Bücher mit dem Tag "2005"
162 Bücher
- Daniel Kehlmann
Die Vermessung der Welt
(3.460)Aktuelle Rezension von: Stephan_ButtgereitDaniel Kehlmann macht aus Alexander von Humboldt und Carl Friedrich Gauß keine Denkmäler. Er setzt sie in Bewegung – den einen unermüdlich durch Landschaften, Höhen und politische Zumutungen, den anderen widerwillig durch das eigene Leben und die Zumutungen anderer Menschen. Aus dieser Gegenüberstellung gewinnt der Roman seine Komik, aber auch seine Melancholie.
Die eigentliche Pointe liegt darin, dass beide Männer die Welt vermessen wollen und dabei an ihr vorbeileben. Humboldt sammelt Erfahrungen bis zur Selbstüberforderung; Gauß zieht sich in den Kopf zurück und hält die Wirklichkeit für eine lästige Störung seiner Berechnungen. Kehlmanns nüchterner, leicht schräg gerückter Ton nimmt ihren Ruhm ernst, ohne ihn ehrfürchtig zu behandeln.
Dass die historischen Figuren keine biografisch getreuen Porträts sein wollen, ist Stärke, nicht Mangel: Der Roman arbeitet mit ihnen als literarischen Möglichkeiten. Manche Zuspitzung ist bewusst anekdotisch, doch die Sprache bleibt so präzise und leichtfüßig, dass selbst Gedanken über Messung, Fortschritt und Größenwahn erzählerischen Zug bekommen. Ein kluger, sehr komischer und zugleich erstaunlich trauriger Roman.
- Jeannette Walls
Schloss aus Glas
(443)Aktuelle Rezension von: buchstaeblichverliebt📌 "Das Leben ist ein Drama voller Tragik und Komik." - S. 176
Die Geschichte, vernachlässigter Kinder und vom Leben überforderter Eltern, schildert das Leben der Autorin selbst.
Jeannette Walls schafft es so anschaulich und mit Witz und Wärme von den bedauernswerten Umständen in ihrer Kindheit zu erzählen, dass man fast glaubt man sei dabei gewesen und das ganze Überleben sei ein großes Abenteuer- auch wenn die Tragik der Handlung nicht verkennbar ist.
Großartig.
- Robert Musil
Die Verwirrungen des Zöglings Törleß
(288)Aktuelle Rezension von: hufflepup_kafka„Die Verwirrungen des Zöglings Törleß“ von Rubert Musil aus dem Anaconda Verlag zeichnet sich durch eine düstere und intellektuell anspruchsvolle Atmosphäre aus. Törleß erkundet moralische und militärische Themen im Kontext einer Eliteschule und behandelt die dunklen Seiten der menschlichen Psyche. Musils Erstlingswerk könnte man demnach dem Dark Academia Genre zuordnen und es handelt sich hierbei um einen klassischen Entwicklungsroman aus dem Jahre 1906.
Törleß, zunächst motiviert und voller Tatendrang, wird mit der Zeit von Heimweh und Einsamkeit geplagt. Trost sucht er in den Briefen an und von seinen Eltern, doch dieser Trost weicht einer Depression aus Leere und Langeweile sozusagen, die er mit seinen neuen „Freunden“ Reiting und Beineberg zu kompensieren versucht. Als die drei Jungen ihren Mitschüler Basini als Dieb entlarven, der aus Geldnot seine Klassenkamerad*innen bestiehlt, sehen sie von einer Anzeige bei der Schulleitung ab und sehen stattdessen in ihm ein Ventil für ein Machtspiel aus Gewalt, Selbstjustiz und Bestrafung.
Während Beineberg und Reiting Basini vor allem körperlich wie sexuell misshandeln, beteiligt sich Törleß selbst am Machtspiel aber eigentlich nur wenig und ist viel mehr der in sich gekehrte Beobachter, in dem homoerotische Neigungen wach werden. Von dieser plötzlichen auftretenden sexuellen Begierde beschämt, flüchtet er sich zuerst in die Natur- und Geisteswissenschaften wie Mathematik, Philosophie und Psychologie, und als er darin keine Lösung findet, in das Spirituelle und Esoterische.
