Bücher mit dem Tag "20. jahrhundert"
585 Bücher
- Markus Zusak
Die Bücherdiebin
(4.702)Aktuelle Rezension von: JosefineEin Meisterwerk.
Was macht dieses Buch so besonders? Alles!
Markus Zusaks Schreibstil ist unglaublich und wunderschön, leider findet man so etwas zur Zeit selten. Das Buch ist ja nun auch fast schon 20 Jahre alt.
Die Charaktere: sie haben Ecken und Kanten, Eigenheiten, sie werden lebendig und man denkt, tatsächlich am Leben dieser Menschen teilhaben zu können. Auch die Sprache mit dem Bayrischen Ausdrücken ist unglaublich gut recheriert, hier merkt man dass der Autor deutsche bzw. österreichische Wurzeln hat. Es gibt den Charakteren große Glaubwürdikgeit, es wäre nicht passend in einer ländlichen Gegend in der Nähe von Münschen seine Protagonisten lumpenreines Hochdeutsch sprechen zu lassen.
Die Story: es gibt schöne Momente und absolut tragische. Liesels Leben während der Zeit des zweiten Weltkrieges wird aus der Sicht eines jungen heranwachsenden Mädchens erzählt. Nach und nach erweitert sich ihre Sichtweise. Das Buch hat mich oft schmunzeln lassen und zum Weinen gebracht.
Die Perspektive des Todes: Zu Beginn, sehr gewöhnungsbedürftig, aber es bereichert das Buch umso mehr.
Die Bücherdiebin gehört in jeden Bücherschrank. Ich finde es schade, das Buch erst jetzt gelesen zu haben. - Carlos Ruiz Zafón
Der Schatten des Windes
(5.836)Aktuelle Rezension von: Christian_FisDer Roman beginnt äusserst vielversprechend. Dem Leser eröffnet sich die Komplexität der beiden fein miteinander verwobenen Handlungsebenen: die Geschichte von Daniel Sempere und jene von Julián Carax, dem Schriftsteller, dessen Bücher auf mysteriöse Weise verschwinden und offenbar von einer Figur aus seinen eigenen Romanen verbrannt werden.
Dies mag zu Beginn etwas verwirrend sein. Ein Personenverzeichnis hilft dabei, die zahlreichen Figuren auseinanderzuhalten, insbesondere, weil die beiden Handlungsebenen und ihre Figuren im Verlauf der Geschichte zunehmend miteinander verschmelzen.
Leider greift Zafón im «Bericht über Erscheinungen» von Nuria Monfort zu einem recht plumpen Stilmittel. Er verlässt die Perspektive des Ich-Erzählers Daniel und erklärt darin das Geheimnis beinahe vollständig. Damit geht viel von der zuvor so wirkungsvoll aufgebauten mystischen und unterschwelligen Spannung verloren.
Der Schluss wirkt schliesslich geradezu hollywoodesk und überladen. Schade – hier hat Zafón meines Erachtens eine Chance vergeben, einen wirklich grossen Roman zu schreiben. Dennoch habe ich den Roman sehr gerne gelesen. Seine dichte Atmosphäre, die starken Figuren und der gelungene Einstieg machen ihn trotz dieser Schwächen zu einer lohnenden Lektüre.
- George Orwell
1984
(4.300)Aktuelle Rezension von: buch_leselustHier frage ich mich tatsächlich, warum ich dieses Buch erst jetzt gelesen habe. Es ist erschreckend aktuell, obwohl es 1946 geschrieben wurde !!
Die bedrückende und kontrollierende Gesellschaft wird so realistisch dargestellt, dass es mir zwischendurch auch etwas Angst gemacht hat. Es waren zwischendurch auch so viele gesellschaftliche Idee und auch Logiken beschrieben, die in sich Sinn gemacht haben und das System erklärt haben, dass ich kurz überlegen musste, ob es real ist oder Fiktion. Wow, einfach wow.
Hatte auch wirklich nicht im Kopf, dass es da eine Frau in Buch gibt und werde jetzt auch das Bich Julia 1984 lesen um diese Sicht noch etwas näher zu beleuchten.
Der innere Kampf um die eigenen Gedanken war wirklich beeindruckend geschrieben.
- Ken Follett
Sturz der Titanen
(1.307)Aktuelle Rezension von: shrimpdumplingIch fand den Prolog so dermaßen toll, dass ich einfach nicht aufhören konnte zu lesen. Er hat mich direkt in die Geschichte gezogen und dafür gesorgt, dass ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht.
Am meisten geliebt habe ich, wie verstrickt die Charaktere und ihre Geschichten miteinander sind. Obwohl es so viele verschiedene Figuren gibt, hatte ich nie Probleme, den Überblick zu behalten. Im Gegenteil: Ich fand es unglaublich spannend zu sehen, wie sich ihre Wege immer wieder kreuzen und wie ihre Schicksale miteinander verbunden sind.
Mein Lieblingscharakter war definitiv Billy. Seine Geschichte hat mich am meisten interessiert und ich habe mich immer besonders auf seine Kapitel gefreut.
Außerdem fand ich es faszinierend, historische Ereignisse durch die Augen so vieler unterschiedlicher Menschen zu erleben. Dadurch wirkte die Geschichte lebendig und nie wie trockener Geschichtsunterricht.
Der einzige Punkt, der mich manchmal etwas ausgebremst hat, waren die sehr detaillierten Beschreibungen einiger Kriegsszenen. Diese Passagen waren mir stellenweise etwas zu lang, sodass ich eher darüber geflogen bin, weil mich die Figuren und ihre persönlichen Geschichten deutlich mehr interessiert haben.
Insgesamt hat mir das Buch aber unglaublich gut gefallen. Die Mischung aus Geschichte, Politik, Krieg und den miteinander verwobenen Lebensgeschichten der Charaktere hat mich komplett überzeugt, und ich freue mich schon darauf, die weiteren Bände der Reihe zu lesen.
- Thomas Mann
Buddenbrooks
(2.427)Aktuelle Rezension von: HarryPlotterDie Buddenbrooks ist kein optimistischer Roman. Im Mittelpunkt stehen Johann Buddenbrook und später seine Kinder Thomas und Tony; am Ende bleibt nur noch Hanno. Man erlebt, wie die Familie nicht nur an gesellschaftlichem Ansehen verliert, sondern allmählich zerfällt.
