark gewesen, niemals. Alles kam auf einmal wie ein dunkler Güterzug durch einen schmalen Tunnel, eine rasende Lokomotive mit einem einzigen gleißenden Scheinwerfer, und dieser Scheinwerfer wusste alles, und sein greller Lichtstrahl pfählte Johnny wie einen Käfer mit einer Nadel. Es gab keine Möglichkeit des Ausweichens, vollkommenes Wissen überrollte ihn und drückte ihn flach wie ein Blatt Papier zusammen, während der dunkle Zug über ihn hinwegraste.“ (S.449)
Schließlich plant Johnny ein Attentat. 



    Die Metapher des „lachenden Tigers“, welche auf ein Spiel beruht fand ich sehr interessant, sowie  einen Verweis zu Carrie. Zum Schreibstil von King muss man fast nichts sagen. Auch hier musste ich einige Zitate für mich markieren: 

    
„Der Mond ging auf, ein orangefarbenes Auge über den Pinien, und hämmerte einen blutigen Pfad über den Swimmingpool.“ (S.492)

     
„Der Mond war untergegangen, aber die Sterne waren in idiotischem Wirrwarr am Himmel verteilt. Gottes Schmuckschatulle, Johnny.“ (S. 550)

    🌕✨🌅



    Mein Fazit - es macht einfach Spaß King zu lesen und seine Geschichten und Querverweise zu entdecken. Auch dieser Roman hat mir sehr gut gefallen, sodass ich ihn nur empfehlen kann. 📚🤓

  10. Cover des Buches Daisy Sisters (ISBN: 9783423212885)
    Henning Mankell

    Daisy Sisters

     (108)
    Aktuelle Rezension von: Buecherspiegel

    Eigentlich ist der Titel von Henning Mankells „Daisy Sisters“ nur ein anderes Wort für: jede Frau hat eine beste Freundin. Mindestens. Der Roman soll sich über drei Frauengenerationen in Schweden bewegen; in der Erzählung jedoch geht es nur am Rande von der vorhergehenden und der nachfolgenden zweier Generationen aus der Arbeiterklasse. Wichtige Themen spricht Mankell an, dessen Bedeutung nichts an Aktualität verloren haben, wenn wir uns nicht nur in Deutschland, oder auch Schweden, dem Ort des Geschehens, umschauen. Es betrifft nicht nur Frauen untereinander sondern das Verhältnis derer in einer Gesellschaft und wo Männer sich inzwischen auf verlorenem Posten sehen. Sie wehren sich wie üblich durch bloßes Machtgehabe, wie in Polen und auch anderswo sichtbar. Vergewaltigung, das bewusste Kleinhalten von Frauen, die sich nicht trauen auszubrechen, Machtmissbrauch durch sexualisiertes Verhalten, schlechte Rahmenbedingungen und vieles mehr werden hier beschrieben.

    Die Väter von Elna und Vivi gehören verschiedenen Parteien an, im Zweiten Weltkrieg wirken sich beide Zugehörigkeiten fatal aus. Die beiden jungen Frauen führen lange Zeit eine Brieffreundschaft, bis sie sich endlich einmal treffen können. Eigentlich sollen sie nur einem Verwandten von Elna bei der Heuernte helfen, doch vorher wollen die beiden an die Grenze zu Norwegen, den Krieg erleben. Nach einer heftigen Nacht mit zwei Grenzsoldaten muss Elna Wochen später damit zurechtkommen, dass sie schwanger ist. Dass es bei Elna eine Vergewaltigung war, kann sie sich selbst gegenüber nur schwer eingestehen. Abbrüche sind verboten aber möglich, doch misslingt ihr dies, Eivor wird geboren. Die Umstände des versuchten Schwangerschaftsabbruches, wie die Eltern und das gesamte Umfeld reagieren ist bezeichnend für die damalige Zeit. Eigentlich will Elna etwas anderes aus ihrem Leben machen, sie ist klug, doch aus ihren Träumen wird nichts. Sie heiratet und bietet ihrer Tochter, die absolut nichts über ihren leiblichen Vater weiß, zumindest gute Randbedingungen, um es besser zu machen.