Bei diesem Übergang begibt sich Törleß zwischen Identitätssuche und Internatleben und verliert sich dabei in pseudo-poetischen Gedanken, die für mich als Leser einfach nur wirr und zäh waren. Einzig vom allgemein anspruchsvollen Schreibstil und zum Teil auch von den Dialogen war ich etwas angetan. Trotzdem hatte ich nicht den Eindruck, dass ich es hier mit pubertierenden Heranwachsenden zu tun habe, sondern mit Akademikern im ermüdenden, sich im Kreis drehenden und nimmer endenden Diskurs.
Alles in allem ist die Geschichte und die Figur um Törleß ein Konstrukt aus Egozentrik und Voyeurismus, mit dem ich einfach nicht warm wurde und von dem ich auch Klassiker liebenden und lesenden abrate. 2 von 5 Sternen. - Jan Weiler
Der Markisenmann
(236)Aktuelle Rezension von: Majandra25Kim ist ein wütender Teenager und fühlt sich unbestimmt unwillkommen in ihrer Familie mit Mutter, Stiefvater und Halbbruder. Also rebelliert Kim, wo es nur geht. Das ausgerechnet das ihr ermöglicht, endlich ihren Vater kennenzulernen, kommt nicht nur für sie unerwartet. Ebenfalls unerwartet, jedoch für die Leser:innen, kommt dann auf einem alten Gewerbehof mitten im tiefsten Ruhrgebiet eine Geschichte aus der DDR-Vergangenheit – inklusive Puhdys, Manfred Krug und Stasi-Bespitzelung. Unerhört, würde Kims Vater wohl sagen. Und das ist es tatsächlich, mit all den skurrilen, liebevoll überzeichneten Charakteren, den wilden Haustürgeschäften und absurden Imbissbuden-Tourismus, den Kim in den Sommerferien bei ihrem Vater erlebt. Das mildert letztlich die Tragik hinter dieser Geschichte, die am Ende so nachhaltig ist, dass sie mich über die Längen im Mittelteil hinwegsehen lässt.
- Michael Robotham
Amnesie
(327)Aktuelle Rezension von: LidenKeine Leseempfehlung
Datum : 29.07.2025
✨Handlung✨
Ein Ermittler wird schwer verletzt in der Themse (Fluss) aufgefunden. Nach diesem Ereignis erlitt er eine Amnesie. Zuvor war er an einem wichtigen Fall (Kindesentführung) dran und vermutet, das es ein geplanter Unfall war.
✨Protagonisten✨
Charaktere : 1 / 5
Vincent war der Protagonist und man erfährt so ziemlich alles sehr genau und detailreich über ihn … auch wenn es dich nicht interessiert und den Fall auch nicht weiterbringt.
✨Setting✨
Unterhaltung : 1 / 5
Tatsächlich hab ich diesmal den/ die Antagonist(in) vorhergesehen. War nen bisschen stolz auf mich 🤣 langsam werde ich zum alten Thrillerhasen 😎 es geht um das Amnesie (Gedächtnisverlust) und Kindesentführung. Der Thriller spielt sich in England ab.
✨Schreibstil✨
Spannung : 1 / 5
Ich werde mit dem Schreibstil nicht warm. Dieses ständige Ausschweifen an unnötigen Details hat mir jederlei Spannung genommen. Nach knapp 200 Seiten hab ich den Rest nur noch überflogen.
✨Fazit✨
Der Michael und ich, wir werden keine Freunde. Fand das erste Buch (Adrenalin) schon nicht so doll, dachte aber das starke Ausschweifen war gewesen, damit wir die Charaktere besser kennenlernen. Nun, er schreibt nunmal sehr detailreich und ausschweifend - was für mich ein kO Kriterium für nen guten Thriller ist. Ich möchte Spannung, interessante Themen und das Bedürfnis haben, das Buch nicht weglegen zu wollen.
- Tess Gerritsen
Schwesternmord
(1.025)Aktuelle Rezension von: beautiful_world_of_booksAls die Pathologin Dr. Maura Isles von einer Konferenz in Paris zurückkehrt, blockieren Streifenwagen ihre Straße. Eine Frau, die ihr zum Verwechseln ähnlich sieht, wurde erschossen. Wer ist diese Frau? Und sollte der Anschlag womöglich Maura selbst gelten?