Schon zu Beginn wird deutlich, dass alles auf einen Niedergang hinausläuft. Während sich gesellschaftliche Verhältnisse und Machtstrukturen verändern, versuchen Thomas und Tony, den Namen und die Würde der Familie zu bewahren – doch die neuen Zeiten sind unerbittlich. Viele Nebenfiguren verstärken dieses Bild einer Welt, die zunehmend überholt wirkt.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, auch wenn einige Passagen – besonders um Hanno – etwas schwerfällig waren.
- Simon Beckett
Die Chemie des Todes
(7.424)Aktuelle Rezension von: AntoniosWo soll ich anfangen? Allein der Titel macht das Buch voll interessant. Es beginnt mit ein paar coole forensische Fakten über tote Körper. Eine Geschichte baut sich dabei auf. Und am Ende wird man einfach so nicht in Ruhe gelassen, sondern schön und wunderbar mit Plot Twists umgehaut. Was will man da mehr? Fließend leserlich, interessant erzählt, Mördersuche und die Tatsache, dass man aus Maden erkennen kann, wann jemand gestorben ist. Auf jeden Fall einer der besten Krimis des Jahres für mich!
- Dan Brown
Illuminati
(5.139)Aktuelle Rezension von: BuecherphantasieEin wirklich spannendes Buch, welches die Konflikte zwischen Religion und Wissenschaft aufgreift.
Mich hat die Geschichte direkt in eine Bann gezogen und ich konnte das Buch nicht mehr aus den Händen legen. Der Schreibstift, die Charaktere und die Geschichte sind hervorragend. Den zweiten Teil der Reihe werde ich auch lesen! - Ransom Riggs
Die Insel der besonderen Kinder
(2.144)Aktuelle Rezension von: jenvo82Inhalt
Als Jacobs Großvater stirbt, wird für den Jugendlichen klar, dass er die Geschichten, die ihm sein Opa zeitlebens erzählt hat, noch einmal hinterfragen muss. Angeblich war Abraham in seinen jungen Jahren nicht nur ein Waisenkind, sondern ist viel gereist und hat abenteuerliche Dinge erlebt, die er seinem Enkel in schier unglaublichen Geschichten nahebringen wollte. Vieles davon hat Jacob schon lange nicht mehr geglaubt, sei es die Erzählung von einem schwebenden Mädchen oder die wilden Verfolgungsjagden mit gruseligen Monstern.
Doch der Tod seines Großvaters wirft Fragen auf und Jacob reist gemeinsam mit seinem Vater auf die Insel Cairnholm, um Spuren aus der Vergangenheit seines Großvaters aufzuspüren. Jacob besucht das örtliche Museum und erfährt Vieles, was ihm genauso bereits erzählt wurde. Der 03. September des Jahres 1940 scheint ein enorm wichtiges Datum für Abraham gewesen zu sein und genau an diesem Tag wurde das Waisenhaus durch einen Bombenabwurf vollkommen zerstört.
Die Merkwürdigkeiten häufen sich und Jacob befürchtet, dass die wilden Erzählungen doch der Wahrheit entsprachen und keine fiktiven Geschichten waren. Spätestens als er den besonderen Kindern des Waisenhauses begegnet, die ihn die Zusammenhänge erklären, inklusive der aufwendigen Zeitschleife, die ihre Heimleiterin konstruiert hat, um ihr Leben zu schützen. Es gelingt ihm selbst von einer Seite auf die andere zu gelangen, er trifft die Freunde seines Opas, die nach 70 vergangenen Jahren immer noch Teenager sind und er muss erleben, dass es auch die Monster irgendwie geschafft haben, zu überleben …
Meinung
Von dieser Fantasy-Reihe sind bereits 6 Bände erschienen, der erste hier wurde im Jahr 2011 veröffentlicht. Trotzdem bin ich in erster Linie durch die Verfilmung darauf aufmerksam geworden. Dort geht es nicht immer kindgerecht zu, manches ist für jüngere Zuschauer eher gruselig – aber wie so oft in diesem Genre führen mich die Filme zum Buch und das geschriebene Wort gefällt mir dann eindeutig besser.
Das Buch beinhaltet viele alte Fotos, die thematisch in die Geschichte eingeflochten werden und ihr Mehrwert verleihen. Die Magie kommt nicht zu kurz aber vor allem das hochinteressante Thema der Zeitreisen. Es geht um Freundschaft, Vertrauen, Verwandlungen und Lebensaufgaben – ein kleines Universum, welches in den Folgebänden sicherlich in vielen bunten Facetten schimmern wird. Band 1 weckt auf jeden Fall mein Interesse, an dieser Reihe dranzubleiben, gerade weil mich die vielen Abenteuer von Jacob und seinen neuen Freunden gekonnt in andere Welten entführen.
Fazit
Ich vergebe gute 4 Lesesterne für einen gelungenen Reihenauftakt, der weniger Gruselelemente aufweist, als zunächst vermutet. Das magische, düstere Setting, die langsam aufziehende Geschichte, die vor Toten und Morden nicht zurückschreckt, besticht vor allem durch die Dynamik, die mit Zeitreisen einhergeht. Auch die zahlreichen Nebenfiguren werden nahbar und dadurch erhöht sich der plastische Eindruck des Buches. Trotz der dunklen Stimmung und der gefährlichen Etappen im Kampf gegen das Böse überwiegt hier die Hoffnung und ein gefeiertes Miteinander. Diese Story eignet sich sowohl für Jugendliche als auch für Erwachsene, sie bedient nicht unbedingt ein Klischee. Besonders toll erscheint mir das Universum, welches sich nun für die Folgebände öffnet, es gibt hier zahlreiche Ansatzpunkte für die Entwicklung der Figuren untereinander, miteinander oder auch nicht und das durch verschiedene Zeitschleifen hindurch immer wieder hinein in eine neue Welt, die es doch nicht unbedingt braucht, weil die Dinge sich in ihren Grundzügen stets wiederholen. Band 2 wird von mir definitiv noch gelesen und dann schaue ich weiter …
- Simon Beckett
Kalte Asche
(3.522)Aktuelle Rezension von: skloaneDiesmal ist David Hunter auf einer schottischen Insel, wo er einen grausigen Leichenfund untersucht. Naja eigentlich untersucht er Hände in einem Aschehaufen. Brutal, detailreich beschrieben und ehrlich mit jeder Menge Plottwist. Krasses Ende wieder mal Cliffhanger....was sonst? Leichenblässe ist dann wohl Teil 3.
