Bücher mit dem Tag "2003"
10 Bücher
- Khaled Hosseini
Drachenläufer
(2.053)Aktuelle Rezension von: Sanne54Ich habe das Buch vor vielen Jahren schon mal gelesen, so etwa vor 20 Jahren, und es wieder zur Hand genommen, weil ich es hier bei LB auf der Liste der 100 Bücher gesehen habe, die man lt. NY-Times gelesen haben muss. Und im Fall dieses Buches würde ich das auf jeden Fall unterschreiben. Der Roman entfaltet einen starken Sog, der einen zu Beginn in das Kabul vor dem Einmarsch der Sowjetunion Mitte der 1970er hineinzieht. Amir und Hassan gehören unterschiedlichen Ethnien an und sind trotzdem beste Freunde. Sie bereiten sich auf den Wettkampf der "Drachenläufer" vor, einem traditionellen Wettbewerb im Drachensteigen. Hassan, dem es am Ende gelingen soll, den letzten Drachen zu fangen und somit zu siegen, wird gewaltsam um seinen Sieg gebracht. Amir beobachtet das, schweigt aber. Dieser Verrat treibt einen Keil zwischen die Freunde. Nach dem Einmarsch der Sowjets flieht 1981 Amir in die USA, während Hassan bleibt und als Amir, den die Schuld niemals loslässt, viele Jahre später nach Afghanistan zurückkehrt, findet er ein anderes, gefährliches Land wieder. Amir muss sich seinen eigenen Dämonen stellen, wenn er die Fehler seiner Vergangenheit wieder gutmachen will.
Der Autor begeistert mich im ersten Teil des Buches durch die Lebendigkeit und Leichtigkeit der Ereignisse des "Drachenläufer"-Wettbewerbs, dessen Begeisterung und leuchtende Farben ein großartiges Bild Afghanistans zeigen. Doch am Ende ist es die Vielschichtigkeit und aber auch Zwiespältigkeit seiner Figuren, die durch das brutale Ende des emotional aufgeladenen Wettkampfs deutlich zum Vorschein kommt, die mich auch beim zweiten Lesen gefesselt haben. So werden die Konfliktlinien deutlich, die das Land bis heute noch prägen und beherrschen. Aber auch in den Figuren selbst, hier v.a. auch Amir, zeigt sich eine emotionale Zerrissenheit zwischen seiner unschuldigen, kindlichen Freundschaft zu Hassan, (also dem, was es vermag die unterschiedlichen Menschen eines Landes zu verbinden) und dem Einfluss der gesellschaftlichen, kulturellen, religiösen usw. Umstände auf die Menschen. Die Schuld, die Amir bis ans andere Ende der Welt begleitet und über viele Jahre nicht loslässt, die zu seiner Rückkehr führt und der krasse Gegensatz, der ihn und mich als Leserin dort erwartet, hinterlässt einen bleibenden Eindruck.
Ich kann das Buch nur empfehlen, auch wenn es wahrlich nichts für schwache Nerven ist, Amirs Rückkehr ins Afghanistan der Taliban.
- Michael Lüders
Wer den Wind sät
(45)Aktuelle Rezension von: HoldenMichael Lüders beschreibt, was die amerikanische Außenpolitik (häufig durch die CIA und unter Unterstützung bestimmter Think tanks und Journalisten) im Nahen Osten angerichtet hat. Und dem ja auch häufig folgend leider die Europäische Union und die deutsche Regierung. Oft hat man die ausgestreckte Hand zur Kompromissfindung ausgeschlagen, frühzeitig die Welt in "gut" und "böse" unterteilt und sich pragmatschen Lösungen verschlossen, oft auf kosten von Zehntausenden Menschenleben. Teilweise wurde eine erfolgreiche Friedensstiftung durch die USA untergraben, auch in Fällen wie der Hamas oder Irans, was daran liegt, daß die USA ein Interesse an dem dauerhaften Krieg haben, in dem wir uns gegenwärtig befinden, man einseitig auf wirtschaftliche Vorteile der US-Wirtschaft setzt (Big Oil und die Motivation zu George W. Bushs völkerrechtswidrigem Angriffskrieg gegen den Irak) oder indem man zu einseitig auf Israel im Nahen Osten schaut. Natürlich fragt man sich, was die gewählten deutschen Politiker zu dem Ganzen gesagt haben, man möchte Namen und konkrete Aussagen wissen, genauso wie das, was gewisse Medien geschrieben haben. Idles singen in "War" von den "stone-faced liars", Brody Dalle trug ein "The CIA"- T-Shirt auf der Bühne (natürlich als Kritik), beides mit Recht. Ein aufwühlendes Buch, zur Pflichtlektüre empfohlen.
