Bücher mit dem Tag "1990er jahre"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "1990er jahre" gekennzeichnet haben.

200 Bücher

  1. Cover des Buches Die Terranauten (ISBN: 9783446253865)
    T. C. Boyle

    Die Terranauten

     (306)
    Aktuelle Rezension von: Dajobama

    Die Terranauten – T.C.Boyle 

    „Nichts rein, nichts raus. Vier Männer, vier Frauen. Neue Welten, neues Leben.“ Das sind die Mantras der Crew von Ecosphere 2.

    Acht Menschen, die in einer überdimensionalen Glaskuppel eine neue Welt aufbauen sollen. Es soll versucht werden, in einem geschlossenen Ökosystem das Leben nachzubilden. Dieser Roman basiert auf realen Begebenheiten. Ein entsprechendes Experiment gab es tatsächlich. Aufgezogen wie eine Reality-Show, sind die Kandidaten ständig unter Beobachtung, dennoch auf sich selbst gestellt. Der Medien-Rummel ist riesig. Big Brother is watching you. 

    Wie ich finde, eine total spannende Ausgangssituation, die der Autor auf eine recht spezielle Weise weiterentwickelt. 

    Nun ja, die Protagonisten, drinnen wie draußen sind allesamt keine Sympathieträger. Alle arbeiten auf das gleiche Ziel hin: der Einschluss, der zwei Jahre dauern soll, darf auf keinen Fall unterbrochen werden. Darüber hinaus sind sie alle keine Teamplayer. Da wird von Anfang an sehr viel geschauspielert, nach außen hin, versteht sich. Im Inneren der Kuppel werden sehr bald erste Risse in der Gemeinschaft sichtbar. 

    Erzählt wird das Ganze aus drei Perspektiven: Ramsay und Dawn, beide in der Glaskuppel, und Linda, neidisch und missgünstig von außen. Sie verkörpert das voyeuristische Element, das teilweise recht stark ausgeprägt ist. 

    4 Männer, 4 Frauen. Eigentlich ist klar, wohin das führen wird. Insbesondere der Schönling Ramsay überlegt bereits im Vorfeld, welche der zur Verfügung stehenden Frauen er gerne beglücken würde. Und nun ist es tatsächlich so, dass im Verlauf des Romans, die technischen, biologischen etc. Details dieser besonderen Mission etwas in den Hintergrund geraten. Boyle zieht es vor, sich auf die zwischenmenschliche Schiene des Unternehmens zu konzentrieren. Und das bedeutet: sehr viele Oberflächlichkeiten und noch mehr Sex. Nun steht es bereits im Klappentext und ist somit kein Geheimnis, dass Ramsay es fertig bringt, seine Auserwählte Dawn zu schwängern. Ich erwähne das deshalb, weil es tatsächlich über weite Teile das beherrschende Thema dieses Buches ist. Die Frage stellt sich: kann die Mission fortgesetzt werden? 

    Stellenweise war ich bei der Lektüre dieses Romans etwas irritiert, weil ich etwas anderes erwartet hatte. Mehr Fokussierung auf die naturwissenschaftlichen Fakten, das eigentliche Ziel. Das hier erinnert oftmals an eine schlechte Daily Soap. Boyle versteht, es seine Leser zu fesseln. Wenn auch zumindest oberflächlich betrachtet auf billige, voyeuristische Weise. Aber bei näherer Betrachtung: ist es nicht das Wesen des Menschen, all die Streitereien und Missgünste, Machtkämpfe, Rivalitäten, die letztendlich über unser Überleben auf welchem Planeten auch immer entscheiden? Sind diese zwischenmenschlichen Differenzen nicht ebenso wichtig wie Ackerbau etc.? 

    Dieser Roman wirkte provokativ auf mich, konnte mich aber trotzdem absolut fesseln. Ich flog nur so durch die Seiten, fühlte mich aber immer wieder an Trash-TV erinnert. Die eigentliche tiefsinnige Aussage hat Boyle sehr gut hinter Eitelkeiten und Sex versteckt: Wenn der Mensch sich auf der Erde schon zerfleischt, wird er das überall sonst früher oder später ebenso machen. 

    Im Nachgang sehr beeindruckend: 4 Sterne

  2. Cover des Buches Dolores (ISBN: 9783453435766)
    Stephen King

    Dolores

     (617)
    Aktuelle Rezension von: Nati89

    Es ist ein Autor wo ich es blind lese oder anhören um nicht zu wissen um was es geht. Diesmal ist es an hörbuch was mir von RandomHouse Audio wie auch von bloggerportal als Rezensionsexemplar zu Verfügung gestellt wurde dankeschön dafür. 


    Die geschichte hat mir wirklich gut gefallen, am anfang hatte ich meine schwierigkeit in die geschichte reinzukommen bzw. mitzu verfolgen, aber es wurde immer besser, die charaktere wie auch der Hintergrund wurde von der Sprecherin gut beschrieben wie gesagt ich kann nicht viel dazu sagen außer es hat mir super gut gefallen. Abrobo der Sprecherin was ich sagen muss ich war einbisschen überrascht das es von einer Sprecherin gesprochen wurde, da ich wie gesagt den Namen sehe muss ich es lesen oder anhören, aber es ist kein Beinbrich für mich, sie hat es trotzallem gut eingesprochen. 

    Ich kann es aufjedenfall weiter empfehlen. 

