Bücher mit dem Tag "1980er jahre"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "1980er jahre" gekennzeichnet haben.

133 Bücher

  1. Cover des Buches Hard Land (ISBN: 9783257071481)
    Benedict Wells

    Hard Land

     (328)
    Aktuelle Rezension von: annilittle

    Ich weiß echt nicht, warum es mir so schwer fällt, diese Rezension zu schreiben, aber seit dem Beenden, hab ich noch drei andere Bücher gelesen und schon rezensiert. Irgendwie auch schon wieder beim Lesen, weil ich das Buch zehnmal in die Hand nehmen musste um die ersten 120 Seiten zu lesen und den Rest dann an einem Tag durchgelesen habe. Naja, besser spät als nie.

     

    Benedict Wells ist mir bereits seit einigen Jahren ein Begriff, dennoch haben seine Bücher mich nie sonderlich angesprochen, da er nicht unbedingt in dem Genre schreibt, das ich am liebsten lese. Zudem finde ich 24,00 (!) Euro für dieses kleine Hardcover einen ganz schön stolzen Preis. Aber meine liebste Omi versorgt mich immer mit Büchern, für die ich selbst zu geizig bin und orientiert sich dabei meistens  nicht an meiner Wunschliste. Das war aber in diesem Fall aber auch total gut, weil ich mal was „out of the comfort zone“ gelesen habe und es mir gut gefallen hat. Können wir mal bitte kurz appreciaten, dass meine Omi in den örtlichen, kleinen Buchladen bei sich geht und die Buchhändler*innen fragt, was man denn einer jungen Frau gut schenken kann, weil sie etwas für ihre Enkelin sucht?!

    Jedes Mal, wenn ich das Buch anschaue, muss ich an meine Großeltern denken, die ich über alles liebe, allein deshalb wird dieses Buch nie aus meinem Bücherregal ausziehen. 

     

    Nun aber mal zum Buch und der eigentlichen Geschichte: Ich hätte echt nicht gedacht, dass ich mich mit einem 15-jährigen Jungen aus dem Missouri der 80er Jahre so mitfühlen könnte, aber ich habe es. Benedict Wells hat einen ziemlich besonderen Schreibstil, den wahrscheinlich nicht jeder mag, auch ich musste mich daran erst gewöhnen. Eins muss man ihm aber lassen, er hat es geschafft, den Stil als sehr authentisch dahingehend wirken zu lassen, als das man denken würde, man liest gerade wirklich das Tagebuch oder Ähnliches aus der Feder eines Teenagers.

    Die Charaktere allgemein sind alle sehr besonders, weshalb sie mir sehr echt und authentisch, wenn auch nicht immer sympathisch, erschienen sind.

     

    Es ist stellenweise schon echt hart zu sehen, was dieser junge Mensch schon alles verkraften und durchstehen muss. Es ist aber schön zu sehen, wie er sich entwickelt und wie er lernt mit den Dingen umzugehen.

    Fazit: Ein wirklich toller Coming-of-Age-Roman, mit interessanten Charakteren, einer Geschichte, die ganz viel gibt und sehr ans Herz geht. Empfehlung!

  2. Cover des Buches Die Lichtung (ISBN: 9783548286365)
    Linus Geschke

    Die Lichtung

     (211)
    Aktuelle Rezension von: Zahirah

    Linus Geschke bringt mit „Die Lichtung“ seinen Debütroman und den ersten Teil der Jan-Römer-Reihe auf den Markt. Erzählt wird ein Kriminalfall der sich vor Jahren ereignete und nie geklärt werden konnte. Jan ist Journalist und soll für seine Zeitung in der Rubrik „Ungelöste Kriminalfälle“ darüber berichten. Brisant an der Story ist allerdings, dass er die Beteiligten kennt - es sind seine Jugendfreunde. Jan beginnt also zu recherchieren. Dabei erhält er Hilfe von Stefanie Schneider, genannt „Mütze“, einer ehemaligen Volontärin und jetzigen Freundin. Gemeinsam  bringen sie Ungereimtheiten ans Tageslicht. Durch zahlreiche Rückblenden in die 80er Jahre gelingt es dem Autor die Handlung spannend zu halten. Das Ermittler-Duo besticht durch ihre gegensätzlichen Charaktere, die aber gerade deswegen hervorragend miteinander harmonieren. Man fiebert dem Ende durchaus entgegen und wird mit der überraschenden Auflösung nicht enttäuscht. Das Buch/der Autor war für mich eine positive Überraschung. Ich kann dieses Buch absolut allen empfehlen die einen spannenden und toll geschriebenen Krimi lesen möchten. Ich vergebe volle 5 Sterne.

  3. Cover des Buches Zurück nach Hollyhill (ISBN: 9783453534742)
    Alexandra Pilz

    Zurück nach Hollyhill

     (574)
    Aktuelle Rezension von: books_and_baking

    In diesem Buch geht es um Zeitreisen. Hier reisen aber nicht einzelne Personen in der Zeit, sondern das ganze Dorf mitsamt seinen Bewohnern. Die Protagonistin Emily sucht dieses Dorf, weil ihr ihre Großmutter einen Brief ihrer verstorbenen Mutter zu deren Schulabschluss überreicht. Emily hat erst Probleme das Dorf zu finden, bis ihr der gut aussehende Matt über den Weg läuft und sie dorthin widerwillig mitnimmt. Dort angekommen erfährt sie nach und nach, warum ihre Mutter damals überstürzt von zuhause abgehauen ist und bald ist auch der erste Zeitsprung nicht mehr weit.

    Emily mochte ich von Anfang an total gern, da sie eine sehr unkomplizierte Person ist. Der Anfang des Buches ist auch super aufgebaut, sodass man alles nachvollziehen kann, ohne dass es zu sehr ins Detail geht. Erst nach dem ersten Zeitsprung bin ich anfangs nicht so ganz mitgekommen, da ich teilweise selbst Fragen hatte, die Emily aber nicht gestellt hat und ich deshalb abwarten musste, wie sich alles entwickelt. Wer die Edelstein-Trilogie mochte, wird das Buch sicher auch mögen. Zwar kommt es nicht ganz an diese Reihe ran, ist aber trotzdem super süß geschrieben.

  4. Cover des Buches Todesmarsch (ISBN: 9783453436916)
    Stephen King

    Todesmarsch

     (766)
    Aktuelle Rezension von: Fili_S

    Das Buch lässt sich leicht lesen und ist keine schwere Lektüre, wie zum Beispiel Colorado Kid. 

    Die Spannung ist stehts präsent, alleine weil man wissen möchte, wer als nächstes umkippt oder krepiert. Doch das war es dann auch schon. 

    Für mich fehlt einfach der pure Nervenkitzel, den bei einem solchen Marsch erwartet. Für mich ist das kein Thriller. Es war dennoch ein gutes Buch für zwischendurch. 