- Cara Hunter
Murder in the Family
(207)Aktuelle Rezension von: julia___4,5/5
Ich habe das so nicht erwartet. Ich bin echt begeistert von diesem Buch!
Ich, als absoluter True Crime Junkie, habe mich ab Seite 1 direkt in das Buch verliebt, nur leider war der Einstieg für mich persönlich doch nicht so einfach. Es ist kein normales Buch mit Kapiteln, sondern eine Fernsehsendung, es liest sich wie ein Skript. Dazu Ausschnitte aus Zeitungen etc., das liest sich doch alles eher anspruchsvoller.
Die Antwort, wer der Mörder war, war superspannend aufgebaut, ein Plot jagte den nächsten und auch Cliffhanger gabs einige!
Ich war mit meiner Vermutung nah dran, aber doch daneben. Manchmal war es mir aber zu viel Info auf einmal, trotzdem hat das Buch unheimlich Spaß gemacht und mich sehr in den Bann gezogen. Ich habe es innerhalb eines Tages ausgelesen.
Für True Crime Liebhaber wäre das Buch mal ein Blick wert! Ich kanns wirklich empfehlen!
- Bill Bryson
Streiflichter aus Amerika
(195)Aktuelle Rezension von: monchichi.Einige Kolumnen hätte man getrost weg lassen können, ich hatte den Eindruck, es wiederholt sich einiges – das ändert aber nichts am authentischen Humor und sympathischen Ansichten. Ich konnte es fast in einem weg lesen und musste des öfteren laut lachen, das schafft ein Buch nicht so schnell! Freue mich schon auf die nächsten Reiseberichte. So ein Bryson-Buch ist ein guter Kompromiss für Daheimgebliebene :-) - Melanie Hudson
Wort für Wort zurück zu dir
(36)Aktuelle Rezension von: belli4charlotteEin Taschenbuch, dass das Herz berührt.
Der Aufbau des Buches ist mal kein normaler Roman, sondern man bekommt die Story anhand eines Schriftwechsels per Brief oder E-Mail mit. Das macht es eben umso interessanter, wenn auch hier und da mal etwas abgehackt.
Aggie und Rosie entdecken ihre Jugendfreundschaft neu und lernen sich quasi neu kenne und schwelgen hier und da in Erinnerungen und tausche sich über aktuelle Sorgen und auch schöne Ereignisse aus.
Sie finden immer wieder neue Themen und finden sich in ungeahnten Lebenssituationen wieder. Jedes ihrer Lebensläufe ist ganz anders vorangeschritten, als sie sich damals vorgestellt hatten.
Zudem führen sie beide sehr unterschiedliche Lebensstile, so dass eben die Eine sogar beim Militär tätig ist und dort eben keine wirklichen Alltagsprobleme mit Haus, Arbeit, Kinder und Co. hat.
Doch trotz der Unterschiede finden sie immer wieder gemeinsame Themen, was es so sehr interessant macht. Dazu sind alle Figuren einfach extrem authentisch, auch wenn man denkt durch den Schriftverkehr wenig zu erfahren, so fühlt man sich doch einfach schnell in die Charaktere ein.
Dieser Roman ist durchaus auch als Drama anzusehen und ohne zu sehr ins Detail zu gehen: Liebe und Freunde liegen ganz nah an Schmerz.
Gefühlvoll, überraschend und greifbar nah.
- Holger Karsten Schmidt
Die Toten von Marnow
(72)Aktuelle Rezension von: angie_molly
Meinung: Das Cover hat mich sofort neugierig gemacht, und der Klappentext versprach ein fesselndes Leseerlebnis – ich wurde definitiv nicht enttäuscht. Die Geschichte spielt in der Gegenwart, greift jedoch ein spannendes und zugleich verstörendes Thema aus der deutsch-deutschen Ost-West-Vergangenheit auf. Was zunächst wie ein gewöhnlicher Routinefall wirkt, entpuppt sich Schritt für Schritt als komplexer Polit-Krimi mit gefährlichen Drahtziehern und undurchsichtigen Verstrickungen.Die düstere Atmosphäre zieht sich durch das gesamte Buch und lässt einen das Geschehen hautnah miterleben. Man hat fast das Gefühl, selbst Teil der Ermittlungen zu sein. Der Spannungsbogen bleibt konstant hoch, und die zahlreichen actionreichen Momente sorgen dafür, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Die Charaktere sind überzeugend gezeichnet – vielschichtig, authentisch und mit eigenen Ecken und Kanten. Besonders gefallen haben mir die Einblicke in das Privatleben der Ermittler, die den Figuren zusätzliche Tiefe verleihen.