    Der gerne Stephen King liest wird auch dieses lieben!!!  

     nochmal an RandomHouse Audio Verlag wie auch an Bloggerportal für die Bereitstellung des Hörbuchs 

  3. Cover des Buches Menschensöhne (ISBN: 9783404155309)
    Arnaldur Indriðason

    Menschensöhne

     (249)
    Aktuelle Rezension von: Schattenfrau

    Es ist mein erster Erlendur. Der Zeitraum spielt Ende der 90er. Als gewisse Themen in der Presse waren, passt das auch, wenn man am Ende erfährt um was es geht. Es ist schon witzig, denn man merkt es daran, dass Mobiltelefone nicht viel auftauchen. Das hat auch was. Erlendur und sein Partner spielen eine indirekte Rolle. Es wird mehr aus der Sicht der Opfer erzählt bzw. durch viele Flashbacks in die Vergangenheit. Einige Wiederholungen fand ich manchmal anstrengend und der Spannungsbogen war mässig. Alles in allem gefällt der Krimi mir gut, ich werde auch die restliche Reihe lesen. Isländische Autoren schreiben scheinbar anders und ausführlicher als schwedische und finnische ;). Lest selbst!

  4. Cover des Buches About a Boy (ISBN: 9783462043075)
    Nick Hornby

    About a Boy

     (691)
    Aktuelle Rezension von: Brot
    .
  5. Cover des Buches Mörder ohne Gesicht (ISBN: 9783423212120)
    Henning Mankell

    Mörder ohne Gesicht

     (973)
    Aktuelle Rezension von: AmaraSummer

    „Mörder ohne Gesicht“ ist der erste Fall für Kommissar Kurt Wallander. Wallander sucht nach einem Mörder, der keine Grenzen kennt und tappt dabei lange Zeit im Dunkeln. Dabei stößt er nicht nur auf interne, sondern auch auf externe Probleme.

    Mir wurde die Reihe empfohlen. Zwar standen die Bücher schon seit längerer Zeit auf meinem Wunschzettel, sie konnten meine Neugierde aber nie so sehr wecken, dass ich sie unbedingt lesen wollte. Letzten Endes habe ich das Buch also nur gelesen, weil eine Bekannte es mir geschenkt hat.

    Kurt Wallander ist ein Zeitgenosse voller Ecken und Kanten, der meilenweit davon entfernt ist perfekt zu sein. Natürlich wirkt er dadurch authentischer, was die Geschichte deutlich realistischer macht. Leider war ein Großteil seiner Eigenschaften alles andere als positiv. Aus diesem Grund war mir Kurt Wallander extrem unsympathisch.

    Der Klappentext klang sehr vielversprechend und konnte meine Neugierde auf Anhieb wecken. Entsprechend groß waren meine Erwartungen. Ein Großteil davon wurde leider nicht erfüllt. Ich bin mir daher nicht sicher, ob ich die Reihe vorsetzten werde.

    Wallander ermittelt im Laufe der Geschichte in mehreren Mordfällen gleichzeitig. Jetzt könnte man auf die Idee kommen, dass das für ordentlich Spannung sorgt. Leider war dem nicht so. Die verschiedenen Handlungsstränge haben vielmehr für Verwirrung und Chaos gesorgt. Spannend war das Ganze zu keinem Zeitpunkt. Die Auflösung sorgte am Ende dann für noch mehr Enttäuschung. Irgendwie war das Ganze zwar schlüssig, für meinen Geschmack hat es aber zu viele Zufälle gegeben, was dem Faktor „realistisch“ einen gehörigen Dämpfer verpasst. Am aller schlimmsten ist für mich aber die Tatsache, dass der Kriminalfall nur eine kleine Nebenrolle spielt.

    Die deutsche Übersetzung von Henning Mankells Schreibstil lässt sich halbwegs flüssig lesen und die Wortwahl hat größtenteils zum Genre gepasst. Erzählt wird das Buch aus der Sicht von Kurt Wallander. Die Kapitel waren extrem lang, was das Buch unglaublich langatmig gemacht hat.

     

    Fazit

    Die ganzen positiven Reaktionen kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. „Mörder ohne Gesicht“ ist für mich kein Krimi, sondern lediglich ein Roman mit ein paar eingestreuten Krimi-Elementen. Von mir gibt es keine Leseempfehlung und nur 2 von 5 Sterne.

  6. Cover des Buches Hunde von Riga (ISBN: 9783423212137)
    Henning Mankell

    Hunde von Riga

     (676)
    Aktuelle Rezension von: Hellena92
    Henning Mankell hat hier meinen liebsten Band der Wallander Reihe geschaffen.

    In "Die Hunde von Riga" geht es um ein kleines Boot, dass an die schwedische Küste geschwemmt wird. Die beiden toten Männer legen eine Spur bis nach Riga. So dass Kurt Wallander kurzerhand dort hin reist, um den Fall aufzuklären. Als er die wunderschöne Ermittlerin Liepas kennen. Gemeinsam versuchen sie den Fall zu lösen.