  5. Cover des Buches Die Wolke (ISBN: 9783473580149)
    Gudrun Pausewang

    Die Wolke

     (918)
    Aktuelle Rezension von: Frank2

    Ich kennen Eltern, die ihren Kindern die Lektüre dieses Buches untersagen. Nachdem ich mich im Zuge des Deutschunterrichts meiner Tochter mit dem Buch beschäftigt und es gelesen habe, muss ich zugeben, dass die besagten Eltern aus meiner Sicht gute Gründe dafür haben.

    Ich will diese Auffassung begründen.

    Das Buch ist Fiktion, und darf deshalb auch fiktionale, sprich spekulative Inhalte haben. Die Autorin setzt diese fiktive Handlung aber bewusst in einen 100% realen Rahmen. Der Reaktor, die Orte und der Zeitrahmen sind Realität. Damit wird ein Umfeld geschaffen, dass die Handlung sehr plastisch macht und denkbar erscheinen lässt.

    Das ist sie mitnichten. Dafür gibt es 2 wesentliche Gründe:


    1. Das Bild der technischen Katastrophe ist haarsträubend überspitzt, die Darstellung der unmittelbaren Folgen ebenfalls (auf Spätfolgen wird im Buch nicht weiter eingegangen).


    Die Autorin benennt einen Reaktorunfall, der schlimmer sei als der 1986 in Tschernobyl. Sie bleibt aber jedwede Erklärung schuldig, wie ein solcher Unfall einhergehen könnte. Es ist auch schwer vorstellbar, was folgenschwerer sein soll, als, dass der Reaktor eines Kernkraftwerks samt aller ihn umgebenden Hüllen gesprengt wird und der Inhalt des Reaktors in die Umwelt freigesetzt wird – so geschehen in Tschernobyl. Falls man eine thermonukleare Kettenreaktion wie bei einer Kernwaffe in Betracht zieht, so sei gesagt, dass die physikalischen Voraussetzungen dafür in einem Kernkraftwerk nicht gegeben sind, und auch nicht durch die Umstände eines wie auch immer gearteten Unglücksfalls entstehen können.

    Dennoch beschreibt die Autorin unmittelbare Folgen, die ihrer Fernwirkung z.T. weit über die des Atombombenabwurfs über Hiroshima hinaus gehen. So wird z.B. der Protagonistin Janna-Berta eine schwere Strahlen-Krankheit attestiert (Erbrechen und Haarausfall – Strahlenbelastung 2-4 Gy), die sie in 87 km Entfernung zum Unglücksort erlitten haben soll. Das ist vollkommen unrealistisch. In Tschernobyl erlitten nur Menschen diese Schwere der Strahlenkrankheit, die für Aufräumarbeiten unmittelbar am verunglückten Reaktor eingesetzt waren. In Hiroschima war der Radius um den Mittelpunkt der Bombenexplosion, innerhalb dessen man dieser Belastung durch Primär-Strahlung ausgesetzt war, 1 - 2 km. Die Autoren verortet solche Erkrankungen bis 100 km Luftlinie vom Kernkraftwerk entfernt. Auch wenn man den radioaktiven Fallout als Ursache in Betracht zieht, sei darauf hingewiesen, dass es in Hiroshima nur innerhalb des inneren Stadtgebietes, und in Tschernobyl nirgends außerhalb des Kraftwerks selbst zu derartigen Belastungen durch den Fallout kam.

    Nach der Autorin waren ferner die Menschen in der sogenannten Todeszone so verstrahlt, dass sie eine Gefahr für andere Menschen darstellten, weshalb sie den Unglücksort nicht verlassen durften. Eine solche Verstrahlung ist nicht möglich. Eine Strahlungsdosis, die die Elemente im Körper eines Menschen derart aktiviert, dass er selbst zur Strahlungsquelle wird, wäre tausendfach tödlich, und wird weder bei einem Kernwaffeneinsatz, geschweige denn bei einem Reaktorunglück freigesetzt. Die Radioaktivität, die bei einem Reaktorunglück freigesetzt wird, speist sich nahezu ausschließlich aus radioaktiven Nukleiden der Brennstäbe, die an Stäuben durch die Luft transportiert werden, dem Fallout. Dieser haftet oberflächlich an, und kann abgewaschen werden. Damit wären die betroffenen Menschen, unabhängig von der Strahlungsdosis, die sie erlitten haben, selbst „strahlungsfrei“.

    Weiter: In der 10 km entfernten Stadt Schweinfurt hätte keiner überlebt – das ist ebenfalls eine Folgewirkung, die nicht einmal die Hiroshima-Bombe im entferntesten hätte bewerkstelligen können.

    Insgesamt sind alle Beschreibungen der Folgen des Unglücks entweder hoffnungslos übertrieben oder frei erfunden, so gut wie immer aber sachlich falsch.


    2. Der Staat und seine Organe werden durchgehend als korrupt, unfähig oder lächerlich abqualifiziert, die Bevölkerung als weitgehend asozial.


    Die Autorin benennt als Schuldigen an der Katastrophe den Staat und seine korrupte Bürokratie. Dabei bleibt sie jedwede Erklärung schuldig, welches korrupte Verhalten genau zur Katastrophe geführt haben soll. Die Vorwürfe sind immer diffus – sowohl inhaltlich als auch in ihrer Zielrichtung. Dabei werden dem Leser diese Vorwürfe in einem Dauer-Stakkato präsentiert, das eher kindisch als dramatisch wirkt.

    Den Behörden und den ausführenden Kräften wird ferner so weitreichende Unfähigkeit im Umgang mit dem Unglück unterstellt, dass den Beamten der Befehl erteilt wird, die Menschen, die die „Todeszone“ verlassen wollen, zum Schutz der anderen zu erschießen. Abgesehen davon, dass aus o.g. Gründen, vereinfacht gesprochen, eine gründliche Dusche genügt hätte, um diese Menschen zu dekontaminieren und damit die Gefahr für andere zu beseitigen, ist ein solcher Befehl in einem Rechtsstaat wie dem unseren auch in Katastrophenfällen nicht möglich.

    In jeder Situation im Buch, in der Kräfte der Polizei oder des Staatsschutzes auftauchen, werden diese als vollkommen unfähig dargestellt und damit Gewalt gegen diese Kräfte legitimiert.