    Jahre später erleben wir, wie es auch Eivor nicht gelingen mag, das sogenannte bessere Leben zu erwischen. Der alkoholkranke Nachbar, von Mankell liebevoll gezeichnet, nimmt einen Ausreißer auf, in den Eivor sich verliebt und furchtbares dadurch erleidet. Das zeichnet sie fürs Leben. Sie will in einem größeren Ort endlich durch harte Arbeit ihre Träume verwirklichen und landet doch nur, wie ihre Mutter, viel zu früh schwanger in einer Ehe. Nach dem ersten Kind will sie partout wieder arbeiten, doch ihr Mann sorgt dafür, dass sie wieder schwanger wird. Die Ehe zerbricht nach wenigen Jahren, sie muss und will für sich selbst und ihre Kinder sorgen. Die Freundschaft zu einer Arbeitskollegin aus ihrem ersten Job lässt sie an den nächsten Ort ziehen, wo sie wieder auf bessere Zeiten hofft. Das ist am Anfang auch so, doch dann trifft sie eine fatale Entscheidung. Sie landet in einer Fabrik, bei der Frauen eher selten anzutreffen sind. Hier begegnet sie derart niederträchtigen und sexualisierten Bedingungen, wie ich sie persönlich noch, zwar abgeschwächt, in den Achtzigerjahren des letzten Jahrhunderts während meiner Banklehre erlebt habe. Männern gegenüber ist sie nun extrem vorsichtig eingestellt, doch die erste Liebe holt sie ein. Wieder erlebt sie furchtbares, wird erneut schwanger und entscheidet sich letztendlich für das Kind.

    Die schweren Bedingungen, die Mutter wie auch die Tochter erleben, werden von Mankell zwar gut beschrieben, doch die Gefühle der Frauen kann auch er nicht wirklich wiedergeben. Dass auch die Tochter von Eivor früh schwanger wird, ist für die Mutter wie ein Schlag ins Gesicht. Die Sprachlosigkeit, die Ängste, die die jeweilige Mutter gegenüber ihrer Tochter wie ein versagen klingen, dieses festhalten, nicht ausbrechen können aus dem Rahmen, das ist einfach nur furchtbar zu lesen. Nicht sichtbare Ketten, die von keinem der Frauen, auch den Freundinnen, durchbrochen werden können, stimmen einen traurig. Die Daisy Sisters erhalten zumindest ihre Freundschaft so wie Eivor auch die ihre. Dass das Leben kein Ponyhof ist, wird hier eindrucksvoll bewiesen.

  11. Cover des Buches Die Landung (ISBN: 9783955305918)
    Marion Zimmer Bradley

    Die Landung

     (91)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Der erste Band des Darkover-Zyklus „Die Landung“ erzählt von einem Raumschiff, das ursprünglich von der Erde kam und notlanden musste. Das Schiff mit seiner Besatzung sollte Kolonisten, vorwiegend schottischer und spanischer Abstammung, in die Coronis-Kolonie bringen. Aber das Schiff kommt vom Kurs ab und muss auf einem unbekannten Planeten notlanden.

    Schon nach kurzer Zeit entbrennt zwischen der Kolonisten und der Raumschiffbesatzung ein Streit über das weitere Vorgehen. Während die Besatzungsmitglieder das Schiff um jeden Preis reparieren wollen, möchten die Kolonisten auf diesem Planeten bleiben und sich eine Heimat schaffen.

    Nach vielen kleineren und größeren Schwierigkeiten bleibt den Mitgliedern der Schiffsbesatzung nichts weiteres übrig, als klein bei zu geben, denn das Schiff zu reparieren ist allein aufgrund des Mangels an Erzen und Metallen auf diesem Planeten unmöglich.