    Ich liebe dieses Buch. Es ist wahnsinnig spannend und man kann nicht aufhören zu lesen!
  7. Cover des Buches Es geht noch ein Zug von der Gare du Nord (ISBN: 9783746615127)
    Fred Vargas

    Es geht noch ein Zug von der Gare du Nord

     (161)
    Aktuelle Rezension von: Bibliomania
    Ich habe schon so viel von Fred Vargas gehört und jeder hat diese Frau gelobt und mir erzählt, wie toll ihre Bücher sind. Dass es sich bei Adamsberg um einen ganz anderen Ermittler handelt und alle Welt spricht von einer "Magie Vargas".
    Nun, ich habe sie ein wenig ratlos gesucht und (vielleicht noch?) nicht gefunden.
    Adamsberg kommt aus den Pyrenäen. Er ist eher in sich gekehrt, denkt viel nach und scheint dann aus heiterem Himmel etwas zu wissen. Aber macht das nicht einen guten Ermittler aus? Seine neuen Kollegen finden ihn suspekt. Erst recht als Adamsberg anfängt sich für die Kreidekreise zu interessieren, denn es liegt nichts nennenswertes darin. Mal eine Münze, Autoschilder, oder Büroklammern. Gegenstände ohne Bedeutung. Jedoch nicht für Adamsberg. Er sieht darin ein Problem. Und er soll recht behalten, denn eines Tages liegt eine Leiche im Kreis.
    Was ich wirklich sympathisch finde, ist Adamsbergs ewige Kritzelei und ich denke, seine Genialität kommt gerade darin zum Ausdruck, dass er scheinbar plötzlich die Lösung weiß. Aber er bleibt unantastbar, man kann die Figur nicht richtig greifen. Es werden so viele Dinge angerissen, aber nicht wirklich weitererzählt, alles ist irgendwie diffus und unklar. Es wäre so schön gewesen von allem ein wenig mehr zu erfahren, doch das Buch ist mit seinen 238 Seiten doch eher kurz. Andererseits ist das clever von Vargas. So bleibt man vielleicht eher am Ball, man will ja schon wissen, wie Adamsbergs Vergangenheit aussah, was es wirklich mit Camille auf sich hat, wie er weiterhin zurecht kommt, ob er bei den Kollegen einen besseren Stand bekommt und vor allem auch, was mit Danglard passiert. Eine Nebenfigur, dir mir sehr gut gefiel. Eine tragische Figur, ein Säufer, ein Vater von 5 Kindern, davon zwei Zwillingspärchen. Aber alles zu kurz und zu knapp. Ich habe noch "Fliehe weit und schnell" von ihr und werde ihr mit diesem Buch noch eine Chance geben, aber bisher bin ich alles andere als überzeugt.
  8. Cover des Buches Mittsommermord (ISBN: 9783423212182)
    Henning Mankell

    Mittsommermord

     (735)
    Aktuelle Rezension von: PoldisHoerspielseite

    Drei Jugendliche, die ein vergnügliches Fest zur Mittsommernacht samt mittelalterlichen Verkleidungen feiern wollten, werden Wochen später ermordet in einem Waldstück aufgefunden. Der Täter hat sich alle Mühe gegeben, die Tat zu vertuschen, sind doch in regelmäßigen Abständen Grußkarten an die Familien versendet worden, die einen Urlaub der Teenager vortäuschen. Doch das ist nicht der einzige Fall, mit dem sich Kurt Wallander beschäftigen muss, auch der grausame Mord an seinem Kollegen Svedberg macht ihm zu schaffen – und offenbart einige Geheimnisse, die der Ermittler lange Zeit gehütet hat…

    Henning Mankells Romane um seinen depressiven Ermittler Kurt Wallander haben das Genre des Nordic Noir vielleicht nicht begründet, mit seinen unglaublich erfolgreichen Bänden aber sicherlich zum großen Durchbruch und die immer noch anhaltende Popularität essentiell beigetragen. Auch der achte Band der Reihe „Mittsommermord“ zeigt eindrucksvoll, wie geschickt der Autor verschiedene Fäden webt und diese dann nahtlos ineinanderfügen kann – von einem überzeugenden sprachlichen Anspruch mal ganz abgesehen. So ist es auch hier wieder die Figur des Kurt Wallander mit seinen verschrobenen Eigenheiten, der fast manischen Ermittlungsarbeit und den depressiven Stimmungen, der eine sehr eindringliche persönliche Ebene einbringt und dabei eine faszinierende Ausstrahlung hat – nicht immer sympathisch, nicht einmal sonderlich nahbar, aber genau deswegen umso facettenreicher. Auch die Nebenfiguren sind ausdrucksstark geschildert, wobei interessanterweise besonders der tote Svedberg ein sehr scharfes Profil bekommt. Die Atmosphäre des Romans ist sehr düster geprägt, bezieht die Landschaft und die Stimmung in Schweden gekonnt mit ein und sorgt so für eine sehr markante Wirkung.

    Der Verlauf der Handlung ist sehr spannend geraten und überzeugt mit seinen vielen Geheimnissen und Wendungen. Dabei werden von Anfang an zahlreiche Rätsel eingebaut, die auch nach und nach wieder aufgelöst werden, dann aber mit neuen Unstimmigkeiten und Verknüpfungen versehen werden. Das ist sehr clever aufgebaut, besonders da mehrere unterschiedliche Themen miteinander verbunden werden. Die Spannung ist schnell sehr dicht und packend, durch den steten Informationsfluss ist ein wahrer Pageturner entstanden. Überzeugend ist auch die Rolle der Presse, die die Ermittlungsarbeiten immer wieder behindert und so die Handlung entscheiden beeinflusst.

