Bücher mit dem Tag "2. wk"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "2. wk" gekennzeichnet haben.

35 Bücher

  1. Cover des Buches Gesamtausgabe (ISBN: 9783596710775)
    Anne Frank

    Gesamtausgabe

    (2.726)
    Aktuelle Rezension von: Aukje

    Anne Frank, die aus einer jüdischen Familie stammt, muss während des zweiten Weltkriegs von ihrer Heimat Frankfurt am Main, 1933 mit ihrer Familie nach Amsterdam flüchten. Während dieser Zeit führt sie über zwei Jahre lang ein Tagebuch, das deutlich die Ängste und wünsche einer Jugendlichen zeigt, die in diesen schweren Zeiten aufwächst. Und wenn das nicht schon ausreicht erhält man auch noch einen guten Einblick über eine jüdische Familie, die versucht eine einigermaßen erträgliche Normalität aufrecht zu erhalten während sie versuchen zu überleben, in ständiger Angst vor den Nationalsozialisten.

    Da meine 13jährige Nichte sich zurzeit mit der Zeit des zweiten Weltkriegs auseinander setzt, habe ich ihr dieses Buch gegeben und es selber nach vielen Jahren noch mal gelesen. Auch nach all den Jahren als ich es zum ersten Mal gelesen habe, hat es mich wieder sehr bewegt. Nach wie vor halte ich dieses Buch wichtig, damit Jugendliche beginnen sich mit dieser Zeit zu beschäftigen, da es ein autobiografisches Buch einer Jugendlichen ist, die sie nachvollziehen können.

  2. Cover des Buches Winter der Welt (ISBN: 9783404169993)
    Ken Follett

    Winter der Welt

    (827)
    Aktuelle Rezension von: Japanophilie

    Die Kinder der Familien aus „Sturz der Titanen“ wachsen in einer Zeit zunehmender politischer Spannungen auf. Der Aufstieg des Nationalsozialismus, der Spanische Bürgerkrieg und schließlich der Zweite Weltkrieg bestimmen ihre Lebenswege. Erneut verbindet Ken Follett die Schicksale mehrerer Familien aus verschiedenen Ländern mit den entscheidenden politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen ihrer Zeit.

    „Winter der Welt“ setzt die Geschichte der Familien aus dem ersten Band fort, stellt nun jedoch überwiegend deren Kinder in den Mittelpunkt. Genau das machte mir den Einstieg deutlich schwerer. Viele der bekannten Figuren hatten inzwischen mehrere Kinder, die wiederum eigene Beziehungen und Handlungsstränge erhielten. Dadurch fiel es mir zunehmend schwer, alle Personen und familiären Verbindungen auseinanderzuhalten.

    Auch thematisch konnte mich dieser Band weniger begeistern als sein Vorgänger. Während meiner Schulzeit wurde der Zweite Weltkrieg in zahlreichen Fächern sehr ausführlich und wiederholt behandelt. Dadurch habe ich mittlerweile eine gewisse persönliche Abneigung gegen das Thema entwickelt. Das ist selbstverständlich kein grundsätzlicher Kritikpunkt am Roman, hat mein Leseerlebnis aber spürbar beeinflusst.

    Ken Follett gelingt es weiterhin, historische Ereignisse verständlich mit persönlichen Schicksalen zu verbinden. Der Roman zeigt unterschiedliche Perspektiven auf Diktatur, Krieg und politische Verfolgung und verdeutlicht, wie stark politische Systeme in das private Leben eingreifen können. Auch der Schreibstil bleibt flüssig und gut zugänglich.

    Dennoch fand ich die Handlung insgesamt weniger packend als in „Sturz der Titanen“. Die größere Zahl an Figuren und Beziehungen nahm der Geschichte für mich etwas von ihrer Klarheit. Während mich der erste Band sowohl historisch als auch menschlich stark interessierte, blieb ich hier häufiger auf Distanz.

    „Winter der Welt“ ist weiterhin ein umfangreicher und sorgfältig erzählter historischer Roman. Für mich konnte er jedoch weder die Übersichtlichkeit noch die Faszination seines Vorgängers erreichen.

    Für Leserinnen und Leser, die historische Romane, generationenübergreifende Familiensagas und unterschiedliche Perspektiven auf den Zweiten Weltkrieg mögen.

    3 von 5 Sternen

  3. Cover des Buches Dark Wood (ISBN: 9783426518748)
    Thomas Finn

    Dark Wood

    (149)
    Aktuelle Rezension von: lucatrkis

    Die ersten Seiten waren ziemlich langweilig, die Show wurde erklärt und man merkte, dass der Autor die Charaktere vorstellen wollte, als dann aber der Parkour begann, begann es, spannender zu werden. Katja, Dagmar und Sören mochte ich direkt am meisten, die anderen drei Herren eher nicht (SPOILER), besonders, da Bernd unfaire Mittel benutzte. (SPOILER ENDE) Die Atmosphäre in Trollheimen war natürlich wundervoll, den mittleren Mittelteil liebte ich, dieser hätte fünf Sterne verdient. (SPOILER) Nachdem Gunnar von der Kreatur angefallen worden war, und langsam festgestellt wurde, dass das Filmteam weg war, begann dieser Abschnitt für mich. Ich fand es sehr spannend, wie alle in der Hütte waren, aber als sie sich dann zum Sanitäter aufmachten und in die Felsspalte kletterten, endete der Höhepunkt des Buches für mich. Die Szenen mit den Kreaturen waren mir zu sehr Fantasy, es war ja eine richtige Schlacht, zudem stand dann die Hütte nicht mehr. Dass Sören noch lebte, war mir direkt klar, aber dass er als tot dargestellt wurde, erinnerte mich sehr an Richard Laymons „Die Insel“, wie auch andere Punkte hier. Zwar befindet man sich nicht auf einer Insel, die Atmosphäre ist aber ähnlich. Der mittlere Mittelteil erinnerte mich sehr an das Gefühl beim Lesen von „Die Insel“, wenn es auch eigentlich zwei ziemlich verschiedene Bücher sind. Gegen Ende wurde es für mich noch einmal ein bisschen spannender, die Auflösung mit dem Schimmel machte es immerhin zu einem mehr oder weniger logischen Buch, aber es gab für mich zu viele Schlachten, das ist einfach nicht, was ich gern mag, und ich kenne es auch eigentlich eher von Fantasy-Büchern. Außerdem tauchten ständig kritische Einstellungen auf, zum Beispiel Transphobie, Sexismus und Fettfeindlichkeit und es ging auch sehr um militärische Dinge. Für mich war es einfach etwas langweilig, zu lesen, wie das komplette unterirdische Lager beschrieben wurde, das ist vielleicht eher etwas für Weltkrieg-Interessierte. (SPOILER ENDE) Den Autoren werde ich auf jeden Fall nicht vergessen, das Buch hatte eine tolle Atmosphäre sowie wirklich spannende Stellen. Noch eine kleine Anmerkung: Auf Seite hundertfünfundfünfzig steht „Sören hingegen hockte hilflos zwischen ihnen, und Katja konnten seinem verstörten Gesichtsausdruck entnehmen, dass er nicht glauben konnte, was Dagmar ihm gerade berichtet hatte“, hier ist also fälschlicherweise ein N beim Verb, das sich auf Katja bezieht. Außerdem ist mir, wenn ich mich nicht irre, ein Logikfehler aufgefallen, denn auf Seite hundertsiebenundneunzig reißt Dagmar ihren Umschlag auf, um ihr Interview freizuschalten, eigentlich hatten sich aber ja schon alle (außer Gunnar) darüber beklagt, dass diese geöffnet worden waren. Vielleicht habe ich aber auch etwas falsch in Erinnerung. Sonst fand ich keine Fehler, manchmal gab es nur sehr unschöne Wortwiederholungen (aber die gibt es bei Laymon ja auch), hier ein Beispiel: „Sie lag wenige Schritte von ihr entfernt; der Sanitäter hingegen blieb verschwunden. [Zeilenumbruch] Der Höhlenboden selbst hingegen glich einer Schutthalde, die auf Höhe der Tasche schräg abfiel.“ (Seite dreihundertelf)