    Die komplette Rezension gibt es auf meinem Blog.

  12. Cover des Buches Rheinblick (ISBN: 9783548062495)
    Brigitte Glaser

    Rheinblick

     (92)
    Aktuelle Rezension von: Ingrids_Blog

    „Rheinblick“ spielt vom 18. November bis 4. Dezember 1972 und behandelt die Zeit der Wahl Willy Brandts und seinem anschließenden Krankenhausaufenthalt.


    Abwechselnd erleben wir diese Zeit aus der Sicht von vier Protagonisten: Sonja, die Logopädin, aufgewachsen mit einem prügelnden Vater, die Willy Brandts Stimme retten soll; Hilde, die verwitwete Wirtin des Rheinblicks, die versucht sich aus der Politik herauszuhalten, aber vor Jahren einen Fehltritt beging, Max, ein Student und stetig abgebrannter Taxifahrer mit einer Vorliebe für hübsche Frauen und Lotti, eine kesse Journalistin aus Kehl, die für ihr Heimatblatt nach Bonn geschickt wurde. 


    Schnell wird man in das Bonn der 70er Jahre katapultiert. Die Atmosphäre ist dicht und bildhaft verwoben, mir sogar an manchen Stellen etwas zu viel des Guten. Die meisten Leser*innen werden wohl nicht diese Zeit im Rheinland miterlebt haben. Insofern werden ihnen die vielen erwähnten Musiktitel, Filme, Werbungen nicht viel sagen. Hier wäre weniger mehr gewesen.


    Das Thema hat mich sehr interessiert. Man merkt die akribische Recherche dem Buch an jedem Satz an. Die politischen Ränkespiele werden den Leser*innen durch die Perspektive der Protagonisten nährgebracht. Das Polittheater bildet den Hintergrund der Geschichte. Im Vordergrund stehen die Probleme der oben genannten Figuren.


    An sich ist das nicht schlecht, jede von ihnen hat ihr Scherflein zu tragen. Allerdings konnte mich die Umsetzung bei vier unterschiedlichen Handlungssträngen nicht überzeugen. Die Perspektivwechsel kommen schnell hintereinander, manchmal gerade mal 1-2 Seiten. Kaum glaubte ich, der Figur näher zu kommen, erfolgte der nächste Handlungsstrang. Die kurzen Abschnitte glichen für mich eher einem Blitzlichtgewitter, sodass ich in der Mitte des Buches zu einer ungewöhnlichen Maßnahme griff: Ich las die Handlungsstränge der Protagonisten nacheinander.


    Das erlaubte mir, die Zeit über bei einer Figur zu bleiben und riss mich nicht immer wieder von ihrer Seite fort. Und da vieles nur angerissen und anschließend in Rückblenden erzählt wird, fiel es mir leichter, dem Plot zu folgen. Besonders die lebenslustige Lotti hat es mir angetan. Die anderen hätte ich gerne ab und an mal geschüttelt.


    Der Schreibstil hat mir gut gefallen, auch wenn sehr viel beschrieben und Handlungen über die Gedanken der Figur mitgeteilt werden, wo ich lieber direkt dabei gewesen wäre.  Aber das ist bestimmt den schnellen Wechseln zwischen den Strängen geschuldet. So wurden interessante Dialoge bestenfalls angerissen werden und teils abrupt beendet, dafür Beschreibungen wesentlich mehr Raum gegeben.  

    Insgesamt eine schöne Idee, deren Umsetzung mir jedoch einige Schwierigkeiten bereitete, deshalb 3,5 Sterne.