Im Laufe der Ermittlungen erfährt der Leser im vierten Band sehr viel über die Herkunft der Pathologin. Sie wirkt sehr menschlich, verletzlich und gleichzeitig stark. Ich mochte sie von Anfang an schon etwas mehr als Rizzoli, aber in diesem Band ist sie mir richtig ans Herz gewachsen. Während Rizzoli als toughe Ermittlerin etwas im Hintergrund bleibt, steht Maura diesmal klar im Fokus, was mir sehr gefallen hat. Tess Gerritsen schafft es, Spannung und Emotion perfekt zu verbinden. Durch die vielen Wendungen konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen.
- Minette Walters
Dunkle Kammern
(245)Aktuelle Rezension von: amigadas ist für mich das erste Buch von Minette Walters.
Ich kann momentan noch nicht sagen, ob ich noch weitere von ihr lesen werde, denn das Buch hat mich nicht wirklich überzeugt. Es passieren sehr viele Morde in diesem Buch, unabhängig von einander, die meisten in einem Wald.
Die Fotografin Jinx Kingsley erwacht nach einem Verkehrsunfall in einem Krankenhaus. Sie kann sich an nichts mehr erinnern. Sie soll sich anscheinend das Leben genommen haben.
Sie wird von der Polizei unter die Lupe genommen, und muss täglich eine Psychotherapie machen.
Ihre Eltern kümmern sich gar nicht um Jinx, lediglich ihr Vater Adam bezahlt ihren Klinikaufenthalt. Er kommt auch nur am Rande vor.
Kurz davor der Unfall geschah, wurde Jinx von ihrem Freund verlassen.Sie wollten eigentlich heiraten, hat sich aber dann für Ihre Freundin Meg entschieden.Anscheinend waren sie schon sehr lange heimlich zusammen über 11 Jahre was man später noch erfahren wird.
Jinx nahm es eher gelassen diese Trennung.
Ihre Mutter dagegen war sehr empört.Jinx war schon mal verheiratet. Sie fand ihren damaligen Mann in ihrer Wohnung vor, kaltblütig ermordet. Sie konnte gar nicht richtig hinsehen, so grausig war der Fund, sie konnte nur mehr die Polizei benachrichtigen, sie war total fertig mit den Nerven.
All dies erzählte sie ihrem Psychologen in der Klinik......
Ihr Ex Freund und Meg wurden ebenfalls ermordet aufgefunden in einem Wald......Eine ältere Dame fand den grausamen Fund als sie mit ihrem Hund einen Spaziergang machte.
Am Anfang fand ich das Buch spannend, aber es kamen in diesem Buch mehre Morde vor, was ich teilweise auch verwirrend fand, zahlreiche Personen, zuviele nach meinem Geschmack wurden untergebracht, was einen verwirrte, und auch sehr langatmig das Buch dann machte.
Der Schluss ging letztendlich ganz anders aus, als ich es mir gedacht hatte.
Für mich war das Buch am Anfang sehr spannend, der mittlere Teil verwirrend und langatmig, der Schluss war nicht vorhersehbar.
Deshalb gebe ich diesem Buch auch nur 3 Sterne.
- Tess Gerritsen
Roter Engel
(236)Aktuelle Rezension von: blue-jenWährend die junge Ärztin Toby Harper Nachtschicht hat, taucht in der Notaufnahme ein alter Mann auf. Er redet wirr, reagiert kaum auf ihre Behandlung - und ist so schnell verschwunden, wie er aufgetaucht ist. Als im Krankenhaus ein Patient mit den gleichen Symptomen stirbt, vermutet der Pathologe Daniel Dvorak eine hochansteckende Krankheit. Die Spur der beiden Patienten führt zur Seniorenresidenz Brant Hill. Und dort stoßen Toby und Daniel auf Unvorstellbares ...
Anfangs konnte mich das Buch nicht recht packen, da es dauerte bis sich die einzelnen Personen und Handlungsstränge miteinander verbinden konnte.Zum Schluss wurde es doch noch recht spannend und eigentlich ein typischer Tess Gerritsen Thriller.