    Vom Autofahrer, der den kleinen Bruder der Protagonistin überfährt und ungerührt Fahrerflucht begeht bis zu der alten Frau, die Janna-Berta mit Hinweis auf ihre mögliche Verstrahlung ein Glas Wasser verweigert, begegnen dem Leser eine ganze Reihe von egoistischen und kaltherzigen Mitbürgern, die den Eindruck erwecken, die ganze Gesellschaft hätte sich im Angesicht der Katastrophe weitgehend entsolidarisiert. Wer Berichte aus Katastrophengebieten oder auch aus den Weltkriegen kennt, weiß, dass im Allgemeinen das Gegenteil der Fall ist: Extremsituationen führen bei den meisten Beteiligten zur Solidarisierung. Ausnahmen gibt es immer, aber warum die Autorin der deutschen Gesellschaft asoziales Verhalten in einem solchen Ausmaß unterstellt, bleibt unklar. Tendenziell werden zudem die eher hilfsbereiten Mitmenschen in der Gruppe der Kernkraftgegner verortet, die Egoisten (Großeltern - bleiben im Urlaub, während die Familie in höchster Not ist) in die Gruppe der Kernkraftbefürworter. Ebenfalls ein ärgerlicher, billiger, tendenziöser „Kunstgriff“.


    Fazit


    Beim Lesen des Buches wird man das Gefühl nicht los, die Autorin versucht eher, dem Leser Ihre politische Meinung zu oktroyieren, als eine aufrüttelnde Geschichte zu erzählen. Dafür konstruiert sie ein in fast jeder Hinsicht völlig überzogenes Katastrophenszenario in eine reale Umgebung. Sie bleibt dem Leser jede Erklärung für das Unglück und die seltsame Entsolidarisierung der Mitmenschen schuldig. Sie teilt die Menschen in inakzeptabler Weise entlang ihrer jeweiligen Positionierung zum Thema Kernkraft in gut und böse ein. Sie nimmt sich nicht die Zeit, die Charaktere der Hauptprotagonisten zu entwickeln, sondern wirft sie direkt ins Geschehen, was dazu führt, dass der Leser zu den Figuren im Buch kaum eine Beziehung aufbauen kann. Sie schimpft in einer fast grotesken Frequenz auf Politik und Staat, ohne auch nur einmal konkrete Verfehlungen im Zusammenhang mit der Katastrophe näher zu beleuchten.

    Es heißt in vielen Rezensionen, dass das Buch den Zeitgeist widerspiegelt. Das ist nach meiner Meinung viel zu allgemein gesprochen. Es mag der Zeitgeist aus Sicht bestimmter Gruppen sein, sicher aber nicht die Empfindungslage der gesamten Gesellschaft.

    Insgesamt bleibt der Eindruck, dass dieses Buch für Heranwachsende ungeeignet ist. Es polemisiert, polarisiert und zeichnet das Bild einer kaputten Gesellschaft, wie wir sie Deutschland zum Glück nicht haben. Es ist durchzogen von Misstrauen gegen Staat und Mitmenschen. Wäre es eine klassische Dystopie in einer fiktionalen Gesellschaft mit fiktionalem super-gefährlichen Mega-Industriekomplex, in dem es zur Katastrophe kommt – geschenkt, aber hier geht es ganz klar darum, eine politische Botschaft zu transportieren, indem diese völlig unrealistische Katastrophe in das reale Deutschland an reale Orte gesetzt wird.

    Ich bin der Meinung, dass Heranwachsende, die gerade beginnen, sich mit politischen Themen auseinanderzusetzen, und damit noch kaum in der Lage sind, einen neutralen Standpunkt einzunehmen, ein solches Buch nicht lesen sollten. Es ist ein Paradebeispiel für einen unsachlichen, meinungsdiktatorischen Diskurs.


  6. Cover des Buches Ein Winter in Paris (ISBN: 9783552063778)
    Jean-Philippe Blondel

    Ein Winter in Paris

     (131)
    Aktuelle Rezension von: variety

    Auch diesen Blondel-Roman kann man nur in einem Zug durchlesen, allerdings mit kleinen Pausen dazwischen, denn der Stoff ist ziemlich berührend und man leidet mit den Hauptpersonen. Ein Schüler bringt sich um und der ganze Hintergrund sowie die Familiengeschichte entwickeln sich immer mehr zu einem Spinnennetz, das einen gefangen nimmt. Auch wenn einzelne Passagen (z. B. Besuch an der Atlantikküste) etwas gesucht und unrealistisch wirken, passen sie bestens zu den Protagonisten der Geschichte. Kein leichter Stoff, aber leicht zu lesen

  7. Cover des Buches Sprich mit mir (ISBN: 9783446269156)
    T. C. Boyle

    Sprich mit mir

     (151)
    Aktuelle Rezension von: pabro

              Der Roman von T. C. Boyle ist mal was ganz anderes als seine sonstigen Werke. Er entführt den Leser in eine fremde Gedankenwelt, die aber sprachlich höchst anspruchsvoll ausgestaltet ist. Der Plot ist hinreichend stringent und so bleibt die Lektüre trotz einiger Unwahrscheinlichkeiten ein wahres Vergnügen. Auch der gebildete Leser kommt nicht zu kurz, da sich in dem Text zahlreiche literarische unc philosophische Anspielungen verbergen. Dazu kommt die äußere Gestaltung des Buches, die ebenfalls der Erwähnung verdient. Das Cover ist einerseits minimalistisch gestaltet, anderseits durch den direkten Blick auf den Betrachter unglaublich fesselnd und attraktiv. Allein dafür hätte der Illustrator bzw. die Illustratorin schon einen eigenen Preis verdient. Zusammenfassend lässt sich also der Kauf dieses Werks sehr empfehlen. 

            

  8. Cover des Buches Uns gehört die Nacht (ISBN: 9783257300727)
    Jardine Libaire

    Uns gehört die Nacht

     (111)
    Aktuelle Rezension von: BirPet

    “Uns gehört die Nacht” von Jardine Libaire erschien in der Übersetzung (aus dem Amerikanischen) von Sophie Zeitz im März 2020 als Taschenbuch im Diogenesverlag.


    Elise Perez und Jamey Hyde könnten unterschiedlicher kaum sein. Die halb Puerto-Ricanerin Elise, die weder Schulabschluss, Geld oder intaktes Elternhaus hat trifft auf den reichen Yale-Studenten aus sehr gutem Haus. Die Geschichte der beiden beginnt an einem Winternachmittag in New Haven und es scheint fast als hätte das Schicksal dies so gewollt und die beiden auserkoren. Zunächst beginnen sie eine Affäre, aber die Intensität ihrer Gefühle nimmt rasch zu und steigert sich in eine Obsession, die alles auf den Kopf stellt.