  13. Cover des Buches Liebessabotage (ISBN: 9783257229370)
    Amélie Nothomb

    Liebessabotage

     (50)
    Aktuelle Rezension von: killmonotony

    Mein zweites Nothomb-Buch! Nach „Metaphysik der Röhren“ war ich schon sehr gespannt, wie es in ihrem Leben weitergeht, und zum Glück hat sie einige autobiographisch anmutende Bücher geschrieben.  In diesem Büchlein geht es um ihre Zeit in China, wo sie im Alter von 4 bis 7 gelebt hat. Also zeitlich fast direkt anschließend an die Röhren. Nothomb beschreibt das Kriegsspiel, das zwischen den Kindern im Diplomatenghetto lief, und lässt dabei keine Details aus: von der „Geheimwaffe“ (ein mit dem Urin gefüllter Bottich) über die „Kotzer“ (auserwählte Soldaten, die auf ihre Feinde erbrachen) zu den Foltermaßnahmen, die angewandt wurden, um die deutschen Kinder zu quälen. Aber es gibt noch eine Nebenstory: Amélies erste große Liebe, Elena. Die schöne Italienerin macht es ihr schwer, will sie nicht wahrnehmen, und dabei will Amélie doch nur eins: dass Elena sie auch liebt.

    Die Freiheit ist nicht in Quadratmetern zu errechnen. Frei sein, das hieß, daß wir endlich uns selbst überlassen waren. Die Erwachsenen können den Kindern keinen größeren Gefallen tun als den, sie zu vergessen.

    Ich muss sagen, ich war ein bisschen enttäuscht. „Die Röhren“ haben mir so gut gefallen, was unter anderem daran lag, dass Nothomb sehr egozentrisch war und auch so geschrieben hat. In „Liebessabotage“ ist sie immer noch sehr Ich-bezogen, aber die inneren Monologe sind doch etwas ausgedünnt an der Zahl. Ein weiterer Störfaktor: das Thema Krieg – selbst wenn es nur „Krieg spielen“ ist. Noch nie konnte ich mich für dieses Thema in der Literatur oder in Filmen begeistern, und ich finde es einfach unnötig, „Krieg zu spielen“. Zumal sich in diesem Buch das Kriegsspiel nicht nur auf einen Teil des Buches begrenzt hat, sondern sich durch die gesamte Länge (zwar nur 170 Seiten, aber trotzdem!) gezogen hat. Da fand ich die kleine Liebesgeschichte doch um einiges interessanter. Amélie muss sich ihrer selbst klar werden und wie sie auf andere wirkt, um die schöne Elena von sich zu überzeugen.

    Die komplette Rezension findet ihr auf meinem Blog: http://killmonotony.wordpress.com

  14. Cover des Buches Der Sandmaler (ISBN: 9783423217521)
    Henning Mankell

    Der Sandmaler

     (96)
    Aktuelle Rezension von: Bibliokate

    Henning Mankell hat in seinem Roman die Geschichte von Elisabeth, einer jungen  Frau geschrieben die ihr Interkulturelles Bewusstsein entdeckt und Stefan, ihrem ehemaligen Schulkollegen die sich auf dem Flug nach Afrika wiederbegegnen, jedoch unterschiedlicher nicht sein könnten. Stefan sieht seine Reise großteils als Vergnügen während Elisabeth ihre Interkturelles Bewusstsein und ihr Wissen erweitern will, jedoch noch nicht viele  Kompetenzen in Diversität und interkulturellen Fragen erwerben konnte und somit immer wieder in Situationen kommt die sie in ihrer eigenen kulturellen Denkweiseherausfordern und so ihren Horizont erweitern. Die Sprache ist, wie bei Mankell üblich sehr ansprechend, der Titel hat mich sofort angesprochen und die Sozialen Probleme die im Roman angesprochen werden machen den Roman sehr interessant und spannend. Mankell schreibt über die Schönheit des Landes, den Stolz der Einheimischen sowie den Problemen, den Nöten und den Schwierigkeiten denen sie ausgesetzt sind. 