  4. Cover des Buches Das Attentat (ISBN: 9783499227974)
    Harry Mulisch

    Das Attentat

    (129)
    Aktuelle Rezension von: Trishen77

    s gibt einen Grund, warum man manche Bücher Romane nennt, welcher nicht allein daher rührt, dass es ein längeres erzählerisches Werk ist. Nein, Roman nennt man solche Bücher, die zwischen zwei Buchdeckeln können, was sonst das Leben nur kann, wenn man es lebt. Zusammenhänge, Verwirrungen, Nuancen, Beziehungen, Wiederkehrendes und Erinnertes, Verlorenes - ein Roman kann all das Erfinden und doch ist es auf eine seltsame Weise Wirklichkeit.

    Harry Mulisch (ich bin auf ihn und seine Romankunst bereits in meiner Rezension zu Zwei Frauen näher eingegangen) hat mit "Das Attentat" ein Werk abgeliefert, dass nicht nur die Bezeichnung, sondern wahrhaftig den Titel "Roman" mehr als verdient hat; als wäre dieses Wort ein Zauberwort, etwas Mystisches, beinah Unerklärliches, wäre es nicht so ein realer Gegenstand. Es ist ein Buch voller Einfachheiten und doch ist es sprachlich so gut komponiert und genial konzipiert, dass das Einfache sich hier weit über die Summe seiner Teile hinaushebt zu einer spannenden, anrührenden und unvergleichlichen Geschichte.

    Tatsächlich beginnt diese Geschichte zwar an einem Abend im Jahr 1945, aber irgendwie ist es eher so, als würde Mulisch dort einsetzten und nicht dort beginnen. Vielleicht gerade deswegen, wegen dieses Stilgriffes, ist man sofort, ohne große Vorarbeit gefesselt - was natürlich auch an seiner wunderbar filigranen und erlebnisnahen Sprache liegt, die einen hineinzieht in ihre Wirklichkeiten.
    Von dort, von dieser einen Nacht aus, die alles verändert, spinnt sich die Geschichte über einige Jahrzehnte fort, mit einigen Schüsselereignissen, welche alle im Bezug zu der einen Nacht im Jahr 1945 stehen. Aus der Abfolge ergibt sich, zusammen mit den kleinen Nebenhandlungen, eine Lebensgeschichte und die Geschichte jener Nacht; aber auch die Geschichte einiger weniger Gefühle: Liebe, Rache, Verdrängung und natürlich die Analyse eines bestimmtes Prozesses: des Erinnerns. Alles zusammen macht diesen Roman unvergleichlich vielschichtig.

    Es gibt erstaunlich viele gute Bücher, die mit dem, was sich in den Jahren 1939-1945 in Europa an verschiedensten Stelle zutrug, auseinandersetzten und beschäftigen: Das Brandopfer z.B. oder auch Lenz Deutschstunde , Damals war es Friedrich und viele andere. Doch trotzdem, auch weil es nicht das einzige, zentrale Thema von Mulischs Roman ist (weil seine Romane selten zentrale Themen haben: sie erzählen Geschichten, die am Ende oft Parabeln auf etwas sind - wie so viele Geschichten), ist "Das Attentat" eines der besten Bücher über die Fragen, die sich zu diesem Zeitalter aufdrängen. Nicht, weil es sie erklärt, diskutiert oder aufwirft. Sondern weil es erst einmal versucht sie zu erkennen, zu finden und zu verstehen.

    Ich empfehle diesen Roman, weil es ein wunderbarer Roman ist; weil er eine Geschichte erzählt und diese Geschichte sehr gut erzählt. Und letztlich auch, weil ich hoffe, dassjeder vielleicht, wie ich, am Ende, mit Tränen in den Augen (oder einem entsprechenden Gefühl), das Buch zuklappt und zu sich sagt - das war gut, verdammt gut. Auch wenn einem vielleicht die Worte fehlen, um zu sagen, wie gut - man hält ja immer noch die richtigen Worte in Händen, zwischen zwei Buchdeckeln.

  5. Cover des Buches Zeit zu leben und Zeit zu sterben: Roman (ISBN: 9783462305555)
    E.M. Remarque

    Zeit zu leben und Zeit zu sterben: Roman

    (42)
    Aktuelle Rezension von: Neytiri888

    Dieses Buch schafft es auf eindrucksvolle Art, einen die erdrückenden Empfindungen der Protagonisten nachfühlen zu lassen. Man fühlt sich beim Lesen manchmal richtig schwer und hoffnungslos. 

    Weisheiten des Lebens verpackt der Autor in wortgewaltige Sätze, die mich immer wieder so beeindruckt haben, dass ich sie mehrmals Lesen musste.

    Ein Beispiel: 

    "Nachts ist man das, was man eigentlich sein soll; nicht das, was man geworden ist."

    Wenn man die Worte auf sich wirken lässt, erkennt man die tiefe Wahrheit in ganz einfachen Dingen, über die man bisher noch nie nachgedacht hatte.

    Einziges Manko, was auch den einen Stern Abzug bewirkt, ist der fehlende Wunsch weiter zu lesen. 

    Es liest sich zwar immer gut und flüssig und ich habe mich beim Lesen auch nie gelangweilt, aber ich liebe es, wenn ich richtig heiß darauf bin ein Buch weiter zu lesen und ich es gar nicht mehr aus der Hand legen kann. Das hat mir hier irgendwie gefehlt. Vielleicht liegt es daran, dass das Buch vor langer Zeit geschrieben wurde und die Sprache damals einfach noch anders war. 