    „Mittsommermord“ ist ein packender Krimi, der mit vielen starken Bildern, markanten Charakteren und insbesondere einem spannenden und eindringlichen Verlauf überzeugt. Die Stimmung ist dicht und packend, die einzelnen Motive und Themen sehr stimmig miteinander verknüpft, sodass ein beeindruckendes Gesamtbild mit vielen spannenden Momenten entsteht. Sehr lesenswert, auch wegen des sehr stimmigen sprachlichen Ausdrucks.   

  9. Cover des Buches Die Geschichte des verlorenen Kindes (ISBN: 9783518469545)
    Elena Ferrante

    Die Geschichte des verlorenen Kindes

     (201)
    Aktuelle Rezension von: Orisha

    Lenús und Linas Weg geht in den letzten Akt. Nachdem Lenú mit ihrer großen Liebe Nino durchbrennt, beginnt ein Abschnitt ihres Lebens der von Aufregung, Trauer, Freude und vielen anderen Gefühlen geprägt ist. Sie verlässt Pietro, der sein Schicksal zunächst nicht hinnehmen will, doch je mehr Zeit verstreicht, sich in seine Rolle fügt. Lenús Töchter wachsen heran, erhalten ein Geschwisterchen und alle kehren nach Neapel zurück. Eine neue Zeit bricht an - in wahrsten Sinne dieser Worte. Und eine erneute Annäherung an Lina glückt und schon bald findet sich Lenú zurück im Trubel des Rione.

    Ferrantes Abschluss der Quatrologie hat es in sich. Wieder einmal knüpft sie gekonnt an den vorherigen Band an, lässt Lenú im Liebestaumel versinken, um sie dann nach Jahren ernüchtert zurückzulassen. Den Rückzug in den Rione finde ich gelungen und  besonders gefallen hat mir die noch einmal sich wandelnde Beziehung von Lenú zu ihrer Mutter - die viel mehr über den Rione, die veränderte Zeit und die Werte verrät, denen Lenú und auch Lina ihr Leben lang ausgesetzt waren.

    Doch dann spult Ferrante auf einmal vor und lässt die Ereignisse nur so über die LeserInnen* rollen: Tote an allen Ecken, Unglück, ein verschwundenes Kind, Einsamkeit, die Entfremdung von den eigenen Kinder - all das auf gefühlt 100 Seiten, während man sich 100te Seiten, das Geschmachte um Nino antun muss, dass - oh Wunder - genauso endet, wie zu erwarten war und einmal mehr zeigt das emanzipiert von außen zu wirken, nicht heißt emanzipiert zu sein. Vielmehr ordnet sich Lenú einmal mehr einem Mann unter, lässt sich ein weiteres Kind andrehen, dass sie am Ende allein groß zieht.

    Währenddessen hat Lina es geschafft. Ist ihre eigene Frau, scheint endlich ihren Frieden gemacht zu haben. Als dann Töchterchen Tina zu Welt kommt, scheint ihr Glück perfekt - aber auch dieser Schein trügt und Ferrante lässt Lina ins Unglück stürzen, aus dem sie am Ende entschwindet.

    Kurzum, wieder einmal weiß Ferrante mich zu fesseln und gleichzeitig abzustoßen. Faszinierend las ich Seite um Seite, fand Passagen richtig gelungen, um wieder in einer Sackgasse zu landen - die mich nur Augen rollend zurückließ, denn Ferrante löst sich einfach nicht von den Klischees. Die wirklich spannenden Dinge bleiben einmal mehr links bzw. rechts liegen, werden nur angerissen, aber nicht ausgeführt. Besonders die vielen Todesfälle erschienen nur als Randnotiz und das fand ich ziemlich schade. Und am Ende stand ich allein mit der alten Lenú und habe mich gefragt, was eigentlich aus Lina geworden ist.

    Fazit: Eine Geschichte, die zwischen Höhen und Tiefen hin und her pendelt und irgendwie keine Mitte findet, sich dafür aber erstaunlich gut gelesen hat. 


  10. Cover des Buches Venezianisches Finale (ISBN: 9783257231717)
    Donna Leon

    Venezianisches Finale

     (431)
    Aktuelle Rezension von: Jana_hat_buecher

    In Commissario Brunettis erstem Fall wird der deutsche Stardirigent Wellauer während einer Opernvorstellung vergiftet. Brunetti taucht ein in die schillernde, aber auch konservative Musikwelt. Doch auch das Privatleben des Dirigenten ist sehr turbulent gewesen und der Commissario hat an Tätern die Qual der Wahl. Ich wollte schon sehr lange die komplette Reihe von Brunetti lesen und Dank sehr netter Menschen habe ich nun die vollständige Sammlung geschenkt bekommen. Der erste Fall hat mir sehr gut gefallen. Stilistisch nicht super anspruchsvoll, aber trotz der Veröffentlichung im Jahre 1992 noch topaktuell: "Er überlegte, wie lange es wohl dauern würde, bis die ganze Stadt ein lebendes Museum war, ein Ort, der nur für Besucher geeignet war, nicht aber, um darin zu wohnen." Die Einführung von Brunetti finde ich gelungen und auch das Gefühl von Venedig kommt gut beim Leser an. Es scheint immer wieder klar zu sein, wer der Täter ist, bis wieder eine Wendung kommt und am Ende wird man doch überrascht.