    Das Buch beginnt im Juni 1987 in einem Motel in Wyoming. Elise kniet mit einem Gewehr in den Händen auf dem Boden und richtet den Lauf auf Jamey’s Brust, der in der Mitte des Raumes auf einem Stuhl sitzt. Ich dachte “Wow, starker Start”, jedoch blieb es für mich auch bei diesem Gefühl. Die erste Szene ist kurz und endet damit, dass das Gewehr entsichert wird und wechselt dann nach Connecticut in den Januar 1986, in das Jahr als Elise und Jamey sich begegnen und ihre Geschichte beginnt. In diesen beiden Jahren, 1986 und 1987 spielt der Roman. Nach dem starken Start, dieser bedrückenden Atmosphäre, folgte für mich nichts vergleichbares mehr. Julia und Romeo in den 80’ern des 20. Jahrhundert, aber ganz weit von Shakespeares Meisterwerk entfernt. Die Sprache teilweise voller Potential und toller Formulierungen, aber die Metaphern stellenweise zu abstrakt. Obgleich mir die Sprache gefallen hat wurde ich nicht warm, weder bekam ich einen Bezug zu den Protagonisten, noch zu der Story. Die Gefühle, die Intensität waren für mich nur in den verwendeten Worten lesbar, aber nicht spürbar. Die Geschichte wird sehr dicht und intensiv zwischen den beiden, die Idee ist zwar nicht neu, aber dennoch in den Ansätzen gut, insbesondere sprachlich konnte der Roman mich bewegen diese 455 Seiten komplett zu lesen, aber leider wurden wir bis zur letzten Seiten nicht warm miteinander. 

    Ich denke ich bin nicht Zielgruppe, vermutlich für junge Menschen deutlich packender und interessanter. Prinzipiell lese ich keine Liebesromane, zumindest äußerst selten, wollte aber mal einen Versuch wagen, denn die Leseprobe fand ich gut und war neugierig. Sollte die Autorin ein weiteres Buch veröffentlichen, werde ich sicherlich einen Blick rein werfen, denn der Sprachstil hatte etwas und hat mich schließlich animiert nicht die Flinte ins Korn zu werfen.

  9. Cover des Buches In der ersten Reihe sieht man Meer (ISBN: 9783426199404)
    Volker Klüpfel und Michael Kobr

    In der ersten Reihe sieht man Meer

     (121)
    Aktuelle Rezension von: Harry_Robson

    Die erfolgreichen Kluftinger-Autoren haben sich hier auf ein neues Genre eingelassen, den "Familienroman". Von Bastian Pastewka in einer einmaligen Sprache erzählt, ist das Hörbuch eine wahre Meisterleistung und schildert das Deutschland der 1960er Jahre mit all seiner Herrlichkeit. Leider gibt es keine Fortsetzung.

  10. Cover des Buches Neue Vahr Süd (ISBN: 9783442459919)
    Sven Regener

    Neue Vahr Süd

     (641)
    Aktuelle Rezension von: MelLila

    Auf dieses Buch kam ich rein zufällig, da es mir versehentlich anstelle eines anderen Buches geliefert wurde. Der Klappentext hat mich dann neugierig gemacht. Es liest sich leicht runter, ist ziemlich absurd an manchen Stellen, wobei sich manche Witze auch so durchziehen und Wiedererkennungswert haben. Das ist wohl der 2. Teil einer Trilogie, die aber in sich geschlossen zu sein scheinen. War ganz nett und unterhaltsam, aber die anderen Teile interessieren mich jetzt nicht so.

  11. Cover des Buches Friedhof der Kuscheltiere (ISBN: 9783453504073)
    Stephen King

    Friedhof der Kuscheltiere

     (1.909)
    Aktuelle Rezension von: Sarah31

    Ich habe dieses Buch als Teenager gelesen und bis heute kann ich sagen, dass es mit eines der besten Bücher ist.

    Die Spannung nimmt kein Ende und ich muss sagen das ich an so manchen Stellen Gänsehaut bekommen habe.

    Die Katze, was mit der Familie geschieht, der Friedhof einfach alles hinterlässt einen Schauer und zieht einen in seinen Bann.

    Ich habe damals auch den Film gesehen und kann sagen das beides gleich gut ist. Nicht wie bei vielen Dingen, Buch Klasse, Film schlecht..

    Absolut garnicht.

    Klare empfehlung meinerseits.



  12. Cover des Buches Herr Lehmann (ISBN: 9783442461288)
    Sven Regener

    Herr Lehmann

     (1.204)
    Aktuelle Rezension von: AnjaLG87

    Ich lese selten lustige Bücher und schaue ungern Komödien; mich kann man nur mit intelligentem Wortwitz und dem Spiel mit der Sprache aus der Reserve locken. Und das ist Sven Regener mit diesem Buch gelungen. "Herr Lehmann" ist herrlich witzig, häufig "um die Ecke gedacht" und voller Sätze, die so klug konstruiert sind, dass es Spaß macht, sie mehrmals zu lesen. Es handelt sich insgesamt eher um einen Lebensausschnitt, der dargestellt wird; große Entwicklungen und Ereignisse darf man als Leser also nicht erwarten. Vielmehr stellt Regener den Alltag seines Protagonisten dar, dessen Suche nach Sinn und Ziel, seine "Abnabelung" vom Elternhaus usw. Ich finde, dies alles las sich wirklich flüssig und ich habe Lust bekommen, mehr von Regener zu lesen.

  13. Cover des Buches Die Geschichte des verlorenen Kindes (ISBN: 9783518469545)
    Elena Ferrante

    Die Geschichte des verlorenen Kindes

     (206)
    Aktuelle Rezension von: Herbstrose

    Wir sind nun in den 80ern. Elena hat sich als Schriftstellerin etabliert, ihr Leben ist interessanter geworden und sie hat nur noch wenig Zeit für ihren Mann und ihre beiden Mädchen, die zeitweise bei den Schwiegereltern in Genua aufwachsen. Nach einer Reise mit Nino trennt sie sich von Pietro und zieht, trotz mehrfacher Warnungen, nach Neapel, um Nino näher zu sein. Dieser finanziert ihr eine Wohnung im besseren Teil Neapels, so dass sie ihre beiden Mädchen nachholen kann. Nun hat sie auch wieder mehr Kontakt zu Lila. Beide Frauen gehen auf die 40 zu und werden beinahe zeitgleich schwanger, Elena von Nino und Lila von ihrem Lebenspartner Enzo. Als Elena eines Tages Nino bei einem Seitensprung ertappt, trennt sie sich von ihm und zieht mit ihren drei Töchtern zurück in den Rione, dahin wo sie nie mehr wollte. Die beiden Freundinnen wohnen nun Tür an Tür, ihre beiden kleinen Mädchen wachsen wie Geschwister auf, bis das Leid über Lila hereinbricht …  

    Elena Ferrante ist das Pseudonym einer italienischen Schriftstellerin, deren Debütroman „L’amore molesto“ bereits 1992 in Italien und unter dem Titel „Lästige Liebe“ 1994 auf Deutsch veröffentlicht wurde. Internationale Bekanntheit erreichte sie durch ihre Neapolitanische Saga, deren erster Band „Meine geniale Freundin“ 2016 in Deutschland erschienen ist, der zweite Teil „Die Geschichte eines neuen Namens“ folgte 2017, Teil drei „Die Geschichte der getrennten Wege“ erschien ebenfalls 2017. In einem schriftlichen Interview gab die Autorin einige Informationen zu ihrer Person bekannt. Sie sei in einem Außenbezirk von Neapel geboren und aufgewachsen, heiße im realen Leben auch Elena und sei Mutter von Töchtern. Die Schriftstellerei sei nicht ihr Hauptberuf … 