  6. Cover des Buches Crossroads (ISBN: 9781545357613)
    Jürgen Albers

    Crossroads

    (26)
    Aktuelle Rezension von: Woerterkatze

    Klappentext von der Autorenseite

    Juni 1940: Der Frühsommer erstrahlt über der britischen Kanalinsel Guernsey. Für den erfahrenen Londoner Inspektor Charles Norcott scheinen die beschaulichen Inseln im Ärmelkanal keine Herausforderung bereit zu halten. Doch das freundliche Sonnenlicht ist trügerisch und beleuchtet die Leiche einer jungen Frau. Kaum haben die Ermittlungen begonnen, als sich bereits neues Unglück zusammenbraut. Die deutsche Wehrmacht hat Frankreich überrannt und besetzt nun auch die britischen Kanalinseln in einem Handstreich. Nach einem zweiten Mord überschlagen sich die Ereignisse. Auf einer kleinen Insel, abgeschnitten und besetzt vom Feind, muss Norcott erkennen, dass er es mit mehr als einem Gegner zu tun hat. Grenzen verwischen sich und die Welt scheint voller Masken. Auch im hellen Sonnenschein bleibt die entscheidende Frage: Hinter welcher Maske steckt ein Freund, hinter welcher der Gegner?

    Autoreninfo von der Verlagsseite:

    Jürgen Albers erkundete bereits als Jugendlicher die britischen Inseln. Die Heimat seines britischen Großvaters kennenzulernen war ein starker Antrieb, sich mit den Menschen und der Geschichte zu beschäftigen. Sein beruflicher Start als Luftwaffenoffizier bescherte dem Autor mehr als ein Jahrzehnt Wanderleben, u.a. mit Stationierungen in Italien und den U.S.A. Nach einigen Jahren als Personalleiter arbeitet Albers heute als Hochschuldozent. Die Liebe zu den britischen Inseln ist geblieben und so werden auch die nächsten Romane dort spielen.

    Erster Satz:

    Er drehte langsam sein Handgelenk, bis er einen unauffälligen Blick auf das Ziffernblatt seiner Uhr werfen konnte.

    Meinung:

    Ein Krimi, der auf den britischen Inseln spielt, hat bei mir schon immer ein Stein im Brett. Wenn dann auch noch die Zeit des 2. Weltkriegs hinzu kommt liegt das Buch schneller bei mir im Regal als man schauen kann. Nun ja in diesem Fall eher auf dem Reader, aber sei es drum. Hauptsache, das Buch ist bei mir eingezogen.

    Guernsey, zugegeben schon einmal gehört, und auch auf der Landkarte gefunden, aber nie weiter in Betracht gezogen, sei es als Handlungsort für einen Roman bzw. Krimi oder als Urlaubsziel. Jürgen Albers, der Erschaffer von Inspector Norcott, hat dies geändert. Er beschreibt die Insel so eindrücklich in all ihren Facetten und Schönheit, dass ich direkt Reiselust bekam.

    Trotz der Schrecken des Krieges und der Invasion der deutschen Wehrmacht ist die Insel malerisch. Kleine gemütliche Häuser, eine typische Inselbevölkerung, die sich vom Festland abhebt und mit der Bedrohung lebt. Denn die deutsche Armee ist schon bis an die französische Küste vorgedrungen und die Insel wird sicherlich auch nicht mehr lange standhalten. Soweit zum Setting, das Albers gewählt hat, und just in dieser Zeit geschieht ein Mord. Eine junge Frau wird erdrosselt und Inspector Norcott, vom Scotland Yard, auf die Nachbarinsel versetzt, muss die Ermittlung in Guernsey übernehmen.

    Norcott ist ein eigenartiger Charakter, auf der einen Seite ruppig in manchen Momenten, dann aber auch wieder sehr ruhig und gewissenhaft bis hin zu zurückhaltend. Ein wundervoller Charakter, den man so schnell nicht einordnen kann und sich im Laufe der 616 Seiten sich weiter entwickelt.  Jürgen Albers gelingt es nicht nur Norcott glänzend darzustellen, sondern auch die vielen Nebencharaktere. Nach gut hundert Seiten war ich so in die Story versunken, dass ich alle Charaktere liebgewonnen habe. Sei es Norcotts Kollegen, der Bürgermeister oder auch die Besatzer.
    Ja, auch die Besatzer, denn im Laufe des Falles wird die Insel besetzt.  Albers schafft es dabei, bei aller historischen Genauigkeit, dass er nicht in Schwarz-Weiß-Malerei abdriftet Denn auf beiden Seiten gibt es Gutes als auch Böses. Wer damit rechnet, dass  er auf böse deutsche Besatzer und arme unterdrückte Kanalinseln-Bewohner bei ihm trifft den muss ich enttäuschen. Weder beschönigt Albers etwas noch stellt er es drastischer dar.

    Gerade dies hat mir sehr gut gefallen. Er schafft es nicht nur die Spannung im Kriminalroman aufrecht zu erhalten, ihm gelingt es auch die sich änderden Lebensumstände durch die Besatzung deutlich rüber zu bringen. Auch die Probleme, die Norcott erwarten als ein weiterer Mord geschieht, sind treffend erläutert.

    Gespannt war ich vor allen Dingen, wie er die vielen unterschiedlichen Handlungsstränge, die er nach und nach eingeflochten hat, am Ende zusammen bringt. Verzettelt er sich da? Ist da irgendetwas nachher nicht eindeutig? Beide Fragen muss ich eindeutig verneinen. So oft ich auch in den Handlungssträngen springen musste, um alles zu verfolgen, so gekonnt finde ich die Umsetzung. Auch wenn es zwischenzeitlich ruhig wird im Krimi und ich, wie Inspector Norcott glauben musste, dass es nicht weiter geht und wir auf der Stelle treten, hat sich am Interesse und an Spannung nichts verloren.

    Ohne weiteres ist es Jürgen Albers gelungen, mich nach Guernsey der vierziger Jahre zu entführen. Durch die bildgewaltige Sprache hatte ich immer das Gefühl entweder an der Kaimauer des Hafens zu stehen, im Pub dabei zu sein oder auch auf der Obstplantage. Gerade jetzt bei dem Tippen der Besprechung habe ich wieder die Bilder vor Augen, mein Kopfkino kann sehr prägnant sein, und ich bin wieder zurückversetzt in das Lesegefühl im Januar. Ich rieche wieder das Meer, spüre die Aufregung des Bewohner, schmecke den schalen Tee im Polizeirevier und spüre den Wind in meinen Haaren als ich über die Felder streife.

    Ich freue mich schon auf die Fortsetzung “Erased“, die laut Jürgen Albers in diesem Jahr erscheinen wird. Dieses Mal ist das Setting, die altehrwürdige Universitätsstadt Oxford.