  11. Cover des Buches Fegefeuer (ISBN: 9783442742127)
    Sofi Oksanen

    Fegefeuer

     (102)
    Aktuelle Rezension von: Bibliomania

    Mein erstes Buch von Sofi Oksanen, meine erste Finnin. Eine heftige Geschichte, die ich leider auch ein wenig genau so erwartet habe: Stalinismus, Missbrauch, Propaganda, Parteizugehörigkeit, Verrat. Der Familie Pekk bleibt nichts erspart.

    Aliide Truu lebt in einem alten Bauernhaus mitten in der Provinz von Estland. Sie hat ein schweres Leben hinter sich, von dem sie stark gezeichnet ist. Eines Tages taucht ein Mädchen vor ihrer Tür auf. Obwohl Aliide skeptisch ist und stets das Schlimmste befürchtet, nimmt sie das Bündel von Mensch mit in ihr Haus.

    Das Bündel Mensch entpuppt sich als eine junge, russische Frau namens Zara, die auf Grund scheinheiliger Versprechungen in den Westen geflohen ist und dort ein leider sehr übliches Schicksal erleiden musste: Sie gerät in die Prostitution. Die beiden Frauen haben Schwierigkeiten miteinander zu kommunizieren, dabei verbindet sie eine recht ähnliche Leidensgeschichte. Während Zara sich also bei Aliide versteckt, versucht sie gleichzeitig herauszufinden, ob es sich bei Aliide tatsächlich um die Schwester ihrer Großmutter handelt.

    Ein Buch, bei dem mich das Gefühl beschleicht bestimmte Nationalitäten schreiben stets über bestimmte Themen. Gab es tatsächlich nichts anderes als politisch auf der richtigen Seite zu stehen? Macht? Unterdrückung? Folter und Missbrauch? Es scheint wohl so.

    Die Geschichte beider Frauen erscheint mir so typisch. Warum trifft es immer die Gleichen? Warum setzen sich diese Leiden in der gesamten Familie fort? Ist es wie ein Teufelskreis, dem man einfach nicht entfliehen kann?

    Eindringlich beschrieben bleibt man doch betroffen zurück und ich kann wirklich nicht sagen, ob es am Ende ein gutes Buch war.

  12. Cover des Buches Der dunkle Fluss (ISBN: 9783351035921)
    Chigozie Obioma

    Der dunkle Fluss

     (42)
    Aktuelle Rezension von: Irisblatt

    In Akure, einer nigerianischen Stadt, unweit des verfluchten Flusses Omi-Ala, wohnt der 10-jährige Benjamin mit seinen Eltern und fünf weiteren Geschwistern.  Familienvater Eme plant ein besseres Leben für seine Söhne, sieht sie als zukünftige Ärzte, Richter, Professoren und Ingenieure. Als der Vater aus beruflichen Gründen in eine andere Stadt zieht, vernachlässigen Ikenna, Boja, Benjamin und Obembe die Schule und gehen regelmäßig zum verbotenen Fluss, um dort zu angeln. Ihre Mutter ahnt nichts davon. An einem schicksalsträchtigen Tag begegnen die vier Brüder dem verrückten Obdachlosen Abulu, der bereits in der Vergangenheit Unglücke voraussagte. Er prophezeit Ikenna, dem ältesten Bruder, einen gewaltsamen Tod. Von diesem Tag an beginnt Ikenna sich negativ zu verändern und eine Familientragödie, die alles zerstört, nimmt ihren Lauf. 

    Bis zur Mitte hat mir der Roman gut gefallen. Die Geschehnisse sind spannend, die Alltagsbeschreibungen bildhaft, so dass ich mir das Alltagsleben und das Wohnumfeld der Familie, die einer ethnischen Minderheit angehört, gut vorstellen konnte. Immer wieder gibt es auch Bezüge zur Mythologie und zur politischen Situation in den 1990er Jahren. Politische Unruhen sind an der Tagesordnung, das Leben gefährlich. In den Text verwoben sind Reime, Sprichwörter und Liedtexte in den Sprachen Ibo (Igbo) und Yoruba. Neben diesen afrikanischen Sprachen gibt es Einschübe in Pidgin English. Diese Sprachenvielfalt hat die Geschichte für mich sehr authentisch gemacht und mir gut gefallen. 

    Ab der Hälfte verlor die Geschichte aus meiner Sicht an Dynamik und sie zog sich in die Länge. Die letzten Kapitel habe ich dann wieder mit Spannung gelesen.

    Insgesamt ein geteiltes Lesevergnügen mit starkem Anfang, schwachem Mittelteil und intensivem Ende. Ich schwanke zwischen 3,5 und 4 Sternen.

    Chigozie Obioma wurde in Nigeria geboren und lebt heute in den USA. Sein Debüt „Der dunkle Fluss“ wurde in mehr als 20 Sprachen übersetzt.


  13. Cover des Buches In die Wildnis (ISBN: 9783492259743)
    Jon Krakauer

    In die Wildnis

     (375)
    Aktuelle Rezension von: Buecherkopfkino

    Der Film ist so ganz anders als das Buch, aber beide sind unglaublich gut. 