    Wie der Leser seit Band 1 weiß, verschwindet erst Lilas kleine Tochter spurlos, später dann auch die Mutter. Verschwinden, verlassen, verlieren, trennen, diese Themen ziehen sich wie ein roter Faden durch die ganze Geschichte, die von Elena aufgeschrieben wurde, um Lila und ihre lebenslange, oftmals einseitige, Freundschaft zu ihr nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Sie muss sich nun damit auseinandersetzen, mit Lilas unberechenbaren Verhalten, mit deren plötzlich erwachender Leidenschaft für Neapel, die Elena nie teilen konnte und die Lila nun versucht, auf Elenas kleine Tochter Imma zu übertragen. 

    Auch völlig reale Themen nehmen einen breiten Raum ein. Erschreckend für die beiden damals hochschwangeren Frauen war die schwerste Naturkatastrophe der italienischen Nachkriegsgeschichte, das Erdbeben in Neapel am 23. November 1981. Sie sind während des Ausbruchs alleine, aufeinander angewiesen, und geben sich gegenseitig halt. Während die sonst so mutige und meist dominante Lila die Nerven verliert und sich beinahe „auflöst“, erweist sich hier Elena als die stärkere, in sich ruhende. Breiten Raum nimmt auch die Comorra und ihre Gräueltaten ein, vertreten durch die Solara-Brüder, und Ninos Werdegang, der sich als Emporkömmling bis zum Parlamentarier hochdienert, spiegelt treffend das Schicksal des ganzen Landes wieder. 

    Am Ende schließt sich der Kreis zum ersten Band. Lila bleibt verschwunden, sie will wohl nicht gefunden werden – dafür tauchen aber die beiden verlorenen Puppen der beiden, damals noch kleinen, Mädchen wieder auf. 

    Fazit: Ein beruhigendes positives Ende dieser 4teiligen Serie, die zwar manchmal etwas ausschweifend und in die Länge gezogen ist, die ich aber trotzdem sehr empfehlen kann. 

  14. Cover des Buches Der katholische Bulle (ISBN: 9783518465233)
    Adrian McKinty

    Der katholische Bulle

     (87)
    Aktuelle Rezension von: Zahirah

    Gekonnt gelingt es dem Autor Zeitgeschichte der 1980er Jahre in Belfast mit einem raffinierten Krimiplot zu verknüpfen. Getragen wird das Ganze durch seinen Hauptprotagonisten Sean Duffy, der katholische Bulle. Dieser kommt nicht ohne Makel daher, besitzt aber Moral, Tatkraft und ist durchaus stur und verbissen, wenn es darum geht seinen polizeilichen Pflichten nachzukommen. In seinem ersten Fall ermittelt Duffy in alle Richtungen (wortwörtlich), was nicht jedem gefällt. Immer wieder werden ihm Steine in den Weg gelegt. Aber er bleibt hartnäckig. Die Darstellung der politisch motivierten Zustände (Straßenschlachten etc.) verbindet McKinty geschickt mit dem Berufsalltag seiner Hauptfigur, und bringt dem Leser so nicht nur die aufgeladene Atmosphäre sondern auch den Charakter des Sean Duffy näher. Kurzum: Dies ist ein gesellschaftskritischer historischer Roman mit Krimiplot und einem sympathischen Hauptprotagonisten. Mir hat der Roman/Krimi sehr gut gefallen und möchte eine absolute Leseempfehlung aussprechen und vergebe für das Buch 5 von 5 Sterne.

  15. Cover des Buches Südlich der Grenze, westlich der Sonne (ISBN: 9783832197070)
    Haruki Murakami

    Südlich der Grenze, westlich der Sonne

     (1.050)
    Aktuelle Rezension von: Milaliebt

    Haruki Murakamis Durchbruchsroman, „Gefährliche Geliebte“ ist im Jahr 2002 erschienen. Die Erstübersetzung aus dem Englischen sorgte für reichlich Furore. Die saloppe Sprache, verdeutlicht etwa durch die explizite Darstellung der Sexualität, führte zum Meinungsstreit und anschließenden Auflösung des literarischen Quartetts. Sigrid Löffler bezeichnete dort den Roman wortwörtlich als literarisches Fast Food – eine Art primitives Druckerzeugnis zum Mitnehmen. Für Marcel Reich-Ranicki sei das Buch hingegen ein Meisterwerk erotischer Erzählkunst.

    Die Zweitübersetzung des Werkes ist unter dem Titel „Südlich der Grenze, westlich der Sonne“ im Jahr 2013 herausgekommen. Dieses Mal hat Ursula Gräfe die tragische Liebesgeschickte direkt aus dem Japanischen ins Deutsche übersetzt.

    In dem Roman geht es um Hajime, welcher als Einzelkind inmitten von Familien mit mehreren Kindern in einem japanischen Vorort aufwächst. In seiner Kindheit freundet er sich mit Shimamoto an – genauso ein Einzelkind und zudem noch gehbeeinträchtigt. Beide fühlen sich als Außenseiter in ihrer Gesellschaft. Mit ihr hört er Schallplatten, hält Händchen und philosophiert über die Zukunft. Sie scheint sein Ausweg aus der Einsamkeit zu sein. Nachdem Hajime im Alter von zwölf Jahren umzieht, verlieren sich beide allmählich aus den Augen. Es folgen eine Vielzahl von Beziehungen. Mal sind die Beziehungen schüchtern-platonisch, ein anderes Mal exzessiv-sexuell. Immerzu denkt Hajime an Shimamoto. Mit Ende dreißig ist er beinahe glücklich verheiratet, hat zwei gutlaufende Jazz-Bars in Tokio und zwei kleine Töchter. Als seine Kindheitsgeliebte nach Jahrzehnten in seiner Jazz-Bar auftaucht, steht sein Leben Kopf. Seither erscheint sie immer wieder an regnerischen Abenden, woraufhin sie im nächsten Moment wieder geheimnisvoll und ungreifbar verschwindet. Für Shimamoto ist Hajime bereit sein bisheriges Leben aufzugeben und komplett neu anzufangen, doch gelingt es ihm?

    Der neue Titel „Südlich der Grenze, westlich der Sonne“ ist ebenfalls direkt aus dem japanischen Original  übersetzt und erscheint passender als der Titel „Gefährliche Geliebte“ aus der Erstübersetzung. Ein Teil des Romantitels bezieht sich auf Nat King Cole´s Jazz-Lied „South of the Bourder“, wobei unklar ist, ob Nate King Cole dieses Lied je wirklich aufgenommen hat. 