    Fazit

    Ein packender historischer Kriminalroman vor einem eindrucksvollen Setting auf den Kanalinseln. Für Leser von historischen Kriminalromanen mit britischen Charme sehr geeignet.

  7. Cover des Buches Unter blutrotem Himmel (ISBN: 9781503950085)
    Mark T. Sullivan

    Unter blutrotem Himmel

    (72)
    Aktuelle Rezension von: Quibb

    Lange auf dem SUB, nun endlich gelesen und, meine Güte,  was für eine Geschichte! Immer wenn ich keine Zeit zum Lesen hatte, zogen meine Gedanken zu diesem Buch und ich wollte weiter Pinos unglaublichen Erlebnissen folgen.

    Ich schwanke zwischen totaler Begeisterung und einem kleinen Teil Skepsis darüber,  ob das nun alles tatsächlich so passiert sein mag, aber auf den letzten Seiten wird auch über das weitere Leben aller, denen wir begegnet sind, berichtet. Da werde ich definitiv mal das ein oder andere nachforschen. 

    Die Schreibkunst des Autors ist sicherlich nicht die begnadetste,  aber es liest sich flüssig und hat zumindest mich nicht gestört. Man kann schon ein kleines bisschen die amerikanische Ansicht auf die damalige Zeit erahnen, aber insgesamt fand ich das Buch wirklich packend,  spannend, erschütternd und fesselnd. 


  8. Cover des Buches Die Hexen von Woodville - Geisterzauber (ISBN: 9783453321496)
    Mark Stay

    Die Hexen von Woodville - Geisterzauber

    (14)
    Aktuelle Rezension von: Teufelchen2911

    Ich bin etwas traurig, dass mit diesem Teil die Trilogie ein Ende nimmt. Man sollte vor diesem Teil jedoch die beiden anderen Bande lesen.

    Leider nimmt nun die Trilogie ein Ende. Faye die junge Hexe hat ihre Kräfte weiter entdeckt. Sie war sogar in der Lage zu fliegen und hat in ihrem Abenteuer sogar die anderen Hexe retten können. Ohne Faye wären die anderen Hexen durch einen Bombenangriff verstorben. 

    In diesem Teil wurde Faye von einer anderen Hexe, welche ein Spione für dunkle Seite verraten und sollte sogar sterben. Doch Faye wusste sich zu helfen mit Hilfe ihrer Magie und konnte alle Retten.


  9. Cover des Buches Das Bekenntnis (ISBN: 9783453439986)
    John Grisham

    Das Bekenntnis

    (66)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    1946 in Clanton. Pete Banning ist ein hochdekorierter Kriegsveteran und hat sich um vieles verdient gemacht. Er ist sowohl in seiner Familie, wie auch bei den Einwohnern und auch in der Kirch sehr angesehen. Aber dann erschießt er den Pfarrer und das Blatt wendet sich. Warum? Was gibt es für Hintergründe? Warum nimmt er keinen Rat und keine Hilfe an? Die Geschichte nimmt uns mit auf 2 Zeitebenen und man taucht auch tief in die amerikanische Geschichte ein. John Grisham versteht es gekonnt einen Mord mit einem Familiendrama und der Geschichte zu paaren.

  10. Cover des Buches Onkel Toms Hütte, Berlin (ISBN: 9783641172664)
    Pierre Frei

    Onkel Toms Hütte, Berlin

    (67)
    Aktuelle Rezension von: Igelmanu66

    Ein amerikanischer Offizier stand mit einem Militärpolizisten und dem Fahrdienstleiter auf den Gleisen. Sie hatten die Tote neben die Schienen gebettet. Sie war blond und hatte ein schönes, ebenmäßiges Gesicht. Ihre blauen Augen starrten ins Nichts. Blutunterlaufene Strangulierungsmale kerbten sich in den zierlichen Hals. Klaus Dietrich deutete auf ihre Nylonstrümpfe, die kaum getragenen Pumps und das helle, modische Sommerkleid. »Eine Amerikanerin«, meinte er besorgt. »Wenn das ein Deutscher getan hat, gibt’s Ärger.«

     

    Der weiblichen Leiche werden in Kürze weitere folgen. Als wenn es in diesem Land nicht schon genug Tote gegeben hätte, treibt nun auch noch ein Serienmörder im Sommer 1945 in Berlin sein Unwesen…

     

    An diesem Buch steht Krimi dran, drin steckt aber noch viel mehr. Neben der Jagd auf den Serienmörder zeichnet der Autor ein umfangreiches und vielschichtiges Bild des Nachkriegs-Berlins. Außer den Problemen zwischen Besatzungsmächten und Bevölkerung werden auch viele Schwierigkeiten behandelt, mit denen die Menschen damals umzugehen hatten.

    Die Art und Weise, wie das hier umgesetzt wird, ist ungeheuer intensiv und lässt den Leser immer ganz nah an den einzelnen Schicksalen sein. Konkret verfolgt man Werdegang und Leben jedes Opfers mit und trifft dabei unter anderem auf Themen wie Prostitution und Euthanasie. Zudem sind die unterschiedlichsten gesellschaftlichen Schichten vertreten, so dass mal eine Adlige im Fokus steht, mal eine Frau aus ganz ärmlichen Verhältnissen.

    Apropos: Die akute Notlage der Menschen im Sommer 1945 wird natürlich ebenfalls behandelt, hier geht der Blick immer wieder auf den deutschen Ermittler Klaus Dietrich und seine Familie, speziell auf den 15jährigen Sohn.

     

    Die Krimihandlung selbst ist spannend und gab mir reichlich Stoff zum Mitermitteln. Gut gefiel mir dabei, dass ich (obwohl ich schon früh eine Ahnung hatte, wer der Täter sein könnte) erst am Ende die kompletten Zusammenhänge erkennen konnte. Und sogar eine Überraschung gab es noch, wirklich gut gemacht!

     

    Alles in allem hatte ich also viel Lesespaß, trotzdem aber auch einen Kritikpunkt. Als ich in einer anderen Rezi kritische Worte zu manchen Sexszenen las, musste ich zunächst schmunzeln. Aber als ich die Szenen dann selber las, den Kopf schütteln. So real alles andere in dem Buch wirkt (einschließlich diverser Vergewaltigungen nach dem Einmarsch der Besatzer), bei den „normalen“ Sexszenen scheint der Autor in einer Traumwelt zu leben, in der jede Frau ständig willig und lüstern ist und jeder Mann sooo toll! Ich fand das sehr schade, denn das ansonsten gute Niveau sank bei diesen Passagen leider ziemlich.

     

    Fazit: Spannende Zeitgeschichte mit Krimi, wirkt sehr lebendig, intensiv und realistisch. Lediglich einigen Sexszenen würde eine Überarbeitung guttun.