    In dem Film wird die Reise von Chris McCandless oder auch Alexander Supertramp, wie er sich auf der Reise nennt, chronologisch erzählt. Im Buch ist keine genaue zeitliche Abfolge zu erkennen, sondern fängt mit dem Fund des verstorbenen Chris McCandless und der Suche nach der Herkunft und der Geschichte des Aussteigers und folgt eher der Reihenfolge der Informanten von Personen, die ihn auf dem Weg begleitet haben. Die Meinungen über ihn und sein Schicksal gehen sehr auseinander, manche finden ihn einfach nur verrückt, andere bewundern seinen Mut. Ich sehe irgendwie beides und wenn ich den Film sehe, möchte ich gleich aufbrechen in neue Gegenden, aber doch bitte mit etwas mehr Sicherheit als McCandless. Jon Krakauer vergleicht McCandless Lebensweise und Schicksal in dem Buch auch mit anderen Personen, die eine ähnliche Lebensweise und Ansichten hatten - Menschen die waghalsige Unternehmungen machten und Eremiten, die ihre Lebensweise oder Reisen nicht immer überlebt haben. Er vergleicht ihn aber auch mit sich selber und berichtet über seine gefährlichen Klettertouren in Gebirgen und was ihn dazu gebracht hat solche waghalsigen, eigentlich dummen Unternehmungen zu machen. Es hätte für ihn auch tötlich enden können, nur aus Glück hat er es überlebt. 

    Mir hat das Buch auf jeden Fall sehr gefallen und ich werde definitiv noch mehr von Jon Krakauer lesen, da ich seine Art zu berichten sehr toll finde. 

    5/5 🦉 und eine absolute Leseempfehlung bzw. Filmempfehlung

  14. Cover des Buches Todesrosen (ISBN: 9783404163458)
    Arnaldur Indriðason

    Todesrosen

     (167)
    Aktuelle Rezension von: Daphne1962
    Der Autor Arnaldur Indridason führt uns mit seinem Krimi
    in die Drogenszene von Island. Was treibt die jungen Leute
    in diese Perspektivlosigkeit. Die Fragen stellt sich Kommissar
    Erlendur Sveindsson, denn seine Tochter befindet sich seit Jahren in
    diesem Sumpf. Seinem Sohn geht es ähnlich, er ist dem Alkohol
    verfallen. Hatte er das Thema immer erfolgreich verdrängen können, so kommt es nun mit geballter Ladung.

    In Reykjavik wird die Leiche einer jungen Frau gefunden, die auf
    einem Grab aufgebahrt liegt. Es ist die Grabstätte des isländischen
    Freiheitskämpfer Jon Sigurosson. Allerdings ist die Tote eine
    Drogenabhängige gewesen, die sich auch mit Prostitution verdingte.
    Niemand vermisst sie, die Polizei tappt im Dunkeln bei der Aufklärung. Mühselige Recherche beginnt um zu erfahren, woher sie stammte. Island zählt ja eher zu eines der friedlicheren Länder, mit einer geringen Bevölkerungsdichte. Dann so etwas. 

    Der Autor schreibt glaubhaft und realitätsnah, auch wenn Erlendur und seine Kollegen Oli und Elinborg gegen Windmühlen kämpfen. Auch gibt es hin und wieder amüsante Abschnitte, die den Krimi nicht ganz so düster erscheinen lassen. Dennoch ist es ein ernstes Thema, was hier beleuchtet wird. Ich bin nicht abgeneigt mir bei Gelegenheit wieder einen Krimi aus dieser Reihe vorzunehmen. Der Autor hat mich gut unterhalten und die Spannung kam nicht zu kurz. 4 Sterne, da ich denke es gibt noch bessere aus dieser Reihe. 
  15. Cover des Buches Endstation Venedig (ISBN: 9783257231724)
    Donna Leon

    Endstation Venedig

     (297)
    Aktuelle Rezension von: Jana_hat_buecher

    In Commissario Brunettis zweitem Fall beginnt alles mit einem harmlosen Raubüberfall eines Amerikaners. Brunetti will der allgemeine Meinung aber nicht glauben und macht sich auf die Suche nach dem wahren Grund der Ermordung. Er stößt auf Intrigen, italienisch-amerikanische Beziehungen und Bauernopfer. Das zweite Buch fande ich nicht ganz so gut wie das Debüt von Donna Leonm trotzdem ist es ein guter Krimi, der den Leser in das wunderschöne Venedig entführt. Lange empfande ich den zweiten Fall im Buch als nebensächlich und uninteressant bis es am Ende des Buches mit dem Hauptfall verknüpft worden ist. Fazit für mich ist, dass jeder mit seinem Tun etwas bewirken kann, auch wenn die Möglichkeiten noch so klein sind.

  16. Cover des Buches Feine Freunde (ISBN: 9783257231793)
    Donna Leon

    Feine Freunde

     (210)
    Aktuelle Rezension von: Jana_hat_buecher

    In Commissario Brunettis neuntem Fall bekommt er Besuch von Rossi, einem Mitarbeiter des Katasteramtes, um Unregelmäßigkeiten bzgl. Brunetti's Wohnung zu klären. Als einige Wochen später Rossi tot aufgefunden wird, kommt es Brunetti komisch vor. Trotz der offiziellen Meinung, dass dies nur ein Unfall war, macht er sich auf die Suche nach den wahren Gründen, warum der junge Mann gestorben ist. Er sticht in ein Wespennest aus Drogen, Geldgeschäfte und Korruption. Dieses Fall war irgendwie anders. Melancholischer, ruhiger, bedrückender. Die Machtlosigkeit gegenüber den korrupten Behörden, diese macht- und geldgierigen Menschen, die für ihren Egoismus über Leichen gehen. Und ein Brunetti, der wie immer etwas kratzbürstig durchs wunderschöne Venedig geht. Für seinen Gefühlsausbruch auf den letzten Seiten habe ich ihn noch ein bisschen mehr ins Herz geschlossen.