    Der Schreibstil von Haruki Murakami ist schlicht und nüchtern gehalten. Im Gegensatz zur Erstübersetzung ist „Südlich der Grenze, westliche der Sonne“ sprachlich und stilistisch viel sorgfältiger, feinfühliger und zurückhaltender ausgearbeitet. Die Höflichkeitsrede „Shimamoto-san“ wird bei der Neuübersetzung komplett weggelassen, sodass das Verhältnis zwischen Hajime und Shimamoto weniger distanziert wirkt. Die vom literarischen Quartett kritisierte Darstellung der Sexualität an folgender Stelle: „Ich wollte sie bis zur Hirnerweichung vögeln“ wird mit „[Wir] hatten so wilden Sex, dass uns das Hirn schmolz“ abgemildert. 

    [Die folgenden Absätze enthalten Spoiler!]

    Durch die Ich-Perspektive entsteht ein detailliertes Bild von Hajime und seinem Werdegang Diese Erzählart lässt Hajime aber nicht als sympathischen Charakter auftreten. Das muss er aber auch nicht sein. In seinen dreißiger Jahren verkörpert er einen archetypischen Großstädter, der mithilfe seines Schwiegervaters, einem reichen Bauunternehmer, zwei Jazz-Clubs eröffnet. Auf Drängen investiert er seine Einnahmen in die Börse und in Immobilien, wodurch er schnell an Geld kommt. Hajime passt sich immer mehr der Gesellschaft und dem dazugehörigen Nachkriegskapitalismus an, obwohl er eigentlich aus ihr herausbrechen möchte. Trotz Familiengründung und gewonnenem Reichtum bleibt Hajime unerfüllt. Er hat das Gefühl, dass ihm etwas fehlt und er keinen Sinn mehr in seinem Leben sieht. Motive der Melancholie, Einsamkeit und Sehnsucht ziehen sich durch das gesamtes Werk. 

    Bis auf seine Kindheitsgeliebte bekommen Frauen aus seinem Leben wenig Raum eingeräumt. Sie scheinen wortwörtlich als Lückenfüller zu fungieren. Shimamoto wird dagegen von Hajime seit seinen Kindheitstagen idealisiert. Sie scheint für ihn der einzige Weg aus seiner Einsamkeit zu sein. Shimamoto wird zur autonomen Herrscherin über Hajimes Gefühle. Dabei weiß dieser nichts über die Hintergründe ihres späteren Lebens. Stattdessen hält er an den Erinnerungen seiner Kindheit fest. Ob das Auftauchen von Shimamoto der Wirklichkeit entspricht oder eine Illusion von Hajime verbleibt, wird bis zum Schluss nicht aufgelöst. Hierbei kommt Murakamis Hang zum Fantastischen durch. Genauso führen viele Nebenhandlungen ins Leere, was manchen wohl unbefriedigt zurücklässt. 

    Letztlich ist Murakamis Werk „Südlich der Grenze, westliche der Sonne“ eine tragische japanische Liebesgeschichte, die auf einer leisen und verträumten Art und Weise erzählt wird. Wer kein Problem damit hat, dass die Erzählung viel Interpretationsraum lässt, sollte unbedingt einen Blick ins Buch werfen.

  16. Cover des Buches Der Kreidemann (ISBN: 9783442489398)
    C.J. Tudor

    Der Kreidemann

     (299)
    Aktuelle Rezension von: buffyandthebooks

    Der Kreidemann von C. J. Tudor ist ein ganz besonderer Thriller!

    Die Geschichte spielt in zwei Zeitebenen, einmal 1986 und 2016, in der wir eine Gruppe Kinder im Alter von 12 Jahren begleiten. Die 5 Freunde führen eine sorgenfreie Kindheit und genießen die freien Nachmittage in der Natur. Bis eines Tages der Kreidemann in ihr Leben tritt! 

    Er macht ihnen den Vorschlag, mithilfe von kleinen Kreidemännchen zu kommunizieren. Die Kinder nehmen den Vorschlag umgehend an und kreieren ihre eigenen Männchen, jeder in seiner eigenen Farbe und mit Symbolen für Ort und Dringlichkeit.

    Doch der Spaß sollte nicht lange halten, denn schon bald führen sie die Kreidemännchen zu ihrer ersten Leiche und ab dem Zeitpunkt ist nichts mehr wie es einmal war. 

    30 Jahre später, als der Hauptprotagonist Ed dachte, er hätte die Vergangenheit hinter sich gelassen, wird er von ebendieser wieder eingeholt. 

    Der Kreidemann ist zurück und er hat einen Brief für Ed mit einer eindeutigen Botschaft......

    Was wird geschehen? Warum hat der Kreidemann so lange geruht und wie kann das überhaupt alles sein?



    Die Geschichte des Kreidemannes war wirklich total interessant. Zeitweise, gerade in den Passagen wo nur belanglose Ausflüge beschrieben wurde, hatte ich das Gefühl das die Spannung fehlt. Doch schon kurze Zeit später wurde ich eines besseren belehrt. Gerade im letzten Drittel ging es ordentlich los!

    Im Buch wird auch das Thema vergewaltigung Thematisiert, weshalb ich an dieser Stelle eine Triggerwarnung rausgeben. Auch sonst spart die Geschichte nicht an Brutalität und blutreichen Szenen. Für zartbesaitete Leser nur bedingt geeignet, aber für Horrorfans genau das Richtige.


    Die Charaktere haben mir alle sehr gut gefallen, einige waren mit sofort sympathisch und ich konnte eine Bindung aufbauen, ein Paar wenige andere fand ich sofort abstoßend ( was aber vielmehr an der Rolle lag die sie spielen als an dem Charakter selbst). Eine gute Mischung würde ich sagen, zu keinem Zeitpunkt weiß man wer nun der Täter ist und wie die einzelnen Fälle bloß alle zusammenpassen. Erst gegen Ende wird das Rätsel aufgelöst und ich kann euch versprechen, es wird nicht so sein, wie ihr es euch gedacht habt. Für meinen Geschmack hätte das Ende auch noch etwas mehr auserzählt werden können, das liegt aber nur daran das ich generell kein Fan von 'offenen Enden' bin.


    Alles in allem hat mir dieses Buch wirklich gut gefallen, es wird definitiv in Erinnerung bleiben und ihr bekommt eine klare Leseempfehlung von mir!

  17. Cover des Buches Grün ist die Hoffnung (ISBN: 9783446245945)
    T. C. Boyle

    Grün ist die Hoffnung

     (253)
    Aktuelle Rezension von: mariameerhaba

    Als ich America von T.C. Boyle gelesen habe, ernannte ich mich nach dem Lesen zu einem absoluten Fan von Boyle und wollte anschließend einfach alles lesen, was er geschrieben hat. Wirklich alles. Also ging ich zum Buchladen, holte mir sein nächstes Buch und landete damit in eine Geschichte, die mich zu Tode vollgelabert hat.