  11. Cover des Buches Die Töchter der Sturminsel: Roman (ISBN: B08F24WN8N)
    Judith Nicolai

    Die Töchter der Sturminsel: Roman

    (29)
    Aktuelle Rezension von: BettinaK

    Ich fand die Geschichte sehr aufregend.

    Die Charaktere sind fantastisch beschrieben. Das gewisse Prickeln zwischen den Charakteren fehlt auch nicht.

    Einige Male wurde ich überrascht und immer wieder in die Geschichte hineingerissen.

  12. Cover des Buches Vergeltung (ISBN: 9783453441446)
    Robert Harris

    Vergeltung

    (28)
    Aktuelle Rezension von: Randberliner

    Nach seinem Roman „Der zweite Schlaf“ (2019), einem gelungenen Ausflug des britischen Erfolgsautors in eine dystopische Zukunft, in die die Menschheit angesichts der zunehmenden Fragilität unserer Gesellschaft schlittern könnte, kehrt Robert Harris zurück zu seinem Erfolgsrezept, wahre Geschichte durch fiktive Geschichten zu erzählen. Ging es in „München“ (2017) um eine Abrechnung mit der britischen Appeasement-Politik am Vorabend des zweiten Weltkrieges, thematisiert „Vergeltung“ (im englischen Originaltitel „V2“) in der Schlussphase des zweiten Weltkriegs den Kampf gegen die deutsche „Wunderwaffe“, die zwar militärisch völlig wertlos war, aber dennoch die britische Hauptstadt empfindlich terrorisierte.

    In üblicher Erzählmanier erfolgreicher britischer Historienromane handeln die Protagonisten stellvertretend und im Schatten der großen Akteure der Weltpolitik und leisten ihren bescheidenen, aber zuweilen entscheidenden, jedoch immer fiktiven Beitrag zur Weltgeschichte. Natürlich sind die historischen Ereignisse und Personen wieder exzellent recherchiert. Und so wird der Leser von der britischen Offizierin Kay Caton-Walsh und dem deutschen Raketenspezialisten Rudi Graf auf eine, wenngleich an erzählerischen Höhepunkten armen, aber dennoch fesselnde und informative Reise durch eines der interessantesten Kapitel des zweiten Weltkrieges mitgenommen. Nur rund 150 Kilometer voneinander entfernt brennt die junge Britin im belgischen Mecheln darauf, die Startplätze der Raketen in den Wäldern von Scheveningen ausfindig zu machen, von denen unter Aufsicht von Rudi Graf die todbringenden Raketen auf London abgefeuert werden.

    Damit wären wir auch beim eigentliche Hauptthema des Romans und der Figur, die im Roman die heimliche Hauptrolle spielt: Wernher von Braun. Der deutsche Raketenpionier, dessen Person und Lebensweg vor allem durch die Erinnerungen seines Freundes und Weggefährten Graf reflektiert werden, steht wie kaum ein zweiter für den Typ des Wissenschaftlers, der von einer visionären Idee beseelt ist und bei der Verwirklichung dieses Traums vor keiner technischen, finanziellen und moralischen Hürde zurückschreckt. Eigentlich will er mit seiner Rakete zum Mond fliegen, aber von Braun ist nicht nur charismatischer Visionär, sondern auch ein zuweilen eiskalter Realist, der weiß, dass ohne das Geld der Militärs und der Vision von einer unschlagbaren Waffe er sein Projekt nie verwirklichen kann. Wie Jahrzehnte später die weltweite Vernetzung von Milliarden Menschen durch das Internet in den geheimen Labors der Militärs ihren Anfang nahm, sah von Braun mit skrupellosem Weitblick, dass der Weg zum Mond über die Heeresversuchsanstalten in Kummersdorf bei Berlin und Peenemünde auf der Insel Usedom führt.

    Er steht dabei stellvertretend für eine Vielzahl von begnadeten Wissenschaftlern, die sich an die jeweils Herrschenden verdingt haben, um ihre wissenschaftlichen Träume zu verwirklichen. Mit moralischen Kategorien ist das kaum zu bewerten und so kümmert es von Braun nicht, wenn er die schwarze SS-Uniform anzieht, 20.000 Zwangsarbeiter bei der Produktion der Raketen umkommen oder seine Raketen Tod über London und Amsterdam bringen. Und als es mit Hitlerdeutschland zu Ende geht und die Geldquellen für seine Forschungen zu versiegen drohen, zögert er keine Sekunde, neue, diesmal amerikanische Geldquellen zu erschließen. Wenn von Braun zu seinem inzwischen desillusionierten Mitstreiter Rudi Graf sagt: „Wenn ich Adolf Hitler überzeugen konnte, fünf Milliarden Reichsmark für Entwicklung und Bau der Rakete springen zu lassen, glaubst du nicht, dass ich auch einen amerikanischen Präsidenten davon überzeugen könnte, zum Mond zu fliegen?“, mag das zynisch und moralisch verkommen klingen, aber jeder weiß aus dem Geschichtsunterricht, dass von Braun letztendlich diesen seinen Traum verwirklicht hat. Gibt die Geschichte Wernher von Braun also Recht oder wiegt der Blutzoll auf den Weg dorthin nicht vielleicht schwerer?

    Damit weist Robert Harris auch auf den janusköpfigen Charakter von Wissenschaft und Technik hin. Die gleiche Rakete, die mit ihrem tödlichen Sprengkopf Leid und Zerstörung bringt, kann auch Satelliten in den Weltraum schießen, die der Menschheit von großem Nutzen sind. Es sind letztendlich die Menschen und die Gesellschaft, die bestimmen, ob eine neue Technik zum Guten oder zum Bösen eingesetzt wird. Von Braun ist mit sich und seiner Vision im Reinen. Sein Mitarbeiter Graf droht an der moralischen Dimension seiner Forschungsergebnisse zu zerbrechen. Big Data, Gentechnik und künstliche Intelligenz lassen grüßen

    Warum gebe ich dem neuen Werk von Robert Harris nur vier von fünf Punkten? Am Thema liegt es nicht, wenngleich mich das Thema des zivilisatorischen Untergangs im Roman „Der zweite Schlaf“ mehr berührt hat. Jedoch hat „Vergeltung“ die gleichen erzählerischen Schwächen wie andere Bücher von Robert Harris. Vielleicht liegt es auch an der Übersetzung, aber der Erzählstil ist zum Teil farblos und arm an Spannung. Gern würde man der Handlung an der einen oder anderen Stelle mehr Spannung und Dramatik wünschen. Einen gelungenen erzählerischen Schluss findet man bei Harris selten und so vermag die Zusammenführung der beiden Erzählstränge am Ende des Buches nicht wirklich zu überzeugen.

    Aber ungeachtet der Schwächen ist Robert Harris wieder ein lesenswerter, hervorragend recherchierter und zumindest in Teilen spannender Roman gelungen.