Allerdings gefiel mir nicht, dass sehr viel medizinische Fachbegriffe verwendet wurden und diese mich teilweise etwas aus dem Lesefluss holten. Ebenso hatte ich manchmal Probleme mit der Protagonistin, konnte ihre Handlungen nicht nachvollziehen.
- Tess Gerritsen
Scheintot
(964)Aktuelle Rezension von: Gute_NachtInhalt
Für Maura Isles ist eine namenlose junge Frau in der Gerichtsmedizin nichts Ungewöhnliches. Doch als die Pathologin den Leichensack öffnet, schlägt die vermeintlich Tote plötzlich die Augen auf. Die unterkühlte Frau wird von Maura sofort ins Krankenhaus gefahren. Kaum dort angelangt, tötet die Unbekannte einen Wachmann und nimmt erst Maura und, nachdem diese fliehen kann, Patienten als Geiseln. Darunter auch die kurz vor der Entbindung stehende Detective Jane Rizzoli. Als Maura und Gabriel, Janes Ehemann, selbst zu ermitteln beginnen, zeigen plötzlich Vertreter von Bundesbehörden größtes Interesse an dem Fall …
Fazit
Die Rizzoli und Isles Reihe ist einfach der Hammer. Auch für diesen Band kann ich eine klare Leseempfehlung aussprechen!
- Sarah Kuttner
Die anstrengende Daueranwesenheit der Gegenwart
(139)Aktuelle Rezension von: HoldenDer zweite Teil Kuttnerscher Kolumnen aus der Süddeutschen und dem Musikexpress, gewohnt meinungsstark, eindeutig in Zustimmung und Ablehnung. Wie beim ersten Teil fragt man sich, ob Miss K. nicht ein klitzekleineswenig langweilig und wenig begeisterungsfähig ist, hätte man von ihr vielleicht nicht erwartet. Was ihr Musikgeschmack angeht, hat die Dame vielleicht keinen so sicheren Geschmack, von den meisten Bands hat man so gut wie nichts mehr gehört. Und Schwager Josef Winkler vom Musikexpress wird auch erwähnt.
- Tonke Dragt
Der Wilde Wald
(127)Aktuelle Rezension von: ColinCreeveyWieder gehen wir mit Tiuri auf eine gefährliche Reise, die uns dieses Mal in den sagenumwobenen Wilden Wald hineinführt. Dort ist es nicht geheuer, heißt es...
Die Geschichte ist noch spannender als Teil eins (DER BRIEF FÜR DEN KÖNIG) und kann sogar als erstes gelesen werden - was ich ausversehen gemacht habe - weil sowohl Teil eins als auch dieser Teil zwei eine abgeschlossene Handlung haben. Ich empfehle aber, sie der Reihe nach zu lesen. Ein Muss für alle Fans von Ritter-Abenteuern, wer noch nicht 10 Jahre alt ist, sollte es sich vorlesen lassen. - Lee Child
Sniper
(114)Aktuelle Rezension von: HoldenIn einer namenlosen Stadt in Indiana begeht ein ehemaliger Army-Scharfschütze ein scheinbar willkürliches Massaker mit fünf Zufallsopfern, der Täter wird schnell gefaßt und fragt nach Jack Reacher. Alles weitere ist extrem langsam geschrieben, die Figuren bleiben unglaubwürdig bzw. psychologisch egal, am Interessantesten sind die Geschichten über Reachers Nomadenleben und die Erfahrungen "des Zec" in der Schlacht um Stalingrad. Thriller geht auch in spannend mit spannenden Figuren und einem aufregenden Background, hier wird nur erzählt, wie die Leute um 3 Blocks nach Westen gehen und dann 4 Blocks nach Norden.
- Michael Crichton
Beute
(195)Aktuelle Rezension von: Tobias_DamaschkeMichael Crichton ist einer meiner Lieblingsautoren und Prey ("Beute"), das ich vor kurzem ein zweites Mal gelesen habe, beinhaltet alle Zutaten, die mich zu einem Fan des leider ja verstorbenen Mannes machen.
Kurz zur Handlung: Unser Hauptprotagonist Jack ist Informatiker und wird in die Wüste von Nevada geschickt um einem Unternehmen dabei zu helfen, Mini-Überwachungsanlagen für das Militär zu bauen. Dabei kommt die hochkomplizierte - und wie sich bald auch herausstellt, hochgefährliche - Nanotechnologie zum Zuge. Die droht dann auch schnell außer Kontrolle zu geraten und es wird schnell für alle Beteiligten deutlich, dass mehr auf dem Spiel steht als nur ihre Gehaltschecks ...