    Das Buch fühlt sich so an, als würde irgendjemand neben mir stehen und ohne Punkt und Komma los erzählen. Am Anfang ist es ja noch interessant, doch schon bei Seite 100 wollte ich das Buch aus dem Fenster werfen und es für immer vergessen.

    Amerika war so anders, so kraftvoll, mit richtigen Dialogen drinnen, die jedes Gefühl spiegeln konnten und ich den Elend der Figuren verfallen war. Ich habe seinen Stil geliebt, ich habe die Figuren geliebt, den Spannungsbogen, das grausame Ende und das hat mich ermutig, dieses Buch weiterzulesen, denn es muss irgendeine Magie habe. Schließlich habe ich eingestehen müssen, dass ich es unter Zwang las, ohne irgendeine Freunde daran zu fühlen.

    Ich würde nicht behaupten, dass das Buch schrecklich ist, so weit bin ich ja nicht, aber es wird schlichtweg langweilig und mutiert zu einer Enttäuschung, die hier und da wunderschöne Sätze hatte, aber eben nicht zu mehr wurde. Ich habe es schließlich abgebrochen.

  18. Cover des Buches Die Toten Hosen (ISBN: 9783498073794)
    Philipp Oehmke

    Die Toten Hosen

     (46)
    Aktuelle Rezension von: Steffi85

    Ich brauchte ein bisschen, um in das Buch reinzufinden, danach hat mir das Buch aber super gefallen.
    mich hab vieles erfahren, was ich noch nicht wusste - gerade auch wie DTH sich Stück für Stück verändert hat, wie die ersten Konzerte waren, wo sie überall gespielt haben…und auch welche Bedeutung manche Lieder haben, fand ich interessant zu lesen.

    Auf jeden Fall werde ich auch das Buch „Hope Street“ lesen. Ich finde es spannend was über die Vergangenheit der Bandmitglieder zu erfahren.


  19. Cover des Buches Auerhaus (ISBN: 9783746636320)
    Bov Bjerg

    Auerhaus

     (316)
    Aktuelle Rezension von: shadowpercy

    Nach einem so starken Anfang hatte ich mehr erwartet, leider wurde meien Enttäuschung während des lesens immer größer.

    Die Hauptcharaktere haben einfach keine wirkliche Kontur erhalten, all die Beziehungsprobleme waren anfangs interessant, haben aber dann vom eigentlichen Thema und Geschehen einfach nur abgelenkt.

    Zu Frieder wird keine besondere Beziehung aufgebaut, sodass das Ende einen nicht wirklich trifft. Ich wünschte man wäre mehr auf ihn eingegangen und auf seine Gedanken.

    Es werden verschiedene Themen erwähnt, mit denen Jugendliche oft zu Tun haben, aber es wird nicht sehr darauf eingegangen.

    Bin ehrlich froh, dass ich das nicht in der Schule lesen musste.

  20. Cover des Buches Am kürzeren Ende der Sonnenallee (ISBN: 9783126757195)
    Thomas Brussig

    Am kürzeren Ende der Sonnenallee

     (311)
    Aktuelle Rezension von: kekskruemeline

    ,,Klein aber fein", ein Zitat, welches das Buch Am kürzeren Ende der Sonnenallee von Thomas Brussig ziemlich genau beschreibt, wenn nicht sogar auf den Punkt bringt. 

    In knappen 157 Seiten schreibt der damals 35-jährige Author über die DDR und alles, was dazu gehört. Sie werden sich jetzt denken: ,,Klasse, ich bin aber nicht zu einer Geschichtsstunde hierher gekommen". Hand aufs Herz, so ging es mir am Anfang auch, die typische Schullektüre eben, doch Am kürzeren Ende der Sonnenallee ist einfach was ganz Anderes und eigen für sich.

     

    Zusammen als ,,Das Potential", welches aus Micha (Protagonist), Wuschel, Mario, Brille und dem Dicken besteht, haben die Jugendlichen nicht nur ordentlich Spaß, sie bauen auch das eine oder andere mal ziemlichen Mist. So bringen sie den ABV mit verbotener Musik auf die falsche Spur und blamieren sich in den Tanzstunden beim Tanzen. 

    Doch was wäre ein Jugendroman ohne die typische Lovestory?

    In Am kürzeren Ende der Sonnenallee liegt die Liebe praktisch in der Luft und wird durch Miriam, welche laut Micha das schönste Mädchen der Welt sei, zum typischen Handlungsteil, der sich durch das ganze Buch hindurch zieht.

    Was jedoch beim Lesen besonders auffällt, ist Brussigs Schreibstil. An Komik, Späßen und lustigen Geschehnissen wird hier nicht gespart. Durch ihn klingt der ,,Todesstreifen" doch gleich viel harmloser. 

    Tatsächlich ist dies jedoch bei den meisten Lesern der größte Kritikpunkt. Die DDR sei gar nicht so harmlos gewesen und würde in Brussigs Buch nicht ernst genommen werden. Doch so soll es auch gar nicht sein. Gerade dadurch will Brussig eine andere Seite der DDR zeigen und versucht, das Positivste aus der Sache zu ziehen.

    Meine Freude über dieses Buch hält sich in Grenzen. Ständige aus dem Kontext heraus gerissene Szenenwechsel erschweren das Lesen und auf einmal befindet man sich nicht mehr in Michas Zimmer, sondern in der Vergangenheit bei irgendwelchen Verwandten von ihm. Dennoch kann man nicht anders als zu schmunzeln und lachen, wenn man das Buch liest. Hat man einen guten Sinn für Humor und eventuell auch ein Interesse an der deutschen Geschichte, so ist Am kürzeren Ende der Sonnenallee mehr als empfehlenswert.

  21. Cover des Buches Das zweitbeste Leben (ISBN: 9783716027837)
    Tayari Jones

    Das zweitbeste Leben

     (21)
    Aktuelle Rezension von: beaknopf

    DAS ZWEITBESTE LEBEN

    Fiktiver Roman



    Der Chauffeur, James Witherspoon hat zwei Mädchen im ähnlichen Alter jedoch von zwei verschiedenen Frauen. Die eine weiß nichts von der anderen Ehefrau, die andere muss sich in stillschweigen wahren. Da die beiden Kinder, Chaurisse und Dana nicht weit voneinander aufwachsen, begegnen sie sich scheinbar zufällig und die beiden freunden sich an. Schließlich kommt es zu einem schicksalhaften Zusammentreffen beider Familien, das für die eine Seite den völligen Zusammenbruch bedeutet und für die andere eine Möglichkeit zum Aufbruch.