- Bonnie Garmus
Eine Frage der Chemie (Schmuckausgabe)
(779)Aktuelle Rezension von: ElOlorDeUnLibroElizabeth Zott ist Chemikerin in den 60er Jahren - und dementsprechend täglichen frauenfeindlichen Anfeindungen ausgesetzt. "Frauen gehörten schließlich hinter den Herd und an die Kindererziehung" - doch nicht so Elizabeth. Sie weigert sich, sich den strikten "Konventionen" und der struktuellen Benachteiligung zu unterwerfen. Sie ist alles, was Frauen zu der Zeit nicht sein dürfen: laut, energisch, hochintelligent und nie verlegen ihre Meinung zu vertreten - und dabei der Männerwelt ordentlich auf den Schlips zu treten. Doch nicht einmal Elizabeth gelingt es, sich den Schicksalsschlägen und den Ungerechtigkeiten der USA der 60er Jahre zu erwehren und kämpft gegen alle Widrigkeiten für ihren großen Traum: die Chemie!
Meine Meinung:
Wow! Was für ein Buch!
Es ist ja tatsächlich weit weg von meinem "normalen" Lesebeuteschema, aber das Buch war ein Geschenk von Buchhändler meines Vertrauens - klar, dass das gelesen wird. Und es war so toll!
Elizabeth ist eine wahnsinns Protagonistin, die man sofort ins Herz schließt. Man fiebert mit jedem ihrer Schachzüge mit und leidet bei jedem erneuten Rückschlag ebenso mit.
Das Buch kann ich absolut jedem empfehlen und vor allem im Hinblick darauf, dass veraltete Rollenbilder offenbar wieder en vogue sind (🤮), ist es ein unglaublich wichtiges Buch!!
Fazit:
Unbedingt lesen!
- Delia Owens
Der Gesang der Flusskrebse
(1.469)Aktuelle Rezension von: luisasbooklounge📚𝐑𝐞𝐳𝐞𝐧𝐬𝐢𝐨𝐧 “𝐃𝐞𝐫 𝐆𝐞𝐬𝐚𝐧𝐠 𝐝𝐞𝐫 𝐅𝐥𝐮𝐬𝐬𝐤𝐫𝐞𝐛𝐬𝐞” (𝐃𝐞𝐥𝐢𝐚 𝐎𝐰𝐞𝐧𝐬): 𝐇𝐞𝐮𝐭𝐞 𝐬𝐭𝐞𝐥𝐥𝐞 𝐢𝐜𝐡 𝐞𝐮𝐜𝐡 𝐚𝐮𝐬𝐧𝐚𝐡𝐦𝐬𝐰𝐞𝐢𝐬𝐞 𝐦𝐚𝐥 𝐤𝐞𝐢𝐧𝐞𝐧 𝐓𝐡𝐫𝐢𝐥𝐥𝐞𝐫 𝐯𝐨𝐫, 𝐬𝐨𝐧𝐝𝐞𝐫𝐧 𝐦𝐞𝐢𝐧𝐞 𝐚𝐛𝐬𝐨𝐥𝐮𝐭𝐞 𝐑𝐨𝐦𝐚𝐧𝐞𝐦𝐩𝐟𝐞𝐡𝐥𝐮𝐧𝐠! ✨
Die Geschichte von 𝐊𝐲𝐚, dem Marsch-Mädchen, hat mich tief berührt. Als kleines Mädchen von ihrer Familie verlassen, wächst sie allein in der rauen Natur der 𝐌𝐚𝐫𝐬𝐜𝐡𝐥𝐚𝐧𝐝𝐬𝐜𝐡𝐚𝐟𝐭 auf. Die Möwen, das Wasser, der Wind — all das wird zu ihrer neuen Familie. Kya ist klug, neugierig und mutig — und gleichzeitig so herzzerreißend einsam. Nur Jumpin’ und Mabel unterstützen sie mit stiller Herzlichkeit, während Tate ihr das Lesen und Schreiben beibringt.
Durch ihre enge Verbindung zur Natur entwickelt Kya eine ganz eigene Stärke. Die 𝐌𝐚𝐫𝐬𝐜𝐡 wird ihr Zuhause, ihre 𝐙𝐮𝐟𝐥𝐮𝐜𝐡𝐭 und ihre Lehrerin. Doch so sehr sie gelernt hat, allein zu überleben, bleibt die Sehnsucht nach Nähe tief in ihr verankert. Nur zögerlich öffnet sie ihr Herz — doch Vertrauen bringt ihr nicht nur Hoffnung, sondern auch Schmerz.
Als ein junger Mann aus der Stadt 𝐭𝐨𝐭 aufgefunden wird, gerät Kya plötzlich ins Zentrum der Ermittlungen. Die stille Außenseiterin wird zur 𝐕𝐞𝐫𝐝𝐚̈𝐜𝐡𝐭𝐢𝐠𝐞𝐧 — und die Vorurteile der Dorfgemeinschaft treffen sie erbarmungslos.
Zwischen 𝐍𝐚𝐭𝐮𝐫𝐩𝐨𝐞𝐬𝐢𝐞 und 𝐊𝐫𝐢𝐦𝐢𝐬𝐩𝐚𝐧𝐧𝐮𝐧𝐠 entfaltet sich eine Geschichte, die einen nicht mehr loslässt — berührend, intensiv und von stiller Kraft getragen. Delia Owens schreibt so atmosphärisch und eindringlich, dass ich beim Lesen förmlich das feuchte Gras unter meinen Füßen spüren konnte.
- Ken Follett
Winter der Welt
(825)Aktuelle Rezension von: _jamii_1933. Seit dem Ersten Weltkrieg ist eine neue Generation herangewachsen. Nun spitzt sich die Lage in Europa erneut gefährlich zu. In dieser dramatischen Zeit versuchen drei junge Menschen heldenhaft ihr Schicksal zu meistern.
- Der Engländer Lloyd Williams wird Zeuge der Machtergreifung Hitlers und der Nationalsozialisten. Er entschließt sich, gegen den Faschismus zu kämpfen, und meldet sich freiwillig als Soldat im Spanischen Bürgerkrieg.