  13. Cover des Buches Strafbataillon 999 (ISBN: 9783811877092)
    Heinz G. Konsalik

    Strafbataillon 999

    (25)
    Aktuelle Rezension von: Boris_Goroff

    Konsalik erzählt die Geschichte eines Arztes, der in ein Strafbataillon versetzt wird und schließlich an der Ostfront kämpfen muss. Ungeschönte Erzählung eines furchtbaren Krieges. Der Autor verarbeitet authentisch seine eigenen Erfahrungen an der Front während des 2. Weltkriegs.

  14. Cover des Buches Drei Tage im September (ISBN: 9783832166656)
    Cay Rademacher

    Drei Tage im September

    (4)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis

    »Edith Lustig schlendert über das Promenadendeck des britischen Oceanliners und hat noch eine Minute zu leben.«  (S. 7) 

    Mit diesem dramatischen Satz leitet Cay Rademacher sein Buch über den Untergang des Passagierschiffes Athenia, das von einem Torpedo, den ein übereifriger deutscher U-Bootkapitän, abfeuern hat lassen, getroffen wird, ein. 

    Zunächst berichtet er über die Vorbereitungen zum Überfall der Wehrmacht auf Polen, die mitunter halbherzig wirkenden Statements von Großbritannien und den USA. Die Athenia ist das letzte Schiff, das von England aus, Passagiere nach Kanada bringen soll. Alle anderen Schiffe sind bereits von Großbritanniens Marine requiriert und werden für den Kriegseinsatz umgerüstet.  

    Am 1. September 1939 sticht die Athenia mit 1.417 Personen, davon 1.102 Passagiere, die es kaum erwarten können Europa zu verlassen, heillos überladene Athenia in See, zumal auch zahlreiche Autos und sonstiges Hab und Gut im Laderaum verstaut ist. Unter den Passagieren, die es geschafft haben, eine Passage zu bekommen, befinden betuchte amerikanische Touristen, Geschäftsleute, Wissenschaftler sowie Dutzende von jüdischen Familien, die vom Nazi-Terror verfolgt werden. Die Liste der bekannten Namen ist lang. 

    Nur zwei Tage später beginnt die Wiederholung des Albtraums vom 7. Mai 1915, als ein U-Boot der Kaiserlichen Kriegsmarine die Lusiantia mit knapp 2.000 Personen an Bord versenkt hat. Damals waren 1.198 Tote zu beklagen, nur run 760 Personen konnten gerettet werden. 

    Cay Rademacher gelingt, durch seine penible Recherche in Dokumenten der deutschen (Kriegs)Marine, der Reederei und Berichten der Überlebenden eine fast minütliche Darstellung der Katastrophe aus unterschiedlichen Perspektiven. Anhand der Schilderungen von Einzelschicksalen auch auf beiden Seiten des Ozeans erhalten wir ein lebendiges Bild der Tragödie. Da werden die rücksichtslosen Drängeleien beim Kampf um einen Platz in einem Rettungsboot ebenso geschildert wie die Bemühungen, andere zu retten. Interessant, dass einige Passagiere Geld und Wertsachen an sich raffen, anstatt warme Kleidung und Rettungswesten anzulegen. 

    Einen interessanten, weil kaum bekannten Einblick gewährt und Cay Rademacher in das U-30, das unter dem Kommando von Kapitän Oberleutnant Fritz-Julius Lemp fährt. Die Stimmung an Bord des U-Bootes ist gereizt, denn die Mannschaft verfügt kaum mehr über Lebensmittel. Dann trifft der übereifrige und wohl überforderte Kapitän, vermutlich auch mangels eindeutiger Befehle, die folgenschwere Entscheidung, das Schiff, dessen Kennung er gar nicht ausmachen kann, zu torpedieren. Glück im Unglück für die Athenia: Nur einer der vier Torpedos trifft, sonst wären vermutlich alle Menschen getötet worden. Als Lemp bewusst wird, dass er vermutlich ein ziviles Schiff versenkt hat, schwört er seine Mannschaft auf Stillschweigen ein, fälscht das Logbuch und gesteht in einem Vier-Augen-Gespräch Admiral Dönitz seine Aktion. Damit beginnt eine der größten Vertuschungsaktionen des Nazi-Regimes, das erst in den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen aufgeklärt werden kann. Goebbels nutzt die Tragödie für seine Propaganda aus, indem er behauptet, die britische Marine hätte das Schiff selbst versenkt.  

    Lemp kann nicht mehr zur Rechenschaft gezogen werden, denn er ist mit 1941 mit dem U-110 untergegangen ohne zuvor das U-Boot selbst zu versenken. Bei der anschließenden Kaperung des U-Bootes fällt den Briten die ENIGMA-Chiffriermaschine sowie allerlei Geheimdienstinformationen in die Hände.  

    Fazit: 

    Cay Rademacher ist es sehr gut gelungen die Tragödie rund um die Athenia sowie die politischen Zusammenhänge gekonnt darzustellen und fesselnd zu erzählen. Dafür gebühren seinem Buch, das auch zahlreiche Fotos enthält, 5 Sterne. 

     

  15. Cover des Buches Shelter: `One of the year's hottest debuts' (ISBN: 9781785762826)
    Sarah Franklin

    Shelter: `One of the year's hottest debuts'

    (1)
    Aktuelle Rezension von: raeubertochter
    Nachdem ich Cover und Klappentext gesehen hatte, waren meine Erwartungen fälschlicherweise auf eine wenig begeisternde Liebesgeschichte ausgerichtet und nur ein Gespräch mit der Autorin konnte mich davon überzeugen, ihrem Werk eine Chance zu geben. Und es hat sich gelohnt!
    Shelter erzählt die Geschichte zweier Personen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, und doch vermittelt das Buch so viel mehr vom Zeitgeschehen in wäldlichen Regionen Englands während des zweiten Weltkriegs.
    Obwohl mir die Figuren nicht zu jeder Zeit hundertprozentig sympathisch waren, habe ich doch mit ihnen gefiebert und gefühlt, während sie sich selbst gefunden und an ein neues Leben angepasst haben. Vor allem Seppe habe ich – trotz seiner Makel – im Laufe der Kapitel immer mehr ins Herz geschlossen.
    Ein vielversprechender Debütroman, der auf ähnlich mitreißende zukünftige Werke der Autorin hoffen lässt!
  16. Cover des Buches Mohnschwestern (ISBN: 9783749902866)
    Ilona Einwohlt