Der Schreibstil ist leicht und zugleich bildhaft; man fliegt förmlich durch die Seiten. Die detailreichen Beschreibungen machen es leicht, sich Schauplätze und Situationen lebendig vorzustellen. Besonders beeindruckt hat mich die Tatsache, dass die Handlung auf einem realen historischen Hintergrund basiert.
Ich kann es jedem empfehlen - Hanna Poddig
Radikal mutig
(8)Aktuelle Rezension von: HoldenFrau Poddig schreibt über ihr widerspenstiges, freies Leben und es ist eine Freude, alles mitzuerleben. Ich wußte zB bisher nicht, wie sich Castorgegner fühlen und daß es (angeblich) so ist, daß die eingesetzten Polizisten nur so lange freundlich bleiben, soweit die Kameras vor Ort sind. Und wie fühlt man sich, wenn man an ein Schienenstück zwecks Blockade gebunden ist? Informative Einblicke neben einem flammendem Appell zu einem bewußteren und gesünderen leben. Und zusätzlich bietet das Buch an einigen Stellen die Möglichkeit, sich selbst zu hinterfragen, ob man im eigenen voll durchkalkulierten Tagesablauf nicht doch Möglichkeiten hätte, das Richtige zu tun und dagegen zu sein? Angesichts von Trump Gauland usw wünscht man sich natürlich eine Neuauflage, bis dahin sei das Buch allen allen empfohlen. - Frank Schirrmacher
Das Methusalem-Komplott
(28)Aktuelle Rezension von: HoldenSchirrmachers Schrift gegen Altenhaß und für eine Neuorientierung der Gesellschaft. Er selbst hat den Zustand des alten Mitmenschen ja nicht mehr erleben müssen. Man wundert man sich über die subtilen Einflüsterungen der Gegenwartsgesellschaft, wie man vermeintlich Alte aufs "Altenteil" schieben möchte, daß die Best ager auch in fortgeschrittenen Alter häufig körperlich und geistig noch voll da sind, hat einen selbst überrascht. Gerad wurde Joe Biden wegen seines Alters als möglicher Präsidentschaftskandidat gegen Donald Trump wegen seines Alters ausgemustert (trotz offenbar recht guter Bilanz seiner Präsidentschaft), die "Heute-Show" witzelte über das "Greise Haus", und in der Werbung gibt es wieder nur Junge und Ganzjunge, sogar auf der AOK-Mitgliederzeitschrift sind nur junge gesunde Menschen. Viel hat sich nicht geändert, obwohl wir laut Schirrmacher längst in der Gerontokratie leben müßten. Augenöffnend und klug, aber auch anspruchsvolle Kost.
- Hans Leyendecker
Die Korruptionsfalle
(3)Aktuelle Rezension von: HoldenLeyendecker berichtet uns aus der um sich greifenden und flächendeckenden Korruption, die vor keiner Branche und keiner Gesellschaftsschicht halt macht. An manche der ganz bekannten Fälle (zB Mannesmann-Vodafone) konnte man sich noch erinnern, nach 20 Jahren wäre eine aktualisierte Neuauflage wünschenswert. Daß in Deutschland bei diesen Zuständen überhaupt noch "was läuft"! Grotesk, was da abgelaufen ist, wie dreist und selbstüberzeugt die Betreffenden vorgegangen sind. Leider kann man keine Partei ausnehmen, auch nicht die selbst favorisierte. Irgendwie denkt man doch, daß das Ganze eher in den Großstädten und den Metropolregionen stattgefunden hat, aber die größeren Unternehmen in unserer Provinz hier (v.a. die Entsorgungsbetriebe) sieht man jetzt auch mit anderen (mißtrauischen) Augen. H.L. ist uns bei unserer Pragfahrt mit der Referendars-AG 2002 in zwei Tagen mindestens drei Mal über den Weg gelaufen. Entscheidungsträger, hört den Autor!
- Waldemar Hartmann
Dritte Halbzeit
(3)Aktuelle Rezension von: HoldenLaunig statt launisch: Hartmut Waldemanns bewegtes Leben zwischen den Großen und den ganz Großen, vom DJ und Clubbetreiber zum bekanntesten deutschen Sportmoderator. Interessant war zB zu erfahren, daß Willi Lemke vom KGB angeworben wurde ( dem er allerdings mit Absprache des Verfassungsschutzes nur Belanglosigkeiten überlieferte), weniger überraschend war, daß der Bayerische Rundfunk sich zeitweise als Strauß-CSU-Funk betätigt hat (kein bißchen Staatsferne). Von der ARD ist er am Ende im Streit geschieden, ein reiner "Intrigantenstadl" sei das, wie er meint. Wegen vereinzelter Chauvinismen gegen Ende des Buches konnte eine bessere Bewertung nicht vergeben werden. (Gar nicht gut lieber Waldy).
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