- Die deutsche Adelige Carla von Ulrich ist entsetzt über das Unrecht, das im Namen des Volkes geschieht. Sie geht in den Widerstand und bringt damit sich und ihre Familie in höchste Gefahr.
- Die lebenshungrige Amerikanerin Daisy hingegen träumt nur vom sozialen Aufstieg. Sie heiratet einen englischen Lord - aber ihr Mann steht auf Seiten der Faschisten ...Das Buch ist spannend. Die diversen verschiedenen Perspektiven aus unterschiedlichen Nationen lassen mich die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln sehen, was eine differenziertere Betrachtung erlaubt.
Die Lage spitzt sich immer mehr zu, der Krieg kommt immer näher, und plötzlich ist man mittendrin. Obwohl die Geschehnisse im Grossen und Ganzen bekannt sind, ist das Buch doch äusserst interessant und man lernt Neues. Auch dies ist vor allem den verschiedenen Perspektiven zu verdanken.
Viele der Charaktere kennt man schon aus dem ersten Buch, einige lernt man hier nochmals viel besser kennen, andere treten etwas in den Hintergrund. Nichtsdestotrotz schafft es der Autor, die verschiedenen Personen mit Leben zu erfüllen. Egal, ob man nun die Meinung der Personen vertritt, oder ganz anderer Meinung ist, man fiebert mit ihnen allen mit und ist gespannt, wie es weitergeht.
Teilweise waren die Szenen für mich etwas zu sehr in die Länge gezogen, und es war etwas zäh, die spannenden Stellen haben aber definitiv überwogen.
Sehr spannend und interessant, aber nichts für zwischendurch.
- Ken Follett
Kinder der Freiheit
(491)Aktuelle Rezension von: Kyra112Die nächste Generation steht vor den Herausforderungen der Nachkriegszeiten und stolpert damit mitten in den Kalten Krieg. Während George in den USA gegen die Unterdrückung der Schwarzen kämpft, muss sich Rebecca mit dem System in der DDR auseinandersetzen, ebenso wie ihr Bruder Walli und auch in Großbritannien gibts die ein oder andere Herausforderung.
„Kinder der Freiheit“ von Ken Follett ist der Abschlussroman der Jahrhunderttrilogie.
Ich habe dieses Buch wirklich mehrere Jahre vor mir hergeschoben. Nicht, weil mich der Roman abschreckt, sondern die Dicke des Buches.
Ken Follett schreibt wirklich sehr realistisch und auch absolut mitreißend. Es gab viele Abschnitte, bei denen ich einfach ganz schnell weiterlesen wollte, weil’s wirklich spannend war. Auch hat mich das Buch animiert, einzelne historische Ereignisse oder Personen noch einmal nachzuschlagen und mich fundierter zu informieren.Hin und wieder bin ich bei den Figuren durcheinander gekommen. Es sind ja doch einige Personen und damit Handlungsstränge, die hier behandelt werden und manchmal waren mir die Sprünge zu abrupt, sodass ich erstmal kurze Zeit zum Überlegen brauchte, um zu realisieren, über welche Figur ich nun lese.
Nervig waren die vielen Beziehungen oder nicht-Beziehungen. Da war ja wirklich bei der neuen keine Beziehung dabei, die wirklich funktioniert hat. Irgendwie hat jeder es geschafft, das Ganze in den Sand zu setzen.
Mich hat der Teil um die Kennedys etwas gelangweilt. Das war mir alles zu viel, während man zum Schluss das Gefühl hatte, Ken Follett rennt durch die Geschichte, also gerade, was die 70er/80er Jahre betrifft.
Es war ein interessantes Buch, aber es war mir doch etwas zu viel des Guten. Wer gerne solche dicken Wälzer liest, ist hier richtig, aber für jene, die es eher kompakter lieben, ist der Roman gar nichts.
- Evie Woods
Der verschwundene Buchladen
(370)Aktuelle Rezension von: A-Dragon-Booky
„Der verschwundene Buchladen“ von Evie Woods ist ein Roman, der auf wunderbare Weise historische Elemente, Gegenwartshandlung, zwischenmenschliche Beziehungen und eine Prise Magie auf eine ganz eigene und unerklärlich tolle Art miteinander kombiniert. Die Autorin erschafft eine Atmosphäre, die von der ersten Seite an zum Verweilen einlädt und deutlich macht, dass Bücher weit mehr sind als bedrucktes Papier. Es ist einfach eine pure Liebeserklärung an die Welt der Bücher!!
Der Schreibstil von Evie Woods ist auch hier wieder flüssig, bildhaft und richtig emotional. Die Autorin versteht es, ihre Schauplätze lebendig werden zu lassen und ihren Figuren Tiefe zu verleihen.
Die Idee ist perfekt und ich wünschte, das es dies auch in echt geben könnte: Ein geheimnisvoller Buchladen scheint nicht immer dort zu sein, wo man ihn erwartet, und verschiedene Menschen werden auf unterschiedliche Weise mit ihm verbunden. Dabei erzählt die Geschichte von Neuanfängen, verlorenen Träumen, verborgenen Geheimnissen und der Kraft, den eigenen Weg zu finden. Das klingt nicht nur nach einer Cozy Wohlfühlgeschichte, es ist auch wirklich eine, und zwar eine die sehr unter die Haut geht und das Herz berührt!
Die Protagonistinnen und Protagonisten wirken authentisch, menschlich und greifbar. Sie tragen ihre eigenen Sorgen, Hoffnungen und Verletzungen mit sich und entwickeln sich im Verlauf der Geschichte glaubwürdig weiter. Ihre persönlichen Reisen sind geprägt von Wachstum, Mut und der Bereitschaft, Veränderungen zuzulassen.