    Mohnschwestern

    (67)
    Aktuelle Rezension von: knuddelbacke

    Die Mohnschwestern ist ein authentischer und mitreißender Roman, der die Leser mitnimmt in die Geschehnisse des 2. Weltkrieges. Die junge Lotte lernt den geheimnisvollen und unnahbaren Wilhelm kennen und verliebt sich Hals über Kopf in ihn. Wir begleiten vor allem Lotte auf Ihrem Weg zu der Erkenntnis, dass jeder eine Verantwortung hat und vor allem Eines: die Wahl. Zentraler Gegenstand des Buches ist nicht nur die Liebesgeschichte zwischen Lotte und Wilhelm sondern auch der Widerstand des Einzelnen , den es durchaus gab. Der Leser findet sich wieder in dem durchaus realistisch dargestellten , jungen Mädchens im Jahr 1944. Während die jüdischen Nachbarn festgenommen und abtransportiert werden muss eine von Lottes Freundinnen sich verstecken, während die andere sich uneingeschränkt dem Nazi-Regime hingibt. Immer wieder fühlt man die Hin-und Hergerissenheit der Protagonistin. Das Buch zeigt so viele Facetten des Krieges , dass es schwer ist sich seinem Sog zu entziehen. Es ist absolut lesenswert. Mit der Konstruktion und den zwei anderen Frauen , die laut Klappentext eine Rolle spielen hadere ich jedoch. Die Verbindungen zwischen den Frauen sind mir zu lose und bleiben für meine Erwartungen zu schemenhaft. Hier hätte ich mir mehr Tiefgang , mehr Verbundenheit gewünscht. Hazels Geschichte wird nur sehr kurz umrissen, was ich schade finde. Auch wenn sich am Ende der Kreis schließt, blieb das Buch hier hinter meinen Erwartungen zurück.

  17. Cover des Buches Das Kastell (ISBN: 9783865520371)
    F. Paul Wilson

    Das Kastell

    (20)
    Aktuelle Rezension von: Litis
    Das Cover:
    Ein riesiges, mit Zähnen besetztes Maul öffnet weit seinen Schlund und lässt Soldaten der Wehrmacht hinein. Darüber thront der Wachturm des Kastells vor einem wunderschön blauen Hintergrund. Der Kontrast zwischen dem Himmel und der unheilverkündenden Szene darunter ist enorm. Als würde sich jemand darüber lustig machen. Die Farben und Zeichnungen des Covers wirken wie ein Gemälde.

    Die Story:
    Vor dem Hintergrund des 2. Weltkriegs haben sich Mitglieder der Wehrmacht das Kastell in der Nähe des Dinu-Passes in Rumänien als Belagerungspunkt auserkoren. Sehr schnell wecken sie den uralten Besitzer des Kastells und werden nach und nach dahin gerafft. Dass es dort nicht mit rechten Dingen zugeht und die Männer nicht durch die Hand eines natürlichen Feindes sterben, ist schnell klar. Mystisch und sagenumwoben geht der Plot mit der durchaus realistischen Belagerungssituation durch die Nazis einher. Eine wirklich interessante Mischung, wie ich finde. Wer auf Übernatürliches steht, wird mit "Das Kastell" seine Freude haben.

    Die Charaktere:
    Es gibt hier viele Protagonisten, die sich mit der Erzählung der Geschehnisse in den Kapiteln abwechseln. Meiner Ansicht nach gibt es aber 3 Hauptprotagonisten.
    Zum einen wäre da Hauptmann Wörmann. Da er nicht willens ist, für sein Vaterland in den Krieg zu ziehen, erhält er einen Bewachungsposten im Kastell. Er ist ein starker Mann, hinterfragt den Nationalsozialismus und hasst die SS. Aus seiner Perspektive erfährt der Leser als erstes von dem Unheil im Kastell. Sein Feind in der Feste ist nicht das Ding, das seine Männer tötet, sondern der SS-Offizier Erich Kämpffer, der zur Aufklärung des Falls zu ihm geschickt wird.
    Zum anderen lernt man den hünenhaften, rothaarigen Glenn kennen, der sich kurz nach der Freilassung des Ungeheuers quer über den Erdball auf den Weg zum Kastell macht. Er trägt einen merkwürdigen Kasten bei sich und hinter seinem Auftreten vermutet man eine Mission.
    Zu guter Letzt wäre da noch Magda. Mit ihrem kranken Vater Theodor Cuza wird sie von den Nazis zum Kastell gerufen, weil dieser sich mit alten Mythen und Sagen auskennt und vor allem Kenntnisse über das unheilvolle Gebäude hat. Beide sind Juden, zum Missgefallen der Besatzung. Nur durch die Hilfe von Wörmann werden die beiden nicht sofort in das nächste Konzentrationslager verfrachtet. Magda ist stur und selbstbewusst und liebt ihren Vater über alles. Für ihn hat sie bisher alles aufgegeben und geopfert, um ihn während seiner Krankheit zu pflegen.

    Der Schreibstil:
    F. Paul Wilson schafft es, eine unglaublich bedrückende Atmosphäre aufzubauen. Man spürt regelrecht, wie einen das Grauen packt und sich in einem ausbreitet. Der Autor kann die Stimmung wunderbar über das Buch hinaus in seine Leser transportieren.
    Herr Wilson lässt den Leser an den Gedankengängen vieler Personen teilhaben, denn er wechselt fast in jedem Kapitel seinen Protagonisten. So erhält man einen großartigen Rundum-Blick über das gesamte Geschehen. Wenn man diese Leistung überzeugend erbringt, so wie der Autor es zweifelsohne macht, dann ist dieser Erzählstil weitaus tiefgründiger als die einseitige Betrachtung durch nur einen Erzähler.

    Ende:
    Das Ende war alles in allem spannend und sogar etwas schnulzig. Letzteres hätte man Herrn Wilson nicht wirklich zugetraut. Man merkt auch, dass diese Art zu Schreiben nicht ganz sein Stil ist. Vielleicht wollte er sich einmal an etwas anderem als immer nur Grusel und Action versuchen. Für mich war das Ende zu glatt und... zu nett.

    Fazit:
    Herr Wilson spielt mit dem Leser, indem er ihm eine äußerst bedrückende Atmosphäre kredenzt. Der alles umfassende Erzählstil rundet die sagenumwobene und gruselige Stimmung ab.
    4 1/2 von 5 Isis
  18. Cover des Buches Wer übrig bleibt, hat recht (ISBN: 9783423208505)
    Richard Birkefeld

    Wer übrig bleibt, hat recht

    (21)
    Aktuelle Rezension von: TheSilencer
    Berlin, 1944. Während die Alliierten vorrücken und Berlin in Schutt und Asche legen, haben zwei Männer ihr Schicksal zu meistern.

    Der eine war ein überzeugter Nationalsozialist, bis er wegen einer Führer-Beleidigung selbst in jene Lager wanderte, von denen man nur hinter vorgehaltener Hand erzählt. Als Bomben sein Straflager zerstören, kann Ruprecht Haas fliehen und macht sich auf in seine alte Heimat Berlin, die er nicht wiederkennt. Die Suche nach seiner Frau und seinem Sohn und dem Denunzianten, der ihm zehn Jahre nicht überlebbares Straflager einbrachte, erwecken in ihm das Tier.