  17. Cover des Buches Der Zopf meiner Großmutter (ISBN: 9783462000337)
    Alina Bronsky

    Der Zopf meiner Großmutter

     (164)
    Aktuelle Rezension von: Neeeele

    Max wächst bei seinen Großeltern auf und lebt nun mit diesen beiden älteren Herrschaften in einem deutschen Flüchtlingsheim. In ihrer Familie und auch im Heim hat die Großmutter das absolute Sagen. Hart aber herzlich führt sie ein hartes unbeugsames Regime um ihre Lieben vor den Versuchungen und Gefahren des Alltags zu beschützen. Selbst nach einem großen einschneidenden Erlebnis innerhalb der Familie gibt sie nicht auf, sondern kämpft in der ihr eigenen Art um ihre Familie.

    Alina Bronsky schafft es in diesem Buch die Geschichte einer Familie in so einer lustig skurrilen Art zu erzählen, dass man oft laut loslachen muss, einen Augenblick später ungläubig den Kopf schütteln muss und am Ende ganz lange über das Gelesene nachdenken muss. Dieses Buch kann ganz vielen verschiedenen Lesern eine Menge geben. Wer es als kurzweilige Unterhaltung lesen möchte.... passt. Wer gern von starken Frauen liest..... passt. Wer allerdings eine Geschichte lesen möchte, die nachhallt und über die man gern nachdenken möchte.... passt auch.

    Dieses war mein erstes Buch von Alina Bronsky, aber ich habe in verschiedenen Rezensionen gelesen, dass das genau die Art ist in der Alina Bronsky schreibt und die hat mir richtig gut gefallen. Ich habe mir bereits 2 weitere Bücher von Alina Bronsky zurechtgelegt. Von mir eine ganz klare Leseempfehlung und

    4,5*/5*

  18. Cover des Buches Die falsche Fährte (ISBN: 9783423212168)
    Henning Mankell

    Die falsche Fährte

     (568)
    Aktuelle Rezension von: Hellena92
    Auch in diesem Fall schafft es Herr Mankell bis zu letzt den spannungsbogen aufrecht zu halten. Er ist wieder etwas düster,.

    Man muss die ersten Bücher nicht gelesen haben um folgen zu können, doch wäre es sehr gut möglich, dass dies nicht das einzige Buch der wallander Reihe bleibt, das man liest.
  19. Cover des Buches Der Mann, der lächelte (ISBN: 9783423212151)
    Henning Mankell

    Der Mann, der lächelte

     (554)
    Aktuelle Rezension von: Bella_507

    Der Schreibstil ist gut, dass bisschen Spannung was fehlt macht er meiner Meinung nach mit einem guten Gesamteindruck wieder weg. Immerhin wird man unterhalten und darum geht es in einem Buch.

  20. Cover des Buches Das Buch der Fälscher (ISBN: 9783458360490)
    Charlie Lovett

    Das Buch der Fälscher

     (55)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein Buch für alle Bücherfans, Bibliophile, Buchhändler und Buchbinder. 

    Alte Manuskripte, berühmte Schriftsteller zu Zeiten Shakespeares, Liebesgeschichten in der Gegenwart, Büchernarren und Bibliotheken... all das hat Lovetts Roman zu bieten. Dabei gibt es immer wieder Verweise auf englischsprachige Schriftsteller und Maler aus dem 16.-19.Jh., von denen ich teilweise noch nichts gehört hatte. Dieser Roman ist meiner Meinung  nach sehr fesselnd geschrieben und macht Lust, sich einmal näher mit einigen der erwähnten Künstler zu befassen. Ich habe die Lektüre sehr genossen und möchte auch noch mehr von diesem Autor lesen.

  21. Cover des Buches Die Rückkehr des Tanzlehrers (ISBN: 9783423211710)
    Henning Mankell

    Die Rückkehr des Tanzlehrers

     (375)
    Aktuelle Rezension von: Sandtiger

    Über den Inhalt des Buchs wurde ja schon genug geschrieben und daher konzentriere ich mich auf meine persönlichen Eindrücke.

    Die Sprache ist typisch Mankell, kurze prägnante Sätze, etwas düstere Stimmung, nicht sonderlich optimistisch in der Betrachtung der aktuellen Lage im Land und auch der Zukunft, immer mal wieder Bezug zum Wetter.

    Die Auflösung des Falls kam für mich unerwartet und der Weg dahin hat mich zwar in den Bann gezogen, aber ich konnte in keinster Weise mit dem Hauptprotagonist mitfühlen. Seine Handlungen und seine Denkweise hat mich öfter einfach nur genervt. Ständig dieses "ich fahre", "heute Abend", "nur noch das hier", "jetzt aber". Ja klar, er befindet sich in einer Ausnahmesituation, aber dennoch, war es für mich irgendwie unverständlich. Da war mir sogar der Täter irgendwie näher. Zum Ende hin, wurde er dann doch noch menschlicher und sympathischer und machte Laune auf eine Fortsetzung der Geschichte. Zwischendrin war er mir als Person ziemlich egal, was mit ihm passiert und sowas passiert mir beim Lesen normal nicht. Aber hier war der Fokus mehr darauf, "was steckt dahinter", "wer war's" und "warum". 