Emotional trifft das Buch genau die richtige Balance. Es berührt, ohne kitschig zu werden, macht Hoffnung, ohne unrealistisch zu wirken, und regt gleichzeitig zum Nachdenken an. Während des Lesens entstehen immer wieder Momente der Freude, des Staunens, der Melancholie und der Zuversicht. Die Geschichte erinnert daran, wie wichtig menschliche Verbindungen sind und dass manchmal gerade die unerwartetsten Wege zu den schönsten Veränderungen führen können. Was dieses Buch besonders macht, ist seine warme, herzliche Atmosphäre. Es vermittelt das Gefühl, selbst durch die Regale eines geheimnisvollen Buchladens zu schlendern und dabei Geschichten zu entdecken, die nicht nur die Figuren, sondern auch die Lesenden verändern
Ich kann „Der verschwundene Buchladen“ uneingeschränkt empfehlen. Dieser Roman vereint Spannung, Gefühl, Geheimnisse und Hoffnung zu einem stimmungsvollen Leseerlebnis, das zeigt, warum Geschichten eine so besondere Wirkung auf uns haben. Dieses Buch bleibt definitiv in meinem Herzen!
- Elena Ferrante
Meine geniale Freundin − Kindheit und frühe Jugend. Geschenkausgabe (Neapolitanische Saga 1)
(691)Aktuelle Rezension von: EgataEines meiner Lieblingsbücher. Die Inhaltsangabe klingt wenig aufregend. Elena und ihre Freundin Lila wachsen im Neapel in der Nachkriegszeit auf, zwischen Mafia und Familienfehden. Aus der Sicht des Kindes und der Jugendlichen erzählt Elena von Höhen und Tiefen des täglichen Lebens, vom Erwachsenwerden und der Armut, aus der sie versucht herauszukommen, indem sie um gute Bildung kämpft. Die Autorin wechselt öfter die Perspektive und erzählt scheinbare Kleinigkeiten so spannend, dass man das Buch nicht weglegen kann. Ich hatte es mir geliehen, aber dann sofort den Folgeband gekauft, auch, weil so viele Fragen offen blieben.
- Nino Haratischwili
Das achte Leben (Für Brilka)
(275)Aktuelle Rezension von: Barbara_NeltingEin Buch, was allein durch seinen Umfang schreckt und entsprechend lang bei mir lag, bevor ich mich herangewagt habe. Tja, was soll ich sagen: Ich habe nicht bereut, es gelesen zu haben und vermutlich werden mich die lebensnah geschilderten Protagonistinnen und ihre Schicksale sowie wie vor allem ihre Welt (Georgien als Teil der Sowjetunion über das 20. Jahrhundert hinweg) noch lange begleiten. Auch mochte ich den teils poetischen Schreibstil und, wie alles miteinander verwebt war.
Mehr als 3 Sterne kann und mag ich dennoch nicht geben. Allzu sehr schimmerte durch die Geschichten aller beschriebenen Frauen ein Fatalismus, eine Tragik, eine Schicksalsergebenheit, die meines nicht ist und die ich der Autorin als Eigenschaft unterstelle. Ja, die Zeiten waren hart und schwierig. Ja, es gab Tod, Folter, Vergewaltigung, persönliches Unglück. Aber MUSS denn deshalb wirklich jede einzelne Person dieses Buches eine posttraumatische Belastungsstörung entwickeln, gebrochen sein und fortan unfähig zu Glück, Selbstliebe, etc.? Ich finde: nein, und hätte mir in all dem Schatten mehr Licht gewünscht. Leider war es jedoch über all die mehr als 1200 stolzen Seiten des Romans so, dass, wenn man einmal glaubte, dass es jetzt endlich mal für eine der geschilderten Frauen ganz gut liefe, man sicher sein konnte, dass das Unglück nicht fern war, oft durch eigenes Zutun. Das ermüdet und nervt sogar mit der Zeit, und schmälert die unglaubliche Leistung der Autorin, über 100 Jahre georgischer und europäischer Geschichte mit berührenden, miteinander zusammenhängenden Einzelschicksalen zu verknüpfen, leider arg.
- Iain Banks
Lolita
(520)Aktuelle Rezension von: FLXAngefangen wegen dem Hype, geblieben wegen der Sprache.
Nabokov schreibt so präzise, dass man Humberts Argumenten fast folgt - und genau das ist das Unbehagliche daran.
Was mich am meisten überrascht hat: Lolita selbst kommt kaum vor.
Das ganze Buch ist Humberts Selbstinszenierung, und man merkt das, ohne dass es einem jemand sagt.
Kein angenehmes Leseerlebnis. Aber man nimmt was mit - nämlich ein ziemlich gutes Gefühl dafür, wie Manipulation in Sprache funktioniert.
- Rainbow Rowell
Eleanor & Park
(1.182)Aktuelle Rezension von: bibliophilaraMit ein bisschen Verspätung ist endlich der Frühling auch meteorologisch bei uns angekommen, und das heißt auch immer: Zeit für Frühlingsgefühle! Deswegen hatte ich Lust auf eine luftig-leichte Liebesgeschichte. Vor einigen Jahren habe ich in meiner Lieblingsbuchhandlung einen Jugendroman gekauft, der genau das bietet, wonach ich gerade gesucht habe. „Eleanor & Park“ ist der Debütroman von Rainbow Rowell aus dem Jahr 2015, der schnell Erfolge verbuchen konnte. 2016 wurde das Buch für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert, und auch der Gott der Jugendliteratur selbst, John Green, äußerte sich in so hohen Tönen über „Eleanor & Park“, dass diese prompt auf das Cover gedruckt wurden: „Dieser großartige Roman erinnert mich nicht nur daran, wie es ist, jung und verliebt in ein Mädchen zu sein, sondern auch daran, wie es ist, jung und verliebt in ein Buch zu sein.“ Eine Lobeshymne von John Green ist quasi ein Ritterschlag. Inzwischen wird Rainbow Rowell aber auch oft mit Green in einem Atemzug genannt, und ist häufig die empfohlene Alternative für jene, die die überschaubaren Werke von Green schon kennen und lieben.
Der 16-jährige Park Sheridan lebt im Jahr 1986 mit seinem US-amerikanischen Vater, seiner koreanischen Mutter und seinem jüngeren Bruder Josh in Omaha im US-amerikanischen Bundesstaat Nebraska. Er fährt mit dem Schulbus zur Schule, wo Jeder seinen festen Sitzplatz hat. Der Platz neben ihm war bisher frei, worüber er ganz froh war. Nun gibt es jedoch ein neues Mädchen in seinem Jahrgang, das gezwungenermaßen den freien Platz einnimmt. Dass das der Beginn einer Liebesgeschichte ist, kann sich Park beim besten Willen nicht vorstellen.