    Tayari Jones beschreibt die Geschichte aus zwei Perspektiven: Die 1. Hälfte des Buches aus der von Dana, die Rücksicht auf die andere Familie nehmen muss und immer wieder zurückstecken muss. Die zweite Hälfte des Buches beschreibt den Weitergang des Romans aus Chaurisse‘ Sicht, die sich mit ihrer Halbschwester anfreundet, ohne zu wissen, dass die beiden verwandt sind. Dieser Wechsel gefiel mir sehr gut und zeigte nicht nur einen Einblick in die Gedanken der jeweiligen Tochter, sondern auch in deren Vergangenheit. Dies lies deutlich machen wie unterschiedlich die Mädchen aufwachsen. Es war interessant zu erkennen, wie anders James mit den Mädchen umgeht und sie doch irgendwie gleich behandelte.

    Neben der seltsamen Familienkonstellation beschrieb die Autorin Georgia und Atlanta in den 1970-80er Jahren sehr gut. Besonders der turbulente Friseursalon von Dana’s Mutter, Laverne lies mein Kopfkino auf Hochtouren laufen.

    Stilistisch ist der Roman einfach geschrieben und liest sich einfach und unterhaltsam. Obwohl sich das Buch zwischenzeitlich zog, kam das Ende schnell und plötzlich.

    Eine klare Buchempfehlung, denn die unterschiedlichen Facetten von Bigamie und deren Auswirkungen wurden treffend geschildert.

  22. Cover des Buches American Psycho (ISBN: 9783942656412)
    Bret Easton Ellis

    American Psycho

     (402)
    Aktuelle Rezension von: Buecherbaronin

    Es ist Jahre her, dass ich „American Psycho“ gelesen habe. Trotzdem ist mir der Roman noch ziemlich gut in Erinnerung geblieben – vielleicht mehr, als mir lieb ist. Normalerweise breche ich Bücher nicht ab, aber hier war ich mehrmals kurz davor gewesen.

    Und nach dem Lesen habe ich zumindest verstanden, warum das Buch auf dem Index landete. Normalerweise finde ich diese Form der Bevormundung blöd. Aber wenn’s denn sein muss – packt eine FSK-Zahl drauf und fertig. Warum das in Sonderfällen nicht auch bei Büchern machen? Aber ich schweife ab.

    Während des Lesens hatte ich extrem widersprüchliche Gefühle. Es gibt ellenlange Beschreibungen völlig nichtiger Dinge, zum Beispiel das Aussehen von Visitenkarten – ob deren Farbe Elfenbein oder Eierschale ist, welche Schriftart verwendet wurde und so weiter. Es wird debattiert, in welches angesagte Restaurant man essen gehen soll, Bateman spricht viel über seine Lieblingsmusik und bestimmte LPs. Man verfolgt seitenweise seine Körperpflege und die Wahl seiner Kleidung. Kapitalismus ist ein durchgängig wichtiges Thema des Romans.

    Die scheinbar beliebigen Belanglosigkeiten plätschern so vor sich hin – und wechseln sich dann mit Batemans sadistischen Neigungen, seinen Sexorgien und seinen immer brutaler ausfallenden bestialischen Morden ab. Ich glaube, als das Buch damals erschien, war es ziemlich schockierend zu lesen, aber ebenso glaube ich, dass es auch heute noch schockiert. Denn in jeder Zeile schwingt eine grauenhafte Gleichgültigkeit mit, die Bateman als Erzähler suggeriert.

    „American Psycho“ kennt kaum Tabus, um seinen Protagonisten in all seinen Facetten darzustellen. Seine Sexualität, seine egomanischen Züge, seine Langeweile vom Leben, seine Gewaltbereitschaft, sein Drang zu töten – schonungslos stürzt Ellis seine Leser von seitenlanger Monotonie in Gewaltexplosionen und umgekehrt.

    Dabei ist der Roman nicht im klassischen Sinne spannend. Hier und da musste ich mich regelrecht durchquälen, weil einfach nichts passiert ist – nur um einige Seiten später eine neue brutale Aktion zu lesen. Insofern hat „American Psycho“ viele unterschiedliche Empfindungen in mir ausgelöst, von gelangweilt über schockiert und angeekelt bis hin zu beeindruckt.

  23. Cover des Buches Liebe machen (ISBN: 9783492307499)
    Moses Wolff

    Liebe machen

     (23)
    Aktuelle Rezension von: sab-mz

    Moses Wolff, Komiker und Autor, hat den Roman " Liebe machen " geschrieben.
    Auf dem Cover prangt eine Tapete, die mich an die Jugend erinnert. Ebenso erinnert das tragbare Radio an die Zeit so um die 70er, die Zeit meiner Jugend.
    Ich hatte auf ein witziges Buch aus der Flower-Power- Zeit gehofft.

    Letzendlich ist es die Geschichte von Dagmar und Götz.

    Diese startet 1970, Dagmar wird früh, 4:25 h, in Köln wach. Sie hat geträumt.
    Götz wird in Hamburg ungefähr auch um diese Zeit wach nach einem wirren Traum.

    Dagmar lernt die Band "Die Brigadisten" kennen bei einer Vorstellung in der Uni.
    Ulrich hat es ihr gleich angetan was ihrem Freund Eberhard nicht gefällt.
    Letztendlich fährt sie mit der Theatergruppe und Hinnerk auf ein Festival nach Fehmarn.

    Götz lernt Karen und ihre Clique kennen. Er gerät in die Hausbesetzerszene.

    Und irgendwann treffen lernen sich Götz und Dagmar in München auf dem Oktoberfest kennen und verlieben sich.

    Aber nur dies ist nur keine kurze Affäre.
    Der Alltag der beiden geht getrennt weiter, bis...

    Das Buch ist nett, aber nicht mehr.
    Wenn man selber in der Zeit aufgewachsen ist, stellt man schnell fest, dass so ziemlich alle Klischees, die man über das Leben in der Zeit finden kann, bedient werden.

    Den Anfang fang ich noch in Ordnung, irgendwann fing es an mich zu langweilen.
    Es ist für Leute, die nicht in der Zeit gelebt haben, möglicherweise ganz nett das Buch zu lesen. Man bekommt alle Großen der Zeit mit von Jimi Hendrix bis ...
    Es ist eine eher kitschige Liebesgeschichte. Mir erscheint es so, als hätte der Autor seine Lebenserinnerungen so wie eine Art Tagebuch aufgeschrieben, denn über den Kapiteln stehen Datum und Ort.

  24. Cover des Buches Der wunderbare Massenselbstmord (ISBN: 9783404170708)
    Arto Paasilinna

    Der wunderbare Massenselbstmord

     (244)
    Aktuelle Rezension von: eletroe

    Hat mir nicht zugesagt, bin einfach nicht warm geworden mit dem Buch. Hab es dann aufgegeben .. 😔

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