  15. Cover des Buches Das Alphabethaus (ISBN: 9783423219525)
    Jussi Adler-Olsen

    Das Alphabethaus

     (529)
    Aktuelle Rezension von: Skaara

    Das Alphabetenhaus habe ich, ohne den Buchrücken gelesen zu haben, angefangen, weil mir bereits andere Werke des Autoren gefallen hatten. 

    Anfänglich war ich enttäuscht, weil Kriegsgeschichten überhaupt nicht mein Genre sind. Doch dann hat mich das Buch so gefesselt, dass ich immer weiterlesen musste. Die Gründe hierfür sind schwer zu beschreiben. Die Story war schockierend und spannend zugleich. Die Charaktere fand ich gut ausgearbeitet und man musste einfach wissen, wie es weitergeht.

    Der erste Teil des Buches, der im Krieg spielt, zieht sich sehr in die Länge, aber ich finde genau das ist sehr wichtig für das Werk und gut gewählt, damit man die Motive und Handlungen der Charaktere, auch in der späteren Zeit, nachvollziehen kann.

    Das Buch ist sicher nicht für jeden was, aber mir persönlich hat es gut gefallen.


  16. Cover des Buches Conan (ISBN: 9783453308053)
    Lin Carter

    Conan

     (2)
    Aktuelle Rezension von: rallus
    Dies ist der erste Teil von Conan dem Cimmerier. Archaisch verfilmt mit Schwarzenegger, der wie kein anderer in diese Rolle passt. Conan ist nicht vergleichbar mit anderen Muskelprotzen, benutzt er doch oft sein Gehirn und hat eine angeborene Schläue. Auch beherrscht er viele Fremdsprachen, die im das Überleben leichter machen. Ursprünglich erschaffen von Robert E.Howard, wurden die teilweise unvollständigen Geschichten von Sprague deCamp oder Lin Carter weitergeführt. Zu empfehlen ist auf jeden Fall die ungekürzte Version des Heyne Verlages, die in einer Neuauflage in gelben Büchern daherkommt. Ein Muss für jeden Fantasy Fan!
  17. Cover des Buches Die Königin von Zamba (ISBN: B0040ILFZ2)
    Lyon Sprague de Camp

    Die Königin von Zamba

     (1)
    Aktuelle Rezension von: rallus
    Erster Roman des Krishna Zyklus welcher als Sammlung von Novellen in den späten 40er Jahren begann. Von der Space Opera und den Schwert und Planeten Geschichten der damaligen Zeit beeinflusst beschreibt deCamp ein eigenes (doch etwas wirres) Universum. Es spielt in der Zukunft und hat meistens einen recht simplen Plot. Hier ist es die Suche des noch auf der Erde agierenden Victor Hasselborg der die Tochter Julnar sucht. Dabei kommt er auch dne Planeten Krishna. Durch die Zusammensetzung der Novellenart wirkt ide Geschichte etwas zerrissen. DeCamp Anhänger kommen hier aber auf ihre Kosten
  18. Cover des Buches Von Männern und Menschen (ISBN: 9783866482418)
    Olli Jalonen

    Von Männern und Menschen

     (25)
    Aktuelle Rezension von: Booky-72

    Finnland im Jahr 1972. Keine einfache Zeit für einen Jungen wie den Protagonisten, der im Buch einfach O. genannt wird. Gerade soll er die Entscheidung treffen: weiter zur Schule gehen mit der Möglichkeit kurzzeitig ins Ausland zu gehen oder beruflich Fuß zu fassen. Vorerst wird ihm die Entscheidung abgenommen, der er muss Geld verdienen, sein Vater ist krank und er muss nun zum Lebensunterhalt der Familie beitragen.

    Er muss sich rasant vom Kind zum Mann wandeln und dem sympathischen Protagonisten gelingt das richtig gut. Er fügt sich in die Männerwelt sehr gut ein und wird von seinen Kollegen als vollwertiger Kollege geachtet.

    Die Zeit der 70er Jahre, die auch politisch sehr prägend war, ist hier grandios beschrieben für jeden Interessierten und Kenner des Landes.