Nachdem die gleichaltrige Eleanor Douglas nach einem Jahr Reißaus wieder in die prekären Verhältnisse ihres Elternhauses zurückkehrt, muss sie dadurch auch die Schule wechseln. Schon am ersten Schultag bekommt sie die Ablehnung ihrer Mitschüler deutlich zu spüren und landet notgedrungen neben einem kleinen, schmächtigen Jungen im Schulbus. Dass dieser Junge Park heißt und dass die Beiden mehr gemeinsam haben, als sie denkt, ahnt auch sie noch nicht.„Er versuchte nicht mehr, sie zurückzuholen.“, ist der erste Satz des Prologs, welcher ein klassisches Beispiel für eine epische Vorausdeutung ist, also hier am Anfang des Romans steht, aber eine Vorwegnahme des Ausgangs der Geschichte ist. Mit insgesamt annähernd 450 Seiten und 58 Kapiteln sind letztere recht kurz gehalten. Park und Eleanor wechseln sich als personale Erzähler im Präteritum ab, manchmal auch innerhalb der Kapitel. Der Handlungszeitraum beginnt im August 1986 und spielt etwa bis zum Ende des Schuljahres 1987.
Als Erstes lernt der Leser den männlichen Protagonisten Park Sheridan kennen. Er ist ein verhältnismäßig kleiner, schlanker Junge mit grünen Augen, den seine Mitschüler aufgrund seiner koreanischen Mutter als Asiaten bezeichnen. Gelegentlich hat er mit Rassismus zu tun, so wird seine Mutter von einem Schüler fälschlicherweise als Chinesin bezeichnet oder es wird ihm nachgesagt aus dem Dschungel zu kommen, weil die Szenerie in einem Film über den Vietnamkrieg im Dschungel spielte. Sogar Parks Bruder Josh ist inzwischen größer als er, weshalb er Schwierigkeiten hat, gegen ihn im Taekwondo anzukommen. Auch in der Schule gegen den Rüpel Steve hat Park es deshalb nicht leicht, weshalb er eher ein zurückhaltender und schüchterner Schüler ist, der gerne Musik hört oder mit seinem Freund Cal abhängt.
Eleanor Douglas hat dagegen einen ganz anderen Hintergrund. Sie lebt seit Kurzem wieder bei ihrer Mutter, ihrem Stiefvater und ihren vier jüngeren Geschwistern, beziehungsweise Halbgeschwistern, in einem sehr kleinen Haus, sodass sie sich ihr Zimmer mit all ihren Geschwistern teilen muss. Das Zimmer ist klein und so beengt, dass nicht einmal jeder ein Bett für sich alleine hat. Das einzige Badezimmer hat keine Tür, weshalb ein behelfsmäßiges Laken über den Türrahmen gespannt wurde. Eleanors Verhältnis zu ihrem Stiefvater ist sehr schlecht, da dieser aggressiv und gewalttätig ist. Eleanor hat dunkelbraune Augen, einen roten Lockenschopf und Sommersprossen. Sie ist ein durchschnittlich großes, aber pummeliges Mädchen, das aufgrund der finanziellen Not ihrer Familie kaum Kleidung besitzt. Mit zu großen Hemden, geflickten oder löchrigen Hosen oder einer Krawatte, mit der sie sich die Haare zusammen bindet, fällt sie unfreiwilligerweise auf wie ein bunter Hund. Als 16-Jährige ist sie gerade mitten in der Pubertät, hat aber zuhause keinerlei Rückzugsorte oder Möglichkeiten zur Persönlichkeitsentfaltung. In der Schule ist sie den Schikanen ihrer Mitschülerinnen ausgeliefert. Kurzum, Eleanor ist eine bemitleidenswerte Figur. Dennoch fiel es mir zwischendurch schwer, mit ihr zu sympathisieren. Vermutlich aufgrund ihrer sozialen Herkunft igelt sie sich stark ein und wirkt gerade auf Unbekannte abweisend und widersprüchlich. Dies ist zwar der Tatsache verschuldet, dass sie auf sich alleine gestellt ist und kaum Rückhalt aus ihrem familiären Umfeld bekommt, es macht sie jedoch auch zu einem zwiespältigen Charakter.
Insgesamt fand ich es großartig, dass Rowell versucht neben der ersten großen Liebe auch noch ernste Themen wie Armut, Alkoholismus, Rassismus, häusliche Gewalt und Mobbing unterzubringen. Allgemein gelingt dies auch sehr gut, allerdings gibt es gerade in puncto Armut einen Aspekt, den ich Rowell nicht abkaufen kann. Dass Eleanor mit erschreckender Mittellosigkeit groß wird, wird regelmäßig deutlich. Sie besitzt keine Jacke und das Essen, das ihre Mutter kocht, besteht häufig aus Resten wie Reis und Ei oder belegtem Toastbrot, während ihr Stiefvater ein Steak aufgetischt bekommt. Im zwölften Kapitel erzählt Eleanor aber, dass es in ihrem Haushalt „kein Telefon, keine Waschmaschine, keine Zahnbürste“ gäbe. Eleanor müsse sich deswegen die Zähne mit Salz schrubben. Aber ganz ehrlich, es kann einfach nicht sein, dass vom Haushaltsgeld eine siebenköpfige Familie plus ein Hund und eine Katze durchgefüttert werden können, wobei der Stiefvater sogar noch sein Steak erhält, während für Zahnbürsten, die schätzungsweise ein Dollar das Stück kosten, kein Geld übrig ist. Vielleicht wollte Rowell auf Teufel komm raus die Armut dieser Menschen darstellen, hat dabei aber den Realitätsbezug verloren. Oder wer auch immer in der Familie Douglas für die Ausgaben verantwortlich ist, kann nicht haushalten, und macht die Familie ärmer als sie ist.