    Dennoch von mir eine klare Empfehlung, wer Mankell und Wallander mag, macht auch mit diesem Buch nichts falsch.


  22. Cover des Buches Die Form des Wassers (ISBN: 9783404154012)
    Andrea Camilleri

    Die Form des Wassers

     (189)
    Aktuelle Rezension von: Aglaya
    In Sizilien wird die Leiche eines bekannten Ingenieurs gefunden. Commissario Montalbano will nicht so recht an einen Unfall glauben.

    Die Geschichte wird in der dritten Person erzählt, in erster Linie aus der Sicht des Kommissars Salvo Montalbano. Leider habe ich nicht besonders viel über ihn erfahren, was mich überrascht hat, da es sich hier doch um den ersten Band der Reihe handelt, in dem normalerweise die Figuren eingeführt werden. Montalbano scheint ein ehrlicher Mensch zu sein, der von der in Italien nicht unüblichen Korruption nicht viel hält, aber auch gerne mal ein Auge zudrückt, wenn es passt. Ansonsten blieb er für mich ein blosser Name. So ging es mir auch mit allen anderen Figuren, weshalb ich grosse Mühe hatte, sie zu unterscheiden.

    Die Handlung ist geradelinig und kommt ohne grosse Überraschungen aus. Ein wirkliches Italien- respektive Sizilien-Feeling kam für mich auch nicht rüber, was ich sehr vermisst habe. Insgesamt hat mir die Spannung gefehlt, der Krimi konnte mich an keiner Stelle packen. Eigentlich hat mich nicht mal wirklich interessiert, was nun genau mit dem toten Ingenieur passiert ist, da ich keine Verbindung zum Fall und zum Ermittler aufbauen konnte.

    Gar nicht überzeugen konnte mich der Schreibstil des Autors Andrea Camilleri. Er nutzt eine sperrige Sprache mit langen, verschachtelten Sätzen und wenig Dialogen, die noch dazu sehr hölzen wirken, weshalb ich die Lektüre trotz des geringen Umfangs von lediglich rund 250 Seiten als langatmig und zäh empfand.

    Mein Fazit
    Blasse Figuren und zäher Schreibstil
  23. Cover des Buches Sanft entschlafen (ISBN: 9783257231762)
    Donna Leon

    Sanft entschlafen

     (203)
    Aktuelle Rezension von: Jana_hat_buecher

    In Commissario Brunettis sechstem Fall bekommt er Besuch von der ehemaligen Nonne Maria. Sie hat den Verdacht, dass Mitglieder ihrer Kirche unschuldige Patienten im Altenheim umgebracht haben, um an deren Erbe zu kommen. Brunetti forscht nach und kann erstmal den Verdacht nicht bestätigen. Doch auch in seinem Privatleben gibt es Probleme mit Angehörigen der Kirche und Brunetti sieht sich zum Handeln gezwungen. Donna Leon greift in diesem Buch die Machenschaften der Kirche unter einem religiösen Deckmantel auf. Die Scheinheiligkeit der ach so auf Nächstenliebe getrimmten Pfarrern, Nonnen und Co regt mich nicht nur in diesem Krimi auf. Leon hat wieder ein gesellschaftskritisches Thema aufgegriffen, das sowohl im Erscheinungsjahr 1998 als auch zur jetzigen Zeit aktuell ist. Viel Geld gepaart mit Religiosität und dem Wunsch nach Macht hat noch nie zu etwas Positivem geführt....

  24. Cover des Buches Vor dem Frost (ISBN: 9783423212595)
    Henning Mankell

    Vor dem Frost

     (432)
    Aktuelle Rezension von: Beust

    Henning Mankell deutet in „Vor dem Forst“ den Generationenwechsel an: Linda Wallander steht kurz davor, in den Polizeidienst einzutreten und ihrem Vater nachzufolgen. Doch noch ehe sie den Dienst antritt, beginnen Linda und Kurt Wallander gemeinsam, getrennt, mit- und gegeneinander am neuesten Fall zu ermitteln. Dass die grausamen Tötungen von Tieren, die Schändungen von Kirchen und das seltsame Verhalten und Verschwinden von Lindas Freundin Anna zusammenhängen, ahnt der Leser sofort. Aber wie die beiden Wallander dem leicht konstruierten Plot auf die Spur kommen, ist toll erzählt. Linda macht mit Neugier und Unerschrockenheit (fast) wett, was Kurt mit Berufserfahrung und Instinkt gelingt.

    Die Folie der Handlung bildet religiöser Fanatismus. Schon im Prolog werden die Leser in den Massenmord einer extremistischen Christensekte geworfen. Und Fanatismus zieht sich durch den ganzen Roman. Menschenleben – und erst recht das Leben von Tieren – gilt diesen Verblendeten nichts im Angesicht der eingebildeten Größe ihres „gottgegebenen Auftrags“.

    Mankell hat eindrückliche Einfälle: Annas Mutter komponiert aus Lachern und Seufzern Musikstücke. In Flammen gesetzte Schwäne gehen brennend über einem schwedischen See nieder. Ein so qualvolles wie kräftiges Bild.

    Dass es Längen gibt, stört nicht übermäßig, und auch die Vorhersehbarkeit des Endes ist nur ein kleiner Abstrich für die Bewertung dieses gelungenen Wallanders!

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