Wenn man neben der Spannung und den tollen Dialogen eine große Konstante in Chrichtons Büchern herausstellen möchte, dann wird es wohl seine sehr kritische Auseinandersetzung mit neuen Technologien und generell dem wissenschaftlichen Fortschritt sein. Dabei erhebt er aber nie den Zeigefinger und eine fundamentale Kritik am Fortschritt an sich will der Autor auch gar nicht erreichen.
Ähnlich wie bei der Gentechnik in Jurassic Park stellt aber auch die Nanotechnologie die Forscher immer wieder vor Probleme, die teilweise auch ethischer Natur sind. Chrichton spricht hier immer wieder diese Problemfelder an und führt dem Leser die Gefahren von einer verantwortungslosen Verwendung dieser Technologien vor Augen und das alles immer ein einer hochspannenden Geschichte verpackt, mit den erwähnten tollen Dialogen und gut ausgearbeiteten Charakteren."Beute" ist einer dieser Thriller, die man in einem Rutsch durchliest. Absolut zu empfehlen.
- Nicholas Sparks
The Lucky One - Für immer der Deine
(76)Aktuelle Rezension von: ChristineEFund im Bücherschrank und obwohl ich den Titel und Untertitel und auch das Cover - ich habe eine andere Ausgabe als die zu sehen ist - und nach den ersten Seiten, in die mich erst finden musste: ein toller Roman. Viel Liebe und Gefühle und dann Spannung ohne Ende ;) - weil man ja mitfiebert und nicht das oder der Böse soll gewinnen, sondern die Guten. Die letzten Seiten haben es dann noch mal so richtig in sich - ich verrate nichts - aber doch: happy end! Also nicht irritieren lassen, bei dem Autor ist das auch nicht zu erwarten, sondern auf eine gute Unterhaltung freuen!
- Sarah Kuttner
Kolumnen
(213)Aktuelle Rezension von: HoldenDer erste Teil Kuttnerscher SZ- und Musikexpress-Kolumnen, schlagfertig und meinungsstark, mit Kommentaren zu winterlicher Bekleidung, Jungs-Indierock-Bands, Rudolf Mooshammer, aktuellen Politikern undundund, einige der erwähnten Rockbands kann man jetzt (wieder-)entdecken, weil vielen von ihnen ist damals kein rechter Erfolg vergönnt gewesen ist. Angela Merkels Hängegesichtigkeit und Karriereristenfresse waren schon derber Shit, und irgendwo hat man den Eindruck, als sei die gute Frau Kuttner auch ein kleines bißchen langweilig, weil sie sich aus so vielen Sachen gar nichts macht (Rockkonzerte bzw. -festivals, Karneval, Aprilscherze usw).
- Wladimir Kaminer
Russendisko
(534)Aktuelle Rezension von: StolliRussendisko von Wladimir Kaminer, die Musik kann ich nicht ertragen, da bin ich mal gespannt auf das Buch, nun es ist sehr unterhaltsam, selten ein Buch so schnell “verputzt“.
Der übliche lockere Schreibstil von H. Kamine, viele Episoden allerdings sicher sehr übertrieben dargestellt aber im Grunde wundert man sich über nichts.
- Robert Lynn
Todestage
(14)Aktuelle Rezension von: schafswolkeDer Krimi beginnt mit der Ermordung von John Lennon, geht dann wieder Jahre zurück in die 60er und springt dann in der Zeit nach vorne zu John Jepsen in das Jahr 2000, dessen Vater vor 20 Jahren ermordet wurde.
Ich kam mit diesem Kurzkrimi nicht so gut zurecht. Der Anfang war langatmig, dann fand ich die Geschichte verworren und bis sich mir der rote Faden erschloss, hat es mich auch schon gar nicht mehr so richtig interessiert, wer warum was getan hat.
Darum leider nur 2 Sterne von mir.