Rowell verwendet eine einfache Sprache, die sich an den Jugendslang anbiedert und nicht vor Umgangssprache wie „Wichser“, „Schlampe“ oder „Arschloch“ zurückschreckt. Gleichzeitig beweist sie aber auch, dass eine schlichte Sprache nicht gleich ein schlichter Stil bedeutet. Der Schreibstil ist zwischendurch humorvoll, aber vor allem die zarten Annäherungsversuche zwischen Eleanor und Park sind zauberhaft fein, kreativ und doch so unverkennbar, dass sich jeder Leser darin wiederfinden kann. Die aufkeimenden Emotionen zwischen den beiden Jugendlichen sind so wunderschön, ohne jemals kitschig oder klischeehaft zu werden. Auch das Tempo ist sehr gut gewählt, sodass sich das Buch angenehm lesen lässt. Dennoch blitzt gelegentlich durch, dass dies Rowells Debütroman ist, da es stilistisch noch nicht ganz ausgefeilt ist und ich leider einen fachlichen Fehler gefunden habe. In Kapitel 42 erzählt Eleanor: „seine Augen waren so grün, dass sie Kohlensäure in Sauerstoff hätten umwandeln können.“ Moment mal, Kohlensäure? Worauf Eleanor hier anspielt, ist höchstwahrscheinlich die Photosynthese, Stichwort „grün“. Dabei wird aber, wie man im Biologieunterricht lernt, Kohlenstoffdioxid (CO2) in Sauerstoff (O2) umgewandelt. Kohlensäure dagegen hat die Summenformel H2CO3 und spielt bei der Photosynthese überhaupt keine Rolle. Vielleicht ist dieser Fehler auch erst bei der Übersetzung entstanden. Jedenfalls ist es schade, dass jemand hier nicht einfach noch einmal nachgeschlagen hat.
Etwas, das quasi die Quintessenz von „Eleanor & Park“ ist, sind die zahllosen subkulturellen Anspielungen an die 1970er und 80er-Jahre. Seien es Comics, Musik, Filme oder gar Literatur und Lyrik. Während der gemeinsamen Busfahrt haben Eleanor und Park fast täglich Zeit sich über gemeinsame Interessen auszutauschen. Viele der Referenzen waren mir bekannt, seien es Bands wie „Joy Division“, „The Beatles“, „U2“ oder Comics wie „Batman“, „Fantastic Four“ oder „Watchmen“. Andere Anspielungen waren mir dagegen gar nicht bekannt, weil ich erstens ein Kind der 1990er bin und zweitens die US-amerikanische Subkultur doch manchmal Unterschiede zu der Mitteleuropas aufweist. So musste ich erst einmal recherchieren, was es mit „XTC“, „Skinny Puppy“ oder „Echo & The Bunnymen“ auf sich hat. Einerseits finde ich es ganz cool, beim Lesen nebenbei noch dazuzulernen, andererseits waren die unbekannten Referenzen manchmal zu viel des Guten, weil ich das Buch immer wieder zur Seite legen musste, um zu recherchieren, damit ich den Hintergrund der Geschichte besser verstehe, auch wenn das den Lesefluss oft unterbrochen hat.
Das Ende ist im Grunde genommen wie das gesamte Buch. Es folgt nicht dem klassischen Handlungsstrang und so wird auch der Abschluss nicht den Erwartungen jener Leser gerecht, die ein 08/15-Ende suchen. Doch gerade wegen seiner Bittersüße hat sich „Eleanor & Park“ einen Platz in meinem Herzen erschlichen.„Eleanor & Park“ von Rainbow Rowell ist eine wirklich liebenswürdige Geschichte über die erste große Liebe zweier 16-Jähriger im Jahr 1986. Sie hebt sich in vielerlei Hinsicht von typischen Liebesromanen für Jugendliche ab und ist eine schöne Frühlingslektüre. Mir wird das Jugendbuch zwar in positiver Erinnerung bleiben, es ist aber nicht ganz makellos. Eleanor ist als Protagonistin manchmal schwierig, der Stil ist noch nicht perfekt und die vielen Referenzen sind für Jugendliche heutzutage wahrscheinlich nicht mehr verständlich. Auch, dass Eleanor anfangs keine Zahnbürste hat, oder der fachliche Fehler bezüglich der Photosynthese, sind relativ kleine Kritikpunkte, die in ihrer Summe aber ins Gewicht fallen. Deshalb kann ich „Eleanor & Park“ aus dem Jahr 2015 nicht mehr als drei von fünf Federn geben. Doch gerade für die Zielgruppe, Jugendliche zwischen 14-18 Jahren, ist dieser Liebesroman aus vielen Gründen empfehlenswert.
- Dörte Hansen
Altes Land
(764)Aktuelle Rezension von: Renate1964Ein Buch, welches sich mit vielen Fragen auseinandersetzt. Eine Hauptfigur ist Vera,ein ehemaliges Flüchtlingskind.Ihre Mutter war aus Ostpreußen vertrieben auf einem Hof im alten Land gestrandet,hatte den kriegsversehrten Hoferben geheiratet und für einen anderen verlassen. Bei der nun alten Vera zieht nach einer unglücklichen Liebe die Nichte Anne mit Sohn Leon ein. Neben der berührenden Familiengeschichte gibt es Städter mit idyllischen Vorstellungen, Generationskonflikte und viel mehr. Es ist sehr ironisch und realistisch, aber auch zum Nachdenken
- Florian Illies
1913
(306)Aktuelle Rezension von: AntoniosDas Buch war eine Empfehlung meines Deutschlehrers, weil er weiß, dass ich gerne lese und mich für Geschichte interessiere. Ich finde, dieses Buch ist schon was besonderes. Es steckt sehr viel Recherchearbeit drin, interessante Fakten, unglaubliche Verbindungen die man nie so jemals gedacht hätte, dass sie existieren könnten, da fragt man sich ob Zufall nicht wirklich nur eine Illusion ist. Ironie und Wortspiele gibt es genug da um den Leser nicht zu langweilen, aber letztendlich ist es einfach ein Dokument über die Zeit damals. Der Schwerpunkt liegt vor allem an der Kunst und Literatur, denn damals haben viele bekannte und wichtige Personen eben in Kunst und Literatur gelebt, nicht nur Picasso oder Franz Kafka. Schade, dass auf der anderen Seite, der politischen, nicht so viel erzählt wird, obwohl jeder weiß was im Jahr danach passiert ist. Diede Zeit war eben die Ruhe vor dem Sturm, und dass der Autor sich an Einzelheiten klammert die eigentlich unnützes Wissen ist, macht das ganze doch interessanter. Trotzdem ist dieses Buch nicht für jeden empfehlenswert, man braucht schon ein Vorwissen damit man die Verbindungen erkennen und verstehen kann (wer diese Leute wirklich waren), aber es ist so gut konstruiert, dass jeder der bisschen Interesse daran hat, es locker lesen kann. Man sollte sich aber klar machen, dass das kein richtiger Roman ist der irgendwie eine schöne Geschichte erzählt, sondern fast eine Biographie gleicht, die Biographie des 1913, genug gepackt mit Ironie und versteckten Humor.
- J. D. Salinger
The Catcher in the Rye
(475)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerIch habe dieses Buch nicht einfach gelesen. Ich bin mit Holden durch diese Tage gegangen und habe mich dabei öfter erkannt, als mir lieb war.
Im Zentrum steht ein junger Mensch, der aus allem herausfällt. Schule, Erwartungen, Gespräche. Nichts fühlt sich für ihn wirklich echt an. Er beobachtet, urteilt, zweifelt. Und gleichzeitig sucht er etwas, das er selbst kaum benennen kann.
Was mich berührt hat, ist diese rohe Ehrlichkeit. Holden ist nicht angenehm. Er widerspricht sich, wirkt manchmal überheblich oder verloren. Genau darin liegt seine Wahrheit. Er versucht, sich nicht komplett an eine Welt anzupassen, die ihm oft leer und gespielt vorkommt.
Beim Lesen hatte ich immer wieder das Gefühl, dass hier jemand Dinge ausspricht, die viele denken, aber selten so klar formulieren. Diese Mischung aus Abwehr, Sehnsucht und stiller Verzweiflung bleibt hängen.
Nicht jede Stelle war leicht zugänglich. Manche Gedanken wirken sprunghaft oder kreisen. Trotzdem entsteht daraus ein sehr klares Bild von innerer Unruhe und Orientierungslosigkeit.
Ich habe aus dem Buch kein „Wissen“ mitgenommen, eher ein Wiedererkennen. Ein Gefühl dafür, wie früh dieser Konflikt beginnt. Zwischen dem, was ich spüre, und dem, was von mir erwartet wird.
Empfehlen würde ich es Menschen, die sich auf unbequeme, ehrliche Stimmen einlassen können. Bücher, die nicht erklären, sondern etwas freilegen.
- Stephen King
Todesmarsch (Film)
(855)Aktuelle Rezension von: Cat78In dem Buch begleitet man Garraty wie er zu Beginn lockere Freundschaften knüpft und mehr und mehr lernt das alles egal ist, weil nur einer überleben wird.
Ich finde das Buch sehr Kopflastig, was es auch schwerer zu lesen sein lässt. Man muss sich mehr mit der Psyche der Protagonisten auseinandersetzen. Das hatte ich schon gleich zu Beginn mitbekommen und mich darauf eingelassen. Wer hier einen Horrorhocker erwartet der wird enttäuscht. Hier geht es um mentale Stärke und um das, was der Tod mit den Jungs macht und wie sie lernen damit umzugehen. Jeder hat seine ganz spezielle Art und das fand ich beeindruckend da es ja doch viele Figuren sind. Natürlich werden nicht alle 100 beleuchtet aber doch mehr als ich dachte.
King hat es geschafft jede Figur eine eigene individuelle Story zu geben, was das ganze sehr interessant macht.
Der Horror steckt hier mehr im eigenen Kopf und nicht primär zwischen den Buchdeckeln.
Der Schreibstil ist sehr gut und wer weiß, dass das Buch schon 1979 geschrieben wurde wundert sich auch nicht über die Ausdrucksweise. Seit damals ist viel passiert und vieles was man damals sagte ist heute nicht mehr zeitgemäß. Aber mit dem Wissen kann man über einige Sprüche locker hinwegsehen.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen nur das Ende fand ich etwas seltsam, was aber auch irgendwie wieder gepasst hat.
- Stefan Aust
Der Baader-Meinhof-Komplex
(312)Aktuelle Rezension von: Igel_IsidorEine ausgesprochen spannend geschriebene Übersicht zu Entstehung, Wirken und Untergang der RAF. In der aktualisierten Ausgabe werden dem Leser die Inhalte und Personen durch einige Bilder zusätzlich näher gebracht. Die hohe Seitenzahl wirkte zunächst abschreckend auf mich, mit Ausnahme von ein bis zwei Passagen hatte das Buch aber keinerlei Längen für mich, ich blieb durchweg gebannt. Für mich ist es diese Mischung aus anfänglicher Solidarität, Betroffenheit und fortschreitend ansteigender Abscheu und Entsetzen, welche die Faszination der Geschichte der RAF auf mich ausübt. Besonders interessant ist auch der regelmäßige Blick hinter die Kulissen der politischen Bühne, Situationen werden vielschichtig und aus unterschiedlichen Perspektiven beschrieben, sodass der Leser einen umfangreichen Einblick in die damalige Zeit und verschiedene Köpfe erhält. Ein wirklich großartiges Buch!
- Robert Seethaler
Der Trafikant
(528)Aktuelle Rezension von: MeinbuecherregalDer Trafikant von Robert Seethaler aus dem #kleinundaberverlag
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1937/1938 in Wien
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Wir begleiten Franz durch diese Zeit. Er kommt vom Dorf und fängt eine Leere in Wien bei einem Trafikanten an. Er verliebt sich unglücklich und lernt Sigmund Freud kennen.
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Ich kann mir vorstellen, was viele an diesem Buch schätzen.
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Franz hat mit seinen Gefühlen zu kämpfen und um ihn herum verändert sich die Welt. Das fand ich interessant. Geschichte nebenbei erlesen und dadurch etwas entdecken.
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Mir war es aber leider irgendwie zu oberflächlich. Ich hätte mehr in diese Zeit eintauchen können. Für mich hat die Liebesgeschichte, wenn man sie denn so nennen mag… den Blick auf diese Zeit etwas verstellt bzw. Überlagert.
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Was ich mir aber vorstellen kann, dass das Buch nachhallt. Gerade durch das wenige erzählte und durch das viele angerissene. Das sackt und bleibt unauffällig hängen.
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Träume und Traumfetzrn in Geschichten sind leider immer noch nicht für mich. Dafür kann ich mich wirklich nicht begeistern oder schön reden 😅
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Mir wurde oft gesagt, dass dieses Buch das beste von dem Autoren sein soll. Das bedauere ich, denn ich vergebe hier 3 bis 4 Sterne und befürchte nun, dass die weiteren Werke nichts für mich sein werden.