    Der andere ist ein zweifelnder SS-Offizier. Vor dem Krieg war er Kriminalbeamter und als solches wird er aus einem Kriegslazareth nach Berlin geholt, um eine Mordserie aufzuklären. Während er mit seiner eigenen Verantwortung hadert und den Endsieg längst aufgegeben hat, manipuliert er seine Ermittlungsergebnisse, die den Täter längst aufzeigen, ihn nach Abschluß aber wieder an die Front schicken würden. Und Kalterer möchte auch noch die Gelegenheit in Berlin nutzen, seine Ehefrau zurückzugewinnen, die sich von ihm trennte, als sie von den Greueltaten der SS erfuhr.

    Beide Wege treffen sich irgendwann. Jedoch völlig anders als erwartet.

    Das Autoren-Duo Birkefeld & Hachmeister liefern keinen geschichtsschuldigen Roman ab, sondern machen ihn zu einem Stück Zeitgeschichte. Das Grauen der Braunen ist spürbar, genauso wie die drohende Strafe, ergibt man sich nicht dem Endsieg-Gespenst.

    Fesselnd, realistisch - der Fliegeralarm ist hörbar.

    Ein Muß für jene, denen Erzählungen der Eltern und Großeltern nicht ausreichen. Das passende Mittelstück zwischen Robert Merles Der Tod ist mein Beruf und Pierre Freis Onkel Toms Hütte, Berlin.

    Von den beiden Autoren ist 2009 ein weiterer Krimi erschienen, dieser spielt in der Weimarer Republik: Deutsche Meisterschaft.
  19. Cover des Buches Der Gott der Dunkelheit (ISBN: 9783453432185)
    Tom Bradby

    Der Gott der Dunkelheit

    (10)
    Aktuelle Rezension von: Beust

    Bradby traut sich einiges zu: Auf Kairo liegt 1942 Rommels langer Schatten, die Briten packen hastig ihre Sachen, ägyptische Unabhängigkeitsgedanken werden wieder lautstark geäußert und gutvernetzte Kriminelle sehen in der sich zuspitzenden Katastrophe, dass Geld auf der Straße liegt. Dazu kommen ein, zwei drei Morde (und später ein paar mehr), ein ägyptischer Teufelsgott, eine schöne Lügnerin, korrupte Polizisten, Vorgesetzte mit eigener Agenda. Und zu guter letzt ein Ermittler mit dem unverarbeiteten Trauma eines verunglückten (ermordeten?) Sohnes, einem ägyptischen Verbindungsbeamten, dessen Sohn ebenfalls kurz vorm Sterben steht und eine schwierige Ehefrau.

    Das alles traut sich Bradby in eine Geschichte zu schichten - und es gelingt. Der Roman ist dicht und nimmt nach etwa 60 Seiten eine Spannung auf, die trotz der mehrfach verdrehten, multiplen Dreiecksgeschichten nie zu komplex wird, um hechelnd am Ball zu bleiben. Die Kulisse des womöglich bald in die Hände der Wehrmacht fallenden Kairos nutzt Bradby geschickt, wenn ihm auch das ganz große Talent des Historienmalers fehlt, und das handelnde Personal wird gekonnt in Szene gesetzt und wächst einem regelrecht ans Herz.

    Auf den letzten zehn Seiten erst bekommt die gute Meinung über diesen historischen Kriminalroman einen harten Schmiss, denn die zweifach gezwirbelte Wendung zum wahren Bösewicht kommt mit einer zu harten Drehung.

    Fazit: spannend, komplex, gelungen.

     

  20. Cover des Buches Operation Walküre (ISBN: 9783871346088)
  21. Cover des Buches Der lange Weg (ISBN: B007J2Y8ZA)
    Slavomir Rawitsch

    Der lange Weg

    (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  22. Cover des Buches Steiner II - Das Eiserne Kreuz. Nach Motiven von Willi Heinrich. Das Buch zum internationalen Großfilm. (ISBN: B002H9NBSK)
  23. Cover des Buches Die Toten vom Gare d’Austerlitz - Kriminalroman (Eddie Giral 1) (ISBN: 9783518472583)
    Chris Lloyd

    Die Toten vom Gare d’Austerlitz - Kriminalroman (Eddie Giral 1)

    (82)
    Aktuelle Rezension von: Jossele

    Die Originalausgabe des Romans, der hauptsächlich in Paris zu Beginn der Naziherrschaft spielt, erschien 2020 unter dem Titel „The Unwanted Dead“. Die deutsche Wehrmacht ist eben in Paris einmarschiert, als der französische Inspektor Édouard Giral zu vier polnischen Flüchtlingen gerufen wird, die mittels Giftgas ermordet in einem Eisenbahnwaggon gefunden wurden. Das allein ist in den Wirren der damaligen Zeit schon Herausforderung genug, doch dann trifft auch noch sein Sohn, den er seit 15 Jahren nicht gesehen hat, in Paris ein und braucht seine Hilfe.

    Dem Autor gelingt es sehr gut, die damalige Zeit atmosphärisch einzufangen, als niemand so recht wusste, was passieren und wie es weitergehen würde. Alle und alles war von Unsicherheit geprägt. Diese Unsicherheit hat sich leider irgendwie auf den Plot übertragen, der einen auf der einen Seite wirren, auf der anderen Seite zusammengebastelten Eindruck macht.

    Sehr konstruiert fand ich, dass der 5-jährige Sohn Édouard Girals den Vater 1925 mehrfach danach gefragt hat, was er im Krieg getan hatte. (Suhrkamp Tb, 1. Aufl. 2022, S. 100-106) Fragt ein Fünfjähriger sowas, zumal der Krieg bereits zwei Jahre vor seiner Geburt endete? Kann ich mir nicht vorstellen.

    Auch die Begegnungen, die Inspektor ständig nacheinander hat, kommen mir sehr willkürlich herbeierzählt vor. Das macht auf mich einen allzu unplausiblen Eindruck. Zum Beispiel finde ich sehr komisch, dass der Inspektor, gleich nachdem er vor der Polizei aus einem Hotel fliehen konnte, ausgerechnet nach Hause geht. Wo wird die Polizei wohl als Erstes nach ihm suchen?

    Man erfährt, dass Inspektor Giral im 1. Weltkrieg schwer traumatisiert wurde, danach Kokain konsumierte und Frau und Kind einfach sitzenließ. Warum er aber 15 Jahre lang keinen Kontakt mehr suchte, wo ihm doch etwas an seinem Kind liegt, bleibt seltsam ungeklärt.

    Alles in allem erzählt das Buch von Ermittlungen in chaotischer Zeit, doch leider werden die Ermittlungen auch chaotisch geschildert. Zwei Sterne.

  24. Cover des Buches Junge Unrast (ISBN: 9783404150700)

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