- Robert Robinson
Die toten Professoren
(8)Aktuelle Rezension von: BertieWoosterHumorvoll geschriebener Krimi um einen Mord an einen Dekan einer Oxforder Unität. Der Gegensatz zwischen dem Ermittler und der "intelektuellen Umgebung" in Oxford war interessant. Am besten hat mir gefallen, wie der Täter vom FKK-Strand der Unität von lauter Nackten durch das biedere Oxford getrieben wird. Außerdem ist interessant, dass der Polizist auf die Lösung des Falls nicht durch irgendeinen "Geistesblitz" kommt, sondern sich hinsetzt, sich alle Fakten aufschreibt und dann durch Kombination zur Lösung des Falls kommt. - Maria Sveland
Bitterfotze
(105)Aktuelle Rezension von: Ikopiko"Dieses Buch kann mehr für die Gleichberechtigung tun als alle Reden dieser Welt" verspricht der Klappentext des ersten Romans der jungen Schwedin Maria Sveland. Unter Gleichberechtigung verstehe ich jedoch nicht, dass nur die schlechte Seite der Männer aufgezeigt wird.
Verpackt werden diese oberflächlichen Vorwürfe in der Geschichte Saras, die sich eine Auszeit von Familie und Alltag nimmt und allein nach Teneriffa fliegt. Auf ihrer Reise liest sie "Angst vorm Fliegen" von Erica Jong. Sie beneidet Erica um ihr ausschweifendes Leben in den 70er Jahren.
Sara selbst ist in den 80er Jahren aufgewachsen und sieht auch darin eine Ursache, dass die Frauen ihres Alters bitterfotzig sind. Eine Bitterfotze ist verbiestert, spießig, aggresiv und lustlos.
Auf über 270 Seiten zergeht Sara in Selbstmitleid. Sie ist gefrustet, weil sie ihr Leben als Mutter nicht erfüllt. Ich habe sie manches Mal fragen wollen, warum sie ihr Leben dann nicht selbst in die Hand nimmt und etwas ändert. Nur jammern nützt nichts. - Gabriel García Márquez
Chronik eines angekündigten Todes
(219)Aktuelle Rezension von: irmakvakifliGabriel García Márquez stellt in dieser schmalen, aber gewichtigen Erzählung eine einzige Frage ins Zentrum: Reicht es aus, etwas nicht selbst zu tun – oder wird man durch Wegsehen zum Mittäter?
In Chronik eines angekündigten Mordes erleben wir die Geschichte eines Mordes, der tatsächlich angekündigt wird – und dennoch geschieht. Die Bewohner eines kleinen Dorfes wissen davon, manche reden darüber, andere ignorieren es. Am Ende stirbt Santiago Nasar, und niemand hat etwas unternommen, obwohl alle die Möglichkeit dazu hatten.
Márquez' Stil ist zurückhaltend, fast protokollarisch. Und genau das macht den Text so eindringlich: Die Rekonstruktion der Tat wird zur Aufdeckung eines kollektiven moralischen Versagens. Jeder Charakter wird wie in einem Theaterstück eingeführt, kurz beleuchtet, befragt, und dann entlassen – als wäre es ein Gerichtsprozess, der niemals wirklich stattgefunden hat.
Die Ironie liegt im Titel selbst: eine Chronik. Als wäre alles längst festgeschrieben, unausweichlich. Und so liest sich der Roman auch – nicht wie ein Krimi, sondern wie eine Tragödie in Zeitlupe.
Ein literarisches Lehrstück über Schuld, Gleichgültigkeit und soziale Mechanismen. Prägnant, schmerzhaft, unvergesslich.
- Paul Auster
Ich glaubte, mein Vater sei Gott
(12)Aktuelle Rezension von: emeraldeyeEne Sammlung mit Geschichten aus ganz Amerika, von Paul Auster aus einer Laune heraus in einer Radiosendung initiiert. Sein Aufruf hat eine unfassbare Menge an Zuschriften nach sich gezogen, die er dann aussortiert und thematisch zusammen gefaßt hat. Die Geschichten sind sehr unterschiedlich in der Qualität und in ihren Themen, aber immer interessant, weil sie Amerika aus den unterschiedlichsten Perspektiven zeigen. Ich habe das englischsprachige Original gelesen. Sehr empfehlenswert!