    Ich, selbst im Jahre 1972 geboren, aber noch nie in Finnland gewesen, bin sehr beeindruckt von diesem grandiosen Werk des Autors Olli Jalonen, das mich auf jeder seiner 533 Seiten überzeuge konnte. Absolute Weiterempfehlung und 5 Sterne.

  19. Cover des Buches Wie Bobby Fischer den Kalten Krieg gewann (ISBN: 9783596171682)
  20. Cover des Buches Was im Dunkeln liegt (ISBN: 9783453355958)
    Diane Janes

    Was im Dunkeln liegt

     (16)
    Aktuelle Rezension von: bookscolorsandflavor
    Nach 179 Seiten musste ich das Buch leider abbrechen, da es todlangweilig war. Schade. Vielleicht nehme ich es mir in ferner Zukunft nochmal vor.
  21. Cover des Buches Mein Lightroom Alltag - Edition ProfiFoto (ISBN: 9783826691553)
    Patrick Ludolph

    Mein Lightroom Alltag - Edition ProfiFoto

     (2)
    Aktuelle Rezension von: mahlemiut
    EIn Buch für alle Personen, die ihren RAW Workflow auf Lightroom basierend aufgesetzt haben. Mit sympathischer Schreibweise wird ausführlich über die Module in LR3 gegangen und die Materie über Beispiele veranschaulicht. Ein Buch, das sowohl für Anfänger in LR3 sehr nützlich ist und auch nach längerer Arbeit mit LR3 immer noch neues entdecken lässt. Von mir eine klare Empfehlung!
  22. Cover des Buches Ein Tag im September (ISBN: 9783453500129)
    Simon Reeve

    Ein Tag im September

     (4)
    Aktuelle Rezension von: nelloroso
    Gutes, informatives Buch. Simon Reeve beschreibt detailgetreu den genauen Ablauf des Geschehens und die Folgen. Er beginnt mit der Geschichte Israels und Palästinas, und das Wie und Warum der Enstehung der Terrorgruppe " schwarzer September". Dann natürlich die schrecklichen Erreignisse im Olympischen Dorf und das Debakel in Fürstenfeldbruck. Vor allem das fehlerhafte Verhalten der deutschen und bayrischen Beamten. Danach beschreibt er den Racheakt der Israelis, der auch nicht glatt lief. Auch die Hinterbliebenden auf beiden Seiten lässt er zu Wort kommen, wie sie ihre Verluste unterschiedlich verarbeitet haben. Und ihre Hoffnung auf Frieden in der Region. Alles in allem ein gutgeschriebenes Buch, mit vielen Stellen zum Kopf schütteln.
  23. Cover des Buches Der Zauberspiegel des M.C. Escher (ISBN: 9783822837061)
    Bruno Ernst

    Der Zauberspiegel des M.C. Escher

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden
  24. Cover des Buches Überleben! (ISBN: 9783442150564)
    Piers Paul Read

    Überleben!

     (19)
    Aktuelle Rezension von: youseichen
    Eine Rugby-Union-Mannschaft aus Uruguay stürzt auf dem Weg zu einem Spiel in Chile über den Anden ab. 72 Tage überleben einige der jungen Männer auf dem Berg, da sie, um nicht zu verhungern, entscheiden, die Überreste der Toten zu essen, bis sich nach dieser Zeit ein paar Männer auf den Weg machen, die Anden zu erklimmen und nach Rettung zu suchen. Ich hatte im Fernsehen einen Bericht über diese wahre Begebenheit gesehen und war über das Drama im Sinne schockiert. Diese Geschichte bewirkt nichts anderes, gerade auch, da sie aus der Perspektive der abgestürzten Männer geschrieben ist. Sie schockiert, bewegt und lässt einen darüber nachdenken, ob Moral und dergleichen in solchen Notsituationen noch von Bedeutung sind.

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks